Lyon, Opéra de Lyon, Guillaume Tell Gioachino Rossini, 05.-17.10.2019

Opéra de Lyon in Lyon © Stofleth

Opéra de Lyon in Lyon © Stofleth

Opéra de Lyon

Guillaume Tell Gioachino Rossini

Oper in vier Akten, 1829 (Pariser Oper)
Libretto von Victor Joseph Étienne de Jouy und Hippolyte Louis Florent Bis

Nach dem Theaterstück von Friedrich von Schiller
In französischer Sprache

Dauer: ca. 4 Stun
Ticketpreise von 10 bis 110€
Koproduktion mit dem Staatstheater Karlsruhe

Schwanengesang und Geburt einer Nation
Nach der Uraufführung von Guillaume Tell am 3. August 1829 zieht sich der „Schwan von Pesaro“ im Alter von 37 Jahren von der Opernbühne zurück. Das Libretto zu diesem Auftragswerk der Pariser Oper wurde von dem Königtreuen Etienne de Jouy nach Schillers Schauspiel (1804) bearbeitet, von dem Liberalen Hippolyte- Louis-Florent Bis vereinfacht und von dem Republikaner Armand Marrast nochmals leicht verändert. Wie bereits in der gleichnamigen Oper von Grétry aus dem Jahr 1791 bediente sich der legendäre Schweizer Held auch hier der französischen Sprache. Adolphe Nourrit sang den Arnold. Das Entstehen der Schweizer Eidgenossenschaft unter österreichischer Herrschaft am Ende des 13. Jahrhunderts bildet den tragischen Hintergrund einer einfachen Familien- und Liebesgeschichte, bei der das fiktive Trio Tell/Arnold/Mathilde zwischen den beiden historischen Lagern Schweiz/Österreich aufgerieben wird. Das Werk tritt vehement für das Selbstbestimmungsrecht der Völker ein und schließt mit einem mitreißenden Ruf nach Freiheit.

Wagners Einfluss auf Rossini
Trotz der Begeisterung von Presse, Publikum und seinen Auftraggebern (Charles X. verlieh dem Komponisten die Ehrenlegion) wurde kaum je ein Werk in der Musikgeschichte so stark verstümmelt wie Rossinis längste Oper. In der Pariser Oper singt Nourrit, der von Asile héréditaire überfordert ist, die Arie schon bei der dritten Aufführung nicht mehr. Die fünf Akte werden auf drei gekürzt und schließlich bleibt nur der zweite Akt („Was? Der ganze Akt?“, soll Rossini ironisch gefragt haben), aus dem man ein Ballett macht. Im Italien unter österreichischer Herrschaft wird Tell 1833 nach Schottland verlegt und in Mailand in Guglielmo Vallace umbenannt, in Rom in Rodolfo di Sterlinga (und sogar Giuda Maccabeo), während man in London als Titel Hofer or the Tell of Tyrol wählt und in Sankt Petersburg Karl der Kühne! 1831 wurde Guillaume Tell in italienischer Fassung in Lucca aufgeführt. Gilbert-Louis Duprez gab dort den Arnold, und den Anstoß zu einer von den Pro-Nourrit und den Pro-Duprez-Lagern angeheizten Rivalität. Diese gewaltige, überlange Oper, die große Ansprüche an Solisten, Choreographie und Chor stellt, hebt sich durch ihre getragenen Tempi von den sprühend leichten Werken ab, die den Ruf des Komponisten begründeten. Wagner bewunderte dieses einzigartige Werk und meinte zu Recht: „Sie haben da eine Musik für alle Zeiten geschrieben“, dessen beeindruckende
Länge schon auf Bayreuth vorauswies.

Eine Inszenierung für alle Zeiten
Tobias Kratzer, der nach einer erstaunlichen Götterdämmerung gerade vom Grünen Hügel zurückkommt, wo er den Tannhäuser inszenierte, verlegt dieses packende Manifest für die heutige Zeit, die auch vom Schrecken der Barbarei bedroht ist, in einen beinahe von jeglicher Folklore befreiten Rahmen. Das Werk wird in die Zeitlosigkeit einer Kulisse von Fotografien von Kohlezeichnungen einer erdrückenden und geschundenen Natur verlegt. Die Erwartungen an Tobias Kratzer, der den vierstündigen, in Originalversion gesungenen Guillaume Tell auf die Bühne bringt, sind hoch. Auch er ist wie Tell ein Günstling des Schicksals, ein Meister der Personenführung, der vor seiner großartigen Arbeit am Ring in Karlsruhe lautstark verkündete: „Der erste Fehler bestünde darin, sich vor der Länge des Werkes zu fürchten.“ Jean-Luc Clairet

Musikalische Leitung: Daniele Rustioni
Regie: Tobias Kratzer
Bühnenbild und Kostüme: Rainer Sellmaier
Licht: Reinhard Traub
Dramaturgie: Bettina Bartz
Chorleitung: Johannes Knecht
Guillaume Tell: Nicola Alaimo
Hedwige, seine Gattin: Enkeledja Shkoza
Jemmy, ihr Sohn: Jennifer Courcier
Arnold, Freier Mathildes:
John Osborn
Gesler, L andvogt: Jean Teitgen
Mathilde, Geslers Schwester: Jane Archibald
Rodolphe, Anführer der Bogenschützen: François Piolino
Walter Fürst: Patrick Bolleire
Ruodi, ein Fischer:
Philippe Talbot
Orchester und Chöre der Opéra de Lyon

Oktober 2019
Samstag 5. 19 Uhr
Montag 7. 19 Uhr
Mittwoch 9. 19 Uhr
Freitag 11. 19 Uhr
Sonntag 13. 15 Uhr
Dienstag 15. 19 Uhr
Donnerstag 17. 19 Uhr

Begleitveranstaltungen:
Go Maestro!

Eine Entdeckungsreise in die Welt der Opernmusik
2. Oktober um 18 Uhr
Amphitheater

Einführung:
7. Oktober um 17:30 Uhr
Amphitheater

—| Pressemeldung Opéra de Lyon |—

Bayreuth, Bayreuther Festspiele, Die 107. Bayreuther Festspiele beginnen, IOCO Aktuell, 25.07.2018

Festspielhaus Bayreuth © Patrik Klein

Festspielhaus Bayreuth © Patrik Klein

Bayreuther Festspiele

Bayreuther Festspiele 2018

Lohengrin, Parsifal, Tristan, Meistersinger, Holländer, Walküre

Von Patrik Klein

Am 25. Juli eines jeden Jahres beginnen auf dem Grünen Hügel in Bayreuth die Bayreuther Festspiele; den Hauptwerken Richard Wagners gewidmet. In Anwesenheit von Kaiser Wilhelm I. (Wilhelm Friedrich Ludwig von Preußen 1797 – 1888) wurde am 13.8.1876 die erste Festspielsaison in Bayreuth mit Rheingold und höchst prominenten Gästen wie König Karl von Württemberg, Friedrich Nietzsche, Anton Bruckner, Franz Liszt, Leo Tolstoi, Camille Saint-Saents eröffnet. Der menschenscheue König Ludwig II. (1845 – 1886), Finanzier und Wagnerverehrer, fehlte zur Eröffnung; doch hatte er Tage zuvor den Generalproben und später einem Ring-Zyklus beigewohnt. 58.000 Besucher, verschworene Wagnerianer,  „pilgern“ seither jedes Jahr zu den Bayreuther Festspielen. Die Festspiele zählen zu den bekanntesten wie meist besprochenen Festspielen der Welt. IOCO wird mit sechs Korrespondenten alle Bayreuther Produktionen besuchen und für IOCO – Besucher besprechen.

Spielplan 2018  –  Hintergründe

Richard Wagner Büste © IOCO

Richard Wagner Büste © IOCO

Am 25. Juli 2018 beginnen die 107. Bayreuther Festspiele mit einer Neuinszenierung des Lohengrin. Die Regie liegt in den Händen von Yuval Sharon (der mit israelischen Wurzeln versehene Regisseur arbeitete unter anderem an der Deutschen Oper Berlin, bei den Bregenzer Festspielen und an der Oper von San Franzisco. Zu seinen neueren Arbeiten zählt Péter Eötvös’ Tri Sestri an der Wiener Staatsoper. Seine Inszenierung der Oper Doctor Atomic von John Adams 2014 am Staatstheater Karlsruhe erhielt den Götz-Friedrich-Preis). Für die Ausstattung zeichnen Neo Rauch und Rosa Loy verantwortlich. Beachtenswert dürfte Piotr Bezcala als Lohengrin nach der höchst unwürdigen Absage von Roberto Alagna und die Rückkehr von Waltraud Meier als Ortrud auf den Grünen Hügel sein. Die musikalische Leitung zum Lohengrin hat Christian Thielemann. Der Musikdirektor der Festspiele wird dann jedes der Hauptwerke Wagners auf dem Grünen Hügel dirigiert haben. Daneben stehen Der fliegende Holländer, Die Meistersinger von Nürnberg, Tristan und Isolde und Parsifal auf dem Spielplan. Um im ersten ringfreien Jahr eine möglichst große Zahl unterschiedlicher Produktionen zeigen zu können, wird zudem Die Walküre aus dem abgespielten Castorf-Ring noch einmal in drei Einzelvorstellungen präsentiert. Am Pult steht hier kein geringerer als Plácido Domingo.

IOCO Kultur im Netz berichtete 2017 ausführlich über Produktionen in Bayreuth, wie den Rings des Nibelungen, den sogenannten Castorf-Ring, Parsifal oder Die Meistersinger von Nürnberg. 2018 wird IOCO erneut mit mehreren Korrespondenten leidenschaftlich, mit offenen Augen und „gespitzten“ Ohren den Aufführungen im Festspielhaus beiwohnen und darüber berichten.

Die Bestätigung der im Herbst bestellten Tickets sind mittlerweile erfolgt. Ein weiteres Kontingent an Karten kommt demnächst in den Onlineverkauf. Voraussichtlich am 18. März 2018 um 14 Uhr wird der Verkauf von Eintrittskarten für die Bayreuther Festspiele 2018 im Online-Soforterwerbs-Verfahren beginnen, das heißt, ohne oftmals langjährige und lästige Wartezeiten.

Für sämtliche Aufführungen der Bayreuther Festspiele 2018 sind Eintrittskarten für Online-Bestellungen und schriftliche Bestellungen und für Online-Sofortkauf-Tickets abrufbar unter: http://www.bayreuther-festspiele.de/tickets-service/agb/

Kartenbestellungen werden nur im Internet (http://ticket.btfs.de) oder in schriftlicher Form (Bestellschein an: Bayreuther Festspiele GmbH · Kartenbüro · Postfach 100 262 · 95402 Bayreuth) angenommen.

 Palast am Canale Grande in Venedig - Richard Wagner wohnte und starb hier © IOCO

Palast am Canale Grande in Venedig – Richard Wagner wohnte und starb hier © IOCO

Bayreuther Festspiele – Spielplan 2018

Besetzungen – Änderungen vorbehalten

LOHENGRIN –  25.7.; 29.7.; 2.8.; 6.8.; 10.8.2018

Musikalische Leitung Christian Thielemann
Regie Yuval Sharon
Bühne Neo Rauch, Rosa Loy
Kostüm Rosa Loy, Neo Rauch
Chorleitung Eberhard Friedrich
Licht Reinhard Traub

Heinrich der Vogler Georg Zeppenfeld
Lohengrin Piotr Bezcala  (Roberto Alagna hat kurzfristig abgesagt)
Elsa von Brabant Anja Harteros
Friedrich von Telramund Tomasz Konieczny
Ortrud Waltraud Meier
Der Heerrufer des Königs Egils Silins

  1. Edler Michael Gniffke
  2. Edler Eric Laporte
  3. Edler Raimund Nolte
  4. Edler Timo Riihonen

Termine: Mittwoch, 25. Juli 2018, 16:00 Uhr; Sonntag, 29. Juli 2018, 16:00 Uhr; Donnerstag, 02. August 2018, 16:00 Uhr; Montag, 06. August 2018, 16:00 Uhr; Freitag, 10. August 2018, 16:00 Uhr


PARSIFAL: 26.7.; 1.8.; 14.8.; 19.8.; 25.8.2018

Musikalische Leitung Semyon Bychkov
Regie Uwe Eric Laufenberg
Bühne Gisbert Jäkel
Kostüm Jessica Karfe
Licht Reinhard Traub
Video Gérard Naziri
Dramaturgie Richard Lorber
Chorleitung Eberhard Friedrich

Amfortas Thomas J. Mayer
Titurel Tobias Kehrer
Gurnemanz Günther Groissböck
Parsifal Andreas Schager
Kundry Elena Pankratova
Klingsor Derek Welton

Termine: Donnerstag, 26. Juli 2018, 16:00 Uhr; Mittwoch, 01. August 2018, 16:00 Uhr; Mittwoch, 08. August 2018, 16:00 Uhr; Dienstag, 14. August 2018, 16:00 Uhr; Sonntag, 19. August 2018, 16:00 Uhr; Samstag, 25. August 2018, 16:00 Uhr


 Richard Wagner Denkmal im Berliner Tiergarten © Rainer Maass

Richard Wagner Denkmal im Berliner Tiergarten © Rainer Maass

TRISTAN UND ISOLDE: 27.7.; 13.8.; 16.8.; 20.8.; 24.8.; 28.8.2018

Musikalische Leitung Christian Thielemann
Regie Katharina Wagner
Bühne Schlößmann; Lippert
Kostüm Thomas Kaiser
Dramaturgie Daniel Weber
Licht Reinhard Traub
Chorleitung Eberhard Friedrich

Tristan Stephen Gould
Marke René Pape, Georg Zeppenfeld
Isolde Petra Lang
Kurwenal Iain Paterson
Brangäne Christa Meyer

Termine: Freitag, 27. Juli 2018, 16:00 Uhr; Montag, 13. August 2018, 16:00 Uhr; Donnerstag, 16. August 2018, 16:00 Uhr; Montag, 20. August 2018, 16:00 Uhr; Freitag, 24. August 2018, 16:00 Uhr; Dienstag, 28. August 2018, 16:00 Uhr


DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG –  28.7.; 5.8.; 11.8.; 17.8.; 21.8.; 27.8.2018

Musikalische Leitung Philippe Jordan
Regie Barrie Kosky
Bühne Rebecca Ringst
Kostüm Klaus Bruns
Chorleitung Eberhard Friedrich
Dramaturgie Ulrich Lenz
Licht Franck Evin

Hans Sachs Michael Volle
Veit Pogner Günther Groissböck
Sixtus Beckmesser Johannes Martin Kränzle
Fritz Kothner Daniel Schmutzhard
Walther von Stolzing Klaus Florian Voigt
David Daniel Behle
Eva Emily Magee

Termine: Samstag, 28. Juli 2018, 16:00 Uhr; Sonntag, 05. August 2018, 16:00 Uhr; Samstag, 11. August 2018, 16:00 Uhr; Freitag, 17. August 2018, 16:00 Uhr; Dienstag, 21. August 2018, 16:00 Uhr; Montag, 27. August 2018, 16:00 Uhr


DER FLIEGENDE HOLLÄNDER:  30.7.; 3.8.; 7.8.; 12.8.; 22.8.; 26.8.2018

Musikalische Leitung Axel Kober
Regie Jan Philipp Gloger
Bühne Christof Hetzer
Kostüm Karin Jud
Chorleitung Eberhard Friedrich
Dramaturgie Sophie Becker
Licht Urs Schönebaum

Daland Peter Rose
Senta Ricarda Merbeth
Erik Tomislav Muzek
Mary Christa Mayer
Der Steuermann Rainer Trost
Holländer Greer Grimsley, John Lundgren

Termine: Montag, 30. Juli 2018, 18:00 Uhr; Freitag, 03. August 2018, 18:00 Uhr; Dienstag, 07. August 2018, 18:00 Uhr; Sonntag, 12. August 2018, 18:00 Uhr; Mittwoch, 22. August 2018, 18:00 Uhr; Sonntag, 26. August 2018, 18:00 Uhr


DIE WALKÜRE – 31.7.; 18.8.; 29.8.2018

Musikalische Leitung Plácido Domingo
Regie Frank Castorf
Bühne Aleksandar Denic
Kostüm Adriana Braga Peretzki
Licht Rainer Casper
Video Andreas Deinert, Jens Crull
Technische Einrichtung Karl-Heinz Matitschka

Siegmund Stephen Gould
Hunding Tobias Kehrer
Wotan Greer Grimsley, John Lundgren
Sieglinde Anja Kampe
Brünnhilde Catherine Foster
Fricka Marina Prudenskaya

Termine: Dienstag, 31. Juli 2018, 16:00 Uhr; Samstag, 18. August 2018, 16:00 Uhr; Mittwoch, 29. August 2018, 16:00 Uhr


Alle Informationen und weitere Details können auf der Internetseite www.bayreuther-festspiele.de eingesehen werden.

—| Pressemeldung Bayreuther Festspiele |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, Uraufführung: SIRENEN, 14.09.2014

September 5, 2014 by  
Filed under Oper Frankfurt, Premieren, Pressemeldung

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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt / inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt / inmitten des Finanzzentrums © IOCO

SAISONERÖFFNUNG 2014/15 DER OPER FRANKFURT

URAUFFÜHRUNG:  SIRENEN  von Rolf Riehm

Oper in drei Teilen und acht Szenen von Rolf Riehm (*1937), Text vom Komponisten, U.a. nach der Odyssee des Homer, nach Karoline Günderrode, Isabelle Eberhardt u.a.

Sonntag, 14. September 2014, um 18.00 Uhr im Opernhaus,  Weitere Vorstellungen: 18., 21., 26. September, 2., 4. Oktober 2014

Musikalische Leitung: Martyn Brabbins, Inszenierung: Tobias Heyder
Bühnenbild: Tilo Steffens, Kostüme: Verena Polkowski
Licht: Joachim Klein, Video: Christina Becker
Dramaturgie: Wolfgang Willaschek, Mareike Wink

Besetzung:
Kirke: Tanja Ariane Baumgartner, Odysseus (Sänger): Lawrence Zazzo
Odysseus (Schauspieler): Michael Mendl, Telegonos: Dominic Betz
Sirenen: Sarah Maria Sun, Britta Stallmeister, Barbara Zechmeister, Jessica Strong,
Frauke Burg, Maria Pantiukhova, Annette Schönmüller, Nina Tarandek u.a.
Statisterie der Oper Frankfurt, Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Oper Frankfurt / Rolf Riehm (Komponist) © Stefan Forster

Oper Frankfurt / Rolf Riehm (Komponist) © Stefan Forster

Rolf Riehm (*1937) studierte zunächst Schulmusik in seiner Geburtsstadt Frankfurt und ab Anfang der 1960er Jahre Komposition bei Wolfgang Fortner in Freiburg. Er gilt als Mitbegründer der Frankfurter Vereinigung für Musik (1964-1970) und wirkte ab 1968 als Dozent an der Rheinischen Musikschule Köln, wo er bis 1972 auch Mitglied der „Gruppe 8“ – einem Zusammenschluss Kölner Komponisten – war. Von 1974 bis 2000 unterrichtete Riehm als Professor an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt und gehörte von 1976 bis 1981 dem legendären „Sogenannten Linksradikalen Blasorchester“ an. Sirenen, ein Auftragswerk der Oper Frankfurt, bezeichnet den vorläufigen Höhepunkt seiner langjährigen Beschäftigung mit dem Sirenen-Stoff, welche in zahlreichen seiner Werke dokumentiert ist.

Zur Handlung: Kirke ließ auf Befehl der Götter ihren Geliebten Odysseus ziehen. Damit er zu ihr zurückfinden würde, verriet sie ihm das Geheimnis, den betörenden Gesang der Sirenen zwar zu hören, aber dennoch dem Tod entgehen zu können. Odysseus überlebte, kehrte jedoch niemals zu Kirke zurück. Die Sirenen wurden ausgelöscht. Die gekränkte Kirke ersann einen Plan: Jahre später fällt ihr Sohn Telegonos über die Insel Ithaka her und tötet den alten Odysseus – seinen Vater – mit dessen eigenem Speer. Er begleitet den Sterbenden, der getrieben ist von dem unbändigen Verlangen, durch die Sirenen die Wahrheit über die Welt zu erfahren, in den Tod. In seinen Gedanken macht sich Odysseus auf eine Reise zu den Sirenen, auf der ihm niemand folgen kann. Er erreicht das Land, in dem die Lebenden zu den Toten sprechen. Dort erwartet ihn Kirke, die er einst verließ und vergaß.

Die musikalische Leitung dieser Uraufführung übernimmt mit Martyn Brabbins einer der führenden britischen Dirigenten, der sich besonders auf dem Gebiet der zeitgenössischen Musik große Verdienste erworben hat. In Frankfurt dirigierte er u.a. Dallapiccolas Operndoppel Volo di notte / Il prigioniero (2003/04) sowie Blochs Macbeth (2006/07). Tobias Heyder inszenierte zuletzt 2013/14 Ravels L’enfant et les sortilèges am Staatstheater Karlsruhe; er ist seit 2009 als Regieassistent an der Oper Frankfurt tätig.

Oper Frankfurt / Michael Mendl (Odysseus [Schauspieler] © www.frank-wartenberg.com

Oper Frankfurt / Michael Mendl (Odysseus [Schauspieler] © www.frank-wartenberg.com

Unzählige Bühnenrollen, aber auch viele Auftritte in Film- und TV-Produktionen begründen die Popularität des Schauspielers Michael Mendl (Odysseus). Sein singendes Alter Ego wird verkörpert von dem Countertenor Lawrence Zazzo, der hier zuletzt 20013/14 als Ruggiero in Vivaldis Orlando furioso gastierte. Aus dem Ensemble stammt die Mezzosopranistin Tanja Ariane Baumgartner (Kirke), der junge Schauspieler Dominic Betz (Telegonos) war in Frankfurt u.a. in Strauß‘ Die Fledermaus zu erleben. Als Sirenen sind Gäste sowie Mitglieder des Opernstudios und des Ensembles der Oper Frankfurt besetzt.

Uraufführung: Sonntag, 14. September 2014, um 18.00 Uhr , Weitere Vorstellungen: 18., 21., 26. September, 2., 4. Oktober 2014; falls nicht anders notiert, Beginn 19.30 Uhr

—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, Uraufführung: SIRENEN – BILDER DES BEGEHRENS UND DES VERNICHTENS, 14.09.2014

Juli 18, 2014 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt / inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt / inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Uraufführung: SIRENEN – BILDER DES BEGEHRENS UND DES VERNICHTENS

Oper in drei Teilen und acht Szenen von Rolf Riehm (*1937)
Mit Übertiteln

Sonntag, 14. September 2014, um 18.00 Uhr im Opernhaus

Musikalische Leitung: Martyn Brabbins; Regie: Tobias Heyder

Mitwirkende: Tanja Ariane Baumgartner (Kirke), Lawrence Zazzo (Odysseus [Sänger]), Michael Mendl (Odysseus [Schauspieler]), Dominic Betz (Telegonos), Annette Schönmüller, Sarah Maria Sun, Frauke Burg, Britta Stallmeister, Barbara Zechmeister, Maria Pantiukhova, Jessica Strong, Nina Tarandek (Sirenen) u.a.

Weitere Vorstellungen: 18., 21., 26. September, 2., 4. Oktober 2014
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr

Auftragswerk der Oper Frankfurt
Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper

Rolf Riehm (*1937) studierte zunächst Schulmusik in seiner Geburtsstadt Frankfurt und ab Anfang der 1960er Jahre Komposition bei Wolfgang Fortner in Freiburg. Er gilt als Mitbegründer der Frankfurter Vereinigung für Musik (1964-1970) und wirkte ab 1968 als Dozent an der Rheinischen Musikschule Köln, wo er bis 1972 auch Mitglied der „Gruppe 8“ – einem Zusammenschluss Kölner Komponisten – war. Von 1974 bis 2000 unterrichtete Riehm als Professor an der Frankfurter Musikhochschule und gehörte von 1976 bis 1981 dem legendären „Sogenannten Linksradikalen Blasorchester“ an. Sirenen, ein Auftragswerk der Oper Frankfurt, bezeichnet den vorläufigen Höhepunkt seiner langjährigen Beschäftigung mit dem Sirenen-Stoff, welche in zahlreichen seiner Werke dokumentiert ist.

Oper Frankfurt / Rolf Riehm (Komponist) © Stefan Forster

Oper Frankfurt / Rolf Riehm (Komponist) © Stefan Forster

Zur Handlung: Kirke ließ auf Befehl der Götter ihren Geliebten Odysseus ziehen. Damit er zu ihr zurückfinden würde, verriet sie ihm das Geheimnis, den betörenden Gesang der Sirenen zwar zu hören, aber dennoch dem Tod entgehen zu können. Odysseus überlebte, kehrte jedoch niemals zu Kirke zurück. Die Sirenen wurden ausgelöscht. Die gekränkte Kirke ersann einen Plan: Jahre später fällt ihr Sohn Telegonos über die Insel Ithaka her und tötet den alten Odysseus – seinen Vater – mit dessen eigenem Speer. Er begleitet den Sterbenden, der getrieben ist von dem unbändigen Verlangen, durch die Sirenen die Wahrheit über die Welt zu erfahren, in den Tod. In seinen Gedanken macht sich Odysseus auf eine Reise zu den Sirenen, auf der ihm niemand folgen kann. Er erreicht das Land, in dem die Lebenden zu den Toten sprechen. Dort erwartet ihn Kirke, die er einst verließ und vergaß.

Die musikalische Leitung dieser Uraufführung übernimmt mit Martyn Brabbins einer der führenden britischen Dirigenten, der sich besonders auf dem Gebiet der zeitgenössischen Musik große Verdienste erworben hat. In Frankfurt dirigierte er u.a. Dallapiccolas Operndoppel Volo di notte / Il prigioniero (2003/04) sowie Blochs Macbeth (2006/07). Tobias Heyder inszenierte zuletzt 2013/14 Ravels L’enfant et les sortilèges am Staatstheater Karlsruhe; er ist seit 2009 als Regieassistent an der Oper Frankfurt tätig. Unzählige Bühnenrollen, aber auch viele Auftritte in Film- und TV-Produktionen begründen die Popularität des Schauspielers Michael Mendl (Odysseus). Sein singendes Alter Ego wird verkörpert von dem Countertenor Lawrence Zazzo, der hier zuletzt 20013/14 als Ruggiero in Vivaldis Orlando furioso gastierte. Aus dem Ensemble stammt die Mezzosopranistin Tanja Ariane Baumgartner (Kirke), der junge Schauspieler Dominic Betz (Telegonos) war in Frankfurt u.a. in Strauß‘ Die Fledermaus zu erleben. Als Sirenen sind Gäste sowie Mitglieder der Oper Frankfurt besetzt.

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