Köln, Oper Köln, Sanierungsdauer 10 Jahre – €570 Mio, IOCO Aktuell, 03.07.2017

Juli 4, 2017 by  
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Oper Köln

 Köln / Interimspiestaette StaatenHaus Oper Köln © Petra Moehle

Köln / Interimspiestaette StaatenHaus Oper Köln © Petra Moehle

 Oper Köln am Offenbachplatz – K-Eine Satire

2013 – 2022: ZEHN JAHRE SANIERUNG

Von Viktor Jarosch

Stadt Köln: „Schlüsselübergabe soll 2022 erfolgen; die prognostizierten Kosten liegen zwischen 545 und 570 Millionen Euro“

StaatenHausKöln -Oper Köln / 60 Jahr Feier mit Frau Dr. Birgit Meyer © IOCO

StaatenHausKöln -Oper Köln / 60 Jahr Feier mit Frau Dr. Birgit Meyer © IOCO

60 Jahre Oper Köln am Offenbachplatz feierte IOCO mit vielen Kölnern am 11.3.2017 in Köln. Die Feier „60 Jahre Oper Köln am Offenbachplatz“ fand allerdings in der Ersatzspielstätte StaatenHaus statt, das Stammhaus der Oper Köln ist bekanntlich seit 2013 geschlossen. Dr. Birgit Meyer, Intendantin der Oper Köln, zeigte sich in der Feier vor  Gästen, Politikern und Verantwortlichen der Stadt Köln wie Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach in bester Laune: „Wir feiern 60 Jahre Oper Köln am Offenbachplatz. Selbst wenn die Lage schwierig ist und anders als gedacht…..Ich begrüße zu unserer heutigen Veranstaltung……Eine große Ehre…!“. Nichts sagten Meyer wie anschließende Festredner zur Wiedereröffnung der Oper Köln am Offenbachplatz! Man feierte, man war ganz Kölner!

Dr. Karl Zieseniß, 103 Jahre alter Zeitzeuge und von 1954 bis 1979 Verwaltungs-direktor der Bühnen Köln störte die schöne Feier; fordernder, konkreter als Intendantin Dr. Meyer: Man möge bald in das sanierte Theater am Offenbachplatz einziehen, denn „ich möchte mir das noch ansehen, und zwar nicht vom Himmelspötzke!“.

Herr Dr. Ziesenitz wurde nun, vier Monate nach jener schönen Feier, erhört:  Die Stadt Köln nannte zur Wiedereröffnung der Oper Köln  am Offenbachplatz am 30.6.2017 einen Termin:

  Oper Köln Wiedereröffnung: 4. Quartal 2022

Gesamtkosten der Schließung €800 Millionen

Herr Dr. Karl Ziesenitz wird 2022 108 Jahre sein, die Sanierung der Oper Köln wird dann knapp zehn Jahre gedauert haben und nahezu €600 Millionen gekostet haben; wenn diese Zahl nur stimmt. Die von der Stadt Köln genannten Kosten von €600 Millionen enthalten nicht die Mehrkosten für den bestehenden operativen Opernbetrieb für Logistik, Anmietung von Interimspielstätten und entgangene Einnahmen durch geringeren Kartenverkauf. Eine Gesamtkostenrechnung der fast zehnjährigen Schließung der Oper Köln beziffert IOCO auf €800 Millionen!  Man zupft sich also am Ohr, zaudert, zweifelt, ob Köln tatsächlich noch in einem modernen Industrieland  liegt oder doch jenseits des……

Im Folgenden die vollständige Pressemitteilung der Stadt Köln und Floskeln der Kölner Führungskräfte zum Status der Oper Köln:

Oper Köln am Offenbachplatz in der Sanierung © IOCO

Oper Köln am Offenbachplatz in der Sanierung © IOCO

„Schlüsselübergabe soll 2022 erfolgen, die prognostizierten Kosten liegen zwischen 545 und 570 Millionen Euro“

„Für eine erfolgreiche Wiedereröffnung des Bühnenensembles ist eine umfassende Neuplanung der Technischen Ausstattung (Haustechnik) unumgänglich. Da diese Rückbaumaßnahmen nach sich zieht, rechnen die Bühnen durch entsprechende Bauzeitverlängerungen mit einer Fertigstellung im 4. Quartal 2022 und einem notwendigen Budget in Höhe von 545 bis 570 Millionen Euro. Die Berechnungen beinhalten das Ziel, die bereits eingebaute Technik soweit möglich weiter zu nutzen.

Oper Köln / Interimspielstätte Musical Dome © IOCO

Oper Köln / Interimspielstätte Musical Dome © IOCO

Der Technische Betriebsleiter Bernd Streitberger betrachtet die vorgelegten begründeten Annahmen als verlässlich und robust.

Hinter uns liegen sechs Monate intensiver Recherche, Berechnungen und Diskussion. Im Ergebnis steckt die Expertise von mehr als 50 Spezialisten, die die Annahmen mittragen. Wir sind uns sicher, dass wir mit den aufgezeigten Perspektiven, die bestmögliche, umsetzbare Balance aus größtmöglicher Qualität, kürzester Bauzeit zu geringstmöglichen Kosten ermittelt haben. Natürlich verstehen wir, dass die schiere Wucht der Zahlen zunächst für Diskussionen sorgen wird. Unsere Aufgabe war es aber, aus einer realistischen Zustandsbeschreibung der Baustelle zu einer realistischen Projektperspektive zu kommen. Diesen Auftrag haben wir erfüllt, auch wenn wir selbstverständlich wissen, dass sich viele Menschen ein anderes Ergebnis erhofft haben. Bei den vorgelegten Annahmen handelt es sich also um eine nach heutigem Stand realistische Perspektive, in die wir die relevanten Risiken entsprechend eingerechnet haben,

so der Technische Betriebsleiter. Die Bühnen werden eine weitere Konkretisierung dieser Prognosen nach Abschluss der Leistungsphase 3 (Entwurfsplanung) zum Ende des 1. Quartals 2019 vorlegen.

Oper Köln / Interimspielstaette Palladium © IOCO

Oper Köln / Interimspielstaette Palladium © IOCO

Die Zustandsfeststellung unterstreicht aus Sicht der Bühnen auch, dass die Anstrengungen zur Entwicklung nachhaltiger Projektstrukturen zu belegbaren Fortschritten geführt haben:

Ohne die neu eingeführten Instrumente wie systematisches Kostenmanagement, Terminmanagement, Gegenforderungsmanagement und die Firmengespräche könnten wir diese Zahlen, so schwierig sie in ihrer Dimension auch sind, heute nicht vorlegen,

erläutert Streitberger.

Der große Aufwand, den wir bei der personellen Neuaufstellung zentraler Stellen im Projekt betrieben haben, ist jetzt schon gerechtfertigt,

resümiert Streitberger.  Dementsprechend positiv fällt seine Prognose zur Zukunft der Sanierung aus:

Wir haben uns alle strukturellen, personellen und planerischen Voraussetzungen für ein Gelingen des Projekts erarbeitet. Es hat sich kein technisches Problem gefunden, das wir nicht planerisch lösen können. Die Bühnensanierung ist also, trotz aller momentanen Probleme, im beschriebenen Rahmen möglich und machbar.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker betont:

Als ich meine Arbeit als Oberbürgermeisterin aufgenommen habe, war es eine meiner ersten Amtshandlungen, Transparenz in der verfahrenen Situation bei der Bühnensanierung herzustellen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, das Projekt wieder in geordnetes Fahrwasser zu bringen. Ich habe Bernd Streitberger als Technischen Betriebsleiter gewonnen, ein professionelles Projektmanagement wurde aufgebaut. Ihm und seinem Team ist es gelungen, das völlig verknotete Knäuel zu entwirren und den Faden zur Fertigstellung dieses bedeutenden Kulturprojekts wieder aufzunehmen. Eine erfolgreiche Sanierung ist technisch möglich und realistisch machbar.

 

Oper Köln / Ex - Intendant Uwe Eric Laufenberg - 2013 Gefeuert wegen Etatunklarheiten_Heute Intendant in Wiesbaden © IOCO

Oper Köln / Ex – Intendant Uwe Eric Laufenberg – 2013 Gefeuert wegen Etatunklarheiten_Heute Intendant in Wiesbaden © IOCO

Oper und Schauspiel stehen auch für die verlängerte Bauzeit die Interims-Spielstätten Staatenhaus und Carlswerk weiter zur Verfügung, wie der Geschäftsführende Direktor Patrick Wasserbauer mitteilte:

Die Bühnen Köln mit ihren rund 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden alles tun, um die kommenden Jahre bis zur Wiedereröffnung weiterhin kreativ und auf hohem künstlerischen Niveau zu nutzen, so dass wir am Ende sagen können: Wir haben das Beste aus dieser für uns alle prägenden Dekade gemacht!,

 Opernintendantin Dr. Birgit Meyer erklärt zur aktuellen Situation:

Wir hatten natürlich alle gehofft, dass die Rückkehr an den Offenbachplatz früher passieren könnte, denn die Menschen verbinden mit dem Offenbachplatz „ihre“ Oper. Das gilt auch für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses. Nun wissen wir also, dass wir langfristig für das Staatenhaus planen müssen. Wie gut diese Spielstätte funktionieren kann, wenn man Opernproduktionen speziell auf ihre technischen und baulichen Gegebenheiten hin ausrichtet, ist ja mittlerweile hinlänglich bewiesen worden, nicht nur bei ,Falstaff‘ und ,Turandot‘. Wir sind uns sicher, dass das Sanierungsteam alles tut, um schnellstmöglich zur Wiedereröffnung am Offenbachplatz zu kommen.

Schauspiel-Intendant Stefan Bachmann zum verlängerten Interim:

Ich habe Vertrauen in das Team von Herrn Streitberger und hoffe sehr, dass heute endlich ein Wendepunkt für dieses Projekt erreicht ist. Auch meine Mitarbeiter und ich sind natürlich sehr enttäuscht, dass es noch so lange dauern wird, bis das Schauspiel wieder an den Offenbachplatz in der Innenstadt zurückzieht. Ein Theater braucht ein intaktes Zuhause im Zentrum der Stadt. Immerhin ist es tröstlich, dass wir mit dem Carlswerk in Mülheim eine Spielstätte haben, die wir in den vergangenen Jahren zu einem besonderen urbanen Ort entwickelt haben, der vom Publikum hervorragend angenommen wird und für die Stadt große Bedeutung erlangt hat.“

So die vollständige Pressemitteilung der Stadt Köln vom 30.6.2017.

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Köln, Oper Köln, Xavier Roth neuer Generalmusikdirektor – ab 2015, IOCO Aktuell, 28.02.2014

März 2, 2014 by  
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Oper Köln

Oper Köln, Oper am Dom und Parsifal © IOCO

Oper Köln, Oper am Dom und Parsifal © IOCO

 Konzertdirigent  wird  GMD der Oper Köln

Die Besetzung des Generalmusikdirektors der Oper Köln lief alles andere als rund. Der derzeitige Funktionsinhaber Markus Stenz hatte bereits im Sommer 2012, während der Turbulenzen um den ex-Intendanten Uwe Eric Laufenberg, erklärt, seinen Vertrag  im Herbst 2014 zu beenden. Dr. Birgit Meyer wurde als Intendantin der Oper Köln bis 2017 bestätigt, doch mit der Bestellung eines neuen Generalmusikdirektor hakt es seit Jahren.
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Dabei wurde  Francois-Xaver Roth, 42, Chefdirigent des SWR-Sinfonieorchesters in Freiburg und Baden-Baden, seit Monaten als erster Kandidat für den GMD-Posten gehandelt. Doch Roth hatte es nicht eilig nach Köln zu kommen. Einen seit November 2013 vorliegenden Vertragsentwurf unterzeichnete Roth nicht, die Stadt Köln äußerte sich nicht. Bekannt wurde jedoch, daß Roth auf Bühnen-unüblichen Nachbesserungen beharrte, welche Position und Rechte der gerade erst bestellten Intendantin Meyer nachhaltig geschwächt hätten.
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Oper Koeln / Offenbachplatz Ein Sanierungsfall © IOCO

Oper Koeln / Offenbachplatz Ein Sanierungsfall © IOCO

Langwierige Verhandlungen folgten, der Deutsche Bühnenverein intervenierte, „drei kleine stilistische Veränderungen“ wurden vollzogen und gebaren am 11. Februar 2014 eine angestrengt wirkende EinigungRoths mit der Stadt Köln. Danach wird Roth ab Herbst 2015 GMD der Oper Köln. Die Spielzeit 2014/15 wird die Oper Köln ohne GMD bestehen müssen, mehr als ein Wermutstropfen für die sich gerade neu ausrichtende Intendantin Birgit Meyer. Verhandlungsführerin der Stadt Köln undBeigeordnete für Kunst und Kultur, Susanne Laugwitz-Aulbach jubelte trotzdem pflichtgemäß: „Es ist sehr erfreulich, dass sich François-Xavier Roth entschieden hat, nach Köln zu kommen. Es ist uns damit gelungen, einen außergewöhnlichen Künstler für das Gürzenich-Orchester und die Oper Köln zu gewinnen. Ich bin überzeugt, dass wir mit ihm eine erfolgreiche Ära in Köln erleben werden.“ Auch Jürgen Roters ist  froh gestimmt:  „Ich bin überzeugt, dass er den großen Aufschwung, den das Gürzenich-Orchester unter Markus Stenz genommen hat, fortführt und noch weiter verstärkt. Dafür wünsche ich ihm allen Erfolg.“ Roths erste Saison fällt mit der für Herbst 2015 geplanten Neueröffnung des Kölner Opernhauses zusammen. Die politischen Organe der Stadt müssen der Entscheidung noch zustimmen. 

Francois-Xavier Roth wurde 1971 in Paris geboren. 2011 wurde er Chefdirigent des SWR-Sinfonieorchesters in Freiburg. Daneben leitete Roth Gastdirigate in Wales, Paris, Helsinki, Liège. Wenig Erfahrung kann Roth bisher als Operndirigent vorweisen. Bekannt ist auch, daß Roth in den zahlreichen vergangenen Fusionsgesprächen seines SWR mit dem Radio Sinfonieorchester Stuttgart (ab 2016 neuer Sitz Stuttgart) ungut massiv auftrat. In Köln muß Roth also noch beweisen, daß er ein guter Konzert-  und  Operndirigent ist und gemeinsam mit Birgit Meyer ein erfolgreiches Führungsteam bilden kann. Die geschundenen Mitarbeiter der Oper Köln hätten dies wahrhaft verdient.   IOCO / Viktor Jarosch / 28,02.2014
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Köln, Oper Köln, Intendant Laufenberg, Köln und Palermo, IOCO Aktuell, 21.08.2013

August 21, 2013 by  
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Oper Köln

Opernhaus Köln / Oper am Dom © IOCO

Opernhaus Köln / Oper am Dom © IOCO

Schwarzer Humor, giftige Abrechnung: Theater REAL

Uwe Eric Laufenberg war Intendant der Oper Köln, von 2009 bis 2012.  Eine kurze aber auffällige Zeit, prall gefüllt mit  künstlerischen Highlights und lautstarken  Etat-Streitereien. Die wahre Bühne der Oper Köln waren die Strasse, Zeitungskolumnen, Facebook-Beiträge. Die Intendanz endete, erinnerlich, mit dem zunächst fristlosen, später fristgemäßen Rauswurf vonLaufenberg. Keine neun Monate später verließ sein städtischer Gegenspieler, Kulturdezernent Georg Quander, die Bühne: Sein Vertrag als Kulturdezernent wurde durch die Stadt Köln nicht verlängert.  Eine peinliche wie teure Kölner Posse endete. Kulturpolitik vom Schlechtesten.

Uwe E. Laufenberg bei Premierenfeier © IOCO

Uwe E. Laufenberg bei Premierenfeier © IOCO

Nun beschreibt Uwe Eric Laufenberg die Kölner Ereignisse in dem höchst launigen Buch Palermo nieder (ab 22.8.2013, STRAUSS Medien & Edition Verlag, ISBN: 978-3-943713-16-9, Epub). Übereinstimmungen mit im Kölner Raum lebenden Personen sind natürlich zufällig. Trotzdem erkennen sich Partner, Bekannte wie Gegenspieler seiner Kölschen Zeit schnell in einer humoresken, maliziösen Burleske wieder. Laufenberg-gerecht wird ein Regie-Hilfsmittel, „das mafiöse Sizilien“ eingesetzt: Köln wird zu Palermo, die Kölner Protagonisten tragen allesamt italienische Namen: Aus Laufenberg wird Tommaso Moncorrente, aus Georg Quander wird Giorgio Grigio (grauer Georg), aus Karin Baier wird Bibiana Cacciatori (Jägerin), aus dem kaufmännischen Geschaftsführer Patrick Wasserbauer wird Franco Scheletrino (Klappergerüst), Birgit Meyer  erkennt man in Silvia Rossi. Aber auch Nicht-Kölner, wie  Bernd Fülle, Verantwortlicher an Frankfurts Bühnen, wird als Piero Bossi karikiert. Meist witzig, oft überzeichnend,  teils verschroben, selten böse aggressiv.
Oper Köln / vlnr E. Tzavara, P. Wasserbauer, Intendantin Dr. Meyer, G. Kehren © IOCO

Oper Köln / vlnr E. Tzavara, P. Wasserbauer, Intendantin Dr. Meyer, G. Kehren © IOCO

Laufenbergs Zeit in Köln besaß hohen Unterhaltungwert, oft mit dem Hauch des Irren wie Surrealen, auf und neben der Bühne der Oper Köln. Laufenbergs Buch setzt pointiert  auf detaillierte, oft absurd wirkende kölsche Erfahrungen: Erotische Eskapaden, Nutzung städtischer Einrichtungen für private Anschaffungen, Wiederkehr und Verdammnis der ehemaligen Jugendliebe Silvia Rossi. Selbst Kölns OB Jürgen Roters findet sich in Palermo wieder: Als Renato Tacin „zu leicht befundener“  Bürgermeister der Stadt Palermo.

Viele Episoden sind interessant: Die Debatte um Oper und Schauspiel – sollte man das alte Haus in Köln sanieren oder besser neu bauen? Die Reise der Oper nach China und der Triumph mit Richard Wagners „Ring“.“Palermo“ am Rhein – Künftiger Staatstheater-Intendant schreibt Roman | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/kultur/palermo-am-rhein-kuenftiger-staatstheater-intendant-schreibt-roman-id8339419.html#1305958155
Viele Episoden sind interessant: Die Debatte um Oper und Schauspiel – sollte man das alte Haus in Köln sanieren oder besser neu bauen? Die Reise der Oper nach China und der Triumph mit Richard Wagners „Ring“.“Palermo“ am Rhein – Künftiger Staatstheater-Intendant schreibt Roman | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
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Laufenberghat wiederholt herausragendes Regietalent bewiesen. In Palermo ist Laufenberg weder wägender noch sprachgewandter Schriftsteller sondern ganz  polarisierender Regisseur. Seine Sprache klingt daher oft krass, seine Sicht der Kölner Zeit emotional, deftig, zwiespältig.

Viele Episoden sind interessant: Die Debatte um Oper und Schauspiel – sollte man das alte Haus in Köln sanieren oder besser neu bauen? Die Reise der Oper nach China und der Triumph mit Richard Wagners „Ring“.“Palermo“ am Rhein – Künftiger Staatstheater-Intendant schreibt Roman | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/kultur/palermo-am-rhein-kuenftiger-staatstheater-intendant-schreibt-roman-id8339419.html#1305958155die Wiedergabe von Dialogen überzogen langatmig. Wertungen  selbstgerecht. Doch vermeidet Laufenberg, sich mit einer fehlerlosen Aura zu umgeben: Sein Moncorrente sieht sich durchaus zwiespältig,  eigene Persönlichkeitsdefizite werden eingeräumt.
Palermo vermittelt so in satirischer Grundstruktur auf 250 Seiten, kurzweilig, angstfrei und anekdotisch, Details der Alltagswelt eines Theaters wie seines Intendanten in Schieflage.   Lesenswert, wenn auch nicht über alle seiner 250 Seiten.
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2014 übernimmt Uwe Eric Laufenberg die Intendanz des Hessischen Staatstheaters in Wiesbaden. Die zukünftigen Partner Laufenbergs in Wiesbaden werden dessen Buch und die nachkartende Kölner Aufarbeitung wenig „amused“, eher irritiert sehen.
IOCO / Viktor Jarosch / 21. August 2013
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Köln, Oper Köln, Uwe Eric Laufenberg in Kölner Entlassungsposse, IOCO Aktuell, 28.08.2012

August 28, 2012 by  
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Aktuell

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 Oper Köln / Elke Heidenreich_ Premiere Alcina © IOCO

Oper Köln / Elke Heidenreich_ Premiere Alcina © IOCO

Oper Köln / Dr Birgit Meyer, Uwe Eric Laufenberg (3.vl) © IOCO

Oper Köln / Dr Birgit Meyer, Uwe Eric Laufenberg (3.vl) © IOCO

Stadt Köln und Laufenberg beenden Führungsdebakel 

„Auf einstimmigen Beschluss des Hauptausschusses des Kölner Rates vom heutigen Montag, 27. August 2012, hat die Stadt Köln die fristlose Kündigung des mit Herrn Uwe Eric Laufenberg bestehenden Anstellungsvertrages zurückgenommen. Beide Parteien haben sich darauf geeinigt, im beiderseitigen Einvernehmen den Vertrag des Opernintendanten der Oper Köln zum 31. August 2012 aufzulösen.

Oberbürgermeister Jürgen Roters dankt Uwe Eric Laufenberg für seine herausragende künstlerische Leistung, die er in den letzten drei Jahren für Köln erbracht hat, und wünscht ihm für seine Zukunft alles Gute.“   So die dürre Pressemitteilung der Stadt Köln.

Der lange und unappetitliche Streit zwischen der Stadt Köln und  Intendant Uwe Eric Laufenberg ist damit beendet. Der Kölner Stadt-Anzeiger  berichtet, daß der Auflösungsvertrag  der am 28.8.2012 vom dem Hauptausschuss im nichtöffentlichen Teil  beschlossen wurde, eine Abfindung von € 210.000 für den Intendanten Laufenberg vorsieht. Dem Aufhebungsvertrag stimmten alle Parteien zu. Auch die CDU, welche zuvor formale Mängel  im Entlassungsverfahren Laufenberg massiv kritisierte und zur Klärung  die Bezirksregierung angerufen hatte.

Die von der Stadt Köln lautstark und vorschnell verkündete fristlose Entlassung per Ende Juni 2012 (die Oper Köln erklärte seinerzeit auf IOCO-Nachfrage: „Intendant Laufenberg ist nicht mehr im Amt„) wird nun in eine einvernehmliche Vertragsauflösung zum 31.8.2012  umgewandelt. Damit wird Rechtsklarheit  für die Nachfolgerin im Amt des Intendanten, Birgit Meyer, geschaffen. Die Stadt Köln beendet eine peinliche Entlassungsposse.

Winrich Granitzka, Vorsitzender der CDU-Fraktion und zuvor scharfer Kritiker  des Rot-Grünen Kündigungsverfahrens, erklärte auf Nachfrage gegenüber IOCO seine Erleichterung, daß eine einvernehmliche Lösung mit Uwe Eric Laufenberg erreicht wurde: „Die CDU hat dieser Aufhebungsvereinbarung ohne wenn und aber zugestimmt. Diese Vereinbarung gibt uns Raum für eine neue Orientierung„.  Unabhängig von dieser Zustimmung kritisierte Granitzka jedoch erneut formale Mängel im Kündigungsprozess, welche zukünftig ausgeschlossen werden müssen. „Die formalen Mängel verfolgen wir ungeachtet der Einigung mit Herrn Laufenberg weiter„, so Granitzka  gegenüber IOCO.

Mit dieser Verständigung wurden nur die kleinsten Probleme der Oper Köln gelöst. Die Enttäuschung von Besuchern der Premiere von My Fair Lady am 27. Oktober 2012, welche sich vergeblich auf Uwe Eric Laufenberg in der Partie des Prof. Henry Higgins gefreut haben, sind Petitesse im Vergleich zu den weiterhin ungelösten zentralen Themen der Oper Köln: Etatdifferenzen, Sanierung der Spielstätten, Spielpläne der kommenden Saisons.

Oper Köln / Intendant Uwe Eric Laufenberg nach Premiere © IOCO

Oper Köln / Intendant Uwe Eric Laufenberg nach Premiere © IOCO

 Oper Köln / Choristin Astrid Schubert verliest Petition © IOCO

Oper Köln / Choristin Astrid Schubert verliest Petition © IOCO

Erinnerlich: Die elenden Querelen zwischen der Stadt Köln und Laufenberg entstanden über die Unfähigkeit von Stadtkämmerer und Kulturdezernent Georg Quander, Uwe Eric Laufenberg einen belastbaren Opernetat bereit zu stellen. Die Oper Köln, bei  90%iger  Auslastung und großartigen Produktionen unter Uwe Eric Laufenberg, nun auf direktem Weg in künstlerische Untiefen?

IOCO / Viktor Jarosch / August 2012

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