Wien, Wiener Staatsoper, Fidelio – In der Urfassung, 01.02.2020

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

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 FIDELIO –  Ludwig van Beethoven
In der Urfassung  – LEONORE

PREMIERE 1. FEBRUAR 2020

Anlässlich des 250. Geburtstags Ludwig van Beethovens kommt im Haus am Ring am Samstag, 1. Februar 2020 erstmals die Urfassung von Fidelio (Leonore) in einer Neuproduktion auf die Bühne.

Die einzige Oper des „Jahresregenten“ erlebte (unter wechselnden Titeln) gleich dreimal eine Uraufführung: Die erste Fassung wurde 1805 im Theater an der Wien gegeben, die zweite rund ein Jahr später und die dritte 1814 an der Hofoper im Kärntnertortheater: die Version, die seit jeher im Haus am Ring gespielt wird – unter anderem auch bei der Wiedereröffnung der Wiener Staatsoper nach dem 2. Weltkrieg im November 1955. Nicht nur formale Änderungen prägen die Überarbeitungen Beethovens, sondern auch musikalisch wie inhaltlich durchlief Fidelio eine umfassende Revision durch Straffungen, Kürzungen und Umstellungen.

Ludwig van Beethoven © IOCO

Ludwig van Beethoven © IOCO

Die derzeit aktuelle Produktion der letzten Fassung (Inszenierung: Otto Schenk) ist seit 1970 im Repertoire. Ergänzend dazu wird nun die Urversion des Werks zur Staatsopern-Premiere gebracht. Das Haus am Ring bietet damit die seltene und außergewöhnliche Möglichkeit, gleich zwei Fassungen in einer Spielzeit zu erleben (Otto Schenks Inszenierung von Fidelio ist wieder im April/Mai 2020 zu sehen).

Zum Leading Team

Musikalisch geleitet wird die Neuproduktion von Tomáš Netopil. Der tschechische Dirigent war von 2008 bis 2012 Musikdirektor des Prager Nationaltheaters und Ständetheaters, ist seit 2013 Generalmusikdirektor des Aalto Theaters und der Philharmonie Essen und gastierte u. a. an der Deutschen Oper Berlin, der Semperoper, der Bayerischen Staatsoper, der Hamburgischen Staatsoper, in Paris, Antwerpen, Valencia, Venedig, bei den Salzburger Festspielen und am Opernhaus Zürich. Er debütierte 2014 mit Rusalka an der Wiener Staatsoper und dirigierte hier in weiterer Folge noch Repertoirevorstellungen von Das schlaue Füchslein, Così fan tutte, Kátja Kabanová und Idomeneo sowie die Premiere von Der Freischütz (2018).

Mit Fidelio Urfassung (Leonore) präsentiert die deutsche Regisseurin Amélie Niermeyer erstmals eine Arbeit im Haus am Ring. Ihre bisherige Laufbahn führte sie bisher u. a. an das Münchner Residenztheater, wo sie mit 23 Jahren ihre Regiekarriere startete und später als Hausregisseurin zurückkehrte; an das Schauspiel Frankfurt (als Oberspielleiterin), das Theater Freiburg (Generalintendantin von 2001 bis 2005), an das Düsseldorfer Schauspielhaus (Generalintendantin von 2006 bis 2011). Opern- und Schauspielproduktionen schuf sie bisher u. a. am Thalia Theater Hamburg, am Deutschen Theater Berlin, in Basel, Los Angeles, die Deutsche Oper am Rhein, in Salzburg, an der Bayerischen Staatsoper München, am Theater an der Wien und an der Staatsoper Hamburg. Seit 2011 ist sie zudem Regieprofessorin am Mozarteium Salzburg und leitet dort den Studiengang für Schauspiel und Regie.

Das Bühnenbild stammt von Alexander Müller-Elmau, der mit der Fidelio Urfassung sein Debüt im Haus am Ring gibt und den mit Regisseurin Amélie Niermeyer eine enge Zusammenarbeit verbindet. Der vielseitige deutsche Künstler begann seine Karriere als Bühnenbild- und Regieassistent, arbeitete als Bühnen- und Kostümbildner (u. a. Residenztheater München, Staatstheater Stuttgart, Thalia Theater Hamburg, Deutsches Theater Berlin, Theater in der Josefstadt) und inszeniert seit 2003 auch selbst. Als Dramatiker schuf er mehrere Bühnenwerke.

Die Kostüme kreierte die belgische Kostüm- und Bühnenbildnerin Annelies Vanlaere, die mit der Premiere ebenfalls erstmals ihre Arbeit an der Wiener Staatsoper präsentiert. Bisherige Stationen ihrer Karriere umfassten u. a. Engagements als Kostümassistentin am Thalia Theater Hamburg sowie Kostüm- und Bühnenbilder u. a. am Staatstheater Stuttgart, am Thalia Theater Hamburg, in Graz, Amsterdam, Köln, Berlin, Basel und München.

Für das Lichtdesign zeichnet Gerrit Jurda verantwortlich (bisherige Arbeit im Haus am Ring: Samson et Dalila, 2018), für die Choreographie Thomas Wilhelm (Choreographie für die Staatsopern-Produktion von Alceste, 2012), Produktionsdramaturgin ist Yvonne Gebauer).

Die Besetzung

Am Premierenabend geben alle Sängerinnen und Sänger ihr Staatsopern-Rollendebüt in der Urfassung von Fidelio (Leonore); zwei Solistinnen stellen sich mit der Neuproduktion dem Publikum des Hauses am Ring vor:

Als Leonore gibt die irische Sopranistin Jennifer Davis ihr Debüt an der Wiener Staatsoper und gleichzeitig ihr weltweites Debüt in dieser Partie. Erste Auftritte führten die Sängerin bald an das Londoner Royal Opera House, wo sie u. a. Adina (L’elisir d’amore) und Gretel (Hänsel und Gretel) verkörperte und 2018 ihr Rollendebüt als Elsa (Lohengrin) gab – eine Partie, die sie auch an der Opera Vlaanderen und in Stuttgart gestaltete. Weiters gastierte sie u. a. als Donna Anna (Don Giovanni) an der Opera North und als Pamina (Die Zauberflöte) an der Irish Opera; künftige Projekte umfassen u. a. Contessa d’Almaviva (Le nozze di Figaro) an der San Francisco Opera, Elsa an der Opera Australia, in Lissabon und Berlin.

In Amélie Niermeyers Produktion steht neben der Leonore auch die Figur „Leonore – die Schauspielerin“ auf der Bühne. In dieser Rolle gibt die deutsche Film- und Theaterschauspielerin Katrin Röver ihr Debüt an der Wiener Staatsoper.

Den Florestan verkörpert Benjamin Bruns – der gefragte deutsche Tenor ist seit 2010 Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper und gastierte zuletzt als Lohengrin in Salzburg. Im Haus am Ring sang er bisher zahlreiche Partien wie Tito (La clemenza di Tito), Tamino (Die Zauberflöte), Don Ottavio (Don Giovanni), Ferrando (Così fan tutte), Matteo (Arabella), Conte d’Almaviva (Il barbiere di Siviglia), Don Ramiro (La cenerentola), Camille Desmoulins (Dantons Tod), darunter mehrere Premierenproduktionen.

Als Rocco ist KS Falk Struckmann zu erleben. Der deutsche Bassbariton zählt zu den bedeutendsten Sängern seines Fachs. Dem Staatsopernpublikum ist er aus unzähligen Auftritten bekannt, u. a. als Wotan/Wanderer (Der Ring des Nibelungen), Amfortas und Gurnemanz (Parsifal), Jochanaan (Salome), Scarpia (Tosca), Hans Sachs (Die Meistersinger von Nürnberg). Zu seinen bisherigen Premierenrollen im Haus am Ring zählen u. a. die Titelpartie in Der fliegende Holländer, Jago (Otello), Orest (Elektra) und Barak (Die Frau ohne Schatten).

Den Pizarro verkörpert Thomas Johannes Mayer. Die anstehende Neuproduktion ist nach der Staatsopern-Erstaufführung von Trojahns Orest in der vergangenen Spielzeit, in der der international erfolgreiche deutsche Bariton in der Titelpartie zu erleben war, die zweite Premiere im Haus am Ring. Hier sang er bisher weiters Telramund (Lohengrin), Wotan/Wanderer (Der Ring des Nibelungen) sowie Don Pizarro (Fidelio).

Staatsopern-Ensemblemitglied Samuel Hasselhorn singt den Don Fernando. Nach Die Frau ohne Schatten (als Der Einäugige) ist Fidelio/Leonore seine zweite Premiere im Haus am Ring, wo er bisher u. a. auch als Figaro (Il barbiere di Siviglia), Belcore (L’elisir d’amore), Schaunard (La Bohème) und Ottokar (Der Freischütz) zu erleben war.

Die seit ihrem Staatsopern-Debüt 2009 als Sophie (Der Rosenkavalier) dem Haus eng verbundene israelische Sopranistin Chen Reiss ist als Marzelline zu erleben. Neben u. a. Susanna (Le nozze di Figaro), Marzelline (Fidelio) und Adina (L’elisir d’amore) sang die international erfolgreiche Künstlerin im Haus am Ring bereits fünf Premieren: die Servilia (La clemenza di Tito), Pamina (Die Zauberflöte), die Titelpartie in Das schlaue Füchslein, Ilia (Idomeneo) und zuletzt Ginevra (Ariodante).

Jörg Schneider verkörpert den Jaquino. Zu den bisherigen Staatsopernpartien des beliebten österreichischen Tenors und Ensemblemitglied des Hauses am Ring zählen u. a. Tamino (Die Zauberflöte), Alfred (Die Fledermaus), Aegisth (Elektra), Jaquino sowie Narraboth und Herodes (Salome).

Es spielt das Orchester der Wiener Staatsoper und es singt der Chor der Wiener Staatsoper unter der Leitung von Thomas Lang.

Fidelio im Livestream sowie im Radio

Die Premiere am 1. Februar 2020 wird via WIENER STAATSOPER live at home weltweit in HD gestreamt (www.staatsoperlive.com) sowie live in Radio Ö1 (+ EBU) übertragen.

Auch auf arte.tv/opera wird die Premiere am 1. Februar 2020 live gestreamt – im Rahmen der Saison ARTE Opera 2019-2020 zeigt die Online-Plattform in der laufenden Spielzeit verschiedene Inszenierungen aus 23 Opernhäusern in 14 europäischen Ländern.

Regisseurin Amélie Niermeyer ist zudem am 1. Februar 2020 zu Gast im Ö1 Klassik-Treffpunkt (10.05 Uhr, live aus dem RadioCafe in Wien).

Beethoven an der Wiener Staatsoper – weitere Aktivitäten

Neben der anstehenden Staatsopern-Erstaufführung der Fidelio Urfassung (Leonore) zollt die Wiener Staatsoper Ludwig van Beethoven, wie bereits eingangs erwähnt, mit Vorstellungen der heutzutage meistgespielten dritten Fassung von Fidelio Tribut: In der Produktion von Otto Schenk (Bühnenbild: Günther Schneider-Siemssen) sind unter der musikalischen Leitung von Staatsopern-Ehrenmitglied Adam Fischer u. a. Simone Schneider als Leonore, Andreas Schager als Florestan, KS Tomasz Konieczny als Don Pizarro und Günther Groissböck als Rocco zu erleben (22., 25., 28. April, 2. Mai 2020).

Ensemblemitglieder der Wiener Staatsoper singen in vier Konzerten an einem Wochenende alle Lieder von Ludwig van Beethoven im Gustav Mahler-Saal des Hauses am Ring. Die Termine der Beethoven-Lieder I-IV gestalten wie folgt: 1. Februar, 11 Uhr: Stephanie Houtzeel (Mezzosopran), Rafael Fingerlos (Bariton), Jendrik Springer (Klavier), 1. Februar, 15 Uhr: Margaret Plummer (Mezzosopran), Michael Laurenz (Tenor), Annemarie Herfurth (Klavier); 2. Februar, 11 Uhr: Bryony Dwyer (Sopran), KS Herbert Lippert (Tenor), Cécile Restier (Klavier); 2. Februar, 15 Uhr: Daniela Fally (Sopran), Samuel Hasselhorn (Bariton), Kristin Okerlund (Klavier).

Außerdem widmen die Wiener Philharmoniker in der laufenden Spielzeit ihren beliebten Matineenzyklus „Kammermusik der Wiener Philharmoniker“ dem Komponisten – auch in den noch anstehenden Terminen (28. März, 18. April, 9. Mai und 13. Juni 2020) präsentieren unterschiedliche Ensembles ausschließlich Werke von Ludwig van Beethoven.

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Marco Armiliato – Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper, IOCO – Aktuell, Dezember 2019

Dezember 20, 2019 by  
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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

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Maestro Marco Armiliato

zum Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper ernannt

Nach einer umjubelten Vorstellung von Puccinis La Bohème wurde am 19. Dezember 2019, dem seit vielen Jahren dem Haus am Ring eng verbundenen italienischen Dirigenten Marco Armiliato die Ehrenmitgliedschaft der Wiener Staatsoper verliehen.

Die Ehrung erfolgte durch Staatsoperndirektor Dominique Meyer und Bundestheater-Holding-Geschäftsführer Mag. Christian Kircher auf offener Bühne, auf der sich das Ensemble des Abends – Irina Lungu, Saimir Pirgu, Marco Caria, Samuel Hasselhorn, Ryan Speedo Green, Mariam Battistelli, Marcus Pelz –, der Chor sowie weitere Mitglieder des Hauses und Weggefährten wie Ioan Holender versammelt hatten. Im Rahmen der Ehrung wurde Marco Armiliato auch der von Juwelier Wagner gestaltete und zur Verfügung gestellte Ehrenring der Wiener Staatsoper überreicht.

Direktor Dominique Meyer sprach in seiner Laudatio von der großen internationalen Karriere Marco Armiliatos und betonte: „Wir lieben Marco Armiliato! Überall ist er beliebt – er ist geschätzt vom Orchester, geliebt von den Sängern und vom Publikum. Er bedeutet für uns alle echte Kenntnisse, Musikalität und Sicherheit. Er ist eine Stütze des Hauses!“

Ioan Holender erläuterte, dass Marco Armiliato eigentlich nicht von ihm, sondern von Luciano Pavarotti an die Wiener Staatsoper gebracht wurde – dieser wollte nur dann den Andrea Chénier singen, wenn Marco Armiliato dirigiert.

Bundestheater-Holding-Geschäftsführer Christian Kircher betonte: „Er ist immer präsent und mit seiner unglaublichen Ausstrahlung ist es eine so große Freude, ihm zu begegnen – und ich glaube, es gibt nur wenige Personen, die die Ehrenmitgliedschaft so verdienen, wie Marco Armiliato.“

Kurzbiografie:

Marco Armiliato studierte Klavier und Dirigieren in seiner Heimatstadt Genua. 1995 debütierte er mit Il barbiere di Siviglia am Teatro La Fenice in Venedig. Bereits ein Jahr später folgte sein Debüt an der Wiener Staatsoper mit Andrea Chenier – zusammen mit einigen Konzertserien mit Luciano Pavarotti waren diese Auftritte der Beginn seiner erfolgreichen Karriere, die ihn wiederholt unter anderem an die Met, zu den Salzburger Pfingstfestspielen, an die Bayerische und Hamburgische Staatsoper, die Deutsche Oper Berlin, an das ROH Covent Garden, an das Theatre du Chatelet und die Opera Bastille in Paris, nach Zürich, Madrid, Turin, Rom, Verona, Toronto, Pittsburgh, Baltimore, Turin, Rom brachte. Marco Armiliato ist international auch als Konzertdirigent höchst erfolgreich. An der Wiener Staatsoper dirigierte er seit seinem Debüt 1996 mit Andrea Chénier neben den Premierenproduktionen von Il trovatore und Samson et Dalila eine Vielzahl an Repertoireabenden von 30 unterschiedlichen Werken, mehrere Konzerte und Galaabende sowie die künstlerische Eröffnung des Wiener Opernballs 2019 – bisher insgesamt 290 Vorstellungen.

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