Dresden, Neumarkt, Classic Oper Air – Pape, Krieger, Seiffert, IOCO Aktuell, 05.09.2019

Frauenkirche Dresden /  illuminiert vom 6. Classic Oper Air © Christian Fritsch

Frauenkirche Dresden /  illuminiert vom 6. Classic Oper Air © Christian Fritsch

Morement GmbH

6. Classic Open Air  –  Auf dem Dresdner Neumarkt

Barbara Krieger, Peter Seiffert, Rene Pape – Verzaubern in sonnig, südlicher Atmosphäre

von Michael Stange

Sommerliche Temperaturen sowie die Pracht des Neumarkts und der Frauenkirche boten den romantisch bezaubernden Rahmen des 6. Classic Open Air im Elbflorenz.

Unter dem Sternenzelt mit traumhafter Illumination der barocken Kulisse gingen Barbara Krieger, Peter Seiffert und Rene Pape mit dem Publikum auf eine musikalische Reise von Beethoven über Bernstein, Catalani, Gershwin, Kalman, Puccini Lehar, Verdi bis Wagner.

Schon zu Beginn nahm Barbara Kriegers hinreißend geführter Sopran insbesondere durch die sichere Atemführung gefangen. Mit breitem Gesangsbogen flutete sie Stimme unangestrengt und erreichte so freie, glockenhelle Spitzentöne und Koloraturen. Zugleich vermittelte sie durch organischen poetisch unterlegten Gesang und die eingesetzten Stimmfarben Sehnsucht und Poesie.

Durch diese spürbare, innere Anteilnahme an den interpretierten Charakteren gewann sie Ohren, Augen und Anteilnahme des Publikums schon mit ihrer ersten Arie der Elisabeth „Tu che le vanita“ aus Verdis Don Carlos. Verzweiflung um die gescheiterte Ehe mit Don Carlos, die Erinnerungen an die glücklichen Momente der Vergangenheit und ihre Seelenpein ließ Barbara Krieger zunächst mit betörendem Mezza voce erklingen, um sich dann zu bronzenen Tönen und leuchtenden Höhen aufzuschwingen. Nobel und elegisch schuf sie eine lyrisch, melancholisches Portrait, das bestrickte und bannte.

In Catalanis La Wally Arie „Ebben? Ne andrò lontana“ gelangen ihr neben strahlenden Tönen innige, verhaltene Momente bei den Erinnerungen an den Abschied vom Haus der Mutter und der Beschwörung des Klanges der Kirchenglocken.

Eine Palette jubilierender, glückseliger Tönen prägten den Kalmann Walzer „Tanzen möcht‘ ich, jauchzen möcht‘ ich“. Runder Ton, perlende Koloraturen und quecksilbriges Sprühen machten auch Arditis „Il bacio“ zu einem Kabinettstück.

Classic Oper Air 2019 in Dresden / mit vl Rene Pape, Barbara Krieger, Peter Seiffert © Christian Fritsch

Classic Oper Air 2019 in Dresden / mit vl Rene Pape, Barbara Krieger, Peter Seiffert © Christian Fritsch

Dieses Nebeneinander von Seelenqual zum einen und Lebensfreude, Koloraturen und Übermut waren schon für sich allein eine große Leistung. Barbara Kriegers Wandlungsfähigkeit setzte dem die Krone auf indem sie jedem Stück Klang, Gehalt und die Atmosphäre der Komposition verlieh.

Die Gestaltung des Liebesduetts aus dem 2 Akt Tristan und Isolde mit silbernem Ton und blühenden Höhen von Barbara Krieger und Peter Seiffert war ein weiterer Höhepunkt. Hier bewiesen Beide ihr immenses sängerisches Gespür und ihre Wandlungsfähigkeit. Lyrisch legten sie zunächst ihre dramatischen Partien an, um dann die Steigerungen innwendig, bewusst, ohne Hast und ohne jegliches Forcieren zu erreichen.

Peter Seiffert war ihr heldischer und zugleich lyrischer Tristan: Mit emphatischen-mitreißenden Tönen schwammen Beide auf den Gesangslinien der Liebeswonne. So erschufen sie ein lyrisch dramatisches Bild des Liebespaares, das Intensität, Glut und belcanteske Wonnen versprühte und bis zum Ende des Duetts steigerten sie sich grandios. Im Schlussduett des 1. Aktes Boheme „O soave fanciulla“ gaben Sopran und Tenor mit italienischem Schmelz und pulsierende Leidenschaft.

Peter Seiffert kehrte zu Rollen seiner Anfängerjahre und CD-Einspielungen zurück. Er demonstrierte, dass seine Stimme auch nach vielen Ausflügen in das Wagnerfach zu den vielseitigsten und schönsten deutschen Tenorstimmen zählt. Seinen Humor und Charme stellte er bei „Heut geh ich ins Maxim aus der Lustigen Witwe unter Beweis. Mit heldentenoraler Pracht sang er „Winterstürme wichen dem Wonnemond“ aus der Walküre.

Dritter im Bunde war Rene Pape, der Fiesco der Salzburger Simone Boccanegra Vorstellungen, der frisch von dort in seine Heimat zurückgekehrt war. So konnte auch das Dresdener Publikum mit der Arie „Il laceretao spirito“ als Simone Boccanegra begeistern.

Classic Oper Air 2019 in Dresden / mit vl Rene Pape, Barbara Krieger © Christian Fritsch

Classic Oper Air 2019 in Dresden / mit vl Rene Pape, Barbara Krieger © Christian Fritsch

Balsamische Bassklänge paarten sich mit seiner wohltönenden Mittellage und prächtiger Höhe. Dass er einer der führenden deutschen Bässe ist, stellte er auch an diesem Abend mit Hans Sachs „Fliedermonolog“ aus den Meistersingern und der Arie Sarastos „In diesen heilg’en Hallen“ aus der Zauberflöte unter Beweis.

Temperamentvoll ging es für ihn mit Bess You is My woman“ aus Gershwins Porgy and Bess weiter. Rene Pape demonstrierte neben einer unvergleichlich schönen Stimme, die in allen Registern leicht und strömend anspringt, so auch ein immenses Interpretationsgeschick und spielerische Freude.

Dirigent Julien Salemkour trug die Sänger mit immenser Musikalität und großem stilistischem Einfühlungsvermögen auf Händen. Er war ihnen ein umsichtiger, zugewandter und zuhörender Partner. Orchesterfarben und klangliche Durchhörbarkeit gewährleistete er mit sicherer Hand und entlockte der Jungen Philharmonie Berlin sowohl die Farben Kalmans und als auch die dramatischen Klänge Wagners. Gerade in Konzerten, die ein so großes Repertoire enthalten, keine Selbstverständlichkeit, so dass er eine der Säulen dieses Glanzabends war.

Die von dem heute auch in Graz tätigen Dirigent Markus Merkel 2013 gegründete Junge Philharmonie Berlin bot Orchesterleistungen auf hohem Niveau. Das aus jungen, motivierten und hochtalentierten Profis bestehende Orchester glänzte durch seinen farbigen Orchesterklang und fulminantes, involviertes Spiel.

Ein strahlender Belcantoabend der durch die immense Musikalität und die glühende Begeisterung aller Beteiligten das Publikum zu Beifallsstürmen hinriss.

—| IOCO Kritik Morement Classic Open Air Dresden |—

Berlin, Deutsche Oper Berlin, Letzte Aufführungstermine: LUCIA DI LAMMERMOOR von Donizetti, 01./06.02.2015

Januar 26, 2015 by  
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deutscheoperberlin

Deutsche Oper Berlin

Deutsche Oper Berlin © Leo Seidel (Kontakt: leoseidel@googlemail.com)

Deutsche Oper Berlin © Leo Seidel (Kontakt: leoseidel@googlemail.com)

Letzte Vorstellungen: Lucia di Lammermoor

Dramma tragico in drei Akten von Gaetano Donizetti
Libretto von Salvatore Cammarano
Uraufführung am 26. September 1835 in Neapel
Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 15. Dezember 1980
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Letzte Aufführungstermine: So 1. Februar 2015, 18:00 Uhr; Fr 6. Februar 2015; 19:30 Uhr

Ein romantisch-historisierender Bühnenraum bildet die Kulisse für die tragische Geschichte Lucias, die als Unterpfand von Militärallianzen verhandelt wird. Eigentlich gehört ihr Herz Edgardo, dem Todfeind ihres Bruders Enrico. Dieser jedoch möchte seine Schwester dem mächtigen Verbündeten Arturo andienen.

In der Titelpartie gastiert diesmal die junge Südafrikanerin Pretty Yende. Ihr gelang das Kunststück, beim 28. Internationalen Belvedere Gesangswettbewerb Wien gleich vier Preise zu gewinnen. Zudem gewann sie den Internationalen Gesangs-Wettbewerb „Montserrat Caballé“, den „Vincenzo Bellini International Competition“ und den Operalia Competition. Dem Publikum hier ist die Interpretin bereits aus einer AIDS-Gala und als Clara / PORGY AND BESS bekannt. Nachdem sie in der jüngsten Vergangenheit an der Scala Barbarina / DIE HOCHZEIT DES FIGARO, Norina / DON PASQUALE und Musetta / LA BOHEME sowie in New York Adèle / LE COMTE ORY gesungen hat, kehrt sie an der Seite von Joseph Calleja an unser Haus zurück.

Musikalische Leitung Ivan Repusic Inszenierung, Bühne, Kostüme Filippo Sanjust Chöre Thomas Richter

BESETZUNG:
Enrico: Simone Piazzola
Lucia: Pretty Yende
Edgardo: Joseph Calleja
Arturo: Matthew Newlin
Raimondo: Simon Lim
Alice: Ronnita Miller
Normanno: Jörg Schörner
Chöre: Chor der Deutschen Oper Berlin
Orchester: Orchester der Deutschen Oper Berlin

—| Pressemeldung Deutsche Oper Berlin |—

Dortmund, Konzerthaus Dortmund, Junge Wilde, 31.01.2014

Dezember 19, 2013 by  
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Konzerthaus Dortmund
Konzerthaus Dortmund © Daniel_Sumesgutner

»Junge Wilde« – Khatia Buniatishvili

 
Khatia Buniatishvili (Klavier)
Gvantsa Buniatishvili (Klavier)
 
Fr 31.01.2014 19.00
 
Franz Schubert: Fantasie für Klavier zu vier Händen f-moll D 940
Sergej Rachmaninow: Suite für zwei Klaviere Nr. 2 C-Dur op. 17
Percy Grainger: Fantasie über Gershwins »Porgy and Bess« für zwei Klaviere
Maurice Ravel: »La Valse« Fassung für zwei Klaviere 
 
Einführung mit Ulrich Schardt um 18.15 Uhr im Komponistenfoyer 
Nach dem Konzert: »meet the artist!«
 
Veranstalter: KONZERTHAUS DORTMUND
Sponsor: RWE
 
 
—| Pressemeldung Konzerthaus Dortmund |—

Hannover, Staatsoper Hannover, Premiere Oper STREET SCENE, 02.11.2013

Oktober 9, 2013 by  
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Staastoper Hannover.jpg

Staatsoper Hannover

Premiere Oper

STREET SCENE

 
Eine amerikanische Oper in zwei Akten von Kurt Weill (1947)
Text von Elmer Rice (Buch) und Langston Hughes (Songtexte)
In deutscher Sprache
 
»Street Scene« ist ein bunter Mikrokosmos, der den Alltag der Bewohner einer Straße in Brooklyn schildert – sie leben unfreiwillig auf engstem Raum zusammen, an einem Ort, wo kein Platz für Privatleben bleibt. Im Mittelpunkt der Ereignisse steht die verheiratete Anna Maurrant, die eine Affäre mit dem Getränkehändler Sankey hat. Es kommt zum Mord aus Eifersucht durch Annas Ehemann. Doch trotz dieses schockierenden Ereignisses geht das alltägliche Einerlei weiter seinen Gang, durchwebt von der Sehnsucht nach einem anderen Leben. Inspiriert von Gershwins Oper »Porgy and Bess« (1935) fand Kurt Weill in »Street Scene« zu einer überzeugenden stilistischen Verbindung von amerikanischem Broadway und westeuropäischer Operntradition.
 
Musikalische Leitung: Benjamin Reiners | Inszenierung: Bernd Mottl | Bühne: Friedrich Eggert | Kostüme: Alexandré Corazolla | Choreographie: Katrin Helmerichs-Naujok | Chor: Dan Ratiu | Dramaturgie: Katharina Ortmann
 
Mit: Kelly God/Brigitte Hahn (Anna Maurrant) | Brian Davis (Frank Maurrant) | Ania Vegry (Rose Maurrant) | Ben Brandwein/Marcel Durka (Willie Maurrant) | Tivadar Kiss/Ivan Turši?? (Sam Kaplan) | Roland Wagenführer (Abraham Kaplan) | Carola Rentz (Shirley Kaplan) | Christopher Tonkin (Easter) | Francis Bouyer (Henry Davis) | Sung- Keun Park (Lippo Fiorentino) | Dorothea Maria Marx (Greta Fiorentino) | Mareike Morr (Emma Jones) | Peter Sikorski (Vincent) | Nini Stadlmann (Mae) | Frank Schneiders (Carl Olsen) | Julie-Marie Sundal (Olga Olsen) | Edward Mout (Daniel Buchanan) | Heather Engebretson (Jennie Hildebrand) | Wolfgang Schwingler (Dick) u.a Chor, Kinderchor und Statisterie der Staatsoper Hannover, Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
 
Premiere: Samstag, 02.11.13, 19.30 Uhr
Einführungsmatinee: Sonntag, 27.10.13, 11 Uhr, Laves-Foyer
Öffentliche Hauptprobe: Mittwoch, 30.10.13, 18.30 Uhr
 
—| Pressemeldung Staatsoper Hannover |—

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