Berlin, Staatsoper Unter den Linden, BAROCKTAGE – Scarlatti – Purcell, IOCO Aktuell, 22.10.2019

Staatsoper unter den Linden

Staatsoper Unter den Linden © Max Lautenschläger

Staatsoper Unter den Linden © Max Lautenschläger

BAROCKTAGE – Alessandro Scarlatti _ Henry Purcell

1. – 10. November 2019

1. bis 10. November 2019: Die zweiten BAROCKTAGE an der Staatsoper Unter den Linden im Zeichen von Scarlatti und Purcell – mit der Premiere von IL PRIMO OMICIDIO, der Stückentwicklung LOVE, YOU SON OF A BITCH sowie mit zwei Wiederaufnahmen, 16 Konzerten und Sonderveranstaltungen

Am 1. November, beginnen die BAROCKTAGE an der Staatsoper Unter den Linden. Das Festival wurde mit der Intendanz von Matthias Schulz eingeführt und findet in diesem Jahr vom 1. bis 10. November zum zweiten Mal statt. Das Programm umfasst innerhalb von zehn Tagen eine Premiere und zwei Wiederaufnahmen im Großen Saal, eine Musiktheaterperformance im Alten Orchesterprobensaal, 16 Konzerte sowie zahlreiche Sonderveranstaltungen. Mit Alessandro Scarlatti und Henry Purcell stehen zwei Komponisten im Zentrum, die das späte 17. und frühe 18. Jahrhundert musikalisch entscheidend geprägt haben. Die BAROCKTAGE finden parallel zur Tournee von Daniel Barenboim und der Staatskapelle Berlin statt, die am 2. und 3. November mit dem Zyklus der vier Brahms-Sinfonien an der Philharmonie de Paris gastieren.

 

Il Primo Omicidio – Alessandro Scarlatti
youtube Trailer der Opéra national de Paris
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 IL PRIMO OMICIDIO  – Premiere am 1. November 2019

Herzstück der BAROCKTAGE ist die Premiere von IL PRIMO OMICIDIO, die ab dem 1. November 2019 an der Staatsoper Unter den Linden zu erleben ist. Regie führt Romeo Castellucci, der mit dieser Produktion sein Berliner Operndebüt gibt. Die musikalische Leitung hat René Jacobs inne, diesmal dirigiert er das belgische Originalklang-Ensemble B’Rock Orchestra, das erstmals an der Staatsoper Unter den Linden zu Gast ist. In den solistischen Partien sind Kristina Hammarström, Olivia Vermeulen, Birgitte Christensen, Thomas Walker, Benno Schachtner und Arttu Kataja zu erleben. Die Premiere ist eine Koproduktion mit der Opéra national de Paris und dem Teatro Massimo, Palermo.

Bereits am 25. Oktober wird im Alten Orchesterprobensaal LOVE, YOU SON OF A BITCH, eine Musiktheaterperformance der italienischen Regisseurin und Videokünstlerin Letizia Renzini mit Musik von Alessandro und Domenico Scarlatti uraufgeführt (weitere Vorstellungen bis 3. November). Mit dieser Produktion wird ein Bogen geschlagen zwischen den BAROCKTAGEN und dem Format LINDEN 21, das alle jene Produktionen und Projekte des Spielplans umfasst, die sich als Labor für neue Aufführungsformen des zeitgenössischen Musiktheaters verstehen.

King Arthur – Henry Purcell – auch zu den BAROCKTAGEN der Staatsoper
youtube Trailer Staatsoper Unter den Linden
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Als Wiederaufnahmen sind im Rahmen der BAROCKTAGE zwei Musiktheaterwerke von Henry Purcell zu erleben: KING ARTHUR, inszeniert von Sven-Eric Bechtolf und Julian Crouch, unter der musikalischen Leitung von René Jacobs (ab 2. November) sowie DIDO & AENEAS in der Regie und Choreographie von Sasha Waltz, dirigiert von Christopher Moulds (wieder ab 3. November).

Die 16 Konzerte im Rahmen der BAROCKTAGE umfassen Auftritte einer Reihe von herausragenden Orchestern und Ensembles wie Le Concert des Nations unter Jordi Savall, die Akademie für Alte Musik unter Fabio Biondi (mit dem selten zu hörenden Scarlatti-Oratorium La Vergine addolorata), die Accademia Bizantina unter Ottavio Dantone, The Tallis Scholar unter Peter Phillips, der RIAS Kammerchor unter Robert Hollingworth, Mitglieder des B’Rock Orchestra sowie Preußens Hofmusik, bestehend aus Mitgliedern der Staatskapelle Berlin, und Auftritte von Solistinnen und Solisten wie Christian Zacharias, Dorothee Oberlinger, Margret Köll, Jean Rondeau, Raffaella Milanesi, Roberta Invernizzi, Sonia Prina, Aaron Sheehan, Serena Sáenz und Delphine Galou. Es erklingen Werke von Alessandro und Domenico Scarlatti, Henry Purcell und vielen weiteren Komponisten, die in Bezug zu ihnen stehen. Darüber hinaus wird es drei Kinderkonzerte mit Mitgliedern der Akademie für Alte Musik Berlin geben. Als Spielstätten dienen der Große Saal der Staatsoper Unter den Linden, der Apollosaal und der Pierre Boulez Saal.

Zur Eröffnung der BAROCKTAGE findet am 1. November ein Roundtable zum Thema »Die Welt um 1700: Denk- und Gestaltungsweisen im Zeitalter des Barock« im Apollosaal statt. Eine Gesprächsrunde mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kunst und Wissenschaft, in Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität zu Berlin. Begleitend zum musikalischen Programm der BAROCKTAGE finden in diesem Zeitraum zahlreiche Führungen durch die Staatsoper Unter den Linden statt sowie Stadtspaziergänge durch die historische Mitte Berlins rund um das Opernhaus.

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Berlin, Staatsoper im Schillertheater, FESTTAGE-Premiere: ORFEO ED EURIDICE von Christoph Willibald Gluck, 18.03.2015

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Staatsoper im Schiller Theater

Staatsoper im Schillertheater © Thomas Bartilla

Staatsoper im Schillertheater © Thomas Bartilla

FESTTAGE-Premiere:  Orfeo ed Euridice von Christoph Willibald Gluck

In einem Raum entworfen von Frank O. Gehry

Azione teatrale per musica, Text  Ranieri de’ Calzabigi
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere Freitag, 18. März 2016 19:00 Uhr, weitere Vorstellungen 23. und 27. März

Die FESTTAGE-Premiere 2016 ist am 18. März Christoph Willibald Glucks Orfeo ed Euridice in einer Neuinszenierung von Jürgen Flimm unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim. Für Jürgen Flimm und Daniel Barenboim ist es nach Verdis Otello im Jahr 2001 die erste künstlerische Zusammenarbeit seit 15 Jahren. Für beide ist diese Produktion außerdem ein Debüt: anlässlich des 20-jährigen Bestehens der FESTTAGE bringen sowohl der Intendant als auch der Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper erstmals in direkter Kooperation diese Reformoper auf die Bühne.

Wien / Christoph Willibald Gluck Foto IOCO

Wien / Christoph Willibald Gluck Foto IOCO

  Als Orfeo ist Countertenor Bejun Mehta zu erleben, der zu den international führenden Interpreten dieser Partie zählt. Ihm zur Seite steht als Euridice Anna Prohaska. Bereits 2010 standen beide Sänger gemeinsam auf der Bühne der Staatsoper. Für ihre Darbietung von Händels »Agrippina« unter der musikalischen Leitung von René Jacobs wurden sie im Haus Unter den Linden gefeiert.
Nadine Sierra gibt in dieser Neuproduktion nicht nur ihr Haus-, sondern auch ihr Rollendebüt als Amor. Die 27-jährige amerikanische Sopranistin zählt zu den vielversprechenden Sängerinnen ihrer Generation und ist zurzeit die jüngste Gewinnerin der Metropolitan Opera National Council Auditions und der Marilyn Horne Song Competition. Ihre Debüts an der Opéra National de Paris sowie an der Metropolitan Opera New York und Mailänder Scala als Zerlina in Don Giovanni und Gilda in Rigoletto in der laufenden Spielzeit 2015/2016 wurden von Publikum und Presse gleichermaßen gefeiert.

Das Bühnenbild der Berliner Orfeo-Neuproduktion stammt von Architekt Frank O. Gehry – nach Don Giovanni in der Regie von Christopher Alden (2012) und Lucinda Childs sowie John Adams Tanzproduktion »Available Light« (1983) ist es seine dritte Arbeit als Bühnenbildner. Bekannt für unzählige private und öffentliche Gebäude in Amerika, Europa und Asien, zählen zu seinen bemerkenswertesten Projekten u. a. das Guggenheim-Museum Bilbao, das Tanzende Haus in Prag, die Walt Disney Concert Hall in Los Angeles, die Stiftung Louis Vuitton in Paris sowie das Kunst- und Medienzentrum Rheinhafen in Düsseldorf. Auch die Barenboim-Said-Akademie in Berlin erhält mit dem »Pierre Boulez Saal« einen von Frank O. Gehry entworfenen Konzertsaal, in dem künftig Kammer- und Orchesterkonzerte stattfinden werden.
Die Kostüme entwarf die renommierte Kostümbildnerin und Professorin an der Universität der Künste Berlin Florence von Gerkan, die bereits mehrfach mit Jürgen Flimm zusammengearbeitet hat, u. a. bei Händels »Il trionfo del Tempo e del Disinganno«.
Es singen und spielen der Staatsopernchor unter der Leitung von Martin Wright und die Staatskapelle Berlin.

Mit Glucks Version des Mythos um den trauernden Orpheus, der in die Unterwelt herabsteigt, um seine geliebte Euridice von den Toten zurückzuholen, entwickelte sich aus der traditionellen »Opera seria« eine »Azione theatrale« neuen Zuschnitts, in der Figuren mit ihrem wirklichen, authentischen Fühlen und Ausdrucksstreben in den Mittelpunkt gestellt wurden. Es entstand ein Werk, das gleichsam zum Inbegriff der klassischen Reformoper wurde. Mit der Uraufführung von »Orfeo ed Euridice« Anfang Oktober 1762 am Wiener Burgtheater wurde ein neues Kapitel der Operngeschichte aufgeschlagen.

MUSIKALISCHE LEITUNG Daniel Barenboim
INSZENIERUNG Jürgen Flimm
BÜHNENBILD Frank O. Gehry
KOSTÜME Florence von Gerkan
CHOREOGRAPHIE Gail Skrela
LICHT Olaf Freese
CHOR Martin Wright
DRAMATURGIE Roman Reeger

BESETZUNG:
ORFEO: Bejun Mehta
EURIDICE: Anna Prohaska
AMOR: Nadine Sierra
JUPITER: Wolfgang Stiebritz
STAATSOPERNCHOR
STAATSKAPELLE BERLIN

—| Pressemeldung Staatsoper im Schillertheater |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, Premiere ORPHEUS, 25.05.2014

Mai 20, 2014 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

ORPHEUS von Georg Philipp Telemann

Text von Georg Philipp Telemann nach einer Tragödie von Michel Du Boullay
In deutscher, italienischer und französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Sonntag, 25. Mai 2014, 19.30 Uhr im Bockenheimer Depot,  Weitere Vorstellungen: 27., 29., 31. Mai, 1., 3., 6., 8. Juni 2014

Der in Magdeburg geborene Barockkomponist Georg Philipp Telemann (1681-1767) galt in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts als einer der bedeutendsten deutschen Vertreter seiner Zunft. 1721 kam er als Musikdirektor nach Hamburg und übernahm wenig später auch die Leitung des dortigen Opernhauses am Gänsemarkt, wo 1726 seine Oper Orpheus oder Die wunderbare Beständigkeit der Liebe erstmals konzertant vorgestellt wurde. In diesem Werk mischte Telemann verschiedene nationale Stile zu einem neuen Ganzen, so dass die Oper – aufgeführt in deutscher, französischer und italienischer Sprache – bereits weit vor der Zeit einem wahrhaft europäischen Gedanken verpflichtet schien. 1994 kam es in Innsbruck und Berlin zu Aufführungen in einer von dem Dirigenten René Jacobs und dem Musikwissenschaftler Peter Huth erarbeiteten Fassung, die behutsam musikalische Lücken schloss. Diese Version liegt auch der Frankfurter Erstaufführung zugrunde.

Oper Frankfurt / Sebastian Geyer (Bariton / Titelpartie) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Sebastian Geyer (Bariton / Titelpartie) © Barbara Aumüller

Die Handlung basiert auf den durch die Werke Monteverdis und Glucks bekannten Vorgaben.
Telemann ergänzte allerdings das vorgegebene Personal durch Orasia, die Königin von Thrakien: Der mythische Sänger Orpheus verliert wegen eines Zaubers der eifersüchtigen Orasia seine Geliebte Eurydike durch einen Schlangenbiss. Er kann sich jedoch nicht mit diesem Verlust abfinden und begibt sich auf den Weg in die Unterwelt. Berührt von Orpheus‘ Gesang erlaubt ihm Pluto, die Geliebte wieder mit sich auf die Erde zu nehmen. Einzige Voraussetzung ist, ihr dabei nicht ins Gesicht zu blicken. Aber Orpheus hält sich nicht an diese Verabredung und verliert – zur Freude Orasias – Eurydike ein zweites Mal. Als ihr der Sänger daraufhin ablehnend gegenüber tritt, hetzt die Königin die Bacchantinnen auf ihn. Von Reue getrieben folgt sie dem Geliebten in den Tod.

Oper Frankfurt / Elizabeth Reiter (Sopran / Orasia) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Elizabeth Reiter (Sopran / Orasia) © Barbara Aumüller

Die musikalische Leitung dieser Frankfurter Erstaufführung liegt bei dem jungen Schweizer Titus Engel, der unlängst die Uraufführung von Charles Wuorinens Oper Brokeback Mountain am Teatro Real Madrid auf sich aufmerksam machte. Die Regisseurin Florentine Klepper stellte sich im Rahmen der Frankfurter Erstaufführung von Arnulf Herrmanns Wasser im Frankfurt LAB vor. Zu ihren Arbeiten an der Dresdner Semperoper gehören Monteverdis Poppea und Wagners Holländer. Kürzlich inszenierte sie Strauss‘ Arabella bei den Salzburger Osterfestspielen. Aus dem Frankfurter Opernstudio wechselte Elizabeth Reiter (Orasia) 2013/14 ins Ensemble der Oper Frankfurt, wo sie seither u.a. als Pamina in der Zauberflöte glänzte. Drei Spielzeiten früher stieß Sebastian Geyer (Orpheus) zum festen Frankfurter Sängerstamm hinzu. Hier verkörperte er jüngst u.a. Guglielmo in Così fan tutte. Katharina Ruckgaber (Eurydike) übernahm im Januar 2014 die weibliche Hauptpartie in der Uraufführung von Wilfried Hillers Singspiel Der Flaschengeist am Staatstheater am Gärtnerplatz in München. Zur übrigen Besetzung gehören Ensemblemitglied Vuyani Mlinde (Pluto) sowie die Gäste Maren Favela (Cephisa), Julian Prégardien (Eurimedes) und Dmitry Egorov (Ascalax).

Musikalische Leitung: Titus Engel Inszenierung: Florentine Klepper Bühnenbild und Kostüme: Adriane Westerbarkey Licht: Jan Hartmann Dramaturgie: Zsolt Horpácsy

BESETZUNG:
Orasia: Elizabeth Reiter, Orpheus: Sebastian Geyer, Eurydike: Katharina Ruckgaber
Cephisa: Maren Favela, Eurimedes: Julian Prégardien, Pluto: Vuyani Mlinde
Ascalax: Dmitry Egorov
Konzertchor Darmstadt (Einstudierung: Wolfgang Seeliger); Statisterie der Oper Frankfurt

Premiere / Frankfurter Erstaufführung: Sonntag, 25. Mai 2014, um 19.30 Uhr im Bockenheimer Depot
Weitere Vorstellungen: 27., 29., 31. Mai, 1., 3., 6., 8. Juni 2014
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr

—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, Premiere: ORPHEUS ODER DIE WUNDERBARE BESTÄNDIGKEIT DER LIEBE, 25.05.2014

Mai 5, 2014 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Premiere / Frankfurter Erstaufführung: ORPHEUS ODER DIE WUNDERBARE BESTÄNDIGKEIT DER LIEBE

 
Musikalisches Drama in drei Akten von Georg Philipp Telemann
In deutscher, italienischer und französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
 
Sonntag, 25. Mai 2014, um 19.30 Uhr im Bockenheimer Depot
 
Musikalische Leitung: Titus Engel; Inszenierung: Florentine Klepper
 
Mitwirkende: Elizabeth Reiter (Orasia), Sebastian Geyer (Orpheus), Katharina Ruckgaber (Eurydike), Maren Favela (Cephisa), Julian Prégardien (Eurimedes), Vuyani Mlinde (Pluto), Dmitry Egorov (Ascalax), Konzertchor Darmstadt (Einstudierung: Wolfgang Seeliger)
 
Weitere Vorstellungen: 27., 29., 31. Mai, 1., 3., 6., 8. Juni 2014
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Oper Frankfurt / Elizabeth Reiter (Sopran / Orasia) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Elizabeth Reiter (Sopran / Orasia) © Barbara Aumüller

 
Der in Magdeburg geborene Barockkomponist Georg Philipp Telemann (1681-1767) galt in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts als einer der bedeutendsten deutschen Vertreter seiner Zunft. 1721 kam er als Musikdirektor nach Hamburg und übernahm wenig später auch die Leitung des dortigen Opernhauses am Gänsemarkt, wo 1726 seine Oper Orpheus oder Die wunderbare Beständigkeit der Liebe erstmals konzertant vorgestellt wurde. In diesem Werk mischte Telemann verschiedene nationale Stile zu einem neuen Ganzen, so dass die Oper – aufgeführt in deutscher, französischer und italienischer Sprache – bereits weit vor der Zeit einem wahrhaft europäischen Gedanken verpflichtet schien. 1994 kam es in Innsbruck und Berlin zu Aufführungen in einer von dem Dirigenten René Jacobs und dem Musikwissenschaftler Peter Huth erarbeiteten Fassung, die behutsam musikalische Lücken schloss. Diese Version liegt auch der Frankfurter Erstaufführung zugrunde.
 
Die Handlung basiert auf den durch die Werke Monteverdis und Glucks bekannten Vorgaben.
Oper Frankfurt / Sebastian Geyer (Bariton / Titelpartie) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Sebastian Geyer (Bariton / Titelpartie) © Barbara Aumüller

 
Telemann ergänzte allerdings das vorgegebene Personal durch Orasia, die Königin von Thrakien: Der mythische Sänger Orpheus verliert wegen eines Zaubers der eifersüchtigen Orasia seine Geliebte Eurydike durch einen Schlangenbiss. Er kann sich jedoch nicht mit diesem Verlust abfinden und begibt sich auf den Weg in die Unterwelt. Berührt von Orpheus‘ Gesang erlaubt ihm Pluto, die Geliebte wieder mit sich auf die Erde zu nehmen. Einzige Voraussetzung ist, ihr dabei nicht ins Gesicht zu blicken. Aber Orpheus hält sich nicht an diese Verabredung und verliert – zur Freude Orasias – Eurydike ein zweites Mal. Als ihr der Sänger daraufhin ablehnend gegenüber tritt, hetzt die Königin die Bacchantinnen auf ihn. Von Reue getrieben folgt sie dem Geliebten in den Tod.
 
Die musikalische Leitung dieser Frankfurter Erstaufführung liegt bei dem jungen Schweizer Titus Engel, der unlängst die Uraufführung von Charles Wuorinens Oper Brokeback Mountain am Teatro Real Madrid auf sich aufmerksam machte. Die Regisseurin Florentine Klepper, seit 2009/10 Hausregisseurin am Theater Basel, stellte sich im Rahmen der Frankfurter Erstaufführung von Arnulf Herrmanns Wasser im Frankfurt LAB vor. Zu ihren Arbeiten an der Dresdner Semperoper gehören Monteverdis Poppea und Wagners Holländer. Aus dem Frankfurter Opernstudio wechselte Elizabeth Reiter (Orasia) 2013/14 ins Ensemble der Oper Frankfurt, wo sie seither u.a. als Pamina in der Zauberflöte glänzte. Zwei Spielzeiten früher stieß Sebastian Geyer (Orpheus) zum festen Frankfurter Sängerstamm hinzu. Hier verkörperte er jüngst u.a. Guglielmo in Così fan tutte. Katharina Ruckgaber (Eurydike) übernahm im Januar 2014 die weibliche Hauptpartie in der Uraufführung von Wilfried Hillers Singspiel Der Flaschengeist am Staatstheater am Gärtnerplatz in München. Zur übrigen Besetzung gehören Ensemblemitglied Vuyani Mlinde (Pluto) sowie die Gäste Maren Favela (Cephisa), Julian Prégardien (Eurimedes) und Dmitry Egorov (Ascalax).
 
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