Duisburg, Deutsche Oper am Rhein, Mercatorhalle – Neuer Spielort – Bis Juni 2019

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Deutsche Oper am Rhein

Theater Duisburg © IOCO

Theater Duisburg © IOCO

 Wasserschaden im Theater Duisburg

 GötterdämmerungDon Carlo – Konzertant in Mercatorhalle

Infolge des Wasserschadens (IOCO berichtete, link HIER) vom 05. April 2019, werden die große Bühne und die bühnentechnischen Anlagen im Theater Duisburg auch den Mai 2019 hindurch nicht einsatzfähig und bespielbar sein. Dennoch wird es in den nächsten Wochen zahlreiche Opernhighlights in Duisburg geben: Die Deutsche Oper am Rhein weicht mit acht ihrer neun geplanten Vorstellungen in die benachbarte Mercatorhalle aus.

Termin für Bespielbarkeit der Bühne zur Zeit nicht gegeben

Die Neuinszenie­rung von Richard Wagners Götter­dämme­rung am 5. Mai (Premiere) und am 12. Mai, Giuseppe Verdis Oper Don Carlo am 10. und 17. Mai sowie die vier Vorstellungen des „Ring“-Zyklus vom 23. Mai bis 2. Juni 2019 werden in hochkarätiger Besetzung konzertant gegeben. Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit. Lediglich die Absage des Ballettabends b.38 am 18. Mai ist unumgänglich, da eine geeignete Ersatzspielstätte hierfür nicht gefunden werden konnte. Die Deutsche Oper am Rhein setzt sich mit den Karteninhabern in Verbindung.

Deutsche Oper am Rhein / Generalmusikdirektor Axel Kober dirigiert Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ in der Mercatorhalle Duisburg © Susanne Diesner

Deutsche Oper am Rhein / Generalmusikdirektor Axel Kober dirigiert Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ in der Mercatorhalle Duisburg © Susanne Diesner

Christoph Meyer, Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein: „Wir machen aus der Not eine Tugend. Nachdem wir lange um die Premiere der Götterdämmerung, um den Ring-Zyklus und Don Carlo bangen mussten, freuen wir uns jetzt sehr auf außergewöhnliche musikalische Abende im Konzertsaal. Die Duisburger Philharmoniker und unser Sänger­ensemble konzentrieren sich unter der Leitung unseres Generalmusikdirek­tors Axel Kober ganz auf die rein musikalische Darbietung, für die bereits intensiv geprobt wird.

Premiere der Götterdämmerung erfolgt konzertant

Als Wagner-Interpreten sind in der Mercatorhalle u. a. James Rutherford (Wotan / Der Wanderer), Corby Welch (Siegfried), Linda Watson und Alexandra Petersamer (Brünnhilde), Sarah Ferede (Sieglinde/Waltraute), Stefan Heide­mann (Alberich), Cornel Frey (Mime), Sami Luttinen (Hagen), Richard Šveda (Gunther) und Anke Krabbe (Gutrune) zu hören.

Auch Verdis Oper Don Carlo findet – ebenfalls hochkarätig besetzt – in konzertanter Form statt. Im Kampf um Macht und Freiheit stehen sich am 10. und 17. Mai  Bogdan Taloc (Filippo II.), Eduardo Aladrén (Don Carlo), Bogdan Baciu (Rodrigo di Posa), Olesya Golovneva (Elisabetta), Sarah Ferede (Principessa di Eboli) und Hans-Peter König (Großinquisitor) gegenüber. Die Duisburger Philharmoniker spielen unter der Leitung von Nicholas Carter.

Thomas Krützberg, Kulturdezernent der Stadt Duisburg: „Die Folgen des immensen Wasserschadens sind noch nicht ganz absehbar, ich bin aber sehr froh, dass es uns gemeinsam gelingt, das kulturelle Angebot in unserer Stadt weitgehend aufrecht zu erhalten. Die Mercatorhalle ist ein hervorragender Konzertsaal, in dem die Duisburger Philharmoniker und das Ensemble der Deutschen Oper am Rhein den „Ring des Nibelungen“ und „Don Carlo“ sicher zu einem großen musikalischen Erlebnis machen.“

Noch ist unklar, wann die große Bühne im Theater Duisburg wieder bespielbar sein wird. Aussagen über die Realisierbarkeit der Vorstellungen ab Anfang Juni können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht getroffen werden.

Tickets und weitere Informationen zu allen Aufführungen sind erhältlich bei der Theaterkasse Duisburg (Tel. 0203.283 62 100), im Opernshop Düsseldorf (Tel. 0211.89 25 211) und online auf www.operamrhein.de.

Die Aufführungen in der Mercatorhalle Duisburg:
So 05.05. – 17.00 Uhr:    GÖTTERDÄMMERUNG (Premiere)
Fr 10.05. – 19.30 Uhr:     Don Carlo
So 12.05. – 17.00 Uhr:    Götterdämmerung
Fr 17.05. – 19.30 Uhr:     Don Carlo
Do 23.05. – 19.30 Uhr:   Das Rheingold
So 26.05. – 17.00 Uhr:    Die Walküre
Do 30.05. – 17.00 Uhr:   Siegfried
So 02.06. – 17.00 Uhr:    Götterdämmerung
Sa 18.05. – 19.30 Uhr:    Ballett am Rhein: b.38 – ENTFÄLLT

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Duisburg |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Demis Volpi – 2020 neuer Ballettdirektor, IOCO Aktuell, 19.03.2019

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Demis Volpi, 2020 – Direktor des Ballett am Rhein

  – Paukenschlag – oder – die Rückkehr des abendfüllenden Handlungsballetts –

von Viktor Jarosch

Der Aufsichtsrat der Deutschen Oper am Rhein bestellte am 15.3.2019 einstimmig den deutsch-argentinier Demis Volpi, 33, ab Herbst 2020 zum neuen Ballettdirektor und Chefchoreograph des Ballett am Rhein. Volpi wird Nachfolger von Martin Schläpfer, der 2020 als Ballettdirektor an die Staatsoper Wien wechselt. Der unterzeichnete Vertrag hat eine Laufzeit von vier Jahren. Mit Volpi kündigt sich ein Gezeitenwechsel an, welcher die Vielfältigkeit und Attraktivität des Ballett am Rhein und auch der Rheinoper nachhaltig steigern kann.   

Intendant Christoph Meyer stellte am 15.3.2019 in Anwesenheit der Kulturdezernenten von Düsseldorf und Duisburg, Demis Volpi, 33, als kommenden Direktor des Ballett am Rhein der Öffentlichkeit vor. Mit der Nominierung war Meyer ein überraschender wie überzeugender Coup gelungen, deutet diese Bestellung doch, über die Person Volpi hinausgehend, einen Gezeitenwechsel, eine Modernisierung der Ausrichtung des Ballett am Rhein und ein vielfältigeres Spielplanangebot der Rheinoper an.

Deutsche Oper am Rhein / Demis Volpi mit Thomas Kruetzberg,Kulturdezernent Duisburg, Hans-Georg Lohe, Kulturdezernent von Düsseldorf, Christoph Meyer, Intendant Rheinoper © Andreas Endermann

Deutsche Oper am Rhein / Demis Volpi mit Thomas Kruetzberg,Kulturdezernent Duisburg, Hans-Georg Lohe, Kulturdezernent von Düsseldorf, Christoph Meyer, Intendant Rheinoper © Andreas Endermann

In der folgenden Aussprache outete sich Volpi in undogmatisch frischer Offenheit zu allen Facetten seiner zukünftigen Tätigkeit an der Rheinoper, dass lange vermisstes Handlungsballett für ihn bedeutend ist, dass Kinderballett und Ballett-gestütze Opernproduktionen reale Optionen sind; Optionen, die den Spielplan der Rheinoper nachhaltig verändern, bereichern können. So erklärte Volpi seine Sicht zum Handlungsballett, von Vorgänger Martin Schläpfer über Jahre leider nachhaltig gemieden: „abendfüllendes Handlungsballett kann modern und …sein; dies möchte ich weiter entwickeln..“.

„Allem Anfang wohnt ein Zauber inne ….“

Demis Volpi war 2013 bis 2017 Hauschoreograph des Stuttgarter Ballett,  welches, auf John Cranko gründend, eines der renommiertesten Ballettensemble weltweit ist. Peter Schlang, seit Jahren IOCO-Korrespondent in Stuttgart, beschrieb 2017 das von Volpi in Stuttgart geschaffene und inzwischen mehrfach ausgezeichnete Handlungsballett Tod in Venedig von Benjamin Britten, IOCO – link HIER. Peter Schlang schätzt Demis Volpi über seine Tätigkeit in Stuttgart sehr und gratuliert Aufsichtsrat, Management der Rheinoper wie Düsseldorfer Theaterbesuchern zur Bestellung von Volpi, wie er auch dessen Weggang aus Stuttgart als herben Verlust sieht. Volpis choreographische Umsetzung von Otfried Preußlers Roman Krabat, in welchem sich der Junge Krabat, als Lehrling eines Zaubermeisters gegen seinen Ziehvater behaupten muss, ein abendfüllendes Handlungsballett, ist bis heute Publikumsschlager der Staatsoper Stuttgart.

Martin Schläpfer ist, nach bestehender Vertragslage, noch bis 2024 als Choreographer in Residence mit mindestens einer Choreographie pro Spielzeit an das Ballett am Rhein gebunden. Erinnerlich: 2016 distanzierte sich Martin Schläpfer in auffälliger Form von Düsseldorf und der Rheinoper, link HIER  („..Die Stadt schafft es nicht…, Ich brauche deutlich mehr Geld.., als Mensch hier nicht heimisch….ich habe kein Publikum, das nach Handlungs-balletten verlangt…). Es bleibt abzuwarten, ob Martin Schläpfer nach der Bestellung von Demis Volpi tatsächlich als Choreographer in Residence tätig werden wird.


Deutsche Oper am Rhein / Demis Volpi, kommender Ballettdirektor Ballett am Rhein © Andreas Endermann

Deutsche Oper am Rhein / Demis Volpi, kommender Ballettdirektor Ballett am Rhein © Andreas Endermann

In Deutschland hat Demis Volpi neben seiner Tätigkeit für das Stuttgarter Ballett als Choreograph u.a. für das Ballett Dortmund, das Ballett im Revier Gelsenkirchen und das Badische Staatsballett aber auch als Opernregisseur gewirkt: Am Saarländischen Staatstheater inszenierte Volpi Médée Medea Senecae als Verbindung von Oper, Schauspiel und Tanz, am Nationaltheater Weimar inszenierte Volpi Don Giovanni. Im Mexiko kreierte Volpi das Kinderballett Rey y Rey.

Trotz seiner Jugend wurde Volpi auf internationalem Parkett bereits mehrfach ausgezeichnet. So war er 2018 für die International Opera Awards (Kategorie „Beste Produktion“ Prix Benois de la Danse am Bolshoi Theater in Moskau (Beste Choreographie für Salome, Stuttgarter Ballett) nominiert. Er ist Träger des Deutschen Tanzpreises (2014, Kategorie Zukunft), wurde 2017 in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Opernwelt zum Nachwuchskünstler des Jahres gewählt und erhielt den Chilenischen Kunstkritiker-Preis. Freiberuflich hat er für renommierte Compagnien kreiert, darunter die Compañía Nacional de Danz de México, das American Ballett Theater New York, das Ballet of Flanders, das Ballet de Santiago de Chile, DanceWorks Chicago, das Northern Ballet in Leeds und das Korean National Ballet. Zudem hat er für Tänzer*innen wie Alessandra Ferri, Herman Cornejo, Alicia Amatriain, Sue Jin Kang, Cory Stearns oder Luis Ortigoza choreographiert.

„Demis Volpi ist einer der spannendsten, kreativsten und vielversprechendsten Choreographen und Regisseure der jungen Generation“, so der Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein, Prof. Christoph Meyer. „Er verfügt über wertvolle, langjährige Erfahrung in der Arbeit mit großen Ballettcompagnien, über profundes administratives Know-How sowie enormes künstlerisches Potenzial. Er hat uns insbesondere durch seine moderne, genreübergreifende Herangehensweise überzeugt, die den Tanz als interdisziplinäres Medium definiert.“ Mit seinen „innovativen Ideen und seiner beeindruckenden künstlerischen Vita“, so Christoph Meyer weiter, habe sich Demis Volpi inmitten eines hochqualifizierten internationalen Bewerberfeldes durchgesetzt. „Nach zehn wunderbaren Jahren der Zusammenarbeit mit Martin Schläpfer, der hier in Düsseldorf und Duisburg Außerordentliches geleistet und das Ballett am Rhein zu einer der wichtigsten Adressen für den europäischen Tanz gemacht hat, war uns klar: Einen ,Nachfolger“, der nahtlos an Martin Schläpfers Arbeit und Ästhetik anknüpft, kann es nicht geben – und soll es auch nicht geben. Bei einem solchen Wechsel braucht es Mut zur Veränderung. Daher freuen wir uns nun sehr auf einen jungen, äußerst begabten Kollegen, der seiner großen Herausforderung mit Respekt, aber gleichzeitig auch mit Innovationskraft und dem nötigen Selbstbewusstsein begegnen wird.“

Don Giovanni – Hier in der Regie des jungen Regisseur Demis Volpi, 
Youtube Trailer des DNT  Weimar
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Hans-Georg Lohe, Kulturdezernent der Stadt Düsseldorf: „Auch in Zukunft sehe ich das Ballett am Rhein als eine der führenden, internationalen Ballett-Compagnien, als wichtigen Botschafter für Düsseldorf und Duisburg. Mit Demis Volpi haben wir für diese Aufgabe einen herausragenden jungen Choreographen verpflichten können, der durch seine Begeisterung für den Tanz, seinen Ideenreichtum und seine kluge, intensive Auseinandersetzung mit klassischen wie auch zeitgenössischen Werken neue Sichtweisen ermöglicht und das Ballett weiter entwickeln wird.

Thomas Krützberg, Kulturdezernent der Stadt Duisburg, freut sich ebenfalls über die Verpflichtung Volpis: „Das Ballett am Rhein trägt entscheidend zum Erfolg der einzigarten Theaterehe bei, die seit mehr als 60 Jahren in Duisburg und Düsseldorf ein vielfältiges, künstlerisch hochklassiges Programm einem breiten Publikum zugänglich macht. Umso mehr freuen wir uns, dass es uns gelungen ist, mit Demis Volpi einen der derzeit interessantesten und auch begehrtesten Choreographen seiner Generation zu verpflichten, um das internationale Top-Niveau der Compagnie zu sichern und dem Ballett an Rhein und Ruhr zugleich neue Impulse zu verleihen.

Demis Volpi:Mit großer Freude sehe ich der Herausforderung entgegen, das Ballett am Rhein ab der Spielzeit 2020/21 zu leiten und bin dankbar für das in mich gesetzte Vertrauen. Ich sehe meine Aufgabe darin, auf dem aufzubauen, was die Compagnie in den vergangenen Jahren bis heute erreicht hat; es wird also um die Pflege des neoklassischen Repertoires, die Einbindung wichtiger zeitgenössischer Choreograph*innen und Künstler*innen sowie die Erweiterung des Freiraums für neue choreographische Sprachen gehen. Darüber hinaus freue ich mich aber selbstverständlich auch darauf, eigene Akzente zu setzen, u.a. durch die Kreation eigener abendfüllender Handlungsballette zur weiteren Entwicklung des Repertoires und des Profils des Balletts am Rhein.

Zunächst freue ich mich jedoch auf das Kennenlernen der Tänzer*innen und Mitarbeitenden in den kommenden Wochen, sowie auf die Zusammenarbeit mit Christoph Meyer. Ich bin zudem sehr gespannt auf das Duisburger und Düsseldorfer Publikum und hoffe darauf, dass es den zukünftigen künstlerischen Entwicklungen seines Balletts mit Neugier und Offenheit begegnen wird.“

—| IOCO Aktuell Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Christoph Meyer – Intendant bis 2024, Juli 2017

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Christoph Meyer bleibt Generalintendant  bis 2024

Nach der einstimmigen Empfehlung des Aufsichtsrats der Deutschen Oper am Rhein haben sowohl der Rat der Stadt Duisburg als auch der Stadtrat Düsseldorf einer Vertragsverlängerung von Christoph Meyer, *1960 in Lüneburg,  als Generalintendant bis 2024 zugestimmt.

Deutsche Oper am Rhein / Christoph Meyer © Susanne Diesner

Deutsche Oper am Rhein / Christoph Meyer © Susanne Diesner

Der Vertrag der Deutschen Oper am Rhein mit Generalintendant Christoph Meyer kann um weitere fünf Jahre bis zum 31. Juli 2024 verlängert werden. Der Weg ist frei für die Fortsetzung der Zusammenarbeit des Leitungsteams an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg. Die Vertragsverlängerung bevollmächtigt Christoph Meyer, die Konditionen mit Generalmusikdirektor Axel Kober sowie Martin Schläpfer und Remus Sucheana neu zu verhandeln. Christoph Meyer leitet das Haus seit 2009.

Christoph Meyer: „Ich freue mich sehr über das positive Votum des Aufsichtsrats und der beiden Stadträte, das eine schöne Bestätigung unserer bisherigen Arbeit ist und vor allem ein Auftrag, der Planungs- und Gestaltungsspielraum für die kommenden Jahre eröffnet. Die erfolgreiche künstlerische Arbeit unseres Teams hier an der Deutschen Oper am Rhein möchte ich sehr gerne gemeinsam fortsetzen. Deshalb ist es so kurz vor der Sommerpause eine wunderbare Nachricht,  dass ich nun die Gespräche mit meinem Leitungsteam über die Zukunft führen kann.“

Deutsche Oper am Rhein / Martin Schlaepfer, Axel Kober, Christoph Meyer © IOCO

Deutsche Oper am Rhein / Martin Schlaepfer, Axel Kober, Christoph Meyer © IOCO

Rheinoperfakten: 240.000 Besucher, Etat €48 Mio, Auslastung 73%

Fakten zur Deutschen Oper am Rhein, oft Rheinoper: Die Deutsche Oper am Rhein ist eine Theatergemeinschaft; Spielstätten sind das Opernhaus Düsseldorf (1.342 Plätze) und das Theater Duisburg (1.079 Plätze). Mit über 280 Vorstellungen, 240.000 jährlichen Besuchern, 172.000 in Düsseldorf und 68.000 in Duisburg ist die Rheinoper seit vielen Jahren zentraler Kulturträger der Region. Rund 600 Beschäftigte, ein starkes Sängerensemble und die prämierte Tanzcompagnie Ballett am Rhein bilden die Grundlage des reichen Kulturangebotes der Rheinoper. Alles zur Rheinoper Spielzeit 2017/18, HIER!

Der Etat der Rheinoper beträgt €48 Mio. Öffentliche Zuschüsse zu diesem Etat betragen  €38,5 Mio (Düsseldorf €27 Mio, Duisburg €9,6 Mio, NRW € 1,8 Mio). Die Auslastung der Rheinoper– Vorstellungen, d.h. der Besucherzuspruch zu angebotenen Vorstellungen, ist mit 73% niedrig. Zum Vergleich: Die Staatsoper Wien ist mit 98% seit Jahren internationaler Auslastungs- Spitzenreiter; Dominique Meyer, Intendant, betont immer wieder die zentrale Bedeutung hoher Auslastung für die Staatsoper Wien. Auch die drei großen, öffentlichen Berliner Musiktheater (Deutsche Oper, Komische Oper, Staatsoper) erzielen allesamt Auslastungen von weit über 80%.

—| IOCO Aktuell Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, 2014/15: Programm reich – Auslastung dürftig, IOCO Aktuell, 14.05.2014

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Deutsche Oper am Rhein

Theater Duisburg © IOCO

Theater Duisburg © IOCO

 Jahrespressekonferenz zum Spielplan 2014/15

  400 Vorstellungen, 260.000 Besucher
Auslastung schwach, Opern-Ehe nicht dauerhaft gesichert


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Die Deutsche Oper am Rhein vereint das Opernhaus Düsseldorf (1.342 Plätze) und das Theater Duisburg (1.079 Plätze). Mit über 400 Vorstellungen, 250.000 jährlichen Besuchern, 170.000 in Düsseldorf und 80.000 in Duisburg ist die Rheinoper zentraler Kulturträger der Region. 600 Beschäftigte, ein starkes Sängerensemble und prämierter Tanzcompagnie von jeweils über 50 Künstlern bilden die Grundlage für ein kulturell reiches Angebot der Rheinoper. Ende April 2014 stellte das Management der Rheinoper den  Spielplan 2014/15 vor:
Opernhaus Düsseldorf © IOCO

Opernhaus Düsseldorf © IOCO

Der Etat der Rheinoper für 2014/15 ist gesichert. Er beträgt €44 Mio.. €8 Mio des Etats werden durch Eigeneinnahmen erwirtschaftet; €36 Mio Zuschüsse von Stadt und Land (Düsseldorf €25 Mio, Duisburg €9 Mio, NRW € 2 Mio). Die Auslastung der Rheinoper liegt in Düsseldorf seit Jahren bei stabilen aber bescheidenen 73%, in Duisburg bei traurigen 68%. Viele Theater schaffen weit höhere Auslastungen. Die Komische Oper Berlin liegt bei 85%. Auslastungs-Spitzenreiter ist seit Jahren mit 99% die Wiener Staatsoper.
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2012 geriet die Rheinoper durch Finanznöte der Stadt Duisburg in eine existentielle Krise, die im Rahmen einer finanziellen wie künstlerischen Neuordnung zunächst bis Mitte 2017 behoben ist. Rückfragen zur Zukunft der Rheinopern-Ehe nach 2017 konnten / wollten die anwesenden Stadtdezernenten nicht aufklären.
Das Team um Intendant Christoph Meyer zog trotz bescheidener Auslastungszahlen ein positives Fazit ihrer vergangenen fünf Jahre an der Rheinoper. Zuversichtlich blickt man auf die kommende Saison 2014/15. Trotz gesenktem Duisburger Zuschuss soll an der künstlerischen Qualität nicht gespart werden. Stolz verwies Meyer auf die Publikumslieblinge Die Zauberflöte (99,9%), La traviata (99,75) und Xerxes (96,7), welche auch 2014/15 auf dem Spielplan der Rheinoper stehen werden. Gründe für die bescheidene Gesamtauslastung der Rheinoper  thematisierte Meyer jedoch nicht.
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Acht Opernpremieren, vier neue Ballettprogramme
stehen 2014/15 auf dem Spielplan der Deutschen Oper am Rhein. Hinzu kommen siebzehn Wiederaufnahmen – eine davon im Ballett – und zahlreiche Foyer- und Sonderveranstaltungen. Von Verdis Aida bis zu Kálmáns  Die Zirkusprinzessin bietet die Spielzeit 2014/15 Repertoireklassiker und Raritäten in neuer Interpretation. Das Ballett am Rhein präsentiert in den Programmen b.21 bis b.24 sieben Uraufführungen u.a. von Hans van Manen, Martin Schläpfer, Amanda Miller und Marco Goecke. Fünf Kreationen aus dem Repertoire renommierter Choreographen des 20. und 21. Jahrhunderts komplettieren den Spielplan.

Kinderfreundlich populäres Handlungs-Ballett wie Nussknacker, Schwanensee oder Giselle wird in der kommenden Spielzeit in Düsseldorf/Duisburg nicht zu finden sein.
Rheinoper / vlnr: Ballettchef Schlaepfer, Intendant Meyer, Direktor Grote, GMD Kober © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Rheinoper / vlnr: Ballettchef Schlaepfer, Intendant Meyer, Direktor Grote, GMD Kober © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Mit zwei Festen und zwei Premieren startet die Deutsche Oper am Rhein im September in die neue Spielzeit.
1. Die Zauberflöte von W.A. Mozart macht am 13.9.2014 in Düsseldorf den Anfang in der spektakulären Inszenierung von Barrie Kosky und Suzanne Andrade. Seit November 2013 sorgt diese Produktion im Theater Duisburg für Begeisterungsstürme und ausverkaufte Vorstellungen, siehe IOCO Kritik.
2. Ariadne auf Naxos von Richard Strauss folgt am 27.09., unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober, welcher die Linie des seit 2009 kontinuierlich aufgebauten Strauss-Repertoires von Salome, Die Frau ohne Schatten, Elektra und Der Rosenkavalier fortsetzt. Dietrich Hilsdorf übernimmt mit Ariadne auf Naxos nach längerer Pause wieder eine Regie für die Deutsche Oper am Rhein, auf deren Bühne auch seine Inszenierungen von „Tosca“ und „Il trittico“ zu erleben sind.
3. Die Zirkusprinzessin von Emmerich Kálmán, feiert am 8.11.2014 als Koproduktion mit dem Staatstheater am Gärtnerplatz München in der Inszenierung von Josef E. Köpplinger im Theater Duisburg Premiere.
4. Aida von Giuseppe Verdi kommt am 28.11.2014 in der Regie von Philipp Himmelmann auf die Bühne des Düsseldorfer Opernhauses, besetzt mit großen Stimmen aus dem Ensemble: Morenike Fadayomi, Susan Maclean, Sergej Khomov und Boris Statsenko übernehmen tragende Rollen, Chor und Extrachor der Deutschen Oper am Rhein sorgen für opulentes Klangvolumen. Axel Kober und Wen-Pin Chien übernehmen alternierend die musikalische Leitung.
5. Werther von Jules Massenet nach Goethes bekanntem Briefroman feiert am 06.12.2014 Premiere im Theater Duisburg. Regie führt Joan Anton Rechi.

Deutsche Oper am Rhein / Werther © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Werther © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

6. L’elisir d’amore (Liebestrank) von Gaetano Donizetti hat am 30.01.2015 Premiere in Düsseldorf, Regie Joan Anton Rechi. Seine Produktion Die Csárdásfürstin steht ab 05.12. ebenfalls wieder auf dem Spielplan.
7. Der feurige Engel“ von Immo Karaman kommt am 13.6.2015 auf die Bühne des Düsseldorfer Opernhauses, als Stück jenseits der Repertoireklassiker, nach seiner Inszenierung des vierteiligen Brittenzyklus‘ und Zemlinskys  Der Zwerg.
8. Ronja Räubertochter von Jörn Arnecke, Premieren am 26.2.2015 im Theater Duisburg und 26.3.2015 im Opernhaus Düsseldorf. Das 2013 begonnene Kooperationsprojekt mit den Theatern Dortmund und BonnJunge Opern Rhein-Ruhr“ findet seine Fortführung in dieser Auftragskomposition. Für die Inszenierung wurde erneut der Regisseur Johannes Schmid gewonnen, der die Familienoper „Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte“ (Wiederaufnahme am 22.10. in Düsseldorf) eindrucksvoll in Szene gesetzt hat. Mit Ronja Räubertochter kommt die sechste große Produktion für Kinder und Familien seit 2010 auf die Bühnen der Rheinoper.
Die Kameliendame - La Traviata, Ein Mensch, begraben in Montmartre © IOCO

Die Kameliendame – La Traviata, Ein Mensch, begraben in Montmartre © IOCO

Von den 16 Wiederaufnahmen sind Ludger Vollmers „Gegen die Wand“ (21.09. im Theater Duisburg) in der Regie von Gregor Horres und Händels „Xerxes“ (22.04. im Opernhaus Düsseldorf) in der Erfolgsinszenierung von Stefan Herheim besonders reizvoll. In der Rolle des Titelhelden Xerxes kommt der Countertenor Valer Sabadus nach Düsseldorf – zuvor ist er dort am 09.11. mit der Münchner Hofkapelle in seinem Konzert „Pietà d’amore“ zu erleben. Aber auch Tosca (ab 26.9.2014), Der fliegende Holländer (ab 17.10.2014), Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte (ab 22.10.2014), Figaros Hochzeit (ab 26.10.2014), Hänsel und Gretel (ab 16.11.2014 Düsseldorf, 7.12.2014 Duisburg) und weitere Wiederaufnahmen sichern, wie GMD Axel Kober in der JPK ausführte, ein wunderbar vielfältiges Musiktheater Programm der Rheinoper.

Ballett am Rhein bringt  die Produktionen  b.21 – b.24
Klassisches Handlungs-Ballett fehlt

In den Programmen b.21 bis b.24 stehen sieben Uraufführungen und fünf Kreationen aus dem Repertoire renommierter Choreographen des 20. und 21. Jahrhunderts. Bereits in der Premiere von b.21 am 17.10. im Opernhaus Düsseldorf erwartet das Publikum eine Sensation in doppelter Hinsicht: Hans van Manen schenkt dem Ballett am Rhein nicht nur eine Uraufführung und damit erstmals seit 20 Jahren einer deutschen Compagnie ein neues Werk, sondern er kreiert sein Stück für Martin Schläpfer, der hierfür als Tänzer auf die Bühne zurückkehrt und auf ein kleines Ensemble aus Mitgliedern seiner Compagnie trifft. Das neoklassische Meisterwerk „Serenade“ von George Balanchine und die Uraufführung „One“ des jungen Australiers Terence Kohler rahmen van Manens Stück ein.

Aus jeweils drei Choreographien setzen sich auch alle weiteren Ballettpremieren in der kommenden Spielzeit zusammen. In b.22 präsentiert das Ballett am Rhein am 23.01. im Theater Duisburg mit der Uraufführung „verwundert seyn – zu sehn“ sowie „ein Wald, ein See“ aus dem Jahr 2006 gleich zwei Arbeiten von Martin Schläpfer. Als musikalische Partner stehen ihm mit dem mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Pianisten Denys Proshayev sowie dem englischen Performer Paul Pavey zwei exzeptionelle Solisten zur Seite. Den Mittelteil bildet mit „Moves. A Ballet in Silence“ eine Besonderheit aus dem Werk des Amerikaners Jerome Robbins: ein Stück ohne Musik, das dennoch alles andere als ein stilles Stück ist.
Mit b.23 kommt am 14.03. Martin Schläpfers Duisburger Choreographie „Johannes Brahms – Symphonie Nr. 2“ nach Düsseldorf. Mit dem Komponisten Brahms setzt sich ebenso Mats Ek in „Rättika“ auseinander – ein Ballett, das in der für den schwedischen Meisterchoreographen so typischen Art die zentralen Fragen menschlicher Beziehungen in feiner Psychologie als deutsche Erstaufführung auf die Bühne bringt. Den Mittelteil von b.23 bildet ein intensiver Dialog zwischen der Kunst des Balletts und der des Flamencos. Ausgehend von Federico García Lorcas Gedichtzeile „… adónde vas, Siguiriya“ schafft die Schweizer Choreographin Brigitta Luisa Merki ein Tanzpoem, in welchem Mitglieder des Balletts am Rhein auf Tänzer und Musiker von Flamencos en route treffen werden – eines der derzeit interessantesten und besten Flamenco-Ensembles weltweit.
Mit b.24 kommen am 08.05. gleich drei Uraufführungen auf die Bühne des Duisburger Theaters: Die koreanische Choreographin Young Soon Hue setzt sich in ihrer Kreation „Illusion“ mit Tag- und Nachtträumen, Wünschen und Selbsttäuschungen auseinander. Nachdem es Martin Schläpfer bereits in der Spielzeit 2012/13 gelungen war, mit der Uraufführung „Crop“ die Amerikanerin Amanda Miller nach Europa zurückzuholen, findet diese so fruchtbare Zusammenarbeit nun mit „Voices Borrowed“ ihre Fortsetzung. Seit mehr als einem Jahrzehnt fasziniert Marco Goecke sein Publikum mit zeitgenössischen Tanzuniversen ganz besonderer Art. Seine Uraufführung „Lonesome George“ bildet den Mittelteil dieses Ballettprogramms. Wieder auf dem Düsseldorfer Spielplan steht ab 19.12. Martin Schläpfers Choreographie „7“ – ein Meisterwerk auf die Sinfonie Nr. 7 von Gustav Mahler.
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Nicht auf dem Spielplan des Ballett am Rhein steht populäres Handlungsballett. Krachende, hausfüllende Publikumslieblinge wie Nussknacker, Schwanensee, Giselle oder Schneewittchen fehlen in Düsseldorf.  Nicht jedoch in Nachbarstädten wie Essen oder Gelsenkirchen. Das Aalto, das MiR bieten hierzu gute Alternativen.

Ein für etwa €30 Mio projektiertes Probenhaus für Martin Schläpfers Ballettensemble erhitzt zur Zeit Düsseldorfer Medien und die Öffentlichkeit. 3.000 Quadratmeter Nutzfläche wird das Probenhaus haben. Begründung für den Prunkbau: Das für berühmt erklärte Ballett am Rhein und Martin Schläpfer sollen unbedingt in Düsseldorf bleiben. Auf der Jahrespressekonferenz reflektierten Intendant noch Ballettchef weder das €30 Mio teure Projekt Balletthaus oder Auslastungszahlen der Vorstellungen des Ballett am Rhein.

IOCO / Viktor Jarosch / 14.05.2014

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