Frankfurt, Oper Frankfurt, DAS RHEINGOLD, April & Mai 2018

April 17, 2018 by  
Filed under Oper, Oper Frankfurt, Pressemeldung

logo_oper_ffm.gif

Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Wiederaufnahme DAS RHEINGOLD

Vorstellungen: 19., 22. April, 1., 6. Mai 2018

Vorabend des Bühnenfestspiels Der Ring des Nibelungen von Richard Wagner
Text vom Komponisten
Mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Sebastian Weigle

Inszenierung: Vera Nemirova
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Orest Tichonov
Bühnenbild: Jens Kilian
Kostüme: Ingeborg Bernerth
Licht: Olaf Winter
Video: Bibi Abel
Dramaturgie: Malte Krasting
Wotan: James Rutherford Fricka: Claudia Mahnke
Donner: Brandon Cedel Freia: Sara Jakubiak
Froh: AJ Glueckert Erda: Tanja Ariane Baumgartner
Loge: Kurt Streit Woglinde: Elizabeth Reiter
Alberich: Jochen Schmeckenbecher Wellgunde: Judita Nagyová
Fasolt: Alfred Reiter Floßhilde: Katharina Magiera
Fafner: Andreas Bauer
Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Oper Frankfurt / Das Rheingold - v.l.n.r. Kurt Streit (Loge) und James Rutherford (Wotan) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Das Rheingold – v.l.n.r. Kurt Streit (Loge) und James Rutherford (Wotan) © Barbara Aumüller

Nachdem der Vorabend der Tetralogie Der Ring des Nibelungen von Richard Wagner (1813-1883) am 2. Mai 2010 auf Jens Kilians bereits legendärer „Frankfurter Scheibe“ Premiere gefeiert hatte, waren sich Publikum und Presse einig, Zeugen eines verheißungsvollen Auftakts geworden zu sein. So urteilte die Kritikerin der Stuttgarter Nachrichten: „Vera Nemirova lässt es mächtig menscheln, Sebastian Weigle schafft zum analytischen Zugriff der Regisseurin eine zwingende musikalische Entsprechung, und unter den Sängern sind Kurt Streit als agiler, schneidend hell timbrierter Loge und Jochen Schmeckenbecher als enorm präzise sprechender und singender Alberich die Besten.“ SWR2 schloss sich an: „Fortsetzung folgt. Und die scheint vielversprechend zu werden, angesichts des außerordentlich ästhetischen, sängerdarstellerisch packenden Regiekonzepts, das Vera Nemirova in ihrem Rheingold vorgelegt hat.“ Nun ist die Produktion in ihrer vierten Wiederaufnahme an der Oper Frankfurt zu erleben, wobei geplant ist, dass sich der Ring in den kommenden Spielzeiten mit weiteren Einzelaufführungen der folgenden Tage erneut schließen soll.

Oper Frankfurt / Das Rheingold - v.l.n.r. Judita Nagyová (Wellgunde), Katharina Magiera (Flosshilde), Elizabeth Reiter (Woglinde) und Jochen Schmeckenbecher (Alberich) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Das Rheingold – v.l.n.r. Judita Nagyová (Wellgunde), Katharina Magiera (Flosshilde), Elizabeth Reiter (Woglinde) und Jochen Schmeckenbecher (Alberich) © Barbara Aumüller

Zum Inhalt: Am Beginn ruht das Rheingold, bewacht durch die drei Rheintöchter, auf dem Grund des Flusses. Der Zwerg Alberich muss der Liebe entsagen, um den Schatz rauben zu können. Aus dem Gold schmiedet er sich einen Ring, der ihm die Macht verleiht, die Welt zu beherrschen. Derweil entdeckt Göttervater Wotan den Raub des Goldes. Er hatte seinerzeit den Riesen Fasolt und Fafner für den Bau der Burg Walhall die Jugendgöttin Freia als Lohn versprochen, ohne diesen wirklich zahlen zu wollen. Der Feuergott Loge versucht, den beiden eine andere Belohnung anzubieten und macht sie auf den Schatz aufmerksam. Sie willigen in den Tausch ein und wollen Freia ziehen lassen, sobald sie das Gold erhalten haben. Wotan und Loge steigen nach Nibelheim hinab und überlisten dort Alberich, indem sie ihn dazu verleiten, sich mit Hilfe des von seinem Bruder Mime geschmiedeten Tarnhelms in eine Kröte zu verwandeln. Daraufhin wird Alberich von den Göttern gefangengenommen und nur unter Herausgabe des Schatzes wieder freigelassen. Als Alberich seine aussichtslose Lage erkennt, verflucht er den Reif. Die Macht der Verwünschung wird sogleich ersichtlich: Im Streit um die Teilung des Schatzes erschlägt Fafner seinen Bruder. Zuletzt warnt Erdenmutter Erda Wotan vor der Götterdämmerung.

Oper Frankfurt / Das Rheingold - v.l.n.r. Kurt Streit (Loge) und James Rutherford (Wotan) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Das Rheingold – v.l.n.r. Kurt Streit (Loge) und James Rutherford (Wotan) © Barbara Aumüller

Unter der musikalischen Leitung von GMD Weigle kommt es zu ausschließlich aus dem Ensemble stammenden Neubesetzungen, darunter Brandon Cedel (Donner), AJ Glueckert (Froh), Michael McCown (Mime), Andreas Bauer (Fafner), Sara Jakubiak (Freia), Tanja Ariane Baumgartner (Erda), Elizabeth Reiter (Woglinde) und Judita Nagyová (Wellgunde). Mit der Produktion vertraut sind neben den eingangs genannten Sängern auch James Rutherford (Wotan) – nunmehr als Gast – sowie Alfred Reiter (Fasolt), Claudia Mahnke (Fricka) und Katharina Magiera (Flosshilde) aus dem Ensemble.

Oper Frankfurt / Das Rheingold - v.l.n.r. AJ Glueckert (Froh), Brandon Cedel (Donner), Kurt Streit (Loge), James Rutherford (Wotan) und Statist der Oper Frankfurt © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Das Rheingold – v.l.n.r. AJ Glueckert (Froh), Brandon Cedel (Donner), Kurt Streit (Loge), James Rutherford (Wotan) und Statist der Oper Frankfurt © Barbara Aumüller

Wiederaufnahme: Freitag, 13. April 2018, um 19.30 Uhr im Opernhaus
Weitere Vorstellungen: 19., 22. April, 1., 6. Mai 2018
Alle Vorstellungen beginnen um 19.30 Uhr
Preise: € 15 bis 105 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Pressemeldung Oper Frankfurt

Oper Frankfurt –  Karten Hier
Karten Kaufen

Frankfurt, Oper Frankfurt, Capriccio von Richard Strauss, IOCO Kritik, 27.01.2018

Januar 30, 2018 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Oper, Oper Frankfurt

logo_oper_ffm.gif

Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Capriccio von Richard Strauss 

Eine Caprice, eine Laune mit doppeltem Boden

Von  Ljerka Oreskovic Herrmann

Die letzte Oper von Richard Strauss – 1942 mitten im Krieg uraufgeführt – ist eigentlich eine große Verbeugung an seine Librettisten, allen voran an Hugo von Hofmannsthal. Und dass trotz oder weil er sich als Komponist – zusammen mit seinem Dirigentenkollegen Clemens Krauss, der für Capriccio das Libretto schrieb – für die Musik als vorrangige Kunst entscheidet. Denn ein „Konversationsstück“, wie es Krauss nannte, muss zu verstehen sein, sonst nutzt die schöne Musik wenig. Und das Kunstprodukt Oper kann nur aus beiden Künsten bestehen – ein Fazit des Stückes.

Capriccio Laune oder Caprice, in der Musik bezeichnet es ein spielerisches Musikstück mit scherzhaftem Charakter – so hat Strauss sein Werk nicht umsonst genannt: Es geht um die humorvolle Rangordnung der Künste. Er lässt seine Caprice um 1775, als Gluck an der Pariser Oper war, spielen. Brigitte Fassbaender wollte es bei dem Scherzhaft-Spielerischen nicht belassen und einen trivialen Schluss vermeiden. Sie hat nach einem größeren, existentielleren Rahmen gesucht, sich aber eines Sujets angenommen, das, wie sie in der Opernbroschüre schreibt, „weltbewegend oder unumgänglich wichtig“ nicht sei und die Problematik darin bestand, eine Handlung zu kreieren. Sie entschied sich deshalb, das Kriegsjahr 1942 zum Ausgangspunkt ihrer Inszenierung zu machen. Soweit, so gut.

Oper Frankfurt / Capriccio - hier Camilla Nylund als Gräfin Madeleine © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt / Capriccio – hier Camilla Nylund als Gräfin Madeleine © Monika Rittershaus

Frankreich im zweiten Weltkrieg, als das Land sich in Kollaborateure mit den deutschen Besatzern, und der Résistance, den Gegnern, teilte. Die Stoßrichtung ist mehr als nachvollziehbar, ja geradezu plausibel und suggestiv, aber das Existentielle hätte noch ausgeprägter ausfallen können – oder sollen. Allein zwingend und damit die Handlung vorantreibend ist es somit nicht, denn der Rahmen wird sachte angedeutet und in feinen homöopathischen und sehr feinteiligen Dosen verabreicht. Einerseits ist es zwar durchaus wohltuend, dass es keine martialischen Aufmärsche gibt, andererseits kann dieser Handlungsrahmen all zu leicht übersehen werden, weil er sich in Details verliert. Das besetzte Frankreich ist so weit weg, wie die Entstehungszeit der Oper, nur die Kostüme verorten uns in dieser Zeit. Und die Wahl von Gräfin Madeleine Camilla Nylund ist eine erhabene, jedoch kühle und distanzierte Erscheinung – ist am Ende nicht wirklich eine. Da sie sich für keinen der beiden Künste – verkörpert durch die beiden Männer Olivier und Flamand – entscheiden kann oder will, nimmt sie die Baskenmütze und den Trenchcoat und zieht mit ihren Dienern – ja wohin? – wahrscheinlich zu einem klandestinen Treffen der Résistance. Weshalb es ausgerechnet sie, Angehörige einer Gesellschaftsschicht, die sich mit den deutschen Besatzern in der Regel zu arrangieren verstand, in den Widerstand ziehen soll, wird durch nichts begründet.

Oper Frankfurt /Capriccio - hier Ensemble © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt /Capriccio – hier Ensemble © Monika Rittershaus

Es ist das „Ungefähre“, was die detailreiche und gut geführte Personenregie, (leider) eben doch relativiert. Gräfin Madeleine flüchtet, nicht wie Strauss vor der Wirklichkeit in eine nicht mehr existierende Welt, nein, sie flüchtet aus ihrem Schloss in die Wirklichkeit – so ungefähr. Eine Beschreibung, die Brigitte Fassbaender in einem Interview auf die beiden Künstler gemünzt hat, aber genau das zeichnet ihre Inszenierung aus. Es bleibt im Vagen, obwohl sie die Verankerung ins Kriegsjahr 1942 als ihren Dreh- und eben Angelpunkt sieht. Denn diese Wirklichkeit dringt praktisch kaum in diese wohltemperierte und gut situierte Welt ein, auch wenn die links und rechts aufgebaute an einen Wintergarten erinnernde Gläserfensterfront Durchlässigkeit suggeriert. Nichts deutet auf den Krieg hin, außer dass der Sohn des Haushofmeisters mit Kriegsspielzeug spielt und dass in einer Ecke Koffer und Instrumentenkästen stehen, in denen Waffen versteckt sind, oder sich die Diener mit „Libération“-Plakaten hinter den Glaswänden aufstellen. Es sind behutsamen arrangierte Hinweise auf die Kriegszeit, das Bühnenbild zeugt vom Gegenteil: Schön ist der Theatervorhang, der immer weiter im wahrsten Sinne des Wortes in den Hintergrund gerät und beglaubigen soll, dass es am Ende nicht die schöne Kunst ist, die das Leben ausmacht.

Dieser Vorhang empfängt das Publikum zu Beginn, groß und prächtig schirmt er die Bühne erwartungsvoll ab. Johannes Leiacker, Bühnen- und Kostümbildner dieser Produktion, hat ihn in drei Größen entworfen und holt das Theater ins Theater. Das Publikum blickt, nachdem er sich hebt, auf den Wintergarten eines herrschaftlichen Hauses. Im Hintergrund ist der Vorhang – allerdings in kleinerer Variante – zu sehen und markiert dieses Mal die Bühne im Schloss der Gräfin Madeleine. Ein Tisch, einige Rattansessel, ein Cembalo, ein paar Pflanzen – mehr ist nicht notwendig, um dem Raum Leben einzuhauchen. Am Ende, als die Gräfin alleine – nun im Rokoko-Kleid für einen wunderbaren Moment eine ganze Epoche beschwörend, sie es dann zugunsten des Trenchcoats ablegen wird – auf der leeren Bühne zurückbleibt, ist das Theater bis zur Hinterbühne gerückt. Unwirklich entrückt wirkt es, und auch die Außenwelt bleibt außen vor – in dieses Ambiente wird sie nie Eingang finden, ganz egal, was draußen vor sich gehen mag.

Es sind die Sänger und Sängerinnen, die das Geschehen tragen und Daniel Schmutzhards Dichter Olivier, Alfred Reiters La Roche und Tanja Ariane Baumgartners Clairon stechen mit ihrer klaren Diktion hervor. AJ Glueckert als Flamand gibt einen wunderbar kapriziösen und durchaus verletzlichen Komponisten ab, während Oliviers Verletzungen anderer Natur sind: Er hatte eine Beziehung mit der großen Tragödin Clairon. Der Graf Gordon Bintner spielt den Bruder der Gräfin als einen leicht amüsierten, aber von der Welt unberührten Charakter – liebt die schöne Kunst und bandelt mit ihr – in Person der Clairon – an. Ein weiterer „Anbandler“ ist La Roche, der als gestandener Direktor und Regisseur sein Interesse an der jungen Balletteuse (Katharina Wiedenhofer) ganz ungeniert bekundet, sich dabei als einziger imstande sieht, den Zwist zu beenden und zusammen zu führen: Was wäre die Oper ohne Regisseur, er lässt das Werk erst auf der Bühne lebendig werden – Punkt! Kunst ist schön. Künstler wie das italienische Sängerpaar – Sydney Mancasola und Mario Chang – gehören allerdings nicht dazu, denn nach der Darbietung müssen sie am Katzentisch Platz nehmen, der Kuchen wird ihnen gar nicht erst gereicht, so dass sie ihn selbst „organisieren“. Nachdem fast alle nach Paris gefahren sind, taucht der vermeintlich verschlafene Souffleur, Monsieur Taupe, gespielt von Graham Clark, auf – vielleicht ist er ein Spitzel, der den Ort nun inspiziert. Abschließend seien noch Gurgen Baveyan als Haushofmeister und die wunderbaren acht Diener erwähnt: Isaac Lee, Lukas Eder, Jaeil Kim, Iain MacNeil, Miroslav Stricevic, Jonas Boy, Erik Reinhardt und Thesele Kemane sowie der Sohn des Haushofmeisters: Filip Niewiadomski.

Oper Frankfurt / Capriccio - hier Graham Clark als Monsieur Taupe und Gurgen Baveyan als Haushofmeister © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt / Capriccio – hier Graham Clark als Monsieur Taupe und Gurgen Baveyan als Haushofmeister © Monika Rittershaus

Zuverlässig wie immer am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters ist Sebastian Weigle, GMD der Oper Frankfurt und ausgewiesener Strauss-Kenner, der den satten Strauss-Ton pflegt. Doch die Welt der Kultur, der Oper und Dichtung, die Richard Strauss so liebte, diese Welt war nicht erst 1942 dem Untergang geweiht. Ein großer Erfolg für alle Beteiligten, die mit einhelligem Applaus bedacht wurden. Ein interessanter Abend, der lange nachwirkt.

Capriccio an der Oper Frankfurt; weitere Vorstellungen 28.1.; 1.2.; 10.2.; 18.2.2018

 Oper Frankfurt – Alle Karten Hier
Karten Kaufen

Frankfurt, Oper Frankfurt, Premiere CAPRICCIO von Richard Strauss, 14.01.2018

Dezember 29, 2017 by  
Filed under Oper, Oper Frankfurt, Premieren, Pressemeldung

logo_oper_ffm.gif

Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

 CAPRICCIO von Richard Strauss

Premiere Sonntag, 14. Januar 2018  18.00 Uhr

Konversationsstück für Musik, Text  Clemens Krauss und Komponisten

Oper Frankfurt / Camille Nylund © anna.s

Oper Frankfurt / Camille Nylund © anna.s

Mit seiner letzten, am 28. Oktober 1942 im Münchner Nationaltheater uraufgeführten Oper Capriccio legte Richard Strauss (1864-1949) sein musikdramatisches Vermächtnis vor. Eingebettet in die Geschichte von einer Frau zwischen zwei Männern werden zwei entgegengesetzte musiktheoretische Positionen erörtert: Erst die Worte, dann die Musik. Oder ist es eher umgekehrt? Prima le parole – dopo la musica! hieß bereits das Libretto des Abbé Giambattista Casti, welches – von Antonio Salieri vertont – 1786 im Wettstreit mit einem Werk von Wolfgang Amadeus Mozart erstmals aufgeführt wurde. Dieses Sujet bietet die Grundlage des Librettos, das vornehmlich Clemens Krauss, der Dirigent der Uraufführung, für seinen Freund Strauss einrichtete und mit Zitaten berühmter Autoren wie z.B. Ronsard und Metastasio anreicherte. Musikalische Vorbilder waren hauptsächlich Strauss’ „Hausgötter“ Mozart und Wagner. Die letzte Frankfurter Inszenierung von Capriccio feierte in der Regie von Ekkehard Grüber und unter der musikalischen Leitung von Ralf Weikert am 24. März 1979 Premiere.

Gräfin Madeleine empfängt in ihrem Schloss nahe Paris eine Künstlerschar, darunter den Musiker Flamand und den Dichter Olivier. Beiden gleichermaßen zugetan entsteht ein Streit darüber, welche der beiden Künste die wichtigere sei. Am Ende kommt man zu dem Resultat, dass beide Formen gerade in ihrer Kombination die maximale Wirkung entfalten. Diese Aussicht versetzt die Gräfin kurz vor dem Souper in heiterste Laune…

Oper Frankfurt / Sebastian Weigle © Wolfgang Runkel

Oper Frankfurt / Sebastian Weigle © Wolfgang Runkel

Oper Frankfurt /KS Brigitte Fassbaender © Richard-Strauss-Festival

Oper Frankfurt /KS Brigitte Fassbaender © Richard-Strauss-Festival

Unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor und Strauss-Spezialist Sebastian Weigle kehrt Brigitte Fassbaender nach ihrer stark akklamierten Sicht auf Strauss’ Ariadne auf Naxos und Brittens Paul Bunyan zurück nach Frankfurt. Die Sängerin und Regisseurin wurde kürzlich mit dem Echo Klassik 2017 für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Die finnische Sopranistin Camilla Nylund (Gräfin) ist regelmäßiger Gast an den großen Opernbühnen weltweit. In Frankfurt war die Dresdner Kammersängerin zuletzt u.a. als Strauss’ Ariadne zu erleben. Der renommierte britische Tenor Graham Clark (Monsieur Taupe) kehrt nach Frankfurter Engagements als Narr in Reimanns Lear und als Hauk-Šendorf in Janáceks Die Sache Makropulos zurück an den Main. Die übrigen Hauptpartien sind mit Ensemblemitgliedern der Oper Frankfurt besetzt, darunter Gordon Bintner (Der Graf), AJ Glueckert (Flamand), Daniel Schmutzhard (Olivier), Alfred Reiter (La Roche), Tanja Ariane Baumgartner (Clairon), Sydney Mancasola (Eine italienische Sängerin) und Mario Chang (Ein italienischer Tenor).

Premiere: Sonntag, 14. Januar 2018, um 18.00 Uhr, Weitere Vorstellungen: 18., 20., 24., 26., 28. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren) Januar, 1., 10., 18. Februar 2018

Pressemeldung Oper Frankfurt

 Oper Frankfurt –  Karten Hier
Karten Kaufen

Berlin, Staatsoper Unter den Linden, Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck, 08.12.2017

Staatsoper unter den Linden

Staatsoper Unter den Linden - Im Traum © Max Lautenschläger

Staatsoper Unter den Linden – Im Traum © Max Lautenschläger

Nach vielen Jahren – Hänsel und Gretel an der Lindenoper

8. Dezember 2017: Nach 54 Jahren gibt es erstmals wieder eine Neuproduktion von Engelbert Humperdincks Hänsel und Gretel an der Staatsoper Unter den Linden – in einer Inszenierung von Achim Freyer und unter der musikalischen Leitung von Sebastian Weigle

Regisseur Achim Freyer © Monika Rittershaus

Regisseur Achim Freyer © Monika Rittershaus

Am 8. Dezember steht mit Engelbert Humperdincks Märchenspiel in drei Bildern Hänsel und Gretel in der Regie von Achim Freyer die zweite Premiere der Spielzeit an der Staatsoper Unter den Linden auf dem Programm. Die musikalische Leitung der Staatskapelle Berlin übernimmt Sebastian Weigle. In den Titelpartien sind Katrin Wundsam und Elsa Dreisig zu erleben. Die letzte Neuproduktion von Hänsel und Gretel, eine Inszenierung von Erich-Alexander Winds, feierte am 23. November 1963 Premiere an der Staatsoper Unter den Linden. Die 234. und letzte Vorstellung fand 33 Jahre später am 23. Dezember 1996 statt – seitdem wurde das Stück an der Staatsoper nicht mehr aufgeführt.

Humperdincks Werk überführt das bekannte Märchen in eine humorvolle Erzählung, die auch dank ihres kompositorischen Tiefgangs weit über die Ansprüche einer einfachen Kinderoper hinaus geht. Mit großer Poesie thematisiert sie die Ängste und Wünsche einer in ärmlichen Verhältnissen lebenden Familie, deren jüngste Mitglieder den Verlockungen der bösen Hexe widerstehen. Ein Stoff, der für den großen Künstler Achim Freyer geradezu wie gemacht scheint: In seiner kunstvoll-bunten Inszenierung für alle Altersklassen zeichnet er phantasiereich und mit Humor die Charaktere nach – nicht ohne darin auch Querverweise für die Erwachsenen zu verstecken und u. a. die Verführung von Kindern zum Konsum durch weltumspannende Konzerne zu thematisieren.

Staatsoper Unter den Linden Berlin / Figurinenentwurf der Knusperhexe zu Hänsel und Gretel © Achim Freyer

Staatsoper Unter den Linden Berlin / Figurinenentwurf der Knusperhexe zu Hänsel und Gretel © Achim Freyer

Achim Freyer ist Maler, Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner. Als Schauspielregisseur arbeitete Achim Freyer u. a. am Berliner Schlossparktheater, am Schiller Theater, am Berliner Ensemble sowie am Wiener Burgtheater. 1988 gründete er das Freyer-Ensemble, mit dem er eine vollkommen eigenständige Theatersprache entwickelte und zahlreiche eigene Stücke realisierte. Darüber hinaus wurden ihm u. a. der Nestroy Theaterpreis, der Hein-Heckroth-Bühnenbildpreis und das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. Mit seinem bildnerischen Werk ist er regelmäßig auf internationalen Ausstellungen vertreten, dazu zählten u. a. die documenta 6 und 8 in Kassel. An der Staatsoper Unter den Linden führte Achim Freyer u. a. 2008 Regie bei Peter Tschaikowskys Eugen Onegin sowie 2012 bei Rappresentatione di Anima et di Corpo von Emilio de’ Cavalieri. Bei der Inszenierung von »Il barbiere di Siviglia« von Ruth Berghaus, die 1968 Premiere an der Staatsoper feierte, bis heute auf dem Spielplan steht und im April 2018 wieder aufgenommen wird, zeichnete Achim Freyer für das genial-einfache Bühnenbild und die Kostüme verantwortlich. Auch bei der Neuproduktion von »Hänsel und Gretel« ist Achim Freyer nicht nur als Regisseur, sondern auch für das Bühnenbild und die Kostüme verantwortlich.

Sebastian Weigle studierte Horn, Klavier und Dirigieren an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. 1982 wurde er zum 1. Solohornisten der Staatskapelle Berlin ernannt. Nach 15 Jahren als Orchestermitglied war er von 1997 bis 2002 Staatskapellmeister an der Berliner Staatsoper. Von 2004 bis 2009 war er als Chefdirigent am Gran Teatre del Liceu in Barcelona tätig.Nach mehreren erfolgreichen Produktionen an der Oper Frankfurt wurde Sebastian Weigle mit Beginn der Spielzeit 2008/09 dort zum Generalmusikdirektor berufen. An der Staatsoper Unter den Linden dirigierte Sebastian Weigle zuletzt 2015 die Premiere von Der Freischütz in der Regie von Michael Thalheimer.

Die Rolle des Hänsel übernimmt die österreichische Mezzosopranistin Katrin Wundsam, als Gretel ist Elsa Dreisig zu erleben, die seit dieser Spielzeit fest zum Ensemble der Staatsoper Unter den Linden gehört und in der Saisoneröffnungspremiere »Zum Augenblicke verweile doch! Szenen aus Goethes Faust« als Gretchen auf der Bühne stand. Zum weiteren Ensemble zählen in wechselnder Besetzung  Natalia Skrycka, Evelin Novak sowie Roman Trekel, Arttu Kataja, Marina Prudenskaya, Anna Samuil, Jürgen Sacher, Stephan Rügamer, Corinna Scheurle und Sarah Aristidou. Es singt darüber hinaus der Kinderchor der Staatsoper Unter den Linden (Einstudierung: Vinzenz Weissenburger).

Zur Einstimmung auf die Premiere findet am Sonntag, den 26. November um 11 Uhr im Apollosaal der Staatsoper Unter den Linden ein Künstlergespräch statt – mit Achim Freyer, Sebastian Weigle und Elena Garcia Fernandez (Dramaturgie). Katrin Wundsam und Elsa Dreisig werden einen musikalischen Einblick in das Werk geben, begleitet von Pianist Markus Appelt. Die Matinee wird moderiert von der Dramaturgin Larissa Wieczorek. Der Eintritt ist frei.

Am 16. Dezember veranstaltet die Junge Staatsoper um 14 Uhr anlässlich der Premiere einen Familienworkshop, bei dem sich Kinder von 8 bis 14 Jahren und ihre Eltern (bzw. Großeltern oder Paten) gemeinsam auf den Besuch einer Vorstellung vorbereiten können. Am 23. und 29. Dezember finden jeweils um 15 Uhr zwei Familienvorstellungen von Hänsel und Gretel statt, bei denen Kinder und junge Erwachsene unter 18 Jahren auf allen Plätzen nur 10 Euro zahlen, für die Eltern gilt der Originalpreis. PMStUdL

Hänsel und Gretel an der Staatsoper Unter den Linden: Premiere 8.12.2017, weitere Vorstellungen 11.12.2017, 12.12.2017, 23.12.2017, 25.122.2017, 29.12.2017

 Staatsoper Unter den Linden – Karten Hier :
Karten Kaufen

Nächste Seite »