Dresden, Semperoper, NORA SCHMID – Intendantin ab Herbst 2024, IOCO Aktuell, 10.06.2021

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Semperoper in Dresden © Matthias Creutziger

Semperoper in Dresden © Matthias Creutziger

Semperoper Dresden

Nora Schmid  –  2024/2025 neue Intendantin Sächsische Staatsoper

Nachfolgerin von Peter Theiler

Die Sächsische Staatsregierung hat am 8. Juni 2021 im Kabinett zugestimmt, dass Nora Schmid (42 Jahre) ab der Spielzeit 2024/25 Intendantin der Semperoper Dresden wird. Der Vertrag mit ihr läuft bis 2030. Sie tritt die Nachfolge von Peter Theiler an, dessen Vertrag zur Spielzeit 2023/24 endet.

Nora Schmid studierte in ihrer Heimatstadt Bern und in Rom Musikwissenschaft und Betriebswirtschaft. Sie widmete sich zusätzlich dem klassischen Gesang, sammelte Bühnenerfahrung am Stadttheater Bern und war darüber hinaus Assistentin bei Prof. Dr. Anselm Gerhard am Institut für Musikwissenschaft der Universität Bern. Nach Stationen im Bereich Orchestermanagement bei der basel sinfonietta und im Marketing an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin, ging sie 2005 als Musiktheaterdramaturgin an das Theater Biel Solothurn, das älteste Barocktheater der Schweiz. 2007 wechselte sie als Dramaturgin für Oper und Konzert an das traditionsreiche Theater an der Wien in der österreichischen Hauptstadt.

Wenn Nora Schmid ihre Dresdner Intendanz vorbereitet und sie 2024 antritt, dann ist das eine Rückkehr an die Semperoper: Ab der Saison 2010/11 wirkte sie an der Sächsischen Staatsoper als Chefdramaturgin und ab 2012 zusätzlich als Persönliche Referentin der Intendantin Dr. Ulrike Hessler. Ab Juli 2012 gehörte sie zur geschäftsführenden Interims-Intendanz.

Semperoper Dresden / Kommende Intendantin Nora Schmid, l., und Staatsministerin Barbara Klepsch © Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus / Daniel Koch

Semperoper Dresden / Kommende Intendantin Nora Schmid, l., und Staatsministerin Barbara Klepsch © Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus / Daniel Koch

Mit der Saison 2015/16 wurde Nora Schmid Geschäftsführende Intendantin der Oper Graz, des zweitgrößten Opernhauses Österreichs. Bereits in ihrer zweiten Spielzeit wurde die Oper Graz als bestes Opernhaus für die International Opera Awards nominiert, mehrere Musiktheaterproduktionen und CD-Einspielungen wurden mit Preisen ausgezeichnet. Neben ihrer Jurytätigkeit für verschiedene internationale Gesangswettbewerbe und den Ring Award wurde Nora Schmid 2018 in das Board of Directors von Opera Europa gewählt.

Nora Schmid wurde vom Sächsischen Kulturministerium angesprochen und präsentierte sich einer Findungskommission, die der Verwaltungsrat eingesetzt hatte. Findungskommission und Verwaltungsrat sprachen sich einstimmig für sie aus. Der Verwaltungsrat hat zudem seine Zustimmung zur Verlängerung des Vertrags des Kaufmännischen Geschäftsführers der Sächsischen Staatstheater, Wolfgang Rothe, erteilt. Er wird auch in den Jahren 2024 bis 2028 in dieser Funktion für die Semperoper wirken und mit Nora Schmid zusammenarbeiten.

Die Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch: »Ich freue mich sehr, dass Nora Schmid nach Dresden zurückkommt und wir sie für unsere Staatsoper als Intendantin einer neuen Generation gewinnen konnten. Nora Schmid überzeugte uns mit ihrem inneren Bezug und Bekenntnis zur Semperoper, deren herausgehobene Stellung und Tradition sie in eine vielversprechende Zukunft führen wird. Ihre Motivation zur künstlerischen Exzellenz, ihre Begeisterung für die Oper als gesellschaftlich relevanten Ort sowie ihre kommunikative Stärke und ihr zeitgemäßer Führungsanspruch machen sie zu einer profilierten, überzeugenden und gefragten Intendantin. Ich danke ihr, dass sie sich für Dresden entschieden hat und wir übergeben ihr ab 2024 gern die Verantwortung für die Semperoper Dresden, der Heimat der Sächsischen Staatskapelle, des Semperoper Ballett und Staatsopernchores sowie des Ensembles und vieler internationaler Gäste. Ich danke Herrn Theiler für seine Loyalität zum Haus und zu uns als Träger und dass er für eine gute Zusammenarbeit und dann einen guten Übergang zur Verfügung steht. Wir freuen uns darauf, seine Spielzeiten in einer hoffentlich nie mehr geschlossenen Semperoper zu erleben.«

 Semperoper Dresden / Kommende Intendantin Nora Schmid ,r,und Staatsministerin Barbara Klepsch ,l, © Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus / Daniel Koch

Semperoper Dresden / Kommende Intendantin Nora Schmid ,r,und Staatsministerin Barbara Klepsch ,l, © Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus / Daniel Koch

Nora Schmid: »An die Semperoper zurückzukehren ist für mich eine große Freude. Musik und Theater sind dialogische Kunstformen und ich wünsche mir, dass das in der Semperoper Erlebte zum Thema wird zwischen den Menschen. Und so möchte ich für die kommenden Jahre eine Programmatik entwickeln, die zum einen die so spannende und wechselhafte Geschichte Dresdens und des hiesigen Opernhauses reflektiert und fortführt und zum anderen das Publikum mit Neuem, Vergessenem, selten Gespieltem konfrontiert, sich aber auch nicht vor Bekanntem und Populärem scheut. Kenntnis und Pflege der Tradition sind Voraussetzung, um auch Neues zu wagen. Dabei gehen intellektuelle Durchdringung, differenzierte Perspektiven, theatraler Zauber und Überwältigung Hand in Hand. Im Zentrum meiner Arbeit steht für mich immer die Musik – und auch das Miteinander all derer, die Tag für Tag dazu beitragen, die Semperoper zum Klingen und Strahlen zu bringen.

Das Fundament dieser künstlerischen Strahlkraft sind der hervorragende Sächsische Staatsopernchor, das sowohl hier als auch on tour erfolgreiche Semperoper Ballett, ein leistungsstarkes Solistinnen- und Solistenensemble, charismatische Gastkünstlerinnen und -künstler und natürlich die Sächsische Staatskapelle Dresden. Es ist ein großes Glück, Abend für Abend ein solches Spitzenorchester erleben zu können, bei den Opern- und Ballettaufführungen genauso wie bei den zahlreichen Konzerten in der Semperoper oder als Kulturbotschafterin Sachsens auf internationalen Gastspielreisen. Mit all diesen Künstlerinnen und Künstlern der Semperoper ein Profil zu verleihen, das die unterschiedlichsten Menschen vor Ort anspricht und Opernfans aus aller Welt fasziniert, ist eine wunderschöne und dabei auch komplexe Aufgabe, auf die ich mich sehr freue!«  PMSL7.6.2021

—| Pressemeldung Semperoper Dresden |—

 

 


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Dresden, Semperoper, Daniel Harding und Sächsische Staatskapelle, IOCO Kritik, 25.04.2021

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Sächsische Staatskapelle Dresden

Semperoper

Semperoper © Matthias Creutziger

Semperoper © Matthias Creutziger

 

Daniel Harding und die Sächsische Staatskapelle  – MDR Konzert

 Gustav Mahler –  Fünfte Symphonie

von Thomas Thielemann

Am 13. Februar 2020 wollte sich Daniel Harding im Festkonzert der Sächsischen Staatskapelle eigentlich mit Gustav Mahlers Zehnter Symphonie von den Dresdner Musikern zu einem Sabbatjahr verabschieden.

Der mehrfach und gern erlebte Gastdirigent Daniel Harding hatte keine Konzertverpflichtungen in der Saison 2020/21 übernommen und wollte sich einen Kindheitstraum erfüllen. Nachdem er eine Lizenz als Verkehrspilot erworben und bereits Erfahrungen als Co-Pilot gesammelt hatte, wollte er ein Jahr bei der Air France neue Erfahrungen und Eindrücke sammeln.

Sächsische Staatskapelle / Daniel Harding und die Staatskapelle mit Gustav Mahler 10. Symphonie © Matthias Creutziger

Sächsische Staatskapelle / Daniel Harding und die Staatskapelle mit Gustav Mahler 10. Symphonie © Matthias Creutziger

Wie so Viele, hat Corona aber auch Harding zur Notlandung gezwungen und ihn im Frühjahr 2021 zu seiner nächsten Mahler-Interpretation mit den Dresdner Musikern der Sächsischen Staatskapelle geführt. Hatte Daniel Harding, vor der Zehnten, im 4.Symphoniekonzert der Saison 2017/18 in Dresden bereits die 4. Symphonie Gustav Mahlers interpretiert, so dirigierte er im 9. Symphoniekonzert der Saison 2020/21 die MDR-Rundfunkproduktion Mahlers Fünfte.

Sächsische Staatskapelle / Daniel Harding und die Staatskapelle © Matthias Creutziger

Sächsische Staatskapelle / Daniel Harding und die Staatskapelle © Matthias Creutziger

Die Komposition der 5. Symphonie Gustav Mahlers ist in den Urlaubs-Sommermonaten der Jahre 1901 und 1902 mit ihrem polyphonen Reichtum und innigen Wendungen entstanden. Die Flut an Ideen erforderte in den Folgejahren Schritte der Reduzierung. Noch wenige Monate vor seinem Tode habe Mahler Instrumentierungen  der Fünften geändert.

Für uns war es eine Freude, im Rahmen des MDR-Konzerts vom 23. April die Sächsische Staatskapelle endlich wieder „unkonserviert“ in der Semperoper zu hören, auch wenn das Klangbild wegen der breiteren Staffelung der Musiker etwas zerfasert erschien.

Den Kopfsatz dirigierte Harding betont lyrisch, klagend, fast schleppend und brillierte dabei mit gekonnter Präzision. Damit erlaubt er dem Hörer, detailliert die Schönheit des Orchesterspiels zu verfolgen. Harding und das Orchester erfassten in der Folge die Details mit faszinierender Klarheit: das dramatische Blech des zweiten Satzes, die entzückenden Pizzicato und Fagott-Stellen im zentralen Scherzo. Das Solo-Horn spielte großartig und das Scherzo profitierte von Hardings Fähigkeit, wunderbare Streicher-Texturen zu gestalten.

Sächsische Staatskapelle / Daniel Harding und die Staatskapelle © Matthias Creutziger

Sächsische Staatskapelle / Daniel Harding und die Staatskapelle © Matthias Creutziger

Dem Adagietto des Konzertes kam die besondere Bedeutung einer Erinnerung an den 20. Todestag von Giuseppe Sinopoli. Der Italiener war von 1992 bis zum Jahre 2001 Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle gewesen. Auch wollte das Orchester mit einem besonders lichten und warmen Adagietto den Verstorbenen der Corona-Pandemie gedenken. Damit entwickelte sich der vierte Satz der Symphonie zu einer zurückhaltenden vom Inneren nach außen transparenter Darbietung.

Sächsische Staatskapelle / Daniel Harding und die Staatskapelle © Matthias Creutziger

Sächsische Staatskapelle / Daniel Harding und die Staatskapelle © Matthias Creutziger

Der Finalsatz war lebendiger, rhythmischer und auf das Wunderbarste zu herrlichem Höhepunkt geführt. Möglicherweise war das dem ungewöhnlichen Umstand geschuldet, dass Harding für die Rundfunkproduktion den Schluss-Satz zu Beginn der Aufzeichnung in der Semperoper   ließ.

Das Konzert wurde am Freitag, den 23. April 2021 ab 20.05 Uhr von MDR-Kultur und MDR-Klassik gesendet und kann in den Mediatheken von MDR-Kultur und MDR-Klassik abgerufen werden.

Den ferngehaltenen Konzertfreunden:geben die hier gezeigten Bilder auch einen optischen Eindruck des MDR – Konzerts.

Sächsische Staatskapelle / Daniel Harding und die Staatskapelle © Matthias Creutziger

Sächsische Staatskapelle / Daniel Harding und die Staatskapelle © Matthias Creutziger

 

—| IOCO Kritik Semperoper Dresden |—


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Dresden, Semperoper, Christian Thielemann – Erster Meisterkurs, IOCO Aktuell, 24.03.2021

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Sächsische Staatskapelle Dresden

Semperoper

Semperoper © Matthias Creutziger

Semperoper © Matthias Creutziger

 Erster Meisterkurs von Honorar-Professor Christian Thielemann

Studenten dirigieren die Sächsische Staatskapelle Dresden

von Thomas Thielemann

Semperoper / Erster Meisterkurs von Christian Thielemann © Matthias Creutziger

Semperoper / Erster Meisterkurs von Christian Thielemann © Matthias Creutziger

Das Fehlen von Opern- und Konzertveranstaltungen sowie ein ausgedünnter Probenbetrieb ermöglichten dem kürzlich ernannten Honorarprofessor Christian Thielemann, zehn Studierende der Bachelor- oder Masterstudiengänge „Orchesterdirigierens“ der Dresdner Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in das größtmögliche der Musikzimmer, der Bühne der Semperoper zu einem Meisterkurs einzuladen.

An der Hochschule werden die Eingeladenen von den Professoren Ekkehard Klemm, Steffen Leißner beziehungsweise Georg Christoph Sandmann umfassend auf ihren künftigen Beruf vorbereitet. Für den Meisterkurs hatten sich die Teilnehmer jeweils auf zwei Kompositionen der romantischen Konzertliteratur vorbereitet. Zur Auswahl standen neben der Freischütz-Ouvertüre des Carl Maria von Weber sowie zwei Sätze der Zweiten Symphonie Robert Schumanns zur Auswahl.

In zwei Probendurchläufen konnten fünf der ausgewählten Studierenden ihre Fähigkeiten im Umgang mit der großbesetzten Sächsischen Staatskapelle unter Anleitung des Chefdirigenten schulen und vervollkommnen.

Semperoper / Erster Meisterkurs von Christian Thielemann hier mit Yixuan Wang am Pult © Matthias Creutziger

Semperoper / Erster Meisterkurs von Christian Thielemann hier mit Yixuan Wang am Pult © Matthias Creutziger

Christian Thielemann und Ekkehard Klemm verfolgten die intensive Arbeit der jungen Musiker zunächst vom Parkett aus, bis dann der Chefdirigent seine Kritik ausführlich vor Ort begründete: nicht mit beiden Händen die gleiche Bewegung machen; die linke für das Herauslocken besonderer Akzente nutzen.-Die besondere Verteilung der Bläser im hinteren Teil des größten Musikzimmers beachten, damit diese nicht zu spät kommen.- Und die Rolle der Stimmführer im Blick behalten.

Die Musiker folgten tatsächlich den Anweisungen der Nachwuchs-Dirigenten, auch wenn es schwer fiel, mal nicht perfekt zu spielen. Von Musikern und vom Konzertmeister Matthias Wollong gab es Rückmeldungen: mal zu langsam, zu mulmig,- „schauen Sie in die Partitur – Da müssen Sie mehr rauskitzeln“.

Aber es gab auch Lob, wenn eine schöne Synthese von Präzision und Stimmung im 3. Satz der Schumann-Symphonie gelang. Begeisterung und Zufriedenheit mit dem Geleisteten bei allen Teilnehmern:

Semperoper / Erster Meisterkurs von Christian Thielemann in der Semperoper © Matthias Creutziger

Semperoper / Erster Meisterkurs von Christian Thielemann in der Semperoper © Matthias Creutziger

„Die Offenheit, das Talent und die Ernsthaftigkeit der Dresdner Dirigierstudenten haben mich nachhaltig beeindruckt,“ so Semperoper Chefdirigent Thielemann:Er freue sich sehr auf die weiter Zusammenarbeit.“

Christian Thielemann sei super auf uns eingegangen, hat sofort helfende Hinweise gegeben. Seine Begeisterung und Energie sind ansteckend, meinte Tim Fluch. Seine Kommilitonin Katharina Dickopf fand den Meisterkurs sehr inspirierend: Sie habe gelernt, wie man durch kleinste Bewegungen einen intensiven Kontakt zu den Musikern herstellen und dadurch freier gestalten kann.

Auch für die Musiker der Staatskapelle war der Meisterkurs wieder einmal Gelegenheit, gemeinsam zu spielen und neue Erfahrungen zu sammeln.

—| IOCO Aktuell Semperoper Dresden |—


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Baden-Baden, Festspielhaus, En suite-Festival – Tamestit, Tjeknavorian, Zassimova, 18.07. – 30.8.2020

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Festspielhaus Baden – Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

En suite – Festival – 18.7. – 30.8.2020

  Antoine Tamestit – Telemann, Bach – 18.7. – 19.7.2020

Die Festspiele Baden-Baden finden im Sommer 2020 in Hotels und dem Museum Frieder Burda statt. Unter dem Motto En suite gibt es ein Konzert-Programm mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern sowie fest eingeplanten „Aha- Effekten“ vom 18. Juli bis zum 30. August 2020.

„Wer die Begriffe Baden-Baden, Musik und Hotel zusammenfügt, erzeugt angenehme Bilder in den Köpfen der Menschen“, so Stampa. Der Intendant möchte die durch die Corona-Pandemie erzwungene Spielpause auf diese angenehme Weise beenden. „Wir tasten uns langsam wieder an Live-Veranstaltungen heran – derzeit in kleinem Rahmen, der in Baden-Baden aber auch immer die Begriffe Sicherheit und Wohlergehen mitschwingen lässt“.

Das vollständige  Programm – En suite und mehr – HIER!

Das En suite – Festival begrüßt Solistinnen und Solisten wie den französischen Ausnahme-Bratschisten Antoine Tamestit, ein Streich-Trio um den gefeierten österreichischen Geiger Emmanuel Tjeknavorian, die in Baden lebende russische Pianistin Anna Zassimova sowie die international gefeierten Ensembles delian::quartett und das Schumann-Quartett.

Spielorte sind der Maler-Saal des Hotels Maison Messmer, die Orangerie des Brenners Park Hotel sowie das Museum Frieder Burda (in Zusammenarbeit mit dem Hotel „Kleiner Prinz“).

Den Auftakt macht im Malersaal des Hotels Maison Messmer der international als einer der einzigartigsten Bratschisten gefeierte Antoine Tamestit. In seinen Konzerten am Samstag 18. Juli, 16 Uhr, und Sonntag 19. Juli, 11 Uhr, stellt er auf reizvolle Weise Werke Johann Sebastian Bachs denen seines Zeitgenossen Georg Philip Telemann gegenüber. Festspielhaus-Dozent Dariusz Symanzski wird in das Konzert einführen und so für zusätzliche Aha-Effekte beim Musikgenuss sorgen.

Festspielhaus Baden - Baden / Antoine Tamestit à Paris en octobre 2016 © Julien Mignot / harmonia-mundi

Festspielhaus Baden – Baden / Antoine Tamestit à Paris en octobre 2016 © Julien Mignot / harmonia-mundi

Sowohl als Solist, Rezitalist und Kammermusiker ist Antoine Tamestist für seine unübertroffene Technik und die vielgerühmte Schönheit seines farbenreichen Bratschentons bekannt. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen bei renommierten Instrumentalwettbewerben, wie bei den New Yorker Young Concert Artists Auditions und dem Internationalen Musikwettbewerb der ARD. Und auch sein Instrument ist einzigartig: Antoine Tamestist spielt die vielleicht wertvollste Viola der Welt:

Er konzertiert auf der 1672 von Stradivari gebauten „Mahler“- Bratsche, die vermutlich erste Viola, die von Stradivari stammt. Sein Repertoire reicht von der Barockzeit bis zur Gegenwart. In der aktuellen Saison sollte er mit einem umfangreichen Programm an Solo- und Kammerkonzerten „Portrait  Artist“ des London Symphony Orchestra sein, was die Corona-Pandemie unmöglich gemacht hat. Seine Residenz an der Kammerakademie Potsdam konnte er mit zwei Konzerten zumindest teilweise in Anspruch nehmen.

Er spielte mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Orchestre de Paris, den Wiener Symphonikern, dem Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra und dem São Paulo Symphony Orchestra. Neben Sir John Eliot Garniner arbeitet er regelmässig mit den Dirigenten Valery Gergiev, Riccardo Muti, Marek Janowski, Antonio Pappano, François-Xavier Roth und Franz Welser-Möst zusammen.

In der Zeit Bachs und Telemanns hatte die Bratsche im Ensemble der Streichinstrumente noch sehr viel mehr zu tun, als viele ihr heute zutrauen: Die Unterwerfung der Mittelstimmen kam erst im Rokoko und in der Wiener Klassik. War die Bratsche zuvor gleichberechtigter Partner im polyphonen Stimmgeflecht, verschwand sie nun in der vernachlässigten Mitte zwischen den Geigen, die oben jubilierten, und den Celli und Bässen, die unten Halt gaben. Tamestit deutet in seinem Programm die Bratsche wieder um: aus der lauen Mitte wird der wandlungsfähige, nach vielen Seiten offene Mittler: Denn es ist eine Stärke seines Instruments, dass auf ihm spieltechnisch alles möglich ist, was auch die Geige kann, wenn auch deren brillante Höhe fehlt. Zudem hat die Bratsche im tieferen Register mehr zu bieten als ihre zierliche Schwester – sie betört mit warmem, vollem Ton.

Festspielhaus Baden - Baden / Malersaal Baden-Baden © Maison Messmer

Festspielhaus Baden – Baden / Malersaal Baden-Baden © Maison Messmer

In den Konzerten am 18. und 19 Juli erklingen im Malersaal des Maison Messmer Fantasien von Georg Philipp Telemann und Suiten von Johann Sebastian Bach. Entstanden sind Bachs Suiten wie auch Telemanns Fantasien in den 1720er und 30er Jahren. Waren Telemanns Fantasien im Aufbau von Bach gar nicht so weit entfernt – auch in ihnen verbergen sich kleine Tanzsuiten und flotte Gigues im Dreiachteltakt.

Doch während bei Bach die Musik voranschreitet wie in einem Selbstgespräch oder einer Meditation, hört man bei Telemann das „Publikum“ immer gleich mit. Er bevorzugte klar umrissene, eingängige Melodien und folkloristische Rhythmen und komponierte mit Blick auf musikalische Laien, die seine Noten kauften oder Unterricht bei ihm nahmen. Damit stieß er eine Tür auf zur bürgerlichen Musikkultur, die nicht mehr für Gott oder den König, sondern für sich selbst musizierte.

Dass er in Leipzig aus geselligem Musizieren unter Studenten die öffentlichen „Kollegiumskonzerte“ formte, passt in diese neue Musikkultur. Sein Nachfolger als Leiter dieser Konzerte war dann gleichwohl kein Geringerer als Bach. Der Malersaal aus der Zeit der Belle Époque ist das Herzstück unter den festlichen Sälen, die das traditionsreiche Hotel Maison Messmer für außergewöhnliche und exklusive Veranstaltungen bereithält. Schon im alten „Messmer“ war der Malersaal Ort für festliche Events, hier gab sich die High Society von Baden-Baden ein Stelldichein. Aufwendig restauriert, mit über sieben Metern Raumhöhe und einem geradezu imperialen Ambiente, knüpft der Malersaal heute wieder an diese Tradition an und bietet einen idealen Rahmen für den En suite- Auftakt.

—| Pressemeldung Festspielhaus Baden-Baden |—


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