Bremen, Theater Bremen, Premiere Die Entführung aus dem Serail, 01.12.2018

November 16, 2018 by  
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Theater Bremen

Theater Bremen / Theater am Goetheplatz © Jörg Landsberg

Theater Bremen / Theater am Goetheplatz © Jörg Landsberg

Die Entführung aus dem Serail  –  Wolfgang A. Mozart

Premiere am 1. Dezember 2018, 19:30 Uhr 

Wo das Vertraute fremd erscheint, stellt sich die Frage nach Liebe und Treue plötzlich neu und anders: Belmonte liebt Konstanze, Konstanze liebt Belmonte und Pedrillo und Blonde lieben sich ebenso. Doch im Serail des türkischen Bassa Selim werden die Karten neu gemischt – oder nicht? Regisseur Alexander Riemenschneider liest Mozarts Orient nicht als geografisch verortbare Fremde, sondern als Blick auf das Fremde, in dem sich die eigenen Sehnsüchte und Ängste spiegeln.

Anders als die Musiktheater-Performance von Ted Gaier, Gintersdorfer/Klaßen, Benedikt von Peter und Markus PoschnerLes robots ne connaissent pas le blues oder Die Entführung aus dem Serail“ aus dem Jahr 2015 beschäftigt sich Riemenschneider nicht mit der Konfrontation zweier heterogener Kulturen. Er begibt sich gemeinsam mit den Sänger*innen und fünf Schauspieler*innen in einen inneren Orient und legt Mozarts subtile Menschen- und Beziehungsporträts frei, die sich unter der Oberfläche des Singspiels verbergen.

Die Musikalische Leitung hat Hartmut Keil: Er war von 2002 – 2016 an der Oper Frankfurt engagiert und dirigierte da neben allen großen Mozart-Opern ein breites Repertoire. Von 2003 bis 2012 war er musikalischer Assistent und Studienleiter bei den Bayreuther Festspielen, seit der Spielzeit 2017/2018 ist er als Erster Kapellmeister am Theater Bremen engagiert und hatte die musikalische Leitung bei Puccinis „Il tabarro & Gianni Schicchi“, Dvo?áks „Rusalka“ und Strawinskys „The Rake’s Progress“. Regie führt Alexander Riemenscheider, er studierte Germanistik, Musik- und Medienwissenschaften in Bonn und Regie an der Theaterakademie in Hamburg. Seit 2009 inszenierte er in Hamburg, Berlin, München, Bochum, Prag und Sibiu (Rumänien). Am Theater Bremen führte er u.a. Regie bei der Uraufführung „Aber sicher!“ von Elfriede Jelinek und erarbeitete gemeinsam mit der tschechischen Kafka Band die beiden Kafka-Abende „Das Schloss“ und „Amerika“. Nach „Hänsel und Gretel“ ist Die Entführung aus dem Serail seine zweite Arbeit in der Sparte Musiktheater.

Die Entführung aus dem Serail
Deutsches Singspiel in drei Aufzügen von Wolfgang Amadeus Mozart. Text von Johann Gottlieb Stephanie dem Jüngeren nach Christoph Friedrich Bretzner
Uraufführung: 16. Juli 1782, Burgtheater Wien

Musikalische Leitung:                     Hartmut Keil
Inszenierung:                                  Alexander Riemenschneider
Bühne:                                            Jan Štepánek
Kostüme:                                        Emir Medic
Dramaturgie:                                  Caroline Scheidegger

Mit :  Parbet Chugh, Anna-Lena Doll, Iryna Dziashko, Christoph Heinrich, Hyojong Kim, Ferdinand Lehmann, Nerita Pokvytyte, Joel Scott, Stephanie Schadeweg, Alexander Swoboda.

Es spielen die Bremer Philharmoniker

—| Pressemeldung Theater Bremen |—

Osnabrück, Theater am Domhof, Das Abschiedsdinner von Delaporte und Patellière, IOCO Kritik, 09.09.2016

September 9, 2016 by  
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Theater Osnabrück

Das Abschiedsdinner von Hanns Butterhof„Die Haustür knallt zu, der Jugendfreund zieht tief beleidigt ab. Die Gastgeber prosten sich zu, denn sie scheinen ihr Ziel erreicht zu haben……..  Doch dann kehrt der vermeintlich Abservierte zurück, und „Das Abschiedsdinner“ geht in eine zweite Runde.“

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Die Kunst der stilvollen Trennung

Das Abschiedsdinner von Delaporte und Patellière

Im Theater am Domhof wird die Komödie „Das Abschiedsdinner“ begeisternd wieder aufgenommen.  Von Hanns Butterhof

Die Haustür knallt zu, der Jugendfreund zieht tief beleidigt ab. Die Gastgeber prosten sich zu, denn sie scheinen ihr Ziel erreicht zu haben, sich für immer aus einer unergiebig gewordenen Beziehung zu verabschieden. Doch dann kehrt der vermeintlich Abservierte zurück, und „Das Abschiedsdinner“ geht in eine zweite Runde.

Osnabrück / Das Abschiedsdinner - Antoine kämpft um Pierre © Maik Reishaus

Osnabrück / Das Abschiedsdinner – Antoine kämpft um Pierre © Maik Reishaus

Die pointenreiche Komödie von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière spielt im Wohnzimmer der Verlegerfamilie Lecœr, das Martin Kukulies mit einer schicken Sitzgruppe möbliert hat. Hier ziehen Pierre (Oliver Meskendahl) und seine Frau Clotilde (Stephanie Schadeweg) das Abschiedsdinner für Antoine Royer (Martin Schwartengräber) durch. Mit dem Ritual wollen sie sich stilvoll von dem Jugendfreund Pierres trennen: Sie kredenzen Wein aus dessen Geburtsjahr, legen seine Lieblingsmusik auf, und nach dem Dinner soll Schluss sein für immer.
Martin Schwartengräber spielt die Bombenrolle Antoines begeisternd aus. Versteht man anfangs den Versuch der Lecœrs, den ungewaschen müffelnden, großsprecherischen Selbstdarsteller loszuwerden, wird er fast liebenswert in seinem zum Schreien komischen Kampf um Pierre; in einem therapeutischen Rollentausch treibt er ihn buchstäblich bis zur Selbstentblößung. Am Ende steht ihre Freundschaft so fest wie nie; der Schuss der Lecœrs geht nach hinten los.

Osnabrück / Das Abschiedsdinner - Pierre und Claudine Lecœr planen stilvolle Trennung © Maik Reishaus

Osnabrück / Das Abschiedsdinner – Pierre und Claudine Lecœr planen stilvolle Trennung © Maik Reishaus

Oliver Meskendahl lässt bei der tragikomischen Figur des Pierre gerade dort, wo er witzelnd zur Hochform aufläuft, unaufdringlich durchscheinen, wie wenig authentisch er ist. So hat er seine Freundschaft mit Antoine runderneuert, während seine Frau nicht dabei war. Nach Antoines zweitem Abgang kommt sie voller Befriedigung über die vermeintliche Standfestigkeit ihres Gatten in das Wohnzimmer zurück; seine unnachgiebige Haltung dem Freunde gegenüber sei wichtig für ihrer beider Beziehung. An Pierres betretenem Gesicht ist abzulesen, dass er verstanden hat: mit einem nachgiebigen Waschlappen wollte sie nicht länger verheiratet sein – und er könnte das Opfer des nächsten, diesmal von ihr veranstalteten Abschiedsdinners werden. Von Clotilde, die Stephanie Schadeweg beeindruckend als mit beiden Beinen auf dem Boden der Realität stehend spielt, ist sogar eine weniger stilvolle Trennung zu erwarten.

„Das Abschiedsdinner“ zieht in der zurückhaltenden Regie Henning Bocks mit dem äußerst spielfreudigen Ensemble jede Menge Witz aus der Persiflage von modischen Psycho-Trends, Avantgarde-Theater oder Selbstoptimierungs-Strategien. Wie jede gute Komödie balanciert es aber auch dicht am Rande der Tragödie. Doch die ereignet sich erst in den Köpfen des Publikums, wenn im Theater am Domhof nach eindreiviertel Stunden mitreißender Unterhaltung der Vorhang gefallen ist. Von Hanns Butterhof

Theater am Domhof Das Abschiedsdinner: Weitere Vorstellungen:16.9.,14.10., 25.12.2016, 07.01.2017  jeweils um 19.30 Uhr

—| IOCO Kritik Theater Osnabrück |—

 

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