Ulm, Theater Ulm, PREMIERE Cendrillon – Aschenputtel, 19.12.2019

November 25, 2019 by  
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Theater Ulm

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

PREMIERENEINLADUNG

Cendrillon (Aschenputtel)

Premiere am Donnerstag, 19. Dezember 2019 um 20 Uhr im Großen Haus

der verlorene gläserne Schuh – dieses Bild ist untrennbar mit Aschenputtel verbunden. Schönheit und Liebe, der Rausch eines Ballabends, der Traum Prinzessin zu sein: der Schuh ist Symbol und Wendepunkt im Leben der Märchenheldin. Erzählt wurde die Geschichte des traumhaften Schicksalswandels von Aschenputtel nicht nur von den Brüdern Grimm. Auf der ganzen Welt existiert Aschenputtel, teils in brutal nuancierten Erzählungen. Nicht vor Grausamkeit, dafür vor Zauberei und Poesie sprüht Jules Massenets Märchenoper »Cendrillon«. Christian von Götz inszeniert sie in Ulm.

Das Libretto von Henri Cain zu Jules Massenets Komposition basiert auf dem Cendrillon-Märchen von Charles Perrault, »Aschenputtel oder Das gläserne Pantöffelchen«, das seinen Fokus auf faszinierende Magie und eine tapfere Aschenputtel-Figur legt. 1899 wurde Massenets romantisches Werk in Paris uraufgeführt. Er komponierte in hohem Maße sinnliches Musiktheater, kreierte »Cendrillon« virtuos mit verschiedenen Kompositionsstilen, beispielsweise aus dem Barock. Es entsteht rauschendes, farbenprächtiges Musiktheater – nicht ohne Grund gehört die Oper »in Frankreich zur Vorweihnachtszeit wie Elsässer Gebäck und das ›Reveillon‹, eine opulente Schlemmerei im Familienkreis« (Deutschlandfunk Kultur).

Neben Christian von Götz als Regisseur – das Ulmer Publikum hat seine Inszenierung von »My Fair Lady« in der vergangenen Spielzeit zur Inszenierung des Jahres gewählt – und dem Dirigat des musikalischen Leiters Michael Weiger sorgen das Bühnenbild von Petra Mollérus und die Kostüme von Lukas Noll für eine gefühlsstarke und klangsatte Oper, deren Libretto viel Wert auf eine spannende psychologische Zeichnung ihrer Figuren legt. Unter anderem ist I Chiao Shih als Cendrillon zu erleben, Christianne Bélanger als Madame de la Haltière, Luke Sinclair als Prince Charmant und Maryna Zubko als La Fée. Der Opern- und Extrachor ist ebenfalls beteiligt. Es spielt das Philharmonische Orchester der Stadt Ulm.

Premiere am Donnerstag, 19. Dezember 2019 um 20 Uhr im Großen Haus

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Ulm, Theater Ulm, Evita – Argentinische Leidenschaft auf der Wilhelmsburg, 07.07.2019

Mai 23, 2019 by  
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Theater Ulm

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

 Evita – Andrew Lloyd Webber

Argentinische Leidenschaft auf der Wilhelmsburg

Premiere  7. Juni 2019

Ein Hauch argentinischer Leidenschaft schwebt im Sommer über der Wilhelmsburg, wenn zum Musical-Open-Air geladen wird! Denn ab dem 7. Juni 2019 zeigen wir Ihnen »Evita« – das Erfolgsmusical von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice über das Leben der Präsidentengattin Eva Perón, die zwischen 1945 und 1952 die Herzen ihrer Landsleute in Bann schlug.

Als eine der ikonischen Frauengestalten des 20. Jahrhunderts war María Eva Duarte de Perón ein Kristallisationspunkt von ebenso tiefer Liebe wie größtem Misstrauen, wie vielleicht Lady Di; sie war so stilsicher und tragisch wie Jackie Kennedy Onassis und so feengleich schön (und auch so blond) wie Grace Kelly.

Als Tim Rice Jahre nach dem großen Erfolg von Jesus Christ Superstar mit Andrew Lloyd Webber wieder auf der Suche nach einem neuen Stoff war, und der Vorschlag eines Freundes, Peter Pan als Musical zu bearbeiten, ins Leere lief, war sie plötzlich wieder da: die Faszination für die charismatische Frau auf der Briefmarke, die er als junger Philatelist bereits bewunderte. Rice begann seine Recherchen und lernte den argentinischen Filmregisseur Carlos Pasini Hansen kennen, dessen Film Queen of Hearts (1972) er mindestens 20 Mal ansah. Er reiste sogar nach Buenos Aires, um in den Stoff einzutauchen und – er nannte seine erste Tochter Evita.

Das ist besonders deshalb so bemerkenswert, weil das Musical Evita keineswegs eine Heiligsprechung der historischen Evita ist. Rice und Webber entschieden sich dazu, eine Erzählerfigur einzusetzen, die ab der ersten Szene Zweifel äußert und Risse in das makellose Bild der Präsidentengattin bringt. Der Erzähler heißt Che – was im südamerikanischen Spanisch soviel bedeutet wie: Typ, Bursche, Mensch oder auch Argentinier. Die meisten denken natürlich sofort an Ernesto »Che« Guevara, den Revolutionär. Die Entscheidung, ob es sich um irgendeinen Studenten handelt, der dem Peronismus gegenüber kritisch eingestellt ist oder den Che Guevara, den wir als linken Helden von Postern und T-Shirts kennen (und der in dem Alter, als Juan Perón an der Macht war, noch nicht politisch aktiv war) überlassen Rice und Webber den Regisseuren.

Wie der gebürtige Berliner Wolf Widder sich entscheidet, können Sie auf der Wilhelmburg erfahren. Wolf Widder, bezeichnet sich selbst als Wanderer zwischen den Welten: Seine Leidenschaft gilt den Opern des 20. und 21. Jahrhunderts genauso wie dem Musical. Er studierte Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft und arbeitete zunächst als Schauspieler und Regieassistent. Bald jedoch wechselte er ins Regiefach, sowohl fürs Schauspiel wie für das Musiktheater (u. a. in Kassel, Detmold, Wiesbaden, Bern, Dresden und Charleston, USA). Er war vielfach Oberspielleiter und zuletzt auch Operndirektor mit Intendantenvollmacht am Theater Pforzheim.

Unter seiner Regie werden Julia Steingaß und Maria Rosendorfsky alternierend die charismatische Evita verkörpern. Die Rolle des Erzählers Che übernehmen – ebenfalls abwechselnd – Thomas Christ und Philipp Hägeli. Als argentinischer Präsident Perón wird Martin Gäbler zu erleben sein. Marisa Hartelt verköpert Peróns Geliebte. Luke Sinclair übernimmt die Rolle des Augustín Magaldi. Erik Rousi wird in mehreren Rollen, u. a. als Evitas Bruder und als Admiral zu sehen sein. Ob Familienmitglieder, Liebhaber oder Offiziere – Evitas Strahlen zog stets viele Menschen an, die in Widders Inszenierung (Dramaturgie: Diane Ackermann/Nilufar K. Münzing) von Mitgliedern des Opernchores verkörpert werden.

Ausstatterin Petra Mollérus – auch verantwortlich für das Kostümbild – hat für Evita ein Bühnenbild entworfen, das einerseits die Architektur der Wilhelmsburg zur Geltung kommen lässt und andererseits aber auch eine Intimität zwischen Publikum und Darstellerinnen und Darstellern ermöglicht.

Unter der musikalischen Leitung von Hendrik Haas werden nicht nur die Musikerinnen und Musiker des Philharmonischen Orchesters der Stadt Ulm argentinische Leidenschaft verbreiten. In seiner Einstudierung werden der Opernchor des Theaters Ulm, der Extrachor, die Kinderchöre der Eduard-Mörike-Grundschule Blaustein und der Meinloh-Grundschule Söflingen, sowie der Projektchor Los Descamisados für musikalische Wucht auf der Burg sorgen.

Wo Argentinische Flaggen im Wind wehen, darf Tango natürlich nicht fehlen. Das Ensemble des Tanztheaters Ulm wird in eleganten wie leidenschaftlichen Choreografien von Gaëtan Chailly das eindrucksvolle Tableau, das die Wilhelmsburg in diesem Sommer voller argentinischer Lebenslust erstrahlen lassen wird, vervollständigen.

—| Pressemeldung Theater Ulm |—

Ulm, Theater Ulm, Premiere Written on Skin – George Benjamin, 09.05.2019

April 2, 2019 by  
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Theater Ulm

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

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Written on Skin – George Benjamin

Premiere  09.05.2019

Selten wird man sich über Kunst einig. Doch in diesem Fall urteilen Publikum und KritikerInnen einstimmig: Written on Skin ist eine der sehenswertesten Opern unserer Tage. Auch die Zahlen sprechen für einen Sensationserfolg: Nach der umjubelten Uraufführung im Sommer 2012 hat das Werk inzwischen schon rund 100 Aufführungen erlebt, von London über Amsterdam, New York, Moskau, München, Toronto — und Detmold. Ab Mai ist die Inszenierung, die Kay Metzger für das Landestheater Detmold erarbeitete und sogar schon an der Königlichen Oper Stockholm aufgeführt wurde, im Theater Ulm zu sehen.

Die um Leidenschaft und Besitzdenken kreisende Handlung der Oper entspinnt sich in einem stilisierten 13. Jahrhundert im Anwesen eines reichen Landbesitzers, dem Protektor (Dae-Hee Shin). Dieser hat sich in den Kopf gesetzt, in einem mit Bildern bestückten Buch seine gewaltsam durchgesetzten politischen Erfolge sowie sein wohlgeordnetes heimisches Glück festhalten zu lassen. Zu diesem Zweck nimmt er einen jungen Buchkünstler (Benno Schachtner) bei sich auf — nicht ahnend, dass das Buch und sein Schöpfer zum Katalysator rebellischer Gefühle in seiner fügsamem, jungen Frau Agnès (Maria Rosendorfsky) werden. Zu allem bereit, um die Kontrolle zurückzuerlangen, setzt der Protektor Agnès eines Abends eine mysteriöse Speise vor und fragt begierig, wie sie ihr schmeckt. »Süß, wie meine eigene Milch, ja — gut — aber salzig — salzig, wie meine eigenen Tränen. Warum …?«

Die unwiderstehliche Sogkraft, mit der Written on Skin sein Publikum bannt, liegt neben der emotionalen Wirkmacht der Opernhandlung natürlich vor allem an der Musik von George Benjamin. Bereits als Siebenjähriger komponierte der gebürtige Londoner bändeweise Musik; mit 16 nahm der große Olivier Messiaen das Jungtalent als seinen letzten Lehrling an. Viele Jahre wünschten sich die Opernhäuser vergeblich ein Bühnenwerk von dem vorsichtigen, lange an seinen filigranen Klangzauberpartituren feilenden Komponisten. Der passende Textdichter für Benjamins hohe Ansprüche fand sich aber erst in Martin Crimp und dessen einzigartigem literarischen Stil, die Figuren zu ihren eigenen Erzählern zu machen. 2006 entstand eine erste gemeinsame Kammeroper, in den Jahren danach reifte Written on Skin. Wir freuen uns, dass George Benjamin seine Teilnahme an der Ulmer Premiere von Written on Skin fest eingeplant hat.

Auf Basis der Legenden um einen historischen provenzalischen Troubadour des 13. Jahrhunderts entwickelten Crimp und Benjamin ein von Allegorien durchwirktes Kammerspiel. Inspiriert unter anderem durch den Wim-Wenders-Film Himmel über Berlin wurden der Handlung drei Engel hinzugefügt, wissend um den Gang der Welt bis ins 21. Jahrhundert, die als »chorische Chronisten des menschlichen Schreckens« (Martin Crimp) mit kühlem Blick die Mechanik der menschlichen Natur sezieren und kommentieren. In Kay Metzgers Inszenierung werden Markus Francke, I Chiao Shih und Benno Schachtner als Halbgötter in weiß den Emanzipationsprozess der jungen Frau begleiten.

In Ulm wird Dirigent Michael Weiger das Philharmonische Orchester durch George Benjamins klangsinnliche Partitur führen. Der Komponist verrät, er habe — um die Kunst der Illustration zu evozieren, die in der Handlung eine so zentrale Rolle spielt — eine breite Palette von instrumentalen Farben genutzt. Zusätzliche Dimensionen eröffnet er dabei mit heute nur selten eingesetzten Instrumenten wie der Bass-Viola da gamba und einer Glasharmonika. Der Tagesspiegel feiert ihn dafür als »verblüffend klarsichtigen Wachträumer«, der eine derart luzide Musik schreibe, dass sie »beim Hörer im Nu die Wirkung einer bewusstseinserweiternden Droge entfaltet.«

Ausstatterin Petra Mollérus hat für »Written on Skin« eine morbide und zugleich kühl-metallische Pathologie entworfen. Ein großes »Fenster« erweitert die Spielebene zusätzlich: Mit surrealen Videoprojektionen (Martin Kemner) werden starke visuelle Akzente gesetzt, während im Vordergrund Innerstes offen gelegt wird. Ein klang-, sprach- und bildgewaltiges Opernerlebnis über das Schreckliche des Schönen!

Premiere am Donnerstag 9. Mai 2019 um 20 Uhr im Großen Haus

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Ulm, Theater Ulm, Das kalte Herz – Ballett nach Wilhelm Hauff, 18.04.2019

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Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

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Das kalte Herz – Ballett nach Wilhelm Hauff

Premiere 18. April 2019

Drei Wünsche frei haben! Eine verlockende Vorstellung. Wer träumt nicht gelegentlich davon, so auf einen Schlag alle Probleme lösen zu können? Der Köhlerssohn Peter Munk jedenfalls hofft im Märchen Das kalte Herz auf eine solche Abkürzung, um seinem ungeliebten, knochenharten Beruf zu entkommen, der ihn im Dorf bloß zum Ziel des Spotts macht. Hätte er doch auch nur so viel Geld und Ansehen wie Ezechiel! Könnte er doch auch Pirouetten drehen wie der Tanzbodenkönig und so seine Angebetete Lisbeth beeindrucken! Als Peter erfährt, dass ein gütiger Waldgeist ihm helfen kann, versucht er sein Glück bei dem sagenumwobenen Glasmännlein. Doch Peter träumt nicht groß genug: Seine Wünsche bringen ihm nur kurzfristige Befriedigung, aber keine andauernde Zufriedenheit ein. Verzweifelt wendet er sich an den mysteriösen Holländer-Michel. Und der weiß genau, wo Peters Problem liegt: Es ist dieses penetrant pochende menschliche Herz, das durch Mitgefühl, Menschlichkeit und Skrupel jedem wirklich erfolgreichen Geschäftsmann nur im Weg stehen kann …

Wilhelm Hauffs Kunstmärchen vom Kohlenmunk-Peter, der sein Herz gegen einen Stein tauscht, hat 1827 geradezu prophetisch die Krux des Kapitalismus vorweggenommen. Gleichzeitig schwelgt Das kalte Herz in romantischen Bildern von Zauberei und dem Leben in der Natur. Am Theater Ulm wird der Erzählung nun neues Leben eingehaucht: durch ein Handlungsballett, das Reiner Feistel als Uraufführung mit seiner Kompagnie erarbeitet.

Die Musik dazu liefert das Philharmonische Orchester unter der Leitung des 1. Kapellmeisters Levente Török mit einem breit gespannten Bogen von romantischen Klassikern bis hin zu Auftragskompositionen für diesen besonderen Tanzabend, in dem wieder das gesamte Tanztheaterensemble das Publikum verzaubern wird: Gabriela Mathéo Bellucci (Peter Munk), Nora Paneva und Maya Mayzel (alternierend als Lisbeth), Yoh Ebihara (Tanzbodenkönig), Edoardo Dalfolco Neviani (Ezechiel), Seungah Park und Alba Pérez González (alternierend als Glasmännlein), Luca Scaduto (Holländer-Michel), Lucien Zumofen (Hans).

Maya Mayzel, Nora Paneva, Alba Pérez González, Seungah Park und Raphaëlle Polidor werden ebenfalls als Dorfmädchen auftreten. Gaëtan Chailly wird mit Eleven der Ballettschule als Dorfbewohner zu sehen sein. Das Volk von Amsterdam bzw. die Floßmenschen werden dargestellt von Raphaëlle Polidor, Gaëtan Chailly, Yoh Ebihara und alternierend von Alba Pérez González, Seungah Park, Maya Mayzel und Nora Paneva.

Nicht zuletzt die geografische Nachbarschaft des Theater Ulm zum Handlungsort des Märchens – dem Schwarzwald – hat Tanztheaterdirektor Reiner Feistel bei seiner Wahl inspiriert. Und von Anfang an war klar: Ohne ein Sinnbild des Waldes, der Natur als Lebensraum und Geschäftsgrundlage der Figuren, funktioniert die Geschichte nicht. Und so soll ein gigantischer Baumstamm zentrales Element der Kulisse für Das kalte Herz werden. Ausstatterin Petra Mollérus war freudig überrascht: »Normalerweise heißt es beim Tanztheater: Bloß nichts auf die Bühne stellen, wir brauchen den Platz zum Tanzen!« Doch in Ulm bestimmt ein mächtiger, beweglicher Baumstamm das Bühnenbild des märchenhaften Abends.

 Premiere am Donnerstag, den 18. April 2019 um 20 Uhr im Großen Haus

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