Wien, Wiener Staatsoper, Saisonauftakt 01.09. – Tag der offenen Tür, IOCO Aktuell

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

 Saisonauftakt 2019/2020 – 1. September 2019

IOCO Video – Jahrespressekonferenz zum Spielplan 2019/20

Mit sieben Opernwerken, zwei Ballettprogrammen, einem Konzert, zwei Matineen sowie mehreren Sonderveranstaltungen startet die Wiener Staatsoper im September 2019 in die neue Spielzeit 2019/2020, die letzte von Staatsoperndirektor Dominique Meyer und Ballettdirektor Manuel Legris verantwortete Saison.

Wiener Staatsoper 2019/20 – IOCO Video zur Jahrespressekonferenz der Staatsoper
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Den Auftakt zur neuen Spielzeit bildet auch heuer wieder traditionellerweise der beliebte Tag der offenen Tür am Sonntag, 1. September 2019. An zwei Terminen (14.00 – 16.30 Uhr sowie 17.30 – 20.00 Uhr) werden spannende Einblicke hinter die Kulissen des Opern- und Ballettbetriebs mit u. a. Proben mit Publikumslieblingen wie KS Ildikó Raimondi und Zoryana Kushpler, einer Technik- und Bühnenshow mit szenischen Ausschnitten aus L’italiana in Algeri, La Bohème und Sylvia, der Ausstellung von Kostümen, Requisiten, historischem Notenmaterial und vielem anderen mehr geboten.

 Eckdaten der Wiener Staatsoper zur Saison 2018/19

In der Spielzeit 2018/2019 konnte die Wiener Staatsoper erneut einen Einnahmenrekord durch Kartenverkauf erzielen: 37.695.162,26 Euro (2017/2018: 35.298.761,91) – um 2.314.762,26 über den Plansoll. Die Sitzplatzauslastung betrug insgesamt 99,10% (2017/2018: 98,61%).

Insgesamt 622.081 Gäste (2017/2018: 608.955), besuchten 291 Opern-, Ballett-vorstellungen und Matineen auf der Hauptbühne (2017/2018: 292), 72 Vorstellungen im Studio Walfischgasse (2017/2018: 90) sowie 18 Matineen im Gustav Mahler-Saal (2017/2018: 20).

Die ersten Vorstellungen der Spielzeit 2019/20

Die erste Vorstellung der Staatsopernsaison 2019/2020 ist Verdis La traviata am Mittwoch, 4. September 2019. Irina Lungu verkörpert die Violetta, Charles Castronovo den Alfredo Germont und KS Thomas Hampson den Giorgio Germont. Giampaolo Bisanti leitet erstmalig La traviata im Haus am Ring.

Reprisen: 7. und 10. September


Am Donnerstag, 5. September 2019 wird Offenbachs Les Contes d’Hoffmann im Haus am Ring wiederaufgenommen: Anstelle des erkrankten Yosep Kang verkörpert Dmitry Korchak den Hoffmann und gibt damit sein Rollendebüt im Haus am Ring. Weiters sind erstmals an der Wiener Staatsoper Olga Peretyatko als Olympia, Antonia und Giulietta, Gaëlle Arquez als Nicklausse / Muse, Luca Pisaroni als Lindorf, Coppélius, Miracle und Dapertutto und Michael Laurenz als Andrès, Cochenille, Frantz und Pittichinaccio zu erleben. Es dirigiert: Frédéric Chaslin.

Reprisen: 8., 11. und 15. September


Ab Freitag, 6. September 2019 steht Verdis Don Carlo wieder auf dem Staatsopernspielplan. Ihre Rollendebüts im Haus am Ring geben Fabio Sartori in der Titelpartie und Dmitry Ulyanov als Großinquisitor. Anja Harteros ist erneut als Elisabetta zu erleben, KS René Pape als Philipp II., KS Simon Keenlyside als Rodrigo und Elena Zhidkova als Eboli. Jonathan Darlington dirigiert erstmals Don Carlo im Haus am Ring.

Reprisen: 9. und 12. September


Weiters stehen im September auf dem Spielplan: Verdis Il trovatore unter der der Leitung von Alberto Veronesi mit Yusif Eyvazov, Michelle Bradley, Roberto Frontali, Monika Bohinec (19., 22. und 25. September); Donizettis L’elisir d’amore mit Pavel Petrov, Maria Nazarova, Samuel Hasselhorn, Paolo Rumetz, dirigiert von Jonathan Darlington (21. und 24. September); Strauss’ Salome unter Dennis Russel Davies, mit Ausrine Stundyte, Alan Held, Jörg Schneider, Linda Watson (27. September, außerdem noch am 1. und 4. Oktober) und Puccinis La Bohème u. a. mit Aida Garifullina, Jinxu Xiahou, Adrian Eröd, es dirigiert Louis Langrée (29. September 2019, weitere Vorstellungen am 3. und 7. Oktober).


Am Dienstag, 17. September 2019 kehrt Elisabeth Kulman mit einem Solistenkonzert zurück an das Haus und präsentiert mit einem 7-köpfigen Ensemble ihr Programm „La femme c’est moi“.


Das Wiener Staatsballett eröffnet seine Saison in der Wiener Staatsoper am 13. September 2019 mit Manuel Legris’ Sylvia (Reprisen am 14., 18. und 20. September) sowie mit dem vierteiligen Abend Forsythe | van Manen | Kylián (Vorstellungen am 26., 28. und 30. September 2019).


Ebenfalls im September findet der erste Termin in dieser Spielzeit der beliebten Reihe „Kammermusik der Wiener Philharmoniker“ im Gustav Mahler-Saal statt (28. September 2019).

Parallel dazu laufen seit dem gestrigen Montag, 26. August 2019 die Proben für die erste Premiere in dieser Spielzeit: Brittens A Midsummer Night’s Dream (Premiere am 2. Oktober 2019) unter der Leitung von Simone Young (Dirigentin) und Irina Brook (Regisseurin). Schon am Sonntag, 22. September 2019 lädt die Wiener Staatsoper zur Einführungsmatinee mit Mitwirkenden der Neuproduktion.


In der AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE werden im September „Bild und Bühne – Die Entwicklung des Bühnenbilds von 1600 bis heute“ (Vortrag von Rudi Risatti, 20. September), eine Einführung in die Musik von Die Frau ohne Schatten (mit dem musikalischen Studienleiter Jendrik Springer, 25. September) sowie zwei Schulvorstellungen von Der Karneval der Tiere angeboten.


Die Vorstellungen von La traviata am 7. September, Don Carlo am 12. September, Les Contes d’Hoffmann am 15. September und Il trovatore am 25. September 2019 werden mit WIENER STAATSOPER live at home über www.staatsoperlive.com weltweit in HD übertragen.


Im Rahmen von „Oper live am Platz“ werden im September 18 Vorstellungen live auf den Herbert von Karajan-Platz übertragen, den Auftakt bildet La traviata am 4. September 2019.

—| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—

Berlin, Deutsche Oper Berlin, Tannhäuser – Richard Wagner, IOCO Kritik, 15.05.2019

Mai 15, 2019 by  
Filed under Deutsche Oper Berlin, Hervorheben, Kritiken, Oper

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Deutsche Oper Berlin

Deutsche Oper Berlin © Leo Seidel (Kontakt: leoseidel@googlemail.com)

Deutsche Oper Berlin © Leo Seidel (Kontakt: leoseidel@googlemail.com)

Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg

Emma Bell – Peter Seiffert – Stimmpracht und Intensität 

von Michael Stange

Richard Wagner © IOCO

Richard Wagner © IOCO

Kirsten Harms Tannäuser Inszenierung, Premiere November 2008, von dessen Reise aus dem Venusberg über die Wartburg nach Rom und zurück, auf der Suche nach Liebe, Lust und Anerkennung, besticht auf leerer Bühne durch intensiv wirkende Kostüme und ihre unprovokante Erzählung der Minnesängermär.

Von oben werden schwebenden Figuren hinuntergelassen. Mit der Hebebühne werden starke Akzente gesetzt. Metallische Rüstungen und farbenfrohe Kostümpracht des 2. Aktes werden mit einem Kaleidoskop von Hintergrundbildern ergänzt. So werden Richard Wagners Intentionen eindringlich ohne tiefenpsychologische Deutung an der Deutschen Oper Berlin auf die Bühne gebracht.

Tannhäuser –  Richard Wagner
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Wagner Sternstunde an der Deutschen Oper Berlin

Zur Ouvertüre schwebt ein Ritter im Blau durch die Wolken. Venus liegt auf einem Podest. Ihren Nymphen tummeln sich nackt im Bad. Venus und Tannhäuser sind umgeben von Klonen der Liebesgöttin. Das Finale des 1. Aktes ist eine Berglandschaft über der groteske Teufelspuppen flattern. Die Jagdgesellschaft begegnet Tannhäuser in metallischen Rüstungen auf eisernen Pferden (Foto).

Der zweite Akt zeigt zunächst eine leere Bühne mit in der Höhe schwebenden Rittern. Der Wartburgsaal ist tribünenartigen angeordnet und zeigt die bunte und farbenprächtig kostümierte Wartburggesellschaft. Das Hebe- und Senkbühnenbild entfaltet im Finale des 2. Aktes die stärkste Wirkung. Der wegen des Aufenthaltes im Venusberg ausgestoßene Tannhäuser steht als Sinnbild seiner Sünden unter der über ihm auf der Hebebühne stehenden Wartburggesellschaft.

Deutsche Oper Berlin / Tannhäuser © Bettina Stoess

Deutsche Oper Berlin / Tannhäuser © Bettina Stoess

Im dritten Akt siechen die Pilger auf Krankenbetten und über ihnen schweben wiederum die bekannten eisernen Ritter. Kern des Interpretationsansatzes ist, Elisabeth als mitleidsvolle und mildtätige Frau darzustellen. Daher wird ihr im ähnlichen Kostüm die lüsternen Liebesgöttin Venus gegenübergestellt. Beide vereinen sich im Finale zu einer Person in der zwei Seelen wohnen.

Dieser Opernabend stand im Zeichen von Sängern, Chor und Orchester. Von ihnen gingen Glanz und Magie der Aufführung aus; sie konnten sich beglückend auf der Bühne entfalten.

Die Elisabeth des Abends Emma Bell begann ihre Karriere im Mozart Fach. Ihren Rang belegte sie schon als Gewinnerin des Kathleen Ferrier Preises. Im jugendlich -dramatischen Fach zählen Rollen wie Agathe in Freischütz, Leonore in Fidelio, Elsa in Lohengrin und Elisabeth zu ihrem Repertoire. Sie paart phänomenale Stimmschönheit mit stupender Gesangstechnik. Ihr honigfarbenes Timbre ergänzt sie mit impressionistischer vokaler Ausdruckspalette und einer phänomenalen leuchtend blühenden Höhe. In der Arie „Dich teure Halle..“ verband sie sehnsüchtige, innige Momente mit jubelnden Phrasen. Die Tongebung bei „Allmächtige Jungfrau..“ war verhalten innwendig und eindringlich klagend. Die gesamte gesangliche Gestaltung war von immenser Poesie und sängerischer Fulminanz geprägt. Als Venus leistete sie gleichfalls Beachtliches und überzeugte mit sinnlich sirrendem Ton.

Peter Seiffert war als Tannhäuser ein „unbegreifliches Wunder“. Seit Jahren ist er der weltweit führende Rollenvertreter. Aufgrund seiner stimmtechnischen Meisterschaft gelangen alle schwierigen Momente dieser mörderischen Partie scheinbar mühelos. An diesem Abend hat er aber selbst die kühnsten Erwartungen übertroffen. Seine Stimme verfügt über ein nahezu baritonales Fundament und eine immense strahlende Höhe. Mit betörender Tongebung sang er phänomenale Übergange vom Piano über das Mezza voce bis zum Forte. Fließend, völlig frei, dramatisch packend gefärbt, mit interpretatorischer Tiefe und Anteilnahme gefüllt füllte sein Tenor wie gemalt den Saal der DOB. Zugleich war die Stimme unglaublich fokussiert.

Deutsche Oper Berlin / Tannhäuser © Bettina Stoess

Deutsche Oper Berlin / Tannhäuser © Bettina Stoess

Selbst im Piano kam sie mühelos über das Orchester und die hohen Töne waren von metallischem prachtvoll strahlendem Glanz. In der Venus-Szene war schon bei seinem Erwachen die Stimme völlig präsent. Der dramatische Ausbruch bei „Allmächtiger, Dir sei Preis..“ war innig aber zugleich mächtig und erschütternd. In den schnellen Läufen im Finale des 1. Aktes reihten sich seine Töne wie an einer Perlenkette auf.

Im Duett des zweiten Aktes gelangen Peter Seiffert und Emma Bell – auch dank des sängerfreundlichen Dirigats – unglaublich poetische, innige Momente. Die Gesänge an die Venus waren betörend intensiv und Peter Seiffert war selbst im Finale des zweiten Aktes stets hörbar und übertönte Chor und Orchester.

Die Romerzählung begann er fahl verhalten und steigerte sich in den Ausbrüchen zu immenser Größe. Neben der gesanglichen Gestaltung entwickelte er eine überwältigende emotionale Ausdruckskraft. Die Darstellung des Zerbrechens am eigenen Fehlverhalten und fehlender Vergebung gelangen ihm mit einer unter die Haut gehenden stimmlichen Wandlungsfähigkeit und Intensität.

Simon Keenlyside als Wolfram von Eschenbach war Tannhäuser ein ebenbürtiges Gegenüber. Mit seine dunkel gefärbtem, heldenbaritonalen Timbre und seiner wohlklingenden Stimme setzte er berührende Akzente. Seine Auftritte im 3. Akt gestaltete er tief empfunden mit beeindruckender Wortdeutlichkeit und prächtiger gesanglicher Gestaltung.

Albert Pesendorfer war ein Landgraf mit Autorität uns sonorem Bass. Clemens Bieber ein klangschöner Walther von der Vogelweide und Seth Carico ein wohlklingender Heinrich der Schreiber.

Deutsche Oper Berlin / Tannhäuser - Schlussapplaus © Patrik Klein

Deutsche Oper Berlin / Tannhäuser – Schlussapplaus © Patrik Klein

Dem von Jeremy Bines fulminant einstudiertem Chor der Deutschen Oper paarte filigranes und mit mächtig auftrumpfenden Momenten. Die Klangpracht und –schönheit und die Differenziertheit waren ungemein wirkungsvoll und wurden durch die mit den Bühnenbildern einhergehende gestaffelte Choraufstellung bis in die Tiefe der Bühne besonders hervorgehoben.

Stefan Blunier dirigierte das perfekt disponierte Orchester mit immenser Sensibilität und einem unvergleichlichen Sängerfreundlichkeit. Sänger und Chor trug er auf Händen und setzte markante Akzente gepaart mit filigranem Wohlklang.

Das Publikum verfolgte die Vorstellung gebannt und konzentriert. Lang anhaltender Jubel belohnte diesen phänomenalen Wagnerabend.  Nach der Vorstellung bemerkten selbst Opernveteranen an der Garderobe, dass sie nie einen Tannhäuser von so großartiger gesanglicher Perfektion und intensiver suggestiver Wirkung  auf der Bühne erlebt haben.  Eine Lehrstunde des Wagnergesangs.

Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg – Deutsche Oper Berlin:  keine weiteren Vorstellungen in der Spielzeit 2018/19

—| IOCO Kritik Deutsche Oper Berlin |—

Wien, Wiener Staatsoper, PREMIERE PELLÉAS ET MÉLISANDE, 18.06.2017

Juni 6, 2017 by  
Filed under Premieren, Pressemeldung, Wiener Staatsoper

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

 PELLÉAS ET MÉLISANDE vob Claude Debussy

PREMIERE 18. JUNI 2017, weitere Vorstellungen 20.6.2017, 24.6.2017, 27.6.2017

Mit der Premiere von Pelléas et Mélisande kehrt am 18. Juni 2017 Claude Debussys 1902 an der Pariser Opéra Comique uraufgeführte einzige vollendete Oper nach 26 Jahren zurück an die Wiener Staatsoper. Das Werk wurde 1911 im Haus am Ring erstmals aufgeführt, in den Jahren 1946, 1962 (Musikalische Leitung und Inszenierung: Herbert von Karajan) und 1988 (Dirigent: Claudio Abbado) kam es zu Neuproduktionen. Die auf Maurice Maeterlincks symbolistischem Theaterstück Pelléas et Mélisande basierende Oper in fünf Akten und 13 Bildern wurde im Haus am Ring zuletzt 1991 gezeigt und stand bisher insgesamt 47 Mal auf dem Staatsopernspielplan. Diese Neuproduktion ist die letzte Premiere der laufenden Spielzeit der Wiener Staatsoper.

Am Dirigentenpult steht der französische Dirigent Alain Altinoglu, Musikdirektor des Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel. Im Haus am Ring leitete er bisher Vorstellungen von Don Carlo, Don Giovanni, Falstaff, Faust, Roméo et Juliette, Salome und Simon Boccanegra, Le nozze di Figaro beim Oman-Gastspiel der Wiener Staatsoper 2013 sowie die Premiere von Macbeth (2015). Für ihn ist Pelléas et Mélisande eine echte Herzensangelegenheit“, ist diese Oper doch ein Werk, das ihn seit seiner Studienzeit begleitet und das er 2016 in Zürich erstmals dirigierte. „Es liegt eine Reinheit in der Oper, die einen, wenn man sich mit ihr beschäftigt, außerhalb dieser Welt befördert. Man schwebt, fliegt plötzlich. […] Pelléas et Mélisande erzählt den Weg von der Dunkelheit zum Licht“, so Alain Altinoglu im Gespräch mit Dramaturg Oliver Láng für das Staatsopern-Monatsmagazin „Prolog“.

Staatsoper Wien / Pelleas und Melisande Foto Wiener Staatsoper GmbH_ Michael Poehn

Staatsoper Wien / Pelleas und Melisande Foto Wiener Staatsoper GmbH_ Michael Poehn

Marco Arturo Marelli – der Schweizer Regisseur, Bühnenbildner und Lichtdesigner, der 2010 zum Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper ernannt wurde, zeichnet auch bei dieser Neuproduktion für die Inszenierung, Bühne und Licht verantwortlich – wies schon beim Konzeptionsgespräch am ersten Probentag auf die Besonderheit des Werkes hin: „Die Gattung Oper ist wie ein gewaltiger Baum: Ein großer, dicht belaubter Ast mit viel Obst entspricht zum Beispiel dem Belcanto, ein anderer den Werken Wagners, wieder ein anderer dem Barock, ein weiterer den Stücken Verdis oder Puccinis oder dem Verismo oder der Klassik oder Massenet, und so weiter … Nur an einer Seite wächst ein solitärer Zweig mit einer einzigen Frucht, allerdings einer wunderbaren, großen und goldenen Frucht – und dieser Zweig ist Debussy, und diese Frucht ist Pelléas et Mélisande.“ Die Neuproduktion entführt die Zuschauerinnen und Zuschauer in die düster-bedrückende Welt um Allemonde, in der das Wasser als Ort des Unerklärbaren, Dunklen eine zentrale Rolle spielt. Pelléas et Mélisande ist Marco Arturo Marellis zwölfte Regiearbeit für das Haus am Ring, wo er bisher Capriccio, Cardillac, Die Jakobsleiter, Die Zauberflöte, Falstaff, Gianni Schicchi, La fanciulla del West, La sonnambula, Medea sowie zuletzt Turandot inszenierte.

Die Kostüme wurden von Dagmar Niefind kreiert – auch für sie ist es die zwölfte Produktion für die Wiener Staatsoper. Durchgehend Wiener Rollendebüts in der Sängerbesetzung

Alle Premierensängerinnen und -sänger geben in der Premiere am 18. Juni 2017 ihr Rollendebüt an der Wiener Staatsoper:Den Pelléas verkörpert erstmals im Haus am Ring der kürzlich zum Kammersänger ernannte österreichische Bariton Adrian Eröd – er sang diese Partie bereits früh in einer Produktion der Wiener Musikhochschule sowie bei einer Premiere in Linz und einer Wiederaufnahme in Hamburg. Der Publikumsliebling präsentiert sich nun dem Staatsopernpublikum in einer weiteren Rolle. Im Haus am Ring singt der international gefragte Sänger ein breit gefächertes Repertoire, darunter Prospero (The Tempest), Peter Besenbinder (Hänsel und Gretel), Billy Budd, Loge (Das Rheingold), Figaro (Il barbiere di Siviglia), Fritz/Frank (Die tote Stadt), Eisenstein (Die Fledermaus), Jason (Medea). Zu Debussys Werk sagt er: „Mir ging es immer schon so, dass die Atmosphäre, die Musik mich mit einer unwiderstehlichen Kraft in das Werk hineingesogen haben. Die Musik wird ja immer körperlicher, dichter und tiefer, bis zum Mord. (…) Das Finale hebt einen dann wieder in eine Unwirklichkeit.“

Als Mélisande gibt Olga Bezsmertna ebenfalls ihr Rollendebüt am Haus: „Es ist ein wunderschönes impressionistisches Stück, das einen herrlichen Wellenschlag hat. (…) Als Sängerin muss man diese Figur in sehr viele kostbare Farben hüllen und ihr eine Seele schenken.“ Seit 2012 ist Olga Bezsmertna Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper, wo sie u. a. mit der Titelpartie in Rusalka, der Contessa d’Almaviva in Le nozze di Figaro, Desdemona in Otello, Pamina in Die Zauberflöte, Rachel in La Juive sowie zuletzt der Tatjana in Eugen Onegin zahlreiche führende Partien ihres Faches verkörperte. Die junge ukrainische Künstlerin gastierte darüber hinaus u. a. bei den Salzburger Festspielen, der Deutschen Oper Berlin und der Opéra de Reims.

Simon Keenlyside, der als Pelléas in zahlreichen Produktionen, u. a. in San Francisco, Madrid, Paris, Salzburg, London, Genf, Boston und Berlin, zu erleben war, gibt nun sein weltweites Rollendebüt als Golaud: „Eine fantastische Partie: Ich würde sie gerne bis zum Ende meines Lebens singen!“

Pelléas et Mélisande ist nach Don Carlo (Posa) sowie den Titelpartien in Eugen Onegin, Macbeth und Rigoletto seine fünfte Neuproduktion im Haus am Ring, wo er weiters u. a. auch als Billy Budd, Don Giovanni, Wozzeck und Giorgio Germont (La traviata) zu erleben war.

Als Geneviève gibt die als Kind slowenischer Eltern in Buenos Aires geborene KS Bernarda Fink ihr Hausdebüt an der Wiener Staatsoper. Die international gefeierte Sängerin tritt u. a. mit bedeutenden Orchestern wie den Wiener und Berliner Philharmonikern, dem Concertgebouw Orchestra, den Staatskapellen Berlin und Dresden sowie mit führenden Barockorchestern auf. Auf der Opernbühne war sie zuletzt u. a. als Cecilio (Lucio Silla) im Theater an der Wien, als Idamante (Idomeneo) am Teatro Real in Madrid und als Irene (Theodora) bei den Salzburger Festspielen erfolgreich. 2014 wurde ihr der Titel Österreichsiche Kammersängerin verliehen.

Den Arkel verkörpert der dem Staatsopernpublikum als König Marke (Tristan und Isolde), Daland (Der fliegende Holländer), Sarastro (Die Zauberflöte), Komtur (Don Giovanni – Premiere im Theater an der Wien im Rahmen einer Kooperation mit den Festwochen), Rocco (Fidelio) und Gurnemanz (Parsifal) bekannte deutsche Bass Franz-Josef Selig.

Die beiden Staatsopern-Ensemblemitglieder Maria Nazarova und Marcus Pelz sind als Yniold bzw. Arzt zu erleben.

Pressemeldung Wiener Staatsoper

München, Bayerische Staatsoper, 2014/15: 44 Werke, 8 Premieren, Kaufmann, Gruberova und Mehr, IOCO Aktuell, 27.03.2015

März 28, 2015 by  
Filed under Bayerische Staatsoper, IOCO Aktuell

Bayerische Staatsoper München

Nationaltheater München © Wilfried Hösl

Nationaltheater München © Wilfried Hösl

 

„VERMESSEN“ –  2015/16 der Bayerischen Staatsoper

Die Bayerische Staatsoper in München, ihr klassizistisches Nationaltheater als Hauptspielort mit einem Etat von nahezu €100 Mio. ist der bedeutendste kommunale Kulturbetrieb Deutschlands. Der großartige Zuschauerraum mit der barocken Königsloge fasst 2100 Zuschauer. Die Gesamtauslastung liegt bei hohen 95%, die Auslastung der Opernsparte deutlich höher. Intendant Nikolaus Bachler (1951) wurde 2008 als Nachfolger des Briten Sir Peter Jonas (1946) bestellt. Kirill Petrenko (1972) folgte 2013 dem US-Amerikaner japanischer Herkunft Kent Nagano (1951) in das Amt des Generalmusikdirektors.

Nikolaus Bachler,l, und Krill Petrenko © Joachim Balfauf

Nikolaus Bachler,l, und Krill Petrenko © Joachim Balfauf

Die Bayerische Staatsoper gab nun die künstlerischen Vorhaben der Saison 2015/16 bekannt. Intendant Nikolaus Bachler verlieh der Spielzeit den Titel: „VERMESSEN“.  Bachler:Wir geben uns in diesem Jahr ganz konkret auf Entdeckungsreise zum Südpol mit einer Uraufführung von Miroslav Srnka. „VERMESSEN“ beschreibt allerdings auch das Verhalten der Protagonisten in allen anderen Premieren dieser Spielzeit“. Insgesamt werden in der Saison 2015/16  44 Werke aufgeführt. Acht Premieren sind höchst anspruchsvolle Vorhaben. Große Künstlernamen, von Jonas Kaufmann über Thomas Hampson, Barrie Kosky, Roberto Alagna, Anna Prohaska, Kristine Opolais, sind anregende Normalität des Spielplan 2015/16 der Bayerischen Staatsoper. Angaben zu nicht-künstlerischen Themen wie Etat oder der Höhe von Subventionen machte Nikolaus Bachler nicht.

ACHT PREMIEREN
– South Pole (31. Januar 2016), Uraufführung einer Oper von Miroslav Srnka und Tom Holloway, eine Oper in englischer Sprache um das Drama zur Entdeckung des Südpols.  Rolando Villazón ist dort Robert Falcon Scott, Thomas Hampson ist Roald Amundson, Dirigat Kirill Petrenko, Inszenierung: Hans Neuenfels.
– Die Meistersinger von Nürnberg (16. Mai 2016) in der Inszenierung von David Bösch und dem Bühnenbild von Aleksandar Denic mit Wolfgang Koch, Johannes Martin Kränzle, Jonas Kaufmann, Sara Jakubiak (Hausdebüt), Dirigent Kirill Petrenko.
– Mefistofele (24.Oktober 2015) Musikalische Leitung: Omer Meir Wellber, Inszenierung: Roland Schwab (Hausdebüt) Mit René Pape, Joseph Calleja, Kristine Opolais.

Barrie Kosky, Intendant der KO Berlin inszeniert in München © IOCO

Barrie Kosky, Intendant der KO Berlin inszeniert in München © IOCO

– Der feurige Engel (29. November 2015)  Musikalische Leitung: Vladimir Jurowski, Inszenierung: Barrie Kosky, Mit Evgeny Nikitin, Evelyn Herlitzius, Elena Manistina, Vladimir Galouzine
– Les Indes galantes (Münchner Opernfestspiele, 24. Juli 2016) Musikalische Leitung: Ivor Bolton, Inszenierung und Choreographie: Sidi Larbi Cherkaoui,  Mit Lisette Oropesa, Anna Prohaska
– Un ballo in maschera (6. März 2016) Musikalische Leitung: Zubin Mehta, Inszenierung: Johannes Erath, mit Simon Keenlyside, Piotr Beczala,   Okka v. d. Damerau, Anja Harteros.
– Albert Herring, Opernstudio (5. April 2016) Opernstudio-Neuzugänge 15/16: Iris van Wijnen (Sopran, Niederlande), Leela Subramaniam (Sopran, USA, Stipendiatin der Opera Foundation), Deniz Uzun (Mezzo, Deutschland) Joshua Owen Mills (Tenor, London)
– La Juive (Münchner Opernfestspiele, 26. Juni 2016) Musikalische Leitung: Bertrand de Billy, Inszenierung: Calixto Bieito, Mit Kristine Opolais,  John Osborn (Hausdebüt), Aleksandra Kurzak, Roberto Alagna.

WIEDERAUFNAHMEN 2015/16: Ariadne auf Naxos, Die Walküre, Götterdämmerung, Die Fledermaus, Der Rosenkavalier, Tosca, alle unter GMD Kiril Petrenko. Weitere Wiederaufnahmen Arabella, Ariadne auf Naxos, Boris Godunow, Dialogues des Carmélites, Elektra, Fidelio, Lohengrin, Lucia di Lammermoor, Lulu, Manon Lescaut, Die Sache Makropulos, Werther.

AKADEMIEKONZERTE:  Musikalische Leitung: Kirill Petrenko (1., 5. & 6. Akademiekonzert), Vladimir Jurowski, Kristjan Järvi, Zubin Mehta

 Simone Young dirigiert in München © IOCO

Simone Young dirigiert in München © IOCO

KONZERTE: 1., 5. und 6. Akademiekonzert Gast-Dirigate, u.a. Paolo Carignani (Norma), Karel Mark Chichon (Tosca), Dan Ettinger (Aida, Carmen), Tomáš Hanus (Hänsel und Gretel, Die Sache Makropulos), Lothar Koenigs (Lohengrin), Oksana Lyniv (Die Fledermaus, Lucia di Lammermoor), Cornelius Meister (Lulu), Constantin Trinks (Arabella, Così fan tutte), Simone Young (Elektra)

HAUSDEBÜTS (Auswahl) Sidi Larbi Cherkaoui (Inszenierung Les Indes galantes), Johannes Erath (Inszenierung Un ballo in maschera), Roland Schwab (Inszenierung Mefistofele), Andrea Battistoni (Musikalische Leitung La traviata), James Gaffigan (Musikalische Leitung Don Giovanni), Kristjan Järvi (Musikalische Leitung 3. Akademiekonzert), Vasily Petrenko (Musikalische Leitung Boris Godunow), Karine Babajanyan (Elena, Mefistofele), Anna Christy (Soeur Constance, Dialogues des Carmélites), Julianna Di Giacomo (Leonora, Il trovatore), Sara Jakubiak (Eva, Die Meistersinger von Nürnberg), Benjamin Bruns (Belmonte, Die Entführung aus dem Serail), Jorge de León (Mario Cavaradossi, Tosca), John Osborn (Léopold, Reichsfürst, La Juive), Maxim Paster (Fürst Schuiskij, Boris Godunow)

Nationaltheater München © Wilfried Hösl

Nationaltheater München © Wilfried Hösl

RÜCKKEHR von KÜNSTLERN:  (Auswahl) Johan Botha (Turandot), Pavol Breslik (Die Entführung aus dem Serail, Lucrezia Borgia, Lucia di Lammermoor, Don Giovanni), Javier Camarena (Il barbiere di Siviglia), Angela Denoke (Die Sache Makropulos), Edita Gruberova (Lucrezia Borgia), Ermonela Jaho (Manon Lescaut), Anja Kampe (Fidelio, Die Walküre), Elisabeth Kulman (Carmen, Die Fledermaus), Elena Pankratova (Turandot), Marlis Petersen (Lulu), Patricia Petibon (Rigoletto), Sondra Radvanovsky (Tosca), Matti Salminen (Der fliegende Holländer), Gabriele Schnaut (Elektra), Erwin Schrott (Don Giovanni), Anne Schwanewilms (Elektra, Die Fledermaus, Dialogues des Carmélites, Lohengrin), Peter Seiffert (Ariadne auf Naxos, Fidelio), Bo Skovhus (Lulu), Nina Stemme (Turandot), Bryn Terfel (Tosca), Alexander Tsymbalyuk (Boris Godunow, Le nozze di Figaro), Klaus Florian Vogt (Der fliegende Holländer, Lohengrin, Die Walküre), Sonya Yoncheva (La traviata, La bohème)

SÄNGERENSEMBLE:   20 Ensemblemitglieder; Neuzugänge: Rachael Wilson (Mezzosopran-Übernahme aus dem Opernstudio), Matthew Grills (Tenor-Übernahme aus dem Opernstudio), Helena Zubanovich (Mezzosopran).

IOCO/ PMBSTM / 28.03.2015

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