Köln, Oper Köln, Intendant Laufenberg, Köln und Palermo, IOCO Aktuell, 21.08.2013

August 21, 2013 by  
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Oper Köln

Opernhaus Köln / Oper am Dom © IOCO

Opernhaus Köln / Oper am Dom © IOCO

Schwarzer Humor, giftige Abrechnung: Theater REAL

Uwe Eric Laufenberg war Intendant der Oper Köln, von 2009 bis 2012.  Eine kurze aber auffällige Zeit, prall gefüllt mit  künstlerischen Highlights und lautstarken  Etat-Streitereien. Die wahre Bühne der Oper Köln waren die Strasse, Zeitungskolumnen, Facebook-Beiträge. Die Intendanz endete, erinnerlich, mit dem zunächst fristlosen, später fristgemäßen Rauswurf vonLaufenberg. Keine neun Monate später verließ sein städtischer Gegenspieler, Kulturdezernent Georg Quander, die Bühne: Sein Vertrag als Kulturdezernent wurde durch die Stadt Köln nicht verlängert.  Eine peinliche wie teure Kölner Posse endete. Kulturpolitik vom Schlechtesten.

Uwe E. Laufenberg bei Premierenfeier © IOCO

Uwe E. Laufenberg bei Premierenfeier © IOCO

Nun beschreibt Uwe Eric Laufenberg die Kölner Ereignisse in dem höchst launigen Buch Palermo nieder (ab 22.8.2013, STRAUSS Medien & Edition Verlag, ISBN: 978-3-943713-16-9, Epub). Übereinstimmungen mit im Kölner Raum lebenden Personen sind natürlich zufällig. Trotzdem erkennen sich Partner, Bekannte wie Gegenspieler seiner Kölschen Zeit schnell in einer humoresken, maliziösen Burleske wieder. Laufenberg-gerecht wird ein Regie-Hilfsmittel, „das mafiöse Sizilien“ eingesetzt: Köln wird zu Palermo, die Kölner Protagonisten tragen allesamt italienische Namen: Aus Laufenberg wird Tommaso Moncorrente, aus Georg Quander wird Giorgio Grigio (grauer Georg), aus Karin Baier wird Bibiana Cacciatori (Jägerin), aus dem kaufmännischen Geschaftsführer Patrick Wasserbauer wird Franco Scheletrino (Klappergerüst), Birgit Meyer  erkennt man in Silvia Rossi. Aber auch Nicht-Kölner, wie  Bernd Fülle, Verantwortlicher an Frankfurts Bühnen, wird als Piero Bossi karikiert. Meist witzig, oft überzeichnend,  teils verschroben, selten böse aggressiv.
Oper Köln / vlnr E. Tzavara, P. Wasserbauer, Intendantin Dr. Meyer, G. Kehren © IOCO

Oper Köln / vlnr E. Tzavara, P. Wasserbauer, Intendantin Dr. Meyer, G. Kehren © IOCO

Laufenbergs Zeit in Köln besaß hohen Unterhaltungwert, oft mit dem Hauch des Irren wie Surrealen, auf und neben der Bühne der Oper Köln. Laufenbergs Buch setzt pointiert  auf detaillierte, oft absurd wirkende kölsche Erfahrungen: Erotische Eskapaden, Nutzung städtischer Einrichtungen für private Anschaffungen, Wiederkehr und Verdammnis der ehemaligen Jugendliebe Silvia Rossi. Selbst Kölns OB Jürgen Roters findet sich in Palermo wieder: Als Renato Tacin „zu leicht befundener“  Bürgermeister der Stadt Palermo.

Viele Episoden sind interessant: Die Debatte um Oper und Schauspiel – sollte man das alte Haus in Köln sanieren oder besser neu bauen? Die Reise der Oper nach China und der Triumph mit Richard Wagners „Ring“.“Palermo“ am Rhein – Künftiger Staatstheater-Intendant schreibt Roman | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/kultur/palermo-am-rhein-kuenftiger-staatstheater-intendant-schreibt-roman-id8339419.html#1305958155
Viele Episoden sind interessant: Die Debatte um Oper und Schauspiel – sollte man das alte Haus in Köln sanieren oder besser neu bauen? Die Reise der Oper nach China und der Triumph mit Richard Wagners „Ring“.“Palermo“ am Rhein – Künftiger Staatstheater-Intendant schreibt Roman | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/kultur/palermo-am-rhein-kuenftiger-staatstheater-intendant-schreibt-roman-id8339419.html#1305958155
Laufenberghat wiederholt herausragendes Regietalent bewiesen. In Palermo ist Laufenberg weder wägender noch sprachgewandter Schriftsteller sondern ganz  polarisierender Regisseur. Seine Sprache klingt daher oft krass, seine Sicht der Kölner Zeit emotional, deftig, zwiespältig.

Viele Episoden sind interessant: Die Debatte um Oper und Schauspiel – sollte man das alte Haus in Köln sanieren oder besser neu bauen? Die Reise der Oper nach China und der Triumph mit Richard Wagners „Ring“.“Palermo“ am Rhein – Künftiger Staatstheater-Intendant schreibt Roman | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/kultur/palermo-am-rhein-kuenftiger-staatstheater-intendant-schreibt-roman-id8339419.html#1305958155die Wiedergabe von Dialogen überzogen langatmig. Wertungen  selbstgerecht. Doch vermeidet Laufenberg, sich mit einer fehlerlosen Aura zu umgeben: Sein Moncorrente sieht sich durchaus zwiespältig,  eigene Persönlichkeitsdefizite werden eingeräumt.
Palermo vermittelt so in satirischer Grundstruktur auf 250 Seiten, kurzweilig, angstfrei und anekdotisch, Details der Alltagswelt eines Theaters wie seines Intendanten in Schieflage.   Lesenswert, wenn auch nicht über alle seiner 250 Seiten.
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2014 übernimmt Uwe Eric Laufenberg die Intendanz des Hessischen Staatstheaters in Wiesbaden. Die zukünftigen Partner Laufenbergs in Wiesbaden werden dessen Buch und die nachkartende Kölner Aufarbeitung wenig „amused“, eher irritiert sehen.
IOCO / Viktor Jarosch / 21. August 2013
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Köln, Oper Köln, Uwe Eric Laufenberg in Kölner Entlassungsposse, IOCO Aktuell, 28.08.2012

August 28, 2012 by  
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Aktuell

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 Oper Köln / Elke Heidenreich_ Premiere Alcina © IOCO

Oper Köln / Elke Heidenreich_ Premiere Alcina © IOCO

Oper Köln / Dr Birgit Meyer, Uwe Eric Laufenberg (3.vl) © IOCO

Oper Köln / Dr Birgit Meyer, Uwe Eric Laufenberg (3.vl) © IOCO

Stadt Köln und Laufenberg beenden Führungsdebakel 

„Auf einstimmigen Beschluss des Hauptausschusses des Kölner Rates vom heutigen Montag, 27. August 2012, hat die Stadt Köln die fristlose Kündigung des mit Herrn Uwe Eric Laufenberg bestehenden Anstellungsvertrages zurückgenommen. Beide Parteien haben sich darauf geeinigt, im beiderseitigen Einvernehmen den Vertrag des Opernintendanten der Oper Köln zum 31. August 2012 aufzulösen.

Oberbürgermeister Jürgen Roters dankt Uwe Eric Laufenberg für seine herausragende künstlerische Leistung, die er in den letzten drei Jahren für Köln erbracht hat, und wünscht ihm für seine Zukunft alles Gute.“   So die dürre Pressemitteilung der Stadt Köln.

Der lange und unappetitliche Streit zwischen der Stadt Köln und  Intendant Uwe Eric Laufenberg ist damit beendet. Der Kölner Stadt-Anzeiger  berichtet, daß der Auflösungsvertrag  der am 28.8.2012 vom dem Hauptausschuss im nichtöffentlichen Teil  beschlossen wurde, eine Abfindung von € 210.000 für den Intendanten Laufenberg vorsieht. Dem Aufhebungsvertrag stimmten alle Parteien zu. Auch die CDU, welche zuvor formale Mängel  im Entlassungsverfahren Laufenberg massiv kritisierte und zur Klärung  die Bezirksregierung angerufen hatte.

Die von der Stadt Köln lautstark und vorschnell verkündete fristlose Entlassung per Ende Juni 2012 (die Oper Köln erklärte seinerzeit auf IOCO-Nachfrage: „Intendant Laufenberg ist nicht mehr im Amt„) wird nun in eine einvernehmliche Vertragsauflösung zum 31.8.2012  umgewandelt. Damit wird Rechtsklarheit  für die Nachfolgerin im Amt des Intendanten, Birgit Meyer, geschaffen. Die Stadt Köln beendet eine peinliche Entlassungsposse.

Winrich Granitzka, Vorsitzender der CDU-Fraktion und zuvor scharfer Kritiker  des Rot-Grünen Kündigungsverfahrens, erklärte auf Nachfrage gegenüber IOCO seine Erleichterung, daß eine einvernehmliche Lösung mit Uwe Eric Laufenberg erreicht wurde: „Die CDU hat dieser Aufhebungsvereinbarung ohne wenn und aber zugestimmt. Diese Vereinbarung gibt uns Raum für eine neue Orientierung„.  Unabhängig von dieser Zustimmung kritisierte Granitzka jedoch erneut formale Mängel im Kündigungsprozess, welche zukünftig ausgeschlossen werden müssen. „Die formalen Mängel verfolgen wir ungeachtet der Einigung mit Herrn Laufenberg weiter„, so Granitzka  gegenüber IOCO.

Mit dieser Verständigung wurden nur die kleinsten Probleme der Oper Köln gelöst. Die Enttäuschung von Besuchern der Premiere von My Fair Lady am 27. Oktober 2012, welche sich vergeblich auf Uwe Eric Laufenberg in der Partie des Prof. Henry Higgins gefreut haben, sind Petitesse im Vergleich zu den weiterhin ungelösten zentralen Themen der Oper Köln: Etatdifferenzen, Sanierung der Spielstätten, Spielpläne der kommenden Saisons.

Oper Köln / Intendant Uwe Eric Laufenberg nach Premiere © IOCO

Oper Köln / Intendant Uwe Eric Laufenberg nach Premiere © IOCO

 Oper Köln / Choristin Astrid Schubert verliest Petition © IOCO

Oper Köln / Choristin Astrid Schubert verliest Petition © IOCO

Erinnerlich: Die elenden Querelen zwischen der Stadt Köln und Laufenberg entstanden über die Unfähigkeit von Stadtkämmerer und Kulturdezernent Georg Quander, Uwe Eric Laufenberg einen belastbaren Opernetat bereit zu stellen. Die Oper Köln, bei  90%iger  Auslastung und großartigen Produktionen unter Uwe Eric Laufenberg, nun auf direktem Weg in künstlerische Untiefen?

IOCO / Viktor Jarosch / August 2012

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Köln, Oper Köln, Spielzeit 2012/13 in Köln gesichert, IOCO 24.05.2012

Mai 24, 2012 by  
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Oper Köln

Oper Köln © IOCO

Oper Köln © IOCO

Oper Köln / Jahrespressekonferenz - Choristin A. Schubert verliest Mitarbeiter-Petition, Laufenberg 4. vl, © IOCO

Oper Köln / Jahrespressekonferenz – Choristin A. Schubert verliest Mitarbeiter-Petition, Laufenberg 4. vl, © IOCO

Spielzeit 2012/2013 der Oper Köln gesichert
Defizite müssen innerhalb von fünf Jahren abgebaut werden

In einer Gesprächsrunde am 23. Mai 2012 bei OB Jürgen Roters wurde Einvernehmen über die Durchführung der Spielzeit 2012/2013 der Oper der Bühnen der Stadt Köln erzielt.

An dem Gespräch nahmen auch der Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Rolf Bolwin, Kulturdezernent Professor Georg Quander, Opernintendant Uwe Eric Laufenberg, der geschäftsführende Direktor der Bühnen der Stadt Köln, Patrick Wasserbauer, und der Generalmusikdirektor des Gürzenich-Orchesters, Markus Stenz, teil.

Basis für die Umsetzung des Spielplans 2012/2013 sind die Inhalte der vom Rat am 15. Mai 2012 genehmigten Dringlichkeitsentscheidung, die für den Spielbetrieb der Oper einen Betriebskostenzuschuss von rund 32 Millionen Euro vorsieht. Für in der Spielzeit 2012/2013 auflaufende Defizite ist eine Rückzahlungsverpflichtung innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren vorgesehen. Zusätzlich sehen die Beteiligten für die Oper bezogen auf die Spielzeit 2012/2013 ein Konsolidierungspotenzial von rund 500.000 Euro über Einnahmesteigerungen und Einsparungen im Sachaufwand der Oper.

Vor diesem Hintergrund kann die Spielzeit 2012/2013 nach Vorstellungen von Intendanten Uwe Eric Laufenberg umgesetzt werden.

Die Gesprächsteilnehmer folgten damit einer Empfehlung des Direktors des Deutschen Bühnenvereins, Rolf Bolwin. Dieser hatte vor der Absage einer Produktion nachdrücklich gewarnt. In Anbetracht des hohen Spardrucks war zuletzt insbesondere die Absage der Produktionen Die Gezeichneten und   Il Trittico  in den Mittelpunkt der Diskussionen gerückt. Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile in einer höchst komplexen Gemengelage wäre der mit einer Absage verbundene finanzielle und ideelle Schaden für die Stadt Köln deutlich höher als die Umsetzung des Spielplans verbunden mit einem Ausschöpfen aller in Betracht zu ziehenden Einsparpotenziale.

Einigkeit bestand darüber, dass mit der Absage zweier Produktionen – abgesehen vom ideellen Schaden – angesichts der bestehenden vertraglichen Vereinbarungen und von der Oper gemachten Zusagen unter Verrechnung der entstehenden Einnahmeverluste lediglich Einsparungen in Höhe von maximal 350.000 Euro zu erzielen wären. Darüber hinaus würden durch diese Maßnahme die Dirigate des Generalmusikdirektors in erheblichem Umfang reduziert werden.

Sich eventuell ergebende Liquiditätsengpässe sollen durch die Aufnahme von Kassenkrediten ausgeglichen werden. Die Entscheidung über die Festsetzung des Höchstbetrages des Kassenkredites ist vom Rat im Rahmen der Beschlussfassung über den Wirtschaftsplan zu treffen. Die Finanzplanung für die Spielzeiten 2013/2014 und folgende wird sich an der Höhe des Betriebskostenzuschusses für die Spielzeit 2012/2013 orientieren. Entsprechend werden die Bühnen in Abstimmung mit dem Bühnenverein ein Konzept für die Durchführung der Spielzeiten 2013/14 und folgende erarbeiten.

Zudem soll eine Kulturberatungsfirma beauftragt werden, bei den Bühnen der Stadt Köln eine Wirtschaftlichkeits- und Organisationsuntersuchung gerade im Hinblick auf die Struktur der Häuser nach erfolgter Sanierung durchzuführen.

Pressemeldung der Stadt Köln vom 23.5.2012

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