Sydney, Opera House, THE VERY HUNGRY CATERPILLAR SHOW, 24.09.2016

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Sydney / Opera House © IOCO

Sydney / Opera House © IOCO

www.opera-australia.org.au

THE VERY HUNGRY CATERPILLAR SHOW
24 SEPTEMBER 2016– 09 OCTOBER 2016

Recommended for ages 2+

DESCRIPTION
For so many children young and old, the beloved tale of the caterpillar with the big appetite is the first book they remember.

This Australian-made show brings The Very Hungry Caterpillar to life on stage to excite, educate and entertain readers and first-time theatregoers. Combining The Very Hungry Caterpillar with three more Eric Carle stories – ‘The Artist Who Painted a Blue Horse‘, ‚Mister Seahorse‘ and ‚The Very Lonely Firefly‘, this colourful, joyful interpretation of the books, will delight the whole family. Children will instantly recognise their favourite characters and be easily enthralled by their stories of magical metamorphosis, friendship and finding our place in the world. Created by Jonathan Rockefeller, directed by Naomi Edwards and with 75 magical puppets created by New York’s Puppet Kitchen, this is a timeless classic for all generations.

ARTIST INFORMATION
Presented by
JWR Productions Australia & Michael Sieders Presents

Created by Jonathan Rockefeller
Director Naomi Edwards
Producer Michael Sieders
Set Designer James Browne
Puppets created by Puppet Kitchen
Costume Designer Andrea Espinoza
Lighting Designer Nicholas Rayment
Composer / Sound Designer Nate Edmondson
Composer Steven Baker

With Rory Kelly, Dannielle Jackson, Justine Warner and Drew Wilson

PRICING INFORMATION
Prices correct at the time of publication and subject to change without notice. Exact prices will be displayed with seat selection.

Insiders $24 – $39.20
Standard $30 – $49
As part of a Kids Multipack x3 $25.50 – $41.65
As part of a Kids Multipack x4 $24 – $39.20

Booking fee applies per transaction
$8.50 – Contact Centre
$8.50 – Internet
$5.00 – Box Office Counter

PERFORMANCE DATES
Running Time: Approximately 50 minutes (subject to change)

SEPTEMBER
Sat 24 Sep 16 10:00am  – Sat 24 Sep 16 12:00pm – Sat 24 Sep 16 2:00pm – Sun 25 Sep 16 10:00am – Sun 25 Sep 16 12:00pm – Sun 25 Sep 16 2:00pm – Tue 27 Sep 16 10:00am – Tue 27 Sep 16 12:00pm – Wed 28 Sep 16 10:00am – Wed 28 Sep 16 12:00pm – Thu 29 Sep 16 10:00am – Thu 29 Sep 16 12:00pm – Fri 30 Sep 16 10:00am – Fri 30 Sep 16 12:00pm

OCTOBER
Sat 01 Oct 16 10:00am – Sat 01 Oct 16 12:00pm – Sun 02 Oct 16 10:00am – Sun 02 Oct 16 12:00pm – Tue 04 Oct 16 10:00am – Tue 04 Oct 16 12:00pm – Wed 05 Oct 16 10:00am – Wed 05 Oct 16 12:00pm – Thu 06 Oct 16 10:00am – Thu 06 Oct 16 12:00pm – Fri 07 Oct 16 10:00am – Fri 07 Oct 16 12:00pm – Sat 08 Oct 16 10:00am – Sat 08 Oct 16 12:00pm – Sun 09 Oct 16 10:00am – Sun 09 Oct 16 12:00pm

Pressemeldung Sydney Opera House

Sydney, Sydney Opera House, Die legendäre Muscheloper und Der Barbier von Sevilla, IOCO Portrait,

März 31, 2011 by  
Filed under Kritiken, Opera House Sydney


Bericht

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www.opera-australia.org.au

Das SYDNEY OPERA HOUSE und Der Barbier von Sevilla

 Figaro und Rosina in schrulliger Buster Keaton Slapstick-Inszenierung

Sydney Opera House und Harbour Bridge© IOCO

Sydney Opera House und Harbour Bridge © IOCO

Das Opernhaus von Sydney, Meisterstück moderner Architektur, 1973 eingeweiht, ist eines der drei großen Wahrzeichen Australiens. Neben der über 100 Jahre alten Harbour Bridge und dem Legenden-umwobenen Ayers Rock in der Mitte des Kontinents.  Das Sydney Opera House beherbergt mehrere kulturelle Einrichtungen: Die Concert Hall mit 2700 Sitzen und das Opera Theatre mit 1547 Sitzplätzen: Architektonisch ist das Sydney Opera House inzwischen Weltkulturerbe.

Der Bau des Sydney Opera Houses war zunächst ein  komplettes Desaster: Ursprünglich mit 7 Millionen Au$ veranschlagt, überstiegen die Baukosten am Ende über 100 Millionen AU$. Die Bauzeit erstreckte sich wegen bautechnischer Streitigkeiten über sieben Jahre. Äußerlich mit verzaubernder Optik lebt die Oper im Innern mit erheblichen Einschränkungen: Der Bühnenraum besitzt keine Tiefe, Bühnenbilder müssen flach sein, deren Anlieferung ist schwierig. Das Ensemble agiert häufig gefährlich nah am Orchestergraben. Der Orchestergraben wiederum verschwindet zur Hälfte unter den Bühnenboden, welches dem Orchesterklang ein wenig Brillianz raubt. Doch der verzaubernde Flair der Sydney Opera verzeiht alle baulichen Mängel. Für Europäer wird ein Besuch der Sydney Opera zu einem lebendigen Traum.

Sydney Opera House vom Wasser gesehen © IOCO

Sydney Opera House vom Wasser gesehen © IOCO

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Das Sydney Opera House wird im Stagionesystem  betrieben. Im Juni / Juli 2012 werden Die tote Stadt von Erick Korngold und Die Perlenfischer von Georges Bizet gegeben. 2011 bestand der Spielplan von Januar bis März aus den Opern Carmen, Partenope und der 17 Mal gespielten The Barber of Seville Repertoire-Produktion. Von April bis Juni ist meist Saisonpause. Das nächste Opernhaus in Brisbane oder Melbourne ist über 1.000 Kilometer entfernt. Hartes Brot für den europäischen Operabuff. IOCO besuchte den Barbier von Sevilla an der wunderbaren Sydney  Muscheloper:

Die Uraufführung des Barbier von Sevilla  von Gioacchino Rossini fand 1816 unter Leitung von Rossini im Teatro Argentina in Rom statt. Angeblich hatte Rossini nur vier Wochen für die aufwendige Auftragskomposition. Lösung: Er entlieh er sich zahlreiche Stücke aus seinen vorangegangenen Werken und produzierte eine der erfolgreichsten Opern der Musikgeschichte:  Die Ouvertüre zum „Barbier“ findet man bereits in den Rossini-Opern Aureliano in Palmira und in Elisabetta. Genau 30 Jahre zuvor, 1776, fand im Wiener Burgtheater, zum gleichen Stoff, die Uraufführung von Wolfgang Amadeus Mozart´s  zunächst wenig erfolgreichem  Le Nozze di Figaro  (Figaro´s Hochzeit) statt.

Opera Australia’s ‘The Barber of Seville’ SS11 © Branco Gaica 2.2.2011

Opera Australia’s ‘The Barber of Seville’ SS11 © Branco Gaica 2.2.2011

Opera Australia’s ‘The Barber of Seville’ SS11 © Branco Gaica 2.2.2011

Opera Australia’s ‘The Barber of Seville’ SS11 © Branco Gaica 2.2.2011

Opera Australia’s ‘The Barber of Seville’ SS11 © Branco Gaica 2.2.2011

Opera Australia’s ‘The Barber of Seville’ SS11 © Branco Gaica 2.2.2011

Elijah Moshinsky’s  in Sydney heißgeliebte Barbier von Sevilla Produktion stammt aus dem Jahr 1995 und lehnt sich Rossini-gerecht mit breitem Humor an die Slapstick-Komödien der Stummfilmzeit um Buster Keaton und die Keystone Kops an.  Slapstick, nicht Clownerien und die Mode der verrückten 20er Jahre dominieren Moshinsky´s Barbier Inszernierung. Aktionsgeladene, trocken-komische Personenführung schaffen genregerechte Stimmung. Dazu Blazer, Strohhüte, weiß bemalte Gesichter und Schnurrbärte. Nah am  Orchestergraben dominieren breit gezogene Bühnenbilder. Das erste Bild: Auf Tuch gemalt, eine alte, spanische Häuserzeile in Miniatur und pastellfarbenen Tönen. Mittig der Häuserzeile, das Miniatur-Haus von Dr. Bartolo, aus dessen kleiner Türe gelegentlich eine Miniatur-Rosina auf einem elektrisch getriebenem Einrad davonfährt. Haupt-Kulisse der Inszenierung ist das Innere des Hauses von Dr. Bartolo: Die Zimmer über 2 Etagen und die ganze Bühnebreite füllend: Farbig, klassisch: Eingangshalle, mehrere Wohnräume und die Arztpraxis. Während die Handlung um Figaro, Rosina und Graf Almaviva  sich wechselnd in verschiedenen  Wohnräumen vollzieht, finden in der benachbarten  „Arztpraxis“ des Dr. Bartolo abstruse, Lachmuskel-strapazierende  Operationen statt. Die grotesk-komischen „Behandlungen“ fordern die Lachmuskeln des Besuchers bis an die Grenzen. Den Hauptprotagonisten der Oper dennoch aufmerksam zu folgen, erforderte einen liebenswerten Spagat.

Dieser Barber of Seville prickelt. Stimmlich und in der Personenführung: Das Ensemble, zumeist aus Australien und Neuseeland stammend, war ausgeglichen und in allen Partien  gut bis herausragend besetzt. Das Stagione-System und 15 vorangegangene Vorstellungen mit ihren zahlreichen Regie-Facetten führten bei dieser Barber of Seville-Vorstellung  zu einer schauspielerisch harmonischen Ensemble. Man bewegt sich filigran, grapschte manchmal deftig. Doch immer wieder entschwebte das Ensemble vom Schauspiel zu wunderschönen Gesang. Allen voran dominierte von Anbeginn der weltweit präsente Argentinier José Carbó als Figaro mit  timbrierter und in allen Lagen gut geführter Stimme. John Longmuir gab dem jugendlich verunsicherten Bonvivant Graf Alamaviva mit weich-lyrischem Tenor ein passendes Gesicht. Sehr präsent das Mündel Rosina mit Dominica Matthews, welche ihren schönen Mezzospopran mit gefestigter Mittellage und Höhe wie darstellerischer Intensität voll ausfüllte. Auch die Bass-Baritonpartien waren mit Andrew Moran als dicklich, dappigem aber stimmlich sicheren  Dr. Bartolo und Jud Arthur als hagerem Musiklehrer Don Basilio mit breiter schwarzer Tonlage stimmlich und schauspielerisch hervorragend besetzt. Die Regie-Einfällen gespickte  Partie von Alamaviva´s Diener Fiorello/Ambrogio wurde mit  Christopher Hillier zu einem Glanzstück.

Das  Australian Opera and Ballett Orchestra und Dirigent Anthony Legge haben in Sydney keinen leichten Stand: Das leicht abgedeckt sitzende Orchester besitzt zweifelsohne gutes Klangniveau. Es wurde leicht und elegant musiziert. Schattierungen jedoch, Finessen, scharfe Konturen, sicherlich nur relevant für den kleinsten Teil der Besucher, kamen etwas kurz. Der engagierten Spielfreude des Orchesters jedoch sollte dieser eher baulich begründete Mangel keinen Abbruch  tun.

So feierte das Publikum auch diese Aufführung laut und lebhaft.  Das Publikum von  Sydney, weit entfernt vom Ort der Uraufführung, zollte einem humorig menschlich inszenierten  Barbier von Sevilla seine Bewunderung.   „Machen Sie mehr Barbiere“  sagte 1822 Beethoven voller Respekt zu Rossini, „diese Oper wird leben solange es italienische Opern gibt“. Beethoven der Perfektionist, kein ausgewiesener Kenner leichterer Muse, bewies perfektes Gespür: Der Barbier von Sevilla ist höchst lebendig. Auch im Sydney Opera House in 2011.

IOCO / Viktor Jarosch / März 2011