Frankfurt, Oper Frankfurt, Wiederaufnahme: DON CARLO, 07.11.2015

Oktober 13, 2015 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

  DON CARLO von Giuseppe Verdi
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Samstag, 7. November 2015, um 18.30 Uhr im Opernhaus,  Weitere Vorstellungen: 15. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren), 21. November, 4., 12. Dezember 2015, 10., 16., 23. Januar 2016, Falls nicht anders angegeben Beginn 18.30 Uhr

Oper Frankfurt / Don Carlo / Don Carlo (in der Bildmitte kniend) und das Ensemble © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt / Don Carlo / Don Carlo ( Bildmitte kniend) und Ensemble © Monika Rittershaus

Die Inszenierung des Don Carlo von Giuseppe Verdi (1813-1901) durch David McVicar feierte am 30. September 2007 Premiere an der Oper Frankfurt – als erste Frankfurter Neuproduktion des Werkes seit 37 Jahren. Vom Publikum wurde die aufwändig ausgestattete Aufführung mit den prachtvoll-historischen Kostümen von Brigitte Reiffenstuel überwiegend bejubelt, doch meldeten sich auch kritische Zuschauerstimmen zu Wort, denen die Sicht des schottischen Regisseurs auf Verdis Erfolgsoper zu konventionell ausgefallen war. Dennoch wurde die Inszenierung von der Kritik in erster Linie positiv beurteilt: „Gespielt wird die lange, fünfaktige Fassung von 1886. McVicars großartige Regieleistung geht dabei weit über die Grundsatzentscheidungen für eine streng stilisierte Bühne samt historisch korrekten Kostümen hinaus. Er führt seine Figuren mit viel Liebe fürs psychologische Detail und schlüsselt so die komplexe Handlung überzeugend auf.“
Nun wird diese Erfolgsproduktion zum fünften Mal wiederaufgenommen, und die Besetzungsliste weist neben den mit McVicars Regie vertrauten Künstlern auch einige neue Namen auf: Der Koreaner Wookyung Kim als Don Carlo debütierte 2011/12 an der Oper Frankfurt als Cassio in Verdis Otello, 2014/15 gefolgt von Gabriele Adorno in Simon Boccanegra. In der zuletzt genannten Partie sowie als Rodolfo (La Bohème) gastierte er an der Bayerischen Staatsoper, zuvor sang er Alfredo (La Traviata) an der New Yorker Met. Die russische Sopranistin Tatiana Monogarova gibt als Elisabeth von Valois ihr Hausdebüt an der Oper Frankfurt. Sie gastierte als Tschaikowskis Lisa (Pique Dame) in Moskau, Zürich und Straßburg, als Tatiana (Pique Dame) in Moskau und Tel Aviv sowie in der Titelpartie von Jolanta in Warschau. Mimì in Puccinis La Bohème führte sie nach Washington, geplant sind weitere Auftritte in dieser Partie in Barcelona. Aus dem Ensemble ist Andreas Bauer erstmals als Philipp II. besetzt. Der Bass konnte kürzlich an seinem Stammhaus großen Erfolg in gleich mehreren Partien von Martinus Julietta feiern. Aus dem Ensemble stammen auch der Tenor Michael Porter (Alternativbesetzung des Grafen von Lerma) und die Sopranistin Louise Alder (Stimme von oben). Mit dieser alterniert Danae Kontora, die seit 2015/16 zum Frankfurter Opernstudio zählt. Angeführt von Tanja Ariane Baumgartner (Prinzessin Eboli) und Daniel Schmutzhard (Rodrigo) haben alle weiteren besetzten Sängerinnen und Sänger im Laufe der Zeit schon einmal in dieser Produktion gesungen. Zu den neuen Alternativbesetzungen gehören der spanische Tenor Sergio Escobar (Hausdebüt als Don Carlo) und die amerikanische Sopranistin Tamara Wilson (Elisabeth): Während er 2015/16 in Frankfurt zudem als Riccardo in konzertanten Aufführungen von Verdis Oberto mitwirken wird, präsentierte sie sich am Main bereits 2010/11 als Ada in Wagners Die Feen (konzertant), 2014/15 gefolgt von der Kaiserin in Strauss‘ Die Frau ohne Schatten. Regelmäßiger Gast an der Oper Frankfurt – zuletzt 2014/15 für Otello – ist der italienische Dirigent Pier Giorgio Morandi. Er ist derzeit Erster Gastdirigent des Helsingborg Symphony Orchestra, zu seinen weiteren aktuellen Arbeiten zählen u.a. Simon Boccanegra in Dresden.

Oper Frankfurt / Don Carlo / Don Carlo (in der Bildmitte kniend) und das Ensemble © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt / Don Carlo / Don Carlo (in der Bildmitte kniend) und das Ensemble © Monika Rittershaus

Zum Inhalt: Don Carlo, Sohn des spanischen Königs Philipp II., soll die französische Königstochter Elisabeth von Valois heiraten. Die beiden verlieben sich ineinander, doch muss die junge Frau schließlich aus Gründen der Staatsraison den König selbst zum Mann nehmen. Zudem verweigert Philipp seinem Sohn den Auftrag, dem durch Spanien unterdrückten Flandern den Frieden zu bringen und damit seinen Jugendfreund Rodrigo zu unterstützen. Durch eine Intrige der in Carlo verliebten Prinzessin Eboli entfremden sich Vater und Sohn immer mehr voneinander. Carlo ist hin und her gerissen zwischen seiner Liebe zu Elisabeth und dem Begehren nach politischer Anerkennung. Schließlich kommt es nach der durch den Großinquisitor geforderten Ermordung des politisch unliebsamen Rodrigo am Grab von Carlos Großvater Karl V. zu einem entscheidenden Zusammentreffen aller Beteiligten…

Musikalische Leitung: Pier Giorgio Morandi; Regie: David McVicar, Mitwirkende: Wookyung Kim / Sergio Escobar (Don Carlo), Tatiana Monogarova / Tamara Wilson (Elisabeth von Valois), Andreas Bauer / Bálint Szabó (Philipp II.), Tanja Ariane Baumgartner (Prinzessin Eboli), Daniel Schmutzhard (Rodrigo, Marquis von Posa), Simon Bode / Michael Porter (Graf von Lerma, Herold), Paula Murrihy / Nina Tarandek (Tebaldo), Magnús Baldvinsson (Der Großinquisitor), Vuyani Mlinde (Ein Mönch),
Louise Alder / Danae Kontora (Stimme von oben) u.a.

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Mailand, Teatro alla Scala, Vor der großen Wachablösung, IOCO Aktuell, 20.05.2013

Mai 20, 2013 by  
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Aktuell

Die Scala im Umbruch: Neue Führung Ante Portas

Teatro  alla Scala © Jean-Christophe Benoist

Teatro alla Scala © Jean-Christophe Benoist

Das Mailänder Teatro alla Scala, an der Piazza della Scala gelegen, wurde 1776 auf dem Gelände der Kirche Maria della Scala erbaut. Mit 2300 Plätzen ist die „Scala“ heute eines der größten Opernhäuser Europas. „Bauherrin“ der Scala war die damalige Kaiserin von Österreich, Maria Theresia. In der Folge des Spanischen Erbfolgekrieges war, 1714,  Mailand österreichisch geworden.

Die Mailänder Scala ist seit ihrer Erbauung ein Fixstern am Opernhimmel. Italiens große Nationaloper, Nabucco von Giuseppe Verdi, wurde hier 1842 mit 57 Wiederholungen überaus erfolgreich uraufgeführt. Arturo Toscanini wirkte über Jahrzehnte an der Scala. Unvergessen die 50er Jahre, als Maria Callas, La Primadonna Assoluta, von Mailand aus die Opernwelt beherrschte, inspirierte und, von Skandalen begleitet, ihren Abstieg einleitete. Doch die Zeiten ändern sich: Drastische Einsparungen im Kulturhaushalt zwingen die Opernhäuser Italiens zu wirtschaftlichem Verhalten, Programmkürzungen und Kurzarbeit. Auch die Scala ist von Kürzungen betroffen. Im Dezember 2012 wurde wegen Streiks eine Ballettpremiere abgesagt. Intendant Stephane Lissner wechselt 2015 nach Paris, denn sein Gehalt wurde inzwischen drastisch gekürzt. Mit ehemals € 1 Mio/Jahr war Lissner Europas bestbezahlter Intendant; tempi passati. Auch der Generalmusikdirektor der Scala muss bestellt werden. Der Vertrag des derzeitigen Positionsinhabers Daniel Barenboim endet 2015/16. So steht die altehrwürdige Scala, finanziell bereits in schwierigem Umfeld, auch vor einer großen Wachablösung in der Chefetage.

Teatro alla Scala bei Nacht © Giovanni Dall'Orto

Teatro alla Scala bei Nacht © Giovanni Dall’Orto

Die öffentliche Ausschreibung zur Intendanz der Scala erzielte 25 schriftliche Bewerbungen. Es entscheidet der Aufsichtsrat des Opernhauses, geleitet vom Mailänder Bürgermeister Giuliano Pisapia. Vielleicht, nicht gesichert, wird der Nachfolger Lissners am 23. Mai 2013 bei der Vorstellung des Scala Spielplanes für die Saison 2013/14 bekannt gegeben. Dominique Meyer von der Wiener Staatsoper hatte abgesagt. Meist gehandelte Namen sind Pierre Audi, Intendant der Amsterdamer Oper, Sergio Escobar, Intendant des Teatro Piccolo in Mailand, Gérard Mortier aber auch Alexander Pereira, noch-Intendant der Salzburger Festspiele. In Salzburg kokettiert Pereira seit Monaten und lauthals mit seiner Kündigung. Einen Tag vor der Aufsichtsratssitzung in Mailand, tagt am 22. Mai  in Salzburg das Kuratorium der Salzburger Festspiele, um die Salzburger Festspiel Zukunft zu gestalten. Mit oder ohne Pereira. Noch im April berichtete die Zeitung „La Stampa“, Pereira sei in Mailand wegen extremer Gehaltsforderungen bereits aus dem Intendantenrennen ausgeschieden.

Es wird spannend in Mailand. Das findet vermutlich auch Ricardo Chailly, (60), derzeit Kapellmeister am Gewandhaus Leipzig, welcher 2015 gerne Daniel Barenboim als Musikdirektor der Scala ablösen möchte. Laut „La Republica“ ist die Schlacht um die Position des Musikdirektors für Chailly, entschieden; passend, denn Chailly besitzt 20 Kilometer von Mailand entfernt ein Haus. Aber, genau weiß dies heute nur der Scala-Aufsichtsrat: Vielleicht bleibt Daniel Barenboim in Mailand (und Berlin) und alles kommt ganz anders. Nach dem 23. Mai 2013 wissen wir mehr. IOCO wird berichten.

IOCO / Viktor Jarosch / 20.Mai 2013