Wien, Volksoper, 2017/18 – 300.000 Besucher – Farbig, Lebensfroh , IOCO Aktuell, 05.05.2017

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Volksoper Wien

Volksoper Wien © IOCO

Volksoper Wien © IOCO

 Volksoper Wien 2017/18 – 8 Premieren, 310 Vorstellungen …

Die Volksoper ist mit 315.000 Besuchern neben der Wiener Staatsoper das zweitgrößte Opernhaus Wiens: Als Sprechtheater gegründet bietet es heute die gesamte Bandbreite des Musiktheaters: Oper, Operette, Musical und Ballett. Mit 1261 Sitzplätzen ist die Volksoper so groß wie die Opernhäuser in Frankfurt, Düsseldorf oder Hannover. Intendant Robert Meyer leitet das Haus seit September 2007. Farbig, vielschichtig und lebensfroh widmet sich die Volksoper als einziges Wiener Haus gezielt dem Genre Operette. 83% Auslastung in über 300 Vorstellungen sind Zeichen  hoher Anerkennung.

Die Volksoper Spielzeit 2017/18 in Zahlen

8 Premieren, davon 2 x Operette, 3 x Oper, 2 x Musical und 1 x Ballett, sowie 4 Wiederaufnahmen. Von den 310 Vorstellungen wird 78 x Operette, 96 x Oper, 78 x Musical, 34 x Ballett gespielt. 24 Spezialveranstaltungen (davon 14 x Heute im Foyer) und 10 Vorstellungen im Kasino am Schwarzenbergplatz runden den Spielplan ab.

Volksoper Wien / Blick von der Bühne in den Zuschauerraum © Dimo Dimov/Volksoper Wien

Volksoper Wien / Blick von der Bühne in den Zuschauerraum © Dimo Dimov/Volksoper Wien

  Die Premieren

10. September 2017 – Zum Saisonauftakt bringt die Volksoper Jule Stynes Broadway-Hit Gypsy nach Wien. Die Lebensgeschichte des Burlesque-Star Namen Gypsy Rose Lee, wurde 1959 am Broadway uraufgeführt und zählt zu den Klassikern des amerikanischen Musicals. Nun kommt die Geschichte von Mama Rose, die alles nur Erdenkliche tut, um die Theaterkarrieren ihrer Töchter June und Louise voranzubringen, erstmals auf die Bühne der Volksoper Wien. Werner Sobotka inszeniert, Lorenz C. Aichner übernimmt die musikalische Leitung. Ksch Maria Happel gibt als ehrgeizige Mama Rose ihr Musicaldebüt, ihre Töchter Louise und June werden von den Hausdebütantinnen Lisa Habermann und Marianne Curn verkörpert.

 Volksoper Wien / Intendant Robert Meyer © Johannes Ifkovits/Volksoper Wien

Volksoper Wien / Intendant Robert Meyer © Johannes Ifkovits/Volksoper Wien

14. Oktober 2017 – Mit Giuseppe Verdis Oper Die Räuber (I masnadieri) setzt die Volksoper ihre Tradition fort, das Repertoire um selten gespielte Werke zu erweitern. Verdi komponierte das Stück 1847 nach Friedrich Schillers gleichnamigen Sturm-und-Drang-Drama. 1963 fand an der Volksoper die österreichische Erstaufführung der Räuber in deutscher Sprache statt, nun inszeniert Alexander Schulin Verdis Frühwerk mit KS Kurt Rydl als Graf Moor und Vincent Schirrmacher und Boaz Daniel als seine Söhne Karl und Franz.

19. November 2017 – Wer kennt sie nicht, die Geschichte von der Holzpuppe, die zum Leben erwacht und deren Nase wächst, wenn sie lügt? Inspiriert durch den gleichnamigen Kinderbuchklassiker Carlo Collodis schufen der italienische Komponist Pierangelo Valtinoni und sein Textdichter Paolo Madron 2001 für das Teatro Olimpico in Vicenza die Kinderoper Pinocchio. 2006 gab die Komische Oper Berlin eine größere, zweiaktige Fassung in Auftrag. In der österreichischen Erstaufführung singt die junge Sopranistin Juliette Khalil die Titelpartie, außerdem begegnen wir dem alten Holzschnitzer Geppetto und der guten Fee; die Mitglieder des Kinderchors und des Jugendchors der Volksoper erleben wir unter anderem als Schnecken, Raben, Eulen, Hasen, Thunfische, Grillen und Puppen. Philipp M. Krenn gibt als Regisseur sein Volksoperndebüt, Guido Mancusi dirigiert das Orchester der Volksoper Wien.

9. Dezember 2017 – Dem wohl berühmtesten Liebespaar aller Zeiten widmet Choreograph Davide Bombana seine neue Auftragsarbeit für das Wiener Staatsballett, Roméo et Juliette zur gleichnamigen Symphonie dramatique von Hector Berlioz. Eine wesentliche Rolle kommt bei dieser Produktion dem Chor des Hauses zu, womit Roméo et Juliette zugleich die Linie des preisgekrönten Publikumsschlagers Carmina Burana fortsetzt. Für eine spektakuläre Ausstattung garantiert die Stuttgarter Bild- und Lichtkünstlerin rosalie.

17. Februar 2018 – Gemeinsam mit den Librettisten Victor Léon und Heinrich von Waldberg gestaltete Richard Heuberger aus dem Lustspiel Die rosa Dominos die Operette Der Opernball. Das Ergebnis des kongenialen Trios: ein virtuos komponiertes amouröses Verwirrspiel rund um zwei lebenslustige Gatten (Carsten Süss und Marco Di Sapia), die von ihren Frauen (Kristiane Kaiser und Ursula Pfitzner) auf die Treueprobe gestellt werden. 1898 hatte Der Opernball im Theater an der Wien Premiere und war ein sensationeller Erfolg. In der aktuellen Neuproduktion verlegt Regisseur Axel Köhler die Handlung von Paris nach Wien, in die heutige Zeit. Die musikalische Leitung liegt in den bewährten Händen von Alfred Eschwé, Anita Götz zieht als freches Kammermädchen Helene alle Fäden und Heinz Zednik kehrt als Theophil Almpichler auf die Bühne zurück.

17. März 2018  –  Fußballfans kennen ihn in- und auswendig – den Song „You’ll Never Walk Alone“. Dabei wissen wahrscheinlich nur die wenigsten, dass das Lied eigentlich von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein – den erfolgreichsten Musical-Autoren der 40er und 50er Jahre stammt und für das Musical Carousel entstand. Am 19. April 1945 wurde es am Broadway uraufgeführt und über zwei Jahre vor vollem Haus gespielt. Die tragische Liebesgeschichte von Billy Bigelow und Julie Jordan basiert auf Molnárs Bühnenstück Liliom. 1972 holte Marcel Prawy Carousel an die Volksoper Wien, 46 Jahre später setzt Regisseur Henry Mason den Klassiker gemeinsam mit seinem Ausstatter Jan Meier in Szene. Musicalspezialisten Joseph R. Olefirowicz am Pult des Volksopernorchesters, in der Titelpartie gibt Daniel Schmutzhard als Karussell-Ausrufer Billy Bigelow sein Musicaldebüt, Mara Mastalir singt seine Julie.

Volksoper Wien / Kammeroper Marilyn Forever - Rebecca Nelsen © Johannes Ifkovits

Volksoper Wien / Kammeroper Marilyn Forever – Rebecca Nelsen © Johannes Ifkovits

14. April 2018 – Im Kasino am Schwarzenbergplatz kommt das Leben von Hollywood-Legende Marilyn Monroe auf die Bühne. Gavin Bryars‘ Kammeroper Marilyn Forever wurde 2013 in Victoria, Kanada, uraufgeführt und seither zwei weitere Male, im australischen Adelaide und in Kalifornien, nachgespielt. Die Volksoper produziert nun in der Regie von Christoph Zauner die europäische Erstaufführung des Stücks. Ausgehend von der letzten Nacht im Leben Marilyn Monroes, dem 5. August 1962, entfalten sich vor dem Publikum die Szenen der Oper wie Puzzleteile, die den Mythos Marilyn abbilden. Ein Regisseur (Morten Frank Larsen) konfrontiert Marilyn (Rebecca Nelsen) in einer fiktiven Probensituation mit den Widersprüchen ihres Lebens und schlüpft in die Rollen ihrer Männer. Ein kleiner Chor kommentiert das Geschehen. Das achtköpfige Kammerorchester unter der Leitung von Wolfram-Maria Märtig wird durch ein Jazztrio auf der Bühne ergänzt.

 2. Juni 2018 –  Als Gasparone 1884 im Theater an der Wien uraufgeführt wurde, war das Publikum begeistert und Carl Millöcker bereits weltberühmt. Die Volksoper zeigt die Fassung aus dem Jahr 1932 mit dem bekannten Lied „Dunkelrote Rosen“ in der Regie von Olivier Tambosi, der hier zuletzt das Musical Der Mann von la Mancha brillant in Szene setzte. Sebastian Geyer gibt als geheimnisvoller Fremder sein Debüt an der Volksoper Wien, Mara Mastalir spielt seine Angebetete, die schöne verwitwete Gräfin Carlotta.

Wiederaufnahmen der Saison 2017 / 18

sind Johann Strauß‘ Eine Nacht in Venedig ab 10. Jänner 2018, Antonín Dvoráks Rusalka ab 25. März 2018, das Ballett Ein Sommernachtstraum in der Choreographie von Jorma Elo zur Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy ab 20. April 2018 und die Erfolgsproduktion Sweeney Todd von Stephen Sondheim ab 12. Juni 2018

Volksoper Wien / Der Bettelstudent - Carsten Suess (Symon Rymanowicz), Rebecca Nelsen (Laura), Wiener Staatsballett © Barbara Palffy/Volksoper Wien

Volksoper Wien / Der Bettelstudent – Carsten Suess (Symon Rymanowicz), Rebecca Nelsen (Laura), Wiener Staatsballett © Barbara Palffy/Volksoper Wien

Repertoire der Saison 2017/18

Die Fledermaus (Johann Strauß), Der Bettelstudent (Carl Millöcker), Die lustige Witwe (Franz Lehár), Die Zirkusprinzessin (Emmerich Kálmán), Axel an der Himmelstür (Ralph Benatzky), Die Zauberflöte (Wolfgang A. Mozart), Der Barbier von Sevilla (Gioachino Rossini), Hänsel und Gretel (Engelbert Humperdinck), La Traviata (Giuseppe Verdi), La Wally (Alfredo Catalani), Hoffmanns Erzählungen (Jacques Offenbach), Die Hochzeit des Figaro (Wolfgang A. Mozart), Wie man Karriere macht, ohne sich anzustrengen (Frank Loesser), My fair Lady (F. Loewe/A. J. Lerner), The Sound of Music (R. Rodgers/O. Hammerstein), Der Zauberer von Oz (Harold Arlen), Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit (Christian Kolonovits), Marie Antoinette (Ballett, Patrick de Bana – Georg Philip Telemann), Cendrillon (Aschenputtel) (Ballett, Thierry Malandain – Sergej Prokofjew), Der Feuervogel / Petruschka / Movements to Stravinsky (Ballett, Andrey Kaydanovskiy, Eno Peci, András Lukács – Igor Strawinski).

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Premiere b.31 – Obelisco – SH-BOOM! 01.04.2017

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Ballett am Rhein: b.31
Obelisco – Martin Schläpfer
Adagio Hammerklavier – Hans van Manen
SH-BOOM! – Sol León & Paul Lightfoot

Premiere im Opernhaus Düsseldorf: Samstag, 1. April 2017, 19.30 Uhr
Premiere im Theater Duisburg: Samstag, 13. Mai 2017, 19.30 Uhr


Obelisco – Martin Schläpfer
Wie ein gigantischer Zeiger erhebt er sich, weist aus der Gegenwart in die Vergangenheit und vielleicht in die Zukunft, vom Boden in den Himmel, vom Augenblick in die Unendlichkeit: der Obelisk. Sinnbild und Denkmal einer alten Zeit, meist nur aus einem einzigen riesigen Stein geschlagen und eingeritzt in ihn unentschlüsselbare Hieroglyphen. Den Ägyptern war er Maß der Weltordnung, Stein gewordener Strahl der Sonne, Verbindung zwischen der Welt der Menschen und der der Götter, positioniert an den Schwellen der Heiligtümer. Den Römern, und nicht nur ihnen, wurden die Obelisken zu Siegestrophäen, und als solche stehen sie noch heute auf zentralen Plätzen – der Piazza San Pietro, der Place de la Concorde, im Central Park, vor dem Weißen Haus.

In seiner 2007 für das ballettmainz entstandenen Choreographie Obelisco wurde Martin Schläpfer der archaische Steinpfeiler, angeregt durch Salvatore Sciarrinos Orchesterwerk Il tempo con l’obelisco, zu einem poetischen Träger, zu einer Achse, um die er sieben Musiken aus unterschiedlichsten Zeiten und Genres wie Planeten kreisen lässt – jede eine Welt für sich und doch mit den anderen verbunden: Die amerikanische Sängerin Marla Glen trifft auf Sciarrinos Hineinhorchen in die Tiefenstrukturen der Klänge, Schuberts der Welt abhanden gekommenes Singen zwischen Liebe und Tod auf ein hysterisches Presto von Domenico Scarlatti, Mozarts tiefernste, aphoristische d-Moll-Fantasie auf Giacinto Scelsis „demjenigen, der sich entschließt, wieder- oder nicht wiederzukehren“ gewidmetes Stück „Anâgâmin“. Und wenn die berühmte Nummer „Geh’n wir ins Chambreséparée“ aus Richard Heubergers Opernball  schließlich in einer Einspielung mit Elisabeth Schwarzkopf erklingt, so wird aus einer operettigen Karnevalsmaskerade ein sublimes Vexierbild aus Klang und Sprache, eine feinst austarierte Balance von grazilem Seelenton und synthetischem Artefakt. Die Welten ändern sich, doch es bleiben ungeahnte Beziehungen: ein Kreisen um eine Mitte, ein Schweben über dem Boden, ein vertikales Verbundensein in der Sehnsucht nach dem Paradiesischen.

Obelisco ist ein Ballett voller Poesie, nächtlicher Schönheit, traumverlorener Trance, ein Ballett aber auch über Füße und Schuhwerk – barfuß, in Schläppchen, auf Spitze und High Heels, Schuhe, die über diese Welt hinausheben oder an sie binden. Eine Erforschung der Frage auch, was eine Konzentration auf den Fuß mit dem Rest eines Körpers macht. Und ein Ballett der Grenzüberschreitungen im Zusammenspiel von kompositorischer Strenge und einer geheimnisvollen Fantastik.

Musik von Marla Glen, Salvatore Sciarrino, Franz Schubert, Domenico Scarlatti, Wolfgang Amadeus Mozart, Giacinto Scelsi und Richard Heuberger Choreographie Martin Schläpfer, Bühne und Kostüme Thomas Ziegler Licht Thomas Diek

Adagio Hammerklavier – Hans van Manen
Manche Musik scheint sich dem Tanz auf den ersten Blick querzustellen. Ludwig van Beethovens späte Werke etwa umgibt diese Aura. Doch Hans van Manen hat es sich bei der Wahl seiner musikalischen Partituren noch nie leicht gemacht – und immer wieder bewusst die Auseinandersetzung mit absoluter Musik gesucht, die jenseits aller
gängigen Vorstellungen liegt, was „gute Ballettmusik“ sein könnte. „Adagio Hammerklavier“, jenes 1973 mit Het Nationale Ballet Amsterdam uraufgeführte Stück zu Christoph Eschenbachs die Qualitäten einer extremen Langsamkeit auslotenden Interpretation des 3. Satzes aus Beethovens „Großer Sonate für das Hammerklavier“ BDur op. 106, zählt zu jenen Balletten – und heute zu den unbestrittenen Meisterwerken des 20. Jahrhunderts. Mit seiner Neueinstudierung durch Igone de Jongh – eine der Musen Hans van Manens und Amsterdamer Starballerina – erweitert das Ballett am Rhein sein Repertoire um ein Werk, das in seiner Konzentration, Klarheit und unbestechlichen Stilsicherheit für Hans van Manen einerseits typisch ist, zugleich aber auch eine andere Seite des niederländischen Meisters zeigt, ist es doch vielleicht das sublimste seiner Werke. Drei Paare. Die Männer in weißen, gerippten Hosen und mit nackten Oberkörpern von geradezu kompromisslosem Selbstbewusstsein, die Frauen auf Spitze in hellblauen, weich-fließenden Röcken mit einer für Hans van Manen eher ungewöhnlichen Fragilität. Immer mehr lassen sie sich mit einer eigenartig schönen Traurigkeit auf das Spiel mit ihren Partnern ein, sich geradezu willenlos zu Arabesquen formen, über die Köpfe hinweg in die Lüfte heben, in tiefe Pliés oder in einen Spagat drücken, ihre Gliedmaßen flexen und strecken.

Wie sehr Hans van Manens Choreographieren von einem tiefen Verständnis der Musik bestimmt wird, lässt sich an „Adagio Hammerklavier“ aufs Schönste ablesen. Aus ihr schöpft er seine Energien und das Gefühl für Verläufe, aus ihr kreiert er seine mit geradezu archetypischer Spannung aufgeladenen und immer wieder hocherotischen Begegnungen zwischen Mann und Frau, die immer auch eine Befragung klassischer Rollenbilder im Tanz – und nicht nur in diesem – sind. Die Welt in „Adagio Hammerklavier“ ist dunkel getönt und gleichsam entrückt – geprägt von einem Wissen, dass alle Sehnsucht zu keiner Erfüllung finden wird. Entführt uns Beethoven, als wäre es eine Expedition, mit seinem Adagio auf die höchsten aller Gipfel, so dringt auch der Tanz zu einem immer pureren, klareren Bild seiner selbst vor.
Musik Adagio aus der Sonate Nr. 29 B-Dur op. 106 („Große Sonate für das Hammerklavier“) von Ludwig van Beethoven Choreographie Hans van Manen Bühne und Kostüme Jean-Paul Vroom Licht Jan Hofstra Choreographische Einstudierung Igone de Jongh


SH-BOOM! Sol León & Paul Lightfoot
Unter dem Motto „Life could be a dream“ schuf das erfolgreiche spanisch-britische Choreographen-Duo Paul Lightfoot und Sol León mit „SH-BOOM!“ ein verspieltes Ballett voller Humor, Esprit und beschwingt positiver Energie. Entstanden ist es 1994 für einen Workshop des Nederlands Dans Theaters und wurde seitdem als ein „work in progress“ mehrfach von den Choreographen umgearbeitet und weiterentwickelt, so dass es – wie eine erstaunliche Reise – auch die Entwicklung ihres Stils nachzeichnet.

Angeregt durch die unterschiedlichen Kulturen und Mentalitäten der Tänzer der Originalbesetzung kreierten Paul Lightfoot und Sol León eine Persiflage auf Show-Elemente, wie sie zwischen 1920 und 1950 im Entertainment beliebt waren. Die so leichtgewichtig daherkommende Choreographie zeigt oberflächliche, absurd-komische Spaßmacherei, aber auch die ironische, dunkle Seite jener tiefen Bitterkeit, in die das Show-Business seine Helden drängen kann. Zu populärer Musik der 1920er bis 1950er Jahre aus Amerika, Finnland, Spanien und Großbritannien treiben hier Herren in Feinripp-Unterwäsche und weißen Kniestrümpfen sowie Damen in züchtig-hochgeschlossenen, schwarzen Kleidern, deren Röcke jedoch ab und an keck gelüftet werden, in einer unglaublichen Dichte tänzerischer Höchstanforderungen ihr temporeiches Spiel zwischen Schamlosigkeit und leichter Unterhaltung. Es geht um die Absurditäten des Lebens – aber auch um dessen Ernst. „Die von uns verwendete Musik entstand zu einer Zeit, als die Menschheit durch zahlreiche Kriege bedroht war, und drückt mit ihrem lebensbejahenden Charakter doch auch die Befindlichkeiten der damaligen Jahrzehnte aus“, so Paul Lightfoot über das Stück. Und Sol León: „Indem wir die Figuren fast karikaturistisch überzeichnet ihren Humor benutzen lassen, gelingt es ihnen, aus ihrem eigenen ‚Leben‘ auszubrechen.“

1985 fanden Paul Lightfoot, der Brite aus Kingsley, und Sol León, die Spanierin aus Cordóba, ihre künstlerische Heimat beim Nederlands Dans Theater – zunächst als Tänzer, dann auch als Hauschoreographen. Seit 2012 ist Paul Lightfoot künstlerischer Leiter des Ensembles. Im Duo kreierten sie über 50 Werke für das NDT und wurden mit zahlreichen renommierten Preisen wie dem Prix Benois de la Danse und dem Herald Archangel ausgezeichnet. Zum Ballett am Rhein kehren sie nach der umjubelten Premiere von „Signing Off“ in b.03 nun mit einem weiteren Meisterwerk aus ihrem Repertoire zurück. Musik von Turner Layton und Clarence Johnstone, José Armandola und Olavi Virta, Arturo Cuartero, The Mills Brothers, Vera Lynn, James Keyes, Claude und Carl Feaster, Floyd F. McRae und James Edwards Choreographie, Bühne & Kostüme Sol León, Paul Lightfoot Licht Tom Bevoort Choreographische Einstudierung Valentina
Scaglia, Bastien Zorzetto


Ballettwerkstatt im Opernhaus Düsseldorf: Montag, 27. März 2017, 19.00 Uhr, Eintritt frei
Vorstellungen im Opernhaus Düsseldorf: Sa 01.04. 19.30 Uhr (Premiere) / Mi 05.04. 19.30 Uhr / Fr 07.04. 19.30 Uhr / Fr 21.04. 19.30 Uhr / So 23.04. 15.00 Uhr / Do 04.05. 19.30 Uhr / Fr 05.05. 19.30 Uhr
Vorstellungen im Theater Duisburg: Sa 13.05. 19.30 Uhr (Premiere) / Fr 19.05. 19.30 Uhr / So 21.05. 18.30 Uhr

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Graz, Oper Graz, Nur noch drei Mal: DER OPERNBALL von Heuberger, 28.02./06.03./10.03.2016

Februar 25, 2016 by  
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Oper Graz

Opernhaus Graz © Robert Illemann

Opernhaus Graz © Robert Illemann

  DER OPERNBALL von Richard Heuberger

Operette in drei Akten
Text Victor Léon, Heinrich von Waldberg, neue Textfassung von Peter Lund

Vorstellungen:, So 28. Feb 2016, 15:00, So 6. Mär 2016, 15:00 Do 10. Mär 2016, 19:30 Zum letzten Mal

Während des Karnevals sind Paul Aubier und seine Frau Angèle zu Besuch bei Georges und Marguerite Duménil. Marguerite überredet Angèle, ihre beiden Ehemänner auf die Probe zu stellen. Schauplatz der Treue-Prüfung: der Opernball. In dieser einen Nacht verschwinden die Grenzen der Gesellschaft, und ein Spiel der Identitäten, Geschlechter und erotischer Abenteuer beginnt. Als die Eheleute am nächsten Morgen verkatert nach Hause zurückkehren, sind viele Fragen offen: Wer war mit wem wann und wo? Was hat diese eine Nacht verändert? Wie, wo, mit wem geht es weiter? Diese charmante, heißblütige Operette besticht durch ihre Handlung der Irrungen und Wirrungen und durch Klassiker wie „Komm mit mir ins Chambre séparée“ – unvergesslich in Musik verwandelt durch den Grazer Komponisten Richard Heuberger (1850–1914).

Ein Stück Grazer Musikgeschichte – inszeniert von Bernd Mottl in Zusammenarbeit mit Friedrich Eggert (Bühne) und Alfred Mayerhofer (Kostüm). Bernd Mottl weiß spartenübergreifend mit seinen Inszenierungen zu begeistern und arbeitete unter anderem an den Opern Köln, Leipzig, Karlsruhe, dem Staatschauspiel Dresden und am Maxim Gorki Theater Berlin.

Musikalische Leitung Marius Burkert, Marcus Merkel, Inszenierung Bernd Mottl
Choreographie Andrea Heil, Bühnenbild Friedrich Eggert
Kostüme Alfred Mayerhofer, Licht Friedrich Eggert
Chor Georgi Mladenov, Dramaturgie Marlene Hahn

BESETZUNG:
Beaubuisson: Gerhard Ernst, Madame Beaubuisson: Lotte Marquardt
Henri: Alexander Kaimbacher, Paul Aubier: Ivan Oreš?anin
Angèle: Nadja Mchantaf, Georges Duménil: Martin Fournier
Marguérite: Margareta Klobucar
Hortense: Sieglinde Feldhofer
Philippe: János Mischuretz
Pauseneinlage: Sofia Mara/Dariusz Perczak/Taylan Reinhard

Pressemeldung Oper Graz