Karlsruhe, Badisches Staatstheater, Georg Fritsche stellt Konzertsaison 2020/21 vor, IOCO Aktuell, 27.05.2020

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Badisches Staatstheater Karlsruhe

 

Badisches Staatstheater Karlsruhe © Jochen Klenk

Badisches Staatstheater Karlsruhe © Jochen Klenk

2020/21 –  Erste Konzertsaison von Georg Fritzsch, designierter GMD

– VON HALTUNG & VERHALTEN –

„Annäherung an Karlsruhe, Annäherung an das Amt des Generalmusikdirektors eines traditionsreichen Orchesters und Theaters – wer alles vor mir hat diesen spannenden Weg des Kennenlernens in der langen Geschichte von BADISCHER STAATSKAPELLE und BADISCHEM STAATSTHEATER schon erleben dürfen!“, begeisterte sich der designierte Generalmusikdirektor Georg Fritzsch bei der Vorstellung der Konzertsaison 2020/21 in Karlsruhe. Fritzsch übernimmt am Pult der BADISCHEN STAATSKAPELLE nach Generalmusikdirektor Justin Brown, der die Position seit 2008 innehatte.

Zusammen mit Generalintendant Peter Spuhler und Orchesterdirektorin Dorothea Becker stellte Fritzsch das Konzertprogramm der BADISCHEN STAATSKAPELLE in der Spielzeit 2020/21 vor, die unter dem Motto VON HALTUNG & VERHALTEN steht. Umrahmt wurde die Pressekonferenz am 25. Mai mit musikalischen Einlagen von Musiker*innen der STAATSKAPELLE. Eröffnet wurde mit dem Scherzo aus dem zweiten Satz von Dvoraks Streichquintett in G-Dur (op. 77 B. 49), zum Abschluss spielte ein Bläserquartett Giovanni Gabrielis Canzone Nr.4.

Spuhler blickt gespannt auf die kommende Saison: „Mit Georg Fritzsch beginnt in dieser Spielzeit ein neuer Generalmusikdirektor: Herzlich willkommen! Nach 16 Jahren in gleicher Funktion am Theater Kiel bricht er nun in den Süden auf, um in Karlsruhe eine neue künstlerische Heimat zu finden. Mit 1 großer Vorfreude blicken wir seiner ersten Spielzeit in Karlsruhe entgegen. Gleichzeitig gibt es ein Wiedersehen mit Justin Brown, der länger als jeder andere Dirigent der letzten Jahrzehnte die Leitung der STAATSKAPELLE innehatte. Wir werden uns bei ihm für wunderbare Abende bedanken und ihn angemessen verabschieden.“

Badisches Staatstheater / Vl Der neue GMD Georg Fritsch, Mitte, wird im Orchestergraben des BST von Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, Kulturbürgermeister Dr. Albert Käuflein sowie Generalintendant Peter Spuhler willkommen geheissen © Arno Kohlem / Badisches Staatstheater

Badisches Staatstheater / Vl Der neue GMD Georg Fritsch, Mitte, wird im Orchestergraben des BST von OB Dr. Frank Mentrup, Kulturbürgermeister Dr. Albert Käuflein sowie Intendant Peter Spuhler willkommen geheissen © Arno Kohlem / Badisches Staatstheater

Für Fritzsch ist es besonders wichtig, sich dem „Spannungsfeld aus Innovation und Tradition“ zu verschreiben, dass Stadt und Staatstheater bedeuten. In den Planungen wird daher Vertrautes wie Neues zu finden sein, dass auf „die starken Stützen des Bestehenden“ aufgebaut wird: Auf die Sinfoniekonzerte, die Angebote an die junge Generation, die Kammerkonzerte der Mitglieder der BADISCHEN STAATSKAPELLE, auf JazzNights und die beliebte Konzertreihe Nachtklänge. „Die Sonderkonzerte werden dabei eine gewisse Erneuerung erfahren“, kündigte Fritzsch an. „Sie werden auch an anderen Spielorten, teils mit öffnenden Formaten und Stilen zu erleben sein, die BADISCHE STAATSKAPELLE wird mehr außerhalb des Gebäudes des STAATSTHEATERS zu erleben sein.“, verspricht der designierte Generalmusikdirektor. „Für mich persönlich, hinter der Mauer geborenen und aufgewachsen, ist die Annäherung an Karlsruhe zudem ein Ankommen in der Stadt, in der die Hüter unserer Verfassung, die Sachwalter von menschlicher Würde und persönlicher Freiheit, der Freiheit des Wortes wie von jedweder, auch künstlerischer, Äußerung ihren Sitz haben“, so Fritzsch, der deutlich machte „Wir wollen uns öffnen, wir wollen neues Publikum gewinnen und die STAATSKAPELLE noch mehr in Stadt und Region verankern. Ich bin neugierig auf Menschen, ich freue mich auf Menschen!“

Als 1. Kapellmeister und Stellvertreter wird dabei Johannes Willig dem GMD zur Seite stehen, 1. Koordinierter Kapellmeister wird Dominic Limburg, der die Nachfolge von Daniele Squeo antritt. 2. Kapellmeisterin und Assistentin des GMD wird Yura Yang, die derzeit noch als 1. Kapellmeisterin sowie stellvertretende Generalmusikdirektorin am Theater Aachen engagiert ist. Das musikalische Team wird weiter durch Kapellmeister und Chordirektor Ulrich Wagner ergänzt.

Die Badische Staatskapelle packt aus: Sandor Szabo stellt die Posaune vor
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Gemeinsam mit Orchesterdirektorin Dorothea Becker stellte der designierte GMD das Programm der kommenden Spielzeit vor: „Dabei präsentiere ich Ihnen gemeinsam mit der STAATSKAPELLE nicht nur einige meiner musikalischen „Hausgötter“ wie Beethoven, Strauss, Bruckner oder Reger, sondern auch künstlerische Wegbegleiter und Freunde. So freue ich mich unter anderem auf Antje Weithaas, Gerhard Oppitz, Kit Armstrong, oder auch Max Mutzke und Dominique Horwitz.“ Das Wichtigste dabei 1 wäre ihm allerdings, so betonte Fritzsch, dass „die Musik aus dem Herzen kommt und zu Herzen geht“ und bediente sich dabei eines Zitats des Komponisten Sergej Rachmaninow. Acht Sinfoniekonzerte, fünf Sonderkonzerte und drei Festliche Konzerte stehen auf dem Spielplan der Saison 20/21. Mit einem Überraschungsprogramm wird am 27. September im Anschluss an das 1. Sinfoniekonzert der Einstand des neuen Generalmusikdirektors mit einem großen Orchesterfest gefeiert werden. Im 5. Sinfoniekonzert feiert Generalmusikdirektor Justin Brown seinen Abschied und wird mit Mozarts Klavierkonzert Nr. 24 c-Moll (KV 491) an Klavier und Pult zu erleben sein sowie Beethovens Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55  Eroica dirigieren.

Mit einer besonderen Treueaktion möchte die BADISCHE STAATSKAPELLE außerdem Neuabonnent*innen und eine Auswahl an Abonnent*innen überraschen und bietet in Zukunft ein kurzes exklusives 1:1 Konzert von ein bis zwei Musikern an.

„Abwechslungsreich, überraschend und intensiv“ haben die Musiker*innen der STAATSKAPELLE das Programm der fünf Kammerkonzerte in kleinen, wechselnden Besetzungen gestaltet, das Orchestervorstandvorsitzender Raimund Schmitz vorstellte: „Unser Publikum fehlt uns sehr. Wir sind in einer Zeit des Aufbruchs und freuen uns, zukünftig unsere Musik auch an externe Orte mitten in die Stadt zu bringen“ sagte Schmitz. Konzertpädagogin Rahel Zinsstag verbreitete Vorfreude auf vier Kleinkinderkonzerte und Kinderkonzerte sowie zwei Kinderkammerkonzerte, in denen das junge Publikum und auch die Allerkleinsten zu musikalischen Entdeckungsreisen eingeladen werden.

—| IOCO Aktuell Badisches Staatstheater Karlsruhe |—

Mannheim, Nationaltheater Mannheim, Musikalische Akademie – 2020/21, IOCO Aktuell, 16.05.2020

Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim

NTM Nationaltheater Mannheim © Christian Kleiner

NTM Nationaltheater Mannheim © Christian Kleiner

MUSIKALISCHE AKADEMIE  –  Nationaltheater Orchester Mannheim

 Spielzeit  2020/21  –  Flexibilität – in diesen Zeiten besonders gefordert

von Uschi Reifenberg

Das wissen auch Fritjof von Gagern, Präsident der Musikalischen Akademie und 1.Solocellist des Mannheimer Nationaltheater Orchesters in Personalunion und Generalmusikdirektor Alexander Soddy, die nun das aktuelle Programm der  242. Saison der  Musikalischen Akademie, welche 1778 gegründet wurde, vorgestellt haben.

Die Unsicherheit in der derzeitigen Krise zwingt die Künstler in eine besondere Situation und nötigt ihnen aus ihrer Planungswerkstatt verschiedene Lösungsmöglichkeiten ab. Der fehlende Austausch mit dem Publikum und der derzeitige Verlust des gemeinschaftlichen Erlebens von Musik verstärkt die Sehnsucht nach künstlerischer Normalität und beflügelt die Hoffnung auf eine bessere Zeit nach dem Ausnahmezustand.

„Wir arbeiten mit verschiedenen Szenarien – einem Plan A, so wie die Saison eigentlich gedacht ist, und einem Plan B, C und D, in welchen wir alternative Veranstaltungsformate durchspielen“, so von Gagern. „Die letzten abgesagten Konzerte (…) sind ein unfassbarer künstlerischer Verlust.  Gerade deshalb benötigen wir aus der Stille der Krise die Perspektive (…). Wir sehen es als unsere Aufgabe, Konzerte zu ermöglichen und durch die Musik Halt und Zuversicht gerade in diesen Zeiten zu geben“.

Der thematische Schwerpunkt der kommenden Programmgestaltung 2020/21 liegt in der Entwicklung romantischer und spätromantischer Kompositionen des 19. Jahrhunderts hin zur Auflösung konventioneller musikalischer Strukturen im 20. Jahrhundert, der atonalen Musik der  Moderne, sowie deren Repräsentanten der 2. Wiener Schule.

Geplant sind acht Doppelkonzerte, die einen weiten Bogen von Joseph Haydn bis Enrico Chapelá  spannen und wie immer im Mozartsaal des Rosengarten stattfinden werden. Ergänzt werden die Konzerte  durch das Konzertformat der Kammerakademie im Opernhaus des Nationaltheaters, das alljährlich besondere Akzente setzt und diesmal ein spannendes Bläserprogramm verspricht.

Wie in jedem Jahr sind auch in der Saison 20/21 wieder hochkarätige Solisten bei der Musikalischen Akademie zu Gast.

NTM Nationaltheater Mannheim / Bühne und Besucherraum für kommende Konzerte der Musikalischen Akademie © Christian Kleiner

NTM Nationaltheater Mannheim / Bühne und Besucherraum für kommende Konzerte der Musikalischen Akademie © Christian Kleiner

GMD Alexander Soddy wird allein vier der acht Doppelkonzerte dirigieren.   Den Auftakt macht GMD Alexander Soddy im ersten Akademiekonzert am 19./20. Oktober 2020, mit einem breit gefächerten und kontrastreichen amerikanisch- russisch- englischen Programm. John Adams Orchesterstück „Short Ride in a fast machine“ von 1986, das in atemberaubendem Tempo dahin jagt, wird dem populären 2. Klavierkonzert des russischen Komponisten Sergej Rachmaninow vorangestellt, interpretiert vom russisch-amerikanischen Pianisten Kirill Gerstein. Edward Elgars Sinfonie Nr.1, ein Meilenstein der englischen Sinfonik, dürfte beim Briten Alexander Soddy in den besten Händen liegen.

Im 2. Akademiekonzert am 16. und 17. November, das sich deutschen Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts widmet, steht nach längerer Zeit als Instrument wieder das Horn im Mittelpunkt. Das 2. Hornkonzert von Richard Strauss, das zu den schwierigsten Hornkonzerten überhaupt zählt, wird gespielt von Radek Baborák, dem ehemaligen Solohornisten der Berliner Philharmoniker. Mit Carl Maria von Webers Ouvertüre „Die Beherrscher der Geister“ und der 2. Sinfonie von Robert Schumann taucht das Programm tief in die Epoche der Früh- und Hochromantik ein.

Das 3. Akademiekonzert am 14./15. Dezember unter der Leitung von Ingo Metzmacher, trägt durchweg märchenhafte Züge. Dem besonders zur Weihnachtszeit beliebten Vorspiel aus Humperdincks Märchenoper Hänsel und Gretel folgt das Konzert für Viola und Orchester von Paul Hindemith Der Schwanendreher, das auf alten Volksliedern basiert. Als Solist konnte der Solo-Bratschist der Berliner Philharmoniker Amihai Grosz gewonnen werden.

In Alexander Zemlinskys Orchesterstück Die Seejungfrau wird die Geschichte der sich nach der Menschenwelt sehnenden Meerjungfau von Hans Christian Andersen lebendig, Ein reines russisches Programm verspricht das 4. Akademiekonzert am 8./9. Februar 2021, das von der französischen Dirigentin Ariane Matiakh geleitet wird.

Dmitri Schostakowitschs 1. Cellokonzert, das für Mstislaw Rostropowitsch geschrieben wurde, wird hier von der Cellistin Tatjana Tetzlaff gestaltet, flankiert von Michail Glinkas Kamarinskaya, einem bahnbrechenden russischen Orchesterwerk und Sergej Rachmaninows faszinierender   „Toteninsel“, inspiriert von Arnold Böcklins berühmten Gemälde.

Als letzter Programmpunkt setzt Modest Mussorgski mit seinem Meisterwerk Eine Nacht auf dem kahlen Berge einen phänomenalen Schlusspunkt unter die Reihe der russischen  Schauerromantik.

Das 5. Akademiekonzert am 8./9. März 21 bewegt sich im Spannungsfeld des Franzosen Claude Debussy, dem deutschen Komponisten Ludwig van Beethoven und dem Dänen Carl Nielsen.

Geleitet wird das Konzert vom dänischen Dirigenten Michael Schønwandt, der Komponist Hans Abrahamsen, ebenfalls Däne, orchestrierte 2011 Debussys bekannte Klavierminiaturen Childrens Corner, die Debussy seiner geliebten Tochter widmete.

Mit Beethovens 1.Klavierkonzert wird Kit Armstrong zu erleben sein, ein ersehnter Beethoven   Programmpunkt nach dem stark reduzierten Beethoven Jubiläumsjahr 2020.  Michael Schønwandt, dessen besondere Verbundenheit der Musik Carl Nielsen gilt, stellt die Sinfonia espansiva seines Landsmanns nun erstmalig dem Mannheimer Publikum vor.

Nationaltheater Mannheim / Generalmusikdirektor Alexander Soddy © Gerard Collett

Nationaltheater Mannheim / Generalmusikdirektor Alexander Soddy © Gerard Collett

Das 6. Akademiekonzert am 12./13. April 21 steht ganz im Zeichen Anton Bruckners. Mit seiner 5. Sinfonie, der sogenannten „katholischen“ setzt der italienische Dirigent Antonello Manacorda den Mannheimer Bruckner Zyklus fort. Bruckner schuf mit dieser Sinfonie wohl sein persönlichstes Werk, eine Art Glaubensbekenntnis nach einer für ihn schweren Zeit. Vom großen Vorbild Richard Wagner hatte er sich in dieser Sinfonie endlich emanzipiert.

Das 7. Akademiekonzert am 10./11. Mai 21, unter der Leitung von Alexander Soddy, spannt den Bogen von der Frühklassik Joseph Haydns über Gustav Mahler bis zur 2.Wiener Schule  Alban Bergs im 20. Jahrhundert, dessen „3 Stücke aus der Lyrischen Suite“, bearbeitet für Streichorchester, zu hören sein werden. Alle drei Komponisten verbindet der Bezug zur Stadt Wien. Der 1.Solo-Trompeter des Nationaltheater Orchesters Lukas Zeilinger, der ebenfalls aus der Nähe von Wien stammt, wird mit Haydns Trompetenkonzert eines der bedeutendsten Kompositionen für dieses Instrument interpretieren. Eine schöne Tradition der Musikalischen Akademie, Solisten aus „den eigenen Reihen“ in ihren Konzerten vorzustellen.

Gustav Mahlers 1.Sinfonie, reich an Gegensätzen und Bezügen, setzt den spannenden Schlusspunkt in diesem vielfältigen Programm.

Das 8. Akademiekonzert am 22./22. Juni 21, wiederum dirigiert von Alexander Soddy, mit einem kontrastreichem französisch- lateinamerikanischen Programm, bringt ein Wiedersehen mit dem Violinisten August Hadelich, der teilweise in Mannheim aufwuchs und auf allen großen Konzertpodien der Welt zu Hause ist. Er wird mit Édouard Lalos Sinfonie espagnole zu hören sein. Mit Spannung erwartet wird die Uraufführung von Enrico Chapellas genreübergreifender Komposition, einem Auftragswerk für die Musikalische Akademie. Zwei exemplarische Werke des Impressionismus bilden den Rahmen für diesen Abend, Maurice Ravels Alborada del grazioso, aus dem Klavierzyklus Miroirs, der hier als Orchesterwerk erklingt und La mer von Claude Debussy.

Am 6./7. Juni setzen dann die Bläser in der Kammerakademie mit Richard Strauss, Antonin Dvorák und Friedrich Gulda ganz besondere Akzente.  Joseph Bastian dirigiert, Benedict Kloeckner ist der Solist in Guldas Konzert für Violoncello und Blasorchester, einem energiegeladenem Crossover-Stilmix, der unter die Haut geht. Die Bläserserenaden von Strauss und Dvorák sind absolute Meisterwerke ihres Genres und lassen einen Hauch von Mozart‘schem Geist durchs Programm wehen.

Die Musikalische Akademie Mannheim  –  Akademiekonzerte

Mit nunmehr 242 Jahren sind die Akademiekonzerte in Mannheim weltweit eine der traditionsreichsten Konzertreihen weltweit. Gegründet wurde sie 1778 im Geiste der Mannheimer Schule – und damit an der Speerspitze der damaligen Avantgarde – von den Musikern der Kurfürstlichen Hofkapelle, des heutigen Nationaltheater – Orchesters. Es ist bemerkenswert, dass diese Institution auf ihrem Weg zum Traditionsorchester durch die Jahrzehnte und Jahrhunderte immer vom außergewöhnlichen Zuspruch der Mannheimer Bürgerinnen und Bürger getragen wurde und heute wird.

Brahms, Furtwängler, Strauss, Kleiber, Hindemith, Rostropowitsch, Stein, Argerich, Zimmermann – die Liste der ganz großen Namen, die als Dirigenten und Solisten bei den Akademiekonzerten zu Gast waren, ließe sich lang fortsetzen. Den in der Musikalischen Akademie organisierten Musikern des Nationaltheater- Orchesters ist es immer gelungen, einige der interessantesten Musiker* innen ihrer Zeit nach Mannheim zu holen.

Heute ist die künstlerische und finanzielle Eigenständigkeit der Musikalischen Akademie einzigartig in Deutschland. Nach wie vor prägen Authentizität, Vielfalt und Ideenreichtum die Auswahl von Programmen und Gastkünstlern. Jährlich wird ein Kompositionsauftrag vergeben.   (Zitiert aus dem Jahresprogramm).

—| IOCO Aktuell Nationaltheater Mannheim |—

Dresden, Kulturpalast, Berliner Philharmoniker – Kirill Petrenko, IOCO Kritik, 25.02.2020

Kulturpalast Dresden © Nikolaj Lund

Kulturpalast Dresden © Nikolaj Lund

Kulturpalast Dresden

Berliner Philharmoniker – Kirill Petrenko

Strawinsky – Zimmermann – Rachmaninow

von Thomas Thielemann

Um bei ihrem Stammpublikum auch außerhalb der vier-wöchentlichen Festspielzeit präsent zu bleiben, veranstalten die Dresdner Musikfestsiele in sporadischen Abständen über das Jahr verteilt hochkarätige Palastkonzerte. Am 21. Februar 2020 hatte Jan Vogler, Leiter der Musikfestspiele, die Berliner Philharmoniker eingeladen, mit ihrem Chefdirigenten Kirill Petrenko im Rahmen ihrer Deutschland-Tournee in Dresden Station zu machen. Kirill Petrenko konnten wir zuletzt im April 2012 mit der Sächsischen Staatskapelle in einem Skrjabin-Rachmaninow-Konzert erleben. Von einem Gastspiel der Philharmoniker in Dresden fehlt mir jede Erinnerung.

Berliner Philharmoniker © Oliver Killing

Berliner Philharmoniker © Oliver Killing

Drei Aspekte waren mir beim Besuch des Konzerts wesentlich:

Es war mir wichtig, die Berliner Philharmoniker mit dem Dirigat Kirill Petrenkos im Konzertsaal des Dresdner Kulturpalastes mit seiner guten, aber nicht unproblematischen Klangentwicklung  bei ihrem Hausdebüt zu erleben. Den Berlinern muss man durchaus bescheinigen, dass das Orchester mit dem für sie neuen Saal hervorragend klar gekommen ist. Die Instrumentalgruppen standen im richtigen Verhältnis zueinander und boten einen perfekten Mischklang. Die Holzbläser konnten ihr Können hören lassen, ohne dass sie die Streicher überbordete. Selbst die oft bemängelte Pauke war mustergültig eingeordnet.

Gern hätte ich die Musiker auch in den anderen fünf Stationen begleitet. Dieses Konzert wird in den sechs doch recht verschiedenartigen Sälen unterschiedlich zur Wirkung gekommen sein.

Geboten wurden drei Meisterwerke von Igor Strawinsky, Bernd Alois Zimmermann und Sergej Rachmaninow, die alle zwischen 1940 und 1955 komplettiert worden waren.

Igor Stravinsky - Toteninsel Venedig © IOCO

Igor Stravinsky – Toteninsel Venedig © IOCO

Als Igor Strawinsky (1882-1971) 1945 den Auftrag erhielt, für die Philharmonic Symphony Society of New York ein sinfonisches Werk zu schaffen, komponierte er offenbar zeitnah nur den Finalsatz. Dabei band er die Harfe und das Klavier in den vollen Orchestersatz ein. Als Kopfsatz der „Sinfonie in drei Sätzen“ nutzte er einen Entwurf aus dem Jahre 1942, der aber als Klavierkonzert geplant war. Folglich muss auch der Pianist bei der Aufführung durchaus solistische Aufgaben bewältigen. Andere Quellen vermuten ein „Concerto for Orchestra“ mit einem hervorgehobenen Klavierpart als den ersten Satz.

Für den zweiten Satz verwendete Strawinsky Teile einer 1943 begonnenen Harfen- und Flöten-lastigen Komposition, die ursprünglich für den Film The Song of Bernadette vorgesehen, aber nicht zu Ende geführt worden war.

Der große Außenseiter der deutschen Avantgarde-Komponisten der Nachkriegszeit Bernd Alois Zimmermann (1918-1970) arbeitete bereits seit 1942, von Tänzen, Klängen und Rhythmen der Brasilianischen Volksmusik angeregt, an der Adaption südamerikanischer Musik. Um 1950 war eine „Brasilianische Ouvertüre“ vollendet. Im Verlauf der nächsten Jahre weitete er diesen „ersten Satz“ schrittweise zu einer Ballett-Suite mit fünf Sätzen aus, deren Namen „Alagoana“ er von einem Brasilianischen Bundesstaat ableitete. Inspiriert vom Scheitern der Heiratspläne seines Bruders mit einer Brasilianerin und angeregt durch einen südamerikanischen Schöpfungsmythos, der von der Entstehung des Todes aus der Liebe zwischen Mann und Frau handelt, unterlegte er der Musik 1955 ein Libretto. Bewusst verwendete er nicht das Originalmaterial, sondern bot, was die brasilianische Musik, auch nach seiner Stimmungslage, in ihm auslöste.

 Berliner Philharmoniker © Oliver Killing

Berliner Philharmoniker © Oliver Killing

Die Ursprünge der Sinfonischen Tänze für Orchester op. 45 von Sergej Rachmaninow (1873-1943) reichen bis in das Jahr 1915 zurück. Rachmaninow arbeitete damals an einer Ballett-Partitur, die er „die Skythen“ nennen wollte. Der als Schöpfer des klassischen Balletts geltende Tänzer und Choreografen Michail Fokine (1880-1942) sollte das Werk auf die Bühne bringen. Aber Fokine war über Paris und Berlin längst nach Amerika gegangen. Und obwohl Rachmaninow und Fokine später eine enge Freundschaft verband, hat dieser erst 1939 ein Werk seines Freundes, die „Rhapsodie über ein Thema von Paganini“, in London als Ballett inszeniert. Rachmaninow fand, nachdem er im August 1939 endgültig in die USA übersiedelt war, bei der Sichtung seiner Manuskripte im Sommer 1940 die Blätter der unvollendeten Partitur und übernahm Ansätze der 25-Jahre alten Noten in eine große, visionäre Komposition. Nach der Überlieferung soll er einen Monat lang an dem Vorhaben täglich vierzehn Stunden gearbeitet haben, bis er Ende Oktober 1940 den Schlusspunkt unter eine Partitur von Symphonischen Tänzen setzten konnte.

Bei der Programmgestaltung seiner Tournee verzichtete Petrenko, möglicherweise auch bewusst, auf die Einbeziehung populärer Werke. Der Reiz des Programms besteht in der tatsächlichen Zeitspanne der Entstehung der Werkteile von 1915 bis 1955 und auch darin, dass es sich bei allen drei Werken um tänzerische Musik handelte.

Vor dem Dresdner Konzert hatte Petrenko das Programm innerhalb von neun Tagen viermal in Berlin und jeweils einmal in Hamburg, in Hannover, in Köln sowie in Frankfurt dirigiert. Doch es wirkte auch im letzten der neun Konzerte nichts routiniert oder gar abgegriffen, was letztlich ein Orchester dieser Qualität auch auszeichnet.

Die „Sinfonie in drei Sätzen“, insbesondere den Kopfsatz habe ich selten so kraftvoll gehört. Petrenko zeichnete mit den Musikern beeindruckend die Formstrukturen und ließ auch den Holzbläsern den ihnen gebührenden Raum.

Zimmermanns Capricho Brasileiros „Alagoana“ mit seinen sieben Schlagwerken gestaltete sich in der Mitte des Programms mit seinen reichen, teils mysteriösen Klangfarben für mich zum Höhepunkt des Gebotenen. Wann hört man, wie im ersten Satz, dass Flöte, Englischhorn, Saxophon  mit der Celesta und dem Cembalo gemeinsam spielen? Auch das Klavier war mit einbezogen. Aber gerade dieser Konzert-Teil wurde vom Publikum lediglich mit gutem Beifall bedacht.

Bei Rachmaninows  „Symphonischen Tänzen“ bezauberte im ersten Satz eine reine Holzbläser-Passage. Auch intensivierte Petrenko bei Rachmaninows letztem vollendetem Werk sein Dirigat und betonte neben Stimmung des letzten vollendeten Werkes des Komponisten die Spannung zwischen Lebenslust und Todessehnsucht. Dafür erhielten Dirigent und Orchester für den Konzertabschluss jenen Jubel, den ich dem „Alagoana“ zugedacht hätte.

Nun wünschen wir uns, Kirill Petrenko mit „seinen“ Berlinern in Bälde mit einem Bruckner- oder / und Mahler-Konzert wieder zu erleben.

—| IOCO Kritik Kulturpalast Dresden |—

Dortmund, Konzerthaus Dortmund, Konzerte, Kopfnoten und mehr, März 2020

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Konzerthaus Dortmund

Konzerthaus Dortmund © Daniel Sumesgutner

Konzerthaus Dortmund © Daniel Sumesgutner


März 2020 – Konzerte, Kopfnoten und mehr…..


Di 03.03.2020 20.00,  Mi 04.03.2020 20.00
6. Philharmonisches Konzert – Paris  –  Dortmunder Philharmoniker
Mario Venzago (Dirigent)
Koryun Asatryan (Saxofon)
George Gershwin: »An American in Paris« Sinfonische Dichtung
Alexander Glasunow: Konzert für Altsaxofon und Streichorchester Es-Dur op. 109
Igor Strawinsky: »Petruschka« Burleske in vier Szenen
Einführung um 19.15 Uhr im Komponistenfoyer
€ 19,00 / 24,00 / 30,00 / 34,00 / 39,00 / 42,00
Veranstalter: Theater Dortmund


Mo 09.03.2020 18.30  –  Kopfnoten – Eine kleine Geschichte des Publikums
Michael Stegemann (Vortrag)
Pilgerreisen – Musikfeste und Festspiele
Neben dem Konzertalltag, der seit der Mitte des 19. Jahrhunderts überall in Europa sein
festes Publikum gefunden hatte, wurde Musik auch immer häufiger zum singulären Ereignis – Event, würde man heute sagen –, zu dem man regelrechte Pilgerreisen unternahm: Die »Bayreuther Festspiele« Richard Wagners natürlich, aber auch die großen Musikfeste, wie sie überall in Europa stattfanden und eine ganz spezifische Klientel anzogen. Gerade hier zeichnet sich bereits eine Verquickung von Kunst und Politik ab, die es auch heute noch gibt, wenn sich Staatsoberhäupter und Wirtschaftsgrößen die Ehre geben.

Ort Orchesterzentrum|NRW, Brückstraße 47, 44135 Dortmund € 8,00
Veranstalter: KONZERTHAUS DORTMUND
In Zusammenarbeit mit Orchesterzentrum|NRW


Di 10.03.2020 20.00  –  Sinatra & Friends  –  Stephen Triffitt (Frank Sinatra),  Mark Adams (Dean Martin),  George Daniel Long (Sammy Davis Jr.),  Tour 2020

Die frühen 60er waren die Zeit des »Rat Pack« und Las Vegas ihre Stadt. Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis Jr. drehten dort Filme und gaben zahlreiche Konzerte. Sinatra, Martin und Davis Jr. gehörten zu diesem Zeitpunkt bereits zu den populärsten und wichtigsten Entertainern des Landes. Die drei Darsteller Stephen Triffitt (Frank Sinatra), Mark Adams (Dean Martin) und George Daniel Long (Sammy Davis Jr.) überzeugen mit ungewöhnlichem Talent und beweisen, dass es in der Show weit über das reine Look Alike der drei Showgiganten hinaus geht. In »Sinatra & Friends« versetzen sie ihre Zuschauer mit  augenzwinkernder Political Incorrectness, unverwechselbarem Big-Band-Swing, schönen Frauen und dem obligatorischen Whiskeyglas in der Hand in die glamouröse Ära der 60erJahre am Strip in Las Vegas, als sich dort die Showgrößen Hollywoods die Klinke in die Hand gaben. Im Gepäck unsterbliche Evergreens wie »My Way«, »Mr. Bojangles«, »New York, New York«, »That’s Amore«, »The Lady Is a Tramp« und viele mehr.
€ 51,45 / 59,90 / 67,55 / 74,45 / 85,95
Veranstalter: Semmel Concerts Entertainment GmbH


Mi 11.03.2020 20.00  –  Bodo Wartke  (Gesang, Klavier)  –  Wandelmut
Bodo Wartke stellt sein neues Klavierkabarett-Programm vor. Seit über 20 Jahren steht der Wortakrobat auf der Bühne und schafft es immer noch und immer wieder zu überraschen.
Der Künstler, der sich einen Reim auf alle Ungereimtheiten des Lebens macht, berührt mit seinen vertonten Geschichten und lässt auch ernste Töne nicht aus. In gewohnter Manier bringt er sein Publikum zum Lachen, zum Nach- und Weiterdenken. Poetisch, politisch, persönlich, prägnant!
€ 18,00 / 28,00 / 35,00 / 40,00 / 45,00
Veranstalter: KONZERTHAUS DORTMUND


Do 12.03.2020 20.00  –  Bruckner Sechste – Mirga Gražinyte-Tyla
City of Birmingham Symphony Orchestra
Mirga Gražinyte-Tyla (Dirigentin)  –  Piotr Anderszewski (Klavier)
Béla Bartók: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 Sz 119
Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 6 A-Dur
Bartóks 3. Klavierkonzert, komponiert 1945 im US-Exil und im Angesicht des nahenden Todes, ist überraschenderweise das zärtlichste, streckenweise auch das heiterste unter Bartóks Werken dieser Gattung. Piotr Anderszewski, einer der bekanntesten Pianisten seiner Generation, spielt es an diesem Abend gemeinsam mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra unter der Leitung der Dortmunder Exklusivkünstlerin Mirga Gražinyt?-Tyla.
Einführung mit Hannah Antkowiak um 19.00 Uhr im Komponistenfoyer
Expresseinführung um 19.40 Uhr
€ 18,00 / 37,00 / 58,00 / 72,00 / 84,00 / 94,00
Veranstalter: KONZERTHAUS DORTMUND
Sponsor: SIGNAL IDUNA GRUPPE


Fr 13.03.2020 20.00  –  Eivør
Eivør wurde 1983 auf den Färöer Inseln geboren. Die Verwurzelung mit dieser abgeschiedenen und gleichzeitig wunderschönen Insel diente von Beginn an als musikalische Anregung für die Sängerin, Musikerin und Songwriterin, die eine Stimme von einer seltenen Schönheit und Kraft besitzt. Während die andauernde Liebe zur färöischen Kultur weiterhin das Herzstück ihrer Arbeit ist, wurde deren Ausdruck um Einflüsse etwa aus Jazz, Folk, Ethno-Pop, Trip-Hop und Klassik erweitert. Nach ihrem Konzerthaus-Debüt 2018 verzaubert die »Pop-Elfe« das Dortmunder Publikum mit dieser musikalischen Palette nun ein weiteres Mal.
€ 25,00
Veranstalter: KONZERTHAUS DORTMUND
Förderer: SPARKASSE DORTMUND


Sa 14.03.2020 20.00  –  Max Mutzke & WDR Funkhausorchester – ausverkauft
WDR Funkhausorchester
Timothy Henty (Dirigent)
Max Mutzke (Gesang)
Vor achtzig Musikern seine eigenen Lieblingslieder singen, vor einem Orchester aus Virtuosen? Dass er dieser Herausforderung gewachsen ist, hat Max Mutzke längst bewiesen. Die sinfonischen Arrangements seiner Single-Hits wie »Schwarz auf Weiß«, »Marie« u. a. nutzen die elegante Kraft des großen Orchesters, um Mutzkes naturgewaltige Soul-Stimme bestens zu präsentieren – mit raffiniert klassischen Ouvertüren, reduziert kammermusikalischen Passagen oder der vollen Emotionswucht der Streicher und Bläser.
€ 21,00 / 34,00 / 42,00 / 49,00 / 55,00
Veranstalter: KONZERTHAUS DORTMUND


So 15.03.2020 11.00  –  Mozart Matinee
Polnische Kammerphilharmonie,  Wojciech Rajski (Dirigent), Zofia Neugebauer (Flöte)
Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 13 F- Dur KV 112
Saverio Mercadante: Konzert für Flöte und Orchester e-moll op. 57
Mieczys?aw Kar?owicz: Serenade für Streichorchester op. 2
Wolfgang Amadeus Mozart: Serenade G-Dur KV 525 »Eine kleine Nachtmusik«
€ 17,00 / 26,00 / 32,00 / 35,00 / 43,00
Veranstalter: Mozart Gesellschaft Dortmund e. V.


Mo 16.03.2020 19.00  –  2. Konzert für junge Leute – Dortmunder Philharmoniker
Philipp Armbruster (Dirigent), Kordz (Live-Elektronik), Sebastian 23 (Moderation)
Groove Symphony
Zum siebten Mal treffen die Dortmunder Philharmoniker bei der Groove Symphony auf heiße Beats, juicy Sounds und fette Bässe. Dieses Mal ist ein echter Experte zu Gast: Kordz ist ein Meister auf seinem Gebiet und hat schon mit zahlreichen Orchestern zusammengearbeitet.
€ 12,00
Veranstalter: Theater Dortmund


Di 17.03.2020 19.00
Wie funktioniert Programmplanung?  –  Raphael von Hoensbroech (Intendant)
Jan Boecker (Moderation), Weitere Gesprächsteilnehmer
Konzerthaus Backstage
Was muss passieren, bis ein Spielplan für die ganze Saison vollständig ist? Während das Saisonbuch für die Saison 2020/21 entsteht, gewährt der Intendant einen exklusiven Einblick in seinen Arbeitsalltag: Welchen Künstler, welche Künstlerin möchte man warum mit welchem Werk einladen? Wie entsteht trotz des Tournee-Marathons vieler Musiker unser individuelles Programm? Und wieso wagen wir zu sagen »So klingt nur Dortmund«? Diese und viele weitere Fragen beantwortet Raphael von Hoensbroech Abonnenten, Botschaftern und Freundeskreis-Mitgliedern persönlich.
Tickets unter 0231 – 22 696 200
€ 8,00
Exklusiv für Abonnenten, Botschafter und Freunde des KONZERTHAUS DORTMUND
Veranstalter: KONZERTHAUS DORTMUND


Mi 18.03.2020 20.00  –  Gershwin Piano Quartet
André Desponds (Klavier), Benjamin Engeli (Klavier), Stefan Wirth (Klavier), Mischa Cheung (Klavier)
Sergej Rachmaninow: Non Allegro aus Sinfonische Tänze op. 45, Fassung für vier Klaviere von Mischa Cheung Richard Strauss: ›Tanz der sieben Schleier‹ aus »Salome« op. 54, Fassung für vier Klaviere von Stefan Wirth Nik Bärtsch: Neues Werk
George Gershwin: Fantasie über »Porgy and Bess«, Fassung für vier Klaviere von Benjamin Engeli und Stefan Wirth
George Gershwin: »Love is here to stay« und »Fascinating Rhythm«, Fassung für vier
Klaviere von André Desponds und Benjamin Engeli
Leonard Bernstein: Songs und Tänze aus »West Side Story«, Fassung für vier Klaviere von Mischa Cheung und Benjamin Engeli
Typische Fangfrage in Musik-Eignungstests: Wie viele Klaviere spielen in einem
Klavierquartett? Die korrekte Antwort »nur eines« ist bei diesem Konzert ausnahmsweise komplett falsch. Vier Pianisten an vier Flügeln spielen, arrangieren und improvisieren über einige der beliebtesten Songs und Orchesterwerke George Gershwins und führen ein neues Werk des Schweizer Komponisten und Jazzpianisten Nik Bärtsch auf.
€ 20,00
Veranstalter: KONZERTHAUS DORTMUND


Do 19.03.2020 20.00, Fr 20.03.2020 20.00  –  Helge Schneider
Die Wiederkehr des blaugrünen Smaragdkäfers
Schon als 4-jähriger Knirps hat Helge Schneider sich ein Kissen unter den Schlafanzug
gesteckt und ging als dicker Mann mit Krückstock vor dem armseligen Wohnungsbauhaus in seiner Siedlung spazieren, um Aufmerksamkeit zu erregen. Bis heute hat sich an seinem Zustand nichts geändert.
Lyrik, Poesie, Jazz, Kunst, Quatsch, all das bietet uns ein aus der Haut gefahrener
Entertainer und Multiinstrumentalist (normaler Kassenpatient mit Zusatzversicherung!): Auch 2020 wird Helge Schneider wieder richtig aufdrehen, »Moppelchen muss hüpfen!« Wenn die anderen schon mit einem Bein im Wohnzimmer vor dem Fernsehapparat sich eine Flasche Bier zurechtrücken, um Fußball oder Donna Leon zu gucken, räumt »Der rubinrote Höllenstorch« seine Garage aus und seine Orgel in den Anhänger! »Rente? Kenn ich nicht!« (so der »Blonde Hashdag-Kiki!«) Der 65-jährige (sieht aus wie 12!) mit dem Gehirn eines Gorillas rastet förmlich aus, wenn er auf seine »wohlverdiente Ruhe« nach unzähligen Konzertreisen angesprochen wird! »Ausgestopfte Besserwisser!«
€ 27,00 / 31,00 / 35,00 / 39,00 / 43,00 / 47,00
Veranstalter: Konzertbüro Schoneberg GmbH


Sa 21.03.2020 20.00  –  Mirga Gražinyte-Tyla & Gabriela Montero – ausverkauft
City of Birmingham Symphony Orchestra, Mirga Gražinyte-Tyla (Dirigentin)
Gabriela Montero (Klavier),  Raminta Šerkšnyte: De Profundis für Streichorchester
Peter Iljitsch Tschaikowsky: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 b-moll op. 23
Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 3 F-Dur op. 90
Gegen Widerstände
Es wird zweifellos ein Abend der starken Frauen, den Exklusivkünstlerin Mirga Gražinyte Tyla mit einem Werk ihrer Landsfrau Raminta Šerkšnyte eröffnet, bevor die venezolanische Pianistin Gabriela Montero als Solistin in Tschaikowskys 1. Klavierkonzert hinzutritt. Das  Werk, über das der ursprüngliche Widmungsträger und Förderer Tschaikowskys, Nikolai Rubinstein, vernichtend urteilte, »die Passagen seien so bruchstückhaft, unzusammenhängend und armselig komponiert, dass es nicht einmal mit Verbesserungen getan sei. Die Komposition selbst sei schlecht, trivial, vulgär«, gehört längst zu den Klassikern des Repertoires.
Einführung mit Bjørn Woll um 19.00 Uhr im Komponistenfoyer
Expresseinführung um 19.40 Uhr
Rhino-Kids – kindgerechte Einführung um 19.00 Uhr und kostenloser Konzertbesuch für
Kinder. Anmeldung: T 0231 – 22 696 200
€ 18,00 / 37,00 / 58,00 / 72,00 / 84,00 / 94,00
Veranstalter: KONZERTHAUS DORTMUND


Mo 23.03.2020 19.00  –  3. Konzert Wiener Klassik  –  Dortmunder Philharmoniker
Lars Vogt (Klavier, Leitung)
Im Puls von Lars Vogt
Wolfgang Amadeus Mozart: Ouvertüre zu »Le nozze di Figaro« KV 492
Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 103 Es-Dur Hob. I:103 »Mit dem Paukenwirbel«
Ludwig van Beethoven: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 c-moll op. 3
€ 20,00
Veranstalter: Theater Dortmund


Mi 25.03.2020 19.00  –  Öffentliche Hausführung
Wollten Sie nicht auch immer schon einmal wissen, was sich hinter den schweren Türen verbirgt, durch die die Künstler die Bühne betreten? Oder wie die riesigen Porträts im Komponistenfoyer entstanden? Wo versteckt das Konzerthaus eigentlich seinen Orgelspieltisch? Und was hat es mit dem Nashorn auf sich? Diese und alle anderen Fragen beantworten wir gerne bei einer Hausführung.
Teilnehmerzahl begrenzt. Anmeldung erforderlich: T 0231 – 22 696 200
Eintritt frei
Veranstalter: KONZERTHAUS DORTMUND


Do 26.03.2020 20.00  –  Orgelrecital Vincent Dubois
Johann Sebastian Bach: Toccata und Fuge F-Dur BWV 540
Franz Liszt: Fantasie und Fuge über »Ad nos, ad salutarem undam«
Jean Guillou: Toccata op. 9
Gaston Litaize: Lied
Maurice Duruflé: Prélude et fugue sur le nom d’Alain op. 7
Thierry Escaich: »Évocation II«
Vincent Dubois: Improvisation
€ 20,00
Veranstalter: KONZERTHAUS DORTMUND


Sa 28.03.2020 20.00  –  Landgren & Lundgren | Danielsson & Fresu
Nils Landgren (Posaune, Vocals), Jan Lundgren (Klavier), Lars Danielsson (Bass)
Paolo Fresu (Trompete)
The Art of the Duo
Als der schwedische Bassist und Cellist Lars Danielsson Ende letzten Jahres mit dem
Italiener Paolo Fresu an Trompete und Flügelhorn das Album »Summerwind« veröffentlichte, rieben sich manche Kenner der beiden die Augen. In aller Seelenruhe und mit großer Hingabe begleiteten sich die beiden Könner offenbar gänzlich unangestrengt durch ein wundersames Repertoire voller bedächtiger und irgendwie verwunschen wirkender Klänge und Songstrukturen, die zwar nie wirklich zu einem Song wurden, aber doch aufmerksame Hörer zeitigten. Im kommenden Januar wird es Danielsson und Fresu ein weiteres Duo gleichtun, für welches sich der Posaunist Nils Landgren und sein schwedischer Landsmann Jan Lundgren am Piano zusammentaten und nun »Kristallen« veröffentlichen. Auch hier dominieren die zarten Momente, die oft versteckten, winzigen Eskapaden und stets auch das, womit gerade Landgren in seiner Zunft wohltuende Akzente setzt: Ihm gelingt wie nur wenigen Anderen die Liaison von Jazz und Humor, und sei es nur in flüchtigen Sekunden.
€ 8,00 / 20,00 / 30,00 / 38,00 / 45,00 / 50,00
Veranstalter: KONZERTHAUS DORTMUND
In Zusammenarbeit mit Karsten Jahnke Konzertdirektion GmbH


Di 31.03.2020 19.00  –  Kopfhörer  –  Holger Noltze  –  Michael Stegemann
Bach – Kunst der Fuge
Schon in den 1930er-Jahren entstanden Aufnahmen des bedeutenden Zyklus von Fugen und Variationen, den Johann Sebastian Bach unvollendet hinterließ. Bis 1979 lagen bereits 60 Schallplatten-Aufnahmen des Werks vor. Seit der Einführung der CD ist eine schier unüberschaubare Fülle weiterer Einspielungen hinzugekommen: Aus diesem Füllhorn werden die Musikprofessoren besonders bedeutende, aber sicher auch einige kuriose und randständige Beispiele auswählen und vergleichen.
Das Werk live im Konzerthaus: Mi 01.04.2020, 20.00 Uhr
€ 10,00
Veranstalter: KONZERTHAUS DORTMUND


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