Freiburg, Theater Freiburg, La Bohème – Giacomo Puccini, IOCO Kritik, 30.10.2018

Oktober 31, 2018 by  
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Theater Freiburg © M. Korbel

Theater Freiburg © M. Korbel

Theater Freiburg

La Bohème  –   Giacomo Puccini

– Il sogno ch’io vorrei sempre sognar! –

Von  Julian Führer

La Bohème ist ein Stück des Kernrepertoires und meist ein Garant für volle Häuser. Giacomo Puccini schrieb mit Che gelida manina und O soave fanciulla regelrechte Hits, „schöne“ Inszenierungen wie von Franco Zeffirelli (Mailand, Wien, München, New York etc. seit 1963) oder Götz Friedrich (Berlin, seit 1988) werden teilweise seit Jahrzehnten auf den Spielplänen gehalten. Das ambitionierte Theater Freiburg hat diese sehr bekannte Oper Frank Hilbrich anvertraut, der dort schon viele Stücke inszeniert hat. Sein Ring des Nibelungen sorgte für überregionale Aufmerksamkeit, und sein Regiestil zeigt immer wieder eine große Präzision in der Dramaturgie und der Personenführung, was mitunter zu ebenso überraschenden wie schlüssigen Einsichten führen kann.

Für La Bohème wählten Hilbrich und sein erprobtes Team einen Ansatz, der vom Paris des 19. Jahrhunderts abstrahiert. Noch vor Einsetzen der Musik sehen wir eine modern, aber etwas lieblos eingerichtete Wohnung, in der Kinder sitzen und stehen. Mit Einsetzen der Musik wandelt sich die Belegung, und wir sehen dieselben Menschen als junge Erwachsene in einer Art Studenten-WG.

Theater Freiburg / La Bohème - hier : Katharina Ruckgaber, Solen Mainguene, Michael Borth, Harold Meers © Rainer Muranyi

Theater Freiburg / La Bohème – hier : Katharina Ruckgaber, Solen Mainguene, Michael Borth, Harold Meers © Rainer Muranyi

Richtig arm scheinen die Bewohner nicht zu sein, sie wohnen kärglich, aber haben in ihrer verspielten Art wahrscheinlich die Gewissheit, nie wirklich hungern zu müssen- Erwähnt Rodolfo im zweiten Bild nicht, dass er einen steinreichen Onkel hat („Ho uno zio milionario“)? Vielleicht ist dies mehr als nur eine Behauptung, um Mimì an sich zu binden. Richtig fleißig sind sie auch nicht. Die aufgeklappten Laptops gehen jedenfalls schnell wieder zu, wenn es am WG-Küchentisch etwas Interessanteres gibt, zum Beispiel immer wieder neue Selfies, die an die Wand projiziert werden. Wenn der Vermieter Benoît kommt, ist das nicht wie im Libretto angelegt eine zunächst existenziell bedrohliche Situation, sondern man zahlt bar und macht dann noch ein ironisches Selfie extra mit diesem etwas schmierigen Patron. Mimì hingegen muss sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Rodolfo ist aus dem Stand in der Lage, ihr formvollendete Komplimente zu machen, und in der WG ist mehr als deutlich, dass er sie lieber jetzt als später auf der Isomatte haben will (die ohnehin schon eindeutigen Worte in O soave fanciulla werden durch die Personenführung noch unterstützt). Sind da echte Gefühle im Spiel? Die immer wieder thematisierte Kälte deutet Hilbrich als emotionale Kälte, als Mangel an Empathie zwischen den Personen der Handlung. Dass Joshua Kohl als Rodolfo etwas belegt anfängt, passt recht gut zu diesem Ansatz, während Solen Mainguenés warmer Sopran mit breiter Mittellage und stellenweise markantem (doch nie übertriebenem) Vibrato auch gesanglich deutlich macht, dass Mimì sich auch einmal amüsieren will und dabei auf der Suche nach echten Gefühlen ist. Nach etwas verhuschtem Beginn bei den schnellen Einsätzen war das Orchester voll auf der Höhe und wurde von Daniel Carter am Ende des ersten Bildes zu betörendem Schönklang animiert.

Theater Freiburg / La Bohème - hier : Katharina Ruckgaber, Solen Mainguene, Michael Borth, Harold Meers © Rainer Muranyi

Theater Freiburg / La Bohème – hier : Katharina Ruckgaber, Solen Mainguene, Michael Borth, Harold Meers © Rainer Muranyi

Das zweite Bild wird in einem unbestimmten Innenraum angesiedelt (Bühne: Volker Thiele). Die Kinder sind grellbunt angezogen, die Erwachsenen hingegen hochgeschlossen in schwarz (Kostüme: Gabriele Rupprecht). Die Introduktion nimmt Carter in eher gemäßigtem Tempo, trotzdem fallen in den ersten Minuten die Chorgruppen (Herren, Damen und Kinder) wiederholt auseinander – an dieser Stelle ein Klassiker, der auch an großen Häusern immer wieder passiert. Durch die Personenführung wird deutlich gemacht, dass Mimì und Rodolfo schon im Streit sind. Rodolfos Freunde bzw. Mitbewohner haben sich etwas zu essen und ein Getränk im Pappbecher besorgt und setzen sich auf Stufen. Ist ihr das alles zu oberflächlich? Das Restaurant von Momus ist jedenfalls nicht zu sehen. Musettas Auftritt im engen Kleid (zickig, später mitfühlend: Samantha Gaul) ruft die Eifersucht des von ihr sitzengelassenen Marcello hervor, während der alternde Liebhaber Alcindoro (Wolfgang Newerla, auch als Benoît) seine kapriziöse Eroberung auf Händen tragen muss, es ihr doch nie rechtmachen kann und sie bei ihrem Quando m’en vo‘ soletta aufdringlich befummelt. Einen Tambourmajor sieht man in dieser Lesart nicht, aber die Kinder übernehmen den Marschrhythmus zum Teil. Der sehr kraftvolle Bariton Michael Borths als Marcello hat die Tendenz, die anderen Stimmen zu übertönen. Jin Seok Lee (Colline) war zu Anfang nicht ganz rein in der Intonation, verfügt aber über eine sehr präsente Bassstimme, die in anderen Produktionen bereits aufhorchen ließ (z.B. als Fasolt in Das Rheingold oder König Heinrich in Lohengrin). In den Ensemblestellen hält sich Joshua Kohl als Rodolfo eher zurück, die Spitzentöne bringt er alle, und am Ende macht er auch das von ihm kaum erahnte Drama eines jungen Menschen glaubhaft. Nach den ersten zwei Bildern vermittelt sich der Eindruck einer Gemeinschaft junger Leute, die alles nicht so ernstnehmen, einen Hang zur Ironie haben, sich gerne durchschnorren –Gelegenheit macht Liebe, vor allem wenn die Gelegenheit ein leichtes Opfer wie Mimì ist.

Theater Freiburg / La Bohème - hier : Solen Mainguene als Boheme © Rainer Muranyi

Theater Freiburg / La Bohème – hier : Solen Mainguene als Boheme © Rainer Muranyi

Das dritte Bild zeigt das Leben von der weniger schönen Seite: Mimì hat gesundheitliche Probleme, Rodolfo fürchtet ihren Tod, macht sich aber vor allem Gedanken darüber, wie er sie loswerden kann. Die zwischen beiden wiederholten Liebesschwüre sind nur ein leeres Beschwören einer vergangenen Leidenschaft – aber füreinander einstehen werden die beiden nicht, vor allem nicht Rodolfo für Mimì. Marcello lebt inzwischen wieder mit Musetta in einer On-off-Beziehung zusammen und empfiehlt Rodolfo diesen Weg – doch prompt kommt es zu einer Eifersuchtsszene. Beide Männer kommen in ihren Beziehungen nicht mit dem Problem der mangelnden emotionalen Wärme und mit dem Mangel an Verbindlichkeit zurecht, und ihre Partnerinnen sind ihrerseits nicht glücklich, weder die das Ende ahnende Mimì noch die sich hinter ihrer zickigen und auf Autonomie plädierenden Fassade mitfühlende Musetta.

Am stärksten ist Frank Hilbrich das vierte Bild geraten. Wir sind wieder in der Situation der WG. Die Mitbewohner veranstalten alberne Spielchen (bei denen nun auch Colline stimmlich ganz auf der Höhe ist), bis Musetta ankündigt, dass Mimì todkrank vor der Tür steht. Die Bewohner sind etwas irritiert, und jeder findet einen Weg oder einen Vorwand, sich der auf einmal wirklich ernsten Situation zu entziehen – außer Rodolfo. Mimì kommt herein, vom Tode gezeichnet, sinkt zu Boden. Rodolfo weiß nicht, was er tun soll, und hält den größtmöglichen Abstand zu seiner Liebschaft. Mimì hatte sich zwischenzeitlich wie Musetta einen reichen Liebhaber geangelt, zum Sterben aber will sie zu ihrer einzigen echten Liebe Rodolfo zurück, der dieser Situation nicht gewachsen ist und versagt. Die Personenführung in diesem letzten Bild ist ein Meisterstück der Regie. Musetta hat Schmuck zu Geld gemacht und bringt den von Mimì ersehnten Muff, um ihr die Hände zu wärmen – im Leopardendesign ihres eigenen Mantels. Der hilflose Rodolfo lässt Mimì liegen und alleine sterben. Das letzte Selfie zeigt überlebensgroß die beängstigend realistisch zur Leiche geschminkte Mimì.

Das gut besuchte Haus applaudierte reichlich den durchweg jungen Stimmen, die eine überzeugende Ensembleleistung boten. Die starke Regie zeigte einmal mehr, dass auch vermeintlich bekannte Stücke des Repertoires immer wieder neu befragt werden können.

La Bohème am Theater Freiburg: die weiteren Vorstellungen am 1.11.; 24.11.; 14.12.; 25.12.2018; 18.1.2019 … ….

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Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier, Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach, IOCO Kritik, 12.06.0217

Juni 13, 2017 by  
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Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach

 In Lutters Weinschänke leben Hoffmanns Phantasmagorien

Von Viktor Jarosch

E.T.A. Hoffmann (1776 – 1822) schrieb, zeichnete, malte kunstvoll: Anregend wie provokant. Erfolgreich als Jurist, Zeichner, Karikaturist, Schriftsteller, Komponist litt Hoffmann sehr unter der nach-Napoleonischen Restauration Preußens. In Frankreich avancierte Hoffmann früh zum Klassiker, dort von Heinrich Heine, Victor Hugo, Honoré de Balzac verehrt. In Deutschland dagegen blieb Hoffmann lange höchst umstritten: Goethe unterstellte Hoffmannfieberhafte Träume eines … kranken Gehirns“; Nobert Koenig folgte der preußischen Restauration als er 1890 zu  E.T.A. Hoffmann in seiner Deutschen Literaturgeschichte schrieb:  „..unter dem Einfluss wüster Orgien wurde der Hang zum Dämonischen (..in Hoffmann..) immer stärker.. zu großem fähig, wenn es ihm möglich gewesen wäre, sich und seine Gaben in Zaum und Zucht zu halten“

 Jacques Offenbach Grabstaette in Paris © IOCO

Jacques Offenbach Grabstaette in Paris © IOCO

Jules Barbier und Michel Carré, grosse Bewunderer von E.T.A. Hoffmann, Franzosen nicht Deutsche, schufen aus Hoffmanns Werken Sandmann, Rat Krespel, Die Geschichte vom verlorenen Spiegelbild, Klein Zaches schon 1851 das fantastische Drama Les Contes D´Hoffmann, darin sie Hoffmann selbst zum Mittelpunkt machten. Barbiers und Carrés Phantasmagorie inspirierte den Kölner neu–Pariser   Jakob Jacques“ Offenbach (1819 – 1880) zu seiner Oper Hoffmanns Erzählungen. Jules Barbier schuf dazu das Libretto. Doch als Offenbach  schon 1880 starb hinterließ nur unfertiges, keine eindeutige, authentische Partitur. Allein der  Klavierauszug zu Hoffmanns Erzählungen ist authentisch, von Offenbach. Léon Carvalho und Ernest Guiraud stellten Offenbachs Werk zur Uraufführung 1881 fertig. Bis heute wurde die Oper nach angeblichen oder tatsächlichen Skizzen Offenbachs immer wieder überarbeitet, in vielen Versionen auf die Bühne gebracht. Doch Komposition und Libretto der tragisch-komischen Allegorien zu Liebe, Einsamkeit und Tod in Hoffmanns Erzählungen lassen unverwechselbar Offenbach wie E.T.A. Hoffmann spüren. Hoffmann Erzählungen wurde ein großer Erfolg, auch in Deutschland. In Frankreich ist Les Contes D´Hoffmann nach Bizets Carmen heute die meistgespielte Oper.

MIR Gelsenkirchen / Hoffmanns Erzählungen - Hoffmann und die Muse © PEDRO MALINOWSKI

MIR Gelsenkirchen / Hoffmanns Erzählungen – Hoffmann und die Muse © PEDRO MALINOWSKI

Lutters Weinschänke in Berlin ist Dreh- und Angelpunkt in der MiRProduktion von  Hoffmanns Erzählungen. Die von Alkohol wie Fantasien verwebten Zerrbilder des Hoffmann, seine Begegnung mit dem Kunstmensch Olympia, der Sängerin Antonia und der Schlemil-abhängigen Giulietta, all dies bilden Michiel Dijkema, Regie, Jula Reindell, Kostüme und Stephanie Meier, Licht, in Lutters Weinschänke ab. Dort war Hoffmann  tatsächlich oft Gast. Die Weinschänke spiegelt Hoffmanns wahres Leben wieder, dort hatte er seine Trinkgenossen, dort wirkten Hoffmanns reale Frauen Stella, die Muse wie seine Zerrbilder, Olympia, Antonia, Giulietta. 

So zeigt das MiR mit den ersten Takten Lutters Weinschänke, in farbig-fettes Licht getaucht, noch leer, Stühle, ein Tisch. Die Muse (Almut Herbst) erklärt die Gefahren einer bürgerlichen Ehe bis Lindorf  (Urban Malmberg), in schwarz glänzendem Kostüm bedrohlich wirkend, einer Wolke entsteigt. Mit wohltimbriertem Bariton beginnt Lindorf im MiR mit Jacques Offenbachs  romantische Phantasmagorie: Lärmende Besucher und Trinkgenossen in Lutters Weinschänke fordern von dem liebeskranken Hoffmann das Lied von Klein Zaches: Joachim Bäckström, in Deutschland noch wenig bekannter, junger Schwede, beginnt mit dieser Arie ein starkes Rollendebut als Hoffmann im MiR: Darstellerisch wie stimmlich ungewöhnlich präsent: Mit bruchlos strahlend jungem Tenor und gut verständlichem Französisch zeichnet Bäckström  Hoffmann Gefühle schon in der populären frühen Arie des Klein Zaches in verblüffender klarer Diktion und kraftvoll lyrischer Romantik. Bäckströms wohl timbrierte Stimme formte mit Beginn den mitreißenden Charakter dieser Hoffmann-Produktion, in einem insgesamt stimmstarken MiR- Ensemble.

MIR Gelsenkirchen / Hoffmanns Erzählungen - Olympia © PEDRO MALINOWSKI

MIR Gelsenkirchen / Hoffmanns Erzählungen – Olympia © PEDRO MALINOWSKI

Im zweiten Bild um die tanzende wie singende Kunstpuppe Olympia (Dongmin Lee) und den Augenhändler Coppelius (Urban Malmberg) wird die Weinschänke um zwei riesige Augen ergänzt. Hoffmann kann nun, mit Kunstbrille des Coppelius, die Welt sehen, wie er sie möchte. In wunderbar filigraner wie skurriler Choreographie (Dramaturgie Anna Grundmeier) verwandelt sich die zunächst reglose Olympia in eine tanzende wie singende Puppe, welche auch mit Hoffmann tanzt. Auffällig die Choreographie zu diesem Bild: Das in klassisch blaue Gewänder gekleidete Ensemble agiert ebenso mechanisch auf kleine Zeichen der Olympia. Die anspruchsvolle, von Dongmin Lee mit warm lyrischem Sopran lebendig vorgetragene Koloraturarie „Les oiseaux dans la charmille“, begeistert das MiR Publikum, viel Beifall. Der Chor, gut eingestellt  von Alexander Eberle, schließt das zweite Bild, Hoffmann verhöhnend: „Er liebte einen Automat“.  Im dritten Bild um die dem Gesang verfallene Antonia  und ihren sie schützenden Vater, den Rats Crespel,  gestalten Instrumente, Cello, Kontrabass die Weinschänke. Antonia  (Solen Mainguené) läßt, der Partitur folgend, ihrer Stimme mit  „Ma mère, ma mère, son âme m’appelle“ “wunderbar freien Lauf“. Joachim Maaß integriert, überzeugt als als Crespel  darstellerisch wie stimmlich.

MIR Gelsenkirchen / Hoffmanns Erzählungen - Hoffmann und Giulietta © PEDRO MALINOWS

MIR Gelsenkirchen / Hoffmanns Erzählungen – Hoffmann und Giulietta © PEDRO MALINOWS

Das vierte Bild um die habgierige Kurtisane Giulietta (Petra Schmidt) verwandelt die Weinschänke in laszives Venedig: Giulietta, in eindeutigem Kleid und mit Augenbinde eine sichtbar professionelle Kurtisane, und wie die Gäste mit erotisierenden Spielchen beschäftigt, eine über den Protagonisten hängende, gelegentlich feuerspuckende Gondel, den Canale Grande andeutende rot-weiße Säulen. Mitreißend gesungen von Giulietta und Chor die hochromantische Barcarole „Belle nuit, ô nuit d’amour, Schöne Nacht, du Liebesnacht“. Doch auch Urban Malmberg, hier als Dappertutto  beschwört Giulietta erneut in lyrisch ergreifender Arie mit seinem Diamanten „Tourne, tourne, miroir“ um das Spiegelbild des Hoffmann, verliert Hoffmann seinen Schatten, von Joachim Bäckström erneut mitreissend gesungen: „ Ô Dieu! de quelle ivresse“Im fünften Bild finden sich der betrunkene vom Erzählen benebelte Hoffmann, sein Gegenspieler Lindorf, die Muse wie die weiblichen Trugbilder in Lutters Weinschänke.

Musiktheater im Revier/ Hoffmanns Erzaehlungen _ Ensemble zum Premierenapplaus © IOCO

Musiktheater im Revier/ Hoffmanns Erzaehlungen _ Ensemble zum Premierenapplaus © IOCO

Die Entstehung von Hoffmanns Erzählungen ist spannend wie komplex; ähnlich viele Optionen bestehen, die Oper zu inszenieren. Das MiR macht Lutters Weinschänke  zum plausiblen Fixpunkt um Hoffmanns Traum- und Zerrbilder von Frauen. Erneut überrascht und begeistert, welch große Produktion das MiR erneut erfolgreich stemmte. Das plausible Hoffmann-Regiekonzept, wunderbare Stimmen, Lichteffekte und reiche Choreographie rissen das Publikum zu Beifallsstürmen hin. In der folgenden Premierenfeier wurden die Beteiligten, einschließlich Intendant Schulz, ausgiebig gefeiert.

Hoffmanns Erzählungen: Weitere Vorstellungen im MiR: 18.6.2017, 22.6.2017, 24.6.2017, 30.6.2017, 9.7.2017, 3.9.2017, 17.9.2017, 24.9.2017

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