Essen, Theater und Philharmonie Essen, Programm auf den Social Media Kanälen, März 2020

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Theater und Philharmonie Essen

Aalto-Theater-Essen © IOCO

Aalto-Theater-Essen © IOCO

TUP trotz(t) Corona – Kultur für zuhause!

Sehr verehrtes Publikum, liebe Freundinnen und Freunde des Aalto-Balletts!

Gespielt wird derzeit nicht im Aalto-Theater, im Grillo-Theater und in der Philharmonie Essen. Doch trotz Corona: Die Künstlerinnen und Künstler des Aalto Ballett Essen, des Aalto-Musiktheaters, der Essener Philharmoniker und des Schauspiels machen weiter. Sie präsentieren Ihnen in den kommenden Tagen und Wochen kleine Programme aus unseren Häusern, aber auch Videos aus ihrer Küche, aus ihrem Wohnzimmer oder vom Balkon – digital auf unseren YouTube-, Facebook– und Instagram-Kanälen. Alle Beiträge der Theater und Philharmonie Essen (TUP) finden Sie auf unserer Webseite: https://www.theater-essen.de/meldungen/tup-trotzt-corona/.

Bitte beachten Sie, dass das TUP-TicketCenter weiterhin für den Publikumsverkehr vorerst bis zum 4. April geschlossen bleibt. Telefonisch sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter montags bis freitags von 10:00 bis 15:00 Uhr unter T 02 01 81 22-200 zu erreichen.

Die Kasse im Aalto-Theater ist von dienstags bis samstags in der Zeit von 13:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Informationen zum Kartenumtausch bzw. zur Kartenrückgabe finden Sie weiterhin hier.

Wir bleiben bei Ihnen – bleiben Sie zuhause und gesund!

Herzlich,
Ihr Team vom Aalto Ballett Essen

—| Pressemeldung Theater und Philharmonie Essen |—


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München, Gärtnerplatztheater, Der Wildschütz von Albert Lortzing, IOCO Kritik, 11.02.2018

Februar 11, 2018 by  
Filed under Kritiken, Oper, Staatstheater am Gärtnerplatz

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Staatstheater am Gärtnerplatz München

Gaertnerplatztheater München © Christian Pogo Zach

Gaertnerplatztheater München © Christian Pogo Zach

Der Wildschütz von Albert Lortzing (1801 – 1851)

Von Daniela Zimmermann

Jagen in Bayern ist immer aktuell. Ist es auch Der Wildschütz von Albert Lortzing ?

Lortzing komponierte seinen Wildschütz in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in der Biedermeierzeit, nach dem Lustspiel Der Rehbock des 1819 ermordeten August von Kotzebue. Im wahrsten Sinne des Wortes, ist auch die Handlung des Wildschütz biedermeierlich. Natürlich dreht sich alles um die Jagd nach Liebe und Ansehen, aber dabei eben auch um die bürgerliche Moral und um den adligen Sittenverfall. Damals höchst gesellschaftskritische Themen.

Lortzing war ein Theatertalent, er hatte ein Gespür für das, was gefällt und was das Publikum begeistert. Und so entstand ein komödiantisches Opernlibretto mit einer besonders beschwingten und mitreißenden Musik. Am Sylversterabend 1842 wurde der Wildschütz in Leipzig uraufgeführt und zugleich ein großer Erfolg. Das süffisante Verwechslungsspiel und unterschiedlichste Milieus erfreuten damals wie heute die Besucher.

Gärtnerplatztheater München / Der Wildschütz - hier Jasmina Sakr als Gretchen und Chor des Staatstheaters © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater München / Der Wildschütz – hier Jasmina Sakr als Gretchen und Chor des Staatstheaters © Christian POGO Zach

Der Österreicher Georg Schmiedleitner inzenierte am Gärtnerplatztheater den Wildschütz  am Gärtnerplatztheater mit österreichischem Esprit und Charme.

Die Geschichte ist ein Verwechslungsspiel, das sich zum Schluss zur Lust und Freude aller wundervoll klärt und auflöst. Der Dorfschullehrer Baculus, ein etwas verschrobener, und obendrein dummdreister Typ, von Christoph Seidl, mit kräftigem Bass wunderbar dargestellt, feiert Verlobung mit dem viel jüngeren Gretchen. Da trifft ein Brief des Grafen ein, der dem Schulmeister wegen Wilderei in seinem Revier das Amt und die Würde kostet: Hinnehmen? Nein, es muss mit dem Grafen gesprochen werden, aber wer?  wenn nicht sein Gretchen (Jasmina Sakr). Der Graf von Eberbach, gesungen von Liviu Holender ist natürlich der g…lste Bock im Revier. Großspurig, mit seinem unsentimentalen, robusten Bariton. Da erscheint Baronin Freimann, die Schwester des Grafen (Sophie Mitterhuber) verkleidet als Student. Sie ist die Rettung in der Not. Als Gretchen verkleidet begibt sie sich als Fürbitterin zum Grafen aufs Schloss. Sophie Mitterhuber sang und spielte das Gretchen allerliebst, mit hellem Sopran und reizendem Aussehen.

Im Schloss deklariert die Gräfin Eberbach (Anna Agathonos) Sophokles Antigone Ihr Diener Pankratius, Martin Hausberg, schiebt in dröhnendem Slapstick die Kulissen. Ihre Liebe gehört dem Altertum und als vernachlässigte Ehefrau schwärmt sie für ihren jungen Stallmeister, mit jugendlichem Tenor von Alexandros Tilogiannis, ihrem Bruder,  Baron Kronthal, aber der ist inkognito und sie ahnt nichts von dieser Verwandtschaft. Um das verkleidete Gretchen, die zauberhafte Unschuld vom Lande buhlen jetzt alle, der Baron und der Graf, Der Graf ist sogar bereit für das schöne Gretchen 5000 Taler zu bieten. Aber er will nicht das echte Gretchen, sondern das verkleidete Gretchen. Der Schulmeister wähnte sich schon reich, aber letztlich bleibt ihm sein Gretchen erhalten. Die inkognito Geschwister geben sich zu erkennen und wie soll es anders sein, sie verlieben sich, standesgemäß ineinander. Und der Schulmeister hat nur seinen eigenen Esel erschossen und kein Wild des Grafen. Also zurück in die Schule.

Gärtnerplatztheater München / Der Wildschütz - hier Mathias Hausmann als Graf von Eberbach, Alexandros Tsilogiannis als Baron Kronthal und Chor des Staatstheaters © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater München / Der Wildschütz – hier Mathias Hausmann als Graf von Eberbach, Alexandros Tsilogiannis als Baron Kronthal und Chor des Staatstheaters © Christian POGO Zach

Die große Zielscheibe, das Bühnenbild, entworfen von Harald B. Thor, ist der zentrale Mittelpunkt der Aufführung. Das divergierende Spiel des Lichtes lässt die Scheibe immer wieder anders wirken, mal rot, mal grün, mal violett. Mal geht sie in die Höhe, mal senkt sie sich und sie schwenkt sich auch, zum sichtbaren Abrutschen der Sitten. Röhrende Hirsche und Vierzehnender Esel werden auch auf sie projiziert. Dazu kommt die Drehbühne zum Einsatz auf der in großem Tempo gewalkt wird, nicht nur die Solisten, auch der Chor walkt mit.  Die Zielscheibe wird dann im Schloss zum Billardtisch. Am Billardtisch wird mit den übergroßen Stöcken um Gretchen gekämpft, die als Phallussymbole den Sex, der  diese Oper mit trägt, symbolisieren. Symbolträchtig als Phalli werden auch die Gewehre eingesetzt. In der Billard-Szene singt Baculus die Arie 5000 Taler. Glückselig über den unverhofften Reichtum fährt er auf der Scheibe nach oben gen Himmel, während 3 Teufelchen unter der Scheibe das Geld zählen. Geld wichtiger als Gretchen?  Am Billardtisch fallen sich auch die neu Verliebten in die Arme. Eine zentrale Szenen, die Billardkugeln gleichen den Menschen, die wie diese hin und her geschoben werden.

Gärtnerplatztheater München / Der Wildschütz - hier Chor des Staatstheaters © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater München / Der Wildschütz – hier Chor des Staatstheaters © Christian POGO Zach

Im Orchestergraben dirigiert Brandstätter mit rasantem Tempo und unterstützt damit den modernen Boulevardcharakter dieser Oper. Der Chor ist sehr wandlungsfähig; singt gut und spielt tatkräftig mit. Auch die hell-jungen Stimmen des Kinderchores

Es war perfekt; trotzdem kam das Komödiantische nicht so recht rüber. Wahrscheinlich ist die Biedermeierzeit zu weit entfernt von uns. Auch das Verwechslungsspiel wirkte auch eher etwas ermüdend. Das Komödiantische dieser Oper ist schlichtweg veraltet. Schade, denn in dieser Wildschütz- Produktion steckt viel Aufwand. Leider, zündet es nicht.

—| IOCO Kritik Staatstheater am Gärtnerplatz |—


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