Chemnitz, Theater Chemnitz, Begegnungen mit Schubert, 09. bis 16.07.2014

Juli 4, 2014 by  
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Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz

Begegnungen mit Schubert

Nach den äußerst erfolgreichen „Begegnungen mit Beethoven“ im Sommer 2012 steht nun vom 9. bis 16. Juli 2014 die Musik Franz Schuberts im Zentrum der Robert-Schumann-Philharmonie. An teils ungewöhnlichen, teils erprobten Konzertorten sowie an beliebten Ausflugszielen in und um Chemnitz laden die Philharmoniker dazu ein, die Werke des so jung verstorbenen Genies intensiv zu genießen.

Franz Schubert verlieh dem Begriff „Kunstlied“ eine neue Dimension, seine Kammermusik zählt zu den Perlen der einschlägigen Literatur und seine Sinfonien weisen ihn als Schlüsselfigur nach Haydn, Mozart und Beethoven an der Schwelle zur romantischen Epoche aus. Schubert erfüllte in fast allen Punkten das Klischee vom brotlosen Künstler, der stets an der Armutsgrenze lebt, dessen Liebe zeitlebens unerfüllt bleibt und dessen Werk erst nach seinem viel zu frühen Tod erkannt wird. Kein Geringerer als Robert Schumann, der Namenspatron des Chemnitzer Orchesters, war einer der wichtigsten Entdecker von Schuberts Vermächtnis im sinfonischen Genre.

Die Robert-Schumann-Philharmonie stellt in vier Orchesterkonzerten je zwei der acht vollendeten Schubert-Sinfonien einander gegenüber, zu denen natürlich längst auch die berühmte „Unvollendete“ gezählt wird. In der Markuskirche erklingen das überaus reife Erstlingswerk des noch 16-jährigen und die 2. Sinfonie, die von Experiment und Erweiterung geprägt ist. Im Opernhaus sind die Dritte und Vierte zu hören, letztere die „Tragische“ genannt und die einzige Moll-Sinfonie Schuberts neben der „Unvollendeten“. Ein besonderes Highlight dürfte das Gespann 5. und 6. Sinfonie sein, nicht nur, weil es am Sonntagmorgen im Straßenbahnbetriebshof Adelsberg zu erleben ist, sondern auch, weil Schubert mit der melodienseligen Fünften einen Geniestreich landete und mit der Sechsten ein „Schwergewicht“ nachlieferte, die sich an Rossinis seinerzeit modernem Stil orientiert. Nach diesen sechs Jugendsinfonien versuchte sich Schubert vier Jahre an unterschiedlichen Modellen, von denen die zwei Sätze der 7. Sinfonie, der „Unvollendeten“, den höchsten Perfektionsgrad einer ganz neuen Tonsprache erreichen. Sie und die „Große C-Dur“-Sinfonie Nr. 8 sind als Schlusspunkt der „Begegnungen mit Schubert“ am 16. Juli in der Stadthalle zu hören. Alle Sinfonien werden von GMD Frank Beermann dirigiert.

In der Schlosskirche Augustusburg, im Wasserschloss Klaffenbach, in der Villa Esche und in der Wandelhalle des Chemnitzer Rathauses steht in weiteren vier Konzerten Schuberts „andere Seite“ auf dem Programm: Der Kammermusiker, Liedkomponist und Erfinder der „Schubertiaden“, jener Hausmusik- und Literatur-Abende, die ehemals im privaten Kreise begangen wurden und sich heute längst einer ungeheuren Popularität erfreuen. Zu ausgewählten Kammermusikwerken – darunter das „Forellenquintett“, das „Rosamunde“-Streichquartett und dasjenige mit dem Titel „Der Tod und das Mädchen“ – und Liedern liest der ehemalige Chemnitzer Schauspieldirektor Hartwig Albiro Auszüge aus dem Schubert-Roman von Peter Härtling. Als Liedsänger ist Andreas Kindschuh mit von der Partie.

Auch das theaterpädagogische Spielzeitprojekt „Das Lied von der Erde oder Von der Kunst des Singens“ erlebt in diesen Tagen seinen Höhepunkt in Gestalt einer Schüler-Schubertiade, bei der eine Auswahl der entstandenen Projekte vorgestellt werden.

Die Schirmherrschaft für die Begegnungen mit Schubert hat Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig übernommen.

Das Programm:

9. Juli 2014, 20.00 Uhr, Markuskirche Chemnitz
Sinfonie Nr. 1 D-Dur D 82
Sinfonie Nr. 2 B-Dur D 125

10. Juli 2014, 19.30 Uhr, Schlosskirche Augustusburg
Streichtrio B-Dur (D 581)
Sonate a-Moll für Arpeggione und Klavier (D 821)
Klavierquintett A-Dur op. posth. 114 (D 667) „Forellenquintett“

11. Juli 2014, 20.00 Uhr, Opernhaus Chemnitz
Sinfonie Nr. 3 D-Dur D 200
Sinfonie Nr. 4 c-Moll D 417 „Tragische“

12. Juli 2014, 19.30 Uhr, Rathaus Chemnitz, Wandelhalle
Streichquartett a-Moll D 804 „Rosamunde“
Streichquintett C-Dur op. posth. 163 (D 956)

13. Juli 2014, 11.00 Uhr, Straßenbahnbetriebshof Adelsberg
Sinfonie Nr. 5 B-Dur D 485
Sinfonie Nr. 6 C-Dur D 589

14. Juli 2014, 19.30 Uhr, Wasserschloss Klaffenbach
Streichquartett G-Dur op. posth. 161 (D 887)
Streichquartett d-Moll D 810 „Der Tod und das Mädchen“

15. Juli 2014, 19.30 Uhr, Villa Esche
Klaviertrio B-Dur op. posth. 99 (D 898)
Klaviertrio Es-Dur op. 100 (D 929)
Ausgewählte Lieder

16. Juli 2014, 20.00 Uhr, Stadthalle Chemnitz
Sinfonie Nr. 7 h-Moll D 759 „Unvollendete“
Sinfonie Nr. 8 C-Dur D 944 „Große C-Dur“
Dirigent: Frank Beermann
Robert-Schumann-Philharmonie
Es liest Hartwig Albiro

16. Juli 2014, 18.00 Uhr, Stadthalle Chemnitz
Schüler-Schubertiade
Abschlussveranstaltung des Spielzeitprojektes „Das Lied von der Erde oder Von der Kunst des Singens“ mit Preisverleihung
Kinder- und Jugendchor der Oper Chemnitz
Leitung: Simon Zimmermann

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Chemnitz, Theater Chemnitz, 1. Sinfoniekonzert, 19./19.09.2013

September 16, 2013 by  
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Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz

1. Sinfoniekonzert

 
18. / 19. September 2013, 20.00 Uhr in der Stadthalle Chemnitz
 
Eintritt für Kinder und Enkel (bis 18 J.) der Konzertbesucher frei
 
Pjotr I. Tschaikowsky: Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 74 „Pathétique“
 
Deutsche Erstaufführung
Bruno Maderna: Requiem für Soli, Chor und Orchester
 
Diana Tomsche, Sopran
Kathrin Göring, Alt 
Bernhard Berchtold, Tenor 
Rolf Broman, Bass
 
MDR Rundfunkchor
Einstudierung: Bart van Reyn
 
Dirigent: Frank Beermann
Robert-Schumann-Philharmonie
 
Mitschnitt durch Deutschlandradio Kultur, Ausstrahlung am 4. Oktober 2013
  
Mit einem Paukenschlag eröffnet die Robert-Schumann-Philharmonie die Konzertsaison 2013/2014: Pünktlich zum 40. Todesjahr des venezianischen Komponisten Bruno Maderna (1920-1973) erklingt sein lange verschollen geglaubtes Requiem als Deutsche Erstaufführung. Maderna gilt als eine der Säulen der Darmstädter Ferienkurse für neue Musik, doch bevor er sich der Avantgarde zuwandte, hatten seine Werke eher neoklassizistischen Charakter. Aus kurzer deutscher Gefangenschaft heimgekehrt, begann Maderna noch vor Kriegsende, ein monumentales Requiem zu entwerfen, das in seinen Dimensionen an die Pendants von Verdi oder Berlioz erinnert. Erschüttert von den Ereignissen des 2. Weltkrieges konnte er sich damals nicht vorstellen, etwas anderes zu komponieren als eine Totenmesse, gedacht als pazifistisches Manifest.
Der amerikanische Komponist und Kritiker Virgil Thomson bekam die Partitur zu Gesicht, war tief beeindruckt und versprach Maderna eine Uraufführung in den USA. Dazu kam es damals nicht, und da Maderna sich 1948 intensiver mit der Zwölftonmusik auseinanderzusetzen begann, verlor er selbst das Interesse an einer Aufführung. Erst 2009 wurde die Partitur in einem amerikanischen Archiv aufgefunden und im Teatro Fenice in Venedig uraufgeführt. 
 
Thematisch eng verknüpft, bildet die 6. Sinfonie von Pjotr I. Tschaikowsky (1840-1893) einen gewichtigen Kontrapunkt. Sie steht im Zusammenhang mit dem mysteriösen Tod des Komponisten nur 9 Tage nach der Uraufführung im Oktober 1893 in St. Petersburg. Die kontrastreiche Anlage des Werks, in der Tschaikowsky seine ganze sinfonische Meisterschaft entfaltet, mündet in ein Finale von Mahlerscher Düsternis, das durch die vorangegangene „Parade höllischer Mächte“ umso bestürzender wirkt und ein Werk von immenser Tragik beschließt – den frappierenden Abgesang eines tief unglücklichen Menschen auf Utopie und Realität des Lebens.
 
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Chemnitz, Theater Chemnitz, BEGEGNUNGEN MIT BEETHOVEN, 13./14./17./21./24./27.06.2012

Mai 30, 2012 by  
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Theater Chemnitz

BEGEGNUNGEN MIT BEETHOVEN

Die Robert-Schumann-Philharmonie spielt alle neun Sinfonien innerhalb von zwei Wochen an zum Teil außergewöhnlichen Orten

10. Sinfoniekonzert

13.  / 14. Juni 2012, 20.00 Uhr, Stadthalle Chemnitz,  Großer Saal

Ludwig van Beethoven, Sinfonie Nr. 9 d-Moll op. 125

Solisten:
Julia Bauer, Sopran
Tiina Penttinen, Alt
Bernhard Berchtold, Tenor
Oliver Zwarg, Bass

Kantorei der Kreuzkirche Chemnitz (Einstudierung: Steffen Walther)
Philharmonischer Jugendchor Dresden (Einstudierung: Jürgen Becker)

Robert-Schumann-Philharmonie
Dirigent: Frank Beermann

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827) plante seine grandiose 9. Sinfonie, die mit ihrem Finalsatz zum Vorbild für viele nachfolgende Komponisten wurde, zunächst nur als rein instrumentale Sinfonie. Erst im Verlauf der langjährigen Beschäftigung mit diesem Werk entschloss er sich, Schillers Ode „An die Freude“, die er schon mehrfach für eine separate Vertonung in Betracht gezogen hatte, für seine 9. Sinfonie heranzuziehen. Er wählte aus dem Gedicht jene Verse aus, die ihm am wichtigsten erschienen, setzte sie nach eigenem Ermessen zusammen und schuf so eines der zugleich populärsten und anspruchsvollsten Werke der Musikgeschichte. In Chemnitz bildet die Aufführung den Auftakt für die Konzertreihe „Begegnungen mit Beethoven“, in der alle neun Sinfonien von Ludwig van Beethoven innerhalb von zwei Wochen an zum Teil außergewöhnlichen Konzertorten in Chemnitz aufgeführt werden

17. Juni 2012, 10.30 Uhr, Technische Universität Chemnitz, Orangerie

Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60
Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92

21. Juni 2012, 20.00 Uhr, Kreuzkirche Chemnitz

Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36
Sinfonie Nr. 8 F-Dur op. 93

24. Juni 2012, 10.30 Uhr, Straßenbahnbetriebshof Chemnitz / Adelsberg

Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68
Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67

27. Juni 2012, 20.00 Uhr, Opernhaus

Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21
Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 „Eroica“

Robert-Schumann-Philharmonie
Dirigent: Frank Beermann

Beethoven, der schon früh als musikalisch begabtes Kind von seinen Eltern gefördert wurde, im Alter von 14 Jahren eine feste Anstellung als Hoforganist in Bonn erhielt, hatte genügend Selbstbewusstsein, um zu erkennen, dass ihn der halbherzige Unterricht des Altmeisters Haydn, den er als 22-Jähriger in Wien bekam, nicht weiter brachte. Natürlich schätzte er Haydn wegen seiner Kompositionen, aber er suchte beizeiten einen eigenen musikalischen Weg, pädagogisch unterstützt durch Albrechtsberger und Salieri, finanziell durch Mäzene wie Fürst Lichnowsky und Graf Brunswik. Es dauerte viele Jahre – Beethoven war bereits 30 Jahre alt –, bis er sich bereit fühlte, sein innerhalb anderer Gattungen wie Klaviersonate und -konzert oder Streichquartett erprobtes kompositorisches Können auf die Sinfonie anzuwenden. Mehr als 14 Jahre beschäftigten ihn seine Sinfonien Nr. 1 – 8. Dann verging fast ein Jahrzehnt bis zur Neunten, die schließlich als Gipfel einer Entwicklung erscheint, mit der Beethoven die Gattung Sinfonie revolutioniert hat.

Innerhalb der „Begegnungen mit Beethoven“ bietet sich nun nicht nur die Gelegenheit, die Robert-Schumann-Philharmonie an ungewohnten Orten zu erleben, sondern diese Entwicklung klanglich innerhalb von zwei Wochen nachvollziehen zu können.

Anschließend ist die Robert-Schumann-Philharmonie mit diesem Beethoven-Marathon im Sommer 2012 zum KlassikSommer Hamm eingeladen. Bei diesem renommierten Festival gastierte die Philharmonie unter der Leitung von Frank Beermann bereits 2009 mit mehreren Werken von Maurice Ravel.

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Chemnitz, Theater Chemnitz, Messiaens Turangalila im 9. Sinfoniekonzert, 16./17.05.2012

Mai 8, 2012 by  
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Theater Chemnitz

9. Sinfoniekonzert

16. / 17. Mai 2012, 20.00 Uhr in der Stadthalle Chemnitz

Olivier Messiaen_ Turangalîla

Solisten:
Kristi Becker, Klavier
Thomas Bloch, Ondes Martenot

Dirigent: Frank Beermann

Robert-Schumann-Philharmonie

Der Eintritt für Kinder und Enkel (bis 18 J.) der Konzertbesucher ist frei.

Turangalîla ist das Spiel um die Zeit, die durch die Sanduhr rinnt oder wie ein Pferd galoppiert.

So beschreibt Olivier Messiaen das aus dem altindischen Sanskrit stammende Wort und bezeichnet damit seine große und ungewöhnliche Orchesterkomposition.

Messiaens Sinfonie „Turangalîla“ ist so groß besetzt wie nur wenige andere sinfonische Werke und so lang wie eine Sinfonie von Anton Bruckner oder Gustav Mahler. Ein architektonisch durchkonstruiertes Werk von großer Klanggewalt: Mächtige Klangblöcke wechseln sich ab mit zart-verträumten Melodien und vertrackten Rhythmen. Spiritualität, Liebe, Natur, der Tristan-Mythos und die reiche Welt des Vogelgesanges: All diese Themen hat Olivier Messiaen in diese Sinfonie eingebracht – die auch aus dieser Mannigfaltigkeit heraus so groß orchestriert und mit zwei Solo-Partien versehen ist: Ein Klavierpart, der so aufwändig wie ein Klavierkonzert ist, und ein Part für ein elektronisches Instrument, das heute kaum noch zu finden ist: die „Ondes Martenot“ („Martenot-Wellen“). Kein Wunder also, dass sich kaum ein Orchester an dieses Werk heranwagt.

Doch in ein oder zwei Aufführungen ist die „Turangalîla“ nur ansatzweise zu erfahren. Generalmusikdirektor Frank Beermann und Theaterpädagogin Heike Vieth haben deshalb Schulen eingeladen, sich der Sinfonie in Projekten zu nähern. Seit einem halben Jahr schon arbeiten Gruppen miteinander, die in musikalischer, literarischer oder künstlerischer Form einzelne Aspekte der „Turangalîla“ zur Grundlage für eigene Werke nehmen (siehe Text: Musik- und Kunstprojekt „Turangalîla“). Die Ergebnisse werden am Tag des ersten Konzertes, am 16. Mai 2012, im Foyer der Stadthalle präsentiert.

Auch das Konzert selbst bekommt eine besondere Form: Die üblichen Einführungen finden an beiden Tagen 19.00 Uhr im Saal mit dem Orchester auf der Bühne statt, so dass einzelne Ausschnitte detailliert vorgestellt werden können. Ab 20.00 Uhr wird die Turangalîla dann vollständig zu hören sein.

Musik- und Kunstprojekt „Turangalîla“

Präsentation: 16. Mai 2012, 18.00 Uhr in der Stadthalle Chemnitz

Das Projekt mit dem wunderbaren Namen „Turangalîla“ löste unter Schülern und Lehrern spontan Neugier und Lust auf Mitwirkung aus. Gleich zu Beginn der Spielzeit strömten Lehrer verschiedenster Schulen aus Chemnitz und der Region zu einem ersten Projektgespräch ins Opernhaus, um von Frank Beermann Besonderheiten und Hintergründe der Sinfonie von Olivier Messiaen zu erfahren und den Ablauf des geplanten Projekts kennen zu lernen.

Mehr als 200 Schüler aus 9 Schulen sind seit September 2011 in das Projekt involviert, altersmäßig bunt gemischt mit Grundschulkindern, Mittelschülern, Abiturienten und Berufsschülern.

Das Ziel des „Turangalîla“-Schulprojekts besteht darin, mit der Musik von Olivier Messiaen vertraut zu werden, sie zu verstehen und aus dieser Auseinandersetzung und Kenntnis ein plastisches Werk zu entwickeln. Aber wie lässt sich die Musik mit bildender Kunst verbinden, wie musikalische in figürliche oder räumliche Dimensionen übersetzen?

Bei dieser Fragestellung halfen die Museumspädagoginnen Katharina König und Petra Reichmann und führten die Schüler durch den Skulpturensaal der Chemnitzer Kunstsammlungen. Musikalische Experimente im Raum probierten die Kinder und Jugendlichen mit Theaterpädagogin Heike Vieth im Orchesterprobenraum der Oper. Erste Ideen zu Bildern und Gegenständen konnten die jungen Leute während der kleinen „Turangalîla“-Konzerte entwickeln, denn eine Fassung der Sinfonie für nur neun Instrumente war extra für das Projekt entstanden. Während der „Turangalîla“-Rhythmus-Workshops durften sie sich wieder ausprobieren. Pianist Jeffrey Goldberg und die Schlagzeuger Frank Lange und André Schieferdecker testeten die rhythmischen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen und erklärten Messiaensche Kompositionstechniken.

Parallel zur musikalischen Annäherung an das Werk arbeiteten die Schüler an ihren Kunstobjekten, die nicht einzeln präsentiert, sondern zum Schluss als ein großes Ganzes zusammengesetzt werden und ein gemeinsames Gebilde aller Beteiligten zeigen. Dabei war die Fantasie der Schüler und Lehrer gefragt, denn jeder musste sich selbst um ein Konzept, um geeignete Materialien und Werkzeuge und um die Organisation der Treffen kümmern.

Die bildenden Künstler Wolf-Dietrich Leimcke (Chemnitz) und seine Tochter Sarah (Dresden), die mit diversen Schulprojekten bereits Erfahrungen sammeln konnten, standen allen Beteiligten permanent mit Rat und Tat zur Seite und hielten die Fäden zusammen. Wolf-Dietrich Leimcke entwickelte ein Modell für ein pyramidenähnliches Gerüst aus Holz, das als Trägerelement sämtliche künstlerische Projekte der Schüler am Ende aufnehmen soll.

Die Stimmung war bestens und die Ergebnisse fielen mit einer übermannshohen Plastik, einer Choreografie, Texten zum Liebesthema bei Messiaen und einem künstlerischen Tagebuch äußerst vielfältig aus.

Die jungen Künstler präsentieren die Ergebnisse ihrer Auseinandersetzung mit der „Turangalîla“-Sinfonie am 16. Mai, dem ersten Tag des 9. Sinfoniekonzertes, 18.00 Uhr  innerhalb einer Performance und besuchen anschließend das Konzert.

 

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