Rostock, Volkstheater Rostock, BLUES BROTHERS – Auf der alten Neptunwerft, 29.06.2019

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Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

 BLUES BROTHERS – Rhythm-and-Blues-Revue

 Volkstheatersommer 2019 in der Halle 207

Kooperation mit der hmt Rostock / Gefördert von der AMDK

Der Kultfilm The Blues Brothers mit seinem weltweit gefeierten Mix aus RnB-, Soul-, Blues-, Jazz- und Rock-Elementen bot die Vorlage: Jake und Elwood, zwei coole Kleinganoven, wuchsen in einem Waisenhaus auf, dem die Schließung wegen Steuerschulden droht. Da stellt sich natürlich die Frage: Wie helfen? Auf illegalem Weg kann mit Rücksicht auf die katholische Einrichtung keine Kohle besorgt werden. Deshalb bleibt nur die Musik, um ihren Ruin abzuwenden. Also rasen die Brüder in einem ausgemusterten Streifenwagen durch das Land und trommeln ihre ehemaligen Bandmitglieder für eine Art Charity-Konzert zusammen, hinterlassen dabei allerdings jede Menge Scherben und eine Spur des Chaos…

Volkstheater Rostock / Blues Brothers © Mirco Dalchow

Volkstheater Rostock / Blues Brothers © Mirco Dalchow

Eine unverschämt komische Sommer-Revue, die die Halle 207 zu so unvergänglichen Hits wie „Sweet Home Chicago“ oder „Everybody Needs Somebody“ rockt – inklusive schwarzer Sonnenbrillen und ausgiebig schrägem Humor.

Stephan Brauer, Regie / Olaf Grambow, Bühne / Andrea Eisensee, Kostüm / John R. Carlson, Benjamin Köthe, Musikalische Leitung / Anna Langhoff, Dramaturgie

Mit: Dennis Oliver Batchelor, Frank Buchwald, , Tim Grambow, Shandra Konzok, Linda Kuhn, Gina Maria Maag, Ulf Perthel, Özgür Platte, Steffen Schreier, Anton Shults, Daniele Varallo, Alexander von Säbel, Band, Kinder- und Jugendchor der Rostocker Singakdemie e.V.

PREMIERE
Samstag, 29. Juni 2019, 19:30 Uhr, Halle 207 auf der alten Neptunwerft

—| Pressemeldung Volkstheater Rostock |—

Rostock, Volkstheater Rostock, EINE NACHT IN VENEDIG – In Rostocker Werft, 08.06.2019

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Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

 EINE NACHT IN VENEDIG – Johann Strauss

Lagunen-Zauber in  Halle 207 auf der alten Neptunwerft

Masken und karnevaleske Kostüme, Stelzenlauf und Tarantella, dazu die unverwechselbaren Klänge des Walzerkönigs Johann Strauß („Komm in die Gondel, mein Liebchen“), beschwören den Glanz der Serenissima herauf. Im Karneval verschwimmen dort die Grenzen von Schein und Sein, lösen sich Standes- und Klassenunterschiede auf, gerät die Welt kurzzeitig aus den Fugen…

Volkstheater Rostock / Eine Nacht in Venedig © Mirco Dalchow

Volkstheater Rostock / Eine Nacht in Venedig © Mirco Dalchow

Der Herzog von Urbino nutzt den Ausnahmezustand nur zu gern zur Erfüllung seiner amourösen Wünsche. Die Karnevalsnacht will er mit Barbara, der Gattin des Senators Delaqua, verbringen. Delaqua, der um die erotischen Absichten des Herzogs weiß und nicht als gehörnter Ehemann dastehen will, den Herzog gleichzeitig aber auch nicht vor den Kopf zu stoßen wagt, ersinnt einen Plan: Das Dienstmädchen Ciboletta soll kostümiert Barbaras Rolle bei dem Rendezvous spielen. Womit er nicht rechnet, ist die erotische Abenteuerlust seiner Gattin, die gar nicht daran denkt, ihrem Mann in dieser Nacht treu zu bleiben…

Johann Strauß‘ funkelnde Meister-Operette eröffnet den diesjährigen Volkstheatersommer!

Martin Hannus, Musikalische Leitung / Isabella Gregor, Regie / Olaf Grambow, Bühne / Katja Wetzel, Kostüme, Katja Taranu, Choreografie / Jens Ponath, Dramaturgie

Mit: Uwe Brauns, Nikos Fragkou, Marco Geisler, James J. Kee, Katharina Kühn, Hung-Wen Mischnick, Rebeka Mondovics, Judith Österreicher, Isabel Seebacher, Shoko Seki, Lev Semenov, Grzegorz Sobczak, Antonio Spatuzzi, Harry Tchor, Václav Vallon

Opernchor des Volkstheaters, Norddeutsche Philharmonie Rostock

PREMIERE Samstag, 08. Juni 2019, 19:30 Uhr, Halle 207 auf der alten Neptunwerft, weitere Termine: Montag, 10. Juni 2019, 18:00 Uhr, Halle 207  , Samstag, 15. Juni 2019, 19:30 Uhr, Sonntag, 23. Juni 2019, 15:00 Uhr,  Sonntag, 30. Juni 2019, 18:00 Uhr,

—| Pressemeldung Volkstheater Rostock |—

Rostock, Volkstheater Rostock, Spielplan Mai 2019

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Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen


Spielplan Mai 2019


Do. 02.05.2019           09:00 + 10:30 Uhr / Großes Haus
Das singende klingende Bäumchen
Musikalisches Märchen für Schauspiel, Kinderchor und Orchester
Von Babette Bartz und Malte Hübner
Uraufführung
Ab 6 Jahren


Fr. 03.05.2019           19:30 Uhr / Großes Haus / Premiere
Spring Awakening
Musical nach Frank Wedekinds „Frühlings Erwachen“ von Duncan Sheik und Steven Sater
Deutsch von Nina Schneider
Partizipatives Projekt

20:00 Uhr / Ateliertheater / Premiere
Das Land dazwischen – Teil 1: Linien
Ein Rechercheprojekt von Nina Gühlstorff und Ensemble im Rahmen von „Das Land dazwischen“
Eine Partnerschaft zwischen AKA:NYX, Mecklenburgischem Staatstheater und Volkstheater Rostock

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde / Gastspiel
War’n Sie schon mal in mich verliebt?
Maximilian Nowka singt Max Hansen


Sa. 04.05.2019           11:00 Uhr / Großes Haus
OZ-Theaterwerkstatt
Das Tanztheater

19:30 Uhr / Großes Haus
Frau Luna
Operette von Paul Lincke


20:00 Uhr / Ateliertheater
Das Land dazwischen – Teil 1: Linien
Ein Rechercheprojekt von Nina Gühlstorff und Ensemble im Rahmen von „Das Land dazwischen“
Eine Partnerschaft zwischen AKA:NYX, Mecklenburgischem Staatstheater und Volkstheater Rostock

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Merci, Chérie
Musikalische Zeitreisen / Folge 1
Mit Frank Buchwald


So. 05.05.2019           11:00 + 16:00 Uhr / Yachthafenresidenz Hohe Düne / Ausverkauft
5. Classic Light
„Wo die Zitronen blüh’n“
James J. Kee, Tenor
Leitung: Martin Hannus

16:00 Uhr / Ateliertheater / Gastspiel
Puppenatelier: Richard, der stärkste Rabe der Welt
Nach einem Buch von Helme Heine
Tandera-Theater
Ab 4 Jahren

18:00 Uhr / Großes Haus
Spring Awakening
Musical nach Frank Wedekinds „Frühlings Erwachen“ von Duncan Sheik und Steven Sater
Deutsch von Nina Schneider
Partizipatives Projekt

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde / Gastspiel
War’n Sie schon mal in mich verliebt?
Maximilian Nowka singt Max Hansen


Mo. 06.05.2019           09:00 Uhr / Ateliertheater / Gastspiel
Puppenatelier: Richard, der stärkste Rabe der Welt
Nach einem Buch von Helme Heine
Tandera-Theater
Ab 4 Jahren


Di. 07.05.2019           17:30 + 20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Li.Wu. in Warnemünde: Die brillante Mademoiselle Neila
ro-cine e.V.


Mi. 08.05.2019           19:30 Uhr / Großes Haus
Spring Awakening
Musical nach Frank Wedekinds „Frühlings Erwachen“ von Duncan Sheik und Steven Sater
Deutsch von Nina Schneider
Partizipatives Projekt

20:00 Uhr / Ateliertheater / Zum letzten Mal
Utopie 3: Öffne dein Herz Ich will den Champagner kaltstellen
Uraufführung von Juri Sternburg


Do. 09.05.2019           20:00 Uhr / Ateliertheater / Zum letzten Mal
Sturm und Drang
Tanztheater mit Live-Musik
Uraufführung


Fr. 10.05.2019           19:30 Uhr / Großes Haus
Spring Awakening
Musical nach Frank Wedekinds „Frühlings Erwachen“ von Duncan Sheik und Steven Sater
Deutsch von Nina Schneider
Partizipatives Projekt

20:00 Uhr / Ateliertheater
Das Land dazwischen – Teil 1: Linien
Ein Rechercheprojekt von Nina Gühlstorff und Ensemble im Rahmen von „Das Land dazwischen“
Eine Partnerschaft zwischen AKA:NYX, Mecklenburgischem Staatstheater und Volkstheater Rostock

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde / Gastspiel
Rabenschwarzer Humor & Jazz vom Feinsten
Mit Dr. Klaus Koch und Andreas Pasternack

20:00 Uhr / St.-Nikolai-Kirche
Eröffnungskonzert des 94. Bachfestes der Neuen Bachgesellschaft e.V.
Mit der Norddeutschen Philharmonie Rostock u.a.
Leitung: Markus Johannes Langer


Sa. 11.05.2019           19:30 Uhr / Großes Haus
Spring Awakening
Musical nach Frank Wedekinds „Frühlings Erwachen“ von Duncan Sheik und Steven Sater
Deutsch von Nina Schneider
Partizipatives Projekt

20:00 Uhr / Ateliertheater / Eintritt frei
Quizbühne
Der theatrale Rätselabend

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Non(n)sens
Musical Comedy von Dan Goggin


So. 12.05.2019           15:00 Uhr / Großes Haus
Frau Luna
Operette von Paul Lincke

16:00 Uhr / Ateliertheater
Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt
Kinderstück von Franziska Ritter nach dem gleichnamigen Buch von Hannes Hüttner
Ab 4 Jahren

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde / Gastspiel
Rabenschwarzer Humor & Jazz vom Feinsten
Mit Dr. Klaus Koch und Andreas Pasternack


Mo. 13.05.2019           11:00 Uhr / Ateliertheater
Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt
Kinderstück von Franziska Ritter nach dem gleichnamigen Buch von Hannes Hüttner
Ab 4 Jahren


Di. 14.05.2019           20:00 Uhr / St.-Nikolai-Kirche
Dvoráks Requiem mit Marcus Bosch
Konzert zum 94. Bach-Fest
Michaela Maria Mayer (Sopran), Takako Onodera (Mezzosopran),  Tilman Lichdi (Tenor), Simon Bailey (Bass), Chor der vocapella, Vokalwerk Nürnberg, Norddeutsche Philharmonie Rostock
Leitung: Marcus Bosch


Do. 16.05.2019           09:00 Uhr / Rostocker Freizeitzentrum / Ausverkauft
Kindermusikfest
„Basteln mit Bach“
Mit der Norddeutschen Philharmonie Rostock und Studierenden des Pädagogischen Kollegs

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Merci, Chérie
Musikalische Zeitreisen / Folge 1
Mit Frank Buchwald


Fr. 17.05.2019           16:00 + 19:30 Uhr / Großes Haus / Gastspiel
Gregor Gysi: Ein Leben ist zu wenig
Live-Talk: Moderator Hans-Dieter Schütt spricht mit Gregor Gysi über dessen Autobiografie

18:00 Uhr / Ateliertheater / Premiere
Family Issues // Das Grüne Ungeheuer
Doppelpremiere mit dem Theaterclub der Offenen Bühne und dem StudentInnenclub

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Merci, Chérie
Musikalische Zeitreisen / Folge 1
Mit Frank Buchwald


Sa. 18.05.2019           20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Rote Rosen und Skandale
Musikalische Zeitreisen / Folge 2
Mit Petra Gorr und Christian Kuzio


So. 19.05.2019           20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Rote Rosen und Skandale
Musikalische Zeitreisen  / Folge 2
Mit Petra Gorr und Christian Kuzio


Do. 23.05.2019           20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Das Konzept romantischer Liebe
Monolog von Oliver Bukowski
Uraufführung


Fr. 24.05.2019           20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Das Konzept romantischer Liebe
Monolog von Oliver Bukowski
Uraufführung


Sa. 25.05.2019           20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Non(n)sens
Musical Comedy von Dan Goggin


So. 26.05.2019           17:30 Uhr / Ateliertheater
Konzerteinführung

18:00 Uhr / Großes Haus  
9. Philharmonisches Konzert
Joseph Haydn: Symphonie Nr. 82 C-Dur Hob. I:82 „Der Bär“
Richard Strauss: Konzert für Oboe und kleines Orchester D-Dur
Sergej Prokofjew: Musik aus „Romeo und Julia“ op. 64
Viola Wilmsen, Oboe
Leitung: Marcus Bosch

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Non(n)sens
Musical Comedy von Dan Goggin


Mo. 27.05.2019           19:00 Uhr / Ateliertheater
Konzerteinführung

19:30 Uhr / Großes Haus
9. Philharmonisches Konzert
Programm s. 26.05.!


Di. 28.05.2019           19:00 Uhr / Ateliertheater
Konzerteinführung

19:30 Uhr / Großes Haus
9. Philharmonisches Konzert
Programm s. 26.05.!

ca. 21:30 Uhr / Foyer
Philharmonische Lounge
Im Anschluss an das Konzert


Do. 30.05.2019           20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Das Konzept romantischer Liebe
Monolog von Oliver Bukowski
Uraufführung


Fr. 31.05.2019           20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Merci, Chérie
Musikalische Zeitreisen / Folge 1
Mit Frank Buchwald

—| Pressemeldung Volkstheater Rostock |—

Hamburg, Altonaer Theater, Walter Kempowski – Eine Familienchronik, IOCO Kritik, 23.10.2018

Oktober 24, 2018 by  
Filed under Altonaer Theater, Hervorheben, Kritiken, Schauspiel

 

Altonaer Theater © Thomas Huang

Altonaer Theater © Thomas Huang

Aaltonaer Theater

Walter Kempowski –  Eine Familienchronik

– Aus großer Zeit  /  Tadellöser und Wolff –

Von  Rolf Brunckhorst

Mit einem ehrgeizigen Projekt erweckte das Altonaer Theater großes Interesse bei seinen Abonnenten ebenso wie den gelegentlichen Besuchern des Theaters. Besagtes Projekt ist nichts weniger als der Versuch, Walter Kempowskis Familienchronik,  in der er schildert, wie seine Familie die Zeit des 1. Weltkrieges, der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus und des 2. Weltkrieges, und schließlich die Gründungsjahre der Deutschen Demokratischen Republik übersteht, auf die Bühne des Altonaer Theater zu bringen

Kempowskis Familie ist zugleich Repräsentant des deutschen Bürgertums, besonders natürlich der Rostocker Gesellschaft. In allen bedrohlichen Situationen gilt für die Familie Kempowski die Reaktion „Augen zu und durch“. So versuchen die Kempowskis, ihre Familienidylle von Wohnung zu Wohnung, von Fliegerbombe zu Fliegerbombe, und stetigen Problemen mit den Behörden, als Scheinwelt für sich aufrecht zu erhalten. Das Altonaer Theater hat im Herbst 2018 die ersten beiden Teile des Projekts auf die Bühne gebracht, die Teile 3 und 4 folgen im Frühjahr 2019. Dabei hält sich Axel Schneider, der das Stück für die Bühne eingerichtet und auch die Regie geführt hat, so präzise wie möglich an die Romanvorlage.

Altonaer Theater / Aus großer Zeit, Theaterstück nach Walter Kempowskis Roman © G2 Baraniak

Altonaer Theater / Aus großer Zeit, Theaterstück nach Walter Kempowskis Roman © G2 Baraniak

Die Romanvorlage eignet sich mit ihren kurzen inhaltlichen Abrissen perfekt für eine Bühnenversion. So reiht sich auch hier Szenenwechsel an Szenenwechsel, und zwei Minuten nach der Picnic-Szene in der Rostocker Heide befindet sich der Zuschauer im Haus der Familie. Dafür, daß der Abend nicht in allzu viele Einzelteile zerbricht, sorgt die Rolle des Walter Kempowski, der neben seiner Spielrolle auch den Kommentator der Chronik zu sprechen hat. Das bedeutet für den Darsteller eine fast ununterbrochene Bühnenpräsenz. Johan Richter macht das alles ganz ausgezeichnet. Schon rein optisch wirkt er ideal, man weiß auf den ersten Blick, wen man vor sich hat, denn er ähnelt einerseits verblüffend dem originalen Walter Kempowski und kommt wunderbar nahe an die Hauptfigur der Fernsehverfilmung heran – eine ganz gelungene Mischung. Sprachlich ist er überragend, der Zuschauer versteht jedes Wort sowohl in den Chronikauszügen als auch in den komplizierten Ensembleszenen. Laute Bravorufe ließen erahnen, daß Johan Richter sich in dieser Rolle als Publikumsliebling etablieren wird. Ab dem zweiten Abend tritt mit der zweiten Kempowski-Generation auch der sprachliche Kunstgriff Walter Kempowskis in den Vordergrund, seine Hauptpersonen in einem äußerst vergnüglichen Sprach-Mix agieren zu lassen. Anne Schieber als Grete Kempowski hat die bekanntesten und beliebtesten dieser zu Redewendungen gewordenen Redensarten in ihren Sprachgebrauch übernommen. Egal ob gejubelt wird („Kinder wie isses denn nun schön“), oder Verletztheit und Verwunderung („Kinder wie kann es denn nun bloß angehen“), Anne Schieber bringt das differenziert über die Runden und erzielt beim Publikum, das natürlich auf diese sprachlichen Schmankerln gelauert hat, regelmäßige Lacher. Da man keine Grete Kempowski auf dieser Welt mit Edda Seippel (aus der TV-Produktion) vergleichen kann, tut der Rezensent dieses hier natürlich auch nicht.

Altonaer Theater / Aus großer Zeit - Theaterstück nach Walter Kempowskis Roman © G2 Baraniak

Altonaer Theater / Aus großer Zeit – Theaterstück nach Walter Kempowskis Roman © G2 Baraniak

Anne Schieber stehen, wenn sich die Bühnenfassung auch im 3. und 4. Teil eng an das Original hält, noch die heikelsten Szenen bevor, nämlich der Aufenthalt im Frauengefängnis, und das leicht pathetische Finale, nämlich die Abrechnung mit den beiden Söhnen. An ihrer Seite war es Dirk Hoener als Karl Kempowski vorbehalten, die „Gutmannsdörfer“ und ähnliche Formulierungsschoten auf die Bühne zu bringen. Klagend und fragend durchzieht er gleichsam einem roten Faden die Rolle mit dem Zustand seiner Gesichtshaut. Sehr viel ist in der Bühnenversion von den in hohem Tempo abzulaufenden Dialogen zwischen Walter und Robert abhängig; auch Philip Spreen agiert hier ebenso vorbildlich wie sein Bühnenbruder, auch seinem Maskenbildner sei ein besonderes Lob ausgesprochen. Tochter Ulla hat ihren Weg aus dem politischen Dilemma ihrer Heimat gefunden, sie heiratet den Dänen Sörensen.

Altonaer Theater / Tadellöser und Wolff - nach Walter Kempowskis Familienchronik © G2 Baraniak

Altonaer Theater / Tadellöser und Wolff – nach Walter Kempowskis Familienchronik © G2 Baraniak

Ullas Rolle wird im 3. und 4. Teil vor allem daraus bestehen, Versorgungspakete an den Rest der Familie zu verschicken. Nadja Wünsche wertet diese von der Anlage her etwas blasse Rolle durch ihr engagiertes Spiel deutlich auf und profiliert sich auch bei ihren Gesangseinlagen. Tobias Dürr hatte nicht nur Ullas dänischen Ehemann Sörensen darzustellen, sondern hatte ebenso wie Detlef Heydorn (Opa Kempowski u.a.), Katrin Gehrken (u.a. Klavierlehrerin Frl. Schnabel), und Ute Geske (ganz köstlich als Ute, Elke u.a.) zahlreiche kleinere Rollen übernommen. Zum Gelingen der beiden Abende trugen auch das spartanische, aber mit sinnvollen  Symbolen arbeitende Bühnenbild (Ulrike Engelbrecht) sowie die zeitgemäßen Kostüme (Volker Deutschmann, Sabine von Allwörden) bei.

Allen Beteiligten dieser Produktion sei für diese beiden vorbildlichen Theaterabende gedankt, die schon Freude aufs Wiedersehen in den Teilen 3 und 4 im April 2019 aufkommen lassen.

 

—| IOCO Kritik Altonaer Theater |—

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