Giessen, Stadttheater Giessen, Der Barbier von Sevilla – Gioacchino Rossini, IOCO Kritik, 01.10.2019

Oktober 1, 2019 by  
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Stadttheater Giessen

Stadttheater Gießen © Rolf K. Wegst

Stadttheater Gießen © Rolf K. Wegst

Der Barbier von Sevilla – Gioacchino Rossini

– ein szenisch und musikalisch funkelndes Feuerwerk –

von Ljerka Oreskovic Herrmann

Gioacchino Rossini Paris © IOCO

Gioacchino Rossini Paris © IOCO

Noch bevor der Vorhang aufgeht, stellt ein leerer Friseurstuhl auf der linken Seite vor dem Vorhang alles klar: Hier herrscht Figaro, der Barbier von Sevilla! An ihm kommt keiner vorbei, denn er ist – wie er später dem Grafen Almaviva erklären wird – für alles zuständig als Friseur, Barbier, Peruquier, Gärtner oder Tierarzt. Jedenfalls wird das der Graf glauben müssen, denn ohne dessen Hilfe wird er seiner angebeteten Rosina kaum nahe kommen – geschweige denn sich mehr erhoffen können. Und nachdem der Vorhang die Bühne den Blicken freigibt, bestätigt sich der erste Eindruck. Figaros überdimensioniertes Werkzeug liegt überall herum – die Bühne ist sein Reich. Oder vielmehr Rossinis! Die dezent deutlichen Hinweise auf den Urheber der ganzen Szenerie – das Rasiermesser trägt ganz „zufällig“ den Vornamen, die Pomade bzw. den Deckel ziert ganz selbstverständlich ein Portrait und der Nachname des Komponisten – zeugen von der Reverenz an diesem Meister der Opera buffa. Und so gibt die Musik alles vor, die Regie folgt ihr gekonnt konsequent und überträgt das Verwirrspiel um (Gier nach) Geld und Liebe oder anders herum wunderbar auf die Bühne.

Stadttheater Giessen / Der Barbier von Sevilla hier vl Daniele Macciantelli, Naroa Intxausti, Grga Peros, Enrico Iviglia, Heidrun Kordes © Rolf K Wegst

Stadttheater Giessen / Der Barbier von Sevilla hier vl Daniele Macciantelli, Naroa Intxausti, Grga Peros, Enrico Iviglia, Heidrun Kordes © Rolf K Wegst

Figaro, als alter Ego Rossinis, ist mittendrin und zugleich der grandiose Strippenzieher des Geschehens. Grga Peroš gibt ihm die herausragenden stimmlichen wie darstellerischen Konturen. Seine Einstiegsarie „Largo al factotum della città“ erntet Szenenapplaus. Zwar ist dieser Figaro von Haus aus – die Commedia dell’ Arte als Hintergrundfolie scheint immer wieder durch – ein komödiantischer Geselle, das geschmackvoll bunte Kostüm sowie die blonde Perücke verweisen darauf, aber ein Clown ist er nicht. Dazu steht dieser Barbier zu selbstgewiss und selbstsicher in der Welt, die bald eine andere sein wird. Die gesellschaftlichen Verschiebungen, die sich anbahnen und nicht aufzuhalten sein werden – noch hat die französische Revolution nicht stattgefunden, wir schreiben die vorrevolutionäre Zeit vor 1789 –, kündigen sich dennoch unausweichlich an. Der Graf, wie es sich eben für einen Rokoko-Menschen gehört, zwar edel in Brokat und Seide gekleidet, kann aber nur noch Dekor präsentieren, nicht wirkliche Macht.

Stadttheater Giessen / Der Barbier von Sevilla © Rolf K Wegst

Stadttheater Giessen / Der Barbier von Sevilla © Rolf K Wegst

Diese ist längst beim Volk und Figaro die leibhaftige Verkörperung dessen – nicht zuletzt auch durch seine Arie„Tutti mi chiedono, tutti mi vogliono“ beglaubigt. (Noch augenfälliger, weil in der Zeit komponiert, bei Mozarts Le nozze di Figaro, was natürlich vor Rossinis Werk entstand, aber eigentlich das Nachfolgestück ist. Und Rossini kannte seinen Mozart.) Auch der Graf, als armer Student Lindoro, erhält für seine Ständchen, wie auch Rosina für ihre Cavatine „Una voce poco fa“, spontanen Applaus vom Publikum. Soweit die „Guten“ in dieser turbulenten Oper. Der Bösewicht geht natürlich nicht leer aus: Seine berühmte Verleumdungsnummer „La Calunnia“ bzw. „Die Verleumdung ist ein Lüftchen“ zeigt die ganze Meisterschaft Rossinis, aber auch des Philharmonischen Orchesters Gießen unter der exzellenten Leitung Michael Hofstetters. Das sogenannte „Rossini-Crescendo“ entfaltet in seiner Interpretation eine überwältigende Wirkung. Es beginnt langsam und vermeintlich harmlos, wie immer bei Rossini nach einem Rezitativ, und führt weiter zur schnellen Cabaletta; durch die Wiederholung des musikalischen Themas wird die Dynamik und Instrumentation zunehmend gesteigert, so dass alles einem fulminanten und energischen Höhepunkt zustrebt und das zunächst nur geflüsterte Gerücht einem wahren Empörungsfuror gleicht.

Was war passiert: Don Basilio, natürlich als Missetäter ein Bass, hat Rosinas Vormund, dem bürgerlichen Bartolo, empfohlen, den jungen verliebten Lindoro zu diskreditieren, so dass Rosina schließlich ihn, den gesellschaftlich etablierten Arzt, heiraten würde. Bartolo ist tatsächlich mehr am Geld seines Mündels als an ihrer Person interessiert. Doch kein Crescendo wird die Macht der Liebe übertönen können: Lindoro gibt sich als Graf Almaviva zu erkennen, bekommt nach einigem Hürdenlauf seine geliebte Rosina, sie wiederum kann sich endgültig aus den Fängen Bartolos befreien, der dafür noch mit Geld ent- oder vielmehr belohnt wird. All das macht aus Il barbiere di Siviglia ein Meisterwerk, das bis heute Bestand hat und vielleicht die beste komische Oper überhaupt ist – wohlweislich, weil die menschlichen Verhaltensweisen nicht fundamental anders geworden sind. Die genaue Charakterzeichnung und ihre Darstellung entfalten auch Dank des herausragenden, von Cesare Sterbini verfassten, Libretto eine Wirkungsmacht und sorgen für den dauerhaften Erfolg dieser Oper.

Stadttheater Giessen / Der Barbier von Sevilla hier Naroa Intxausti, Tomi Wendt © Rolf K Wegst

Stadttheater Giessen / Der Barbier von Sevilla hier Naroa Intxausti, Tomi Wendt © Rolf K Wegst

Das Stadttheater Gießen hat sich in dieser Spielzeit der bekanntesten Oper Rossinis angenommen. Ein fulminantes Stück für das man nicht nur ein brillantes Sängerensemble benötigt, sondern mit einer nicht minder fulminanten Regie aufwarten muss. Tempo, Witz, Arien, Rezitative und Ensembles sorgen für ein wahres Funkeln der Musik, dass in der theatralischen Umsetzung Widerhall finden muss. Und das hat es tatsächlich – und wie. Regisseur Dominik Wilgenbus nimmt die Musik Rossinis ernst, so ernst, dass sich daraus drei Stunden funkelndes Feuerwerk entluden. Bühne und Kostüme von Lukas Noll, das Licht von Kati Moritz sowie die Videoeinspielungen von Martin Przybilla taten ihr übriges, denn alles stimmt und ist stimmig.

Das Einheitsbühnenbild von Noll erweist sich als sehr abwechslungsreich, denn immer geht irgendwo etwas auf, zeigt eine neue Perspektive und neue Spielmöglichkeiten. Die Requisiten Figaros sind nicht bloß hübsche und belustigende Dekoration – im Gegenteil, sie haben eine Funktion: So soll z.B. das Rasiermesser an Bartolos Wange den nötigen Druck auf seine ungebührlichen Pläne entfalten, aus der Pomadendose kommt Basilio heraus und der überdimensionierte Spiegel oder Rahmen ist zugleich Durchgang und Projektionsfläche für Gefühle, Wünsche und seelische Zustände. Der überdimensionierte Rasierpinsel – natürlich für Lacher sorgend – kommt dabei ebenso zum Einsatz, wie die zu groß geratenen Schere und Kamm. Allerdings werden ihm später mehrere Zacken fehlen – welch köstliche Ironie! Senkrecht stehend entpuppt er sich als eine unsichere Leiter für die geplante Flucht der Liebenden, verschwindet aber, bevor die beiden das ramponierte Werkzeug auf seine Einsatzfähigkeit überprüfen können.

Nolls Kostüme tragen dem historischen wie gesellschaftlichen Kontext Rechnung: Der Graf als Edelmann, Figaro als Komödiant, Bartolo als Bürger mit langen Hosenbeinen – im Gegensatz zum Grafen –, Basilio wird als zwielichtige Figur mit Halbglatze in einen langen schwarz-weißen Mantel als Kontrast zu Figaros buntem Outfit gesteckt, und die beiden Damen repräsentieren ebenso verschiedene sich jedoch ablösende Epochen. Rosina zuckersüß in kurzem, schwarz-pinken Korsagen-Kleid, keineswegs naiv, zeugt von der neuen Zeit und Freizügigkeit, Marcelline ist dagegen mit ihrem grünen, langen samtähnlichen Kostüm eher die Verkörperung des überholten Ancien Régimes. Übrigens, auch der Männerchor steckt kostümmäßig noch in der alten Zeit, ist gesanglich und spielerisch aber ganz auf der Höhe und dabei wie alle Mitwirkenden von ausgesprochener Spielfreude angesteckt.

Aus all dem zaubert Dominik Wilgenbus eine turbulente Inszenierung, die dem Atem der Musik folgt, ohne hektisch zu werden. Jede Figur ist bei ihm genau gezeichnet, erhält eine eigene und sorgfältig gewählte Ausdrucksweise und Körpersprache: So ist Rosina nicht nur lebhaft und pfiffig, sie darf sich anders bewegen als Marcelline, die zunächst verhalten und zurückhaltend agiert, um am Ende als erfahrene Frau Besitz von der Bühne zu ergreifen. Allein dieser Kontrast zeigt wie durchdacht und exakt Wilgenbus seine Interpretation umsetzt. Es sind diese scheinbar kleinen Dinge, Gesten, Schritte oder auch das Innehalten, nur um dann die Handlung rasanter fortzuschreiben, die den Reiz und den Erfolg dieser Inszenierung ausmachen.

Hinzu kommt ein wunderbares Ensemble: Der allwissende und wunderbare Figaro von Grga Peroš wurde schon genannt; dieser Figaro könnte seine Paraderolle werden. Enrico Iviglia ist ein herrlicher Graf, gesellschaftlich bald obsolet, dafür aber als Verehrer und zukünftiger Ehemann umso mehr geliebt. Iviglia fühlt sich sichtlich wohl in dieser Rolle, sein Tenor strotzt am Ende vor Kraft und Freude, ob des errungen Erfolges. Rosina, Naroa Intxausti, ehemaliges Ensemblemitglied in Gießen, besitzt eine ausdrucksstarke und wandlungsfähige Stimme, gepaart mit viel Spielwitz. Bei Tomi Wendt – ein hervorragender Sängerdarsteller –  ist die Figur des Bartolo gut aufgehoben, lässt gesanglich wie darstellerisch nichts zu wünschen übrig. Wie ihm zum Haare raufen langsam dämmert, ihm könnten die Felle davonschwimmen und die gemeinsamen Zukunft mit Rosina wie eine Seifenblase aus dem Salon des Figaro zerplatzen, ist herrlich anzusehen.

Kontrastierend dazu der beeindruckende Bass von Daniele Macciantelli als Basilio – stoisch, durch nichts zu erschüttern, bereit in aller Ruhe zum eigenen Vorteil die Seiten zu wechseln, gelingen in seiner Verkörperung dieses wenig standfesten Helden mühelos und entwickeln eine eigene Präsenz. Heidrun Kordes als Marcelline ist unbeeindruckt von den ganzen Vorkommnissen, ihr schöner Sopran strahlt eine Wärme und Erdung aus; sie ahnt oder weiß vielmehr, dass das Liebesglück nicht ewig währen wird. Bei Mozart wird diese Rosina, als Gräfin, in der berührenden Arie „Dove sono i bei momenti“ tatsächlich die Frage nach den verlorenen gegangenen schönen Augenblicken stellen. Abschließend sei noch Alexander Hajek erwähnt, denn die Verkörperung von nicht weniger als vier Personen – Fiorello, Sergente, Notario und Pantomime – trugen nicht minder zur großartigen Leistung des Sängerensembles und den urkomischen Verwicklungen bei.

Und nicht zuletzt das Dirigat von Michael Hofstetter, dem scheidenden GMD, sorgten für einen rundum gelungenen Opernabend, der einhellig und mit begeisterten Applaus vom Publikum gefeiert wurde. Hofstetter gelingt eine präzise Verzahnung der gesprochenen Rezitative mit der Musik, ebenso dient die Steigerung der Dynamik in seinem Dirigat immer dem Vorantreiben der Handlung und der dramaturgischen Wirkung, nie jedoch einer beliebigen Effekthascherei. Hofstetter weiß genau, was die Musik im Graben auf der Bühne erzeugen soll. Den kulturellen Rahmen und Kontext eines musikalischen Werkes immer mitdenkend, zeichnete seine Arbeit am Stadttheater Gießen aus – unabhängig davon, ob es sich dabei um eine Operettenausgrabung wie Das Herbstmanöver von Emmerich Kálmán oder eben Rossinis Il barbiere di Siviglia handelt. Seine Auseinandersetzung mit der Partitur, aber auch ihrem Entstehungszeitraum, den historischen und musikalischen Bedingungen und Gegebenheiten, reflektieren seine musikalischen Interpretationen und setzen Maßstäbe. Für GMD Michael Hofstetter ist es die letzte Neuproduktion in Gießen, Ende des Jahres hört er auf. Dass nicht wenige im Publikum ihr Bedauern darüber mit einem langanhaltenden Applaus zum Ausdruck brachten, dürfte ihn gefreut haben.

—| IOCO Kritik Stadttheater Giessen |—

Hamburg, Staatsoper Hamburg, Italienische Opernwochen, 10.03. – 06.04.2019

März 8, 2019 by  
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Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Italienische Opernwochen an der Staatsoper Hamburg

Vom 10. März bis zum 6. April finden an der Staatsoper Hamburg wieder die Italienischen Opernwochen statt – dieses Jahr mit Werken von Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini und Gioachino Rossini. Unterstützt werden die Opernwochen durch die Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper.

Die Italienischen Opernwochen erstrecken sich über vier Wochen, in denen insgesamt zwanzig Opernvorstellungen sowie zwei Philharmonische Konzerte stattfinden. Kennzeichen der Opernwochen ist die exzellente Besetzung: Die Hauptpartien der sechs italienischen Meisterwerke werden von international renommierten Sängerinnen und Sängern interpretiert. Den Auftakt gibt wie im Vorjahr eine Neuproduktion: Nabucco, inszeniert von Kirill Serebrennikov. Die Musikalische Leitung hat Paolo Carignani, auf der Bühne sind Dimitri Platanias als Nabucco, Dovlet Nurgeldiyev als Ismaele, Alexander Vinogradov als Zaccaria, Oksana Dyka als Abigaille, Géraldine Chauvet als Fenena und Alin Anca als Oberpriester des Baal zu erleben. Neben der Premiere am 10. März sind alle Termine im Frühjahr bereits nahezu ausverkauft, es hat bereits ein Vorverkauf für die Vorstellungen im Herbst begonnen.

Nach Nabucco folgt für zwei Vorstellungen am 12. und 15. März Rigoletto – es singen Arturo Chacón-Cruz (Il Duca di Mantova), Markus Brück (Rigoletto) und Kristina Mkhitaryan (Gilda). Die Musikalische Leitung hat Carlo Rizzari.

Verdis La Traviata am 14, 16. und 19. März ist mit Irina Lungu, Stephen Costello und Simone Piazzola herausragend besetzt. Roberto Rizzi Brignoli übernimmt die Musikalische Leitung. Alle drei Vorstellungen sind nahezu ausverkauft.

In Puccinis Manon Lescaut – Vorstellungen am 21. und 29. März – wird die Titelpartie von Kristine Opolais verkörpert. Vittorio Prato ist in der Rolle Lescaut und Jorge de León als Il Cavaliere Renato Des Grieux zu erleben. Am Pult steht Francesco Ivan Ciampa.

Rossinis Il Barbiere di Siviglia verabschiedet sich mit der 216. Vorstellung von der Bühne der Hamburgischen Staatsoper. Die beiden letzten Vorstellungen sind am 22. und 30. März. Als Rosina ist Julia Lezhneva zu erleben, die Rolle des Figaro übernimmt Franco Vasallo. Antonino Siragusa singt Il Conte d’Almaviva, Maurizio Muraro verkörpert Don Bartolo.

Die vier Vorstellungen von Un Ballo in Maschera am 24., 28., 31. März sowie als Abschluss der Opernwochen am 6. April finden in der Musikalischen Leitung von Stefano Ranzani statt. Ramón Vargas singt Gustavo III, Kartal Karagedik Il Conte di Anckarström, Carmen Giannattasio Amelia, Judit Kutasi Ulrica und Katharina Konradi Oscar.

Das 7. Philharmonische Konzert ist auch dieses Jahr in die Italienischen Opernwochen integriert und findet am 17. sowie am 18. März in der Elbphilharmonie statt. Gespielt werden Verdis Vokalwerke „Quattro pezzi sacri“ sowie Mahlers „Symphonie Nr. 4 in G-Dur“. Paolo Carignani dirigiert. Es spielt das MDR Rundfunkchor Leipzig sowie das Philharmonische Staatsorchester Hamburg. Beide Konzerte sind bereits ausverkauft.

 


Übersicht


Sonntag, 10. März 2019: Premiere Giuseppe Verdi: Nabucco (ausverkauft)
Dienstag, 12. März 2019: Giuseppe Verdi: Rigoletto
Mittwoch, 13. März 2019: Giuseppe Verdi: Nabucco (ausverkauft)
Donnerstag, 14. März: Giuseppe Verdi: La Traviata
Freitag, 15. März 2019: Giuseppe Verdi: Rigoletto
Samstag, 16. März 2019: Giuseppe Verdi: La Traviata
Sonntag, 17. März 2019, Elbphilharmonie: 7. Philharmonisches Konzert (ausverkauft)
Sonntag, 17. März 2019: Nabucco (ausverkauft)
Montag, 18. März 2019, Elbphilharmonie: 7. Philharmonisches Konzert (ausverkauft)
Dienstag, 19. März 2019: Giuseppe Verdi: La Traviata
Mittwoch, 20. März 2019: Giuseppe Verdi: Nabucco (ausverkauft)
Donnerstag, 21. März 2019: Giacomo Puccini: Manon Lescaut
Freitag, 22. März 20219: Gioachino Rossini: Il Barbiere di Siviglia
Samstag, 23. März 2019: Giuseppe Verdi: Nabucco (ausverkauft)
Sonntag, 24. März 2019: Giuseppe Verdi: Un Ballo in Maschera
Donnerstag, 28. März 2019: Giuseppe Verdi: Un Ballo in Maschera
Freitag, 29. März 2019: Giacomo Puccini: Manon Lescaut
Samstag, 30. März 2019: Gioachino Rossini: Il Barbiere di Siviglia
Sonntag, 31. März 2019: Giuseppe Verdi: Un Ballo in Maschera
Dienstag, 2. April 2019: Giuseppe Verdi: Nabucco (ausverkauft)
Freitag, 5. April 2019: Giuseppe Verdi: Nabucco (ausverkauft)
Samstag, 6. April 2019: Giuseppe Verdi: Un Ballo in Maschera

—| Pressemeldung Staatsoper Hamburg |—

Dortmund, Theater Dortmund, Premiere IL BARBIERE DI SIVIGLIA, 07.10.2018

September 20, 2018 by  
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Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Zwischen Commedia dell’arte und Screwball Comedy
IL BARBIERE DI SIVIGLIA  –  Gioacchino Rossini

Premiere am Sonntag, 7. Oktober 2018, um 18 Uhr

Gioacchino Rossinis Meisterkomödie IL BARBIERE DI SIVIGLIA hat am Sonntag, 7. Oktober 2018, um 18 Uhr im Dortmunder Opernhaus Premiere. Unter der musikalischen Leitung des stv. Generalmusikdirektors Motonori Kobayashi und der Regie von Martin G. Berger werden Sunnyboy Dladla als Graf Almaviva, Petr Sokolov als Figaro, Aytaj Shikhalizada als Rosina und Denis Velev als Don Basilio erstmals in Dortmund zu sehen sein. Ein Wiedersehen gibt es mit Ks. Hannes Brock als Erzähler und Puppenspieler sowie Morgan Moody als Dr. Bartolo.

Oper Dortmund / BARBIERE - D. Velev M. Moody H. Brock P. Sokolov S. Dladla A. Shikhalizada V. Fischer © B. Hickmann

Oper Dortmund / BARBIERE – D. Velev M. Moody H. Brock P. Sokolov S. Dladla A. Shikhalizada V. Fischer © B. Hickmann

Alles könnte ganz einfach sein, denn Graf Almaviva ist es gewohnt zu bekommen was er will. Nun liebt er Rosina, die Pflegetochter von Dr. Bartolo, die selbst ein Auge auf sein Mündel und dessen Mitgift geworfen hat. Doch Almaviva will Rosina nicht mit seinem Status, sondern mit seiner Leidenschaft für sich gewinnen, weshalb er sich als mittelloser Student ausgibt. Mit Hilfe Figaros gelingt es ihm, in das Haus des Doktors zu gelangen: Erst als betrunkener Soldat, dann als Musikmeister Alonso verkleidet, kann er mit seiner Geliebten Briefchen und Zärtlichkeiten austauschen. Als Dr. Bartolo die Maskerade durchschaut, wirft er den dreisten Nebenbuhler aus dem Haus. Figaros Plan scheint zu scheitern, doch Almaviva kann zu nächtlicher Stunde Rosina von seiner Treue überzeugen und – nach Auflösung des Inkognitos – auf der Stelle heiraten.

Gioacchino Rossini © IOCO

Gioacchino Rossini © IOCO

IL BARBIERE DI SIVIGLIA ist die bekannteste Komposition von Gioachino Rossini und eine der meistgespielten Opern überhaupt. Die Musik Rossinis hat einen unglaublichen Drive, hier jagt ein Ohrwurm den anderen! Als einer der produktivsten Komponisten des frühen 19. Jahrhunderts versteht er es, mit seinen schnellen Tempi und mitreißenden Melodien einen geradezu schwindelerregenden Frohsinn zu erzeugen.

Für seine Dortmunder Inszenierung hat sich Martin G. Berger für eine uralte Theaterform entschieden: dem Puppentheater. Alle Sängerinnen und Sänger hängen als lebende Marionetten gemeinsam mit echten Puppen an Schnüren und zeigen nicht nur sinnbildlich wie fremdgesteuert und mechanisch sie ihr Leben führen. Gerade der privilegierte Graf Almaviva ist es, der die starren Regeln auflösen und durchbrechen will. Er zerschneidet die Puppenschnüre und gibt den Personen ihre Freiheit. Doch diese Freiheit überfordert und strengt an. Sie bedeutet, für die Konsequenzen des eigenen Handelns einzustehen und es schleicht sich die Frage ein, ob der Zustand als Marionette, die frei von allen Entscheidungszwängen graziös schwebt und sich ihrer fehlenden Selbstbestimmung nicht bewusst ist, vielleicht sogar der eigentlich erstrebenswertere ist? Jedenfalls gerät die Welt aus den Fugen und keine der handelnden Charaktere weiß buchstäblich mehr, wo oben, noch unten ist. Bergers BARBIERE ist angesiedelt zwischen klassischer Commedia dell ‘arte und cooler screwball comedy. Wie in einem Charly Chaplin-Film stellen sich Graf Almaviva, Figaro und Rosina mit Tempo, Witz und Hintersinn den Absurditäten des Lebens und man fühlt sofort, dass Rossinis Humor und Musikalität jede noch so dramatische Lebenslage erträglich und hoffnungsfroh erscheinen lässt.

—| Pressemeldung Theater Dortmund |—

Verona, Arena di Verona, Il Barbiere di Siviglia, 04. – 30.08.2018

August 3, 2018 by  
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Arena di Verona

Verona / Arena di Verona Vorplatz © IOCO

Verona / Arena di Verona Vorplatz © IOCO

Il Barbiere di Siviglia

Vom Samstag 4. August bis am 30. August wird an fünf  Abenden Gioachino Rossinis Il Barbiere di Siviglia aufgeführt, nochmals in der Inszenierung aus dem Jahr 2007 von Hugo de Ana, mit der stimmungsvollen Choreographien von Leda Lojodice. Am Pult stehen Daniel Oren and Andrea Battistoni und in der Rolle von Figaro singt in der ersten zwei Abenden  Leo Nucci.

Musikalische Leitung
Daniel Oren (4, 8/8)
Andrea Battistoni (17, 24, 30/8)
Regie, Bühnenbild, Kostüme und Licht Hugo de Ana
Choreographie Leda Lojodice
Orchester, Chor, Balletkorps und Techniker der Arena di Verona

1. Akt 97′ – Intervall – 2. Akt 58′
Zuschauer sind eingeladen, weit im Voraus zu kommen, um die Sicherheitskontrollen zu erleichtern.


Besetzung :


Il Conte d’Almaviva
Dmitry Korchak (4, 8, 24, 30/8)
Leonardo Ferrando (17/8)

Bartolo
Carlo Lepore (4, 8, 17/8)
Luca Dall’Amico (24, 30/8)

Rosina
Nino Machaidze (4, 8, 17/8)
Ruth Iniesta (24, 30/8)

Figaro
Leo Nucci (4, 8/8)
Mario Cassi (17, 24, 30/8)

Basilio
Ferruccio Furlanetto (4, 8/8)
Roberto Tagliavini (17, 24, 30/8)

Berta
Manuela Custer

Fiorello/Ambrogio
Nicolò Ceriani

Ein Offizier
Gocha Abuladze


Handlung :


ERSTER AKT

Das Morgengrauen ist im Anbrechen. Auf einem Platz in Sevilla ordnet ein junger Adelsmann, der Graf Almaviva, eine Serenade für ein junges Mädchen an, dem er kurze Zeit vorher im Prado in Madrid begegnet ist, aber deren Identität ihm unbekannt ist. Der alte Mann in ihrer Begleitung – wahrscheinlich ihr Vater – hatte jeglichen Kontakt verhindert. Das Mädchen zeigt sich aber nicht am Fenster und nach dem Abgang der Musiker bleibt dem Grafen nichts anderes übrig als sein Herz bei seinem Diener Fiorello auszuschütten.

Es nähert sich eine singende Stimme. Vorsichtshalber versteckt sich Almaviva, aber der Ungelegene ist ein alter Bekannter von ihm, Figaro, der Barbier, der sich auch als eine Art von “Mädchen für alles” ausgibt. Der Graf erklärt ihm seine Situation und natürlich bietet sich Figaro sofort an, ihm zu helfen. Er kenne das Mädchen sehr gut, denn als Barbier gehe er in ihrem Haus täglich aus und ein. Rosina sei nicht die Tochter von Dr. Bartolo, sondern sein Mündel. Aber Rosinas Vormund sei eifersüchtig und sehr umsichtig, er halte sie unter Schloss und Riegel, denn er beabsichtige, sie zu ehelichen und ihre Mitgift einzustecken.

In diesem Augenblick öffnet sich die Balkontür und Rosina lässt einen Zettel hinunterfallen, den Don Bartolo erfolglos versucht aufzufangen. Das Mädchen lässt ihren Verehrer wissen, dass sie neugierig sei und wissen möchte, wer er sei und welche seine Absichten seien. Auf Figaros Rat singt Almaviva ein weiteres Ständchen und erzählt, ein armer Student namens Lindoro zu sein. Er will, dass sie ihn unabhängig von seiner gesellschaftlichen Position liebe. Rosina treibt das Spiel mit und der begeisterte Graf verspricht Figaro eine großzügige Belohnung für seine Hilfe. Die Idee eines Goldklumpens spornt die Phantasie des Barbiers an; er überredet Almaviva, sich als Soldat zu verkleiden. Ein Regiment wird in Sevilla erwartet: mit einer falschen Unterkunftsgenehmigung könne der Graf im Hause von Don Bartolo Unterkunft finden und endlich mit dem Mädchen sprechen.

Im Haus von Don Bartolo. Rosina, schlau und unternehmungslustig, ist entschlossen ihren Willen durchzusetzen; sie hat dem jungen Verehrer einen Brief geschrieben und möchte diesen mit Hilfe Figaros zustellen. Der Barbier tritt bald darauf ins Haus, muss sich aber sofort verstecken, denn es treten Don Bartolo und Don Basilio, der Singlehrer ein. Der Vormund hat verstanden, dass es einen Heiratsanwärter gibt und möchte die Hochzeit beschleunigen. Basilio, heuchlerischer Quertreiber und Betrüger, hat erfahren, dass Graf Almaviva, Rosinas Verehrer, in der Stadt eingetroffen ist, und rät Don Bartolo, Verleumdungen über ihn zu verbreiten und ihn außer Spiel zu setzen.

Die beiden entfernen sich, um den Ehevertrag vorzubereiten, aber Figaro hat alles mitgehört. Er setzt Rosina über die Intrigen der beiden in Kenntnis, versichert ihr Lindoros Liebe, den er als seinen Vetter ausgibt und teilt ihr mit, dass der junge Mann versuchen wird, sich ins Haus einzuschleichen. Er rät ihr auch, dem Verliebten ein Zeichen der Ermutigung zu geben. Gesagt, getan: Rosina händigt dem Barbier den Brief aus, den sie bereits vorbereitet hatte.

Figaro geht ab, Don Bartolo tritt ein. Dem argwöhnischen Alten entgeht nichts: er bemerkt sehr schnell, dass Rosina Papier und Feder benützt hat und tadelt sie. In diesem Augenblick klopft es an der Tür und der als Soldat verkleidete Graf, der sich betrunken stellt, tritt ein. Erfolglos versucht Don Bartolo ihn weg zu schicken. Als Rosina dazu kommt, gibt sich Graf Almaviva ihr zu erkennen und versucht, ihr ein Zettelchen zuzustecken, aber der Vormund bemerkt es und dem Mädchen gelingt es um ein Haar, den Zettel mit der Wäscheliste auszutauschen. Inmitten der Verwirrung klopft es wiederum an der Tür: es sind die Wachen. Dem Offizier, der befiehlt, ihn festzunehmen, enthüllt der Graf heimlich seine wahre Identität und unter allgemeiner Verwunderung wird er freigelassen. Keiner versteht mehr, was hier vor sich geht.

ZWEITER AKT

Don Bartolo ist gerade nach Hause gekommen. Er war beim Regiment, um Informationen über den Soldaten einzuholen, aber erfolglos. Bei ihm schleicht sich nun der Verdacht ein, dass dieser komische Kautz ein Spion Almavivas sei. In dem Augenblick stellt sich aber der Graf in Person in der Verkleidung eines Musiklehrers ein. Er begrüßt Don Bartolo mehrmals mit einer schnulzigen Leier und verkündet, Don Alonso und ein Schüler von Don Basilio zu sein. Er sei gekommen, um den kranken Lehrer beim Gesangsunterricht für Rosina zu vertreten. Um den argwöhnischen Vormund zu überzeugen, händigt er ihm den von Rosina geschriebenen Zettel aus, und beteuert, diesen zufällig im Gasthof des Grafen gefunden zu haben: er werde ihn dem Mädchen zeigen, und ihr zu verstehen geben, diesen Zettel von einer Geliebten Almavivas erhalten zu haben. Don Bartolo überzeugt sich: dieser Alonso ist ein Betrüger, ein würdiger Schüler seines Lehrers Basilio. Der Unterricht kann beginnen und die beiden jungen Leute können sich nun verständigen, auch wenn unter der Aufsicht des Vormunds.

Nun kommt Figaro hinzu, der im Einverständnis mit dem Grafen gekommen ist, um Don Bartolo zu rasieren; er nutzt die Gelegenheit, um heimlich den Schlüssel des Balkons einzustecken, über den Rosina mit ihrem Verliebten fliehen kann. Alles scheint sich bestens abzuspielen, aber unvorhergesehenerweise kommt Don Basilio dazu und bringt die Pläne durcheinander. Dem Grafen gelingt es, den Eindringling abzuwehren, indem er ihm heimlich eine Tasche voller Geld zusteckt, und endlich können die beiden jungen Verliebten sich für die Flucht um Mitternacht verabreden, während Figaro Don Bartolo rasiert. Ein unvorsichtiges Wort des Grafen Almaviva erweckt aber erneut den Argwohn Don Bartolos, der die List entdeckt und alle wegschickt. Allein geblieben, denkt die Zofe Berta über die Torheiten nach, die in diesem Haus die Oberhand haben und über die Liebe, die Jung und Alt , einschließlich sie, hinreißt und begeistert.

Don Basilio bestätigt, nicht zu wissen, wer Don Alonso sei. Angesichts der x-ten Intrige des Grafen, entscheidet Don Bartolo, einen Notar zu suchen, um innerhalb abends den Ehevertrag zu unterzeichnen. Er zeigt dann Rosina den Zettel, den er vom falschen Musiklehrer erhalten hat und überzeugt sie davon, dass dieser und Figaro sie entführen wollen, um sie in die Hände des Grafen Almaviva auszuliefern. Rosina sagt aus Rache und Trotz zu, den alten Vormund zu heiraten und enthüllt ihm den Fluchtplan. Don Bartolo eilt hinweg, um die Gendarmen zu rufen.

Es ist bereits Nacht und über Sevilla tobt ein Gewitter. Pünktlich zum Stelldichein erscheinen der Graf und Figaro, steigen über die an den Balkon gelehnte Leiter ein, finden aber eine wütende Rosina vor. Das Mißverständnis wird aber sofort geklärt: Lindoro und der Graf sind in der Wirklichkeit ein und dieselbe Person. Glücklich und verliebt wie noch nie zuvor, entfernen sich die beiden jungen Leute, gefolgt von Figaro, aber die Flucht ist nicht mehr möglich. Don Bartolo hat die Leiter vom Balkon entfernt. Um die Situation noch weiter zu komplizieren, trifft Don Basilio mit dem Notar ein. Aber nochmals findet der listige Figaro eine Lösung. Er tut so als ob er der Hausherr sei, stellt Rosina dem Notar als seine Nichte vor und lässt sie mit dem Grafen verehelichen. Don Basilio wird überredet, als Zeuge zu fungieren.

Als der Vormund mit den Gendarmen eintrifft, um die Eindringlinge zu verhaften, sind die Würfel bereits gefallen. Der Graf enthüllt seine wahre Identität und seinen Stand. Er fordert Don Bartolo auf, seine Entrüstung nicht noch zu verstärken und schließlich beschwichtigt er ihn, indem er verkündet, auf Rosinas Mitgift zu verzichten. Der Alte fügt sich, während alle Umstehenden dem Paar ewige Liebe wünschen.

 

—| Pressemeldung Fondazione Arena di Verona |—

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