Dresden, Semperoper, Iphigenie auf Tauris – Tanzoper von Pina Bausch, IOCO Kritik, 07.12.2019

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Semperoper

Semperoper © Matthias Creutziger

Semperoper © Matthias Creutziger

Iphigenie auf Tauris – Tanzoper von Pina Bausch

Semperoper-Ballett brilliert mit antikem Drama

von Thomas Thielemann

Bei den antiken Griechen ging es, wenn man den Dramen des Tragiker Euripides (etwa 480 v. Chr. bis etwa 407 v. Chr.) folgt, ordentlich zur Sache. So opferte der Feldherr Agamemnon bedenkenlos seine Tochter Iphigenie, um einen Fluch der Jagdgöttin Diana, der wegen einer flapsigen Bemerkung des Heerführers erfolgt war, zu lösen und so den Trojanischen Krieg zu ermöglichen. Als der siegreiche Agamemnon nach zehnjähriger Abwesenheit nach Hause zurückkommt, wird er von seiner Gattin Klytämnestra wegen dieses Opfers der gemeinsamen Tochter ermordet. Klytämnestra hatte aber einen weiteren Antrieb zum Gattenmord: sie hatte sich inzwischen mit einem anderen Ehemann getröstet. Das wiederum war für Orest, den Bruder der Iphigenie, Anlass, die gemeinsame Mutter inclusive des Stiefvaters umzubringen.

The Making of … Iphigenie – Gabriela Scherer und Sangeun Lee
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Die Göttin der Jagd hatte aber das Opfer Iphigenie nicht angenommen und die Geopferte in das Land der Tauren, auf die Halbinsel Krim „entrückt“, um dort als Oberpriesterin die Menschenopfer der dortigen Untertanen des Königs Thoas zu überwachen. Religionsgeschichtlich ist interessant, dass die vom Euripides im Amphitheater vorgeführten Götter gegen die Menschenopfer des Vor-Skythischen Volksstammes zu Felde ziehen. Im Verlaufe Euripides-Dramas Iphigenie bei den Tauriern fühlt sich Diana von dem an ihrem aus Griechenland geraubten Altar vergossenem Menschenblut kompromittiert. So schafft sie im Handlungsverlauf zivilisierte Verhältnisse: Orest und sein Gefährte Pylades sind nach Tauris geschickt, um den Altar der Jagdgöttin nach Hause zu holen. Dank des direkten Eingreifens der Göttin wird Thoas, der König der Taurer, gehindert die beiden Ankömmlinge zu opfern. Iphigenie, der vom Muttermord entsühnte Orest und Pylades konnten mit dem Diana-Altar nebst den in Taurus Versklavten nach Griechenland zurückkehren. Iphigenie wird Ober-Priesterin der Jagdgöttin in Athen.

Neben einer Vielzahl weiterer Nachschöpfungen komponierte Christoph Willibald Gluck (1714-1787) mit einem nach Euripides geschriebenen Libretto von Nicolas Francois Guillard (1752-1814) eine wunderbare Oper.

Die hochkreative Choreographin Pina Bausch (1940-2009) hat 1974 mit ihrem Wuppertaler Tanztheater, aus Glucks Oper ein Ballett-Oratorium Iphigenie auf Tauris gestaltet. Dank einer Kooperation des „Semperoper Balletts“ und der Pina Bausch Foundation in Zusammenarbeit mit dem Tanztheater Wuppertal Pina Bausch erlebte ihre „Tanzoper in vier Akten nach der gleichnamigen Oper von Christoph Willibald Gluck am 5. Dezember 2019 ihre Dresdener Premiere.

Semperoper Dresden / Iphigenie auf Tauris als Tanzoper - hier : Sangeun Lee als Iphigenie © Ian Whalen

Semperoper Dresden / Iphigenie auf Tauris als Tanzoper – hier : Sangeun Lee als Iphigenie © Ian Whalen

Die Choreographin hatte ein außergewöhnliches Talent  für das Erzählen von schweren konfliktbeladenen Mythen und Geschichten ohne deren Frische und Essenz zu gefährden. Durch vitalen und ausdrucksstarken Tanz konnte sie die Grenzen zwischen Musik und den dramatischen Elementen der griechischen Tragödie auflösen. Die anmutigen Tanzszenen mit der Minimalität von Szene und Einfachheit der Kostüme entführen gemeinsam mit der erhabenen Kraft der der Musik Glucks das Publikum auf eine moderne Reise der Gefühle.

Sänger und Tänzer wirkten zusammen, aber von verschiedenen Orten aus, um jeder mit seiner Kunst den Figuren der Geschichte Leben einzuhauchen. Die Tänzer des Semperoper-Ballett beanspruchen die Bühne, die Sänger kommentierten von beiden Seiten aus den Proszeniumslogen die Tanzszene. Der Staatsopernchor war gemeinsam mit den Musikern der Staatskapelle in den Graben verbannt.

The Making of … Iphigenie – hier Dirigent Jonathan Darlington
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Die musikalische Leitung hatte der englische Dirigent Jonathan Darlington übernommen, der schon mehrfach im Graben des Hauses Gast gewesen war. Der 1958 Geborene beeindruckte am Premierenabend mit seinem Gespür für Tempo und Dramatik. Einfühlsam gelang es ihm, mit den hervorragend aufgelegten Musikern der Staatskapelle, die Tänzer und Sänger zusammen zu führen, sowie den Chor trotz der schwierigen räumlichen Verhältnisse zu integrieren.

Die promivierte Schweizer Sopranistin Gabriela Scherer verkörperte die Stimme der Iphigenie mit einem wunderbar warmen, ebenem Sopran und sicherer Intonation. In Erinnerung bleibt als besonders beeindruckend ihre große Arie im zweiten Akt, wenn sie den Untergang ihrer Familie beklagt.

Den König der Taurer, Thoas, sang der seit Saisonbeginn dem Ensemble angehörige und inzwischen viel beschäftigte Bassbariton Lawson Anderson. Mit seiner kraftvoll, dunkel gefärbten Stimme und seiner differenzierten Phrasierung bot der noch junge Amerikaner etwas Besonderes.

Der Bassbariton Sebastian Wartig, 1989 in Dresden geboren, bis 2008 im Kreuzchor beheimatet, ist über das Junge Ensemble zum Hausensemble gekommen. Mit seiner gut geführten, schön timbrierten Artikulation gab er dem Orest mit Präzision und Beweglichkeit eine Stimme.

Mit seinem geschmeidigen klangschönen, aber leider etwas schmalen Tenor verkörperte der Texaner Joseph Dennis aus dem Ensemble den Pylades. Die seit 1989 dem Ensemble angehörende Koloratur-Sopranistin Roxana Incontrera brachte engagiert und pointiert mit musikalischer Präzision die Stimme der Diana von der Loge. Der von Gerd Amelung vorbereitete Chor flehte, klagte und beeindruckte vor allem mit dem Schlusschor.

Semperoper Dresden / Iphigenie auf Tauris als Tanzoper © Ian Whalen

Semperoper Dresden / Iphigenie auf Tauris als Tanzoper © Ian Whalen

Für die Tanzdarbietungen waren, vom Tanztheater Wuppertal Clémentine Deluy und Dominique Mercy als künstlerische Leitung engagiert worden und außerdem mit der Einstudierung der Hauptpartien beauftragt. Den Tänzer des Thoas hatte Andrey Berezin vorbereitet. Die Gruppen hatten Fernando Suels Mendoza und Barbara Kaufmann sowie Thusnelda Mercy trainiert.

Insbesondere den Solisten des Semperoper Ballett gelang es wieder einmal, mit dem Niveau ihrer tänzerischen Leistungen zu überzeugen. An der Spitze die Darstellerin der Iphigenie, Sangeun Lee. Die aus Seoul stammende Tänzerin, 2010 zum Ensemble gekommen, ist seit 2016 Erste Solistin. Die technischen Voraussetzungen der anspruchsvollen Partie zu bewältigen, ist die eine Sache. Ihr aber auch Persönlichkeit zu verleihen, die andere. Beides war ihr aber in hohem Masse gelungen.

Der Kanadier Casey Ouzounis war 2014 über das Elevenprogramm der Palucca-Hochschule zum Ensemble gekommen und ist seit 2017 Coryphée. Mit einer vielschichtigen Bewegungssprache tanzte er den Finsterling Thoas. Auch der aus Italien stammende und in Mailand ausgebildete Francesco Pio Ricci, seit 2011 im Semperoper-Ballett und seit 2018 Solist, konnte als Orest mit seiner Bildsprache und Ästhetik überzeugen. Vom Ballettdirektor Watkin in New York entdeckt und 2013 nach Dresden geholt, hat sich inzwischen Julian Amir Lacey zum Sujet der Company entwickelt. Mit seiner Pylades-Interpretation verkörpert er glaubwürdig die Emotionen dieser Figur.

Die Gruppentänze begeisterten mit ihrem klaren Ausdruck und zeugten in ihren Formationen von der Professionalität der Dresdener Truppe.

Das faszinierende am Abend bleibt, dass nicht nur der über 2500-Jahre alte Stoff des Euripides noch immer lebendig geblieben ist, aber vor allem, dass die inzwischen vor 45 Jahren entstandene Arbeit der Künstler um Pina Bausch mit ihrer Ausdruckskraft, ihrem charakteristischem Stil noch immer modern daherkommen und die Freunde des klassischen Balletts mit seiner humanistischen Aussage mitreißen kann.

Die Ovationen des von der Anspannung etwas erschöpften Publikums begannen etwas zäh, steigerten sich dann aber im Verlauf der folgenden gefühlten fünfzehn Minuten stürmisch bis zu stehenden Ovationen.

Iphigenie auf Tauris als Tanzoper an der Semperoper; die weiteren Termine 8.12.; 10.12.; 12.12.2019

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Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, Beilharz – Laufenberg – Rhein-Main Intendanten,IOCO Aktuell, 22.07.2014

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Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Rhein-Main Musiktheater: Inmitten personeller Erneuerung
Intendant Beilharz: Die letzte Spielzeit am Staatstheater Wiesbaden
Uwe Eric Laufenberg: Neuer Intendant ab September 2014

Bedeutende personelle Wechsel werfen an allen großen Musiktheatern in Rhein-Main lange Schatten. Am Staatstheater Wiesbaden geht der langjährige Intendant Dr. Manfred Beilharz. Sein Nachfolger, Uwe Eric Laufenberg, ex-Intendant der Oper Köln, wurde in Köln mit spektakulären Inszenierungen, Auslastungen von weit über 80% und dem „Opernhaus des Jahres 2012“ auffällig. Laufenberg übernimmt das Hessische Staatstheater Wiesbaden ab Herbst 2014. Die erfolgreiche Wiesbadener Spielzeit 2013/14, die letzte von Intendant Beilharz:  Zeit für Würdigung, Zeit für  Ausblicke.

Rückblick 2013/14: 32 Theaterproduktionen, rund 50 Konzerten, 45 Wiederaufnahmen und vielen Sonderveranstaltungen. 954 Vorstellungen in den unterschiedlichen Spielstätten des Theaters (Großes und Kleines Haus, Kurhaus, Studio, Wartburg, Foyer, Malersaal, Probebühnen und Ballettsäle) und auf Gastspielen mit insgesamt 341.800 Zuschauern und einer Gesamtauslastung von 80% – das ist die beste Jahresbilanz in der 12-jährigen Intendanz von Manfred Beilharz. Mit 5.868.000 Euros beim Ticketverkauf wird die bisherige Höchstmarke der Eigeneinnahmen des Haushaltsjahres 2013  übertroffen.

4.012 Gäste besuchten die kostenlosen Angebote des Theaters wie Einführungen, Diskussionen, Führungen. 9.109 – meist jugendliche – Interessierte nahmen an Workshops, Schulprogrammen und Führungen des Jugendreferats oder an den Schultheatertagen und dem auf zwei Jahre angelegten Projekt move@2014 teil. „Die hohen Auslastungszahlen verdeutlichen das große Interesse des Publikums an unserem vielfältigen Programm, das von Raritäten bis zu Klassikern, von Gastspielen renommierter Häuser bei den Maifestspielen bis zu theatralen Entdeckungen der Neuen Stücken aus Europa reichte“, so der scheidende Intendant Manfred Beilharz:Beim Wiesbadener Publikum möchte ich mich für den enormen Zuspruch bedanken und bei der gesamten Belegschaft für die hervorragende Zusammenarbeit!“

Wiesbadener Spitzenreiter in der Zuschauergunst im Großen Haus war Wagners Der fliegende Holländer mit einer Auslastung von 92,4% (Musikalische Leitung GMD Zsolt Hamar, Regie M. Dijkema) und in der Sparte Tanz Zwischen Mitternacht und Morgen: Schwanensee (Choreografie Stephan Thoss) mit einer sensationellen Auslastung von 100%. Im Schauspiel erreichten Shakespeares Ein Sommernachtstraum (Regie M. Beilharz) mit 94,3% Auslastung dicht gefolgt von Millers Hexenjagd (Regie K. Lauterbach) mit 93,4% Auslastung die höchsten Besucherzahlen. In der Wartburg gehörten Die bessere Hälfte (Regie C. Stolz) mit 99,4% und Tschick (Regie D. Schirdewahn) mit 94,5% Auslastung zu den am besten besuchten Vorstellungen. Publikumsrenner im Kleinen Haus waren außerdem – ungebrochen seit mehreren Spielzeiten – Stairways to Heaven (97,4% Auslastung/ Regie T. Materna) und Emilia Galotti (88,4% Auslastung/ Regie R. Beilharz). Wie gewohnt hatte das Familienstück zu Weihnachtszeit Märchen aus 1001 Nacht eine extrem hohe Besucherzahl (Auslastung 93,6%).

Das Hessische Staatstheater Wiesbaden war in der vergangenen Spielzeit mehrfach auf Gastspielreisen. So gastierte Büchners Woyzeck in einer Inszenierung von Manfred Beilharz im Frühjahr 2014 beim 5. Internationalen Theaterfestival des Türkischen Staatstheaters in Antalya. Der Barbier von Sevilla in der preisgekrönten Inszenierung von Michiel Dijkema gab im Oktober 2013 am Antipolis Théâtre d’Antibes ein zweitätiges Gastspiel. Nach der Uraufführung im Studio des Staatstheaters Wiesbaden begab sich das internationale Theaterprojekt Peer Gynt aus dem Kosovo des Jungen Staatstheaters in Kooperation mit Qendra Multimedia (Kosovo) und dem Teater de Vill (Schweden) auf eine Balkan-Tournee an unterschiedliche Theater.

Darüber hinaus wurden in der Spielzeit 2013/14 spezifische Sonderprojekte und Kooperationen realisiert: Das Tanzprojekt Loops and Lines des Ballettensembles (Choreografie Stephan Thoss) spürte in Kooperation mit der Musikformation Ensemble Modern Frankfurt dem Andenken Rudolf von Labans nach. Unter der Schirmherrschaft von Pierre Boulez feierte das Projekt move@2014 des Jugendreferats am 5. Juli seine erfolgreiche Uraufführung. Über 250 TeilnehmerInnen des stadtweiten Projekts präsentierten unter großem Applaus die Ergebnisse ihrer 2-jährigen Arbeit als bühnenreife Performance gemeinsam mit dem Orchester des Hessischen Staatstheaters, unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Ott, im Großen Haus.

Oper Köln / Intendant Laufenberg © IOCO

Oper Köln / Intendant Laufenberg © IOCO

Nach einer 12-jährigen Intendanz mit 11.004 Vorstellungen, 544 Ensemblemitgliedern, 479 Gastspielen in aller Welt, 384 Premieren, 334 NEUEN STÜCKEN AUS EUROPA, 286 Versprechern, 269 Maifestspielwerken, 191 Litern echten Tränen, 74 Millionen Einnahmen, 8 ausgefallenen Vorstellungen und 4 Millionen Besuchern verabschiedet sich Dr. Manfred Beilharz von seinem Publikum und wünscht dem Theater für die Zukunft alles Gute.

Ausblick 2014/15: Neue Führungsgeneration in Rhein-Main

2014 wird zu einem Jahr der Erneuerung aller Musiktheater in Rhein-Main: Die Großstädte Frankfurt, Mainz, Wiesbaden und Darmstadt formen als Region Rhein-Main eine der wirtschaftlich wie kulturell stärksten Regionen Deutschlands. Vier bedeutende, miteinander konkurrierende kommunale Musiktheater sind Leuchttürme der Kultur der Region: Die Oper Frankfurt mit 1.369 Sitzplätzen das größte Musiktheater der Region; das Hessische Staatstheater Wiesbaden (1.041 Plätze); das Staatstheater Darmstadt (956 Plätze) und das Staatstheater Mainz (839 Plätze). Rhein-Main-Besonderheit   2014: In allen vier Musiktheater war die Besetzung der Chefsessel zentrales Thema. Nach Wiesbaden kommt der charismatische Uwe Eric Laufenberg, in Mainz übernimmt  Markus Müller 2014 die Intendanz, in Darmstadt löst Karsten Wiegand Intendant John Dew nach pikanten Führungsquerelen ab. Die Stadt Frankfurt wiederum verlängerte gerade den noch bis 2018 laufenden Vertrag des Langzeit-Intendant der Oper Frankfurt, Bernd Loebe, 63,  vorzeitig, über 2018 hinaus bis 2023. Die frühe wie langfristige  Vertragsverlängerung ist ungewöhnlich. Frankfurts Kulturdezernent Felix Semmelroth nannte für diesen exquisiten Versorgungsvertrag nur übliche Gründe (gute bisherige Arbeit, hohe Auslastung, Sicherung von Kontinuität), welche für viele Intendanten Deutschlands zutreffen.

IOCO / Viktor Jarosch / 22.07.2014

—| IOCO Aktuell Hessisches Staatstheater Wiesbaden |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Oper und Ballett November 2013

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Deutsche Oper am Rhein

Düsseldorf Opernhaus © IOCO

Düsseldorf Opernhaus © IOCO

Oper und Ballett am Rhein – November 2013

 
Freitag,  8. November, 19.30 Uhr: Wiederaufnahme „Billy Budd“ im Opernhaus Düsseldorf
 
Freitag / Samstag  15./16. November: PINA 40 – 40 Jahre Tanztheater Wuppertal: „Bamboo Blues“ und „Sweet Mambo“ im Opernhaus Düsseldorf
 
Mittwoch  20. November, 19.30 Uhr: Wiederaufnahme „Hänsel und Gretel“ im Opernhaus Düsseldorf
 
Doonnerstag  21. November, 19.30 Uhr: Premiere Ballett am Rhein – b.16 im Theater Duisburg
 
Freitag  22. November, 19.30 Uhr: Wiederaufnahme „The Turn of the Screw“ im Opernhaus Düsseldorf
 
Sa  23. November, 19.00 Uhr: DRK-Gala im Theater Duisburg mit Dunja Hayali
 
So  24. November, 19.30 Uhr: Wiederaufnahme „Peter Grimes“ im Opernhaus Düsseldorf
 
 
Premiere  –  Ballett am Rhein – b.16
Es ist dieses kluge Arrangement, der inszenierte Dreiklang dieser so verschiedenen Stücke, der diese Aufführung so aufregend und anregend macht“, schreibt Dagmar Haas-Pilwat in der RP über b.16. Mit Jerome Robbins‘ „Afternoon of a Faun“ und Hans van Manens „Without Words“ eröffnen zwei erotisch aufgeladene Meisterwerke das Programm: Kammerspiele des Verlangens zwischen Zärtlichkeit und Zurückweisung. Mit „Nacht umstellt“ schuf Martin Schläpfer dagegen ein ganzes Kaleidoskop romantischer Erinnerungsbilder und Phantasmagorien – „ein Stück weiter dem Unfasslichen der Antimaterie des Todes entgegen“, so Dorion Weickmann in der SZ.
b.16  feiert   am 21. November im Theater Duisburg Premiere.
  
Wiederaufnahmen  –  „Peter Grimes“, „Billy Budd“ & „The Turn of the Screw” – Britten-Zyklus
Benjamin Brittens Oper „Peter Grimes“ wurde 2009 erstmals an der Deutschen Oper am Rhein gezeigt. Jetzt ist diese Produktion mit dem symbolträchtigen Bühnenbild von Kaspar Zwimpfer im Rahmen des Britten-Zyklus wieder zu erleben. Eine Welle stürzt über die Menschen herein, eine Welle von Gerüchten, Vorurteilen, Hass und Gewalt. „Peter Grimes“ ist am 1.November noch einmal in Duisburg und ab 24. November in Düsseldorf zu erleben.
Ab 8. November ist auch bei „Billy Budd“ im Opernhaus Düsseldorf das Meer nicht nur Schauplatz, sondern zugleich symbolträchtiger Ort der Opernhandlung. Erzählt wird die Geschichte des jungen Matrosen Billy, der zu Unrecht einer Revolte bezichtigt und verurteilt wird. „Billy Budd“ ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Britten sich mit Recht und Unrecht, Gut und Böse auseinandersetzt.
  
Geistergeschichte oder Psychodrama? Brittens 1954 uraufgeführte Kammeroper „The Turn of the Screw“ gibt darauf keine eindeutige Antwort. Man spürt jedoch mit großer Intensität, wie sich die Schraube des Unheimlichen immer enger dreht und auf die Katastrophe zusteuert – ab 22. November mitzuerleben im Opernhaus Düsseldorf.
 
„Hänsel und Gretel“
Die Kult-Oper für die ganze Familie – das ist der Winterklassiker „Hänsel und Gretel“ in der Inszenierung von Andreas Meyer-Hanno mit dem zeitlos zauberhaften Bühnenbild von Heinrich Wendel aus dem Jahr 1969. Ein vorweihnachtlicher Hör- und Sehgenuss für die ganze Familie – ab dem 20. November im Opernhaus Düsseldorf und im Dezember auch in Duisburg.
 
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Weiterhin im Programm  –  Ballett am Rhein – b.17
Als Martin Schläpfer die 7. Sinfonie Gustav Mahlers vor einiger Zeit zufällig im Radio hörte, stand für ihn fest, mit ihr die Spielzeit 2013/14 zu eröffnen: „Ich war total berührt von der Vielschichtigkeit und schillernden Großartigkeit dieser Musik“. Zentrale Themen in seiner Uraufführung, die unter Bezugnahme auf die Sinfonie Mahlers den Titel „7“ trägt, sind Erneuerung und Selbstfindung – erarbeitet mit einem Ensemble, in dem sich elf neue Tänzerpersönlichkeiten vorstellen. Ab 7. November vier Mal im Opernhaus Düsseldorf.
 
Dazu: Symphoniker im Foyer am 10. November um 11.00 Uhr im Foyer des Opernhauses Düsseldorf.
Mit den „Kindertotenliedern“ und dem a-Moll-Quartettsatz lädt die Symphoniker-Matinee zum Ballettabend b.17 zu weiteren Erkundungen in Gustav Mahlers musikalische Welten ein – und gibt Gelegenheit, mit Hans Rotts Streichquartett eines der außergewöhnlichsten Werke der Wiener Romantik zu erleben.
  
„La traviata“
Eine Kurtisane wird vergöttert, später geächtet. Die Hoffnung auf privates Glück muss sie aufgeben. Erst im Tod endet der Kampf, den sie als eine „vom Weg Abgekommene“ führen musste.
 
Giuseppe Verdis „La traviata“ gilt als die schönste Oper der Welt – Noch fünfmal ist sie in diesem Jahr im Theater Duisburg zu erleben.
  
„Luisa Miller“
Am 2. November besteht in Düsseldorf die vorerst letzte Gelegenheit, sich Verdis selten gespieltes Meisterwerk „Luisa Miller“ an der Deutschen Oper am Rhein zu sehen. „Die Neuinszenierung musikalisch darf und szenisch zu den besten Produktionen der Rheinoper gezählt werden.“ Pedro Obiera, NOZ
 
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Sonderveranstaltungen:
 
PINA 40
Im Rahmen seiner 40. Jubiläumsspielzeit zeigt das Tanztheater Wuppertal zum ersten Mal zwei Arbeiten, die in besonderer Weise miteinander verbunden sind: Mit „Bamboo Blues“ (2007) und „Sweet Mambo“ (2008) wagte Pina Bausch den außergewöhnlichen Versuch, zwei Stücke mit unterschiedlichen Tänzern aber der gleichen Ausgangssituation zu kreieren.
 
„Bamboo Blues“ – am 15.11., 16 Uhr und am 16.11., 14 Uhr im Opernhaus Düsseldorf
 
„Sweet Mambo“ – am 15.11., 21 Uhr und am 16.11., 19 Uhr im Opernhaus Düsseldorf
 
Zwischen den Vorstellungen im Opernhaus Düsseldorf, Foyer:
15.11. 19.30 Uhr: Begegnungen – Martin Schläpfer im Gespräch mit Norbert Servos
16.11. 17.30 Uhr: Buchpräsentation – Marion Cito stellt ihr Pina-Bausch-Buch vor
 
DRK-Gala – Sternstunden der Oper:  23. November, 19 Uhr, Theater Duisburg
Die Gala zu Gunsten des Roten Kreuzes – eines der „wichtigsten gesellschaftlichen Ereignisse der Stadt“ – feiert in diesem Jahr ihr 10. Jubiläum. Im vergangenen Jahr kamen erneut mehr als 200.000 € zusammen, mit denen wieder zahlreiche soziale Projekte in Duisburg gefördert werden konnten.
Moderation: Dunja Hayali
 
—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Ballett am Rhein zu Gast in Paris, 28.11. bis 5.12.2012

November 28, 2012 by  
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Deutsche Oper am Rhein

Theater de la Ville, Paris © Pline

Theater de la Ville, Paris © Pline

Ballett am Rhein zu Gast am Theatre de la Ville, Paris

Das Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg gastiert zum ersten Mal im renommierten Théâtre de la Ville, Paris. Vom 28. November bis 5. Dezember 2012 präsentiert die Compagnie acht Vorstellungen von Martin Schläpfers Choreographien „Neither“ und „Forellenquintett“.

Im Théâtre de la Ville in Paris treffen Schauspiel-Ensembles, Tanzcompagnien und Musikformationen aus aller Welt zusammen. Es ist eine Bühne für renommierte Künstler und zugleich ein Ort des kulturellen Austauschs. Auf der Basis langjähriger Partnerschaften hat das Théâtre de la Ville die Arbeit international herausragender Choreographen begleitet. Zu den wenigen deutschen Compagnien, die hier regelmäßig zu Gast sind, zählt das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch, dessen Weltruhm nicht zuletzt durch die stetige Präsenz in Paris begründet wurde.

Ballett am Rhein in Paris © Rheinoper

Ballett am Rhein in Paris © Rheinoper

Nun hat das Théâtre de la Ville erstmals Martin Schläpfer eingeladen, zwei seiner Choreographien zu zeigen: Vom 28. November bis 5. Dezember 2012 präsentiert sein Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg mit Unter­stützung des Goethe Instituts acht Vorstellungen von Martin Schläpfers „Forellenquintett“ zur Musik von Franz Schubert und seinem Ballett „Neither“ zur gleich­namigen Oper von Morton Feldman. Die beiden gänzlich unterschiedlichen Stücke zählen zu den wichtigsten Kreationen des Ballettdirektors und fanden höchste Anerkennung bei Presse und Publikum. Mit kongenialen Bühnenbildern und Kostümen von Keso Dekker („Forellenquintett“) und der Künstlerin rosalie („Neither“) stehen sie beispielhaft für Martin Schläpfers Tanz­kunst ebenso wie für die Leistungsfähigkeit und die künstleri­schen Ausdrucksmöglichkeiten seiner Compagnie.

In ganz Frankreich und Deutschland ist Martin Schläpfers „Forellenquintett“ am 27. Januar 2013 zu sehen: Der deutsch-französische Kultursender ARTE strahlt das im September vom ZDF in Duisburg aufgezeichnete Ballett in voller Länge aus.

Für 30 Ballettfreunde der Deutschen Oper am Rhein ist das Gastspiel „ihrer“ Compagnie willkommener Anlass für ihre diesjährige Ballettreise: Vom 29. November bis 2. Dezember erkunden sie die Stadt und werden am Samstag, 1. Dezem­ber, um 15:00 Uhr zusammen mit Hans-Georg Lohe, Kulturdezernent der Landeshaupt­stadt Düsseldorf, zur Vorstellung des Balletts am Rhein im Théâtre de la Ville erwartet.

Alle Vorstellungen im Théâtre de la Ville, Paris: Mi 28.11. / Do 29.11. / Fr 30.11 – jeweils um 20:30 Uhr; Sa 01.12. – 15:00 und 20:30 Uhr ; Mo 03.12. / Di 04.12. / Mi 05.12. – jeweils um 20:30 Uhr

 

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

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