Meiningen, Meininger Staatstheater, OPERETTENGALA, 14.09.2019

Meininger Staatstheater 

Meininger Staatstheater © Marie Liebig

Meininger Staatstheater © Marie Liebig

OPERETTENGALA
Samstag, 14. September 2019__19.30 Uhr, Großes Haus

Musikalische Leitung: GMD Philippe Bach
Moderation: Corinna Jarosch
Mit: Alex Kim, Carolina Krogius, Stan Meus, Monika Reinhardt, Shin Taniguchi;  Meininger Hofkapelle

Beliebtes, Altbekanntes und ganz Neues bietet die Operettengala zum Saisonauftakt

Meininger Staatstheater / GMD Philippe Bach © Rolf K. Wegst

Meininger Staatstheater / GMD Philippe Bach © Rolf K. Wegst

„Freunde, das Leben ist lebenswert!“ – Wie könnte man eine Saison schöner beginnen als mit dieser Feststellung? Und wie könnte man ein Engagement besser antreten als mit diesem Lied? – Alex Kim ist neu im Ensemble und präsentiert sich in tenoralem Glanz mit diesem Hit aus Lehàrs Operette GIUDITTA erstmals dem Meininger Publikum. Der Sänger, der zunächst in seiner Heimat Südkorea studierte und dann Hamburg, war 2017/18 Mitglied des Ensembles am Nürnberger Staatstheater. Von zahlreichen Wettbewerben kehrte der junge Tenor preisgekrönt zurück, wie etwa vom Gesangswettbewerb „Die Meistersinger von Nürnberg“, wo er bereits 2016 unter den Preisträgern war und nun 2018 den 1.Preis im Deutschen Fach und den Preis der besten Wagner-Interpretation erlangte. In Meiningen wird er im Herbst noch als Ruggiero in Puccinis LA RONDINE zu erleben sein. Operetten gehören aber stets zum Repertoire des spielfreudigen Sängers, mit dem er gerne auftritt.

An diesem Abend stehen mit Werken von Carl Millöcker, Robert Stolz und Emerich Kálmán noch weitere Hit und lebensfrohe Melodien auf dem Programm! Publikumslieblinge wie Carolina Krogius, Monika Reinhard, Shin Taniguchi und Stan Meus haben gleich eine ganze Menagerie an Ohrwürmern parat. Welche Zeile wird am Ende Ihnen nicht mehr aus dem Kopf gehen? Vielleicht ja eine aus Paul Abrahams kürzlich wiederentdeckter Operette MÄRCHEN IM GRAND HOTEL, die ab Januar auch auf dem Spielplan des Meininger Theaters zu finden sein wird!

—| Pressemeldung Meininger Staatstheater |—

Wien, Theater an der Wien, Euryanthe – Carl Maria von Weber, IOCO Kritik, 11.01.2019

Januar 11, 2019 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Oper, Theater an der Wien

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Theater an der Wien

Theater an der Wien / Linke Wienzeile © IOCO

Theater an der Wien / Linke Wienzeile © IOCO

Euryanthe – Carl Maria von Weber

Weber und „die Einführung des Übernatürlichen“

von Marcus Haimerl

Häufig findet sich Carl Maria von Webers große heroisch-romantische Oper Euryanthe nicht auf den Spielplänen der Opernhäuser. Als Ursache betrachtet man gerne das Libretto der Schriftstellerin Helmina von Chézy, die Weber aus dem Dresdner „Liederkreis“ kannte, in welchem bereits der Librettist des Freischütz, Johann Friedrich Kind, Mitglied war. Nach dem Erfolg des Freischütz war Weber als Komponist in aller Munde und so war das Auftragswerk des Wiener Kärntnertortheaters auch keine Überraschung.

Allerdings litt er auch unter dem großen Erfolg des Freischütz. Aus gutem Grund musste er annehmen, dass von ihm Wiederauflagen der volkstümlichen Nummern seiner Erfolgsoper erwartet wurden: „Die Erwartungen der Masse sind durch den wunderbaren Erfolg des Freischützen bis zum Unmöglichen ins Blaue hinauf gewirbelt; und nun kommt das einfach ernste Werk, das nichts als Wahrheit des Ausdrucks, der Leidenschaft und Charakterzeichnung sucht, und alle der mannigfachen Abwechslung und Anregungsmittel seines Vorgängers entbehrt.“ (Weber in einem Brief an Franz Danzi, 13.02.1824). Mit diesem einfachen Werk meinte Weber seine Oper Euryanthe.

Theater an der Wien / Euryanthe - hier :  Jacquelyn Wagner als Euryanthe und Theresa Kronthaler als Eglantine © Monika Rittershaus

Theater an der Wien / Euryanthe – hier : Jacquelyn Wagner als Euryanthe und Theresa Kronthaler als Eglantine © Monika Rittershaus

Als Vorlage für das Libretto diente Helmina von Chézy eine altfranzösische Ritterlegende aus dem 12. Jahrhunderts, welche Shakespeare bereits in seiner Cymbeline nach einer Novelle aus Boccaccios Decamerone verwendete. Weber wies den Rat Ludwig Tiecks nach einer realistischen Handlungsführung zurück und bestand gegenüber Helmina von Gézy auf die Einführung des Übernatürlichen.

Die zu Unrecht beschuldigte Euryanthe, Opfer einer Männerwette zwischen ihrem Verlobten Adolar und dem bösen Lysiart, ist der Motor der Handlung. Jedoch ist nicht wie in der Vorlage die Kenntnis eines Körpermals, heimlich im Bade beobachtet, das Beweisstück. Emma, die Schwester Adolars beging einst aus Gram über den Tod ihres Ehemanns Selbstmord. Wegen dieser Todsünde kann ihre Seele keine Ruhe finden, bis nicht ihr tödlicher Giftring mit den Tränen einer verfolgten Unschuld genetzt wird. Dies Geheimnis, an die heimtückische Eglantine verraten, löst das Drama aus. Denn diese stiehlt den Ring aus der Grabkammer und wird von Lysiart beobachtet. Da dieser bei Euryanthe mit seinen Verführungsversuchen gescheitert ist, verbünden sich Eglantine und Lysiart zu einem Liebespaar aus Rache. Da sich Euryanthe gegen die falschen Anschuldigungen Lysiarts nicht wehrt, führt Adolar, nun seiner gesamten Güter und Titel verlustig, seine Verlobte in den Tod. Als diese ihn vor einer Schlange zu retten versucht, lässt er Euryanthe allein im Wald zurück. Der König findet die junge Frau und diese offenbart ihm die zuvor verschwiegene Wahrheit. Während der Vorbereitungen von Lysiarts und Eglantines Hochzeit auf Adolars Schloss, gesteht Eglantine, der in einem Anfall von Wahnsinn Emma erscheint, dem König die Wahrheit. Lysiart ersticht die Wahnsinnige und wird selbst als Mörder verhaftet. Euryanthe und Adolar finden wieder zueinander und weil ihre Tränen den Ring benetzt haben, findet Emmas Seele ihren Frieden.

Theater an der Wien / Euryanthe - hier :  Jacquelyn Wagner als Euryanthe, Theresa Kronthaler als Eglantine, Andrew Foster-Williams als Lysiart, Norman Reinhardt als Adolar © Monika Rittershaus

Theater an der Wien / Euryanthe – hier : Jacquelyn Wagner als Euryanthe, Theresa Kronthaler als Eglantine, Andrew Foster-Williams als Lysiart, Norman Reinhardt als Adolar © Monika Rittershaus

Das Theater an der Wien holte nunmehr diese kaum gespielte Oper als Neuproduktion zurück in die Stadt der Uraufführung und beweist mit der Besetzung, dass Webers Werk durchaus spielbar ist. Constantin Trinks leitet das ORF Radio-Symphonieorchester Wien facettenreich mit großer Leidenschaft und weiß die Dramatik der Musik von Weber, die an mancher Stelle schon Wagner erahnen lässt, voll auszukosten.

Christof Loy verzichtet in seiner Inszenierung auf Mittelalter, Ritter oder gar Übernatürliches, ebenso auf Romantik und setzt ganz auf zwischenmenschliche Beziehungen und Personenführung. Ein weißer, sich trichterförmig nach hinten verengender Raum, mit einem Klavier, einem Bett und ein paar Stühlen ist die ganze Ausstattung (Bühne: Johannes Leiacker). Der sterile weiße Bühnenraum mit dem Bett am Bühnenrand erinnert dabei schon etwas an eine Heilstätte. Und Heilung sucht nicht nur die Seele der armen Emma. In diesem geschlossenen Bühnenraum reduziert  Loy die Romantik zu einem Kammerspiel zwischen den handelnden Figuren und zeigt, dass die handlungstreibenden Gefühle, enttäuschter Liebe, Rache und Erlösung, Allgemeingültigkeit besitzen.

Theater an der Wien / Euryanthe - hier :  Theresa Kronthaler als Eglantine, Andrew Foster-Williams als Lysiart © Monika Rittershaus

Theater an der Wien / Euryanthe – hier : Theresa Kronthaler als Eglantine, Andrew Foster-Williams als Lysiart © Monika Rittershaus

Jacquelyn Wagner verkörpert die Titelfigur Euryanthe perfekt. Atemberaubend meistert sie die lyrischen Passagen mit ihrem ausdrucksstarken Sopran und überzeugt auch in glaubwürdiger Rollengestaltung.  Mit durchschlagskräftigem Mezzosopran und packender Darstellung beherrscht Theresa Kronthaler die Bühne in der Partie der Eglantine. Mit seinem großen durchwegs dramatischen Bariton beweist Andrew Foster-Williams höchstes musikalisches Können als hinterlistiger Lysiart. Für seinen Körpereinsatz, er singt die Arie „Wo berg‘ ich mich“ zu Beginn des zweiten Aktes völlig unbekleidet, muss man dem Sänger zusätzlich hohen Respekt zollen. Der amerikanischeTenor Norman Reinhardt überzeugt mit strahlendem, höhensicherem Tenor in der Partie des Adolar. Beeindruckend auch Stefan Cerny der mit seinem schönen, dunklen Bass die Partie des Königs glaubhaft gestaltet. Auf höchstem musikalischen Niveau agiert auch der Arnold Schoenberg Chor.

Mit dieser Produktion bewies das Theater an der Wien erneut, dass man sich nicht nur gefahrlos den vergessenen Werken der Opernliteratur widmen, sondern damit auch noch Erfolg haben kann.

Euryanthe im Theater an der Wien:  Zur Zeit sind keine weiteren Vorstellungen geplant

—| IOCO Kritik Theater an der Wien |—

Wuppertal, Wuppertaler Bühnen, Premiere Parsifal, IOCO kritik, 13.03.2015

März 16, 2015 by  
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Wuppertaler Bühnen

Premiere Richard Wagner “Parsifal“

13.03.2015

Wuppertaler Bühnen / Parsifal - Herrenchor, Statisterie, Peter Paul (Cover Amfortas), Tilmann Unger © Uwe Stratmann

Wuppertaler Bühnen / Parsifal – Herrenchor, Statisterie, Peter Paul (Cover Amfortas), Tilmann Unger © Uwe Stratmann

Nach 22 Jahren der Abstinenz gab es mal wieder einen “Parsifal“ an der Wupper, von vielen lang erwartet. Wagners Werke haben hier Tradition. In den letzten  Jahrzehnten konnte man hier, außer “Parsifal“, auch “Holländer“, “Lohengrin“, “Tristan und Isolde“, sowie den ganzen “Ring des Nibelungen“ erleben.

Wuppertaler Bühnen / Parsifal - Damenchor, Blumenmädchen, Tilmann Unger © Uwe Stratmann

Wuppertaler Bühnen / Parsifal – Damenchor, Blumenmädchen, Tilmann Unger © Uwe Stratmann

Der Regisseur Thilo Reinhardt ging in seiner Inszenierung der Geschichte des Grals, ihrer Hüter und der Heilsbringung sehr locker zu Werke. Er ließ immer Respekt vor dem Stück erkennen, hatte aber eine Abneigung vor allen Weihe-Zeremonien. Einfälle en masse gab es, geradezu eine Bilderflut stürzte auf den betrachtenden Zuhörer ein. Vieles war schlüssig, manches gewöhnungsbedürftig, anderes weniger. Zu seinen weniger guten Einfällen gehörte, die Blumenmädchen als Cheer-Leader zu verkleiden. Aber die Handlung wird nicht gegen den Strich gebürstet. Die Geschichte bleibt erkennbar.

Wuppertaler Bühnen / Parsifal - Statisterie, Thorsten Grümbel © Uwe Stratmann

Wuppertaler Bühnen / Parsifal – Statisterie, Thorsten Grümbel © Uwe Stratmann

Dazu schuf ihm sein Ausstatter Harald Thor das entsprechende Bühnenbild. Man sah die Turnhalle einer Elite-Schule (oder Internat) mit allen Accessoires. Weder Baskets, Ringe und Barren fehlten, noch Umkleideschränke gab es.

Gurnemanz fungierte als Sport- beziehungsweise als Fechtlehrer, der mit fast militärischem Drill den neuen

Wuppertaler Bühnen / Parsifal - Statistin, Tilmann Unger, Kathrin Göring, Andreas Daum © Uwe Stratmann

Wuppertaler Bühnen / Parsifal – Statistin, Tilmann Unger, Kathrin Göring, Andreas Daum © Uwe Stratmann

Mitgliedern des Gralsordens, dessen Geschichte einbläute. Das Bühnenbild ist in allen drei Akten gleich. Im zweiten Akt kommt noch ein weißer Kubus dazu, in dem Kundry Parsifal zu verführen versucht. Das war eine starke Szene.

Größtenteils ansprechend gerieten die Kostüme, die Katharina Gault kreiert hatte. Obwohl das Outfit der Blumenmädchen gewöhnungsbedürftig war. Orchestral und vokal gab es kaum etwas zu bemängeln. Die Wuppertaler Bühne, die bekanntermaßen über kein eigenes Ensemble mehr verfügt, hatte eine Sängerschar für diese Produktion verpflichtet, die sehenswert, aber besonders hörenswert war.

Wuppertaler Bühnen / Parsifal - Statisterie, Andreas Daum, Tilmann Unger, Thomas Gazheli, Kathrin Göring © Uwe Stratmann

Wuppertaler Bühnen / Parsifal – Statisterie, Andreas Daum, Tilmann Unger, Thomas Gazheli, Kathrin Göring © Uwe Stratmann

Thorsten Grümbel gab sein Rollendebüt als Gurnemanz. Sein balsamisch fließender, warmer Bass bewältigte die umfangreiche Partie ganz großartig. Auch ist er ein hervorragender Darsteller. Sehr eindringlich gestaltete er die große Erzählung im 1. Akt.

Thomas Gazheli sang den Amfortas schön und ausdrucksstark zugleich, so musikalisch wie charakteristisch. Er vermied jeglichen wehleidigen Unterton. Er muss körperlich viel leisten in dieser Inszenierung. Er steht es durch. Auch seine Klage hat noch Kraft und Fülle.

Beeindruckend war, und nicht nur durch seine körperliche Größe, der Titurel von Martin Blasius. Sehr intensiv gestaltete Andreas Daum den Klingsor, vokal wie auch darstellerisch.

Wuppertaler Bühnen / Parsifal - Tilmann Unger © Uwe Stratmann

Wuppertaler Bühnen / Parsifal – Tilmann Unger © Uwe Stratmann

Eine große Überraschung war der junge Tenor Tilmann Unger in der Titelpartie. Er ist ein schlanker, gutaussehender Mann, kein “holder Knabe“ mehr, der mit einer unglaublichen Natürlichkeit den Naturburschen und späteren Heilsbringer Parsifal spielte.

Noch mehr beeindruckte seine Stimme. Sein baritonal gefärbter Tenor hatte Biss und war ansprechend in allen Registern.

Wuppertaler Bühnen / Parsifal - Kathrin Göring, Statistin, Tilmann Unger © Uwe Stratmann

Wuppertaler Bühnen / Parsifal – Kathrin Göring, Statistin, Tilmann Unger © Uwe Stratmann

Für eine weitere Überraschung sorgte die Besetzung der Kundry. Sie wurde von Kathrin Göring verkörpert, die derzeit an der Leipziger Oper engagiert ist.

Die Mezzosopranistin beherrschte faszinierend die unerhört delikate und komplizierte Psychologie dieser Rolle. Die Stimme klang in allen Lagen gut.

Im 1. Akt hatte sie Mut zu aufgerauhter Expressivität, um danach im Zaubergarten lockende Weichheit zu entfalten. Ganz außerordentlich schön geriet ihre Herzeleide-Erzählung “Ich sah das Kind an seiner Mutter Brust“.

Die musikalische Leitung hatte Toshiyuki Kamioka. Er nahm die Tempi wesentlich schneller und straffer, als man inzwischen gewohnt ist, wenngleich man beim Vorspiel glaubte, selige “Kna-Zeiten“ brächen wieder an. Doch blieb die Dynamik immer kontrastreich. Kleine Unebenheiten bei den Blechbläsern des Wuppertaler Sinfonieorchesters wurden durch eine lyrische Tonfülle und schillernde Klangfarben wettgemacht. So wurde der 3. Akt zu einem besonders starken Erlebnis. Die Chöre klangen sehr sauber, auch die Soloblumen, die Artikulation war vorbildlich (Einstudierung: Jens Bingert).

Große Beifallsstürme gab es für alle Solisten, den Chor, das Orchester und seinen Dirigenten. Kräftige Buhs musste das Regie-Team einstecken.

IOCO / UGK / 13.03.2015

Leipzig, Oper Leipzig, Premiere THE RAKE’S PROGRESS, 05.04.2014

März 27, 2014 by  
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Oper Leipzig

Oper Leipzig © Adreas Bikigt

Oper Leipzig © Adreas Bikigt

DAMIANO MICHIELETTO INSZENIERT STRAWINSKYS “THE RAKE’S PROGRESS” AN DER OPER LEIPZIG

Oper Leipzig / The Rake's Progress - Karin Lovelius (Baba the turk) - Norman Reinhardt (Tom Rakewell) © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig / The Rake’s Progress – Karin Lovelius (Baba the turk) – Norman Reinhardt (Tom Rakewell) © Kirsten Nijhof

„Es ist ein fantasievolles und grausames Märchen, eine Reise ins Verderben, ein gefährliches Spiel mit dem Feuer. Es ist aber auch eine Parabel auf die Modernität und den heutigen Zynismus, in einem Zeitalter in dem alles an seinem monetären Wert gemessen wird”, meint der italienische Regisseur Damiano Michieletto, der im Leipziger Opernhaus Igor Strawinskys „The Rake’s Progress“ (Die Karriere eines Wüstlings) inszeniert und damit sein Deutschlanddebüt feiert. Zu seinem Team gehören Paolo Fantin, der für das Bühnenbild verantwortlich zeichnet und die Kostümbildnerin Carla Teti; das Lichtdesign ist von Alessandro Carletti.

Die PREMIERE ist am SAMSTAG, 05. APRIL 2014. Das Gewandhausorchester spielt unter der Leitung des stellvertretenden Generalmusikdirektors Anthony Bramall. Die Inszenierung ist eine Koproduktion mit dem Teatro La Fenice in Venedig und wird dort ab dem 27. Juni zu sehen sein. Hier wurde „The Rake’s Progress” 1951 unter der Leitung des Komponisten und unter Mitwirkung von Chor und Orchester der Mailänder Scala mit stürmischen Erfolg uraufgeführt.

Oper Leipzig / The Rake's Progress - Tuomas Pursio (Nick Shadow) und Ensemble © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig / The Rake’s Progress – Tuomas Pursio (Nick Shadow) und Ensemble © Kirsten Nijhof

„An einem friedlichen Wochenende in einer Vorstadtidylle zwischen Barbecue, Rasenmähen und Autowaschen beginnt eine Reise, die in den typischen Obsessionen unserer Zeit enden soll. Die Szene wird von riesigen Neonschildern dominiert, die die lateinischen Wörter der sieben Todsünden zeigen, diese brechen am Ende zusammen und formen einen rostigen Käfig: es ist die Illusion von Glück, die zur Selbstzerstörung führt. Die Hauptfigur Tom Rakewell endet nach exzessiven Orgien, in denen er die Todsünden durchlebt, im Irrenhaus, bei uns ein zunächst mit Gold gefüllter Swimmingpool, der sich nach und nach in eine Schlammpfütze verwandelt.

Zum Schluss fällt der glitzernde Varieté- Vorhang und hastig wird die Moral von der Geschicht formuliert: MÜSSIGGANG IM HANDELN UND EITELKEIT IM DENKEN RUFEN STETS DEN TEUFEL AUF DEN PLAN“, erläutert der Regisseur, den die nächsten Engagements zu den Salzburger Pfingstfestspielen, an das New National Theatre Tokyo, an die Opéra National de Paris, an das Covent Garden Royal Opera House London und an die Met New York führen. „Die subtile musikalische Ironie Strawinskys, ist perfekt mit den Worten W. H. Audens verbunden; ein Autor, der die Persönlichkeit seiner Charaktere höchst präzise beschreiben konnte. Eine Bildserie des englischen Zeichners William Hogarth von 1733 hatte Igor Strawinsky zur Komposition der Oper inspiriert. Die Zusammenarbeit von Auden und Strawinsky hat die Geschichte, die also eher auf bildhafte als literarische Quellen zurückgreift, zu einem echten Klassiker in der Operngeschichte gemacht.“

—| Pressemeldung Oper Leipzig |—

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