Hagen, Theater Hagen, Premieren September – Oktober 2019, IOCO Aktuell

August 13, 2019 by  
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Theater Hagen

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

 

Theater Hagen :  Premieren September – Oktober 2019


CARDILLAC   –  Oper von Paul Hindemith in drei Akten, Erstfassung von 1926,  Libretto von Ferdinand Lion nach der Erzählung Das Fräulein von Scuderi von E.T.A. Hoffmann   – In deutscher Sprache mit Übertexten

Premiere: Samstag, 21. September 2019, 19.30 Uhr | Großes Haus

Schmuck verkaufen und den Käufer dann hinterrücks ermorden, um Schmuck und Geld behalten zu können, klingt nach einem profitablen Geschäftsmodell. Doch der Goldschmied Cardillac mordet nicht aus Geldgier – er kann nur nicht ertragen, dass ‚sein’ Schmuck nicht mehr bei ihm ist: Der Künstler wird zum Psycho-Serientäter, und eine Stadt sucht einen Mörder. E.T.A. Hoffmann hat mit seiner Erzählung Das Fräulein von Scuderi den Stoff für diesen Krimi geliefert, den Paul Hindemith in den 1920er Jahren, zur Zeit von „Bauhaus“ und „neuer Sachlichkeit“, vertont hat.

Regisseur Jochen Biganzoli, der mit seiner Hagener Inszenierung von Wagners Tristan und Isolde deutschlandweit für Aufsehen sorgte, sieht den Goldschmied Cardillac als eine Art Kunst-Terrorist, der (zu) radikale Antworten auf die Frage nach dem Sinn von Kunst sehr praktisch ausprobiert. So macht die Hagener Inszenierung unter der Krimi-Handlung die Radikalität eines Kunst-Streits sichtbar, die selbst im Bauhaus-Manifest von Walter Gropius von 1918 schon als religiöser Eifer aufschien: „Wollen, erdenken, erschaffen wir gemeinsam den neuen Bau der Zukunft […] als kristallenes Sinnbild eines neuen kommenden Glaubens.“

Die Aufführungen von Hindemiths Cardillac sind Teil des „Bauhaus-Jahres“ 2019 in Hagen, wo an vielen Gebäuden der Anspruch dieser frühmodernen Kunstschule zu begutachten ist. Und dass dieser Anspruch weit über das Bauen hinausreichte, wird am Theater nun in einem Genre erlebbar, das mit Architektur gar nichts zu tun hat: das durch Klang ausgedrückte Drama, die alle Sinne fesselnde Oper.

Generalmusikdirektor Joseph Trafton wird die von der Musikwissenschaft tatsächlich auch schon als „Bauhaus-Barock“ bezeichnete Partitur effektvoll zum Klingen bringen. Denn trotz Hindemiths frühmoderner Vorliebe für Abstraktion und Stilisierung ist diese Musik doch ganz auf den fesselnden Effekt im Ablauf eines spannenden Psycho-Krimis konzentriert. Wieder einmal wird im Theater Hagen Außerordentliches zu erwarten sein!

Musikalische Leitung Joseph Trafton | Inszenierung Jochen Biganzoli | Bühne Wolf Gutjahr | Kostüme Katharina Weissenborn | Licht Hans-Joachim Köster | Dramaturgie Francis Hüsers | Mit Thomas Berau (Der Goldschmied Cardillac), Milen Bozhkov (Der Offizier), Angela Davis (Die Tochter), Veronika Haller (Die Dame), Kenneth Mattice (Der Führer der Prévôté), Thomas Paul (Der Kavalier), Ivo Stánchev (Der Goldhändler) | Chor und Extrachor des Theaters Hagen | Statisterie des Theaters Hagen | Philharmonisches Orchester Hagen

Weitere Vorstellungen: 3.10. (18.00 Uhr); 18.10. (19.30 Uhr); 10.11. (15.00 Uhr); 13.11.2019 (19.30 Uhr); 10.1. (19.30 Uhr); 16.1. (19.30 Uhr); 26.1.2020 (18.00 Uhr)

Werkstatt-Probe (Einführungsveranstaltung): 16.9.2019, 18.15 Uhr, Theatercafé/Großes Haus,  Die Stunde der Kritik: 18.10.2019, im Anschluss an die Vorstellung, Theatercafé

b   –   Eine LiveMusikKlassikerShow nach dem Drama von Georg Büchner
In einer Fassung von Anja Schöne • Ab 14 Jahren
Schulvorstellungen besonders empfohlen für die Klassen 9-13

Premiere: SAMSTAG, 28. SEPTEMBER 2019, 19.30 Uhr | Lutz

Ein Radiomoderator hat jahrelang Anrufe von Menschen entgegengenommen, die seinen Rat suchten. Nun feiert er seine letzte Sendung und will seinen Abschied stimmungsvoll mit einer Liveband begehen. Doch da ruft ein gewisser Woyzeck an und stammelt, er habe seine Freundin Marie ermordet. Wegen des Tambourmajors, der Erbsen und der Stimmen in seinem Kopf. Statt der Feier beginnt eine musikalische Untersuchung, die die Geschehnisse rund um den Mord aufrollt.

Büchners radikales Fragment über Macht und Ohnmacht, Willensfreiheit und Fremdbestimmung und das gewalttätige Potential derer, die sich ausgeschlossen und ausgenutzt fühlen, verwandelt sich auf der Lutz-Bühne in das entlarvende Porträt einer unmenschlichen Gesellschaft, nah an Büchner und doch ganz im Heute.

Inszenierung Anja Schöne | Bühne Jeremias H. Vondrlik | Kostüme Sabine Kreiter | Musik Basil Weis | Dramaturgie Anne Schröder | Mit Justin Benedict Dörpinghaus, Kristina Günther, Aischa-Lina Löbbert, Björn Lukas, Basil Weis

Weitere Vorstellungen: 25.10.2019 (19.30 Uhr); 20.3. (19.30 Uhr); 25.4. (19.30 Uhr); 19.5.2020 (19.30 Uhr)

Schulvorstellungen: 1.10. (12.00 Uhr); 6.11. (12.00 Uhr); 8.11.2019 (12.00 Uhr); 18.3. (12.00 Uhr); 19.3. (12.00 Uhr); 28.4. (12.00 Uhr); 19.5.2020 (12.00 Uhr)

Diese Produktion wird vom Förderprojekt „Jeder Schüler ins Theater Hagen“ vom Theaterförderverein Hagen e.V. unterstützt, das einen kostenlosen Besuch für Schüler*innen im Klassen- oder Kursverband ermöglicht.

CASA AZUL  –  Inspired by Frida Kahlo
Ballett von Marguerite Donlon,   Komposition und musikalische Arrangements von Claas Willeke

Premiere: Samstag, 5. Oktober 2019, 19.30 Uhr, Großes Haus

Marguerite Donlon, neue künstlerische Leiterin des Balletts Hagen, hat sich für die Kreation von CASA AZUL intensiv mit Leben und Werk von Frida Kahlo auseinandergesetzt. „Schon zu Lebzeiten war sie eine Legende, heute ist sie zum Mythos geworden. Um durchzuhalten, malte sich Kahlo in ihren detailgenauen Selbstportraits die physischen und psychischen Leiden von der Seele. Durch das Malen überwand sie Schmerz, Liebesleid und Lebensverdruss. Kahlo malte buchstäblich um ihr Leben.“

Den transformatorischen Prozess ihrer inneren Phantasie-, Farb- und Gestaltwelten und die äußeren Zwänge ihres Lebens im „Korsett“, aber auch als eigenständige Frau im beginnenden 20. Jahrhundert in Tanz umzusetzen – die Poesie dieser großen Künstlerin bewegt zu gestalten, ihrem Leben nachzuspüren, ist eine wunderbare choreographische Herausforderung.

In der Casa Azul wurde sie geboren – im berühmten blauen Haus am Rande Mexico Cities ist sie auch 1954 verstorben. Kurz nach ihrem Tod hat ihr Ehemann, der Freskenmaler Diego Rivera, die Casa Azul als Museum der Öffentlichkeit übergeben.

Frida Kahlos intensives, kraftvolles wie kraftraubendes Leben ist geprägt von ihrem schier unbeugsamen Willen zu leben und zu überleben – eine kontinuierliche Selbstvergewisserung in einer von inneren und äußeren Brüchen bestimmten Lebenswelt. Ihre politischen Aktivitäten, die Rückbesinnung auf die indigene Kultur Mexikos, ihr politisches Bekenntnis zum Kommunismus, ihr Verständnis von freier Liebe zu beiden Geschlechtern, insbesondere aber die Liebe zu Diego Rivera, ihre zweifache Ehe mit dem berühmten Muralisten, ihre zahlreichen Aufenthalte in den USA und die Einladung des Surrealisten André Breton nach Paris, um nur einige Facetten ihres reichhaltigen Lebens hervorzuheben, verdeutlichen den unglaublichen Radius einer Frau, in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. „Ich necke den Tod und lache ihn aus, damit er mich nicht so leicht unterkriegt.“ Im Alter von 18 Jahren wurde Frida Kahlo durch einen tragischen Unfall in der Straßenbahn durch eine eiserne Griffleiste „wie ein Torerodegen den Stier durchbohrt“ für ihr Leben getroffen. Frida Kahlos den Blick bannende Selbstbildnisse bilden den Großteil ihres künstlerischen Schaffens. Sie, die „Krüppelin malt sich schön, von aristokratischer Eleganz, in boticellesker Malweise“, kleinformatig im Stuhl oder im Bett liegend, mit Spiegeln ausgestattet, um die Welt aufzunehmen. „Nichts ist für das Leben wichtiger als das Lachen. Lachen bedeutet Stärke, Selbstvergessenheit und Leichtigkeit. Tragödien sind dagegen albern.

Choreographie und Inszenierung Marguerite Donlon | Bühne, Video und Licht Ingo Bracke | Kostüme Markus Maas | Gesang und Gitarre Luis Gonzalez | Choreographische Assistenz Francesco Vecchione | Dramaturgie Waltraut Körver | Mit Brandon Alexander, Filipa Miranda Amorim, Gennaro Chianese, Peter Copek, Alexandre Démont, Ciro Iorio, Jeong Min Kim, Noemi Emanuela Martone, Federica Mento, Amber Michelle Neumann, Sara Peña, Dario Rigaglia

Weitere Vorstellungen 11.10. (19.30 Uhr); 20.10. (15.00 Uhr); 27.10. (15.00 Uhr); 6.11. (19.30 Uhr); 17.11. (18.00 Uhr); 21.11. (19.30 Uhr); 27.12.2019 (19.30 Uhr); 18.1. (19.30 Uhr); 29.1. (19.30 Uhr); 22.2. (19.30 Uhr); 29.3. (18.00 Uhr); 18.4.2020 (19.30 Uhr); Gastspiel in Siegen: 29.10.2019

WERKSTATT-PROBE (Einführungsveranstaltung): 30.9.2019, 18.15 Uhr, Großes Haus

DIE STUNDE DER KRITIK: 27.10.2019, im Anschluss an die Vorstellung, Theatercafé – Zu Gast: Dr. Marieluise Jeitschko


Pardauz  –  Ein TanzObjektTheaterSpaß von Anja Schöne und Ensemble • Ab 3 Jahren

Premiere: SAMSTAG, 19. Oktober 2019, 15.00 Uhr | Lutz

Zwei Performer*innen kugeln anarchisch verspielt auf die Bühne – pardauz – liegen sie da. Doch schon im nächsten Moment stehen sie wieder auf, verwandeln sich in bunte Dreiecke, umkreisen sich, kommen sich näher, werden zum Quadrat und pardauz – fällt alles auseinander. Gleich geht es weiter in spiralförmigen Sprüngen – bis zum nächsten pardauz.

In einem bunten TanzTheater mit Objekten schickt Regisseurin Anja Schöne ihr Ensemble auf die Spuren von Bauhaus und Dada und schafft ein mitreißendes Theaterspektakel für alle Generationen rund um die Erkenntnis, dass nach dem Fall immer vor dem Fall ist. Oder frei nach Hugo Ball „elifantolim brussala bulomen tromtata“.

Inszenierung Anja Schöne | Choreographie Jozsef Hajzer | Bühne und Kostüme Sabine Kreiter | Dramaturgie Jannica Hümbert | Es spielen, kugeln und fallen: Anne Schröder und Lilian-Felicitas Prudlo

Weitere Vorstellungen: 23.10. (10.00 Uhr); 27.12.2019 (15.00 Uhr); 26.1. (15.00 Uhr); 28.1. (10.00 Uhr); 29.2. (15.00 Uhr); 5.4.2020 (15.00 Uhr)


DER GRAF VON LUXEMBURG  –  von Franz Lehár

Libretto von Robert Bodanzky, Leo Stein, Alfred Maria Willner,  In deutscher Sprache mit Übertexten

Premiere: SAMSTAG, 26. Oktober 2019, 19.30 Uhr, Großes Haus     

„Heut‘ noch werd‘ ich Ehefrau! Doch wer wird mein Mann? Bis jetzt weiß ich es nicht genau, egal! – Was liegt daran?“ (Angèle in  Der Graf von Luxemburg)

Zwei Menschen heiraten, ohne sich zu kennen und ohne sich während der Trauung sehen zu können: Diese Scheinehe ermöglicht Angèle zur Gräfin zu werden und nach der schon geplanten Scheidung eine standesgemäße Ehe mit dem Fürsten Basil eingehen zu können. Basil ist es auch, der dem Grafen René mit viel Geld davon überzeugt, zum „Heiratsgrafen“ zu werden. Der Graf von Luxemburg kann dieses Geld gut gebrauchen, schließlich hat er sein Vermögen „verjuxt, verputzt, verspielt, vertan“ und weiß nicht, wie er sein ausschweifendes Leben in Paris weiterhin finanzieren soll. Teil der Vereinbarung ist jedoch, dass René und Angèle sich nie kennenlernen. Es kommt zu einem zufälligen Treffen der beiden in der Oper, bei dem sie sich verlieben. Zunächst ist ihnen nicht bewusst, dass sie auf dem Papier bereits Mann und Frau sind. Doch als René erkennt, an wen er sein Herz verloren hat, stellt sich die Frage: Geld oder Liebe?
Franz Lehár gelang es 1909 mit dieser Operette an den sensationellen Erfolg von „Die lustige Witwe“ anzuknüpfen: Der Komponist schuf ein Meisterwerk der späten Wiener Operette voller mitreißender Melodien, Tempo und Witz. Bist du’s, lachendes Glück? – diese Frage treibt die Figuren um: Zwischen Pragmatismus und Hoffnung schwankend, versuchen sie ihren Gefühlen habhaft zu werden.
Nach seinen überaus beliebten Inszenierungen von Kiss me, Kate und „Blues Brothers“ kehrt der Regisseur Roland Hüve nun ans Theater Hagen zurück.

Musikalische Leitung Rodrigo Tomillo, Inszenierung Roland Hüve,  Bühne und Kostüme Siegfried E. Mayer,  Choreographie Eric Rentmeister,  Licht, Chor Wolfgang Müller-Salow,  Dramaturgie Rebecca Graitl, Mit Marilyn Bennett, Angela Davis, Olaf Haye, Kenneth Mattice, Cristina Piccardi, Richard van Gemert, Oliver Weidinger, Chor des Theaters Hagen, Extrachor des Theaters Hagen, Ballett Hagen, Philharmonisches Orchester Hagen

Weitere Vorstellungen: 31.10. (19.30 Uhr); 3.11. (18 Uhr); 8.11. (19.30 Uhr); 15.11. (19.30 Uhr); 23.11. (19.30 Uhr); 4.12. (19.30 Uhr); 14.12. (19.30 Uhr); 18.12. (19.30 Uhr); 31.12. (15.00 Uhr); 31.12.2019 (19.30 Uhr); 5.1. (15.00 Uhr); 15.1. (19.30 Uhr); 16.2.2020 (15.00 Uhr)

Werkstatt-Probe (Einführungsveranstaltung): Montag, 21.10.2019, 18.15 Uhr, Theatercafé/Großes Haus – Eintritt frei

Die Stunde der Kritik:  Sonntag, 3.11.2019, im Anschluss an die Vorstellung, Theatercafé – Eintritt frei


—| Pressemeldung Theater Hagen |—

Bayreuth, Bayreuther Festspiele 2019, Lohengrin – Richard Wagner, IOCO Kritik, 09.08.2019

August 9, 2019 by  
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Festspielhaus Bayreuth © Patrik Klein

Festspielhaus Bayreuth © Patrik Klein

Bayreuther Festspiele

 Lohengrin – Richard Wagner

– Aufregende Besetzungs-Scharade –

von Ingrid Freiberg

Richard Wagner © IOCO

Richard Wagner © IOCO

Lohengrin ist die wohl schönste (und nach Wagners eigenen Worten „allertraurigste“) Oper des Meisters. Während seiner Beschäftigung mit Tannhäuser fand Richard Wagner zum mittelalterlichen Stoff in Wolfram von Eschenbachs mittelhochdeutschem Versepos Parzival und erkannte in dem strahlenden Ritter sich selbst als einen von Gott gesandten und von der öden Welt missverstandenen Künstler. So lässt sich Lohengrin auch als Seelen- und Künstlerdrama begreifen. Das Frageverbot Lohengrins kommt geradezu dem göttlichen Verbot des Genusses der Früchte vom Baum der Erkenntnis im Alten Testament gleich. Indem Elsa das Verbot bricht, landet Wagner einmal mehr bei der Ur-Schuld des Weibes. Elsas Gegenspielerin Ortrud ergeht es durch Wagners Behandlung auch nicht besser: Mit ihrer Zerstörung verweigert Richard Wagner, ein reaktionärer Anhänger der „Revolution von oben“,  den Frauen jegliches Recht auf Einmischung in Politik und Kunst.

Bayreuth 2018 – Lohengrin – Interview mit Regisseur Yuval Sharon
youtube Trailer der Bayreuther Festspiele 2018
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Die Uraufführung des Lohengrin, 1850 in Weimar, wurde von Wagners späteren Schwiegervater Franz Liszt geleitet. In Weimar konnte der Komponist nicht beiwohnen, da er wegen Mitbeteiligung an den revolutionären Aufständen steckbrieflich gesucht wurde und sich ins Schweizer Exil begeben hatte. Erst 1861 erlebte er erstmals eine (unbefriedigende) Aufführung des Lohengrin in Wien.

Erlösung – durch Lohengrin, den Sohn des Parzival

Eine in Bedrängnis geratene Thronerbin, eine verleumderische Gegenspielerin, ihr willfähriger Gemahl und ein König aus alter deutscher Zeit – das sind die Beteiligten an einem Konflikt, der nicht nach Lösung, sondern nach Erlösung verlangt. Diese soll der Schwanenritter Lohengrin, der Sohn Parzivals, bewirken, ausgesandt vom heiligen Gral, um der des Brudermordes angeklagten Elsa von Brabant in einem Gottesgericht beizustehen. Die Bedingung dafür ist Vertrauen. „Nie sollst du mich befragen“, fordert Lohengrin von seiner Schutzbefohlenen.

Schon das Vorspiel zum ersten Akt offenbart das kompositions- und orchestrierungstechnische Genie Wagners.Wir haben hier in der Tat ein gewaltiges, langsames crescendo, welches, auf dem höchsten Grade der Klangfülle angelangt, im umgekehrten Sinne sich zu einem Ausgangspunkte zurückwendet und in einem fast unhörbaren Säuseln endigt… für mich ist es ein Meisterwerk.“ (Hector Berlioz) Obwohl das Drama ganz vom Text her erschlossen und musikalisch durchgestaltet ist, lassen sich in der durchkomponierten Großform eingebettete „Nummern“ erkennen, wie Elsas Traumerzählung „Einsam in trüben Tagen“, Elsas Szene „Euch Lüften, die mein Klagen“ und das anschließende Duett mit Ortrud, das in der unübertrefflich schönen Phrase endet „Es gibt ein Glück, das ohne Reu‘ “, der Brautchor im dritten Akt, die Liebesszene im Brautgemach „Wir sind allein“ und Lohengrins Gralserzählung „In fernem Land“.

Elsa – emanzipiert von männlichen Dogmen und Ritualen

Für das Regiekonzept von Yuval Sharon sind vor allem die starken Frauenfiguren, Elsa und Ortrud, prägend und wie diese sich von blindem Gehorsam emanzipieren können. Er versucht darzulegen, wie verführbar Menschen durch Religion und Spiritualität sind, inwieweit leben sie sie oder lassen sie sich durch spirituelle Führer verführen? Verkörpert am Ende eine neue Generation in Gestalt von Elsas Bruder Gottfried die Hoffnung auf eine bessere Welt?

Dieser Konflikt zeigt sich schon in der ersten Szene mit König Heinrich. Der erste Satz des Chors ist „Wir geben Fried und Folge dem Gebot“. Ein Scheingericht gegen Elsa schließt sich an. Im 1. Aufzug erscheint Lohengrin noch zweifelsfrei positiv und rettet sie. Je länger Lohengrin in dieser Welt bleibt, desto korrumpierbarer und schmutziger wird er –  bis Elsa das am Ende nicht mehr aushalten kann und das Frageverbot missachtet. Das ist laut Yuval Sharon eine mutige tapfere Tat – ein Aufbegehren, nicht zerstörerische Neugier… Der durch Neo Rauch und Rosa Loy stark vorgegebene Rahmen führt allerdings zu einer etwas statuarischen Inszenierung, liefert eine Traumatmosphäre, das Unterbewusstsein zeigt skurrile Bilder…

 Bayreuther Festspiele 2019 / Lohengrin - hier : Klaus Florian Vogt als Lohengrin, das Bühnenbild ganz in Delfter Blau gehüllt © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele 2019 / Lohengrin – hier : Klaus Florian Vogt als Lohengrin, das Bühnenbild ganz in Delfter Blau gehüllt © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Versinken in ein Gemälde

Obwohl Neo Rauch, ein international erfolgreicher deutscher Maler und der bedeutendste Vertreter der sogenannten Neuen Leipziger Schule, zusammen mit Rosa Loy, die sich mit dem Mysterium der Frau, der neuen Weiblichkeit und der neuen Romantik beschäftigt, noch nie ein Bühnenbild bzw. Kostüme für ein Theater kreiert haben, tragen beide diese Produktion entscheidend mit. Für Bühnenbild und Kostüme des männlichen Personals zeichnet Neo Rauch verantwortlich, Rosa Loy für die Kostüme der Frauen. Das Bühnenbild birgt Assoziationen an die flämische Malerei des 17. Jahrhunderts. Das Delfter Blau der Dekorationen hat Rosa Loy und Neo Rauch dazu inspiriert, für die Kostüme altniederländische Hauben und Krägen nach dem flämischen Maler Anthonis van Dyck zu kreieren… und romantisch blaue Wolkenformationen und Landschaftsszenerien zu malen. Mitten auf der Bühne steht – surreal – ein verlassenes Umspannwerk. Viele Figuren haben Flügel. Im Hintergrund ragen schemenhaft Felsen auf, es gibt Blitze, es geht um Licht und Dunkel. Wasser spielt eine Rolle, Sumpf, Schilf… Das Versinken in das Gemälde lässt der Musik Wagners nachhaltigen Raum. Ein wohltuendes Erlebnis in der oft mit Videos überfrachteten Theaterszene.

Aufregende Besetzungs-Scharade

Die Wiederaufnahme des Bayreuther Lohengrin 2019 wartet mit einem Novum auf: Lohengrin und Elsa sind in dieser Saison doppelt besetzt. Christian Thielemann, Musikdirektor der Bayreuther Festspiele, sieht dies als positiven Wettbewerb. Letztes Jahr gab es große Anerkennung für Piotr Beczala, der für Roberto Alagna eingesprungen war. 2019 singt er wieder, aber nicht alle Vorstellungen. Klaus Florian Vogt, der in Bayreuth „die Institution Lohengrin“ schlechthin ist, teilt sich mit ihm die Auftritte. Das hat durchaus Reizvolles. Die Partie der Elsa sollte ursprünglich Krassimira Stoyanova singen, die erkrankte; für sie wurde Camilla Nylund gefunden. Für zwei Vorstellungen war Anna Netrebko verpflichtet, die jedoch kurzfristig absagte… Die Scharade geht noch weiter: Annette Dasch wird nun in zwei Aufführungen die Elsa singen und Thomas J. Mayer ersetzt den erkrankten Tomasz Konieczny als Telramund. Und damit der Aufregung nicht genug, Elena Zhidkova ersetzt Elena Pankratova als Ortrud. Christian Thielemann sprach zu Beginn der Festspiele von einer „Super-Werkstatt Lohengrin, das hat sich nun in aufregender wie überraschender Hinsicht bewahrheitet!

Trotz aller Widrigkeiten lässt sich über die Aufführung am 3. August 2019 fast ausnahmslos in den höchsten Tönen schwelgen, Sängerensemble, Orchester und Chor musizieren auf beeindruckendem Niveau und verbinden sich zu einer homogenen Gesamtleistung wie man sie nicht oft erleben darf. Trotz der Umbesetzungen ist dieser Abend ein Fest!

Georg Zeppenfeld, derzeit nicht nur als wortprägnanter König Heinrich in der vordersten Liga, veredelte mit balsamischem sonoren Wohllaut seines Luxus-Basses die Königsfigur und beglückte mit exzellenter Klarheit und perfekter Rollenidentifikation.

Bayreuther Festspiele 2019 / Lohengrin - hier : Camilla Nylund als Elsa von Brabant, Ensemble © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele 2019 / Lohengrin – hier : Camilla Nylund als Elsa von Brabant, Ensemble © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Der Tenor von Klaus Florian Vogt ist voluminöser geworden, mit durchaus sensiblen Seiten, schwankend zwischen Machismo-Ansprüchen an das männliche Geschlecht und einem Hauch von Selbstzweifeln, eine stimmlich und darstellerisch hervorragend gelungene Durchdringung des eben nicht nur edlen Charakters des Titelhelden. Er ist ohne Zweifel die Personifizierung des Lohengrin schlechthin. Seine Leistung kulminiert in einer fantastisch klar intonierten Gralserzählung gegen Ende des dritten Aufzugs. Seine Stimme klingt viril und kann durchaus autoritär das Frageverbot verkünden oder sich als Führer der Brabanter ausrufen. Man hört die „heldischen“ Passagen selten so klangschön. Seine Stimme und seine Ausstrahlung vereinigen alle Parameter zur idealen Gestaltung des Gralsritters. Sein tragfähiger, klarer Tenor, seine perfekte Diktion, das hell-silberne Timbre, seine Phrasierungskunst wie auch die Fähigkeit zu heldisch-dramatischen Ausbrüchen beglücken. In seiner Darstellung des Schwanenritters spannt er den Bogen vom unnahbaren Gottwesen bis zum einsamen, Liebe und Anerkennung suchenden Mannes, der als missbrauchte Reflektionsfigur an den unabänderlichen Verhältnissen scheitert. Vogts „In fernem Land, unnahbar euren Schritten“ ist ein glanzvoller Höhepunkt des Abends.

Sechs gestandene Wagner-Sänger*innen teilen sich im Lohengrin die Hauptrollen. Neu im Ensemble und erst kurz vor der Wiederaufnahme eingesprungen ist Camilla Nylund als Elsa. In der Traumerzählung überzeugt sie mit berührend zarten Farben. Sie singt die Partie mit berückend schönem, ganz leicht eingedunkeltem Timbre. Strahlend und licht schwingt sich ihre wunderbar sicher geführte Sopranstimme auf, brilliert im Duett mit Ortrud und in der Brautgemachszene mit Lohengrin mit berührender Intensität, einer Intensität, die sie auch in der Darstellung erreicht.

Ortrud – Elena Zhidkova ist ein Glücksgriff

Vor Vorstellungsbeginn wird mitgeteilt, dass Elena Zhidkova – nach kurzer Einweisung – die Rolle der Ortrud übernimmt und nicht, wie zuvor angekündigt .Elena Pankratova. Elena Zhidkova ist  ein absoluter „Glücksgriff“! Mit großer stimmlicher Attacke porträtiert sie Ortrud als intrigante, machtgeile, giftige Gegenspielerin von Elsa von Brabant. Sie ist die dunkle Zauberin, die Kämpferin gegen das von Lohengrin verkörperte Patriarchat und verleiht dieser Figur eine ungemein packende Größe und Kraft. Überwältigend, mit punktgenau geführter Stimme und wohl dosierten dramatischen Ausbrüchen schleimt sie sich bei Elsa ein, um deren Psyche mit ihrem Gift durchtränken zu können. Dabei gestaltet sie ihre Einsätze zu regelrechten Feuerwerken mit eingebauten Vulkan-Ausbrüchen.

Bayreuther Festspiele 2019 / Lohengrin - hier : Klaus Florian Vogt als Lihengrin und Camilla Nylund als Elsa von Brabant © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Bayreuther Festspiele 2019 / Lohengrin – hier : Klaus Florian Vogt als Lihengrin und Camilla Nylund als Elsa von Brabant © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Egils Silins singt an diesem Abend Heerrufer und Telramund

Mit „Seht da, den Herzog von Brabant!“ ruft Egils Silins, ein markant respekteinflößender Heerrufer des Königs, klangvoll und nobel zur Versammlung der Ritter auf. Ausdrucksvoll, mit kernig-kräftigem Bariton, zuweilen auch mit ungewöhnlich hintergründigen Tönen, verleiht er der Figur mehr Charakter als üblich. Er wird zum „Hasardeur“, als er im 2. Aufzug eine zusätzliche Aufgabe übernimmt und den inzwischen gänzlich indisponierten Tomasz Konieczny covert. Bereits mit seiner ersten Arie „Dank, König, dir, dass du zu richten kamst…“ lässt dieser wunderbar dramatische Bassbariton erkennen, dass er Probleme mit seiner Stimme hat. Egils Silins übernimmt die Rolle des Friedrich von Telramund. Den gelungenen Wechsel unterstützt auch das märchenhafte Bühnenbild: Kaum sichtbar und vollkommen überzeugend kann Silins, der immer mehr Tiefe bekommt und dabei durch sein völlig akzentfreies Deutsch besticht, übernehmen. Er ist ein geifernder Bösewicht wie aus dem Bilderbuch… und fängt das Malheur mit Bravour auf.

Der Chor der Bayreuther Festspiele (134 Personen!) überzeugt einmal mehr unter seinem langjährigen Leiter Eberhard Friedrich ohne jeden Abstrich, wird auch an diesem Abend stimmlich wie darstellerisch jeder Herausforderung gerecht und ist eine der tragenden Säulen der Aufführung…

Vollkommener Wagner-Klang

Silbrig-ätherische Klänge kann er ebenso zaubern wie atemberaubende Steigerungen: Christian Thielemann kennt – und kann seinen Wagner. Das zeigt sich gleich im Lohengrin-Vorspiel mit seiner mystischen Grals-Atmosphäre. Wie kein Zweiter beherrscht Thielemann die Finessen und Tücken der Bayreuther Akustik. Zwischen Debussy-hafter Zartheit und staatstragendem Pomp bietet sein Lohengrin perfekten Wagner-Klang. Das bestens vorbereitete Festspielorchester ist auf seinen Musikdirektor eingeschworen, bietet ihm lyrische Streichergesänge, warmes Holz und rundes, strahlkräftiges Blech. Wann hätte man die Bühnenmusik bei Wagner je so perfekt erlebt wie hier? Die ätherische A-Dur Sphäre des Vorspiels lässt er in blau-silberner Schönheit leuchten, in fein abgestuften Schattierungen von zarten piani – wie hingetupft – bis zum überschwänglichen Höhepunkt des Gralsthemas. Mit welch souverän unverkrampfter Lust sich Thielemann in das Wagner-Abenteuer begibt, ist eine Freude.

Minutenlanger, einhelliger Applaus mit dem in Bayreuth üblichen euphorischen „Getrampel“ zeigen, dass auch kulinarische Inszenierungen ihren Platz in den Herzen der Wagnerianer finden können.

—| IOCO Kritik Bayreuther Festspiele |—

Brüssel, Theatre Royal de la Monnaie, Das Märchen vom Zaren Saltan – Rimski-Korsakov, IOCO Kritik, 14.06.2019

Theatre Royal de la Monnaie Brüssel © Pierre Stubbe

Theatre Royal de la Monnaie Brüssel © Pierre Stubbe

Theatre Royal de la Monnaie

Das Märchen vom Zaren Saltan –  Nikolai Rimski-Korsakow

– Die Oper mit dem Hummelflug –

von Ingo Hamacher

Er hat es getan! Dmitri Tcherniakov hat gewagt, sich in seiner Brüsseler Inszenierung des Märchen vom Zaren Saltan, einer russischen Kultur-Ikone ersten Ranges, über alle Konventionen der Inszenierungs-Tradition hinweg zu setzen, und ein lebendiges, heutiges Stück mit Menschen aus Fleisch und Blut zu präsentieren. Dem Intendanten des Bolschoi-Theaters, der extra zur Generalprobe eingeflogen sei, habe der Atem gestockt: Es sei wunderschön, aber in Russland völlig undenkbar! Das Bühnenbild: 7 Küchenstühle.

Das Märchen vom Zaren Saltan  –  Nikolai Rimski/Korsakov
youtube Theatre Royal de la Monnaie
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Doch der Reihe nach:   „Das Märchen vom Zaren Saltan, von seinem Sohn, dem ruhmreichen und mächtigen Recken Fürst Gwidon Sohn des Saltan, und von der wunderschönen Schwanenprinzessin“, so der volle Name des Stückes, im Westen kaum gespielt, ist – ähnlich der Zauberflöte in Deutschland – regelmäßig auf allen russischen Spielplänen zu finden. Die Geschichte spielt in der Stadt Tmutarakan, was einerseits einen historischen Ort bezeichnet, andererseits im Russischen auch so viel wie „in der tiefsten Provinz“ bedeutet.

Der mächtige Zar Saltan lässt sich von hinterlistigen Frauen betrügen und verurteilt seine verleumdete Frau mit ihrem neugeborenen Sohn zum Tode. Doch die beiden können sich retten. Das Kind reift zum Mann und ist in allem das Gegenteil seines Vaters. Der Zarensohn rettet einen Schwan aus Todesnot. Der Schwan schenkt dem Zarewitsch eine Stadt, ein goldene Nüsse knackendes Eichhorn und dreiunddreißig aus der Flut emporsteigende wehrhafte Recken. Dem um Liebe werbenden Jüngling aber schenkt sich der Schwan selbst in Gestalt einer Schwanen-Prinzessin. Der Ruhm des Paares und seiner Reichtümer dringt zum Zaren Saltan und lockt ihn zum Inselland Bujan, um dort die Wunder zu sehen. Das größte Wunder aber widerfährt Zar Saltan, als er die Totgeglaubten und reuevoll Betrauerten – Frau und Sohn – in die Arme schließen kann und Verzeihung findet.

Mit fünfzehn Werken ist die Oper Das Märchen vom Zaren Saltan im Schaffen Rimski-Korsakows das zentrale Genre und er selbst einer der produktivsten Komponisten des Mächtigen Häufleins. Die Gruppe der Fünf oder Das mächtige Häuflein war eine Gruppe russischer Komponisten des 19. Jahrhunderts. Die Komponisten schlossen sich 1862 in Sankt Petersburg zusammen. Ihr Ziel war die Förderung einer nationalrussischen Musik. Die Gruppe der Fünf setzte sich damit von russischen Komponisten ab, die sich stärker an westeuropäischen Vorbildern orientierten.

Theatre Royal de la Monnaie /  Das Märchen vom Zaren Saltan  - hier : C.Wilson als Babarikha, B.Bobro als Povarikha, S.M. Fisher als Tkatchikha, A. Jerkunica als Saltane, S.Aksenova als Militrissa, B.Volkov als Gvidon, O.Kulchynska als Schwan © Forster

Theatre Royal de la Monnaie /  Das Märchen vom Zaren Saltan  – hier : C.Wilson als Babarikha, B.Bobro als Povarikha, S.M. Fisher als Tkatchikha, A. Jerkunica als Saltane, S.Aksenova als Militrissa, B.Volkov als Gvidon, O.Kulchynska als Schwan © Forster

Rimski-Korsakow hatte das Glück, dass die meisten seiner Opern sehr bald nach der Partitur-Reinschrift an einer Bühne in Petersburg oder Moskau uraufgeführt wurde. Die unmittelbare Aufeinanderfolge von Komposition und klanglich-szenischer Realisation war eine wesentliche Bedingung für die Produktivität und das reformatorische Streben des Komponisten. Zentrale Uraufführungen fanden an einer Privatoper statt, an der künstlerisch bedeutende, national orientierte Bühnenbilder gestaltet wurden, die im Kontrast zu den feudal-kosmopolitischen Inszenierungsgepflogenheiten der großen zaristischen Operninstitute standen.

Das Opernschaffen des in seiner Zeit national wirksamen und auch international erfolgreichen Komponisten erfuhr nach seinem Tode eine Verfremdung hin zur volkloristisch-bunt gemalten Märchenerzählung, bzw. Schilderungen altrussischer Sitten und heidnischen Brauchtums. Hatte Rimsky-Korsakow noch lebendige Menschen des 19. und 20. Jahrhunderts vor Augen gehabt, wurden sie zunehmend zu folkloristisch aufgeputzten Puppen reduziert.  Zar Saltan: Weit mehr als ein Märchen!

Beziehung des Menschen zur Natur

Das naheyu alle Werke Rimskiy-Korsakows durchdringende Interesse am heidnischen Polytheismus entsprach dem Wunsch, der autoritär-monistische Zarismus möchte einer „vielgöttrigen“ Demokratie weichen. Einer erstarrten, von Zwängen und Gewalt beherrschten Gesellschaft wird die Natur als Alternative gegenüber gestellt. Der Wald, der See, das Meer, das Firmament werden zu Orten, an denen Elementargeister im freien Spiel ihrer Existenzformen zu finden sind, so z.B. die Schwanenprinzessin. Den Weg zu solchen Orten und Wesen aber suchen und finden nur Menschen, die eine Sehnsucht aus ihrer bisherigen Umwelt heraustreibt, wie z.B. Gwidon. Der lebendige Austausch zwischen Menschen und Phantasiewesen führt zu einer Erweiterung des Menschseins, zu der die versteinerten Mächtigen nicht fähig sind.

Theatre Royal de la Monnaie / Das Märchen vom Zaren Saltan - hier : B.Volkov als Gvidon © Forster

Theatre Royal de la Monnaie / Das Märchen vom Zaren Saltan – hier : B.Volkov als Gvidon © Forster

Frauen als (Domostroi-)Opfer und als Idealbilder

Iwan IV. (der Schreckliche, 1530 – 1584) veranlasste die Niederschrift eines Sittenkodex, der als Domostroi (Hausordnung) bekannt wurde und bis ins 20. Jahrhundert hinein Gültigkeit und Folgen haben sollte. Nach der Domostroi wurde die Frau auf gleicher Stufe wie das Vieh dem feudal-patriarchalischen Hausstand zugeordnet. Die für ihr ‚Versagen als Ehefrau’ (Geburt eines nicht normgerechten Kindes) mit dem Tode bestrafte Militrissa ist ein Beispiel für die vielen unter Knechtung leidenden Opfer. Dem gegenüber erscheint die befreite, geistig und sexuell emanzipierte Frau als Phantasiegestalt und Märchen- bzw. Elementarwesen, wie wir sie in der Schwanen-Zarewna als unabhängiges, freies Wesen finden.

Kritik an der Macht

Rimski-Korsakow wird nachgesagt, er habe sich keine Gelegenheit entgehen lassen, über die Macht zu lachen, verdeutlicht durch die marionettenhaft-beschränkte Musik, mit der er seine Mächtigen kennzeichnet, so eben auch den aufschneiderisch-prahlenden Ton des Zaren Saltan.

Das Bild der Schwanen-Prinzessin

In der bäuerlichen slawischen Kultur wurden über Jahrhunderte hinweg animistische und totemistische Vorstellungen gegen die mit der Zentralgewalt eindringenden monistische Religion reproduziert. Die Natur tritt als besondere, fremde und selbständige Größe in Erscheinung. Elementarkräfte – Wasser, Wind, Feuer – sowie Tiere erscheinen als Wesenheiten mit Verstandeskräften und Empfindungen, die sie dem Menschen vergleichbar machen, dem sie aber doch fremd bleiben. Es ist daher für Gwidon und seine Mutter nicht verwunderlich, wenn der Schwan mit Mädchenstimme spricht. Der Schwanenvogel muss nicht von einem Zauber befreit werden, er verwandelt sich auch nicht in eine Schwanhilde, sondern er wechselt einfach zu einer auch vorher schon immanenten Identität seiner Doppelexistenz: der Schwanen-Prinzessin.

Im Schlusschor wird dem Schwan gehuldigt, und in der Huldigung wird eine zusätzliche Bedeutung seiner Doppelexistenz ausgesprochen: als Schwan tummelte er sich glücklich im Meer, Mühsal erwartet ihn als Mensch. Die Entscheidung, eine Ehe einzugehen, wird nicht als befreiender Akt gefeiert, sondern der Schwanen-Prizessin und jetzigen Frau Gwidons wird Bewunderung dafür ausgesprochen, die Bürde des Mensch- und Frau-Seins auf sich zu nehmen.

Jedes Bild leitet Rimski-Korsakow mit aus dem Ton des altrussischen Jahrmarkttheaters aufgegriffenen Trompetenfanfaren ein. „Der Prolog und jeder Akt beziehungsweise jedes Bild heben mit derselben kurzen Trompetenfanfare an; sie will das Publikum auffordern, Ohren und Augen für das nun folgende Geschehen zu öffnen; eine Originelle und gerade für das Märchen geeignete Lösung“.  (Rimski-Korsakow)

Rimski-Korsakow hat für das Stück drei farbenprächtige sinfonische Orchestervorspiele komponiert. Der marionettenhafte Marsch des Orchestervorspiels zum I. Akt „Zar Saltan zieht in den Krieg“ ist zugleich die Musiksphäre der Figur des Saltan. In der „Meeresfahrt der Tonne“ (Orchestervorspiel zum II. Akt) verbindet sich der Klagelaut der Militrissa – das alte tradierte Seufzermotiv – mit dem Gesang der wiegenden Wellen und dem Blinken der Sterne und wird zu einer klagenden Stimme im Universum. Im Orchestervorspiel zum letzten Bild wird der Marionettenton im Tanzlied des Nüsse knackenden Eichhorn wieder aufgegriffen und mit dem Donnerton der aus dem Meer aufsteigenden Recken kontrastiert. Es vollzieht sich der Übergang des Schwans zur liebenden Zarewna.

 Theatre Royal de la Monnaie / Das Märchen vom Zaren Saltan / hier : S Aksenova als Militrissa, B.Volkov als Gvidon, O. Kulchynska als Schwan © Forster

Theatre Royal de la Monnaie / Das Märchen vom Zaren Saltan / hier : S Aksenova als Militrissa, B.Volkov als Gvidon, O. Kulchynska als Schwan © Forster

Auf all die Symbole und Bedeutungen, die sich in der Märchenvorlage von Alexander Puschkin und der Kompositionsarbeit von Rimski-Korsakov und seinem Librettisten Wladimir Belski finden – im Westen nie verstanden; im Osten mehrheitlich vergessen – verzichtet Dmitri Tcherniakov in seiner Produktion und reduziert das Stück auf einen zentralen Handlungskern: Eine alleinerziehende Mutter und einen Sohn, der in einer Traumwelt lebt. Eine verlassene Ehefrau und ihr autistischer Sohn.

Militrissa tritt in knielangem Rock und Pullover vor den eisernen Vorhang und berichtet von ihrem schweren Los als verlassene Ehefrau, alleinerziehend mit einem autistischen Sohn in Jogginghose und Sandalen, der mit niemandem außer ihr spricht und seinen Vater nie kennen gelernt hat. Auf dem Boden Spielzeuge: Die Puppe einer Schwanenprinzessin, ein orangenes Plastikeichhorn und 33 Zinnsoldaten. 7 Küchenstühle. Inzwischen sei er, der nur in der Welt seiner Märchen lebe, groß genug die Familiengeschichte zu erfahren. Und sie hoffe, eine Frau für ihn zu finden, die, wenn sie nicht mehr da sei, sich um ihren Sohn kümmern würde und ihn vielleicht sogar mit ihrer Liebe heilen würde. Träume einer besorgten Mutter. Mit den Bildern seiner Märchenwelt wolle sie ihm alles erklären.

Alain Altinoglu, der Klangzauberer aus Brüssel, verzichtet auf die einleitenden Trompetenfanfaren. Wir sehen schließlich kein Märchen, sondern den harten Lebensalltag einer überforderten Frau.

Das Märchen vom Zaren Saltan  –  Nikolai Rimski/Korsakov
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Prolog

Die Protagonisten der Familiengeschichte betreten die Bühne in comicartigen historisierenden russischen Kostümen. Nicht der Zar belauscht die 3 Schwestern, sondern es sind die 4 Frauen (die drei Schwestern und die verwitwete Mutter), die sich um die Gunst des attraktiven Mannes bemühen. Die Älteste, Powaricha, sagt, wenn sie Zarewna wäre würde sie dem Zaren ein riesiges Bankett geben, die Mittlere, Tkatschicha, würde ihm ein kostbares Gewand nähen, die Jüngste, Militrissa, aber meint, sie würde ihm einen Heldensohn gebähren. Daraufhin nimmt der Zar Militrissa zur Frau. Aus Missgunst und Eifersucht schmieden die Schwestern und Mütterchen Babaricha ein Komplott.

Erster Akt

Die im Prolog gesponnene Intrige wird in die Tat umgesetzt. Der Zar verlässt seine schwangere Frau um Krieg zu führen, derweil schicken die Schwestern (die inzwischen am Hof angestellt sind) einen Brief an ihn, in dem sie verkünden, die Zarin habe ein Monster geboren. Als die Zarin endlich froh verkündet einen Sohn zu haben, hat bereits ein Brief des Zaren den Hof erreicht, der befielt, Militrissa samt ihres vermeintlichen Monsterkindes in eine Fass zu stecken und dieses ins Meer zu werfen. Dem Befehl des Zaren wird Folge geleistet.

Zweiter Akt

Der Eiserne Vorhang hat sich gehoben, statt dessen begrenz nun ein weißes Tuch, das als Projektionsfläche für die folgenden Videos dient, den nur wenige Meter tiefen Bühnenraum. Zum Vorspiel des zweiten Akt treibt das Fass im stürmischen Meer umher, bis dass es ans Ufer der Insel Bujan gespült wird. Die Projektionen übersetzen uns das Bild in die Gegenwart: Die vom Mann verlassene Ehefrau mit ihrem kranken Kind ist hilflos den Launen und Bosheiten der eigenen Familie und der Gesellschaft ausgesetzt. Die rettende Insel, auf die Beide sich zurück ziehen, ist die Einsamkeit der eigenen kleinen Wohnung. Dort können die Verfolgten ungestört leben und gemeinsam ihre fantastischen Märchengeschichten ausspinnen, die der Sohn Gwidon so liebt.

Wir erleben in den wunderschönen, gezeichneten Traumfilmen wie ein Geier einen Schwan bedroht. Prinz Gwidon rettet den Schwan. Eine zunehmend verskribbelnde Projektion verdunkelt den Hintergrundvorhang, und wenn er sich plötzlich wieder erhellt, sehen wir in einem organisch geschwungenen in die Tiefe reichenden Höhlengebilde eine traumschöne Schwanen-Prinzessin, die ihm mit engelsgleicher Menschenstimme dankt und als Geschenk ein Königreich auf der Insel herbei zaubert/zeichnet und Gwidon zu dessen König macht.

Dritter Akt

Die Handelsschiffe des Zaren Saltans besuchen Gwidons Königreich. Dieser beklagt, seinem Vater nie begegnet zu sein. Der Schwan verwandelt ihn in eine Hummel, so dass er mit den Schiffen zum Zaren fliegen kann, um seinen Vater kennen zu lernen.   Hier kommt es zum berühmten „Hummelflug“.   In der Stadt des Zaren angekommen, erzählen die Seeleute von Gwidons wundersamen Inselreich, worauf der Zar beschließt, diese Wunder mit eigenen Augen sehen zu wollen. Militrissas Schwestern und Mütterchen Babaricha versuchen, den Zaren mit weiteren Wunderschilderungen abzulenken: Die vieltürmige Stadt, ein Eichhorn, das goldene Nüsse knackt, und den dreiunddreißig bewaffneten Recken, die dem Meer entstiegen sind. Der Zar lässt sich nicht abhalten und die Hummel bestraft die bösen Frauen, indem sie sie sticht, alles durch wunderbare Projektionen herrlich bebildert.

Vierter Akt

Gwidon sitzt am Strand und wünscht sich eine Braut. Er erzählt dem Schwan von der sagenumwobenen Prinzessin, von der Mütterchen Babaricha erzählt hat. Der Schwan erforscht Gwidon und erkennt die ernste Absicht des jungen Mannes, worauf sich der Vogel als die schöne Schwanen-Zarewna zu erkennen gibt und ihn heiratet.

Der Märchentraum ist vorüber; die bunten Kostüme sind verschwunden. Die Realität ist wieder da. Die Familie kommt ebenso zur anstehenden Hochzeit, wie der Ehemann/Vater. Erstmalig erkennt er, das ein autistisches Kind kein verstoßenswertes Monster, sondern ein liebendes und liebenswürdiges Wesen ist, ein Held seiner eigenen Träume. In seiner Freude, Sohn und Frau wieder gefunden und ihr Verzeihen erhalten zu haben, kann er auch den anderen Frauen ihre Bosheit und Intrige verzeihen. Alle stimmen in den Jubel über die Hochzeit Gwidons und der reizenden jungen Frau ein, deren Liebe auch Heilung bringen soll. Nur Gwidon rastet in seiner situativen Überforderung völlig aus, schlägt mit Kopf und Fäusten hysterisch gegen die Wand bis dass er ohnmächtig zusammenbricht. Enttäuschung auf allen Gesichtern: Das Leben ist eben kein Märchen, in dem Wünschen noch geholfen hat.

Großer Applaus für eine hervorragende musikalische und sängerische Leistung. Auch die kleinsten Rollen waren noch mit Spitzensängern besetzt, so daß nicht nur keinerlei Schwächen auftraten, sondern jede einzelne Partie vollumfänglich überzeugte. Geradezu überirdisch der Gesang der Schwanen-Prinzessin Olga Kulchinskaya, kongenial ihre Kollegin Svetlana Aksenova als Militrissa. Stimmlich ausgezeichnet, aber vor allem durch seine auffallend glaubhafte schauspielerische Verkörperung des autistischen Jungen bestach Bogdan Volkov.

Theatre Royal de la Monnaie / Das Märchen vom Zaren Saltan - hier : das Ensemble © Forster

Theatre Royal de la Monnaie / Das Märchen vom Zaren Saltan – hier : das Ensemble © Forster

Besetzung

Musikalische Leitung: ALAIN ALTINOGLU  (* 1975, Paris) ist ein französischer Dirigent armenischer Abstammung. Er ist an großen Opernhäusern weltweit zu Gast. Seit Januar 2016 ist Altinoglu Chefdirigent am Theatre Royal de la Monnaie

Regie und Bühne: DMITRI TCHERNIAKOV, 1970 in Moskau geboren. Sein Studium an der Russischen Akademie der Darstellenden Künste schloss er 1993 ab. Tcherniakov entwirft die Bühnenbilder seiner Produktionen ausnahmslos selbst, des öfteren auch die Kostüme. Er ist Träger zahlreicher Auszeichnungen, darunter der italienische Franco Abbiati Preis und die Goldene Maske, Rußlands bedeutendster Theaterpreis.

Kostüme: ELENA ZAYTSEVA, in St. Petersburg geboren und beendete 1991 ihr Studium an der Fakultät für Theater-Produktion der St. Petersburg Theatre Arts Academy. Sie arbeitete für das Mariinsky- und das Bolschoi-Theater, bevor sie internationale Arbeiten übernahm.

Videoregie | Beleuchtung: GLEB FILSHTINSKY, Seit dreißig Jahren arbeitet der aus St. Petersburg stammende Gleb Filshtinsky als Lichtdesigner und war dabei an mehr als dreihundert Produktionen im Bereich des Musiktheaters, Sprechtheaters, Konzert, aber auch im Event- und Museumsbereich beteiligt.

Ensemble

Zar Saltan: ANTE JERKUNICA,  Der gebürtige Kroate ist derzeit einer der gefragtesten Bässe auf internationalen Bühnen. Seit 2006 ist er im Ensemble der Deutschen Oper Berlin, jedoch ist er auch an vielen anderen Bühnen in Gastauftritten zu erleben. Hunding, Sarastro, Marke und Iwan Chowanski sind Beispiele seiner großen Rollen.

Zarin Militrissa: SVETLANA AKSENOVA,  Die in St. Petersburg geborene Svetlana Aksenova studierte Gesang am renommierten Rimsky-Korsakov St. Petersburg State Conservatory, wo sie bereits als Studentin in der Titelrolle von Tschaikowskys »Iolanta« auffiel. Sie verfügt zudem über ein großes Konzertrepertoire.

Tkatschicha: STINE MARIE FISCHER,  2015 debutierte die deutsche Altistin am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel. Seit der Spielzeit 2015/16 gehört die Altistin dem Ensemble der Staatsoper Stuttgart an. 2019 folgte ihr Debut in der Elbphilharmonie mit den Hamburger Symphonikern.

Powaricha: BERNARDA BOBRO,  Die aus dem slowenischen Maribor stammende Sopranistin Bernarda Bobro debütierte u.a. 2005 an der Hamburgischen Staatsoper, 2006 bei den Salzburger Festspielen und 2009 am Théâtre Royal de la Monnaie. Wegen ihrer exquisiten Technik und brillanten Stimme ist sie international gefragt.

Babaricha: CAROLE WILSON,  Die britische Mezzosopranistin debütierte 1995 in Glyndebourne und ist seither an vielen großen Häusern zu Gast.

Zarewitsch Gwidon: BOGDAN VOLKOV, (* 1989) ist ein ukrainisch-russischer Tenor, der dem Jungen Ensemble des Bolschoi angehört. Für die Rollen in den Produktionen von Weinbergs Der Idiot und Rimsky-Korsakows Schneeflöckchen am Bolschoi-Theater erhielt Bogdan Volkov den National Opera Award Onegin.

Schwanen-Zarewna: OLGA KULCHYNSKA, (*1990)  Die ukrainisch-russische Sopranistin gehört ebenfalls dem Jungen Ensemble des Bolschoi an. Im Großen Haus des Bolschoi sang sie bereits die Titelrolle in Rimski-Korsakows Die Zarenbraut.

Alter Mann: VASILY GORSHKOV,  Skomoroche / 1. Seemann: ALEXANDER VASSILIEV, Bote / 2. Seemann: NICKY SPENCE, Seemann: ALEXANDER KRAVETS, Sinfonieorchester und Chor der la Monnaie., Eine Koproduktion mit dem TEATRO REAL

Das Märchen vom Zaren Saltan, von seinem Sohn, den ruhmreichen und mächtigen Recken Fürst Gwidon Saltanowitsch, und von der wunderschönen Schwanen-Zarewna, Oper in vier Akten und einem Prolog, sieben Bildern, Musik von Nikolai Rimski-Korsakow, Libretto von Wladimir Belski nach Alexander Puschkin, Uraufführung am 2. November 1900 im Theater Solodownikows Moskau mit dem Ensemble der Russischen Privatoper von Sawwa Mamontow

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