Hamburg, Staatsoper Hamburg, Wiederaufnahme Katja Kabanova, 24.09.2019

September 18, 2019 by  
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Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Leos Janácek  –  Katja Kabanova

  In der Titelpartie debütiert Olesya Golovneva an der Staatsoper Hamburg

Leos Janáceks Oper Katja Kabanova ist ab dem 24. September in drei Vorstellungen wieder in der Staatsoper zu sehen. In der Titelpartie gibt Olesya Golovneva ihr Debüt am Haus. Die Sopranistin ist für den diesjährigen Deutschen Theaterpreis DER FAUST in der Kategorie Sängerdarstellerin Musiktheater nominiert. In der Inszenierung von Willy Decker gibt es auch ein Wiedersehen mit Hanna Schwarz als Kabanicha.

Zum Inhalt: Eine Kleinstadt an der Wolga wird für Katja Kabanova zum Gefängnis: Hier lebt sie in einer Welt voller Abhängigkeiten und unerfüllter Sehnsüchte. Unerträglich ist die Tyrannei der Schwiegermutter, unerträglich die Angst vor den Konsequenzen einer Trennung von ihrem Ehemann. Doch Boris, den sie heimlich liebt, ist seinerseits nicht frei in seinen Entscheidungen. Als Ehebrecherin von allen verschrien, geht sie aus Verzweiflung in den Fluss.

Mit Katja hat der tschechische Komponist Leos Janácek nach seinem Welterfolg „Jenufa“ eine weitere, vielschichtige Frauengestalt in das Zentrum seiner 1921 in Brünn uraufgeführten Oper gestellt. Ihren inneren Kämpfen hat er in einer mal lyrischen, mal herb-dunklen Tonsprache musikalischen Ausdruck verliehen – und dabei starken persönlichen Anteil an ihrer Geschichte genommen: Seit 1917 und bis zu seinem Tod war der verheiratete Komponist in die fast vierzig Jahre jüngere Kamila Stösslová verliebt; eine Liebe, die nur in etwa 700 Briefen stattfinden durfte.


Leos Janácek   –  Katja Kabanova

Musikalische Leitung: Johannes Harneit, Inszenierung: Willy Decker, Bühnenbild und Kostüme: Wolfgang Gussmann, Mitarbeit Bühnenbild: Stefan Heinrichs, Chor: Christian Günther

Mit: Savjol Dikoj Oliver Zwarg (Rollendebüt), Boris Grigorjewitsch Edgaras Montvidas (Rollendebüt), Marfa Kabanova (Kabanicha) Ks. Hanna Schwarz (Rollendebüt), Tichon Kabanoff Ks. Jürgen Sacher (Rollendebüt), Katherina (Katja) Olesya Golovneva (Rollendebüt und Hausdebüt), Wanja Kudrjasch Oleksiy Palchykov (Rollendebüt), Varvara Ida Aldrian (Rollendebüt), Kuligin Viktor Rud, Glascha Kady Evanyshyn (Rollendebüt und Hausdebüt), Fekluscha Veselina Teneva (Rollendebüt), Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

In tschechischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Vorstellungen am 24. September sowie am 1. und 4. Oktober, jeweils um 19.30 Uhr, Großes Haus

—| Pressemeldung Staatsoper Hamburg |—

Hamburg, Staatsoper Hamburg, Zur Saisoneröffnung – Die Nase, IOCO Kritik, 12.09.2019

September 11, 2019 by  
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Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

 Staatsoper Hamburg zeigt zur Saisoneröffnung seiner Community – Die Nase

Nase, Nasen! Überall Nasen!

von Patrik Klein

Eines Morgens wacht der unbescholtene Petersburger Beamte Platon Kusmitsch Kowaljoff auf und hat keine Nase mehr. Die Nase ist einfach weg. Kowaljoff reibt sich verdutzt die Augen, doch der Albtraum hat gerade erst begonnen. Statt ihren angestammten Platz im Gesicht des ehrenwerten Mannes wieder einzunehmen, spaziert die Nase schamlos durch die Stadt. Sie sieht keinen Grund zu Kowaljoff zurückzukehren. Schließlich hat sie es geschafft, innerhalb kürzester Zeit in der Gesellschaft nach oben zu kommen; höher, als ihr ehemaliger Besitzer. Der verzweifelte, weil ohne Nase charakterlose Kowaljoff, sieht sich nicht nur dem Hohn und Spott seiner Mitmenschen ausgesetzt, sondern beißt sich an der vorherrschenden Bürokratie auch noch die Zähne aus. Bis die Nase auf einmal wieder da ist, als wenn nichts geschehen wäre…….

Die Nase – Dmitri Schostakowitsch
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Die Nase, eine Oper von Dmitri Schostakowitsch (*25.9.1906 St Petersburg – +9.8.1975 Moskau), ist dessen erstes erhaltenes Werk. Der russische Titel „Nos“ ist eine Umkehr des Wortes „Son“, Traum. Das Libretto stammt von Jewgeni Samjatin, Georgi Jonin, Arkadi Preiss und Dmitri Schostakowitsch selbst nach einer Novelle von Nikolai Gogol.

Gerade 22 Jahre alt war Dimitri Schostakowitsch, als er Die Nase komponierte. Bis zu seinem Lebensende sollte Die Nase sein witzigstes, aufregendstes und mutigstes Werk für das Musiktheater bleiben. Die Uraufführung fand am 18. Januar 1930 im Maly-Theater in Leningrad statt.

Auf politischen Druck wurde die Oper nach sechzehn Vorstellungen von den Spielplänen genommen; man warf ihr das Fehlen eines positiven Helden, den Einfluss westeuropäischer Kompositionsmethoden sowie Formalismus (Überbetonung der Form und Vernachlässigung des Inhalts) vor. Tatsächlich ist jedoch das politische Umfeld dafür verantwortlich. Die Jahre nach dem ersten Weltkrieg, die Wirren nach der Oktoberrevolution, sind von Unterdrückung und Bürgerkrieg geprägt. Dem totalitären System Stalins fallen mehr als 8 Millionen Menschen zum Opfer.  In der Sowjetunion wurde die Oper erst wieder 1974 gespielt. Die deutsche Erstaufführung fand 1963 in Düsseldorf statt.

Staatsoper Hamburg / Die Nase - hier : Bo Skovhus als Platon Kusmitsch Kowaljoff © Arno Declair

Staatsoper Hamburg / Die Nase – hier : Bo Skovhus als Platon Kusmitsch Kowaljoff © Arno Declair

2016 gab es eine vielbeachtete Produktion am Royal Opera House London in einer neuen englischen Übersetzung von David Pountney. Die musikalische Leitung hatte Ingo Metzmacher, die Inszenierung stammte von Barrie Kosky.

Gogols Erzählung Die Nase war die ideale Vorlage für Schostakowitschs Oper. Tragisches und Komisches, Reales und fantastisch Traumhaftes stehen hier unvermittelt nebeneinander. Die Banalität der Wünsche und Ängste des gesellschaftlichen Kleinbürgers werden scharf beleuchtet. Das Stück steht aber auch als Symbol für die hochtrabenden Ambitionen Kowaljoffs, die sich weit über seine tatsächliche gesellschaftliche Position erheben. Die Nase ist aber sicher auch eine Parabel für Schostakowitschs Weltverständnis: so geht es zu in einer Welt, in der der Teufel am Werke ist. Der Mensch wird durch den Verlust seiner Nase aus seiner Geborgenheit gerissen und verliert seine Selbstsicherheit. Durch das groteske Geschehen wird die Wirklichkeit entstellt. Der schöne Schein, die Fassade ist zerstört. Es ist schließlich alles nur ein grotesker Traum.

Staatsoper Hamburg / Die Nase © Arno Declair

Staatsoper Hamburg / Die Nase © Arno Declair

Alle Kräfte eines Opernhauses sind bei diesem aufwändigen Werk gefordert, denn es gilt nicht nur über 60 Rollen zu besetzen, sondern auch die Bühnenproduktion sieht sich hier mit dem überaus komplexen Bühnenbild und vielen schnellen Szenenwechseln auf ganz besondere Weise herausgefordert.

Die Staatsoper Hamburg verpflichtete zur Saisoneröffnung 2019/20 die Regisseurin und derzeitige Intendantin des Schauspielhauses Hamburg, Karin Beier mit der Inszenierung. Ihr standen Stéphane Laimé (Bühne), Eva Dessecker (Kostüme), Hartmut Litzinger (Licht)  und Meika Dresenkamp (Video) dabei zur Seite. Für die Choreografie verpflichtete man Altea Garrido.

Die Premiere der Oper wurde zeitversetzt „Open Air“ auf dem Jungfernstieg und auf dem Rathausmarkt im Stadtteil Harburg übertragen. Vorbeischlendernde Besucher und Einwohner Hamburgs sollten auf eine neue Opernsaison neugierig gemacht werden.  Man darf die Frage stellen, ob, die niedrige Auslastung des Staatsoper von 72% in der vergangenen Spielzeit 2018/19 vor Augen, mit diesem spannenden, aber wenig gespielten Werk zur Saisoneröffnung,  die Breite der Hamburger Bürgerschaft erreicht wurde.

Die Nase ist für das Regieteam in erster Linie eine Groteske, ist damit komisch und schrecklich zugleich. Es geschieht etwas Ungeheuerliches, ein Mann verliert sein Gesicht und damit seine Identität. Eine Megahysterie in seiner unmittelbaren Umgebung entsteht. Die Furcht vor dem Unerklärlichen, dem Unbekannten, dem Chaotischen kann dann folgerichtig nur in einer hysterischen und gewaltbereiten Masse überwunden werden.

Wenn am Ende der Hamburger Interpretation der Oper die Anfangsszene wiederkehrt und sich Kowaljoff schreiend in die Hose schaut um festzustellen, dass ihm seine Männlichkeit abhanden gekommen ist, dann kann das Stück, ähnlich einem Perpetuum Mobile, wieder von vorne beginnen.

Karin Beiers Team kreiert einen flexiblen Stahlgerüstbau auf offener, sich häufig drehender Bühne mit Stahlturm auf dessen Rückseite, an dem ein an einen Renaissance-Altar erinnernder Klapp-Bilderrahmen angebracht ist. Der Bühnenboden ist übersät mit roten Papierzetteln. Ein riesiger, überdimensionierter Rasierspiegel lässt nicht nur die Szenen beim Barbier überdeutlich erscheinen, sondern kommt dem Betrachter auch immer wieder als ein Symbol der totalitären Überwachung vor. Die metallenen Stangen erinnern an Gefängniszellen, Absperrungen und Mauern. Polizei, Mob und die Akteure der Oper werden hier eindrucksvoll und nachvollziehbar in Relationen gebracht. Die Zwischenräume machen auch die Beziehungen und Hintergründe transparent.

Zu Beginn wird Kowaljoff (Bo Skovhus) von Iwan Jakowlewitsch (Levente Páll) vor dem riesigen Friseurspiegel mit videoprojiziertem Riesenauge rasiert. Polizisten in Uniform und Maschinengewehren befinden sich im Hintergrund. Auf der rotierenden Bühne dreht sich eine Backstube mit Herd und heruntertropfenden Teigmassen ins Zentrum. Hellen Kwon alias Praskowja Ossipowna backt Brot und findet Kowaljoffs Nase im Teig.

Die Soldaten marschieren mittlerweile im Stechschritt über die Bühne. Ein riesiger Helikopter wird im Hintergrund auf die Bühnenrückseite projiziert. Der Nasenempfänger in Gestalt eines Staatsrates (Bernhard Berchtold) wird von Soldaten auf einer Sänfte in die Szene gebracht.

Ein Schlagwerkensemble dreht sich in Zuschauerposition und feuert wilde musikalische Trommelsalven ab. Kowaljoff krümmt sich vor Schmerzen angesichts seines bedeutenden Verlustes. Eine riesige Nase spaziert über die Bühne und beginnt mit ihm zu tanzen. Ein Polizist mit Engelsflügeln steht hinter einem Altar, der mit dutzenden leuchtenden Kerzen versehen ist. Ein sakraler Chor mit tanzenden Soldaten bringt die wandernde Nase ins Zentrum des Altars. Mittlerweile hat sich die Nase mit seinem neuen Besitzer, dem Staatsrat vereint. Sogar sein Bauch mutiert zur Nasenform.

Staatsoper Hamburg / Die Nase hier Schlussapplaus © Patrik Klein

Staatsoper Hamburg / Die Nase hier Schlussapplaus © Patrik Klein

Ein Polizeipförtner (Peter Galliard) erklingt warnend wie ein Menetekel aus dem ersten Rang. Eine Zeitungsredaktion mit acht skurrilen Mitarbeitern auf der sich permanent drehenden Bühne nimmt die Suchanzeige Kowaljoffs für seine verlorene Nase auf. Auf den Videoleinwänden erscheint er zudem mit riesiger Schweinenase im Gesicht. Es wird ihm geraten, für sein Problem zum Hals-, Nasen- und Ohrenarzt zu gehen, oder gar die Homöopathie zu bedienen. Vielleicht soll auch Schnupftabak helfen.

Auf einem Gazevorhang mit Videoprojektionen geht die Suche nach der Nase in Hamburgs Hafen, im alten Elbtunnel und am Rathaus erfolglos weiter. Ein russisches Volkslied mit Balalaika begleitet Kowaljoff bei seiner Trauer vor Gott angesichts seines dramatischen Verlusts, der ihn charakterlos und gesellschaftslos gemacht hat.

Da sich das Volk von seiner Ruhelosigkeit angesteckt hat, erfolgt ein Haftbefehl gegen ihn. Die mobil gemachten Polizisten tanzen im Ballettstil  mit skurril wackelnden Hinterteilen und immer dicker werdenden angeschwollenen Körpern. Sie mutieren zum Chor mit einem russischen Volkslied vor tanzender Nase. Es folgen aufgebrachte, zum Lynchen bereite, chaotische Massenszenen.

Plötzlich wird die Nase gefunden. Kowaljoff findet sie in einer Serviette. Aber sie will einfach nicht halten. Ärzte sollen helfen. Absurde Bilder von Medizinern in Trance und Angelruten stellen sich ein. Der Chefarzt (Levente Páll) rät ihm die Nase lieber in Spiritus einzulegen. Mutter und Tochter Podtotschina (Katja Pieweck und Athanasia Zöhrer) werden von ihm verflucht, weil er glaubt, dass sie für sein Schicksal verantwortlich sind.

Das Volk ist völlig irritiert und sucht hysterisch nach der Nase, bringt sich angesichts dieser dummen Geschichte in den Wahn. Im finalen Ballett mit Stalins Portrait zwischen den Menschenmasse, Polizeigarden und wehenden roten Fahnen wie bei einer sowjetischen Militärparade stimmt eine personifizierte Nase eine derbe Rede an. „Nieder mit dem stinkenden Getön. Rotzkotzend!“

An einer der roten Fahnen putzt er sich angewidert sein Riechorgan. Und siehe da! Plötzlich ist die Nase wieder an seinem ursprünglichen Platz in Kowaljoffs Gesicht. Das Volk tritt mit „Hitlergruß“ ab. Alle Figuren sind mittlerweile zum Platzen prall und fett geworden. Kowaljoff verdammt sie wie im Traum, „Leckt mich blöde Weiber!“, bevor er voller Entsetzen in seine Hose schaut. Mit einem Donnerschlag im Orchester fällt der Vorhang.

Schostakowitsch macht keinen Unterschied zwischen ernster und unterhaltsamer Musik. Ohne Tabu montiert er einen Choral hinter einen Galopp und ein verfremdetes Volkslied neben ein Lamento (Klagelied). Eine derbe Polka steht unverblümt neben zarten und filigranen Passagen und auf ausdrucksvolle Kantilenen folgt spielerische Leichtigkeit. Analytische Schärfe in der Darstellung und Präzision im Zusammenspiel bestimmen sowohl die markant ausgespielten rhythmischen Finessen des Werkes, wie auch den gewollt zum Ausdruck kommenden bissigen Sarkasmus. Kent Nagano arbeitet die Kontraste der Partitur wenig detailliert heraus, setzt eher auf dramatische Wirkung im Orchester und lässt häufig im Dauerforte und mit wenig Finesse und Präzision musizieren. Das geht wieder einmal mehr auf Kosten der Sängerfreundlichkeit; vom unterstützenden Kapellmeister ist das weit entfernt.

Es wird Deutsch gesungen (Übersetzung Ulrich Lenz) und der Gesang mit einigen gesprochenen Einlagen ergänzt, die sehr frei nach Schostakowitsch auch so manche „Hamburgensie“ enthalten. Der Chor der Staatsoper Hamburg (Einstudierung Eberhard Friedrich) agiert und musiziert den Vorgaben des Generalmusikdirektors entsprechend. Gesungen wird auf hohem Niveau, zumal die eingesetzten Tenöre permanent in den höchsten Registern agieren müssen. Stellvertretend für das gesamte Ensemble aus beinahe 60 Darstellern ist die Leistung des Hauptdarstellers Bo Skovhus zu nennen, der mit kraftvollem Spiel und Gesang im Zentrum dieses Werkes steht. Sowohl darstellerisch als auch musikalisch muss er an seine körperlichen Grenzen gehen. Mit hoher Stimmkraft bei textverständlichem Ausdruck und präziser Rollengestaltung liefert er einen superben Kowaljoff der Extraklasse.

Diese, besprochene, zweite Vorstellung an der Staatsoper Hamburg war bei weitem nicht ausverkauft. Es verlassen zudem einige Zuschauer während der Vorstellung im Dunkeln den Saal. Das weitgehend gelangweilt wirkende Publikum, das einige Male zum Schmunzeln gebracht wird und vor Allem nach dem Knalleffekt des Finales einige Lacher erzeugt, dankt dem gesamten Ensemble mit höflichem, kurzen Applaus.

Die Nase:  Premiere am 7.9.19; besuchte Vorstellung am 10.9.2019; weitere Termine: 13.9., 23.9., 26.9. (geschlossene Gesellschaft), 28.9.2019

Die Besetzung:

Platon Kusmitsch Kowaljoff, Kollegienassessor (Bariton) –  Bo Skovhus
Iwan Jakowlewitsch (Bass)  –  Levente Páll
Ossipowna, sein Frau (Sopran)  – Hellen Kwon
Ein Wachtmeister der Polizei (Tenor) –  Andreas Conrad
Die Nase in Gestalt eines Staatsrates (Tenor) – Bernhard Berchtold
Iwan, der Diener des Assessors (Tenor) –  Gideon Poppe
Alexandra Grigorjewna Podtotschina (Mezzosopran) – Katja Pieweck
Ihre Tochter (Sopran) –  Athanasia Zöhrer
Die alte Gräfin – Renate Spingler
Praskowja Ossipowna, Verkäuferin Hellen Kwon
Jarischkin, Michael Heim
Polizeipförtner, Pjotr Fjodorowitsch, Oberst, 2. Bekannter  – Peter Galliard
Wachmann, Taxifahrer, Iwan Iwanowitsch, 1. Bekannter – Stefan Sevenich
Diener der Gräfin, Spekulant,  Major  –  Julian Arsenault
1. Eunuche –  Sungho Kim
2. Eunuche – Tenorsolo in der Kirche, Hiroshi Amako
3. Eunuche – Dongwon Kang
4. Eunuche –  Sander De Jong
Hüsrev-Mirza – Kristov Van Boven

Musikalische Leitung: Kent Nagano,  Chorsolist*innen des Chores der Hamburgischen Staatsoper, Chor der Hamburgischen Staatsoper (Einstudierung: Eberhard Friedrich), Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

—| IOCO Kritik Staatsoper Hamburg |—

Hamburg, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Philharmonische Akademie, August 2019

Staatsorchester Hamburg

 Elbphilharmonie Hamburg / Prominente Spielstätte _ Philharmonisches Staatsorchester Hamburg © Ralph Lehmann

Elbphilharmonie Hamburg / Prominente Spielstätte – Philharmonisches Staatsorchester Hamburg © Ralph Lehmann

 

Die Philharmonische Akademie 2019

Ein Open-Air-Konzert auf dem Hamburger Rathausmarkt und fünf Akademiekonzerte in der Elbphilharmonie stehen Ende August 2019 auf dem Programm. Ein großbesetztes oratorisches Konzertprojekt mit über 450 Hamburger Chorsängerinnen und Sängern präsentiert Kent Nagano an drei Abenden im Großen Saal der Elbphilharmonie. In zwei kammermusikalisch besetzten Konzerten im Kleinen Saal sind Musiker der Philharmoniker und das US-amerikanische Vokalensemble Chanticleer zu erleben.

Während die Philharmonischen Akademiekonzerte der vergangenen Jahre noch ganz im Zeichen der intimen musikalischen Arbeit innerhalb des Philharmonischen Staatsorchesters standen, öffnete sich 2018 mit dem „Rathausmarkt-Open-Air“ das Projekt bereits weit für das Hamburger Publikum. 2019 gehen Kent Nagano und die Philharmoniker noch einen Schritt weiter und laden Hamburger Chöre ein, gemeinsam ein großes oratorisches Programm in der Elbphilharmonie aufzuführen.

Das „Te Deum“ von Hector Berlioz zählt aufgrund seiner riesigen Chorbesetzung zu den selten zu erlebenden Werken der Musikliteratur. Grund genug für Kent Nagano, damit seine Reihe großdimensionierter oratorischer Werke in der Elbphilharmonie fortzuführen, zu denen in der Vergangenheit etwa Mahlers „Symphonie der Tausend“ zählte. Im Rahmen der Philharmonischen Akademie hat Hamburgs Generalmusikdirektor nun erstmals Hamburgerinnen und Hamburger eingeladen in einem Konzert des Philharmonischen Staatsorchesters mitzuwirken. Neben dem professionellen süddeutschen Chor „KlangVerwaltung“ sind elf weitere Chöre aus Hamburg und somit insgesamt über 450 Sängerinnen und Sänger an der Aufführung des „Te Deums“ beteiligt. Koordinativ unterstützt wird das Chorprojekt von der ehrenamtlich tätigen Hamburgerin Dr. Brigitte Mahn, die als begeisterte Chorsängerin ebenfalls mitsingt. Das Konzertprogramm, welches auch Mendelssohns „Walpurgisnacht“ umfasst, wird an drei Abenden vom 24.-26. August 2019 in der Elbphilharmonie zu erleben sein. Die drei Konzerte sind bereits ausverkauft (Restkarten ggf. an der Abendkasse).

Auch die beiden kammermusikalischen Akademieprogramme im Kleinen Saal der Elbphilharmonie am 25. und 27. August 2019 haben einen vokalen Schwerpunkt. Zu Gast ist das US-amerikanische Vokalensemble Chanticleer, das a-cappella-Repertoire von Hildegard von Bingen bis zu Tomás Luis de Victoria präsentiert und jeweils mit Kammermusikformationen des Philharmonischen Staatsorchesters im Wechsel auftritt.

Beschließen werden Kent Nagano und die Philharmoniker die diesjährige Philharmonische Akademie am 31. August 2019 wieder mit einem großen Open-Air-Konzert auf dem Hamburger Rathausmarkt. Bei freiem Eintritt präsentieren die Philharmoniker Gershwins populäre „Rhapsody in Blue“, Brahms erste Symphonie sowie weiteres Überraschungsprogramm. Die rund 2.500 Sitzplätze auf dem Rathausmarkt werden ab 19.00 Uhr freigeben.

Hintergrund

Kent Nagano hat die „Philharmonische Akademie“ zu Beginn seiner Amtszeit als Hamburgischer Generalmusikdirektor und Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters im Jahr 2015 ins Leben gerufen. Seitdem bilden diese Konzerte den Auftakt zur jeweils neuen Opern- und Konzertsaison. Nagano und die Philharmoniker verstehen darunter ein „offenes“ Projekt, ebenso experimentell ausgerichtet wie immer auch bedeutenden Komponisten, wichtigen Themen und musikalisch-inhaltlichen Erkundungen gewidmet. Die Musiker des Orchesters ordnen sich zu kleinen und größeren Gruppen, Kollektiven und Ensembles und begeben sich an Spielorte wie die Hamburger Hauptkirche St. Michaelis, das Planetarium oder das Hamburger Rathaus. 2018 spielten die Philharmoniker unter Kent Nagano erstmals open-air auf dem Hamburger Rathausmarkt und begeisterten rund 7.000 Zuhörer mit diesem musikalischen Geschenk an ihre Stadt.

Philharmonische Akademie 2017
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Übersicht über die Akademiekonzerte 2019


1. Akademiekonzert
Samstag, 24. August 2019, Elbphilharmonie, Großer Saal, 20.00 Uhr
Sonntag, 25. August 2019, Elbphilharmonie, Großer Saal, 19.00 Uhr
Montag, 26. August 2019, Elbphilharmonie, Großer Saal, 20.00 Uhr

Felix Mendelssohn Bartholdy: Die erste Walpurgisnacht op. 60
Hector Berlioz: Te Deum op. 22
Kent Nagano, Dirigent
Annika Schlicht, Alt
Pavel Cernoch, Tenor
Thomas E. Bauer, Bass
Alsterspatzen – Kinderchor der Hamburgischen Staatsoper
Jugendkantorei Volksdorf
Kinder- und Jugendsingschule St. Michaelis
Kinderkantorei Bergstedt und Volksdorf
Cappella Vocale Blankenese
Compagnia Vocale Hamburg
Franz-Schubert-Chor Hamburg
Hamburger Bachchor St. Petri
Kammerchor Cantico
stimmwerk hamburg
Vokalensemble conSonanz
Chor der KlangVerwaltung
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
ausverkauft (ggf. Restkarten an der AK zu € 83,00 / 65,00 / 51,00 / 36,00 / 14,00)


2. Akademiekonzert
Sonntag, 25. August 2019, Elbphilharmonie, Kleiner Saal, 11.00 Uhr
Hildegard von Bingen: O frondens virga
Josquin des Prez: Sanctus & Benedictus aus: Missa La Sol Fa Re Mi
Charles Gounod: Petite Symphonie B-Dur für Bläser
Felix Mendelssohn Bartholdy: Jubilate Deo op. 69,2
Johannes Brahms: Motette „Es ist das Heil uns kommen her“ op. 29,1
Antonín Dvorák: Serenade d-Moll op. 44
Chanticleer
Mitglieder des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg
Karten € 35,00 / 28,00 / 21,00 / 12,00


3. Akademiekonzert
Dienstag, 27. August 2019, Elbphilharmonie, Kleiner Saal, 19.30 Uhr
Claudio Monteverdi: Madrigale
Carlo Gesualdo: Madrigale
Tomás Luis de Victoria: Motetten
Felix Mendelssohn Bartholdy: Oktett Es-Dur op. 20
Chanticleer
Mitglieder des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg
Karten € 35,00 / 28,00 / 21,00 / 12,00


Rathausmarkt-Open-Air
Samstag, 31. August 2019, Rathausmarkt, 20.00 Uhr
Johannes Brahms: Symphonie Nr. 1 c-Moll op. 68
George Gershwin: „Someone to watch over me“, „I got rhythm“, „Summertime“
George Gershwin: Rhapsody in Blue
sowie weiteres Überraschungsprogramm
Kent Nagano, Dirigent
Elbenita Kajtazi, Sopran
Oleksiy Palchykov, Tenor
Gilles Vonsattel, Klavier
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Eintritt frei


Karten : Restkarten für die Konzerte im Großen Saal der Elbphilharmonie gibt es ggf. in der Woche vor den Konzertterminen beim Kartenservice der Hamburgischen Staatsoper, unter 040 35 68 68 sowie an der Abendkasse in der Elbphilharmonie.

Karten für die Konzerte im Kleinen Saal der Elbphilharmonie gibt es ebenfalls an den genannten Adressen sowie auch online unter www.staatsorchester-hamburg.de.

Der Eintritt für das Open-Air-Konzert ist frei. Die rund 2.500 Sitzplätze auf dem Rathausmarkt werden ab 19.00 Uhr freigeben.

—| Pressemeldung Staatsorchester Hamburg |—

Hamburg, Staatsoper Hamburg, Karfreitag 2019 – Parsifal, 19. 04.2019

April 17, 2019 by  
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Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

 Karfreitag 2019 – Parsifal an der Hamburgischen Staatsoper

Ab Karfreitag, den 19. April 2019, wird die Inszenierung Achim Freyers von Richard Wagners letztem großen Werk Parsifal vier Mal an der Staatsoper aufgeführt. Die Musikalische Leitung hat Kent Nagano. Parsifal ist Robert Dean Smith, Tanja Ariane Baumgartner ist Kundry, Attila Jun und Kwangchul Youn sind alternierend Gurnemanz und Egils Silins ist Amfortas. Des weiteren ist Vladimir Baykov als Klingsor zu erleben.

Mit seinem Parsifal hat Richard Wagner eine komplexe Welt erschaffen. Komplex, weil sie aus so vielen heterogenen Elementen besteht, deren Sinnhaftigkeit schwer nachzuvollziehen ist und oft auf Fährten lockt, die ins Leere laufen. So lassen sich die vielen religiösen Zeichen, Symbole und kultischen Handlungen nur als Teile verstehen, die auf eine Welt verweisen, die nur als Ganzes zu deuten ist. Elemente des Christentums wie Abendmahl, Kelch, Blut, Speer und Taube oder Schopenhauers Idee, dass Mitleid den Menschen aus seiner Ichbezogenheit erlösen kann, auch gnostische und manichäische Motive sind als jeweils einzelne Interpretationsansätze untauglich für den ganzen Parsifal. Doch eine theatrale Welt kann einen fiktionalen Kosmos entwerfen, an dem alle diese Elemente wirkungsvoll teilhaben und der dem Publikum die Deutungshoheit seiner eigenen Erlebnisse überlässt.

Richard Wagner   –   Parsifal

Musikalische Leitung: Kent Nagano, Inszenierung, Bühne, Kostüme und Licht: Achim Freyer, Mitarbeit Regie: Sebastian Bauer, Mitarbeit Bühnenbild: Moritz Nitsche, Mitarbeit Kostüm: Petra Weikert, Lichtdesign: Sebastian Alphons, Video: Jakob Klaffs/Hugo Reis, Dramaturgie: Klaus-Peter Kehr, Chor: Eberhard Friedrich

Mit: Amfortas Egils Silins, Titurel Tigran Martirossian, Gurnemanz Attila Jun, (19./22.4.) Kwangchul Youn (28.4./12.5.), Parsifal Robert Dean Smith, Klingsor Vladimir Baykov, Kundry Tanja Ariane Baumgartner, 1. Gralsritter Ks. Jürgen Sacher, 2. Gralsritter Shin Yeo, 1. Knappe Na’ama Shulman, 2. Knappe Ruzana Grigorian, 3. Knappe Dongwon Kang, 4. Knappe Sungho Kim, Blumenmädchen I, 1 Elbenita Kajtazi, Blumenmädchen I, 2 Ks. Hellen Kwon, Blumenmädchen I, 3 Ida Aldrian, Blumenmädchen II, 1 Ruzan Mantashyan, Blumenmädchen II, 2 Ks. Gabriele Rossmanith, Blumenmädchen II, 3 Nadezhda Karyazina, Stimme aus der Höhe Ida Aldrian, Chor der Hamburgischen Staatsoper, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Unterstützt durch die Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper

Vorstellungen am 19. (17.00 Uhr), 22. (16.00 Uhr) und 28. (17.00 Uhr) April und 12. Mai (15.00 Uhr) 2019

—| Pressemeldung Staatsoper Hamburg |—

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