Nürnberg, Staatstheater Nürnberg, Joana Mallwitz – 2018/2019 GMD am Staatstheater, IOCO Aktuell, 20.02.2018

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Staatstheater Nürnberg

Staatstheater Nürnberg © Ludwig Olah

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Joana Mallwitz neue Generalmusidirektorin

Erstmals eine Frau Orchesterchefin in Nürnberg

Die junge Dirigentin Joana Mallwitz (* 1986 in Hildesheim) übernimmt als neue Generalmusikdirektorin ab der Saison 2018/2019 die Leitung der Staatsphilharmonie Nürnberg. Ihr Vertrag läuft über fünf Jahre. Nürnbergs Kulturreferentin Prof. Dr. Julia Lehner hob hervor, dass mit Joana Mallwitz zum ersten Mal eine Frau dem größten Orchester Nürnbergs vorsteht:

„Mit der Berufung von Frau Mallwitz zur Generalmusikdirektorin an das Staatstheater Nürnberg wurde ein Schritt vollzogen, der in unserer Gesellschaft höchst überfällig ist: Frauen in Führungspositionen. Die Verpflichtung der hochkompetenten Dirigentin wird entscheidend dazu beitragen, dass das Haus auf dem richtigen Weg in die Zukunft ist. Statt Lippenbekenntnissen werden in Nürnberg Tatsachen geschaffen.“

Staatstheater Nürnberg / Bestellung von Joana Mallwitz zur neuen Generalmusikdirektorin in Nürnberg © Lars Finneisen

Staatstheater Nürnberg / Bestellung von Joana Mallwitz zur neuen Generalmusikdirektorin in Nürnberg © Lars Finneisen

Mit der Verpflichtung von Joana Mallwitz als neuer Generalmusikdirektorin des Staatstheaters ist die künftige Theaterleitung komplett. Jens-Daniel Herzog stellte die neue Orchesterchefin als eine Dirigentin mit souveräner Technik vor, die in der Musikszene einen hervorragenden Ruf genießt. In den Vordirigaten im Rahmen des Findungsprozesses habe Joana Mallwitz durch eine außergewöhnliche Musikalität, deutliche Zeichengebung und klare musikalische Konzepte und Ansagen überzeugt. Die junge, aufstrebende und international gefragte Künstlerin habe sich in ihrer Zeit als GMD am Theater Erfurt als Theaterpraktikerin ausgewiesen, die einem Orchester sowohl Sicherheit als auch künstlerische Visionen vermitteln kann

„Mit Joana Mallwitz als GMD und Jan Philipp Gloger als Schauspieldirektor sind zwei der gefragtesten Künstler ihrer Generation künftig Spartenleiter am Staatstheater Nürnberg. Sie stehen für einen Generationswechsel und bringen dabei die nötige Erfahrung mit, um ihre Sparten kompetent und ideenreich in die Zukunft zu führen. Als designierter Staatsintendant bin ich stolz und froh, solche Persönlichkeiten für Nürnberg gewonnen zu haben.
Das Nürnberger Publikum darf sich auf ihren frischen Blick auf bekannte Stücke des Opern- und Musikrepertoires freuen, ebenso aber auf ihre Ideen, wie das Musikleben in Nürnberg weiterentwickelt werden kann. Ich freue mich besonders, dass sich Joana Mallwitz längerfristig ans Staatstheater Nürnberg binden und hier eine kontinuierliche Arbeit machen will – dazu sind nicht viele der hochbegabten Dirigenten ihrer Generation bereit. Dass sich eine Musikerin wie Joana Mallwitz für das Staatstheater Nürnberg entscheidet, zeigt die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit dieses Theaters und dieser Stadt.“, sagte Jens-Daniel Herzog im Rahmen der Ernennung im Oktober 2017.

Staatstheater Nürnberg / Bestellung von Joana Mallwith zur neuen Generalmusikdirektorin in Nürnberg © Lars Finneisen

Staatstheater Nürnberg / Bestellung von Joana Mallwith zur neuen Generalmusikdirektorin in Nürnberg © Lars Finneisen

Joana Mallwitz übernahm als jüngste Generalmusikdirektorin Europas in der Spielzeit 2014/2015 die Orchesterleitung am Theater Erfurt. Neben der Einstudierung zahlreicher Neuproduktionen initiierte sie auch eine Orchester-Akademie des Philharmonischen Orchesters Erfurt, begründete das Composer in Residence-Projekt „Erfurts Neue Noten“ und konzipierte das überaus erfolgreiche Konzertformat „Expeditionskonzerte“. Daneben gastierte sie europaweit an renommierten Bühnen wie der Königlichen Dänischen Oper, am Opernhaus Zürich, an der Oper Frankfurt und an der Hamburger Staatsoper.

Zur neuen Aufgabe in Nürnberg sagte die designierte Generalmusikdirektorin: „Ich freue mich auf die spannende und ehrenvolle Aufgabe, die als Nürnbergs neue Generalmusikdirektorin auf mich zukommt; auf die Arbeit mit der großartigen Staatsphilharmonie und dem wunderbaren Team um Jens-Daniel Herzog, in das ich seit den ersten Begegnungen das größte Vertrauen hatte und mit dem einfach die Chemie stimmt.“

Im Namen der Staatsphilharmonie Nürnberg gratulierte der Orchestervorstand, den Heidi Braun und Ewald Laube vertraten, Joana Mallwitz herzlich zur Berufung durch den künftigen Intendant und den Stiftungsrat:  „Wir freuen uns vor allem auf eine gute und künstlerisch anregende Zusammenarbeit mit unserer neuen Generalmusikdirektorin und sind sehr gespannt und guter Dinge, dass wir gemeinsam auf eine inspirierende musikalische Reise gehen werden.“ 

—| IOCO Aktuell Staatstheater Nürnberg |—

Nürnberg, Staatstheater Nürnberg, Benefiz-Gala des Damenclubs, 08.06.2017

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Staatstheater Nürnberg © Ludwig Olah

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Benefiz-Gala des Damenclubs

Benefizkonzert mit Solisten des Staatstheaterensembles im Opernhaus

Der Damenclub zur Förderung der Nürnberger Oper e.V. lädt wieder zum traditionellen Sommernachts-Benefizkonzert am Donnerstag, 08. Juni 2017 (19:30 Uhr), ins Nürnberger Opernhaus.

Staatsintendant Peter Theiler moderiert durch das Programm, das von Solist*innen des Opernensembles und Stipendiat*innen des Internationalen Opernstudios präsentiert wird. Klassiker aus Hoffmanns Erzählungen, Madama Butterfly, Carmen, Die Csárdásfürstin u.a. werden von den Ensemblemitgliedern Levent Bakirci und Alexej Birkus, Kurt Schober sowie von den Mitgliedern des Opernstudios Margarita Vilsone, Irina Maltseva und Yongseung Song vorgetragen. Kapellmeister Andreas Paetzold begleitet die Arien und Duette am Klavier. Der ungarische Violinist Ferenc Babari, ehem. Konzertmeister der Staatsphilharmonie Nürnberg, rundet das Programm mit einigen Bravourstücken auf seinem Instrument ab.

—| Pressemeldung Staatstheater Nürnberg |—

Nürnberg, Staatstheater Nürnberg, Italienerin in Algier von G. Rossini, IOCO Kritik, 03.04.2017,

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Staatstheater Nürnberg © Ludwig Olah

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Im Land des gekauften Lächelns

 Die Italienerin in Algier – Als herrlich schwarze Komödie

Von Hanns Butterhof

Die Zukunft, in der Laura Scozzi Rossinis „Italienerin in Algier“ spielen lässt, ist reine Gegenwart. Mächtige reiche Männer, die sich für die Größten halten, wollen noch immer mehr von allem, vor allem Frauen. Und derer, die sie dann haben oder kaufen, sind sie bald überdrüssig, weil sie sie schon haben oder weil ihr Sex und ihr Lächeln so käuflich sind. Märchenhaft kommt dann eine Frau daher, die so stark ist, dass sie diese Männer erst schwach und dann zum Affen macht.

Staatstheater Nuernberg / Italienerin in Algier - Die Bedienung von Männergelüsten, Tanja Brunner und Chor © Ludwig Olah

Staatstheater Nuernberg / Italienerin in Algier – Die Bedienung von Männergelüsten, Tanja Brunner und Chor © Ludwig Olah

In der wunderbar stimmig aktualisierten Aufführung in Nürnberg ist die europäische Wirtschaft zusammengebrochen. Die Arbeitsimmigranten zieht es übers Mittelmeer, etwa ins prosperierende Algier, wo sie Zustände wie in Kuwait vorfinden. Ihnen werden die Pässe abgenommen und sie arbeiten im Haushalt wie bessere Sklaven.

Der Hausherr Mustafà (Marcell Bakonyi) ist ein schwerreicher Wirtschafts-Boss. Er ist seiner Ehefrau Elvira (Ina Yoshikawa) überdrüssig und nicht nachhaltig befriedigt von den vielen einheimischen bezahlten Mädels, die ihm mit oder ohne Reizwäsche (Kostüme: Tal Shacham) auf dem Konferenztisch oder im lasziven Flokati-Bett zu Willen sind. Da muss eine emanzipierte Europäerin Abhilfe schaffen.

 Staatstheater Nuernberg / Italienerin in Algier_Isabella_Ida Aldrian wird von Haly_Wonyong Kang aus Flüchtlingsunterkunft abgeholt © Ludwig Olah

Staatstheater Nuernberg / Italienerin in Algier_Isabella_Ida Aldrian wird von Haly_Wonyong Kang aus Flüchtlingsunterkunft abgeholt © Ludwig Olah

Aus der Flüchtlingsunterkunft wird Mustafà von seinem Bodyguard Haly (Wonyong Kang) die Italienerin Isabella (Ida Aldrian) zugeführt, die auf der Suche nach ihrem Geliebten Lindoro (Martin Platz) ist. Die erst in der Küche zum blutigen Schlachten eines Hasen eingesetzte resolute Schöne zähmt den selbsternannten Frauenbändiger, indem sie ihn lockend zurückweist. Wird er handgreiflich, schlägt sie ihn mit der Poree-Stange. Mit Gummimaske als Catwoman-Domina fesselt sie ihn schließlich ans Bett und lässt seine Prostituierten-Gang sich mit genüsslicher Rache an ihm abarbeiten. Natürlich gelingt ihr am Ende mit Lindoro die Flucht zurück nach Italien, nicht ohne die italienischen Arbeitssklaven befreit und mitgenommen zu haben.

Laura Scozzi inszeniert die an sich schreckliche Geschichte als herrlich schwarze Männerphantasie- Komödie. Schon über den running gag muss man lachen, einem Pärchen (Selina Lettenbichler und Pawel Dudus), das sich während der Handlung und ohne unmittelbare Verbindung mit ihr permanent prügelt und wieder versöhnt. Mal endet sie mit einer Axt, mal er mit dem Dolch in der Brust. Ein wüste Keilerei löst sich zu einem Quicky an der Wand auf – und man wird des Schreckens dieser Szenen nicht gewahr.

Staatstheater Nuernberg / Italienerin in Algier_ Die Prostituierten rächen sich an Mustafa © Ludwig Olah

Staatstheater Nuernberg / Italienerin in Algier_ Die Prostituierten rächen sich an Mustafa © Ludwig Olah

Entsprechend geht es mit der Handlung. Wohin man blickt, ist Ausbeutung aller Art. Aber im prächtig das Lob seines Herrn singenden Chor (Einstudierung Tarmo Vaask) wird sie nur sehr zurückhaltend sichtbar, bei den ausgesprochen reizenden Frauen bemerkt man sie wie im wirklichen Leben gar nicht mehr; so unverkrampft daherkommenden Sex sieht man selten auf der Bühne. Laura Scozzi bedient das männliche Macho-Auge umfassend bis hin zu einem vollendeten Striptease. Die auftrumpfende Männlichkeit beschämt sie dann unaufdringlich mit dem Triumph der weiblichen Klugheit, den sie mit einem Tritt seiner Frau in den Unterleib Mustafàs bekräftigt.

Auf der sich beständig drehenden Bühne Natacha Le Guen de Kerneizons mit dem kühlen Ensemble von Schlaf- und Konferenzzimmer, von Küche und Bedientenkabuff  rollt die Handlung schlüssig und wie am Schnürchen ab. Nur nach der Pause hängt die Intrige etwas durch, weil aufwendig plausibel gemacht werden muss, warum sich Mustafà so primitiv übertölpeln lässt. Aber da wird sehr schön deutlich, dass es seine Sehnsucht nach einem nicht gekauften Lächeln ist, die ihn in die Ehren-Loge der Pappadaci  treten lässt.

In der Welt, die Laura Scozzi mit der „Italienerin in Algier“ zeigt, hat Liebe keinen Ort. Bodyguard Haly und Elviras Kammerfrau Zulma (Irina Maltseva), die stimmlich zusammengehören, werden kein Paar. Lindoro und Elvira verweigern sich Mustafás Heiratsgebot, weil sie sich nicht lieben. Und es gibt keine Liebesarie von Isabella und Lindoro. Das Land des nicht gekauften Lächelns ist Utopie.

Staatstheater Nuernberg / Italienerin in Algier - Isabel hält Mustafa auf Distanz © Ludwig Olah

Staatstheater Nuernberg / Italienerin in Algier – Isabel hält Mustafa auf Distanz © Ludwig Olah

Die Solisten singen und spielen erfreulich unkomödiantisch überdreht. Ida Aldrian beglaubigt die resolute Italienerin mit glänzenden Mezzo-Koloraturen, aber der sehr jungenhafte Tenor Martin Platz’ lässt eher vermuten, dass sie sich aus mütterlicher Sorge um ihn statt aus Liebe nach Algier aufgemacht hat. Marcell Bakonyi verkörpert passend den umtriebigen Playboy Mustafà ohne bodenständige Bass-Grundierung. Ina Yoshikawa gefällt mit beweglichem Koloratur-Sopran wie besonders auch Wonyong Kang als Haly und Irina Maltseva als Zulma.

Volker Hiemeyer am Pult der Staatsphilharmonie Nürnberg dirigiert sängerfreundlich, treibt das turbulente Geschehen mit pulsierendem Rossini-Schwung  mitreißend voran und verführt gegenüber dem Geschehen auf der Bühne zu eher genießerischer statt kritischer Haltung.

Nach fast drei Stunden italienisch gesungener, englisch und deutsch übertitelter Musik viel Beifall für eine insgesamt sehr gelungene, schlüssig aktualisierte „Italienerin in Algier“.

Die Italienerin in Algier (L’Italiana in Algeri):  Weitere Vorstellungen  15.4.2017 19.30 Uhr, 17.4. und 23.4.2017 19.00 Uhr

—| IOCO Kritik Staatstheater Nürnberg |—

Nürnberg, Staatstheater Nürnberg, Neues Leitungsteam 2018, IOCO Aktuell, 12.11.2016

November 12, 2016 by  
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Staatstheater Nürnberg

Staatstheater Nürnberg © Ludwig Olah

Staatstheater Nürnberg © Ludwig Olah

Staatstheater Nürnberg Leitung  2018

Jens-Daniel Herzog, Jan Philipp Gloger, Goyo Montero

Seit dem 1.3.2016 ist Kontinuität am Staatstheater Nürnberg langfristig gesichert. Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, der Bayerische Staatsminister Dr. Markus Söder und die Kulturreferentin der Stadt, Prof. Dr. Julia Lehner stellten im März 2016 den für 2018 bestellten Nachfolger von Staatsintendant Peter Theiler vor: Jens-Daniel Herzog (52).

Staatstheater Nürnberg / Neues Leitungsteamvon links Goyo Montero, Christian Ruppert, Jens-Daniel Herzog, Prof. Dr. Julia Lehner, Jan Philipp Gloger © Staatstheater Nürnberg

Staatstheater Nürnberg / Neues Leitungsteamvon links Goyo Montero, Christian Ruppert, Jens-Daniel Herzog, Prof. Dr. Julia Lehner, Jan Philipp Gloger © Staatstheater Nürnberg

Am 9.11.2016 stellte Jens-Daniel Herzog die künftigen Spartenleiter für Schauspiel und Ballett vor: Der Regisseur Jan Philipp Gloger wird das Amt des Schauspieldirektors übernehmen, Goyo Monteros Vertrag als Ballettdirektor und Chefchoreograph wird um weitere fünf Jahre verlängert. Jens-Daniel Herzog wird selbst die Aufgaben des Operndirektors wahrnehmen. GMD Marcus Bosch wird 2018 das Staatstheater verlassen. Ein Nachfolger für Bosch als GMD wurde noch nicht bestellt.

Kulturreferentin Prof. Dr. Julia Lehner sagte zur Eröffnung der Pressekonferenz: „Das Team des Staatstheaters ab 2018 steht: Dem Staatsintendanten Jens-Daniel Herzog, der auch das Amt des Operndirektors übernimmt, steht mit Jan Philipp Gloger einer der interessantesten jungen Regisseure der Republik an der Seite. Besonders freut mich auch, dass Goyo Montero seine überaus erfolgreiche und spannende Arbeit als Ballettdirektor bis 2023 in Nürnberg fortsetzen wird.“  Jens-Daniel Herzog betonte, dass die Neubesetzung der Schauspieldirektion mit dem Vertragsende von Klaus Kusenberg einhergehe und äußerte große Anerkennung für die Leistungen des amtierenden Schauspielchefs: „Klaus Kusenberg hat das Schauspiel Nürnberg 18 Jahre lang geleitet und hier hervorragende Arbeit für die Stadt und das Publikum gemacht.“ Mit der Berufung des jungen Regisseurs Jan Philipp Gloger als „jüngsten Schauspieldirektor an einem großen deutschen Theater“ geht nun auch ein Generationenwechsel einher: „Ich bin sehr stolz darauf, dass ich mit Jan Philipp Gloger einen so profilierten Künstler gewinnen konnte, der Spaß an alten Texten und an neuen Formen hat und mit dem ich eng zusammenarbeiten möchte. Beide wollen wir in Oper und Schauspiel ein Sänger- und Schauspieler-Ensemble aufbauen, das für diese Stadt steht und mit dem sich das Publikum identifizieren kann.“ – so Jens-Daniel Herzog.

Staatstheater Nürnberg / Schauspieldirektor Jan Phillipp Gloger © Katrin Binner

Staatstheater Nürnberg / Schauspieldirektor Jan Phillipp Gloger © Katrin Binner

Jan Philipp Gloger gab mit 25 Jahren sein Debüt am Bayerischen Staatsschauspiel, wurde mit 29 Jahren Leitender Regisseur am Staatstheater Mainz und hat im Alter von 30 Jahren die Bayreuther Festspiele mit einer Inszenierung des Fliegenden Holländers eröffnet. Inzwischen ist er 34 und bereitet gerade seine 27. Schauspielinszenierung vor, diesmal eine Uraufführung von Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek am Düsseldorfer Schauspielhaus.

Zuvor war er unter anderem am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, dem Staatsschauspiel Dresden, dem Deutschen Theater und der Schaubühne Berlin beschäftigt. Als Opernregisseur hat er unter anderem an der Semperoper Dresden, an den Opern in Frankfurt, Zürich und Amsterdam und zuletzt am Royal Opera House Covent Garden in London gearbeitet. Jan Philipp Gloger stellte sich im Rahmen der Pressekonferenz mit den Worten vor: „Dass ich diesen ‚Job‘, meine Position als Schauspieldirektor mit größter Freude und Euphorie antrete, das liegt daran, dass mir das Schauspiel Nürnberg als wunderbare Möglichkeit erscheint, einen lang gehegten Wunsch Realität werden zu lassen: Nämlich die Erfahrungen, Kräfte und auch Verbindungen, die ich in nun auch schon gut neun Jahren als Schauspielregisseur gesammelt habe, an einem Ort und in einem Haus zu bündeln. […]

Ich glaube an das Vertrauen als wichtigsten Rohstoff im Theater. Deswegen glaube ich auch an das Ensembletheater, an dieses wertvolle, einzigartige Instrument, das uns erlaubt, kontinuierlich mit einem festen Kreis von Künstlern an einem Ort zu leben und zu arbeiten und das wir in Deutschland zum Glück NOCH haben.“ An gleicher Stelle versprach der junge Regisseur, während seiner Amtszeit ein breites Spektrum der Stoffe, Themen, Theaterformen und -ästhetiken in Nürnberg anzubieten.

Staatstheater Nürnberg / Neuer Ballettdirektor Goyo Montero © Ludwig Olah

Staatstheater Nürnberg / Neuer Ballettdirektor Goyo Montero © Ludwig Olah

Die erfolgreiche Arbeit des spanischen Ballettdirektors Goyo Montero, den Staatsintendant Peter Theiler bereits 2008 nach Nürnberg verpflichtete, wird unter der Intendanz von Jens-Daniel Herzog fortgesetzt. Der Vertrag des Spaniers wird um weitere fünf Jahre, bis 2023, verlängert. Dazu sagte der kommende Staatsintendant: „Eine große Ehre ist für mich, dass der Ballettdirektor Goyo Montero seine Arbeit am Staatstheater Nürnberg fortsetzen möchte. Ich habe mehrere Arbeiten von Goyo Montero gesehen und war einfach nur begeistert.

Das ist eine ausdrucksstarke, berührende und heutige Tanzsprache, mit Lust zum Erzählen und einem überraschenden Umgang mit dem Raum, den ich so anderswo noch nicht gesehen habe. Dazu kommt eine großartige Company sowohl bei den Solisten als auch im Ensemble und ein tolles, lebendiges und altersmäßig auf die beste Weise durchmischtes Publikum, das Goyo und seine Mitstreiter für sich gewonnen haben.“ Unter Goyo Monteros Leitung hat sich die neu ausgerichtete Sparte Ballett binnen kürzester Zeit etabliert: Die Compagnie wuchs in acht Jahren von 16 auf 22 Tänzerstellen, darüber hinaus befindet sich seit der Spielzeit 2015/2016 die Young Companie im Aufbau mit derzeit 4 Tänzerstellen. Grundlage für das Wachstum des Ballettensembles war die außerordentlich erfolgreiche künstlerische Arbeit Goyo Monteros, die von seiner ersten Nürnberger Spielzeit an mit einer enormen Besuchersteigerung für den Tanz im Staatstheater einher ging. Als Chefchoreograph hat Goyo Montero für Nürnberg 13 Uraufführungen für das Ensemble kreiert, zuletzt die Ballette „Latent“ (2015) und „Four Quartets“ (2016).

Neben seinen eigenen Werken gelang es dem Nürnberger Ballettdirektor auch, international höchst renommierte Choreographen für eine Zusammenarbeit mit der Nürnberger Compagnie zu gewinnen, wie u.a. Jirí Kylián, Mats Ek, Nacho Duato, Mauro Bigonzetti, William Forsythe und Christian Spuck. Internationale Gastspiele führten das Staatstheater Nürnberg Ballett u.a. nach Biarritz, Lausanne und Moskau.

Für sein Wirken als Choreograph und Leiter des Staatstheater Nürnberg Ballett wurde Goyo Montero u.a. ausgezeichnet mit dem Premio Nacional de Danza (2011), mit dem Kulturpreis Bayern (2014) und dem IHK-Kulturpreis der Mittelfränkischen Wirtschaft (2009). Mehrfach wurden Goyo Montero und sein Ensemble von den internationalen Fachmagazinen Dance for You und Dance Europe nominiert in den Kategorien beste Compagnie, beste Choreographie und beste Tänzer*innen. Goyo Montero äußerte sich zu seiner Vertragsverlängerung: „Es war immer mein Traum, eine eigene Ballettcompagnie zu leiten. Als Peter Theiler mich 2008 nach Nürnberg berufen hat, konnte ich diesen Traum an einem großartigen Haus verwirklichen, wofür ich immer dankbar sein werde. In den vergangenen acht Spielzeiten konnten wir viel erreichen: Eine eigene Handschrift entwickeln, die Compagnie ausbauen, internationale Gastchoreographen für Nürnberg gewinnen und nicht zuletzt den Dialog mit unserem Publikum intensivieren, das stetig mit uns wächst. Ich schätze mich glücklich, dass ich diese Arbeit unter Jens-Daniel Herzog fortführen kann, um noch mehr für das Ballett in Nürnberg zu erreichen. Denn ich glaube absolut an das enorme Potential der Sparte Tanz und in diesem Sinne freue ich mich auf die künftige gemeinsame Reise.

GMD Marcus Bosch verläßt 2018 das Staatstheater

Generalmusikdirektor Marcus Bosch wird seinen Vertrag über 2018 hinaus auf eigenen Wunsch nicht verlängern, wie dieser in einer Presseerklärung im Vorfeld bereits mitgeteilt hatte. Nach sieben Jahren der Orchesterleitung wird er dem Ruf folgen, zum Wintersemester 2018 eine volle Professur für Dirigieren und die Leitung des Hochschulorchesters an der Hochschule für Musik und Theater München zu übernehmen. Jens-Daniel Herzog dankte Marcus Bosch für seine Verdienste und äußerte zur Neubesetzung des GMD-Postens: „Als Leiter der Opernsparte wünsche ich mir für die musikalische Seite unserer Arbeit am Staatstheater Nürnberg einen Neuanfang. Dafür brauche ich einen musikalischen Partner, der gemeinsam mit mir dieses Ziel mit voller Kraft verfolgt. Ich werde mich ab sofort auf die Suche nach einem neuen Generalmusikdirektor machen und mich dabei auch mit den Musikern der Staatsphilharmonie Nürnberg abstimmen.“ IOCO/ 12.11.2016

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