Hamburg, Staatsoper Hamburg, Karfreitag 2019 – Parsifal, 19. 04.2019

April 17, 2019 by  
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Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

 Karfreitag 2019 – Parsifal an der Hamburgischen Staatsoper

Ab Karfreitag, den 19. April 2019, wird die Inszenierung Achim Freyers von Richard Wagners letztem großen Werk Parsifal vier Mal an der Staatsoper aufgeführt. Die Musikalische Leitung hat Kent Nagano. Parsifal ist Robert Dean Smith, Tanja Ariane Baumgartner ist Kundry, Attila Jun und Kwangchul Youn sind alternierend Gurnemanz und Egils Silins ist Amfortas. Des weiteren ist Vladimir Baykov als Klingsor zu erleben.

Mit seinem Parsifal hat Richard Wagner eine komplexe Welt erschaffen. Komplex, weil sie aus so vielen heterogenen Elementen besteht, deren Sinnhaftigkeit schwer nachzuvollziehen ist und oft auf Fährten lockt, die ins Leere laufen. So lassen sich die vielen religiösen Zeichen, Symbole und kultischen Handlungen nur als Teile verstehen, die auf eine Welt verweisen, die nur als Ganzes zu deuten ist. Elemente des Christentums wie Abendmahl, Kelch, Blut, Speer und Taube oder Schopenhauers Idee, dass Mitleid den Menschen aus seiner Ichbezogenheit erlösen kann, auch gnostische und manichäische Motive sind als jeweils einzelne Interpretationsansätze untauglich für den ganzen Parsifal. Doch eine theatrale Welt kann einen fiktionalen Kosmos entwerfen, an dem alle diese Elemente wirkungsvoll teilhaben und der dem Publikum die Deutungshoheit seiner eigenen Erlebnisse überlässt.

Richard Wagner   –   Parsifal

Musikalische Leitung: Kent Nagano, Inszenierung, Bühne, Kostüme und Licht: Achim Freyer, Mitarbeit Regie: Sebastian Bauer, Mitarbeit Bühnenbild: Moritz Nitsche, Mitarbeit Kostüm: Petra Weikert, Lichtdesign: Sebastian Alphons, Video: Jakob Klaffs/Hugo Reis, Dramaturgie: Klaus-Peter Kehr, Chor: Eberhard Friedrich

Mit: Amfortas Egils Silins, Titurel Tigran Martirossian, Gurnemanz Attila Jun, (19./22.4.) Kwangchul Youn (28.4./12.5.), Parsifal Robert Dean Smith, Klingsor Vladimir Baykov, Kundry Tanja Ariane Baumgartner, 1. Gralsritter Ks. Jürgen Sacher, 2. Gralsritter Shin Yeo, 1. Knappe Na’ama Shulman, 2. Knappe Ruzana Grigorian, 3. Knappe Dongwon Kang, 4. Knappe Sungho Kim, Blumenmädchen I, 1 Elbenita Kajtazi, Blumenmädchen I, 2 Ks. Hellen Kwon, Blumenmädchen I, 3 Ida Aldrian, Blumenmädchen II, 1 Ruzan Mantashyan, Blumenmädchen II, 2 Ks. Gabriele Rossmanith, Blumenmädchen II, 3 Nadezhda Karyazina, Stimme aus der Höhe Ida Aldrian, Chor der Hamburgischen Staatsoper, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Unterstützt durch die Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper

Vorstellungen am 19. (17.00 Uhr), 22. (16.00 Uhr) und 28. (17.00 Uhr) April und 12. Mai (15.00 Uhr) 2019

—| Pressemeldung Staatsoper Hamburg |—

Dortmund / Konzerthaus Dortmund, Rotterdam Philharmonic Orchestra, Yannick Nézet-Séguin, IOCO Kritik, 25.10.2015

Oktober 28, 2015 by  
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Konzerthaus Dortmund

Konzerthaus Dortmund / Yannick Nezet-Seguin( © Harald Hoffmann DG

Konzerthaus Dortmund / Yannick Nezet-Seguin( © Harald Hoffmann DG

Rotterdam Philharmonic Orchestra, Yannick Nézet-Séguin,
Sarah Connolly, Robert Dean Smith:  Beethoven + Mahler

Der Kanadier Yannick Nézet-Séguin gehört inzwischen zu den Stars an den Dirigentenpulten. Seit der Spielzeit 2012/13 ist er Musikdirektor des renommierten Philadelphia Orchestra. Es gibt kaum einen Klangkörper von Rang, mit dem er nicht konzertiert hätte. Sehr eng ist seine Zusammenarbeit mit dem 1918 gegründeten Rotterdam Philharmonic Orchestra, mit dem er in dieser Saison eine Nordamerika-Tournee machte. [Von Yannick Nézet-Séguin wurden verschiedene Aufnahmen bei der deutschen Grammophon veröffentlicht.]

Nun kam er mit den Rotterdamern ins Konzerthaus nach Dortmund, wo er seit der letzten Spielzeit eine Residence hat, die unter dem Motto The YANNICK Experience läuft. Im Laufe dieser Residenz wird er hier noch mit verschiedenen Orchestern zu erleben sein, unter anderem mit Werken von Bruckner, Wagner Mendelssohn und anderen.

Er begann an diesem frühen Abend mit einem der wohl populärsten Werke der klassischen Musik. Beethovens 6. Sinfonie, die sogenannte Pastorale, ist nicht nur ausgemachten Klassik-Freaks bekannt. Die idyllische Landpartie mit der eingängigen Melodik liebt jeder.

Nézet-Séguin nahm den einleitenden Allegro-Satz sehr zügig, die Vorfreude auf die “heiteren Gefühle bei Ankunft auf dem Lande“ begannen schon sehr früh sich auszubreiten. Wunderschön geriet den exzellenten Streichern des Orchesters das anmutige Thema der Geigen, das auf einer Fermate verharrt.

Wohlig zurücklehnen ist angesagt im zweiten Satz. Man ergötzt sich an den Naturlauten und nimmt befriedigt die Präzision im Zusammenspiel der einzelnen Orchestergruppen wahr.

Das lustige Zusammensein der Landleute im 3. Satz Allegro wird von Nézet-Séguin und dem Orchester genüsslich zelebriert.  Prächtig geriet auch der Finalsatz. Beethoven hat mit den einfachsten Mitteln das Wüten der Naturgewalten geschildert. Der Dirigent und das Orchester setzten hier scharfe Akzente, um dann höchst sensibel das ruhige Finale mit dem traumschönen Hirtengesang anzugehen.

Nach dieser sehr schönen Interpretation hatte auch das Publikum im Haus dankbare Gefühle nach dem Sturm. Der Beifall zur Halbzeit wollte kein Ende nehmen.

Nach der Pause erklang Das Lied von der Erde für Alt, Tenor und Orchester von Gustav Mahler. Das Leben, dargestellt als ein langer Abschied. Diese sechs Orchesterlieder sind mit das schönste, was Mahler komponiert hat.  Das 1909 uraufgeführte Werk fußt auf einer Sammlung altchinesischer Lyrik in der Übersetzung von Hans Bethge.

Schon in der Einleitung zum ersten Lied spürte man, dass auch Mahlers Musik bei Nézet-Seguin in den besten Händen ist. Das Orchester spürte jede Regung, jeden Impuls, der vom Pult ausging. Bestechend war die große Farbigkeit in den einzelnen Gruppen des superben Orchesters. Faszinierend geriet der satte Klang und die sagenhafte Transparenz bei den Blechbläsern. Das waren Eindrücke, die unauslöschlich bleiben.

Konzerthaus Dortmund / Sarah Connolly © Peter Warren

Konzerthaus Dortmund / Sarah Connolly © Peter Warren

Zwei ausgezeichnete Gesangsleistungen trugen zu dieser vollendeten Darbietung des grandiosen Werkes bei.

Die Alt-Partie übernahm die englische Mezzosopranistin Sarah Connolly, eine der profiliertesten Opern- und Konzertsängerinnen derzeit. Connolly beeindruckt nicht nur durch den Umfang ihrer Stimme, sondern auch durch deren aparte Farbe und ihre außerordentliche Gestaltungskraft.

Zu erwähnen ist auch ihre enorme Textverständlichkeit. Das letzte Lied Abschied, gehörte durch die Dichte der Empfindung, zu den Höhepunkten des Abends.

Konzerthaus Dortmund / Smith © Photopulse

Konzerthaus Dortmund / Smith © Photopulse

Kraftvoll  wenngleich niemals sein lyrisches Fundament verlassend, sang Robert Dean Smith die drei Tenor-Lieder und ließ sich auch im dicksten Tutti der Begleitung niemals zum forcieren verleiten. Der im amerikanischen Kansas geborene Sänger, der 1997 als Stolzing bei den Bayreuther Festspielen debütierte, ist im Laufe der Jahre ein gefragter Interpret geworden. Auch er war sehr textverständlich und bestach durch intensive Gestaltung.

Wir erlebten eine großartige Wiedergabe dieses grandiosen Werkes und es wurde vom Publikum, im so gut wie ausverkauften Haus, frenetisch bejubelt.

IOCO / UGK / 25.10.2015

—| IOCO Kritik Konzerthaus Dortmund |—

Wien, Wiener Staatsoper, Wiederaufnahme DIE FRAU OHNE SCHATTEN, 17.03.2012

März 15, 2012 by  
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Wiener Staatsoper

DIE FRAU OHNE SCHATTEN, Wiederaufnahme

RICHARD STRAUSS | HUGO VON HOFMANNSTHAL
OPER IN DREI AKTEN

Samstag, 17. März 2012, 18.00 Uhr

Dirigent: Franz Welser-Möst | Regie und Lichtregie: Robert Carsen
Ausstattung: Michael Levine | Dramaturgie und Assistenz: Ian Burton | Chorleitung: Thomas Lang

BESETZUNG:
Der Kaiser…………………………….Robert Dean Smith*
Die Kaiserin………………………….Adrianne Pieczonka*
Die Amme…………………………….Birgit Remmertº
Geisterbote…………………………..Wolfgang Bankl
Hüter d. Schwelle d. Tempels….Chen Reiss*
Stimme eines Jüngling…………..Norbert Ernst*
Stimme des Falken……………….Chen Reiss*
Eine Stimme von oben………….Zoryana Kushpler*
Barak……………………………………Wolfgang Koch*
Sein Weib……………………………..Evelyn Herlitzius*
Der Einäugige……………………….Adam Plachetka*
Der Einarmige………………………Alexandru Moisiuc*
Der Bucklige…………………………Norbert Ernst
Erster Wächter……………………..Dan Paul Dumitrescu*
Zweiter Wächter……………………Marcus Pelz*
Dritter Wächter…………………….Clemens Unterreiner*
Erste Dienerin………………………Ileana Tonca
Zweite Dienerin……………………Caroline Wenborne*
Dritte Dienerin……………………..Zoryana Kushpler*
Erste Stimme d. Ungeb. ……….Ileana Tonca
Zweite Stimme d. Ungeb. ……..Caroline Wenborne*
Dritte Stimme d. Ungeb. ………Stephanie Houtzeel*
Vierte Stimme d. Ungeb. ………Nadia Krasteva
Fünfte Stimme d. Ungeb. ……..Monika Bohinec*
Erste Solostimme………………….Ileana Tonca
Zweite Solostimme……………….Caroline Wenborne*
Dritte Solostimme…………………Stephanie Houtzeel*
Vierte Solostimme………………..Nadia Krasteva
Fünfte Solostimme……………….Monika Bohinec*
Sechste Solostimme……………..Zoryana Kushpler*

º Hausdebüt an der Wiener Staatsoper | * Rollendebüt an der Wiener Staatsoper

Reprisen: 20., 23., 27. März

Die Frau ohne Schatten, ein Geniestreich von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal,  wurde 1919 im Haus am Ring uraufgeführt. Schon während der gemeinsamen Arbeit schwärmte der Komponist vom Libretto: „Unglaublich edel, großartig, reif und interessant, mit prachtvollen dramatischen, sittlichen Problemen, herrliche scenische Vorgänge.“ An der Wiener Staatsoper hat das Werk eine lange und beeindruckende Aufführungsgeschichte. Die aktuelle Produktion von Die Frau ohne Schatten in der Inszenierung von Robert Carsen, die nun unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst zur Wiederaufnahme gelangt, feierte im Jahr 1999 Premiere.

Kurzbiografie (Hausdebüt): Birgit Remmert, Amme
Den ersten Gesangsunterricht erhielt Birgit Remmert im Alter von 17 Jahren, nach der Matura begann sie ihr Studium an der Hochschule für Musik Detmold. Bereits während des Studiums gewann sie Preise bei verschiedenen Musikwettbewerben. Ihre Laufbahn begann 1992 als Ensemblemitglied an der Oper Zürich, einem Haus, an das sie bis heute gerne zurückkehrt. Sie ist Gast an wichtigen Institutionen, so gestaltete sie etwa in Bayreuth Fricka (Das Rheingold, Die Walküre), an der Dresdner Semperoper Erda (Das Rheingold, Siegfried), Fricka sowie Waltraute (Götterdämmerung). Bei den Salzburger Festspielen war sie in King Arthur und als Ježibaba in Rusalka zu erleben, am Teatro Real Madrid gab sie Anfang 2005 ihr Rollendebüt als Ortrud (Lohengrin), gefolgt von der Gaea (Daphne) am Teatro La Fenice in Venedig und an der Nederlandse Opera. Gegenwärtige und künftige Auftritte umfassen zahlreiche Konzerte, unter anderem in Luzern, Zürich, Brüssel, Den Haag, Amsterdam, Paris, Chicago und Philadelphia sowie Opernengagements an der Berliner Staatsoper und am Grand Tháâtre de Genève.