München, Münchner Kammerspiele, #Genesis – der Schöpfungsmythos, die Genesis, IOCO Kritik, 03.02.2020

Münchner Kammerspiele @ Gabriela Neeb

Münchner Kammerspiele @ Gabriela Neeb

Münchner Kammerspiele

#Genesis  –  Der paradiesische Migrationshintergrund

Inszenierung: Yael Ronen, Bühne: Wolfgang Menardi, Licht: Jürgen Tulzer

von Hans-Günter Melchior

Am Anfang steht Damian Rebgetz allein da: vor einer Wand und salbadert auf Englisch allerlei daher, ich gehe, ich bleibe, fucking bavaria, I love bavaria, die Musik fällt aus und so weiter, die Immer-Lacher hat er auf seiner Seite, bis er sich verabschiedet, wirklich geht und losgehen kann, was eigentlich gemeint ist. Ein eher verzichtbarer Anfang, das übrige Ensemble steht am Bühnenrand und bemüht sich ein wenig gestisch um Teilnahme. Na ja, ein Versuch.

Münchner Kammerspiele / Genesis - v.l.n.r.: Wiebke Puls, Zeynep Bozbay, Jeff Wilbusch © David Baltzer

Münchner Kammerspiele / Genesis – v.l.n.r.: Wiebke Puls, Zeynep Bozbay, Jeff Wilbusch © David Baltzer

Der Vorhang öffnet sich dann endlich unter den Anfangsklängen aus Gustav Mahlers 5. Sinfonie, der wunderbaren Trompetenfanfare in Moll, die auf Schwergewichtiges einstimmt.

Die Bühne ist geradezu überwältigend gestaltet, ein das Kosmische darstellender Lichtring. Im Kreisinneren wechseln sich mythische Bilder ab, Michelangelo u. A., auch das Bühnengeschehen wiederspiegelnd, klein sind die Figuren auf der Bühne ins Kosmischen integriert, das ist wunderbar gemacht und nimmt gefangen, ist sehr gelungen –, der Schöpfungsmythos, eben die Genesis.

Für lange Minuten glaubt man wirklich in der Welt des Anfangs zu sein.

Abgesehen von ein paar zotigen und zuweilen gewollt witzigen Aberrationen geht es dann auf höchstem intellektuellem Niveau weiter. Debattiert wird auf allen philosophischen Ebenen über den Schöpfungsmythos, wie er dem 1. Buch Mose, also dem ersten Buch des jüdischen Tanach sowie der christlichen Bibel zugrundeliegt.

Da werden gewaltige Fragengeschütze aufgefahren. Wer ist Gott, wie ist Gott zu begreifen?

In der Tat ist Gott eine Antinomie im kant´schen Sinne, ein ens a se, also, ein Sein aus sich selbst heraus und von sich selbst, eine Selbstzeugung ohne kausalen Anfang, also ohne im menschlich verständlichen Sinne gezeugt worden zu sein. Ein Wesen also, das seine eigene Ursache ist. Was unserem Verständnis von Ursache und Wirkung, von dem Umstand also, dass alles Bestehende die Wirkung einer Ursache sein muss, und diese, die Ursache nämlich, wiederum Wirkung einer anderen Ursache ist und so fort, elementar widerstreitet. Gott ist einfach nur, und: er muss, nach diesem Verständnis in allem sein, im Guten wie im Bösen, selbst in den Lebensmitteln, so dass er sich am Ende selbst isst.

Das alles wird freilich höchst vergnüglich ausgebreitet und teilweise in unserer Alltagssprache, die den Alltagssorgen aufsitzt, erörtert, von der Schlange ist die Rede, die sich in den Schwanz beißt und vom Mann, dem es gelingt, sein Glied in den eigenen Mund zu stecken, gleichsam in einem Akt der Selbstbefruchtung. Man lacht über den Mann, der das versucht oder andeutet, lacht und begreift.

Adam und Eva treten auf – und Lilith, an die sich Adam partout nicht erinnern kann. Sie hätten sich im Paradies paradiesisch einrichten können, Adam und Eva, meint Gott, wären sie nicht so eigensinnig, habgierig und geil gewesen– und so verstandesgesteuert.

Münchner Kammerspiele / Genesis - vl Zeynep Bozbay, Damian Rebgetz © David Baltzer

Münchner Kammerspiele / Genesis – vl Zeynep Bozbay, Damian Rebgetz © David Baltzer

Überhaupt: Eva. Die Benachteiligte. Die Frau. Sie führt bewegte Klage darüber, dass sie ihre Existenz nicht einem eigenem Schöpfungsakt Gottes verdankt, sondern eher als Nebenprodukt aus einer Rippe Adams entstanden ist. Und schon sind wir bei der Sprache, einem anderen, gewichtigen Mythos, dem Wort, das nicht nur Gedanken tradiert, sondern ganze Gesellschaften formt und geschichtliche Auswirkungen hat, die bis heute Anlass von heftigen Debatten sind. Etwa was die Benachteiligung der Frauen in unserer gegenwärtigen Gesellschaft angeht, denen also ungerechterweise bereits im Mythos eine gewisse Minderwertigkeit, ein untergeordnetes Dasein, bescheinigt wird. Rippe des Mannes –, dass ich nicht lache. Männerhochmut. Und so wechselt schon mal Gott aus der Männergestalt in eine Frauengestalt, man amüsiert sich bei aller Nachdenklichkeit, wenn die Gottesattrappe von einem Mann zur Frau wechselt und der liebe Gott vom Stehaufmännchen zum Stehauffrauchen wird.

Und dann wieder das höchst gewichtige Problem nach der selbstverschuldeten Vertreibung aus dem Paradies: wie kam das Böse in die Welt, überhaupt die Differenzierung in Gut und Böse? Genau: durch die Ratio, den aufspaltenden, unterscheidenden, abwägenden Logos.

Kain tritt auf, beklagt sich im Jargon unserer Alltagsbesorgnis darüber, dass sich die Eltern kaum um ihn gekümmert haben. Und dass er zum Straftäter geworden ist, zum Mörder am Bruder, ein Ausgestoßener mit „paradiesischem Migrationshintergrund“. Das ist köstlich dargestellt und formuliert und auf der Bühne und im Bühnenhintergrund rotieren die Geschehnisse auf der kosmischen Scheibe, man lacht und bedenkt zugleich das Problem. Denn in der Tat ist der Verstand der Aufspalter und Begriffsdiktator und Verdinglicher von allem (s. Adornos Nicht-Identisches), zuletzt auch Verdinglicher des Menschen selbst durch den Menschen, die moderne Philosophie weiß das seit längerem und nennt sich Vernunftkritik. Warum man erst in der Neuzeit auf diesen Umstand aufmerksam wurde, ist ohnehin ein Rätsel. Ist doch der Mensch, als Subjekt, das einzige Wesen, das sich selbst und über sich selbst denken kann, also sich zum Objekt zu machen in der Lage ist, Subjekt und Objekt zugleich.

Und wie er das macht. Oder ist das etwa keine Verdinglichung, wenn wir zu bloßen Konsumenten degradiert werden, fast willenlose Opfer der Werbung, reine Produktionsgrößen im maschinellen Ablauf der Arbeitsprozesse, manipulierte Objekte einer undurchschaubaren Organisation der verwalteten Lebenswelt? Und so weiter…

Das alles kommt, wie gesagt, in dieser Aufführung jedoch nicht so schwer philosophisch daher wie es da steht, sondern eher flockig und mit Humor –, einem Humor freilich, der unter die Haut geht und manchem leichtfertigen Lacher von hinten ans Genick greift, he, Junge, denk erstmal nach, bevor du dich ausschüttest.

Kurzum: der Abend wurde nach etwas schleppendem Anfang zu einem intellektuellen Vergnügen, zu einer Aufführung mit Tiefgang, der auf den Wellen gescheiten Witzes ins Schweben geriet. Mehr kann man wirklich nicht verlangen. Bravo.

Bleibt noch die Erwähnung des hervorragenden Ensembles. Es hatte sichtlich Spaß an der eigenen Darbietung. Und es bestand aus Zeynep Bozbay, Daniel Lommatzsch, Wiebke Puls, Damian Rebgetz, Samouil Stoyanov und Jeff Wilbusch. Zum Teil agierten sie in wechselnden Rollen, einzelne hervorzuheben, vertrüge sich nicht mit der Gerechtigkeit. Ein Team, das auf die Zuschauer eine Wolke hob, von der aus die Welt sich ein wenig kleiner ausnahm als wir sie gewöhnlich nehmen.      Großer Beifall – Zu Recht.

#Genesis – an den Münchner Kammerspielen; die weiteren Termine

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München, Münchner Kammerspiele, König Lear – William Shakespeare / Thomas Melle, IOCO Kritik, 05.10.2019

Münchner Kammerspiele @ Gabriela Neeb

Münchner Kammerspiele @ Gabriela Neeb

Münchner Kammerspiele

König Lear –  William Shakespeare / Thomas Melle

„Alter! Jahrhunderte hast du gewütet und geschrien, jetzt wirst du schweigen!“

von Hans-Günter Melchior

Endlich mal kein Mitleid haben zu müssen mit diesem weinerlichen alten Sack, der nicht von der Macht lassen kann und auf seine Privilegien pocht –, was für eine Wohltat. Lear, der Repräsentant der alten Ordnung, der sich mit einer halben Streitmacht prügelnder und besoffener Gesellen bei seiner Tochter Goneril einnistete und nach sofortiger Bedienung schreit: „wo bleibt mein Essen?!“

Grandiose König Lear-Adaption in den Münchner Kammerspielen

Der zu alt, zu starrköpfig und ideologisch zu verknöchert ist, um aus seinen Machtgewohnheiten herauszufinden. Ein Mann im Käfig der überkommenen Herrschaftsallüren, der nicht mehr begreifen kann, dass sich die Zeiten geändert haben und die herrschenden Zustände dringend geändert/verändert werden müssen.

Münchner Kammerspiele / König Lear - hier : v.l. Thomas Schmauser, Anna Seidel, Samouil Stoyanov © Arno Declair

Münchner Kammerspiele / König Lear – hier : v.l. Thomas Schmauser, Anna Seidel, Samouil Stoyanov © Arno Declair

So beginnt und so endet das erfrischend neue Spiel, das Stefan Pucher und Thomas Melle auf die Bühne der Münchner Kammerspiele bringen. Letztlich mehr ein Appell als wirklich praktische Umsetzung im Gesamtgesellschaftlichen. Der Protest verbleibt auf der Ebene des Privaten. Die Töchter schmeißen den Alten raus, alles andere bleibt offen.

Gleichwohl: was für eine Erholung, den Alten auch mal verachten zu dürfen. Eine Erholung nicht nur für die Zuschauer, sondern ersichtlich auch für das hochmotivierte Ensemble, das ersichtlich Spaß an dem Spiel hat. Bravo, bravissimo für das Theater des Jahres! Frischer Wind fegt über die Bühne. Umstritten ist freilich, ob er für eine gründliche Sauberkeit sorgt.

Die alten Zeiten sind jedenfalls vorbei. Nachdem die Töchter Goneril (Julia Windischbauer) und Regan (Gro Swantje Kohlhof) trickreich dem alten König (Thomas Schmauser) geschmeichelt und sich dadurch jeweils die Hälfte des Königreichs des abdankenden Lear erschlichen haben, machen sie Schluss mit den alten Machtverhältnissen und rufen die neue Zeit aus. Die angeblich gute Tochter Cordelia (Jelena Kuljic) begnügt sich indessen mit den einfachen Wahrheiten, sie liebt ihren Vater wie Kinder eben die Eltern lieben, nicht mehr und nicht weniger –, und sie geht deshalb leer aus. Wird kurzerhand mit dem König von Frankreich vermählt (was nebenbei gesagt auch nicht das abgründigste Schicksal ist) und zieht von dannen.

Thomas Melle hat den König Lear radikal umgeschrieben. Und Stefan Pucher hat die entsprechenden Bilder dazu geliefert, im Verein mit der für die Bühne verantwortlichen Nina Peller, der überwältigend Eindrucksvolles (dieser Himmel!) dazu einfiel.

Regisseur und Autor haben den Stoff in die Neuzeit übersetzt.  Das ist nicht nur legitim, sondern dringend notwendig. Und hellsichtig wahr. Weg mit den tausend traditionellen Inszenierungen, in denen die Jammertiraden des verstoßenen Alten ans Herz greifen sollten und die Zuschauer mit Depressionen über die Vergänglichkeit von Macht und Herrlichkeit und die Herzlosigkeit der Kinder zurückließen. Lear hat das nicht verdient.

Ständige Wechsel zwischen Videos und realem Bühnengeschehen. Schwergewichtige, sehr bedenkenswerte und prägnante Aussagen des Autors Melle, dazwischen Kalauer. So wird der hohe Ton heruntergefahren auf die reale Situation unserer Tage, die nach Veränderungen geradezu schreit. Das Pathos der Machthaber wird als hohl, ja sogar als pure Heuchelei entlarvt. Melles und Pucher legen konsequent die Finger auf die Wunden. Der Tenor: so darf und kann es nicht weitergehen.

Und die bald ruhig, bald schrill vorgetragene Aussage: Veränderungen, nicht nur an den Kleinigkeiten, sondern des Systems selbst sind erforderlich. Das ist die Lehre des Abends.

Münchner Kammerspiele / König Lear - hier : v.l. Thomas Schmauser als Koenig Lear © Arno Declair

Münchner Kammerspiele / König Lear – hier : v.l. Thomas Schmauser als Koenig Lear © Arno Declair

Die verkrusteten Macht- und Herrschaftsverhältnisse schaffen das indessen nicht mehr. Da fehlt es nicht nur am Willen, sondern auch an Einsichten. Diese neuen Einsichten kommen von der nachfolgenden Generation. Den Töchtern und Söhnen. Assoziationen zum Protest der heutigen Jugend drängen sich auf. Sie sind der politisch-intellektuelle Hintergrund der in zumindest insoweit überzeugend präzisen Aufführung.

Am Beginn der neuen Zeit steht die Sprache. Dem unflätig fluchenden und sich beschwerenden König hält Gloucester –, hier von einer Frau (Wiebke Puls) dargestellt – , den markanten und zurechtweisenden Ausspruch entgegen: „Unsere Worte schaffen Wirklichkeiten, Lear!“

In die aktuelle Politik übersetzt und positiv gewendet heißt das: am Anfang stehen die Parolen, die den Übelstand auf den Punkt bringen. Widerstand wird zuerst formuliert, bevor die Taten folgen.

Das komplexe Stück hat zwei Teile: der Konflikt zwischen dem König und seinen Töchtern auf der einen und das Familiendrama im Hause Gloucester auf der anderen. Edmund, der außereheliche Sohn der Gräfin, denunziert den ehelichen Sohn Edgar als Finsterling, der der Mutter nach dem Leben trachtet. Er verschafft sich dadurch die Herrschaft über das Erbe und veranlasst den von der Inhaftierung bedrohten Edgar zur Flucht aus dem Elternhaus.

Die beiden Handlungsteile werden später durch die politischen Verbindungen der Töchter Goneril und Regan mit dem Hause Gloucester einerseits und durch die Begegnung Edgars mit dem vertriebenen König Lear und seinem Diener (und Narr, die Inszenierung legt beide Rollen zusammen) Kent (Samouil Stoyanov) andererseits dramaturgisch verbunden.

Die um Ausgleich bemühte Gloucester wird später von den Schwestern Goneril und Regan als Verräterin an die französischen Truppen, die kampfbereit in Dover ankommen, geblendet.

Edmund (Thomas Hauser), der Intrigant, wird hingegen von Pucher und Melle als zentrale Figur begriffen. Der aufbegehrende Unterprivilegierte, der sich nicht mehr um die die alten Machtverhältnisse zementierende Moral schert, sondern skrupellos die Herrschaft an sich reißt: „Ja, wie denn anders? Wieso Bastard? Was heißt da prekär?“

Das gelungen umgeschriebene Stück lässt freilich die Frage offen, wie im Einzelnen die Veränderung des verkrusteten Systems erfolgen soll. Mehrfach wird die Frage der unausweichlichen Gewalt aufgeworfen: „Kein Paradies ohne Höllenritt.“ Aber wo endet die Gewalt? Welche neuen Verhältnisse soll sie herbeiführen?

Am Ende, das die Protagonisten in einem Handlungsstrang vereint (während der König Frankreichs sich aus dem Kampf zurückzieht), sterben alle bis auf Goneril und Regan. Sie stehen auf einer Art Empore und lassen den etwas zynischen Spruch auf die Zuschauer herab: „Alles ist möglich.“

 Münchner Kammerspiele / König Lear - hier :  v.l. Gro Swantje Kohlhof, Julia Windischbauer, Thomas Hauser, Christian Löber Projektion, Wiebke Puls © Arno Declair

Münchner Kammerspiele / König Lear – hier : v.l. Gro Swantje Kohlhof, Julia Windischbauer, Thomas Hauser, Christian Löber Projektion, Wiebke Puls © Arno Declair

Das klingt nach immerhin möglicher neuer Ungerechtigkeit. Nach möglichen neuen unterdrückenden Strukturen. Nach neuen Lears, die sich auf überkommende Privilegien und auf ein Mehrheit ausbeutendes Recht berufen. Aber muss denn wirklich die Geschichte bei der Zerstörung der alten Ordnung stehenbleiben? Muss die Frage nach einer neuen Gesellschaft tatsächlich offen bleiben?

Den letzten Schritt wagen Melles und Pucher eben doch nicht. Wie wäre es denn mit der Kontrolle und Verwaltung der vom Volk erarbeiteten Güter durch das Volk? Und deren gerechte Verteilung? Privilegien sind ja vor allem wirtschaftlicher und sozialer Natur. Und Gerechtigkeit ist keineswegs so diffus, dass sie sich einer Definition entzieht.

Autor und Regisseur stehen zuletzt achselzuckend vor dem Chaos und lassen der Entwicklung ihren Lauf. Wohin auch immer. Die Lehre scheint zu sein: alles kann sich zum Guten, aber auch zum Schlechten wenden. Da bleibt ein Stachel der Unzufriedenheit, des Ungenügens beim Zuschauer. Immerhin: man sucht am Ende nach Antworten und gönnt sich keine Ruhe.

Vielleicht ist es auch zuviel von einem Theaterabend verlangt, der Politik oder der Gesellschaft auch noch praktische Anleitungen zur Bewerkstelligung der Veränderungen zu liefern. Das Privileg der Kunst ist es, die richtigen Fragen im Lichte der neuen Zeit zu stellen.

In diesem Sinne ist der Abend mehr als gelungen. Er ist grandios. Das Nachdenken beflügelnd, Diskussionen anstachelnd. Überhaupt: die Aufführung kommt so schwergewichtig-intellektuell daher, dass man sich fragt, ob man das Ganze noch einmal sehen und Melles Text wiederholt lesen muss, um all das Vorgetragene und Gespielte würdigen und verstehen zu können. Das ist mehr als genug.

Das Publikum war zu Recht begeistert. Einzelne Darsteller aus dem großartigen Ensemble hervorzuheben, wäre ungerecht gegenüber den anderen. Das war insgesamt starke Leistung in einem starken, herausfordernden, sehr modernen alten Stück.

P.S.: Es lohnt sich übrigens, den hervorragenden Aufsatz von Elisa Leroy, abgedruckt im Programmheft, zu lesen.

König Lear in den Münchner Kammerspielen; die nächsten Vorstellungen 12.10.; 14.10.; 20.10.; 17.11.; 25.11.2019 und mehr…

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