Berlin, Staatsoper Unter den Linden, Liedrecitals – Angela Gheorghiu und Philippe Jaroussky

Staatsoper unter den Linden

Staatsoper Unter den Linden - Im Traum © Max Lautenschläger

Staatsoper Unter den Linden – Im Traum © Max Lautenschläger

 Liedrecitals – Angela Gheorghiu und Philippe Jaroussky

  Großer Saal – Staatsoper Unter den Linden

Am 17. und 18. Januar 2020 finden im Großen Saal der Staatsoper Unter den Linden zwei Liedrecitals statt. Zum ersten Mal seit der Wiedereröffnung des Opernhauses 2017 wird die Bühne der Staatsoper für diese Kunstform genutzt. Am 17. Januar ist Angela Gheorghiu mit Werken von u. a. Giovanni Battista Pergolesi, Giovanni Paisiello, Vincenzo Bellini, Jules Massenet und Claude Debussy zu erleben. Sie wird am Klavier begleitet von Alexandra Dariescu, die auch einige Solowerke spielen wird. Gleich am Tag darauf, am 18. Januar tritt Philippe Jaroussky, zusammen mit dem Pianisten Jérôme Ducros, mit Liedern von Franz Schubert auf.

Die rumänische Sopranistin Angela Gheorghiu ist regelmäßiger Gast an renommierten Opernhäusern und Konzertsälen weltweit, u. a. in Berlin, Salzburg, Wien, Zürich, Amsterdam, London, Paris, Rom, Madrid, Barcelona, Lissabon, Moskau, New York, Los Angeles, Tokyo, Seoul und Buenos Aires.
Sie ist Exklusiv-Künstlerin der Labels Decca und EMI Classics, mit denen sie eine Reihe von CD-, Video- und DVD-Aufnahmen herausbrachte, darunter Gesamtaufnahmen von Puccinis MADAMA BUTTERFLY, GIANNI SCHICCHI, Massenets MANON, Mascagnis L’AMICO FRITZ, Giordanos FEDORA sowie Mitschnitte von Recitals und Konzerten im Teatro alla Scala, in der Semperoper und im Royal Opera House Covent Garden. Ihre neueste CD »Plaisir d’amour« mit Pianistin Alexandra Dariescu erschien im November 2019 bei Decca.

An der Staatsoper Unter den Linden ist Angela Gheorghiu im Mai 2020 bei der Wiederaufnahme von Puccinis TOSCA in der Titelpartie, eine ihrer Paraderollen, zu erleben.

Philippe Jaroussky gehört zu den renommiertesten Countertenören der Gegenwart. Mit seinem vielfältigen Repertoire, das neben bekannten Arien der Barockzeit auch vergessenes Repertoire, Lieder und zeitgenössische Werke umfasst, tritt er weltweit in großen Konzerthäusern und bei namhaften Festivals auf. Im Jahr 2002 gründete er das Ensemble Artaserse, mit dem er europaweit konzertiert. Kürzlich eröffnete er in Paris die Académie Musicale Philippe Jaroussky, welche vor allem nicht privilegierte junge Musikerinnen und Musiker durch umfangreichen Unterricht unterstützt. Philippe Jaroussky wurden zahlreiche Preise verliehen, darunter die vierfache Auszeichnung zum Sänger des Jahres der Victoires de la Musique sowie die dreifache Verleihung des ECHO Klassik.

In der Saison 2019/20 präsentiert er als Artist in Residence des Wiener Konzerthauses Programme mit Werken von Schubert, Vivaldi und Händel sowie von Berlioz und Dalbavie.

—| Pressemeldung Staatsoper unter den Linden |—

Berlin, Staatsoper Unter den Linden, Trauer um Harry Kupfer _ 1935-2019, 30.12.2019

Staatsoper unter den Linden

Staatsoper Unter den Linden - Im Traum © Max Lautenschläger

Staatsoper Unter den Linden – Im Traum © Max Lautenschläger

 Staatsoper Unter den Linden –  Trauer um Harry Kupfer

Harry Kupfer, 12. August 1935 – 30. Dezember 2019, einer der zentralen Musiktheaterregisseure der vergangenen Jahrzehnte, ist im Alter von 84 Jahren verstorben. Mit seinen mehr als 200 Inszenierungen hat er die Kunst der Opernregie auf eine neue Höhe geführt und ihr nachhaltige Impulse für die Gegenwart und Zukunft gegeben. Die Staatsoper Unter den Linden, der Harry Kupfer ab den frühen 1970er Jahren bis zum Ende seines Lebens eng verbunden war, ist ihm für sein herausragendes künstlerisches Wirken zu größter Dankbarkeit verpflichtet. Harry Kupfer hat die Werke, die er gemeinsam mit seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern auf die Bühne gebracht hat, bis in ihre Tiefenschichten hinein befragt und gedeutet – seine Regiearbeiten zeugen von höchster handwerklicher Souveränität wie von außergewöhnlicher Gedanken- und Einfallsfülle.

Der Rosenkavalier mit Einführung von Harry Kupfer
youtube Trailer Salzburger Festspiele
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Oper war für Harry Kupfer etwas zutiefst Lebendiges, mit beständigen Verweisen auf das Hier und Jetzt. Seine Inszenierungen haben stets das Denken aller künstlerisch Beteiligten wie des Publikumsherausgefordert, mit unbedingter Energie und Überzeugungskraft ist es ihm gelungen, immer wieder Funken aus den Werken zu schlagen, auf dass sie aktuell und aussagekräftig bleiben. Bereits mit Mitte Zwanzig hatte Harry Kupfer mit dem Inszenieren von Opern begonnen. Nach seinem Debüt in Halle mit Dvoráks Rusalka übernahm der studierte Theaterwissenschaftler die Leitung des Opernensembles am Theater Stralsund und wurde 1962 Oberspielleiter im damaligen Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz. Vier Jahre darauf wurde Harry Kupfer Operndirektor am Deutschen Nationaltheater und an der Staatskapelle Weimar, bevor er 1972 als Operndirektor und Chefregisseur an die Staatsoper Dresden wechselte. 1981 wurde er als Chefregisseur an die Komische Oper Berlin berufen, die bis in die späten 1990er Jahre das Zentrum seines Wirkens war. Dort inszenierte er u. a. Wagners »Meistersinger von Nürnberg«, die Erstaufführungen (in der damaligen DDR) von Aribert Reimanns »Lear« und Händels »Giustino«, die Uraufführung von Siegfried Matthus’ Judith, Mussorgskys »Boris Godunow«, Glucks »Orfeo ed Euridice«, »Carmen – Eine Version« nach Bizet, Offenbachs »Hoffmanns Erzählungen« und »Orpheus in der Unterwelt«,Händels »Julius Cäsar in Ägypten«, Donizettis »Lucia di Lammermoor«, Strauß’ »Fledermaus«, Beethovens »Fidelio«, Henzes »König Hirsch« sowie einen von »Idomeneo« bis zur »Zauberflöte« reichenden und unter einem übergreifenden Konzept stehenden Mozart-Zyklus.

Macbeth 2016 Inszenierung Harry Kupfer
youtube Trailer Staatsoper Unter den Linden
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Noch 2019 führte er im Haus an der Behrenstraße bei Händels Poro Regie. Parallel zu seiner Arbeit an der Komischen Oper inszenierte Harry Kupfer auch an der benachbarten Deutschen Staatsoper Berlin, beginnend 1971 mit Strauss’ »Die Frau ohne Schatten«, gefolgt von Verdis Othello 1972, der Uraufführung von Rainer Kunads »Sabellicus« 1974, Wagners »Parsifal« 1977 und Strauss’ »Salome« 1979, eine Produktion, die über eine Zeitraum von fast vier Jahrzehnten im Repertoire blieb. Ab 1992 inszenierte Harry Kupfer dann die zehn großen Wagner-Opern und -Musikdramen an der Staatsoper Unter den Linden, jeweils gemeinsam mit Daniel Barenboim als Dirigent sowie dem Bühnenbildner Hans Schavernoch. Von 1988 bis 1992 hatten Harry Kupfer und Daniel Barenboim bereits eine Neuproduktion von Wagners Ring des Nibelungen bei den Bayreuther Festspielen realisiert. Ihre erste Zusammenarbeit an der Staatsoper galt »Parsifal«,im Anschluss folgte der komplette »Ring« bis 1996, bis 2001 dann alle weiteren Hauptwerke. Zu den FESTTAGEN 2002 wurde dann der zehnteilige Wagner-Zyklus zweimal hintereinander geboten, eine besondere Leistung in der Geschichte des Hauses. 2015 lebte die Kooperation von Harry Kupfer und Daniel Barenboim mit Beethovens »Fidelio« wieder auf. Zuletzt erarbeiteten sie 2018 Verdis Macbeth (youtube Trailer oben)  gemeinsam. Darüber hinaus schuf Harry Kupfer Inszenierungen in Graz, Kopenhagen, Amsterdam, Cardiff, Helsinki, London, Moskau, Zürich, Frankfurt, Köln, Mannheim, Stuttgart, München, Hamburg, Tel Aviv, San Francisco, Tokio und Sydney. In Wien inszenierte er insgesamt sieben Mal an der Staatsoper und der Volksoper, u. a. Krzysztof Pendereckis »Die schwarze Maske« und Strauss’ »Elektra« (beides Koproduktionen mit den Salzburger Festspielen), Bernd Alois Zimmermanns »Die Soldaten«, Tschaikowskys »Eugen Onegin« und Mussorgskys »Boris Godunow«. Am Theater an der Wien entstanden Inszenierungen von Strauss’ »Ariadne auf Naxos« sowie die Uraufführungen der Musicals »Elisabeth« und »Mozart!«.

Lady Macbeth von Mzensk mit Einführung von Harry Kupfer
youtube Trailer Bayerische Staatsoper
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Zu Harry Kupfers Arbeiten der letzten Jahre zählten neben dem Berliner Macbeth Inszenierungen von Strauss’ Rosenkavalier bei den Salzburger Festspielen (Trailer oben) und von Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk an der Bayerischen Staatsoper München. Harry Kupfer war Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, der Freien Akademie der Künste in Hamburg und der Sächsischen Akademie der Künste in Dresden sowie Professor ander Hochschule für Musik »Carl Maria von Weber« in Dresden.Mit Harry Kupfer verliert die Musik- und Opernwelt einen maßgeblichen Vertreter seines Fachs, einen der stilbildenden Regisseure des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Staatsoper Unter den Linden, die seine intensive Arbeit und seine Begeisterung für die Sache, aber auch seine Zugewandtheit und Menschlichkeit hoch zu schätzen wussten, trauern um einen großen Künstler. Daniel Barenboim und alle Beteiligten gedachten Harry Kupfer bei dem heutigen Konzert zum Jahreswechsel mit einer Schweigeminute.

Im Namen der Staatsoper Unter den Linden,  Matthias Schulz, Daniel Barenboim, Ronny Unganz

—| Pressemeldung Staatsoper unter den Linden |—

Landshut, Theater Landshut, Sanierungswirrwarr – Seit 2014, IOCO Aktuell, 17.12.2019

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Landestheater Niederbayern

Stadttheater Landshut / Theaterzelt © Peter Litvai - Landestheater Niederbayern

Stadttheater Landshut / Theaterzelt © Peter Litvai – Landestheater Niederbayern

Theater Landshut  – Gelähmt im Sanierungswirrwarr

Kulturelle Vielfalt in Niederbayern in Gefahr

von  Viktor Jarosch

Landshut ist mit 72.000 Einwohner die größte Stadt Niederbayern. Kulturelles Zentrum von Landshut ist das Theater Landshut, welches gemeinsam mit dem Stadttheater Passau und Theater am Hagen, Straubing in einem kulturellen Städtebund als Landestheater Niederbayern verbunden: Gemeinsam, als Landestheater Niederbayern, bieten diese Theater der Bevölkerung der Region moderne und vielfältige Kultur.

Stadttheater Landshut / HIER : das seit 2014 bestehende Provisorium © Konrad Krukowski / Landestheater Niederbayern

Stadttheater Landshut / HIER : das seit 2014 bestehende Provisorium © Konrad Krukowski / Landestheater Niederbayern

Seit 2014, seit fünf Jahren, ist das Stadttheater Landshut wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Aufführungen finden seither in einem Notbehelf, einem großen Theaterzelt am Stadtrand von Landshut statt. Seit Beginn der Odyssee müssen die kulturell notleidenden Bürger von Landshut in einer Zelt-Notlösung Theater erleben. Diese Ersatzspielstätte wurde mittlerweile ebenfalls zum Sanierungsfall; man kämpft dort gegen Ungeziefer aus einer nicht funktionierenden Kanalisation, gegen Wetterunbillen, dass Regen auf das Dach prasselt oder im Sommer die Temperaturen mal auf 40 – 50 Grad steigen, gegen das Wummern aus einer nahe gelegenen Veranstaltungsarena. Elf (in Zahlen 11) Jahre sollte die Sanierung des Theater Landshut ursprünglich dauern. Aufgrund eines zu erwartenden Haushaltsdefizits hatte die Stadt Landshut nun erwogen, die Sanierung des Theaters zu unterbrechen. Unabsehbare Konsequenzen hätte ein solcher Beschluss für die kulturelle Landschaft Niederbayerns gehabt. In einer auch von IOCO unterstützten online-Petition (link hier) protestierten über 20.000 Bürger gegen dieses Vorhaben. Eine Stadtratssitzung am 6.12.2019 sollte über die Zukunft des Theater Landshut entscheiden.

Das Sanierungselend des Theater Landshut hat große und kleine Vorbilder: so die Berliner Staatsoper Unter den Linden, die Elbphilharmonie Hamburg, die Oper Köln am Offenbachplatz,  welche geplante Sanierungsdauern von vier auf mindestens acht Jahre verdoppelten; die Sanierungskosten überschritten ursprünglich geplantes um viele hundert Millionen Euro. Das Theater Landshut, welches seit 2014 durch sein eigenes Sanierungselend taumelt, hat inzwischen beste Voraussetzungen, zum kleinen Bruder der Staatsoper Unter den Linden oder der Oper Köln zu werden.

Das Dschungelbuch – eine herrliche Schauspielproduktion des Landestheater Niederbayern
youtube Trailer Landestheater Niederbayern
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Am 6. Dezember 2019 erklärten alle Stadträte zunächst ihre uneingeschränkte Solidarität mit dem Landestheater Niederbayern und dem Theater Landshut, um anschließend mit einer denkbar knappen Mehrheit von 21:20 Stimmen gegen den Antrag zu stimmen, die für Sanierung und Umbau erforderlichen Mittel in den mittelfristigen Finanzplan der Stadt einzustellen. Wohl aus Sorge über lauten Unmut in der Bevölkerung hat der Haushaltsausschuss auch ein Feigenblatt / Mogelpackung beschlossen: die Planungen für die Sanierung des Theater Landshut werden 2020 wie vorgesehen fortgesetzt. Dafür wurden 1,85 Millionen Euro im Etat der Stadt eingesetzt. Konkret bedeutet dies auch: Der Betrieb des Theater Landshut wird aufrecht erhalten, für ein neues oder saniertes Theater wurden keine Mittel bereit gestellt.

Der nun seit 2014 andauernde wie undurchsichtige Entscheidungsprozess des Stadtrats lässt für die Bürger von Landshut schlimmes befürchten: Das Theaterzelt wird  für weitere viele Jahre Spielstätte der  Produktionen des Landestheater Niederbayern bleiben. Was die endgültige Sanierung des Theater Landshut kosten wird, ob diese je stattfinden wird,  steht auch fünf Jahre nach Schließung des Hauses nicht einmal in den Sternen von Niederbayern.

—| IOCO Aktuell Landestheater Niederbayern |—

Berlin, Staatsoper Unter den Linden, Zubin Mehta dirigiert FALSTAFF im Januar und Februar 2020

Staatsoper unter den Linden

Staatsoper Unter den Linden - Im Traum © Max Lautenschläger

Staatsoper Unter den Linden – Im Traum © Max Lautenschläger

Zubin Mehta dirigiert Giuseppe Verdis FALSTAFF im Januar und Februar 2020

Die Staatsoper Unter den Linden schätzt sich außerordentlich glücklich, den Ehrendirigenten der Staatskapelle Berlin, Zubin Mehta, der für die Neuproduktion von Richard Strauss‘ DER ROSENKAVALIER (Premiere: 9. Februar) am Haus sein wird, im selben Zeitraum als Dirigent für die Wiederaufnahme-Serie von Giuseppe Verdis FALSTAFF gewonnen zu haben.

In der Titelrolle ist Lucio Gallo zu erleben, zum Ensemble gehören außerdem Barbara Frittoli (Mrs. Alice Ford), Alfredo Daza (Ford), Nadine Sierra (Nannetta), Francesco Demuro (Fenton), Daniela Barcellona (Mrs. Quickly), Katharina Kammerloher (Mrs. Meg Page), Jürgen Sacher (Dr. Cajus), Stephan Rügamer (Bardolfo) und Jan Martiník (Pistola). Darüber hinaus singt der Staatsopernchor, einstudiert von Martin Wright. Es spielt die Staatskapelle Berlin. Regisseur Mario Martone verlegt die Geschichte um den alternden Lebemann Sir John Falstaff in seiner Inszenierung, die 2018 bei den FESTTAGEN Premiere feierte, in die heutige Hausbesetzer-Szene, der er die bürgerliche und neureiche Welt der Familie Ford gegenüberstellt.

FALSTAFF
Commedia lirica in drei Akten von Giuseppe Verdi
Text von Arrigo Boito nach »The Merry Wives of Windsor« von William Shakespeare
Vorstellungen am 26. und 29. Januar sowie am 2., 6. und 14. Februar 2020
Staatsoper Unter den Linden

Tickets sowie weitere Informationen unter Telefon 030 20 35 45 55 und www.staatsoper-berlin.de

—| Pressemeldung Staatsoper unter den Linden |—

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