Kassel, Staatstheater Kassel, Premiere Siegfried, 14.09.2019

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Staatstheater Kassel

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Der Ring des Nibelungen
Zweiter Tag Siegfried
von Richard Wagner, Dichtung vom Komponisten

Premiere: Samstag, 14. September, 17 Uhr, Opernhaus
Weitere Vorstellungen in der Spielzeit 2019/20: 21. und 28. September sowie 5. und 26. Oktober

Musikalische Leitung: Francesco Angelico, Inszenierung: Markus Dietz, Bühne: Ines Nadler, Kostüme: Henrike Bromber, Dramaturgie: Christian Steinbock, Licht: Christian Franzen

Mit Daniel Brenna (Siegfried), Arnold Bezuyen (Mime), Egils Silins (Wanderer), Thomas Gazheli (Alberich), Rúni Brattaberg (Fafner), Edna Prochnik (Erda), Kelly Cae Hogan (Brünnhilde), Elizabeth Bailey (Stimme des Waldvogels), Cree Barnett Williams (Tänzerin)

Von Machtgier zerfressen setzen Wotan, Alberich und Mime alles daran, den Ring der Macht in ihre Gewalt zu bringen. Doch Siegfried macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Frei in seinen Entscheidungen und frei von Angst und Gesetzen gelingt ihm, was anderen versagt bleibt: Er allein kann das Schwert Nothung schmieden, um Fafner zu töten und den Ring an sich zu bringen. Er allein vermag das Feuer zu durchschreiten und die schlafende Brünnhilde zu wecken, zu der er in Liebe entbrennt.
Zwischen den ersten Skizzen bis zur Vollendung von „Siegfried“ liegen 15 Jahre. Eine so große Zeitspanne musste zwangsläufig den musikalischen Stil Wagners beeinflussen: Besonders der dritte Aufzug zeigt sich als dichtes Gewebe ausgedehnter Motive, freier in ihren Kombinationen, losgelöster von Elementen der Handlung, dichter angelehnt an die bahnbrechende Melodik und Harmonik des zuvor komponierten „Tristan“.

Daniel Brenna, der Sänger der Titelpartie, studierte Gesang an der University of Wisconsin und der Boston University und trat unter Seiji Ozawa und Daniel Harding beim Tanglewood-Festival auf, wo er sich bereits eindrücklich für Wagner-Rollen empfahl. Seine internationale Karriere startete der gebürtige US-Amerikaner 2012 mit der Partie des Aron („Moses und Aron“) an der Oper Zürich. Seitdem trat er u. a. an der New Yorker Met, der Mailänder Scala, der Bayerischen Staatsoper München, der Deutschen Oper Berlin sowie in Washington, Budapest, Moskau, Leipzig, Karlsruhe, Essen, Wiesbaden und bei den Salzburger Festspielen auf. Zu seinem Repertoire zählen so wichtige Partien wie Parsifal, Tannhäuser, Alwa („Lulu“), Laca („Jenufa“), Herodes („Salome“). Eisenstein („Die Fledermaus“) und Jim Mahoney („Mahagonny“). Die Partie des Siegfried („Siegfried“ und „Götterdämmerung“) interpretierte er zuletzt 2018 an der San Francisco Opera. Im gleichen Jahr erschien mit ihm als Siegfried eine Gesamtaufnahme von „Götterdämmerung“ mit dem Hong Kong Philharmonic Orchestra auf CD. 2020 gibt Daniel Brenna sein Rollendebüt als Tristan an der Staatsoper Stuttgart.


Der „Ring“ in Kassel

Zum fünften Mal seit 1961 bringt das Staatstheater Kassel derzeit Richard Wagners Opus Magnum auf die Bühne – und sorgt damit spätestens seit der gefeierten „Walküre“-Premiere im vergangenen März deutschlandweit für Aufsehen. Die musikalische Leitung liegt bei Generalmusikdirektor Francesco Angelico, Regisseur des gesamten „Rings“ ist Markus Dietz.

Im Mai und im Juni 2021, zum Ende der Intendanz von Thomas Bockelmann, finden abschließend zwei „Ring“-Zyklen statt.

Alle „Ring“-Premieren und -Vorstellungen sowie die Termine der Zyklen finden Sie unter www.der-ring-in-kassel.de .

—| Pressemeldung Staatstheater Kassel |—

Brenda Roberts, Sopran – Diskographien 5 – 6, 11.05.2019

Mai 11, 2019 by  
Filed under IOCO - CD-Rezension, Personalie

Il Tabarro - CD mit Brenda Roberts

Il Tabarro – CD mit Brenda Roberts

BRENDA ROBERTS – DISKOGRAPHIE Teil 4 + 5

von Rolf Brunckhorst

Teil 4: In diesem vierten Teil der Brenda-Roberts-Diskographie geht es um relativ unbekannte Aufnahmen von nur bedingt populär zu nennenden Opern.

 MEDEA  –  Komponist Friedhelm Döhl

Als erstes sei die Medea -Studio-Gesamtaufnahme genannt. Die Medea gilt als ausgesprochene Primadonnen-Partie und ist in der Vergangenheit von einigen wenigen Sopranistinnen eindrucksvoll dargestellt worden (Callas, Jones, Rysanek). Jetzt gibt es eine neue Medea, die der Komponist Friedhelm Döhl Brenda Roberts quasi auf den Leib geschneidert bzw. in die Kehle geschrieben bzw. komponiert hat. Musikalisch ist dies eine ganz neue Welt, die nicht jedem Hörer gefallen kann, aber für Fans von Brenda Roberts ist besonders der Schlußteil der Oper ein reines Vergnügen. Hier kann Brenda Roberts in einem langen Solo alle Register ihres Könnens ziehen. Der Komponist mutet ihr zu, alle Möglichkeiten einer Sing- bzw. Sprechstimme auszunutzen. Brenda Roberts macht das hervorragend und schafft es sogar, textverständlich auch in den höchsten Lagen zu singen. Dirigent Klauspeter Seibel kennt Brenda Roberts aus Hamburger Vorstellungen und hat sowohl sein Orchester als auch das Ensemble der Kieler Oper souverän im Griff. So ist die Ersteinspielung der Döhl-Medea eine rundum gelungene Sache, und so gibt es eine weitere Medea-Darstellerin, die im Gedächtnis bleiben wird.

 

Brenda Roberts in jungen Jahren © Brenda Roberts

Brenda Roberts in jungen Jahren © Brenda Roberts

STERNENGEBOT – Komponist Siegfried Wagner

Sternengebot ist eine der zahlreichen Opern von Siegfried Wagner, die sich im Repertoire nicht haben durchsetzen können. Zwar „wagnert“ es beständig in dieser Oper, aber des Vaters Theaterpranke hatte sein Sohn Siegfried keineswegs geerbt. Die Musik fließt schön und gleichmäßig, aber sie packt den Zuhörer nicht. Szene um Szene geht vorbei, ohne daß sich der Hörer angesprochen fühlt. Ende der 90er Jahre hatte die Firma Marco Polo das ehrgeizige Vorhaben in die Tat umgesetzt, die Siegfried-Wagner-Opern auf CD einzuspielen, und somit einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Brenda Roberts hatte für diese Aufnahme die beiden Partien der Hiltrud und der Julia übernommen. Sie behauptet sich völlig souverän in den teilweise etwas holprig komponierten Orchesterfluten und macht auch diese Aufnahme zu einem Muß für Brenda-Roberts-Fans.

 ALBERT HERRING  – Benjamin Britten

Mitte der 80er Jahre hatte Brenda Roberts in der Britten-Oper Albert Herring“ als Lady Billows ihre Hamburger Premiere. Das Publikum erlebte eine treffliche Darbietung der in Deutschland zu Unrecht verkannten Oper Brittens. An der Spitze des Hamburger Ensembles machte Brenda Roberts bereits in der ersten Szene, in der sie mit Ursula Boese als Florence Pike ein tugendhaftes Mädchen für das Dorffest auswählen soll, auf ihre komödiantische Begabung aufmerksam. Die feine Ironie, mit der Britten das englische Dorfleben beobachtet, wird von Brenda Roberts auf das Feinste aufgenommen und auf der Bühne umgesetzt. Da darf die Stimme schon mal etwas schriller werden, wenn sich nicht das ganze Dorf den moralischen Ansprüchen der Lady Billows anpassen will. Insgesamt eine bemerkenswerte Aufnahme, die die Leistungsfähigkeit des Hamburger Ensembles dokumentiert.

Brenda Roberts hier mit Rolf Brunckhorst © Rolf Brunckhorst

Brenda Roberts hier mit Rolf Brunckhorst © Rolf Brunckhorst

DIE BACCHANTINNEN  –  Egon Wellesz

Im Dezember 1985 trat Brenda Roberts im Wiener Konzerthaus in der Partie der Königin Agave auf, eine dankbare Partie in der Oper Die Bacchantinnen von Egon Wellesz. Die Stimme von Brenda Roberts paßt perfekt zu der stilistisch ein bißchen hin und her pendelnden Oper, die die Grundlage dafür bietet, daß Brenda Roberts ihre dramatische Durchschlagskraft, ihre sicheren Höhen und hohe Durchhaltekraft eindrucksvoll vorführen kann. Diese konzertante Aufführung, im Dezember 1985 vom ORF übertragen, kann man sich bei youtube anhören.

 5. Teil: Schlußteil dieser Diskographie – Raritäten für Brenda-Roberts-Fans.
Die meisten Aufnahmen sind stark gekürzt, auf die Sopranpartie reduziert

 ARIADNE AUF NAXOS  –  Richard Strauss,

Im November 1990 gab es die seltene Gelegenheit, Brenda Roberts als Ariadne zu erleben. Obwohl die Partie der Ariadne eher zurückhaltend und abwartend angelegt ist, fand sich die stets aktive und dramatisch agierende Brenda Roberts mühelos in das Ensemble des Bielefelder Opernhauses ein. Es begann mit ganz verhalten lyrischen Monologen und steigerte sich bei der Ankunft des Bacchus in ein glorioses Schlußduett. Ihr zur Seite stand der zu Recht sehr gefragte Heldentenor Herbert Schaefer, der der kraftvollen Stimme von Brenda Roberts Paroli bieten konnte, so daß der von GMD Rainer Koch dirigierte Abend im Strauss-Rausch endete.

SALOME  –  Richard Strauss,

Dieses ist eine der Aufnahmen mit den meisten Auslassungen. Entschädigt wird der Zuhörer für das etwas mühsame Hören von der unglaublichen Tagesform der Brenda Roberts. Kraftvoll mit wunderschön dahingehauchten Piani und einem energischen Schlußgesang war sie die unumstrittene Hauptattraktion des Abends. Die lächerliche Szenerie konnte die Sängerin überhaupt nicht beeinträchtigen, ihre Stimme leuchtet bis in den letzten Winkel nicht nur des auf der Bühne aufgebauten Schlachthauses, sondern auch des Zuschauerraums des Staatstheaters Braunschweig und endet mit einem triumphalen Schlußgesang.

TOSCA  –  Giacomo Puccini

Die Partie der Floria Tosca ist von ihren Gestaltungsmöglichkeiten her eine feine Sache für alle spielfreudigen dramatischen Sopranistinnen, also auch für Brenda Roberts. Die hier vorgestellte Aufführung am Staatstheater Kassel fand in deutscher Sprache statt, und Brenda Roberts hatte einen furiosen Abend. Sie überzeugte schon im ersten Akt als eifersüchtige Diva, wobei das Duett mit Cavaradossi äußerst leidenschaftlich angelegt war. Am Ende des ersten Aktes verschafft sich die Stimme Raum, wenn die Eifersucht sie langsam vereinnahmt. Viel Aufregung herrscht im zweiten Akt bei den Kerker- und Folterszenen, wenn Tosca zwischen Hoffen und Bangen hin und her schwankt, und voller Stimmeinsatz gefordert wird. Brenda Roberts meistert diese anspruchsvollen Passagen, ohne bei zu schreienden und zu sprechenden Tönen jemals die Kontrolle über die Stimme zu verlieren. Im dritten Akt nimmt sie den liebenden Tonfall der Anfangsszene wieder auf und erträumt sich mit Cvaradossi eine glückliche Zukunft, obwohl beide wissen, aber einander nicht eingestehen, daß es für dieses Liebespaar keinen Morgen geben wird. Passend dazu klingt der Sopran von Brenda Roberts ängstlich, beinahe zittrig, bis sie in der letzten Passage mit stimmlicher Bravour dem toten Scarpia ankündigt, daß man sich an den Pforten der Hölle wiedersehen wird.

CD Brenda Roberts in Frau ohne Schatten © Sebastian Sierke

CD Brenda Roberts in Frau ohne Schatten © Sebastian Sierke

DIE FRAU OHNE SCHATTEN –  Richard Strauss

Kaum eine Oper ist so vielen Kürzungen ausgesetzt wie die Frau ohne Schatten. Im Jahre 1987 gab es im Nationaltheater Mannheim eine Version zu bestaunen, in der sogar die Reihenfolge der Bilder durcheinander gewürfelt wurden. Im zweiten Akt besteht die Oper jetzt nur noch aus vier Bildern, die in der Reihenfolge 1-2-4-5 auf die Bühne gebracht werden, wobei das dritte Bild mit dem fünften Bild zusammengelegt worden sind. Da es sich dabei vor allem um die Szenen im Färbershaus handelt, ist die Färbersfrau am meisten von diesen Eingriffen betroffen. Brenda Roberts, international anerkannte Färbersfrau, ließ sich durch diese neue Version nicht durcheinander bringen und bot eine grandiose Leistung. Wirkt sie zunächst im ersten Akt noch (rollengemäß) etwas spröde, so wird am Ende des Aktes, als die Färberin glaubt, die anklagenden Stimmen ihrer noch ungeborenen Kinder zu hören, ganz großes Operntheater geboten aufgrund ihrer packenden Rolleninterpretation. Im letzten Bild des zweiten Aktes sind es dann die Monologe der Färbersfrau, die „aneinander gebackt“ wurden, um eine Verschmelzung der Bilder 3 und 5 zu erreichen. Brenda Roberts triumphiert auch in dieser etwas willkürlich wirkenden Version mit nie endender Strahlkraft und wahrlich hochdramatischem Impetus. Diese Mannheimer Aufnahme ist durchaus habenswert, und das nicht nur wegen der exzellenten Sänger (u.a. Jean Cox), sondern auch um sich diese Kuriosität anhören zu können. Nach Wissen des Rezensenten gibt es eine vergleichbare Version nur noch unter Herbert von Karajan, der die Partie der Färbersfrau ganz auf Christa Ludwig eingestellt hatte. Für ergänzende Mitteilungen bedankt sich der Autor schon im Voraus.

 TURANDOT  –  Giacomo Puccini,

Wenn es eine Partie im Repertoire der Brenda Roberts gibt, bei der die Fans sofort sagen, daß sie der Künstlerin auf den Leib geschneidert sei, dann ist dies Puccinis Turandot. Gefordert ist eine hochdramatische Sopranistin, der von der Dauerbelastung in der Höhe und lautesten Orchesterklängen alles abverlangt wird, und genau unter diesen Ansprüchen blüht die Stimme von Brenda Roberts förmlich auf. Hier ist eine Stimme, die „In questa Regia“ wirklich kalt und überheblich präsentieren kann, die im zweiten Akt ein Feuerwerk von Spitzentönen abliefert, und die im dritten Akt aufwallende Emotionen so nach und nach zulassen kann.

Zum Schluß dieser Diskographie sei noch auf die erste offizielle CD von Brenda Roberts verweisen, nämlich „BRENDA ROBERTS IM GEISENHEIMER DOM“. Auf dieser CD findet man ein reichhaltiges Programm, eingeleitet von je einem Händel- und einem Haydn-Block. Der Bogen wird bis zu „The Lord’s Prayer“ gespannt. Der großen und strahlenden Sopranstimme von Brenda Roberts kommt die Akustik des Geisenheimer Doms sehr entgegen. Schon bei der ersten Händel-Arie „Rejoice greatly“ aus dem „Messias“ legt der Hörer die Ohren an und freut sich 70 Minuten lang über ein Konzert in diesem ganz besonderen Klangbild. Brenda Roberts selbst ist vorzüglich bei Stimme, und man fragt sich, wie eine gefeierte Elektra so intensiv und sensibel Barockarien von Josef Haydn interpretieren kann. Diese CD war (und ist vielleicht noch immer) über die Künstlerin selber zu beziehen.

Diese Diskographie erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Brenda Roberts ist immer noch so populär, daß immer wieder neue Live-Aufnahmen mit ihr auftauchen, so daß vielleicht in einem Jahr noch ein sechster Teil dieser Diskographie erscheinen könnte. Drei Vorboten sind schon am Horizont zu erkennen, nämlich ihre Fidelio-Interpretation in Antwerpen und den Bad Hersfelder Opernfestspielen, sowie ihre Salome aus Gent/Belgien. Alle drei Opern sind in Auszügen auf youtube zu bestaunen, schön wären natürlich aufgearbeitete DVD-Versionen.

—| IOCO CD-Rezension |—

Kassel, Staatstheater Kassel, Die Walküre – Richard Wagner, 09.03.2019

Januar 21, 2019 by  
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Staatstheater Kassel

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Der Ring des Nibelungen – Staatstheater Kassel

Die Walküre –  Premiere: Samstag, 9. März, 17 Uhr weitere Vorstellungen dieser Spielzeit: 16. März, 23. März, 31. März, 13. April und 28. April 2019

Das Staatstheater Kassel ist mit dem Rheingold fulminant in Richard Wagners Ring des Nibelungen gestartet – und man darf gespannt sein, wie es weitergeht: Inmitten eines Kriegsschauplatzes sucht das Zwillingspaar Siegmund und Sieglinde nach Glück und Liebe und findet doch nur Leid und Elend. Wotan greift nach wie vor nach dem Ring der Macht und verstrickt sich mehr und mehr in Selbstbetrug. Und die Walküre Brünnhilde probt den Aufstand gegen ein Rechtssystem, das sich ohnehin längst überholt hat. Es bleibt also spannend, zumal der Besuch der Bühnenorchesterprobe direkte Einblicke in die Entstehung dieser Neuinterpretation bietet.

Das Rheingold  –  Richard Wagner
Youtube Trailer des Staattheater Kassel
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Die Walküre  am Staatstheater Kassel

Die Auswüchse von Krieg, Gewalt und Machtgier werden in der Walküre derart offenkundig und eindringlich gezeigt, dass die im Rheingold begangenen Verbrechen dagegen fast harmlos wirken könnten. Und Wagners bis dahin wohl mitreißendste Liebesmusik trifft auf rauschhaft-martialische Klänge beim „Walkürenritt“ und die weltverneinende Philosophie Arthur Schopenhauers.

Doch trotz aller Tabubrüche und Grausamkeiten ist Die Walküre bis heute der beliebteste Teil des Rings, vielleicht gerade weil das Werk am dichtesten an die romantische Operntradition anschließt. Mit den Zwillingen Siegmund und Sieglinde tritt ein unglücklich liebendes Paar in Erscheinung, das emotional ebenso fesselt wie die mitfühlende Brünnhilde oder der um seine Lieblingskinder trauernde Wotan. Dem stürmischen Beginn des ersten Aufzugs folgen berührende ariose Momente wie „Winterstürme wichen dem Wonnemond“ und „Du bist der Lenz“, innige Monologe wie „Wotans Abschied“ und großartige Tableaus wie der „Walkürenritt“ und der „Feuerzauber“.

Hinzu kommt die kompositorisch-musikdramatische Weiterentwicklung Wagners: Sein Umgang mit der „Leitmotivtechnik“ ist hier freier als noch im Rheingold, und die Synthese von Text und Musik reicht bis zur völligen Gleichberechtigung.

Der   Ring   in Kassel

Nach fast 20-jähriger Pause ist Richard Wagners Opus Magnum wieder in Kassel zu erleben. Zum fünften Mal seit 1961 bringt das Staatstheater Kassel den Ring auf die Bühne, was außergewöhnlich in der deutschen Theaterlandschaft ist. Im Mai und im Juni 2021, zum Ende der letzten Saison unter der Intendanz von Thomas Bockelmann, finden abschließend zwei Ring-Zyklen statt.

Musikalische Leitung: Francesco Angelico, Inszenierung: Markus Dietz, Bühne: Mayke Hegger, Kostüme: Henrike Bromber, Dramaturgie: Christian Steinbock

Mit Martin Iliev (Siegmund), Nadja Stefanoff (Sieglinde), Yorck Felix Speer (Hunding), Nancy Weißbach (Brünnhilde), Bjarni Thor Kristinsson (Wotan), Ulrike Schneider (Fricka / Schwertleite) Jaclyn Bermudez (Gerhilde), Doris Neidig (Helmwige), Marie-Luise Dreßen (Siegrune), Maren Engelhardt (Waltraute), Marta Herman (Grimgerde), Inna Kalinina (Roßweiße), Barbara Senator (Ortlinde)

Alle „Ring“-Premieren und -Vorstellungen sowie die Termine der Zyklen finden Sie unter www.der-ring-in-kassel.de .

—| Pressemeldung Staatstheater Kassel |—

Kassel, Staatstheater Kassel, Premiere Anfang und Ende – B.A.C.H. 61, 29.01.2019

Dezember 12, 2018 by  
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Staatstheater Kassel

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Musiktheater-Premiere

Anfang und Ende – B.A.C.H. 61

Eine szenische Reise mit Kirchenkantaten von Johann Sebastian Bach

Musikalische Leitung, Orgel & Cembalo: Jörg Halubek, Inszenierung und Choreografie sowie Bühne: Aniara Amos, Kostüme: Sarah Julia Rolke, Videorealisation: Thomas Zipf, Dramaturgie: Ursula Benzing, Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti

Mit Elizabeth Bailey (Sopran), Marta Herman (Mezzosopran/Alt), Karola Sophia Schmid (Sopran), Younggi Moses Do (Tenor), Daniel Holzhauser (Bass), Dhimas Aryo Satwiko (Tänzer), Staatsorchester Kassel, Opernchor des Staatstheaters Kassel

Premiere: Samstag, 26. Januar, 19.30 Uhr, Opernhaus

Nächste Vorstellungen: 30. Januar, 2. Februar, 8, Februar, 7. März, 20. März

»Nicht Bach, sondern Meer müsste er heißen«, begeisterte sich Beethoven, Wagner empfand ihn als »das wunderbarste Rätsel aller Zeiten«, und Max Reger begriff ihn als eine Personifizierung der Musik schlechthin, als »Anfang und Ende aller Musik.«

Mit einem ungeheuren Gespür für alles musikalische Material stellte sich Johann Sebastian Bach immer neuen Herausforderungen und verband in seinem unverkennbaren Personalstil bruchlos alte Stilmittel mit der neuen Musik seiner Zeit.

Zentrum seines Werkes bildet die Kirchenmusik: In seiner Zeit als Thomaskantor in Leipzig schuf Bach vor allem Kantaten für jeden Sonntag des Kirchenjahres. Immer folgte er dabei dem Credo, »bey jedem Takt einen anderen Affekt« zu komponieren.

Der außergewöhnliche Musiktheater-Abend »Anfang und Ende – B.A.C.H.61« erweitert dies zu einer szenischen Version: Regisseurin Aniara Amos inszeniert sechs von Bachs Kirchen-Kantaten als musikalisch-ästhetische Reise, die vom Dunkel ins Licht und vom Anfang und Ende eines Jeden erzählt.

Sind Bachs Kantaten auch für einen liturgischen Kontext geschrieben, so offenbart sich in ihnen doch auf einzigartige Weise das Wesen des Menschseins in seiner ganzen Komplexität. Auch in Aniara Amos‘ Inszenierung wird es um den Menschen als Individuum wie auch um die Menschheit als Kollektiv gehen – mit ihren immer wieder neuen Verfehlungen und Hoffnungen, von Gewalt bis zu Liebe.

Der Titel des Abends ist auch inspiriert von Bachs Vorliebe für Zahlenspiele: 61 ist die Quersumme der ausgewählten Kantaten-Nummern  52, 27, 26, 146, 187 und 172.

Die in Chile geborene Regisseurin, Bühnenbildnerin und Choreografin Aniara Amos studierte Tanz an der Staatlichen Balletthochschule in Mannheim, woran sich eine internationale Karriere als Tänzerin anschloss. In Berlin studierte sie zudem Angewandte Musikwissenschaft und Philosophie an der Humboldt-Universität, Bühnenbild an der Universität der Künste bei Achim Freyer und Opernregie an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler«. Sie gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Freyer-Ensembles und leitete dieses Ensemble von 2000 bis 2003.

Engagements führten sie an renommierte Theater wie das Teatro La Fenice in Venedig, die Opera la Monnaie in Brüssel, das Téatro Nacional de Sao Carlos in Lissabon, das Berliner Ensemble, die Staatsoper Berlin, die Volksoper Wien, die Los Angeles Opera, die Opéra National de Montpellier und die Oper Graz. Auch bei so wichtigen Festivals wie den Salzburger Festspielen, dem Innsbruck Festival und den Schwetzinger Festspielen war sie zu Gast.

Zu ihren letzten Arbeiten als Regisseurin zählen unter anderem »Elektra« am Theater Magdeburg, Stephen Olivers »Mario und der Zauberer« an der Staatsoper Berlin, Henry Purcells »The Fairy Queen« und »Rigoletto« an der Royal Danish Opera Kopenhagen, »Der fliegende Holländer« am Stadttheater Lübeck« sowie Sciarrinos »La porta della legge« und Weills »Die sieben Todsünden« am Staatstheater Braunschweig.

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