Stuttgart, Oper Stuttgart, Uraufführung der Oper Erdbeben, 01.07.2018

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Oper Stuttgart

 Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

Uraufführung von Toshio Hosokawas Oper Erdbeben. Träume am 1. Juli 2018
Libretto von Büchner- und Kleist-Preisträger Marcel Beyer nach Heinrich von Kleists Novelle Das Erdbeben in Chili

Jossi Wieler und Sergio Morabito inszenieren, Anna Viebrock entwirft Bühne und Kostüme, Generalmusikdirektor Sylvain Cambreling dirigiert

Am Sonntag, 1. Juli 2018, kommt Toshio Hosokawas mit Spannung erwartete Oper Erdbeben. Träume auf ein Libretto von Marcel Beyer zur Uraufführung. Das von der Oper Stuttgart in Auftrag gegebene Werk, das auf Heinrich von Kleists Novelle Das Erdbeben in Chili aus dem Jahr 1807 basiert, wird die letzte Neuproduktion in der Intendanz Jossi Wielers sein und zugleich die vorerst letzte Inszenierung, die Jossi Wieler und sein langjähriger Regiepartner Sergio Morabito an der Oper Stuttgart gemeinsam erarbeiten. Wie bei der jüngsten Uraufführung an der Oper Stuttgart, Mark Andres wunderzaichen, wird das Regieduo dabei von zwei seiner engsten künstlerischen Weggefährten begleitet: Die Musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Sylvain Cambreling, der bereits etliche Werke Hosokawas uraufgeführt hat. Anna Viebrock verantwortet die Ausstattung.

Toshio Hosokawa, einer der bedeutendsten japanischen Komponisten, ist in allen musikalischen Gattungen zu Hause. Seine besondere Liebe aber gilt der menschlichen Stimme und dem Musiktheater – eine Hingabe, die Hosokawa mit Marcel Beyer teilt. Mit seiner überaus präzisen und zugleich hochmusikalischen Sprache lotet der Büchner- und Kleist-Preisträger in seinen Texten immer wieder neu verhängnisvolle Ereignisse der europäischen Geschichte aus und zeichnet ihre Verbindungslinien untereinander nach.

Beyer und Hosokawa haben für ihre Oper Erdbeben. Träume die zentrale Figurenkonstellation, wie sie in Kleists Novelle Das Erdbeben in Chili angelegt ist, übernommen: Im Zentrum stehen die beiden Elternpaare Josephe und Jeronimo, die in verbotener Liebe verbunden sind, und das Ehepaar Elvire und Fernando. Außerdem tritt Constanze auf, Elvires jüngere Schwester, sowie Pedrillo, der das Massaker anzettelt und in der Oper „vor dem Beben Wachmann, nach dem Beben Demagoge“ ist. Zur neuen stummen Hauptfigur wird Philipp, der stumme Sohn von Josephe und Jeronimo, verkörpert durch die Schauspielerin Sachiko Hara: Rückblickend vergegenwärtigen Philipps Adoptiveltern Elvire und Fernando für ihn das Geschehen und die Katastrophe, denen Phillipp seine Existenz verdankt.

Zahlreiche aktuelle und ehemalige Sängerinnen und Sänger des Stuttgarter Solistenensembles kreieren im Rahmen der Uraufführung ihre Partien: Ensemblemitglied Esther Dierkes singt die Partie der Josephe; Dominic Große, ehemals Mitglied des Stuttgarter Opernstudios, verkörpert Jeronimo. Als Elvire kehrt Sophie Marilley an ihr Stammhaus zurück; André Morsch aus dem Stuttgarter Sängerensemble übernimmt die Partie des Fernando. Als Constanze ist Ensemblemitglied Josefin Feiler zu erleben und Ks. Torsten Hofmann gestaltet die Rolle des Pedrillo. Zwei weitere bedeutende Partien werden dem vielfach ausgezeichneten Staatsopernchor Stuttgart sowie dem Kinderchor der Oper Stuttgart zuteil.

Mit Unterstützung des Goethe-Instituts Tokyo

Hochsaison!
Die Uraufführung von Toshio Hosokawas Oper Erdbeben. Träume ist der Auftakt zur Hochsaison!, dem großen Finale der Intendanz von Jossi Wieler im Juli 2018:

Als Vorspiel zur Uraufführung steht am Sonntag, 1. Juli 2018, um 16 Uhr die Buchpräsentation der Abschlusspublikation Verwandlungen. Oper Stuttgart 2011-2018. Sieben Spielzeiten unter der Intendanz von Jossi Wieler, herausgegeben von Sergio Morabito, im Opernhaus, Foyer I. Rang, auf dem Programm. Komponisten und Regisseurinnen, Sängerinnen und Sänger, Dirigenten und Bühnenbildnerinnen kommen in diesem Band ebenso zu Wort wie die Mitarbeiter hinter den Kulissen. Renommierte Autoren würdigen künstlerische Einzelereignisse.

Ab Montag, 2. Juli 2018, beginnt der musiktheatralische Abschlussreigen auf der Opernterrasse, einer Freiluftbühne neben der Operntreppe, mit zahlreichen kostenlosen Konzerten, Gesprächen und Live-Auftritten. Am Ende der Spielzeit schließlich stehen zwei Oper am See-Veranstaltungen im Schlossgarten: Am Dienstag, 24. Juli 2018, überträgt die Oper Stuttgart Vincenzo Bellinis Die Puritaner live aus dem Opernhaus auf einen LED-BigScreen. Am Mittwoch, 25. Juli 2018, folgt vor der letzten Fidelio-Vorstellung ebenfalls auf LED-BigScreen eine Retrospektive der vergangenen sieben Jahre der Oper Stuttgart mit Live-Gesprächen und Ausschnitten aus ausgewählten Opernaufzeichnungen.

Das detaillierte Programm der Hochsaison! wird in Kürze veröffentlicht.

Begleitveranstaltungen zu Erdbeben. Träume
Einführungsmatinee
Sonntag, 24. Juni 2018, 11 Uhr im Opernhaus, Foyer I. Rang
Das Produktionsteam gibt Einblicke in die Konzeption der Neuinszenierung.
Nach(t)gespräche
Freitag, 06. Juli 2018
Freitag, 13. Juli 2018
Das Produktionsteam beantwortet im Anschluss an die Vorstellung Fragen der Zuschauer.

Einführung vor jeder Vorstellung
Eine Einführung findet jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Opernhaus, Foyer I. Rang, statt.

—| Pressemeldung Oper Stuttgart |—

Stuttgart, Oper Stuttgart, Don Pasquale – Gaetano Donizetti, IOCO Kritik, 07.04.2018

April 8, 2018 by  
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Oper Stuttgart

 Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

Don Pasquale von Gaetano Donizetti

Norina ist Macherin – Als wahre Gangsterbraut

Von Peter Schlang

Gaetano Donizettis letzte Oper Don Pasquale: In der aktuellen Version der Stuttgarter Staatsoper beginnt die Handlung nicht wie üblich nach der Ouvertüre, sondern parallel zu dieser. Mit dem ersten Ton aus dem Graben lässt sich nämlich auf einer großen Leinwand im Bühnenvordergrund eine Episode aus der späten Jugend des Titelhelden verfolgen, die vom jungen Stuttgarter Trickfilm-Studio Seufz für die Neu-Inszenierung des sich im Sommer aus Stuttgart verabschiedenden Regieduos Jossi Wieler und Sergio Morabito entwickelt wurde.

 Machen alles hip: Trickfilm-Studio Seufz, Kiana Naghsdineh, Teresa Vergho

Kiana Naghsdineh, Absolventin der Ludwigsburger Filmakademie, und die Kostümbildnerin Teresa Vergho erzählen darin in bestechenden wie hippen Szenen, musikalisch hervorragend auf Donizettis orchestrale Einstimmung abgestimmt, die frühe und vielleicht einzige, auf jeden Fall aber letzte Liebesgeschichte des zwanzigjährigen Pasqualino. Auf Drängen seines autoritären Vaters, einem reichen und ambitionierten Unternehmer,  gibt der potentielle Firmenerbe die Beziehung zu „seiner Nina“ auf und begibt sich auf den Entwicklungsweg zu dem einsamen, nur seinen Reichtum zusammenhaltenden, misstrauischen und am Ende nur noch bedauernswerten Kauz, den das interessierte Publikum seit über 170 Jahren für 150 Minuten auf den Opernbühnen der Welt zu Gesicht und Gehör bekommt.

Oper Stuttgart / Don Pasquale  - hier :  Enzo Capuano als Don Pasquale und Ana Durlovski als Norina © Martin Sigmund

Oper Stuttgart / Don Pasquale – hier : Enzo Capuano als Don Pasquale und Ana Durlovski als Norina © Martin Sigmund

Mit dieser schrill witzigen sowie hintergründigen und intelligent gemachten, gespannt aber auch nachdenklich machenden Vorgeschichte ebnen die Regiefüchse Wieler und Morabito in ihrer vorletzten Stuttgarter Inszenierung den Weg zu einer ebenso schlüssigen und erhellenden wie erschütternden Deutung respektive Erweiterung des uralten Theater- und Opernsujets, in dem der sitzengebliebene, einsame Liebhaber sich einer jungen, attraktiven Partnerin zuwendet, die den alten Galan nach Kräften ausnutzt und an der Nase herumführt.

In der am 25. März über die Stuttgarter Staatsopern-Bühne gegangenen Neu-Inszenierung wird die von Doktor Malatesta  für Don Pasquale  ausgesuchte Eroberung Norina zu einer wahren Gangsterbraut, die ihren frisch Angetrauten gemeinsam mit  dessen angeblichem Arzt vorführt und – zusammen mit ihrer im neuen Heim mit einziehenden Verwandtschaft – regelrecht aus(einander)nimmt. Nicht zuletzt auch Dank der von den beiden Regisseuren dazu erfundenen Vorgeschichte (Wieler/Morabito denken auch bei dieser Arbeit wieder um die Ecke bzw. in mehreren Dimensionen und spielen mit der Geschichte  des von ihnen zu interpretierenden Stoffs.) wirkt der alternde Möchtegern-Verführer recht sympathisch und fast wie ein Opfer, so dass man ihm als Zuschauer nicht wirklich böse sein kann, sondern ihn vielmehr ein wenig bemitleidet.

Großen Anteil an dieser differenzierten und nahegehenden Wirkung der Titelfigur hat deren Darsteller, der italienische Bass Enzo Capuano,  der an der Stuttgarter Oper schon in einigen anderen Rollen des italienischen Fachs überzeugte. Im Don Pasquale besticht er nicht nur durch seine jederzeit sonore, schön timbrierte und sicher wie weich geführte Stimme, die sehr glaubhaft die verschiedenen Gemütszustände des suchenden wie des gehörnten Liebhabers widerspiegelt, sondern auch durch eine sehr rollengenaue, feinnervige Charakteri-sierung der Titelpartie, die er je nach Szene mal soigniert und würdig, an anderer Stelle leicht verwirrt und dann eben enttäuscht-hintergangen gibt.

Oper Stuttgart / Don Pasquale - hier: André Morsch als Doktor Malatesta, Ioan Hotea als Ernesto, Ana Durlovski als Norina © Martin Sigmund

Oper Stuttgart / Don Pasquale – hier: André Morsch als Doktor Malatesta, Ioan Hotea als Ernesto, Ana Durlovski als Norina © Martin Sigmund

Als fiese noch weniger als deren männliches Opfer reinherzige Braut Norina besticht die seit 2011 zum Ensemble der Stuttgarter Oper gehörende, aus Mazedonien stammende Ana Durlovski, die mit dieser Leistung erneut überzeugend unter Beweis stellt, warum sie einer der Lieblinge des Stuttgarter Opern-Publikums ist. Jederzeit sicher und stimmlich leichtgängig meistert sie ihre wunderbaren, von Donizetti ihr wie auf die Stimme geschriebenen Koloraturen und besticht ebenfalls durch ihre unglaubliche schauspielerische Präsenz, ohne die nun mal keine Sängerin und kein Sänger in einer Wieler-Morabito-Produktion auch nur halbwegs eine Chance hat, darstellerisch zu überleben, geschweige denn zu überzeugen. Wie dem Darsteller ihres kurzzeitigen Ehemanns gelingt ihr dies zur großen Begeisterung des Publikums im ausverkauften Stuttgarter Opernhaus zu einhundert Prozent, wofür ihr und ihren drei Sänger-Kollegen aber auch die sinnigen Einfälle  und bemerkenswerten Tricks der Regie eine erfolgversprechende Basis liefern. Ja, Personenführung und Charakterisierung bietet in dieser Neu-Inszenierung eine wahre Fundgrube an Schrullen, Ticks und Charakterstückchen und animiert nicht nur zum begeisterten Zuhören, sondern auch zum konzentrierten Hinschauen. Oder wann hat man je solche fast schon artistischen Kabinettstückchen mit einem Schalenkoffer oder einem Paar Schuhen gesehen? Dabei wirken diese Einschübe nie aufgesetzt und schon gar nicht klamaukhaft, sondern sind Seh- und Verstehhilfen für das jeweils gezeigte Verhalten bzw. die Charakterisierung der entsprechenden Personen in ihrer jeweiligen Situation und Verfassung.

Oper Stuttgart / Don Pasquale - hier :  Enzo Capuano als Don Pasquale © Martin Sigmund

Oper Stuttgart / Don Pasquale – hier : Enzo Capuano als Don Pasquale © Martin Sigmund

Das genaue Zuhören und Hinschauen lohnt sich durchaus auch bei den beiden anderen Hauptrollen und ihren Darstellern: Der junge rumänische Tenor Ioan Hotea liefert als zeitweise verpeilter, spät-pubertierender Ernesto  ein sehr realistisches Beispiel eines der Generation Instagram angehörenden, verwöhnten, noch recht unselbstständigen jungen Mannes, dem das Leben ganz sicher noch seine Lektionen  erteilen wird. Er besitzt (noch) keine ganz  große Stimme, die zudem in den Höhen stellenweise etwas scharf klingt, berührt aber durch eine sehr natürliche Singweise, die zudem manchen Schmelz zeigt und von echter Italianità geprägt ist.

Der männliche Teil des Ganovenduos, der zudem das Quartett der vom Leben oder dem Charakter Versauten oder mindestens Angeschlagenen komplettiert, findet in André Morsch, ebenfalls fest am Haus engagiert und wie Ana Durlovsky in dieser Neuinszenierung sein Rollendebüt feiernd, einen überzeugenden und aktiv hinterlistig wirkenden Darsteller. Er gibt einen äußerst zwielichtigen, fiesen Dottore Malatesta, der seiner skrupellosen Komplizin in Sachen Verschlagenheit in nichts nachsteht.

Mit diesen Eindrücken ist Jossi Wieler zuzustimmen, wenn er den Don Pasquale als eine der abgründigsten Komödien des Opernrepertoires bezeichnet, die allenfalls an der Oberfläche vergnüglich sei. „In Wahrheit“, so der Stuttgarter Regisseur und Operndirektor, „offenbaren die Figuren mehr und mehr ihre monströsen Seiten und ihre sinistre Lust an einem bitterbösen Gesellschaftsspiel.“

Daran, dass dieses auf der Bühne nahezu makellos vermittelt wird, hat auch der Bühnenbildner Jens Kilian einen hohen Anteil, der schon häufiger Bühnenräume für das Regie-Duo Wieler/Morabito gebaut hat. Seine aus hohen Wänden und Gittern gebildeten konzentrischen Kreise sind nicht nur äußerst gut zu bespielen und lassen sich leicht zu unterschiedlichen Räumen umfunktionieren, sondern sind auch sängerfreundlich und optisch recht attraktiv. Zudem bieten sie auch noch ausreichend Assoziations-möglichkeiten zur in ihnen ablaufenden Handlung, egal, ob man in ihnen nun Labyrinth, Gefängnis, Irrgarten oder eine postmoderne Villa sehen mag.

Bleibt zum Schluss noch, die beiden musikalischen Kollektive des Hauses am Eckensee zu würdigen. Da ist zunächst der von Christoph Heil auf den Punkt exakt einstudierte Chor, der seine Auftritte im dritten Akt darstellerisch wie sängerisch in der gewohnten Klasse und Flexibilität meistert.

Oper Stuttgart / Don Pasquale -  hier :  Ioan Hotea als Ernesto, Ana Durlovski als Norina, André Morsch als Doktor Malatesta © Martin Sigmund

Oper Stuttgart / Don Pasquale – hier : Ioan Hotea als Ernesto, Ana Durlovski als Norina, André Morsch als Doktor Malatesta © Martin Sigmund

Der instrumentale Part dieses tiefgründigen Opernabends liegt in den Händen des Staatsorchesters Stuttgart, an dessen Pult wieder einmal Giuliano Carella zu erleben ist, der den Herren Wieler und Morabito seit vielen Jahren als musikalisch Verantwortlicher zur Seite steht. Er feierte in Stuttgart bereits große Erfolge mit Verdis Rigoletto, Bellinis Die Puritaner und Händels Ariodante und vermag auch an diesem Abend über weite Strecken zu überzeugen. So leitet er seine Orchestermusiker zu einem sehr transparenten, luftigen Klang an, der selten dominant wirkt und glücklicherweise auf die bei italienischen Opern und deren Dirigenten nicht selten zu erlebenden Knalleffekte verzichtet.

Unbeantwortet blieb in diesem Fall die sich möglicherweise stellende Frage, ob sich die musikalische Leistung, insbesondere die des Orchesters, bei dieser zweiten Aufführung im Vergleich zur Premiere verändert haben mag, weil – neben anderen Faktoren – die Dienst- und Besetzungspläne der Kollektive nun einmal dafür sorgen, dass Ensembles an großen, fast täglich bespielten Opernhäusern eher selten in ihrer Premieren- oder grundsätzlich in einer festen, homogenen Besetzung zu erleben sind. Für die an diesem Abend und bei dieser Produktion erlebte  musikalische, darstellerische und dramaturgische Perfektion und dadurch erfahrene höchste Zufriedenheit ist ein solches Detail allerdings  zweitrangig, wenn nicht gar belanglos.

Don Pasquale an der Oper Stuttgart:  Weitere Vorstellungen am 04. und 29. Mai sowie am 02. Juni 2018

Stuttgart, Oper Stuttgart, Premiere Don Pasquale, 25.03.2018

Februar 20, 2018 by  
Filed under Oper, Pressemeldung, Staatsoper Stuttgart

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 Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

Premiere von Donizettis Don Pasquale an der Oper Stuttgart
Jossi Wieler und Sergio Morabito inszenieren, Giuliano Carella dirigiert

Am Sonntag, 25. März 2018, um 18 Uhr feiert Don Pasquale von Gaetano Donizetti in der Inszenierung von Jossi Wieler und Sergio Morabito an der Oper Stuttgart Premiere. Am Pult des Staatsorchesters ist Giuliano Carella zu Gast, der seit vielen Jahren dem Regieduo als künstlerischer Partner zur Seite steht. Giuliano Carella feierte in Stuttgart bereits große Erfolge mit Verdis Rigoletto, Bellinis Die Puritaner und Händels Ariodante. Den Bühnenraum entwirft Jens Kilian, der unter anderem an der Oper Stuttgart das Bühnenbild für die Neuinszenierung von Denisovs Der Schaum der Tage gestaltet hat. Teresa Vergho zeichnet für die Kostüme verantwortlich. In Stuttgart war ihre Arbeit zuletzt in der Neuproduktion von Philippe Boesmans‘ Reigen zu sehen.

Für die Neuproduktion von Donizettis Spätwerk kehrt Enzo Capuano in der Titelpartie auf die Bühne der Oper Stuttgart zurück. Die Ensemblemitglieder Ana Durlovski und André Morsch geben als Gaunergespann Norina und Doktor Malatesta jeweils ihre Rollendebüts. Zum ersten Mal ist zudem der rumänische Tenor Ioan Hotea als Ernesto im Haus am Eckensee zu Gast.

Jossi Wieler: „Die Geschichte um den gealterten Don Pasquale, der sein Leben lang auf Mehrung seines Reichtums und seiner Macht bedacht war, zählt für mich zu den abgründigsten Komödien des Opernrepertoires: Don Pasquale enterbt seinen Neffen, weil dieser die in seinen Augen ,falsche‘ Frau heiraten möchte und gerät in die Fänge eines zwielichtigen ,Doktors‘ und dessen skrupelloser Komplizin. Vergnüglich ist das Geschehen allenfalls an der Oberfläche. In Wahrheit offenbaren die Figuren mehr und mehr ihre monströsen Seiten und ihre sinistre Lust an einem bitterbösen Gesellschaftsspiel.“

Der 45-jährige Donizetti fühlte Krankheit und Tod herannahen, als er dieses Stück für Paris, die Hauptstadt des Luxus und der Mode, komponierte. Er verausgabte sich in einer der glanzvollsten und poetischsten Musiktheaterpartituren, die die italienische Oper je geschaffen hat.

Begleitveranstaltungen zu Don Pasquale

Öffentliche Probe
Samstag, 10. März 2018, 9.45 – 11.30 Uhr, Opernhaus.
Das Produktionsteam gibt Einblicke in die Probenarbeit.

Einführungsmatinee
Sonntag, 18. März 2018, 11 Uhr im Opernhaus, Foyer I. Rang
Das Produktionsteam gibt Einblicke in die Konzeption der Neuinszenierung.

Nach(t)gespräch
Mittwoch, 28.03.2018
Samstag, 31.3.2018
Das Produktionsteam beantwortet im Anschluss an die Vorstellung Fragen der Zuschauer.

Einführung vor jeder Vorstellung
Eine Einführung findet jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Opernhaus, Foyer I. Rang, statt.

Karten
Karten über www.oper-stuttgart.de, Kartentelefon: 0711. 20 20 90, und an der Abendkasse.

Pressemldung Oper Stuttgart

Stuttgart, Oper Stuttgart, Ariodante von Georg Friedrich Händel, 17.12.2017

Dezember 6, 2017 by  
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 Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

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Wiederaufnahme Ariodante  von  Georg Friedrich Händel

IOCO Kritk zu Ariodante in Stuttgart – HIER!

Ab Sonntag, 17. Dezember 2017, um 18 Uhr kehrt Georg Friedrich Händels Ariodante in der gefeierten Inszenierung von Jossi Wieler und Sergio Morabito auf die Stuttgarter Opernbühne zurück. Das barocke Meisterwerk dirigiert Giuliano Carella.

Für zwei Mitglieder des Stuttgarter Solistenensembles stehen in dieser Spielzeit bei Ariodante wichtige Rollendebüts an: Lauryna Bendziunaite singt erstmals die Partie der Dalinda. Kai Kluge wird als Lurcanio debütieren. In allen weiteren Partien erleben Sie die Sängerinnen und Sänger, die bereits  in der Premierenspielzeit begeisterten: Diana Haller in der Titelpartie, Ana Durlovski als Ginevra, Countertenor Gerald Thompson als Polinesso und der gefragte Barockinterpret Matthew Brook als König.

Oper Stuttgart / Ariodante - Josefin Feiler (Dalinda | Besetzung Spielzeit 2016/17), Sebastian Kohlhepp (Lurcanio | Besetzung Spielzeit 2016/17), Diana Haller (Ariodante), Ana Durlovski (Ginevra), Matthew Brook (König), Philipp Nicklaus (Odoardo) © Christoph Kalscheuer

Oper Stuttgart / Ariodante – Josefin Feiler (Dalinda | Besetzung Spielzeit 2016/17), Sebastian Kohlhepp (Lurcanio | Besetzung Spielzeit 2016/17), Diana Haller (Ariodante), Ana Durlovski (Ginevra), Matthew Brook (König), Philipp Nicklaus (Odoardo) © Christoph Kalscheuer

Ariodante, ein junger italienischer Ritter, hat im schottischen Heer Karriere gemacht. Dem Aufsteiger wird die Hand der schwärmerisch verehrten Prinzessin Ginevra versprochen, was ihn zugleich in den Rang des Thronfolgers katapultiert. Doch nach den Verlobungsfeierlichkeiten kommt es am Morgen des Hochzeitstages zum Eklat. Händels 1735 uraufgeführte Oper feiert eine Kultur der Verwandlung, Verkleidung und Verführung. Doch zugleich wird das Versagen ihres Theater- und Gesellschaftsmodells vorgeführt: Polinesso, Saboteur und Ideologe einer neuen Zeit, verwandelt die Illusionsmaschine in einen tödlichen Mechanismus.PMOSt

Vorstellungen  17. | 21. Dezember 2017, 05. | 30. Januar 2018, 12. | 24. Februar 2018, 05. | 11. | 20. März 2018,  Einführung jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Opernhaus, Foyer I. Rang

 

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