Rathen, Landesbühne Sachsen, Musical Zorro, 22.06.2018

Landesbühnen Sachsen 

Landesbühne Sachsen / Zorro - Gero Wendorff © Martin Reißmann

Landesbühne Sachsen / Zorro – Gero Wendorff © Martin Reißmann

ZORRO – DAS MUSICAL mit neuem Darsteller des Zorro- Gero Wendorff

BUCH UND GESANGSTEXTE: STEPHEN CLARK,MUSIK: THE GIPSY KINGS, CO-KOMPONIST UND MUSIKALISCHE ANPASSSUNG: JOHN CAMERON, ORIGINALGESCHICHTE: STEPHAN CLARK UND HELEN EDMUNDSON, DEUTSCH VON HOLGER HAUER (GESANGSTEXTE) UND JÜRGEN HARTMANN (BUCH)

Premiere auf der Felsenbühne Rathen am 22.6.2018, 19.30 Uhr

Nächste Termine:

Sa., 23.06.2018,   19:30 Uhr; Do.,  26.07.2018, 19:30 Uhr ;  Fr., 27.07.2018, 19:30 Uhr;  Sa., 28.07.2018,         19:30 Uhr; Fr., 10.08.2018,19:30     Uhr;  Sa., 11.08.2018, 19:30 Uhr;  So.,12.08.2018, 17:00   Uhr; Mi., 15.08.2018, 19:30 Uhr

Erfunden wurde die Figur des Zorro, eines Einzelkämpfers für Recht und Gerechtigkeit, von Johnston McCulley für seinen Groschenroman «The Curse of Capistrano», der 1919 in einem amerikanischen Magazin erschienen war.

Mit der ersten Verfilmung des Stoffes 1920 startet die Kinokarriere des Helden Zorro, der ab sofort als «Rächer der Armen» ganz in schwarz und ausgestattet mit Umhang, Maske und spanischem Sombrero in unzähligen Mantel-und-Degen-Streifen über die Leinwände der Welt reitet.

Dem Musical, das 2008 im Londoner West End erste Erfolge feierte und dem der Zorro-Roman der chilenischen Erfolgsautorin Isabel Allende zugrunde liegt, haben die Gipsy Kings mit ihren Welthits «Baila Me», «Bamboleo» oder «Freedom» ihren musikalischen Stempel aufgedrückt. Im Mittelpunkt der Handlung stehen zwei Brüder, die zu erbitterten Feinden werden. Diego, der Jüngere, soll seinem Vater als Bürgermeister von Los Angeles ins Amt folgen und wird deshalb zur Ausbildung nach Barcelona geschickt. Der ältere Bruder Ramon allerdings versteckt den Vater im Gefängnis, erklärt ihn für tot und reißt die Macht brutal an sich. Die resolute Luisa, auf die beide Brüder ein Auge geworfen haben, reist nach Spanien, um Diego zu Hilfe zu holen.

Dass sich Diego bald nach seiner Rückkehr in einen rächenden Zorro verwandeln wird, kann Luisa nicht ahnen, als sie ihn in Barcelona bei den Gitanos findet, mit denen er – statt zu studieren – musizierend durch die Straßen zieht …

Mit Live-Band

Musikalische Leitung: Jan Michael Horstmann;   Inszenierung: Manuel Schöbel
Ausstattung: Stefan Wiel; Choreografie: Wencke Kriemer de Matos

Darsteller:
Zorro/ Diego de la Vega- Gero Wendorff
Luisa Pulido- Iris Stefanie Maier (22.6.18126.1.10120.1.10110.0.10112.0.10115.8.18 l 6.9.101
7.9.18)
Luisa Pulido- Freijdis Jurkat (23.6.10121.1.10111.0.1010.9.18)
Ramon – Andreas Petzoldt (22.6.181; 23.6.10121.1.10120.1.1016.9.18 l 8.9.18)
Ramon- Nico Müller (26.1.10110.8.18 l 11.8.18 l 12.8.18115.8.1817.9.18)
Inez- Christin Rettig (22.6.18 l 23.6.18126.7.18 l 27.7.18128.7.1816.9.1817.9.18 l 8.9.18)
Inez- Luisa Kettnitz (10.8.18111.0.18112.8.18 l 15.8.18)
Sergeant Garcia –  Marko Bräutigam a.G.
Alejandro de la Vega – Fred Bonitz
Joaquin, Gitarrist I Flamencosänger  – Grigor Shagoyan a.G.
Flamencosängerin – Christin Rettig I Cölestine Zoe Reich
Conzuela-  Cölestine Zoe Reich
Eduardo –  Luisa Kettnitz I Josefine Richter*
lgnacio – Anne Grünig
Pablo – Freijdis Jurkat I Theresa Becker*
Gonzales 1 – Michael Martin
Gonzales2  – Jan Baake a.G. (26.7.18127.7.18128.7.18110.8.18111.8.18112.8.18115.8.18 I
6.9.1817.9.1818.9.18)
Gonzales2- Steffen Pietsch (22.6.18 1 23.6.18)
Soldaten – Rene Britzkow*, David Leubner* (26.1.10121.1.10120.1.10110.0.18111.0.101
12.8.18 l 15.8.1816.9.1817.9.18 l 8.9.18)
Chor der Landesbühnen Sachsen

Tänzer : David Espinosa Angel a.G., Anita Suzanne Gregory, Joana Martins, Ana Teresa Pereira, Alfonso Pereira, Morgan Perez, Hugo Rodrigues I Leonardo Germani, Mattia Saracino I Brian Scalini

AWEGO Stuntcrew Holger Kahl, Marie Spinker, Nico Hartmann, Lisa Goebel

*Studierende der Theaterakademie Sachsen unter der Leitung von Jana Bauke

Es singt der Chor der Landesbühnen Sachsen.

Gero Wendorff Der 1988 in Köln geborene Gero Wendorff absolvierte sein Musicalstudium an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München. Hier war er u.a. als „Tiger Brown“ in Brechts Dreigroschenoper, „Linus“ in Charlie Brown und mehrfach in der Konzertreihe Suchers Leidenschaften zu sehen. Außerdem stand er während seines Studiums in Grand Hotel am Staatstheater am Gärtnerplatz und als „Hänschen“ in Frühlings Erwachen am Deutschen Theater München auf der Bühne.

Nach dem Studium gab er sein Musical-Debüt als „Bill“/ „Lucentio“ in Kiss me, Kate an der Staatsoper Hannover. Mit der gleichen Partie und der des 1. Ganoven war er anschließend auch am Landestheater Detmold zu sehen. Ferner spielte er in den Uraufführungen Luther! Rebell wider Willen als „Pfarrer Bugenhagen“ am Landestheater Eisenach und als „Lucan“ in Artus – Excalibur am Staatstheater St. Gallen. Außerdem war er u.a. als „Freddy Eynsford-Hill“ in My Fair Lady bei den Clingenburg Festspielen oder als „Stephen“ in Copacabana am Landestheater Coburg zu sehen.

2015 wurde er an der Oper Leipzig das erste Mal für die Rolle des „Tony“ in West Side Story engagiert und spielte diese auch an der Oper Wuppertal, im Theater Erfurt und   im Theater St. Gallen. Am Theater Bielefeld war er 2016/17 als „Robert Martin“ im Musical Hochzeit mit Hindernissen zu erleben. Im Staatstheater Braunschweig sang er Link Larkin in „HAIRSPRAY“ , Regie: Sebastian Welker, Choreographie: Amy Share-Kissiov

Nico Müller Bekannt als Mitglied der Formation „ADORO“ (über 1,7 Millionen verkaufte Tonträger / mehrfach für den Echo nominiert), ist der deutsche Opernsänger auch als Solist erfolgreich auf deutschen und internationalen Bühnen. Er sang bereits mit Größen wie Barbra Streisand, Jose Carreras, Grace Bumbry, Pia Douwes, Ethan Freeman und Joceline B. Smith in Deutschland, Österreich und der Schweiz und mit Katherine Jenkins u.a. in der Royal Albert Hall – London. Nico Müller ist darüber hinaus sowohl im Musiktheater als auch in den Bereichen Lied, Konzert und Oratorium vielfältig aktiv. Seine Engagements führten ihn u.a. an die Staatsoperette Dresden, zu den Schlossfestspielen Sondershausen, an das Opernhaus Chemnitz, an die Theater Gera- Altenburg, Hof, Weimar und Münster. Dort übernahm er verschiedene Solistenrollen in „Hochzeit des Figaro“ (Mozart), „Die schöne Helena“ (Offenbach), „Jekyll and Hyde“ (Wildhorn), „Les Miserables“ (Schöneberg) und sang die Hauptrolle des „Jakob Lenz“ in der gleichnamigen Oper (Rihm). Neben seiner Konzerttätigkeit ist er als gefragter Gesangspädagoge im Bereich Musical und Klassik tätig und war musikalischer Leiter und Regie/Lichtdesign bei verschiedenen Musical Galas .

Er unterrichtet regelmäßig in Dresden und Sulzbach-Rosenberg (Bayern) und wird deutschlandweit für Workshops gebucht. Viele seiner Schüler stehen mittlerweile selbst auf der Bühne oder studieren an Musikhochschulen in Deutschland. Seine musikalische Ausbildung begann Nico Müller an der Musikschule Vogtland in den Fächern Gesang, Klavier und Akkordeon. Ab 2001 studierte der Wettbewerbspreisträger (Jugend Musiziert) Gesangspädagogik an der Musikhochschule Dresden und Operngesang an der Musikhochschule Weimar. Dort wurde er von Prof. Mario Hoff betreut und nahm an Kursen von Olaf Bär, Prof. Karl Peter Kammerlander und Frau Prof. Charlotte Lehmann teil. Nach seinem Abschluss (2009) als Diplomsänger im Bereich Musiktheater, Oper und Konzert, absolvierte er erfolgreich das Aufbaustudium „Konzertexamen“ an der Musikhochschule Köln.

—| Pressemeldung Landesbühne Sachsen |—

Braunschweig, Staatstheater Braunschweig, Premiere Musical Hairspray, 12.08.2017

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Staatstheater Braunschweig

Staatstheater Braunschweig © Stefan Koch

Staatstheater Braunschweig © Stefan Koch

Hairspray  –  Das Broadway Musical

Premiere 12.08.2017 | 19:30 Uhr | Burgplatz

Die junge Tracy Turnblad hat nicht nur eine ausgefallene Frisur, sondern auch einen großen Traum: Sie will unbedingt in der Fernsehsendung The Corny-Collins-Show tanzen und die »Miss Teenage Hairspray«-Wahl gewinnen. Jedoch entspricht ihre Figur nicht dem Tanzshow-Ideal im Baltimore der frühen 1960er …
Mit Marc Shaimans Hairspray erwartet die ZuschauerInnen des diesjährigen Burgplatz Open Air mit Hits im Stil der 60er Jahre wie »Good Morning, Baltimore« oder »I Can Hear the Bells« nicht nur ein Gute-Laune-Musical voller Rhythm and Blues, Motown und Rock’n’Roll, sondern auch eine berührende Geschichte, die vor allem eines sagt: Wie auch immer die gesellschaftlichen Erwartungen sind – mit Herz und Mut kann jeder Traum wahr werden.

Musikalische Leitung Robert Paul, Tobias Deutschmann, Regie / Lichtdesign Sebastian Welker, Choreografie Amy Share-Kissiov, Bühne Andreas Wilkens, Kostüme Tanja Liebermann, Dramaturgie Sarah Grahneis

Tracy Turnblad Beatrice Reece, Edna Turnblad, ihre Mutter Randy Diamond, Wilbur Turnblad, ihr Vater Mike Garling, Corny Collins, Moderator Matthias Stier, Penny Lou Pingleton, Tracy’s Freundin Inga Krischke, Amber von Tussle Maja Sikora, Velma von Tussle, ihre Mutter Carolin Löffler, Milda Tubelyt, Link Larkin Gero Wendorff, Seaweed J. Stubbs Luther Raphael Simon, Motormouth Maybelle, seine Mutter Deborah Woodson
Little Inez Stubbs, ihre Tochter Victoria Müller, Prudy Pingleton / Gym Teacher / Prison Matron Sonja Tièschky, Harriman F. Spritzer / Mr. Pinky / Wachmann Andreas Bißmeier
Ensemble Anneka Dacres, Terja Diava, Nokubonga Precious Khuzwayo, Tina Ajala, Josiah Bruce, Lorenzo Kolf, Aciel Martinez Pol, Sven Soares, Angelina, Biermann, Michèle Fichtner, Kay Heijnen, Maike Jacobs, Gabriel Pitoni, Liam Michael Scullion, Lysanne van der Sijs, Alexander Ziebart

Die Einführung auf dem Burgplatz findet am 6. August um 12.00 Uhr mit dem Leitungsteam und dem Ensemble statt. Kostenlose Zählkarten sind ab dem 3. August ab 10.00 Uhr an der Theaterkasse im Großen Haus erhältlich.

Premiere  Hairspray: Sa 12.08.2017 | 19:30 Uhr | Burgplatz, Weitere Vorstellungen 13.08. | 15.08. | 16.08. | 17.08. | 18.08. | 19.08. | 20.08. | 22.08. | 23.08. | 24.08. | 25.08. | 27.08. | 28.08. | 29.08.2017,

—| Pressemeldung Staatstheater Braunschweig |—

Wuppertal, Oper Wuppertal, Rocky Horror Show – Intergalaktisches in Wuppertal, IOCO Kritik, 24.02.2017

Februar 25, 2017 by  
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Wuppertaler Bühnen

Theater Wuppertal / Rocky Horror Show - The Time Warp © Jens Grossmann

Theater Wuppertal / Rocky Horror Show – The Time Warp © Jens Grossmann

 Intergalaktische Wesen treiben es in Wuppertal

Die Rocky Horror Show von Richard O´Brien

Von Viktor Jarosch

Die Oper Wuppertal ist seit dem 17.2.2017 im Rocky Horror Show – Fieber: Reife, noch unbescholtete Damen werfen im Theater mit Reis, Konfetti oder Klopapier um sich, andere Wesen schießen mit Wasserpistolen, rotieren Leuchtdioden oder tanzen scheinbar wirr inmitten der Besucherreihen; doch alle einem strengen Ritus folgend. Seriös aussehende Männer widersprechen pöbelnd einem Erzähler auf der Bühne mit fortwährenden „Boring“-Rufen. Der Besucherraum scheint nach der Vorstellung verwüstet. Die Rocky Horror Show – ein schräges Mitmach-Kultevent für, mit und über Außerirdische ist zu Besuch in Wuppertal. Sensible Feingeister sollten die Oper in dieser Zeit meiden. Doch der Reihe nach:

Theater Wuppertal / Transsylvanian Bunnies und Erzaehler © Jens Grossmann

Theater Wuppertal / Transsylvanian Bunnies und Erzaehler © Jens Grossmann

Richard O´Brien schuf 1973 seine Rocky Horror Show. Als experimentelles Rockmusical gedacht parodiert Richard O´Brien darin den bizarren Humor schrottiger Science Fiction Filme der 40 er und 50er Jahren, ergänzt mit glorreich-schrägem Schauspiel, trashigen „Spezialeffekten“ und sexueller Entfaltung. O´Brien selbst zu seinem Stück: „Immer wohnt auch das Animalische in uns. Und das, mit Anspielungen auf Horror- und Sagengestalten, ironischer Kritik am Spießertum bietet die Rocky  Horror Show. Richard Timothy Smith heißt der Autor dieser Show wirklich: Doch es gab im damaligen Engeland einen anderen Schauspieler namens Richard Smith; so benannte sich unser „Richard Rocky-Horror-Smith“ kurzerhand um: Seit 1970 nennt er sich Richard O´Brien. In seiner ersten Rocky Horror Show spielte er den Riff Raff.

Theater Wuppertal / Rocky Horror Ausstattung für Besucher © IOCO

Theater Wuppertal / Rocky Horror Ausstattung für Besucher © IOCO

Das knallbunte Kultmusical besitzt weltweit eine enthusiastische Fangemeinde. Eine Rocky Horror Show ist so in Südafrika ebenso Garant für volles Haus wie in Wuppertal. Mit Reis, Wasserpistolen oder Klopapier bewaffnete Besucher in hohen Hacken, Strapsen und bunten Kostümen machen die Rocky Horror Show zum coolen Mitmach-Event für Groß, Klein, Mann, Frau, Dick oder Alt. Große Theater scheuen verschämt die verschrobene Unbedingtheit des Stückes; kleinere Theater sind deutlich  couragierter. Erst recht das Theater Wuppertal: Es bietet dem Besucher im Eingangsbereich für den Kampf gegen die Außerirdischen sogar eine komplette „Rocky Horror-Ausrüstung“ für nur €4 (Foto): Konfetti, Reis, Rolle Klopapier, Wasserpistole, Leuchtstab, Pappdeckel. Dazu die Zeitschrift der Außerirdischen, The Denton Guardian, welcher von UFOs und Kornkreisen am Himmel über Wuppertal berichtet. Ein Musical-Knigge leitet unbedarfte Wuppertaler an, wann was zu rufen, was zu tanzen, singen, spritzen oder zu zischen sei.  Das Bergische Land war in der Oper Wuppertal punktgenau bereit für Begegnungen mit jenen intergalaktischen Wesen!

Theater Wuppertal / Frank'N'Furter und Transsylvanian Bunnies © Jens Grossmann

Theater Wuppertal / Frank’N’Furter und Transsylvanian Bunnies © Jens Grossmann

Regisseur Sebastian Welker schuf eine Rocky Horror Show, dessen Bühnenbild zwischen einer Kathedrale der Irdischen und dem Tempel der Außerirdischen, zwischen sanfter Zärtlichkeit, erotisierender Travestie (Kostüme Susanne Hubrich) aber auch gelegentlichem Hard Core changiert: Die Hochzeit von Brad and Janet („Dammit, Janet, I love you…„) eröffnet das Wuppertaler Rocky – Trashspektakel in einer Kathedrale mit hinreißend antik gestaltetem Hochaltar (Bühnenbild Stephan Prattes) und prächtigen Seitenkanzeln. Brad Majors und ex-Verlobte Janet Weiss (den Namen Janet begleitet das Publikum mit Beginn im Mitmach-Modus mit zischendem „WeiSSS“) traut ein Priester in streng religiösem Ritual und schwarzer Soutane: Man tauscht Ringe, Nonnen in Tunika und weißen Hauben werfen Reis aus den Seitenkanzeln auf die frisch Vermählten. Auch das Publikum nimmt Anteil, wirft ebenfalls Reis. Projektionen bilden die folgende Autofahrt ab, welche Brad and Janet zu ihrem Dr. Scott führen soll….welche jedoch mit quietschenden Reifen und schepperndem Blech im Irgendwo endet. Aufsteigender Nebel auf der Bühne zeigt ein verbeultes Auto dem Brad and Janet entsteigen. Schrille Wesen nähern sich aus einem nahen Tempel: Die Außerirdische aus Transsylvanien. Der bucklige Riff Raff (Mark Bowman-Hester), Magenta (Kerstin Brix) und verführerische, in rote Dessous gekleidete Transssylvanian Bunnies. Die Rocky Horror Show ist endgültig in Wupperal angekommen.

Theater Wuppertal / Riff Raff und Magenta vor ihrem Abflug © Jens Grossmann

Theater Wuppertal / Riff Raff und Magenta vor ihrem Abflug © Jens Grossmann

Eine wunderlich schrille Gesellschaft lädt Brad and Janet in ihren Tempel, empfängt sie zu einem Gelage wie dem Sinne befreienden, ansteckenden Time Warp Tanz („It´s astounding…Es ist erstaunlich, Zeit eilt vorüber, Verrücktheit fordert seinen Tribut..“). Die Verücktheit des Time Warp ergreift, von Dr. Scott (Sebastian Campione) bedrohlich angeregt („It´s just a jump to the left„), schon nach wenigen Minuten auch  viele in den Reihen tanzende Besucher des Theater Wuppertal. Bis Frank’N’Furter (Andreas Wolfram) in Strapsen und high heels erscheint, sich mit seinem Welthit „I´m just sweet transvestite, from Transsexual, Transylvania..“ als außerirdischer Transvestit outet, Brad wie Janet mit seinen Phantasien umhüllt, um dann in einer großen Projektion sein Traumwesen Rocky zu schaffen: „In just seven days I can make you a man…„. Hunderte Klopapierrollen auf den Theaterboden beweisen:  Die Schöpfung des Retortenwesen Rocky ist gelungen. Viel Surreales, Trashiges, transsylvanische Tänze und Gesänge folgt zwischen Erzähler, Dr. Scott, Brad and Janet und den Außerirdischen. Bis Frank’N’Furter im Bühnenhimmel von Riff Raff mit einer Laserpistole erschossen wird,  der galaktische Tempel auf der Bühne sich in ein Raumschiff verwandelt, welches Riff Raff und Magenta von der Erde zurück in ihre geliebte Heimat, zurück nach Transsylvanien führt. Und Wuppertal, zwar mit seiner einmaligen Schwebebahn aber ohne Außerirdische zurück läßt.

 Frank'N'Furters - Szenegerechte Besucher des Rocky-Spektakels © IOCO

Frank’N’Furters – Szenegerechte Besucher des Rocky-Spektakels © IOCO

Die Rocky Horror Show, eine Produktion des Saarländischen Staatstheaters,  reißt auch in Wuppertal ein begeistertes Publikum mit. Die Choreographie (Amy Share-Kissiov) hält Reiz und Spannung der Produktion mit changierenden Bühnebilder, mit gewagten Tänze wie platten Slapstick beständig hoch. Dass ein Beichtstuhl, weil Rocky und Janet es darin wohl treiben, etwas penetrant lange schaukelt, dass der Sex auf den Emporen manchmal eher irdisch profan als galaktisch wirkt: Chicken feed, geschenkt! Bühnenbilder, lebendige Choreographie und das darstellerisch wie stimmlich starke Ensemble begeisterten die irdischen Bürger aus dem Tal der Wupper über alle Maßen! Der tobende Beifall währte gefühlte sechzig Minuten; er ist gleichzeitig die Empfehlung, sich frühzeitig Karten für kommende Auftritte der Außerirdischen in der Oper Wuppertal zu sichern!

Oper Wuppertal_The Rocky Horror Show_Weitere Vorstellungen am 11.03.2017, 12.03.2017, 26.03.2017, 21.04.2017, 29.04.2017, 30.04.2017, 11.06.2017, 20.06.2017