Rostock, Volkstheater Rostock, Spielplan Mai 2019

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Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen


Spielplan Mai 2019


Do. 02.05.2019           09:00 + 10:30 Uhr / Großes Haus
Das singende klingende Bäumchen
Musikalisches Märchen für Schauspiel, Kinderchor und Orchester
Von Babette Bartz und Malte Hübner
Uraufführung
Ab 6 Jahren


Fr. 03.05.2019           19:30 Uhr / Großes Haus / Premiere
Spring Awakening
Musical nach Frank Wedekinds „Frühlings Erwachen“ von Duncan Sheik und Steven Sater
Deutsch von Nina Schneider
Partizipatives Projekt

20:00 Uhr / Ateliertheater / Premiere
Das Land dazwischen – Teil 1: Linien
Ein Rechercheprojekt von Nina Gühlstorff und Ensemble im Rahmen von „Das Land dazwischen“
Eine Partnerschaft zwischen AKA:NYX, Mecklenburgischem Staatstheater und Volkstheater Rostock

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde / Gastspiel
War’n Sie schon mal in mich verliebt?
Maximilian Nowka singt Max Hansen


Sa. 04.05.2019           11:00 Uhr / Großes Haus
OZ-Theaterwerkstatt
Das Tanztheater

19:30 Uhr / Großes Haus
Frau Luna
Operette von Paul Lincke


20:00 Uhr / Ateliertheater
Das Land dazwischen – Teil 1: Linien
Ein Rechercheprojekt von Nina Gühlstorff und Ensemble im Rahmen von „Das Land dazwischen“
Eine Partnerschaft zwischen AKA:NYX, Mecklenburgischem Staatstheater und Volkstheater Rostock

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Merci, Chérie
Musikalische Zeitreisen / Folge 1
Mit Frank Buchwald


So. 05.05.2019           11:00 + 16:00 Uhr / Yachthafenresidenz Hohe Düne / Ausverkauft
5. Classic Light
„Wo die Zitronen blüh’n“
James J. Kee, Tenor
Leitung: Martin Hannus

16:00 Uhr / Ateliertheater / Gastspiel
Puppenatelier: Richard, der stärkste Rabe der Welt
Nach einem Buch von Helme Heine
Tandera-Theater
Ab 4 Jahren

18:00 Uhr / Großes Haus
Spring Awakening
Musical nach Frank Wedekinds „Frühlings Erwachen“ von Duncan Sheik und Steven Sater
Deutsch von Nina Schneider
Partizipatives Projekt

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde / Gastspiel
War’n Sie schon mal in mich verliebt?
Maximilian Nowka singt Max Hansen


Mo. 06.05.2019           09:00 Uhr / Ateliertheater / Gastspiel
Puppenatelier: Richard, der stärkste Rabe der Welt
Nach einem Buch von Helme Heine
Tandera-Theater
Ab 4 Jahren


Di. 07.05.2019           17:30 + 20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Li.Wu. in Warnemünde: Die brillante Mademoiselle Neila
ro-cine e.V.


Mi. 08.05.2019           19:30 Uhr / Großes Haus
Spring Awakening
Musical nach Frank Wedekinds „Frühlings Erwachen“ von Duncan Sheik und Steven Sater
Deutsch von Nina Schneider
Partizipatives Projekt

20:00 Uhr / Ateliertheater / Zum letzten Mal
Utopie 3: Öffne dein Herz Ich will den Champagner kaltstellen
Uraufführung von Juri Sternburg


Do. 09.05.2019           20:00 Uhr / Ateliertheater / Zum letzten Mal
Sturm und Drang
Tanztheater mit Live-Musik
Uraufführung


Fr. 10.05.2019           19:30 Uhr / Großes Haus
Spring Awakening
Musical nach Frank Wedekinds „Frühlings Erwachen“ von Duncan Sheik und Steven Sater
Deutsch von Nina Schneider
Partizipatives Projekt

20:00 Uhr / Ateliertheater
Das Land dazwischen – Teil 1: Linien
Ein Rechercheprojekt von Nina Gühlstorff und Ensemble im Rahmen von „Das Land dazwischen“
Eine Partnerschaft zwischen AKA:NYX, Mecklenburgischem Staatstheater und Volkstheater Rostock

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde / Gastspiel
Rabenschwarzer Humor & Jazz vom Feinsten
Mit Dr. Klaus Koch und Andreas Pasternack

20:00 Uhr / St.-Nikolai-Kirche
Eröffnungskonzert des 94. Bachfestes der Neuen Bachgesellschaft e.V.
Mit der Norddeutschen Philharmonie Rostock u.a.
Leitung: Markus Johannes Langer


Sa. 11.05.2019           19:30 Uhr / Großes Haus
Spring Awakening
Musical nach Frank Wedekinds „Frühlings Erwachen“ von Duncan Sheik und Steven Sater
Deutsch von Nina Schneider
Partizipatives Projekt

20:00 Uhr / Ateliertheater / Eintritt frei
Quizbühne
Der theatrale Rätselabend

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Non(n)sens
Musical Comedy von Dan Goggin


So. 12.05.2019           15:00 Uhr / Großes Haus
Frau Luna
Operette von Paul Lincke

16:00 Uhr / Ateliertheater
Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt
Kinderstück von Franziska Ritter nach dem gleichnamigen Buch von Hannes Hüttner
Ab 4 Jahren

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde / Gastspiel
Rabenschwarzer Humor & Jazz vom Feinsten
Mit Dr. Klaus Koch und Andreas Pasternack


Mo. 13.05.2019           11:00 Uhr / Ateliertheater
Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt
Kinderstück von Franziska Ritter nach dem gleichnamigen Buch von Hannes Hüttner
Ab 4 Jahren


Di. 14.05.2019           20:00 Uhr / St.-Nikolai-Kirche
Dvoráks Requiem mit Marcus Bosch
Konzert zum 94. Bach-Fest
Michaela Maria Mayer (Sopran), Takako Onodera (Mezzosopran),  Tilman Lichdi (Tenor), Simon Bailey (Bass), Chor der vocapella, Vokalwerk Nürnberg, Norddeutsche Philharmonie Rostock
Leitung: Marcus Bosch


Do. 16.05.2019           09:00 Uhr / Rostocker Freizeitzentrum / Ausverkauft
Kindermusikfest
„Basteln mit Bach“
Mit der Norddeutschen Philharmonie Rostock und Studierenden des Pädagogischen Kollegs

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Merci, Chérie
Musikalische Zeitreisen / Folge 1
Mit Frank Buchwald


Fr. 17.05.2019           16:00 + 19:30 Uhr / Großes Haus / Gastspiel
Gregor Gysi: Ein Leben ist zu wenig
Live-Talk: Moderator Hans-Dieter Schütt spricht mit Gregor Gysi über dessen Autobiografie

18:00 Uhr / Ateliertheater / Premiere
Family Issues // Das Grüne Ungeheuer
Doppelpremiere mit dem Theaterclub der Offenen Bühne und dem StudentInnenclub

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Merci, Chérie
Musikalische Zeitreisen / Folge 1
Mit Frank Buchwald


Sa. 18.05.2019           20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Rote Rosen und Skandale
Musikalische Zeitreisen / Folge 2
Mit Petra Gorr und Christian Kuzio


So. 19.05.2019           20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Rote Rosen und Skandale
Musikalische Zeitreisen  / Folge 2
Mit Petra Gorr und Christian Kuzio


Do. 23.05.2019           20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Das Konzept romantischer Liebe
Monolog von Oliver Bukowski
Uraufführung


Fr. 24.05.2019           20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Das Konzept romantischer Liebe
Monolog von Oliver Bukowski
Uraufführung


Sa. 25.05.2019           20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Non(n)sens
Musical Comedy von Dan Goggin


So. 26.05.2019           17:30 Uhr / Ateliertheater
Konzerteinführung

18:00 Uhr / Großes Haus  
9. Philharmonisches Konzert
Joseph Haydn: Symphonie Nr. 82 C-Dur Hob. I:82 „Der Bär“
Richard Strauss: Konzert für Oboe und kleines Orchester D-Dur
Sergej Prokofjew: Musik aus „Romeo und Julia“ op. 64
Viola Wilmsen, Oboe
Leitung: Marcus Bosch

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Non(n)sens
Musical Comedy von Dan Goggin


Mo. 27.05.2019           19:00 Uhr / Ateliertheater
Konzerteinführung

19:30 Uhr / Großes Haus
9. Philharmonisches Konzert
Programm s. 26.05.!


Di. 28.05.2019           19:00 Uhr / Ateliertheater
Konzerteinführung

19:30 Uhr / Großes Haus
9. Philharmonisches Konzert
Programm s. 26.05.!

ca. 21:30 Uhr / Foyer
Philharmonische Lounge
Im Anschluss an das Konzert


Do. 30.05.2019           20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Das Konzept romantischer Liebe
Monolog von Oliver Bukowski
Uraufführung


Fr. 31.05.2019           20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Merci, Chérie
Musikalische Zeitreisen / Folge 1
Mit Frank Buchwald

—| Pressemeldung Volkstheater Rostock |—

Stuttgart, Oper Stuttgart, Der Freischütz – Carl Maria von Weber, IOCO Kritik, 10.05.2018

Mai 11, 2018 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Oper, Staatsoper Stuttgart

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Oper Stuttgart

 Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

Der Freischütz von Carl Maria von Weber

 38 Jahre alte Inszenierung  – Doch zu schade fürs Museum

Von Peter Schlang

Am 12. Oktober 1980 erlebte an der Stuttgarter Staatsoper Carl Maria von Webers berühmteste und wohl auch die „deutschteste romantische Oper“ überhaupt, Der Freischütz, unter der konzeptionellen „Rundumbetreuung“ Achim Freyers ihre durchaus widersprüchlich aufgenommene Premiere. Dessen ungeachtet erlangte diese Inszenierung, für die wie angedeutet der damals 46-jährige Regisseur auch das Bühnenbild und  die Kostüme schuf, im Laufe der seitdem vergangenen fast vier Jahrzehnte in der Schwabenmetropole und darüber hinaus Kultstatus und wurde nun am 2. Mai – zum wiederholten Male – wieder ins Repertoire der Stuttgarter Oper genommen. So erlebte sie an diesem Mittwochabend ihre inzwischen 161. Vorstellung, was vermutlich rekordverdächtig sein dürfte.

Oper Stuttgart / Der Freischütz_ hier Michael Wilmering als Kilian, Daniel Kluge als Max, Karl-Friedrich Dürr als Kuno, Simon Bailey als Kaspar, Mitglieder des Staatsopernchores © Martin Sigmund

Oper Stuttgart / Der Freischütz_ hier Michael Wilmering als Kilian, Daniel Kluge als Max, Karl-Friedrich Dürr als Kuno, Simon Bailey als Kaspar, Mitglieder des Staatsopernchores © Martin Sigmund

Um es vorweg zu  nehmen: Die Inszenierung hat seit ihrer ersten Vorstellung nichts an Frische, Faszination und Kraft verloren, und es bleibt nach wie vor einsichtig, dass und warum Freyers Arbeit damals die Anhänger der „reinen deutschen romantischen Operntradition“ erzürnt und auf die Barrikaden getrieben hatte, wie die in den Abend einführende Dramaturgin des Hauses an Hand von Zuschriften und Leserbriefen der damaligen Zeit anschaulich belegte: Mit gnadenloser Schärfe, grenzenloser Ironie, ja beißendem Spott entlarvt Freyer in allen Mitteln und Bereichen seiner Arbeit die angeblich heile Welt des romantischen deutschen Waldes und Wesens als Märchen und legt die Wunden einer Gesellschaft offen, die alles andere als vorbildlich, rein, heil und tugendhaft gewesen ist. So stellt der Künstler, dessen Herkunft von der Malerei man nach wie vor an allen Stellen der Inszenierung mit Händen greifen kann, zum einen die in der Oper angelegten und zweifellos vorhandenen, aber von den gesellschaftlich und politisch Verantwortlichen nicht wahrgenommenen und auch von der späteren Rezeption der Oper tapfer unterdrückten und verdrängten Konfliktfelder schonungslos bloß: Die Verquickung eines Teils der Dorfbevölkerung in frühere Gewalttaten und deren bisherige Verdrängung  wird genauso thematisiert wie der Konflikt zwischen Jägern und Bauern, der allenthalben herrschende Alkoholmissbrauch oder die vorhandene Brutalität und Gewaltanwendung der Dorfgemeinschaft – die beiden letzteren Missstände gerne getarnt als Folklore oder besondere Form des  fröhlichen Zusammenlebens.

Oper Stuttgart / Der Freischütz - hier : Lauryna Bendžiunaite als Ännchen © Martin Sigmund

Oper Stuttgart / Der Freischütz – hier : Lauryna Bendžiunaite als Ännchen © Martin Sigmund

Die Entlarvung von Scheinwelten
Verzerrend geschmickte Gesichter – Verfremdete Kostüme

Zum anderen benutzt  Freyer zur Verdeutlichung seiner Kritik und zur Entlarvung der Idylle als Scheinwelt so eindeutige theatralische Mittel, dass auch dem letzten Theaterbesucher schon damals klar gewesen sein muss, was Freyer von solcher Traditionspflege hielt, nämlich rein gar nichts. Dazu tragen etwa die übertriebenen, deutlich verfremdeten Kostüme und die unwirklich, wie dem Kasperletheater entlehnten, verzerrend geschminkten Gesichter der Mitwirkenden genauso bei wie deren stark hervor gehobene Komik oder etwa die deutlich kommentierend eingesetzten Accessoires und zahlreiche andere theatralische Mittel.  Dabei muss man sich immer wieder klarmachen, wie neu und frech Ende der siebziger Jahre Vieles von dem war, was wir im zeitgenössischen en Regietheater der letzten 30 Jahre als normal, alltäglich und nicht mehr provokant hinzunehmen gelernt haben und dass dies nicht wenige Opernbesucher als zumindest befremdlich, wenn nicht sogar als  Unverschämtheit angesehen haben.

Eine solche Provokation empfindet in der Oper Stuttgart heute und vermutlich schon lange niemand mehr, obwohl der Regieansatz Freyers noch immer höchst aktuell ist, etwa wenn man die jüngsten politischen Entwicklungen bei uns und die durch rechte Politiker angeheizte Diskussion um den Begriff der Heimat  betrachtet. Ansonsten ist der Abend von großer Freude und Begeisterung geprägt und besitzt einen enormen Unterhaltungswert, etwa wenn der in seinen Szenen noch immer grandiose Männerchor der Staatsoper den Jägerchor zwar herrlich singt, aber darstellerisch und gestisch-mimisch gnadenlos parodiert oder wenn sieben Sängerinnen den Chor der Brautjungfern als längst überkommene Traditionspflege entzaubern. Solche und viele andere Stilmittel Achim Freyers zeugen noch immer von seiner großen Meisterschaft  und seiner Weigerung, Opernstoffe naturalistisch zu übernehmen und auszumalen. Vielmehr verfremdet er, wo es nur geht und hinterfragt auch so den Topos  einer deutschen Nationaloper. Dabei werden auch immer wieder die (damaligen oder heutigen?) Schwächen von Freyers Regie deutlich, etwa was seine Personenführung betrifft.  Die bewegt sich längt nicht auf dem Niveau, das für heutige Regisseure selbstverständlich ist, denn manche Bewegungen und Gesten der Protagonisten wirken recht hölzern, und die eine oder andere Szene gerät gar zur peinlichen  „Rampensteherei“. Dies mag allerdings auch daran liegen, dass sich  eine Wiedereinstudierung mit immer neuem Personal und nach so langer Zeit notgedrungen von der Originalvorlage entfernen muss.

Oper Stuttgart / Der Freischütz - hier : Simon Bailey als Kaspar, Daniel Kluge als Max, Ashley David Prewett als Ottokar, Mandy Fredrich als Agathe, Lauryna Bendziunaite als Ännchen, Mitglieder des Staatsopernchores © Martin Sigmund

Oper Stuttgart / Der Freischütz – hier : Simon Bailey als Kaspar, Daniel Kluge als Max, Ashley David Prewett als Ottokar, Mandy Fredrich als Agathe, Lauryna Bendziunaite als Ännchen, Mitglieder des Staatsopernchores © Martin Sigmund

Musikalisch besitzt die Aufführung noch immer recht hohes Niveau, auch wenn sich der Rezensent zu erinnern glaubt, dass die kurz nach der seinerzeitigen Premiere von ihm besuchten Vorstellungen musikalisch fesselnder und ansprechender waren.

Die Hauptschuld daran ist dem musikalischen Leiter des Abends, dem jungen italienischen Dirigenten Daniele Rustioni zuzuschreiben, der das Staatsorchester an manchen Stellen mit allzu vibrato-sattem Streicherklang und zu undifferenziert durch die romantischen Klangfluten schaukelt. Hier wünschte man sich mehr Dynamik und Phrasierung und damit eine durchgehend einfühlsamere und differenziertere Begleitung der Sängerinnen und Sänger, deren Durchhörbarkeit an manchen Stellen  ziemlich zu wünschen lässt. Aber nicht nur deswegen, sondern auch wegen der nicht immer klaren Aussprache mancher Protagonisten vermisst man den sonst üblichen Bildschirm mit den Obertiteln schmerzhaft, der bei dieser Inszenierung wegen des großflächigen, in den Zuschauerraum hineinragenden Bühnenbildes nicht einsetzbar ist.

Gesungen wird bei dieser xten Wiederaufnahme und damit auch wiederholten Neubesetzung der Rollen sehr ansprechend, auch wenn einigen der Sängerinnen und Sänger, von denen fast die Hälfte ihr Rollendebüt geben, zu Beginn eine gewisse Nervosität anzumerken ist. Diese legt sich jedoch im Verlauf des Abends, so dass die verschiedenen Mitglieder der Solistenriege ihre jeweiligen Partien mit Sicherheit und stimmlicher Überzeugungskraft meistern.

Oper Stuttgart / Der Freischütz_ hier Lauryna Bendziunaite als Ännchen, Mandy Fredrich als Agathe, Mitglieder des Staatsopernchor, Kinderchor © Martin Sigmund

Oper Stuttgart / Der Freischütz – hier : Lauryna Bendziunaite als Ännchen, Mandy Fredrich als Agathe, Mitglieder des Staatsopernchor, Kinderchor © Martin Sigmund

Mandy Friedrich singt die Agathe mit viel Sinnlichkeit und Schmelz, ohne mit ihrer Interpretation in die Nähe von Rührseligkeit oder gar Kitsch zu geraten. Ihre gemeinsamen Szenen mit ihrer Zofe sind hübsche Bilder einer Mädchenfreundschaft und bezaubern durch die Verschmelzung zweier sehr angenehmer Stimmen. Dabei hinterlässt Lauryna Bendziunaite als Ännchen  sowohl darstellerisch als auch stimmlich den nachhaltigeren Eindruck und betört durch ihren klaren, auch in höchsten Lagen sicher und weich geführten schönen Sopran.

Daniel Kluge als Max deutet an vielen Stellen an, welch enormes Potential seine schöne Tenorstimme besitzt, auch wenn ihr, vor allem in der Höhe, noch etwas Glanz und Leichtigkeit fehlt. Der stimmlich souveräne Simon Bailey verleiht seinem Kaspar die nötige tiefe Grundierung und lässt mit stets sicher geführter Stimme das Dämonische, aber auch Zerrissene dieser Rolle spürbar werden, auch wenn wegen gewisser Ausspracheprobleme –  siehe oben – manch Gesungenes etwas unklar bleibt.

Für viel Begeisterung sorgen beim Publikum auch die drei weiteren männlichen  Darsteller: David Steffens als Eremit, Ashley David Prewett als Ottokar und Karl-Friedrich Dürr als Erbförster Kuno, deren Erfahrung in ihrer jeweiligen Rolle deutlich anzumerken ist.

Am Ende gab es großen Beifall, ja Jubel für alle Mitwirkenden, die wie das Publikum im ausverkauften Opernhaus die Gewissheit erhielten, dass der Kultstatus dieser alles anderen als musealen Stuttgarter Freischütz-Inszenierung ungebrochen ist Man kann daher wohl davon ausgehen, dass auch die künftige Leitung der Oper Stuttgart auf diesen Erfolgsgaranten setzen wird.

Der Freischütz an der Oper Stuttgart, weitere Vorstellungen am 12., 18., 22. und 30. Mai sowie am 8. und 14. Juni 2018

 

—| IOCO Kritik Oper Stuttgart |—

Stuttgart, Oper Stuttgart, Der Freischütz – Carl Maria von Weber, 02.05.2018

April 20, 2018 by  
Filed under Pressemeldung, Staatsoper Stuttgart

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Oper Stuttgart

 Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

 Der Freischütz – Carl Maria von Weber

Ab 2.5.2018  –  In der Kultinszenierung von Achim Freyer

Am Mittwoch, 02. Mai 2018, kehrt Carl Maria von Webers Oper Der Freischütz in der Kultinszenierung von Achim Freyer auf die Stuttgarter Opernbühne zurück. Die Musikalische Leitung liegt in den Händen von Daniele Rustioni, der bereits mit Verdis Falstaff und Nabucco das Stuttgarter Publikum begeisterte.

Bei der Wiederaufnahme debütieren die Ensemblemitglieder Mandy Fredrich als Agathe und Daniel Kluge als Max. Lauryna Bendžiunaite, ebenfalls aus dem Stuttgarter Solistenensemble, ist als Ännchen zu erleben. Simon Bailey ist in der Partie des Kaspar erneut zu Gast an der Oper Stuttgart.

Um die Hand seiner geliebten Agathe zu gewinnen, muss der Jägerbursche Max einen Volltreffer landen. Aus Angst, zu versagen, lässt er sich in der Wolfsschlucht mit „finsteren Mächten“ auf einen Pakt ein: Sechs todsichere „Freikugeln“ für ihn, mit der siebten darf der Teufel ein beliebiges Menschenopfer dahinraffen.

Carl Maria von Webers 1821 uraufgeführter Freischütz ist der Inbegriff der deutschen romantischen Oper. Niemand zuvor hat den Einbruch des Übersinnlichen und Unheimlichen so suggestiv Klang werden lassen. Weber konfrontiert die Anmut seiner Frauengestalten mit der selbstquälerischen Unbehaustheit der schwarzen Romantik und den Phantomen einer geschlossenen Gesellschaft.

 

—| Pressemeldung Oper Stuttgart |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, WEIHNACHTEN UND JAHRESWECHSEL, 2017/18

Dezember 19, 2017 by  
Filed under Oper, Oper Frankfurt, Pressemeldung, Spielpläne

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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Weihnachten und Jahreswechel 2017/18

PROGRAMM DER OPER FRANKFURT

Im Feiertagsprogramm der Oper Frankfurt finden sich am Ende des Jahres zwei heiter-tiefgründige Mozart-Opern und zwei tragisch endende Liebesgeschichten von Verdi und Massenet. Für jede Gefühlsrichtung ist also etwas dabei…

Oper Frankfurt / Il Trovatore - Ensemble © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Il Trovatore – Ensemble © Barbara Aumüller

Il trovatore von Giuseppe Verdi (1813-1901) steht am 1. Weihnachtsfeiertag (Montag, 25. Dezember 2017) um 18.00 Uhr und an Silvester (Sonntag, 31. Dezember 2017) um 19.30 Uhr auf dem Programm. Erst kürzlich wurde diese Londoner Produktion nach Frankfurt übernommen: Die düster-spannende Geschichte um die Rache einer alten Zigeunerin und die daraus resultierenden Schicksalswendungen sorgen für Gänsehaut, während die von Verdi erdachten Melodien „Ohrwurm-Charakter“ beweisen. Unter der musikalischen Leitung des italienischen Dirigenten Jader Bignamini und in der Regie von David Bösch ist eine internationale Sängerriege besetzt, darunter der südkoreanische Tenor Alfred Kim als Manrico, die amerikanische Sopranistin Leah Crocetto als Leonora, der griechische Bariton Tassis Christoyannis als Luna und die Mezzosopranistin Tanja Ariane Baumgartner als Azucena. Die Silvestervorstellung sowie die anschließende Feier sind bereits ausverkauft.


Oper Frankfurt / Die Entführung aus dem Serail - v.l.n.r. Peter Marsh (Pedrillo) und Martin Mitterrutzner (Belmonte) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Die Entführung aus dem Serail – v.l.n.r. Peter Marsh (Pedrillo) und Martin Mitterrutzner (Belmonte) © Barbara Aumüller

Wesentlich freundlicher, wenn auch keinesfalls harmlos, geht es bei der Vorstellung von Die Entführung aus dem Serail von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) am 2. Weihnachtsfeiertag (Dienstag, 26. Dezember 2017) um 15.30 Uhr zu. Die musikalische Leitung liegt bei Kapellmeister Nikolai Petersen. Die Produktion von Christof Loy aus dem Jahr 2003 gehört zu den erfolgreichsten Inszenierungen während der Intendanz von Bernd Loebe: Der junge spanische Edelmann Belmonte (Martin Mitterrutzner) möchte seine Braut Konstanze (Irina Simmes) und deren Dienerpaar Blonde (Nora Friedrichs) und Pedrillo (Peter Marsh) aus dem Serail des türkischen Bassa Selim (Christoph Quest) befreien. Dorthin wurde das Trio verkauft, nachdem ihr Schiff von Piraten gekapert worden war. Doch diesem Plan steht nicht nur die Wachsamkeit des Aufseher Osmin (Andreas Bauer) im Wege… Für diese Vorstellung sind z.Zt. nur noch wenige Restkarten erhältlich.


Oper Frankfurt / Werther - v.l.n.r. Peter Marsh (Schmidt), Attilio Glaser (Werther) und Barnaby Rea (Johann) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Werther – v.l.n.r. Peter Marsh (Schmidt), Attilio Glaser (Werther) und Barnaby Rea (Johann) © Barbara Aumüller

Die Inszenierung des Werther von Jules Massenet (1842-1912) nach Goethes berühmtem Briefroman in der Regie von Willy Decker stammt aus dem Jahre 2005 und bereichert am Samstag, dem 30. Dezember 2017, um 19.30 Uhr das Programm der Oper Frankfurt „zwischen den Jahren“. Das teilweise an Weihnachten spielende Werk um die Liebe des jungen Schriftstellers Werther zur unglücklich verheirateten Charlotte endet tragisch. Hier wird gewiss kein Auge trocken bleiben, daher bitte Taschentücher bereithalten! Die musikalische Leitung liegt beim ehemaligen Frankfurter Kapellmeister Hartmut Keil, der inzwischen regelmäßig als Gast an den Main zurückkehrt. Die Titelpartie verkörpert der deutsch-italienische Tenor Attilio Glaser, als Charlotte ist mit der frankokanadischen Mezzosopranistin Julie Boulianne ein neuer Stern am internationalen Opernhimmel zu erleben. In weiteren Rollen sind u.a. Louise Alder (Sophie) und Sebastian Geyer (Albert) besetzt.


Oper Frankfurt / COSI FAN TUTTE - Louise Alder (Despina) und Simon Bailey (Don Alfonso) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / COSI FAN TUTTE – Louise Alder (Despina) und Simon Bailey (Don Alfonso) © Barbara Aumüller

Così fan tutte von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) steht am Neujahrstag, Montag, 1. Januar 2018, um 18.00 Uhr unter der musikalischen Leitung von Kapellmeister Nikolai Petersen auf dem Spielplan, und was könnte schöner sein, als das neue Jahr mit Mozart zu beginnen? Die Inszenierung von Christof Loy stammt aus dem Jahr 2008 und zählt zu den „Dauerbrennern“ der Oper Frankfurt: Ferrando (Michael Porter) und Guglielmo (Iurii Samoilov) wollen – als Türken verkleidet – die Treue ihrer Verlobten Fiordiligi (Karen Vuong) und Dorabella (Nina Tarandek) auf die Probe stellen. Helfen sollen ihnen dabei der alte Philosoph Don Alfonso (Simon Bailey) und die in Liebesdingen versierte Zofe Despina (Louise Alder). Als die Damen sich tatsächlich in den Partner der jeweils anderen verlieben, wird das Doppelspiel zwar aufgedeckt, doch sind damit längst nicht alle Fragen geklärt…

—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—

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