Wien, Wiener Staatsoper, Premiere A Midsummer Night’s Dream, 02.10.2019

September 30, 2019 by  
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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

PREMIERE VON BENJAMIN BRITTENS
A MIDSUMMER NIGHT’S DREAM
AM 2. OKTOBER 2019

Zum Werk und zur Premierenproduktion

Benjamin Brittens A Midsummer Night’s Dream kehrt am Mittwoch, 2. Oktober 2019 in der ersten Premiere der neuen Staatsopernsaison nach 55 Jahren zurück auf die Bühne des Hauses am Ring.

Mit dem 1960 uraufgeführten Werk erfüllte sich Britten anlässlich der Wiedereröffnung der Jubilee Hall in Aldeburgh den Wunsch der Vertonung eines Shakespeare-Stoffes. Er komponierte die Oper in nur sieben Monaten und kürzte dafür die literarische Vorlage gemeinsam mit seinem Partner Peter Pears auf drei Akte ein, wobei sich der Text sehr eng an das Shakespeare-Original hält. Mit seinem Sommernachtstraum gelang Britten, wie Staatsoperndramaturg Oliver Láng im Magazin des Hauses am Ring „Prolog“ erläutert, ein „Wurf“: Hinreißende Musik, feines Theater, eine schimmernde Traumwelt sowie eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Menschen in all seinen Schichtungen. Er erschafft, wie es weiters im „Prolog“ heißt, einen musikalisch vielschichtigen, immer auch betörenden und beglückenden Zauber, der sich nicht im einfachen klanglichen Bebildern verfängt, sondern auch Unausgesprochenes mitschwingen lässt.

Bereits 1962, in der Direktionszeit von Herbert von Karajan, erklang das amüsante, leichte, poetische und psychologische Meisterwerk, das zu Brittens meistgespielten Musiktheaterwerken zählt, zum ersten Mal an der Wiener Staatsoper. Die Produktion unter der musikalischen Leitung von Heinrich Hollreiser und in einer Inszenierung von Werner Düggelin (Bühnenbild: Günther Schneider-Siemssen) und mit u. a. Gerhard Stolze, Teresa Stich-Randall, Heinrich Schweiger, Gundula Janowitz und Erich Kunz wurde im Haus am Ring 15 Mal gezeigt, zuletzt im Dezember 1964, und verschwand daraufhin vom Spielplan. 55 Jahre später kehrt das Werk nun zurück an die Wiener Staatsoper und eröffnet den Premierenreigen der Spielzeit 2019/2020.

Am Pult steht Simone Young – die der Wiener Staatsoper eng verbundene australische Dirigentin leitete im Haus am Ring seit ihrem Debüt 1993 mit La Bohème bisher insgesamt 31 Werke an 173 Abenden, darunter die Premieren von Osud / Le villi, La Juive, des Ballettabends Das Lied von der Erde sowie zuletzt Der Spieler (2017); mehrere Wiederaufnahmen bzw. musikalische Neueinstudierungen und zahlreiche Repertoireabende. Im „Prolog“-Interview mit Oliver Láng spricht sie u. a. über die herausfordernde kleinteilige Struktur der Oper: „Manche empfinden das Stück als sehr episodisch, gerade darum finde ich die Idee unserer Regisseurin Irina Brook, dass die Handlung in einem Einheitsbühnenbild spielt, sehr gut. Es wird so ein Zusammenhalt der einzelnen Sequenzen erreicht. Im Grunde ist es wie bei jeder anderen Oper: Man muss die Details sehen, aber den Blick für das Ganze nicht verlieren. […] es gibt doch einen roten Faden quer durch das Werk: und dieser Faden ist das Magische. Man stößt immer wieder auf die „Zauberklänge“, die durch die Glissandi in den tiefen Streichern ausgedrückt werden. Das klingt für mich wie ein großer Baum, der sich im Sturm windet. […] Diese Naturlaute sind auch die Welt Brittens, oder genauer: Die Welt Brittens um 3 Uhr morgens, zwischen Traum und Alptraum. Diese Klänge kehren in der Oper immer wieder und sind so ein Anhaltspunkt.“

Für die Regie zeichnet Irina Brook verantwortlich, die an der Wiener Staatsoper 2015 Don Pasquale erfolgreich herausbrachte (diese Produktion steht ab 30. Oktober 2019 wieder auf dem Spielplan des Hauses). Irina Brook beschäftige sich schon in jungen Jahren intensiv mit Shakespeares Theaterstück A Midsummer Night’s Dream und inszenierte es auch selbst. Auf die Frage, ob ihrer Meinung nach ein atmosphärischer Unterschied zwischen Vorlage und Vertonung besteht, antwortet sie Staatsoperndramaturg Andreas Láng im Gespräch für den „Prolog“: „Als ich mich dann aber mit der Britten-Oper intensiver auseinandersetzte, hatte ich zunächst das Gefühl, dass sich das Werk aufgrund der Musik doch deutlich vom Schauspiel unterscheidet, zum Teil in einigen Szenen ein ganz andere Grundtempo aufweist und weniger leichtfüßig daherkommt. Aber je mehr ich in die Britten’sche Vertonung hineinwuchs, desto mehr wuchs meine Liebe zu dieser Musik, die einen regelecht in den Bann zu ziehen vermag und ich erkannte, dass ich hier eine ideale Vertonung des Stoffes vor mir habe.“

Das Bühnenbild stammt von Noëlle Ginefri-Corbel, die an der Wiener Staatsoper bereits mit Irina Brook für Don Pasquale zusammenarbeitete. Die Kostüme gestaltet Magali Castellan, das Lichtdesign Jean Kalman und die Choreographie Martin Buczko.


Die Besetzung

Am Premierenabend geben alle Sängerinnen und Sänger ihr Staatsopern-Rollendebüt – vier Solistinnen und Solisten stellen sich mit A Midsummer Night’s Dream dem Publikum des Hauses am Ring vor.

Den Oberon gibt der international erfolgreiche amerikanische Countertenor Lawrence Zazzo (Debüt an der Wiener Staatsoper), der bisher mit Partien wie Oberon, Giulio Cesare, Farnace, Radamisto, Arsamene, Bertarido und Unulfo (Rodelinda), Ottone (Agrippina), Ruggiero (Orlando Furioso), Trinculo (The Tempest) und Mascha (Tri Sestri) an den wesentlichen Opern- und Konzertbühnen zu erleben war, u. a. an der New Yorker Met, am Teatro Real Madrid, an der Berliner Staatsoper, in Paris, London, Zürich, Amsterdam, Brüssel, Sevilla, Bilbao, Oslo, Amsterdam, Rom, Peking, Hamburg, München, Aix-en-Provence und Toronto.

Erin Morley singt die Titania. Die amerikanische Koloratursopranistin zählt zu den gefragtesten Sängerinnen ihres Fachs und debütierte 2014 als Gilda in der Premierenproduktion von Rigoletto an der Wiener Staatsoper, wo sie bisher weiters noch als Sophie (Der Rosenkavalier) und Zerbinetta (Ariadne auf Naxos) zu erleben war.

Den Puck verkörpert der vielseitige Schauspieler, Musiker, Tänzer, Akrobat und Zirkusartist Théo Touvet (Debüt im Haus am Ring). Nach seiner musikalischen, künstlerischen und sportlichen Ausbildung (u. a. Gymnastik, Voltigieren, Tanz, Posaune) absolvierte er ein Wissenschaftsstudium, das ihn von der Ecole Normale Supérieure an das MIT sowie u. a. auch an die NASA führte. Danach spezialisierte er sich auf Cyr Wheels am Centre National des Arts du Cirque, bevor er an das Conservatoire National Supérieur d’Art Dramatique (Schauspiel) wechselte. Er ist als Co-Autor und Schauspieler tätig, tourte vom Théâtre National de Chaillot und dem Théâtre de la Ville-Paris bis nach China. Nach seinem Solo Existe en ciel (Aufführungen am La Chartreuse und Panthéon in Paris), arbeitet er nun an seinem Film Panthéon und seiner Live-Performance Poussière d’étoile / Stardust.

Peter Rose ist als Bottom in seiner ersten Staatsopernpremiere zu erleben. Dem Haus am Ring ist er seit seinem Debüt 1997 als König Marke (Tristan und Isolde) verbunden und verkörperte hier bisher weiters u. a. Ochs (Der Rosenkavalier), John Claggart (Billy Budd), Daland (Der fliegende Holländer), Sarastro (Die Zauberflöte), Gremin (Eugen Onegin) sowie Gurnemanz (Parsifal).

Der britische Tenor Benjamin Hulett gibt als Flute sein Debüt im Haus am Ring. Auftritte führten den Sänger bisher u. a. als Ensemblemitglied an die Hamburgische Staatsoper; an die Bayerische Staatsoper, an die Deutsche Staatsoper Berlin, das Theater an der Wien, zu den Salzburger Festspielen, nach Baden-Baden, Rom, Glyndebourne, Madrid, Paris und an das Londoner Royal Opera House.

Josh Lovell, neu im Ensemble, stellt sich als Lysander dem Staatsopernpublikum vor. Der mehrfach preisgekrönte junge kanadische Tenor studierte u. a. in Victoria und Michigan und war Teilnehmer des Young Singers Project der Salzburger Festspiele. Auftritte führten ihn bisher an die Lyric Opera of Chicago, zu den Salzburger Festspielen, an die Wolf Trap Opera und das New Generation Festival in Florenz. Im Haus am Ring wird er in der aktuellen Saison u. a. noch Lurcanio (Ariodante), Don Ramiro (La cenerentola) und Ernesto (Don Pasquale) singen.

Der junge britische Bass William Thomas singt den Snug (Hausdebüt). Der Gewinner mehrerer Wettbewerbe sang bereits an der Wigmore Hall, in der Barbican Concert Hall, in Lyon und Paris.

Außerdem sind Valentina Naforni?? als Helena, Peter Kellner als Theseus, Szilvia Vörös als Hippolyta, Rafael Fingerlos als Demetrius, Rachel Frenkel als Hermia, KS Wolfgang Bankl als Quince, Thomas Ebenstein als Snout und Clemens Unterreiner als Starveling zu erleben.

Es spielt das Orchester der Wiener Staatsoper und es tanzt das Wiener Staatsballett (Tänzerinnen und Tänzer der Volksoper Wien). Eine weitere zentrale Rolle nehmen die Kinder der Opernschule der Wiener Staatsoper unter der Leitung von Johannes Mertl ein.

A Midsummer Night’s Dream  im Livestream, im Radio sowie „live am Platz“

Die Premiere am 2. Oktober 2019 wird via WIENER STAATSOPER live at home weltweit live in HD übertragen (www.staatsoperlive.com) sowie im Rahmen von „Oper live am Platz“ auf dem Herbert von Karajan-Platz gezeigt.

Die Vorstellung am Samstag, 5. Oktober 2019 wird live in Radio Ö1 (+ EBU) übertragen.

—| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—

Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, Auslastung 2018/19 – 83,5%, Theaterfest am 24.8., IOCO Aktuell, 18.08.2019

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Hessisches Staatstheater Wiesbaden – Bilanz Spielzeit 2018/19

Spielzeit 2019/20 – Beginn 24. August 2019

Rund 300.000 Zuschauerinnen und Zuschauer besuchten 1.136 Vorstellungen und Veranstaltungen des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden in der Spielzeit 2018/19. Das Hessische Staatstheater Wiesbaden verzeichnet für die Spielzeit 2018/19 die voraussichtlich zweithöchste Auslastung in zehn Jahren. Die durchschnittliche Auslastung lag insgesamt bei 83,5 %; im Großen Haus lag die durchschnittliche Auslastung bei 82,9 % und im Kleinen Haus bei 85,2 %.

Zu den beim Publikum beliebtesten Produktionen zählten in der Sparte Oper Rigoletto (91,8 %*), Madama Butterfly (88,7 %*) und Hänsel und Gretel (86,9 %*). Außerdem das Musical My Fair Lady (98,8 %*).

My Fair Lady – auch 2019/20 wieder auf dem Spielplan
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Die Sparte Konzert verzeichnete die höchste Auslastung im Sinfoniekonzert WIR 6 (88,3 %*). Im Schauspiel waren es Der fröhliche Weinberg (98,9 %*), Arsen und Spitzenhäubchen (95,9 %*) und Der eingebildete Kranke (93,7 %*). Der beliebteste Ballettabend war Sommernachtstraum (93,5 %*). Im Jungen Staatstheater besuchten die meisten Zuschauerinnen und Zuschauer, neben dem Weihnachtsmärchen Alice im Wunderland (98,5 %*), die Produktionen 35 Kilo Hoffnung (93,9 %*) und Die Zauberflöte für Kinder (91,2 %*). Die bestbesuchten Produktionen des Jungen Staatsmusicals waren Saturday Night Fever (100 %*) und 3 Musketiere – das Musical (96,4 %*).

Der fröhliche Weinberg – sehr gut besucht – 2019/20 wieder auf dem Spielplan
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24.8.2019 – Start in die neue Spielzeit – Mit Theaterfest

HESSISCHES STAATSTHEATER – Programm Spielzeit 2019/20 – HIER!

Die Spielzeit 2019/20 wird am Samstag, den 24. August 2019 ab 14 Uhr mit dem Theaterfest feierlich eröffnet. Die fünf Sparten des Hessischen Staatstheaters präsentieren Ausschnitte aus dem neuen Programm, Interessierten wird ein Blick hinter die Kulissen ermöglicht und es werden viele Aktionen für die Besucherinnen und Besucher bereitgehalten.

Arsen und Spitzenhäubchen – 2018/19 sehr gut besucht
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Mit einem Kostümverkauf auf der Hinterbühne des Großen Hauses und der beliebten Kostümversteigerung, Chor- und Kammerkonzerten sowie Ausschnitten aus dem Programm der Spielzeit 2019/20 aller Sparten an verschiedenen Orten des Hauses wie in den Kolonnaden und der Außenbühne am Warmen Damm bietet das Theaterfest ein reichhaltiges Programm für Groß und Klein. Die Werkstätten gewähren Einblicke in ihre Arbeit. Bei Führungen durch die Kostüm- und Maskenabteilungen werfen die Besucher einen Blick hinter die Kulissen. Ein Meet & Greet mit der Theaterleitung und der Dramaturgie gibt Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen. In den Theaterkolonnaden informieren Stände unterschiedlicher Abteilungen und Kooperationspartner über das Angebot der neuen Spielzeit. Für das leibliche Wohl sorgt die Theaterkantine.

Für viele attraktive und ausgewählte Vorstellungen gewährt die Theaterkasse an diesem Tag spezielle Angebote zum Spielzeitstart, so erhalten Theaterfestbesucher beispielsweise 50 % Rabatt auf den regulären Kartenpreis. Der Start dieser Aktion beginnt am 24.8.2019 bereits um 13 Uhr.

—| IOCO Aktuell Hessisches Staatstheater Wiesbaden |—

Berlin, Komische Oper Berlin, Eine Erfolgsgeschichte – Auslastung über 90%, IOCO Aktuell, 29.06.2019

Komische Oper Berlin

Komische Oper Berlin © IOCO

Komische Oper Berlin © IOCO

 2018/19  –  Auslastung 90%  – Eine Erfolgsgeschichte

 Hoher Zuspruch – Aber erst seit Barrie Kosky

Gespräche über die Auslastung ihrer hoch subventionierten Häuser meiden zahlreiche Kulturverantwortliche in Deutschland sorgsam. Das Postulat – „Kunst kennt keine Kosten“ – schwebt so in unbestimmten Tönen klammheimlich über vielen Theatern. Dominique Meyer, Intendant der Wiener Staatsoper, auch hierzu eine Ausnahme, bespricht die hohe Auslastung seines Hauses (99%) in allen Facetten regelmäßig, offensiv, öffentlich. Niedrige Auslastungen anderer bedeutender deutscher Musiktheater, wie der Staatsoper Hamburg oder Rheinoper Düsseldorf / Duisburg  werden öffentlich nur marginal thematisiert.

Komische Oper Berlin / Barrie Kosky und Susanne Moser © IOCO

Komische Oper Berlin / Barrie Kosky und Susanne Moser © IOCO

Die Komische Oper Berlin entwickelte sich seit 2012, dem Beginn der Intendanz von Barrie Kosky kontinuierlich positiv. Die Auslastung  des Hauses waberte unter der Intendanz des Kosky-Vorgängers Andreas Homoki bis 2012 bei beständig niedrigen wie teuren 65-70%.  Mit Barrie Kosky, seit 2012, bricht die Komische Oper Berlin mit modern auffälligen Produktionen und Angeboten seither beständig ihre Besucherrekorde nach oben: 2018/19 beträgt die Auslastung über 90%. Mit dieser Auslastung / diesem Besucherzuspruch zählt die Komische Oper Berlin inzwischen zu den führenden Musiktheatern Deutschlands. Dazu werden Produktionen der Komischen Oper Berlin / Barrie Kosky wie Die Zauberflöte inzwischen regelmäßig an andere Theater „exportiert“.

Die Zauberflöte – Wolfgang Amadeus Mozart
youtube Trailer Komische Oper Berlin
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Hier die Veröffentlichung der Komischen Oper Berlin für die vergangene Spielzeit 2018/19:     Mit Vorstellungen der Barrie Kosky-Produktionen La Bohème und Candide (siehe Trailer unten)  im Rahmen des traditionellen Komische Oper Festivals endete die Saison im Opernhaus an der Behrenstraße. In der siebten Saison unter Intendant und Chefregisseur Barrie Kosky präsentierte sich das Haus vielfältig und künstlerisch in hervorragender Form: Akzente setzten unter anderem markante Neuproduktionen, wie Poros in der Inszenierung von Altmeister Harry Kupfer, die Uraufführung von Moritz Eggerts M – Eine Stadt sucht einen Mörder, Roxy und ihr Wunderteam mit den Geschwistern Pfister sowie die Barrie-Kosky-Produktionen Candide und La Bohème, ein Bernstein 100-Festival und eine erfolgreiche Neuauflage des Tango-Festivals sowie vielfältiges Repertoire von Die Perlen der Cleopatra über West Side Story und Cendrillon bis hin zu Der Rosenkavalier unter dem neuen Generalmusikdirektor Ainars Rubikis. Konzerte, ein breit gefächertes Angebot für junge Opernbesucher*innen und neue Ausgaben der Pop-Up-Opera im Rahmen von Selam Opera! runden die Saison ab. Erfolgreiche Gastspiele führten das Ensemble unter anderem mit Die Zauberflöte nach Australien und Neuseeland. Im Sommer 2019 folgen Gastspiele nach New York (Die Zauberflöte) sowie zum Edinburgh International Festival (Jewgeni Onegin).

Candide – Leonard Bernstein
youtube Trailer Komische Oper Berlin
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Die Komische Oper Berlin freut sich auch bei den Zahlen über eine erfolgreiche Bilanz 2018/19. Die Gesamtauslastung lag bei knapp über 90%, es wurden rund 225.000 Karten für 239 Vorstellungen, davon 211 auf der Hauptbühne, verkauft. Damit erreicht die Auslastung einen neuen Höchstwert unter Barrie Koskys Intendanz. Zu den beim Publikum beliebtesten Produktionen der Spielzeit zählen mit überdurchschnittlichen Auslastungen unter anderem die Neuproduktionen Poros, Der Zauberer von Oz, La Bohème und Candide sowie im Repertoire West Side Story, Die Zauberflöte, Anatevka, My Fair Lady, Die Perlen der Cleopatra sowie Die Liebe zu drei Orangen. Die im Rahmen des Tango-Festivals präsentierte Piazzolla-Rarität Ein Sommernachtstraum erreichte ebenso wie die konzertante Weihnachtsoperette Viktoria und ihr Husar eine Komplett-Auslastung von 100%.

Am 22. August eröffnet die Spielzeit 2019/20 mit den Wiederaufnahmen von Candide, Roxy und ihr Wunderteam und Jewgeni Onegin. Am 1. September 2019 lädt das Haus zum jährlichen Kinderfest zum Spielzeitauftakt ein, dieses Jahr unter dem Motto Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, der neuen Kinderopernproduktion, die am 4. November Premiere feiert. Platzkarten für die Konzerte im Saal sind ab sofort an der Opernkasse erhältlich. Am 15. September steht mit dem ersten Teil der Konzert-Trilogie Flucht ein erstes Highlight auf dem Spielplan. Saisoneröffnungs-Premiere ist am 13. Oktober Heinz Werner Henzes The Bassarids, inszeniert von Barrie Kosky und mit Vladimir Jurowski am Pult.

—| IOCO Aktuell Komische Oper Berlin |—

Berlin, Deutsche Oper Berlin, Das Wunder der Heliane – Erich W. Korngold, IOCO Kritik, 05.05.2018

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Deutsche Oper Berlin

Deutsche Oper Berlin © Leo Seidel (Kontakt: leoseidel@googlemail.com)

Deutsche Oper Berlin © Leo Seidel (Kontakt: leoseidel@googlemail.com)

Das Wunder der Heliane – Erich Wolfgang Korngold

Großes Kino oder nackte Wahrheit ?   Bühne wird zum Gerichtssaal

Von Kerstin Schweiger

Die Berliner Opernhäuser besinnen sich derzeit einträchtig auf diesen in der Oper musikalisch so heterogenen Beginn des 20. Jahrhunderts. Nach den Gezeichneten von Franz Schreker im Januar an der Komischen Oper und dem Strauss‘schen Türöffner zur Moderne Salome an der Staatsoper, gelingt nun der Deutschen Oper Berlin mit Korngolds Das Wunder der Heliane 90 Jahre nach der ersten Aufführung an diesem Haus ein Opern-Coup.

April 2018 – 90 Jahre nach Erstaufführung
Deutsche Oper Berlin hebt musikalischen Schatz  –  Das Wunder der Heliane 

Dramaturgisch greift diese Rückschau nach einer Blütezeit des Musiktheaters an der Schwelle großer Veränderungen. Das frühe 20. Jahrhundert war eine Zeit der Neuordnung, des Aufbruchs in Wissenschaft und Psychologie, einer politischen Zeitwende und jähen Einbruchs. Die Weltkriegsfolgen führten zu einer Neuorientierung auf allen gesellschaftlichen und künstlerischen Gebieten. Eine Verschärfung von Prekariat und politischer Bewusstwerdung folgte auf Krisen. Künstler nahmen dieses explosive Gemisch seismographisch auf, das Publikum stellte sich aus der konservativen und neu gewonnen Bürgerlichkeit heraus ebenfalls neu auf, so das die Formen des künstlerischen Verarbeitens kaum unterschiedlicherer Ausprägung sein konnten und nebeneinander existierten.

Deutsche Oper Berlin / Das Wunder der Heliane - hier : Sara Jakubiak als Heliane © Monika Rittershaus

Deutsche Oper Berlin / Das Wunder der Heliane – hier : Sara Jakubiak als Heliane © Monika Rittershaus

Auf den Opern-Bühnen waren Richard Strauss und Gustav Mahler musikalische Trendsetter, Inspiration für eine Folgegeneration von Komponisten, die ihren Ansatz in eine neue zeitgenössische musikdramatische Sprache weitergeführt haben. Ihr Stil ermöglichte  in der kurzen Folge bis 1933 eine Flut musiktheatralischer Formen, wie sie z.B. Arnold Schönberg oder Alban Berg ausgeführt haben. Denen auf der Spur war die eine Gruppe von jüngeren Komponisten wie Schreker, Krenek, Weill oder Korngold, jeweils mit ganz unterschiedlichem stilistischem Ansatz.

Allen drei hier genannten Stücken gemeinsam, und ganz anders als die Werke von Krenek oder Kurt Weill, ist es, dass sie in der Wahl des Stoffes weit weg aus der Tagesrealität der Entstehungszeit in ferne, vergangene Zeiten oder mystische Schauplätze entführen. Sie behandeln allgemeingültige zwischenmenschliche Fragen von Religion, Beziehung, Macht, Diktatoren und ihrer Beziehung zum Volk. Eine Art dramaturgisches Krisenmanagement in unstetiger Zeit.

Wo markiert man Erich Wolfgang Korngold und sein Werk?

Erich Wolfgang Korngold (29. Mai 1897 – 29. November 1957) galt in seiner Heimatstadt Wien bereits als Wunderkind. Seine Jugendwerke wurden häufig durch Dirigenten wie Bruno Walter, Artur Schnabel, Arthur Nikisch, Wilhelm Furtwängler, Felix Weingartner und Richard Strauss aufgeführt. Er hatte in der Tradition einer modernen Klassik mit seiner Oper Die tote Stadt 1920 im zeitgenössischen Musiktheater eine Marke gesetzt und die Ankündigung einer neuen Oper elektrisierte die Häuser. Mit „Heliane“ hatte es Korngold bei Publikum und Kritik schwerer. Die Uraufführung 1927 an der Hamburgischen Staatsoper fand anders als Die tote Stadt wenig positive Resonanz.

Kreneks etwa zur gleichen Zeit uraufgeführte Jazzoper Johnny spielt auf traf mit Themen der Zeit und aktuellen Trends den herrschenden Publikumsgeschmack direkter als das eher mystisch-märchenhafte und inhaltlich verschlungene Stück Korngolds. Dennoch  wurde Das Wunder der Heliane direkt nach der Uraufführung von 12 Bühnen im deutschsprachigen Raum nachgespielt. Wenige Jahre später war die Oper von den Spielplänen verschwunden und vergessen. So unterschiedlich Krenek und Korngold agierten, Korngold stellte die Stimme mit spätromantisch blühenden Bögen noch einmal ins Zentrum, Krenek nutzte Jazzelemente, so sehr sind beide Stücke Ausdruck ihrer Entstehungszeit.

Von den Nationalsozialisten ab 1933 mit Aufführungsverbot belegt und als entartet“ eingestuft, ging Korngold auf Einladung von Max Reinhardts 1934 nach Hollywood, um für dessen Film A Midsummer Night’s Dream die Filmmusik nach Mendelssohns Schauspielmusik für das gleichnamige Shakespeare-Stück zu arrangieren.  Mit der Arbeit am Sommernachtstraum veränderte Korngold die bisherige Struktur von Filmmusik: Er vergrößerte die Orchesterbesetzung zu Symphonieorchesterumfang und setzte enge Relationen zwischen gesprochenen Dialogen und Filmmusik.  In den nächsten Jahren war er sehr erfolgreich als Filmkomponist für die Warner Brothers tätig und erhielt 1936 und 1938 zwei Oscars.

Deutsche Oper Berlin / Das Wunder der Heliane - hier : Sara Jakubiak als Heliane, Josef Wagner als König / Herrscher © Monika Rittershaus

Deutsche Oper Berlin / Das Wunder der Heliane – hier : Sara Jakubiak als Heliane, Josef Wagner als König / Herrscher © Monika Rittershaus

Mit dem von den Nazis verhängten Aufführungsverbot des Komponisten jüdischer Herkunft verschwanden Korngolds Opernwerke für lange Zeit von den Bühnen. Ein Anknüpfen an die Aufführungsserien der Entstehungszeit war nach der Zäsur durch Nationalsozialismus und Weltkrieg nicht gegeben. Die Nachkriegszeit setzte auch in der Opernlandschaft andere Prioritäten.

Erst 1989  gab es wieder eine Inszenierung (John Dew) in Bielefeld. Im Rahmen der Reihe „Entartete Musik“, die die von den Nazis verfemten Werke wieder in den Fokus rückte, wurde die Oper 1992 für die DECCA auf CD aufgenommen. Eine konzertante Aufführung folgte 2007 im Rahmen der Londoner Proms Konzerte.  2010 und 2012 folgten in einer Koproduktion Aufführungen in Kaiserslautern und Brünn. Die Volksoper Wien und das Philharmonische Orchester Freiburg präsentierten 2017 konzertante Aufführungen Das Wunder der Heliane. Ebenfalls 2017 brachte die Oper Vlanderen in Antwerpen/Gent eine Neuproduktion heraus.

Die Handlung:   Ein eiskalter Herrscher ohne Liebesfähigkeit, der seinem Volk, das auf ein erlösendes Wunder wartet, alle  Freuden und Gefühle verbietet, führt ein strenges, freudloses Regime. Auch seine unglückliche Frau Heliane ist davon betroffen, sie verweigert sich dem kalten Herrscher.

Ein Fremder, der wie ein Guru das Volk in Glück und Liebesfähigkeit coachen will, landet dafür im Gefängnis. Als ihn Heliane dort aufsucht, geraten beide in eine plötzliche gegenseitige seelische Anziehung. Heliane wendet sich diesem Fremden zu, entblößt sich vor ihm aus einem Gefühl heraus. Als der Herrscher hinzukommt und diesen angenommenen Treuebruch entdeckt, klagt er seine Frau an, der Fremde ersticht sich. Heliane bleibt nur eine Option, nämlich mit einem „Wunder“, den Fremden wieder zum Leben zu erwecken und so zu beweisen, dass sie unschuldig ist. Auf diese wundersame Erlösung und damit ein emotional freies Leben hofft schließlich das ganze Land. Und bekommt sie auch, Heliane und der Fremde sterben eine Art Liebestod, der Herrscher und das Volk bleiben in dem kalten Reich zurück, ein Neuanfang?

Elsa Bienenfeld, Rezensentin der Wiener Erstaufführung 1927, erkannte, dass das Potential der Oper in der Musik, weniger im altertümelnden, sprachlich gewundenen, düster märchenhaften Plot und Textbuch lag. „Die Musik überflutet das Textbuch, wogt durch die Akte, reißt die Szenen mit sich. (…). Sie schüttet Melodie in die Figuren, daß sie an Gesang überquellen.“

Im Zentrum dieser Musik steht die menschliche Stimme, ein „Schwelgen im Gesang“, Hochexpressive Harmonien, packend, dynamisch und süffig  – für die Sänger eine Kraftanstrengung über dreieinhalb Stunden hinweg. Musikalische Promille, eingebettet in einen üppigen Orchesterklang, der stellenweise Korngolds spätere Komposition für Filme also Filmmusik voraus ahnen lässt, in einer Zeit, in der der Film selbst noch stumm war, aber durch seine bis Ende der 1920er Jahre ausdifferenzierte Weiterentwicklung als eigenständige Begleitmusik bereits klang. Korngold selbst notierte: „Musik ist Musik, ob sie für die Bühne, das Dirigentenpult oder fürs Kino ist. Die Form mag sich ändern, die Art, sie zu notieren, mag unterschiedlich sein, aber der Komponist darf keinerlei Zugeständnisse machen in Bezug auf das, was er für seine eigene musikalische Überzeugung hält.“

Deutsche Oper Berlin / Das Wunder der Heliane - hier : Sara Jakubiak als Heliane und Jakob Wagner als König © Monika Rittershaus

Deutsche Oper Berlin / Das Wunder der Heliane – hier : Sara Jakubiak als Heliane und Jakob Wagner als König © Monika Rittershaus

So krude, unverständlich und aus der Zeit gefallen der Librettotext uns heute erscheint, so plausibel ist die inszenatorische Idee, die Loy konsequent den gesamten langen Abend hindurch umsetzt. Regisseur Christof Loy kehrt nach Inszenierungen von JENUFA, FALSTAFF und EDWARD II. zum vierten Mal an die Deutschen Oper Berlin zurück. Er sieht sieht Themen wie „Liebe“, „Nächstenliebe“ und „Mit-Leid“, die in dem Stück verhandelt werden, in einer 1928 wie heute eiligen Metropole wie Berlin, dem Ort der dritten „Uraufführung“ des Stückes nach Hamburg und Wien, von großer Relevanz.

In einem Einheitsbühnenbild, einer dunkel getäfelten Kastenbühne mit einer variabel lichtdurchlässigen Decke und Fensterfront (Johannes Leiacker), erhält jede Figur eine Rolle in einer jeweils offensichtlichen Richt- bzw. Gerichtsituation. Die Gerichtskulisse ist die perfekte Basis für die seltsam und zugleich spirituell anmutende Handlung. So spielt der erste Akt in der Untersuchungshaft, wo nacheinander der König, dann Heliane und wieder der König den zum Tode verurteilten Fremden aufsucht. Keine TV Soap, kein Gerichtsfilm könnten die Gerichtsszene im zweiten Akt dramaturgisch besser herstellen. Angeklagt sind Heliane und der Fremde dafür, dass sie lieben, Gefühle zeigen, was im Reich des Königs bei Strafe verboten ist. Heliane wird ausserdem des Ehebruchs bezichtigt. Der Herrscher ist sein eigener Staatsanwalt, der Chor das sensationsgierige Volk, schwankend zwischen Hoffnung auf ein besseres Leben und Stillhalten unter dem Joch des autoritären Herrschers, mal dieser, mal jener Seite parteiisch zugetan. Und schließlich hält der strenge Raum auch im letzten Akt die Anspannung vor der spirituellen Auferweckung des toten Fremden, das Wunder der Heliane, und dem dramatischen Schluss dicht zusammen. Der durchweg dunkel bis grau gehaltene Businesslook der Kostüme (Barbara Drosihn) entspricht dem szenischen Konzept.

Die amerikanische Sopranistin Sara Jakubiak ist in jeder Hinsicht souverän und anrührend. Ihr leuchtend heller Sopran ist warm timbriert, angenehm in den lyrischen Passagen, voller Kraft, wenn es notwendig ist, strömt ihre Stimme mühelos auf und über dem Orchester. Wenn sie in einer innige Seelenbegegnung mit dem Fremden plötzlich nackt auf der Bühne steht, ist das logisch und im Erzählstrom selbstverständlich. Ihre Heliane ist in diesem Bühnengericht Angeklagte und Zeugin der Anklage gleichermaßen. Eine Marlene Dietrich der Opernbühne, auch äußerlich im Businesskostüm mit Pelzumhang.

Die Besetzung des Fremden und des Königs macht es Loy leicht, die unvereinbaren Positionen der Figurencharaktere markant herauszustellen. In dem ganzen schwer fassbaren Handlungsgerüst ragen besonders der asketische König von Josef Wagner, der mit großartiger Diktion und standhaften Bassbariton den König als unversöhnlichen, in selbst gewählter Einsamkeit nach Liebe und Anerkennung hungernden Gegenpol zu dem menschlichen Füllhorn von Brian Jagdes Fremden positioniert. Jagdes durchschlagender heller und kräftiger Tenor läuft insbesondere zum Schluss zu dramatischer Größe auf, sein Fremder ist eine schillernd uneindeutige Figur. Mediator für König und Königin, Verführer des Volkes, Verführer der Königin und Wundermedium mit Auferstehungsfähigkeiten.

Okka von der Damerau nutzt sowohl gesanglich als auch darstellerisch mit feinem Gefühl für Nuancen die Rolle der Botin für ein Charakterbild von purer Intriganz. Sie ist darstellerisch wie musikalisch vom Komponisten vorgegeben fast eine Seeräuberjenny Weill’scher Prägung. (Die Uraufführung der Dreigroschenoper erfolgte tatsächlich nur einige Monate nach der Berliner Erstaufführung von Korngolds Oper 1928).

Burkhard Ulrich gestaltet  den blinden Schwertrichter mit hochpräsentem hellen Tenor als differenzierende Persönlichkeit. Eine Charakterstudie gibt Gideon Poppe als Der junge Mann, ein omnipräsenter Verehrer der Königin. Besonders anrührend ist Derek Welton als Pförtner, der das Volk aufrüttelt, sein Glück selbst zu gestalten, sich der Diktatur des Königs zu entziehen.

Marc Albrecht, Chefdirigent der Dutch National Opera, des Netherlands Philharmonic und des Netherlands Chamber Orchestra ist der Deutschen Oper langjährig verbunden. Er trägt den Abend kongenial, gibt dem Orchester eine transparente Stimme, fächert die Klangebenen auf, mit den Musikern von extremer Expression mühelos zum feinsten Pianissimo gleitend, gibt den Sängern Raum auf der reichen Tonebene, präsentiert jedes Instrumentensolo und hält die überbordenden Klangmassen so weit in Zaum, dass jede gesungene Phrase hörbar und trotzdem in den Klang eingebettet ist. Eine phänomenale Leistung von Marc Albrecht und dem Orchester der Deutschen Oper Berlin.

Der Chor ist hochpräsent stimmlich wie darstellerisch. Ein Powerpaket, das  – einmal im Spiel – mit großem szenischen Verstand seine Wegmarken präzise in die Klangexplosionen hinein setzt. So erscheint das Wunder der Auferstehung des Fremden packend wie eine musikalisch-spirituelle Gemeinschaftsleistung von Heliane und dem Volk. Das ist musikalisches Gewichtheben auf elegante und differenzierte Art.

Es bleibt zu hoffen, dass nach der ersten überaus erfolgreichen Aufführungsserie im März / April 2018 sich dieses Wunder der Heliane in den kommenden Spielzeiten noch oft wiederholt.

—| IOCO Kritik Deutsche Oper Berlin |—

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