München, Gasteig, Das Jalisco Philharmonic Orchester – Mexiko, IOCO Kritik, 23.05.2017

Mai 23, 2017 by  
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München / Jalisco Philharmonic Orchestra © Marco Ayala

München / Jalisco Philharmonic Orchestra © Marco Ayala

Philharmonie im Gasteig

Das Jalisco Philharmonic Orchester  in München

Von Daniela Zimmermann

Zur Feier des deutsch-mexikanischen Jahres 2017 gastierte das als lebendigste und bedeutendste Orchester Lateinamerikas im Münchner Gasteig. Das 120 Musiker umfassende Jalisco Philharmonic Orchester feierte 2015 sein 100 jähriges Bestehen; das Orchester ist bedeutendes Kulturgut im Westen Mexikos, des am Pazifik gelegenen Bundesstaates Jalisco mit der Hauptstadt Guadalajara. Mehrfach wurde das Jalisco Philharmonic Orchester für den Grammy nominiert. Marco Parisotto, Chefdirigent des Jalisco Philharmonic Orchester hatte für das Münchner Publikum den Schwerpunkt des Abends auf große Kompositionen Mexikos gelegt.

Muenchen / Marco Parisotto © Marco Ayala

Muenchen / Marco Parisotto © Marco Ayala

In Berlin, am Konzerthaus am Gendarmenmarkt, war auf einem großen Plakat zu lesen: „Es ist ein Privileg des Dirigenten, die Musik wach zu küssen.“ Dirigent Marco Parisotto und seinem Jalisco Philharmonic Orchester ist dies wunderbar gelungen. Es war ein besonderes und hinreißendes Konzert. Bedauerlich, dass es nicht entsprechend besucht war. Ein dem Münchner Publikum weitgehend unbekanntes Orchester hat es eben sehr schwer, sich inmitten des großen Münchner Kulturangebots „Gehör zu verschaffen“.

Der europäischen Welt gewidmet, eröffnete zwar die ernst, tragische 1. Sinfonie in C-Moll von Johannes Brahms den Abend, doch gefolgt von bekannten, lebensfrohen  Werken mexikanischer Komponisten des 20 Jahrhunderts: Silvestre Revuelta (1899 – 1940) mit Redes Suite und Arturo Marquez (*1950) mit Danzon Nr. 2. In Marquez´ Komposition Danzon werden kubanischen Rhythmen und spanischen Tanzformen mit europäischem Orchesterklang verbunden. Arturo Marquez gelangte durch seine Danzon Kompositionen  zu Weltruhm.

Weiterer Höhepunkt des Abends war das Spiel des weltweit erfolgreichen mexikanischen Percussion Quartett Tambuco. Sie glänzten mit der Erstaufführung von Javier Alvarez, „Metal de Treboles“ für Schlagzeugquartett und Orchester. Javier Alvarez ist einer der bekanntesten mexikanischen Komponisten der Gegenwart; bekannt dafür, neueartige, von lateinamerikanischen Klängen beeinflusste Musik zu komponieren..

Das Publikum war begeistert von dem lateinamerikanischen Flair des Abends. Packende Zugaben mitreißend temperamentvoller mexikanischer Musik lösten im Saal Begeisterung wie Frohsinn aus. Marco Parisotto und das Jalisco Philharmonic Orchester wurden entsprechend gefeiert.

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