Rostock, Volkstheater Rostock, Tristan XS – mit Live Video, IOCO Kritik, 25.09.2019

September 25, 2019 by  
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Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

TRISTAN XS –  konzertante Szenen aus Tristan und Isolde

Spielzeiteröffnung mit TRISTAN XS und Live Video Performance

von Thomas Kunzmann

Am 8. September 2019 eröffnete das Volkstheater Rostock die Saison 2019/20 mit einem Theaterfest zwischen Doberaner Straße und Patriotischem Weg. Es gibt Einblicke in die Kostümschneiderei, der Opernchor tritt auf, für Kinder eine Bastelstraße und die Malerwerkstatt, neue Ensemble-Mitglieder werden vorgestellt und natürlich gibt’s Würstchen vom Grill. Auch das Wetter spielt mit. Und so schaut man allseits in gut gelaunte Gesichter. Die Saison geht sich gut an.

Ralph Reichel, Nachfolger des scheidenden Intendanten Joachim Kümmritz, kann optimistisch in die Zukunft sehen: der neue Bürgermeister der Hansestadt, Claus Ruhe Madsen, hatte zumindest im Wahlkampf verkündet, dass er die Norddeutsche Philharmonie zukünftig mit 99 Musikern sieht. Und auch nach Amtsantritt verkündete er, dass am Theaterneubau nicht gerüttelt werden soll. Am 16.09. sollen drei Modelle des zukünftigen Hauses im Rathaus aus- und zur Diskussion gestellt werden. Dennoch ist bis zur Eröffnung, die aktuell mit 2026 angesetzt wird, noch ein weiter Weg. Das Programm im Volkstheater jedenfalls, so Reichel, soll mutiger werden.

Volkstheater Rostock / TRISTAN XS - hier : vl Marcus Bosch, Manuela Uhl, Hans-Gerg Wimmer © Martin Goffing

Volkstheater Rostock / TRISTAN XS – hier : vl Marcus Bosch, Manuela Uhl, Hans-Gerg Wimmer © Martin Goffing

Die Saison-Eröffnung fällt zusammen mit dem „Tag des offenen Denkmals“, auch die Werfthalle 207, die erst einmal für fünf Jahre zur Sommerbespielung für das Volkstheater Rostock angemietet wurde, nimmt an dem Event mit einer Führung teil, die der Technische Leiter und der Musiktheaterdramaturg kenntnisreich und unterhaltsam gestalten. Das online gestellte Programm zu diesem Tag liefert allerdings nicht einmal den Hinweis darauf, was für einen ausgefallenen musikalischen Leckerbissen kaum zwei Stunden später Kulturinteressierte erwarten würde. Dennoch können aus den Besuchern noch einige Abend-Gäste geworben werden. Die Vorstellung ist insgesamt gut besucht, wenn auch nicht komplett ausverkauft.

Tristan XS  – Richard Wagner in 90 Minuten

TRISTAN XS zur Spielzeiteröffnung 2019/20 war ein Wagnis. Mehr als 10 Jahre ist es her, dass in Rostock ein szenischer Wagner lief. Damals war es der Holländer, etwa zeitgleich mit dem Freischütz. Letzterer kam bereits 18/19 wieder auf den Spielplan. Wagner jedoch bleibt rar. Zwar gab es den Tristan konzertant, aufgeteilt auf mehrere Philharmonische Konzerte noch unter Peter Leonard (Intendant in Rostock bis 2014) und auch das Tristan-Vorspiel fand einmal Einzug in der Reihe „Classic light“, dennoch ist Bosch als Conductor in Residence, der auch maßgeblich für das Programm verantwortlich zeichnet und ein erfahrener Wagner-Dirigent ist, nicht nur in dieser Hinsicht ein Glücksfall für Rostock.

Richard Wagner © IOCO

Richard Wagner © IOCO

Tenor Hans-Georg Wimmer, der das Projekt Tristan XS gemeinsam mit Armin Terzer konzipiert und realisiert hat, übernimmt die Partie des Tristan. Als ausgebildeter Bass-Bariton und Experte für alte Musik wechselte Wimmer vor drei Jahren in das Heldentenor-Fach und übernahm bereits die vollständige Titelpartie in Triest und am Landestheater Niederbayern. Aktuell ist er als Loge in der Ring-Adaption in Aachen zu sehen. Dennoch ist er unter den Wagnerianern eher ein Unbekannter. Anders Isolde: Manuela Uhl ist seit vielen Jahren Weltstar. Senta, Elisabeth, Sieglinde, Elsa, Venus, Irene, aber auch Salome, Feldmarschallin, Chrysothemis führten sie an die bedeutendsten Opernhäuser weltweit. Nun endlich Isolde. Auch in Rostock ist sie schon einige Male aufgetreten. Da war die legendäre Benefiz-Gala mit Klaus Florian Vogt und Roman Brogli-Sacher in der Moderation von Hans-Jürgen Mende mitten im Kampf um den Erhalt der vier Sparten oder die IX. von Beethoven.

Volkstheater Rostock / TRISTAN XS - hier : Hans-Georg Wimmer © W Hüttemann

Volkstheater Rostock / TRISTAN XS – hier : Hans-Georg Wimmer © W Hüttemann

Am Volkstheater wird also nun Richard Wagners Oper Tristan und Isolde auf die Soli und Duette der beiden Protagonisten eingedampft und mit einer Live-Video-Performance des australischen Videokünstlers Stephen Hamacek begleitet.

Marcus Bosch eröffnet den Abend mit einer kleinen Inhaltsangabe.  Äußerst getragen, dennoch frei von allzu romantischem Schmelz, setzt die Norddeutsche Philharmonie das Vorspiel an, bis nach wenigen Takten bereits das zweite Handy im Publikum dermaßen stört, sodass Bosch unterbrechen muss. Wer auch immer über die enervierenden Hinweise aller Theater lächelt – hier fehlte die Aufforderung zum Abschalten, und schon passiert es.

Nachdem wieder Ruhe eingekehrt ist, beginnt das Vorspiel erneut und nun kommt die Akustik der alten Halle hervorragend zum Tragen. Das Orchester auf der Bühne und die schuhkartonartige, geradlinige Konstruktion ist eine Kombination, die bereits in den Philharmonischen Konzerten positiv auffiel. Wenn die Motive durch die Instrumente wandern, folgen die Augen unwillkürlich dem Klang. Die Farben bleiben zart und durchsichtig, ohne Kraft und Spannung vermissen zu lassen. Ein Erlebnis, das oftmals ein Orchestergraben verhindert.

Der Verzicht auf Steuermann, Brangäne und Kurwenal führt nach der Ouvertüre direkt zur Liebestrankszene. Der Übergang ist ungewohnt, hinterlässt aber zu keinem störenden musikalischen Bruch. Manuela Uhl intoniert sauber, genießt regelrecht das Hinaufschwingen in die Höhen, zischt und spielt ihre Wut und Verletztheit glaubwürdig, wenn sie Genugtuung für Morolds Tod fordert. Tristan nimmt die Herausforderung an und überzeugt bereits mit den ersten Noten. Der dunkle Tenor strotzt regelrecht vor kraftvoller Entschlossenheit, setzt sich sicher auf den Klang des Orchesters und glänzt mit ausgezeichneter Textverständlichkeit. Unwillkürlich denkt man an Andreas Schagers unbändige Kraft. Die bis zu diesem Moment spürbare Anspannung weicht dem Zurücklehnen und purem Genuss. Der Konflikt der Beiden mündet im Trinken des vermeintlichen Todestranks, den Brangäne allerdings ausgetauscht hat. Und tatsächlich greifen die Sänger nach einem Glas unter dem Notenpult. Im Orchester beginnen zarte Harmonien zu leuchten und die Szene wechselt in gefühlvoller Überblendung direkt hinein in den zweiten Akt der Oper, das Liebesduett „Oh sink hernieder, Nacht der Liebe“. Naturgemäß fehlt die Zuspitzung des Konflikts durch das Auftreten Markes und Melots oder auch Brangänes Sorge, dennoch funktioniert die Abfolge. Wimmer legt eine Schaufel Gefühl auf, könnte allerdings in der Szene etwas lyrischer sein. Da letztlich nur wenige Sequenzen aus der Oper nur mit den beiden Titelfiguren möglich sind, hätte man eventuell auf den Tag/Nacht-Strich verzichten können. Vermisst hat hier aber wahrscheinlich niemand etwas. In der Musik deutet sich mit den entfernten Hörnern noch das Auftreten Markes an, die Spannung steigt. Pause.

Die war ursprünglich nicht geplant, ca. 90 Minuten veranschlagte man, dennoch kommt sie dem Bruch zum dritten Aufzug sehr entgegen. Wieder gibt Marcus Bosch einen Überblick über die Entwicklung der Handlung, bevor die Musik einsetzt.

Volkstheater Rostock / TRISTAN XS - hier : Manuela Uhl © Beate Kazimirowicz

Volkstheater Rostock / TRISTAN XS – hier : Manuela Uhl © Beate Kazimirowicz

Wie aus dem Nichts erklingt das Englischhorn aus der Höhe der letzten Zuschauerreihe in einer blitzsauberen Zartheit, die die gesamte Tragik der Tristan-Figur an einem einzigen Instrument kondensieren lässt. Luis Blanco Ferrer-Vidal als Gast, ersetzte den erkrankten Solo-Oboisten und gerät zur weiteren Überraschung des Abends. Wimmer gibt dem Tristan die notwendige Verzweiflung und Todessehnsucht bis zur letzten Sekunde. Isoldes Auftritt jedoch gerät zur Sternstunde des Abends. Auch in der Kurzfassung wird überdeutlich, wie die ganze Oper – von der Vorgeschichte, über die möglichen Tode Tristans während des ersten und zweiten Aufzugs – sowohl szenisch als auch musikalisch konsequent auf diesen Moment hinarbeitet. In der ihr eigenen Zartheit und ätherischen Weltfremdheit brilliert Manuela Uhl mit der traumhaft verklärten Schlussarie „Mild und leise, wie er lächelt“, während Tristan – sei es ob des nun erkennbaren gelungenen Experiments, sei es als Spiegel des Textes, versunken zwischen den Notenpulten glücklich strahlt.

Ach ja, eine Live-Video-Performance fand auch statt. Die wenigen, mitunter kaum spürbar bewegten Bilder, die hin und wieder ineinanderflossen, untermalten musikalische Stimmungen, nahmen Irlands Grün und das Blau des Meeres auf. Kann man machen, ohne sie hätte allerdings auch nichts gefehlt. Der Systemabsturz und Neustart hingegen wirkten denn doch etwas störend.

Marcus Bosch lotet, soweit die gekürzte Fassung dazu Raum bietet, die klanglichen Möglichkeiten der Halle vom leisesten Flirren bis zur höchsten Expressivität aus. Auch wenn das Orchester für diesen Abend nur drei Proben hatte, so entfaltet es doch die volle Vielfalt der Partitur und bringt das Publikum einmal mehr auf den Geschmack. Der lang anhaltende Applaus inklusive stehender Ovationen beweist: Das Publikum wünscht, dass Wagner doch bald in voller Länge an das Volkstheater zurückkehrt.

Apropos Neubau des Volkstheater. Am 16. September 2019 wurden die Siegerentwürfe für den Neubau des Volkstheaters präsentiert. Den europaweit ausgeschriebenen Architektenwettbewerb konnte das Berliner Büro Hascher Jehle Assoziierte für sich entscheiden. Der moderne Bau, der sich im Gegensatz zu den Folgeplatzierten in harmonisch fließenden Formen der Umgebung anpasst, soll nach aktueller Planung 2026 fertig gestellt werden und ca. 110 Mio. Euro kosten, wovon das Land 51 Mio. zugesagt hat.

—| IOCO Kritik Volkstheater Rostock |—

Rostock, Volkstheater Rostock, Uraufführung – La Signora Doria – Eine Kriminaloper, IOCO Kritik, 26.6.2017

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Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock / La Signora Doria - James J. Kee als Giacomo Puccini , Jamila Raimbekova als Signora Doria © Thomas Häntzschel

Volkstheater Rostock / La Signora Doria – James J. Kee als Giacomo Puccini , Jamila Raimbekova als Signora Doria © Thomas Häntzschel

Uraufführung La Signora Doria – Kriminaloper

 Nach dem Roman „Der Fall Doria“ von Sophia Mott

La Signora Doria am Volkstheater Rostock;  weitere Vorstellungen: 30.6.2017, 7.7.2017, 9.7.2017, 14.7.2017, 16.7.2017, 20.7.2017, 22.7.2017 (IOCO Hinweis:: Die Produktion ist sehr gut besucht. Karten rechtzeitig reservieren!)

Von Thomas Kunzmann

Mecklenburg-Vorpommern  wartet seine vielen Besucher mit vielfältiger Event-Kultur aber leider auch desolaten Theatern auf. Doch während Störtebeker in Ralswiek, Tony und Maria in Schwerin oder Die Piraten in Grevesmühlen den unberechenbaren Wetterkapriolen ausgeliefert sind, Prebberede sich vom Regensommer 2011 nie erholt hat, soll es die Rostocker Theaterbesucher und ihre Gäste im Sommer in eine alte Schiffsbauhalle auf der ehemaligen Neptunwerft, die Halle 207, ziehen.

Eine gute Idee, möchte man meinen, ist doch die Akustik der Halle 207 bekanntermaßen deutlich besser als in dem seit Jahrzehnten bewirtschafteten Provisorium Volkstheater. Und die neue Intendanz unter Joachim Kümmritz macht einige Nägel mit Köpfen. Auf fünf Jahre ist die Halle für die Sommerbespielung unter Vertrag. Sogar die Schiffe der Blauen Flotte legen für einige Veranstaltungen an, um den Gästen aus Warnemünde die Zufahrt zu erleichtern. Mit Sonderförderungen konnte geeignete Technik installiert werden, die ansonsten auch für das Stammhaus genutzt werden kann. Platz ist für bis zu 720 Gäste und statt einer einzigen Inszenierung gibt es fünf verschiedene. Denn neben dem Eröffnungsprogramm La Signora Doria wird es Moby Dick als Kinderstück gegeben, ROCK’N’ROSTOCK als Tanztheater, das 10. Philharmonische Konzert wird in die Halle verlegt. Ein Belcanto-Abend unter der Moderation von NDR-Kultur-Journalist Hans-Jürgen Mende steht auf dem Plan.

Zufall oder Absicht – auf den Tag genau vor 2 Jahren war es Mende, der gemeinsam mit den Weltstars Manuela Uhl, Klaus Florian Vogt und Roman Brogli-Sacher im Volkstheater das Programm „Wagner mit Wut“ organisierte, um auf die prekäre Lage des Volkstheaters in der einst „Bayreuth des Nordens“ genannten Stadt hinzuweisen. Alles andere als förderlich war lange Zeit Oberbürgermeister Roland Methling und man schickte damals in der Pause reichlich dreihundert Luftballons mit guten Wünschen in den Himmel. Der günstig stehende leichte Wind trug sie tatsächlich Richtung Rathaus. Und nun, zwei Jahre und ein Intendant später, wird die Werfthalle 207 wieder genutzt, wie letztmals unter Peter Leonard im Juli 2014. Die Halle gehört einem Verein, dessen Vorsitz der Oberbürgermeister innehat. Aber niemand macht einen Skandal daraus.

Ein richtig großer Skandal war hingegen im Jahre 1909 der Tod des Dienstmädchens Doria im Hause des berühmten Komponisten Giacomo Puccini. Dem Maestro wurde eine Liebesbeziehung zu ihr nachgesagt, die eifersüchtige Ehefrau machte der jungen Signora das Leben zur Hölle, worauf Doria sich das Leben nahm. In der Rostocker Kriminaloper entdecken die den Tod der Signora Doria ermittelnden Kommissare Sigrid Hansen (Renate Krößner) und Oskar Kowalewski (Paul Lücke) einige Ungereimtheiten. Sigrid Hansen verdingt sich kurzerhand (wie herrlich ist doch Theaterfantasie) in Puccinis Diensten und geht dem alten Fall nach. Sie erlebt, wie Puccini aus den Geschehnissen in seinem Umfeld die Inspiration für seine Opern zieht. Ganz beiläufig erhält man Einblicke in das ausschweifende Leben eines der  erfolgreichsten Komponisten der Operngeschichte.

Volkstheater Rostock / La Signora Doria - James J. Kee als Puccini © Thomas Häntzschel

Volkstheater Rostock / La Signora Doria – James J. Kee als Puccini © Thomas Häntzschel

Rainer Holzapfel, der mit Killing Orpheus bereits im letzten Jahr einen Opern-Thriller in Neustrelitz etablierte, nimmt sich in Rostock nun des Buches Der Fall Doria an und verdichtet Krimi, Arien und Beziehungsdramen zu einer eigenen Geschichte. Das schlichte Bühnenbild von Olaf Grambow, das sich in vier Stunden auf eine der anderen Vorstellungen umbauen lässt, besteht aus einigen schrägen Auf- und Abgängen, Stegen und passt sich bestens in die Architektur des Gebäudes ein. Mit einem alten Klavier für den Meister, Stühlen und zwei Schreibtischen für die Kommissare ist die Ausstattung komplett. Im Hintergrund, gut hör- und sichtbar, das Orchester.

Dauergast und nun festes Ensemblemitglied James J. Kee gibt den mal selbstbewussten, mal charmanten, mal melancholischen Hausherren Giacomo Puccini. Der mitunter allzu kräftige Tenor bringt den Opernsängern La Boheme bei. Ob Ironie oder nicht – er selbst war 2012 noch Marcello im Theaterzelt. Jamila Raimbekova, damals Mimi, heute Doria/Butterfly besticht mit zartem Sopran. Einen stählernen Bariton bewies Grzegorz Sobczak bereits als Titelfigur in Zar und Zimmermann und bestätigt hier stimmlich wie mit seiner Bühnenpräsenz nochmals seine Qualitäten, auch er ein Neuzugang im festen Ensemble.

Ob Opernkenner oder neugieriger Gast des Abends – unvergessen wird allen jedoch die „Rodolfo-Arie“ des Newcomers Chulhyun Kim bleiben, von dem man sich sehnlich ein abendfüllendes Programm wünscht.

Volkstheater Rostock / La Signora Doria - Anna-Maria Kalesidis als Puccinis Ehefrau und Jamila Raimbekova als Dienstmaedchen Doria  © Thomas Häntzschel

Volkstheater Rostock / La Signora Doria – Anna-Maria Kalesidis als Puccinis Ehefrau und Jamila Raimbekova als Dienstmaedchen Doria  © Thomas Häntzschel

Der Klang der Norddeutschen Philharmonie unter Manfred Hermann Lehner kommt erwartungsgemäß farbenreich und detailgetreu zur Geltung. Schwelgerisch nimmt das Orchester die Sänger ebenso wie das Publikum mit. Auch Kommissarin Hansen kann sich der ergreifenden Magie der Musik nicht entziehen; Träume verweben sich mit der Wirklichkeit. Die Sogwirkung von Puccinis Musik setzt bereits nach wenigen Takten ein und hält lang an, damals ebenso wie heute. So ist der Besuch dieser Rostocker Uraufführung kein Experiment: Die wunderbare Musik wirkt nur für sich, auf Jeden.  Nur Hingehen muss man!

Das taten, unter anderem vom maritimen Flair der Werfthalle 207 angezogen, ca. 80 neugierige Mitarbeiter der Kreuzfahrtreederei AIDA und brachten zur Unterstützung des Theaters einen großzügigen Scheck mit, überreicht an den Intendanten durch Pressesprecher des Unternehmens Hansjörg Kunze. Und auch Weiterführung der Reihe „AIDA-Konzerte für Teens“ wurde an diesem Abend besiegelt.

Historie trifft auf moderate Moderne: neues Leben in der alten Halle, Puccinis Hits verschmelzen mit zeitgemäßer Kriminologie und Rostocks traditionsreiches Volkstheater setzt weiter auf leicht Verdauliches für Stadt und Besucher.

La Signora Doria am Volkstheater Rostock;  weitere Vorstellungen: 30.6.2017, 7.7.2017, 9.7.2017, 14.7.2017, 16.7.2017, 20.7.2017, 22.7.2017

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Rostock, Volkstheater Rostock, Premiere MADAME BUTTERFLY, 06.10.2013

Oktober 2, 2013 by  
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Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Japanische Tragödie:  Madame Butterfly von Giacomo Puccini

Premiere: Sonntag, 6. Oktober 2013, 18:00 Uhr;  Weitere Vorstellungen 11.10., 23.10., 30.10., 15.11., 29.11.2013

Volkstheater Rostock / Butterfly-Jamila Raimbekova als Madame Butterfly © Dorit Gätjen

Volkstheater Rostock / Butterfly-Jamila Raimbekova als Madame Butterfly © Dorit Gätjen

Eine poetische Geschichte findet unter dem amerikanischen Sternenbanner und vertrockneten Kirschblüten ihr grausames Ende: Der US-Marineleutnant B. F. Pinkerton beginnt eine „Ehe auf Zeit“ mit Cio-Cio-San, einer Geisha aus verarmter Familie. Für ihn ist es Spaß, für sie Ernst. Cio-Cio-San bricht mit ihren kulturellen Wurzeln, tritt zum Christentum über und wird von ihrer Familie verstoßen. Die trügerische Hoffnung auf Pinkertons Rückkehr ist ihr einziger Lebensinhalt. Jahre später fordert dieser – jetzt „rechtmäßig“ verheiratet – von Cio-Cio-San den gemeinsamen Sohn. Verlassen bewahrt sich die Japanerin ihre persönliche Würde durch Selbstmord. 

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Giacomo Puccinis Oper zeigt in der Hochphase des Kolonialismus die Konfrontation verschiedener Kulturen und das Schicksal ihrer Opfer. Nach dem Misserfolg der Uraufführung 1904 strich er alle politisch brisanten Stellen, in dieser Gestalt wurde seine melodienreiche und harmonisch fortschrittliche Partitur zum Welterfolg. 
 
Das Volkstheater Rostock spielt die Fassung für Brescia, 1904. Sie enthält alle bekannten musikalischen Höhepunkte und zeigt die Gefährdung kultureller Traditionen des Fernen Ostens durch westliche Beeinflussung: Cio-Cio-Sans Schicksal – eine „japanische Tragödie“. 
 
Musikalische Leitung: Manfred Hermann Lehner/Peter Leonard 
Inszenierung: Jay Lesenger 
Bühne (nach der Ausstattung von Ron Kadri): Mathias Betyna 
Kostüme: Jenny-Ellen Fischer 
Choreinstudierung: Stefan Bilz 
 
Darsteller: Soojin Moon/Jamila Raimbekova, Takako Onodera, Garry Davislim, Olaf Lemme, Titus Paspirgilis, Maria Teresa González, Nils Pille, Mark Sampson, Hee Wook Kim, Günter Berdermann, Gerhard Stephan, Mei Li Schmitt, Akane Matsui, Julian Grau/  Simon Oldach, Opernchor des Volkstheaters Rostock, Norddeutsche Philharmonie Rostock.
 
—| Pressemeldung Volkstheater Rostock |—
 
 

Rostock, Volkstheater Rostock, WEST SIDE STORY, 16.09.2012

September 3, 2012 by  
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Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

West Side Story nach Jerome Robbins, Musik von Leonard Bernstein

Ab 16. September 2012 im Großen Haus des Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock / West Side Story © Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock / West Side Story © Volkstheater Rostock

Buch von Arthur Laurents/ Gesangstexte von Stephen Sondheim
Deutsche Fassung von Frank Thannhäuser und Nico Rabenald

Bernsteins Erfolgsstück geht in die zweite Runde. Nach der ersten Aufführungsserie im Sommer 2011 in der Halle 207 wird die West Side Story nun neu einstudiert und im frisch brandschutzertüchtigten Großen Haus gespielt.

Tony und Maria träumen von einem Ort, an dem sie friedlich zusammenleben konnen – eine Utopie, stehen die beiden doch zwischen zwei verfeindeten Gangs: den in Amerika geborenen Jets und den aus Puerto Rico eingewanderten Sharks. Das legendare Erfolgsmusical erzählt die schönste und tragischste Liebesgeschichte der Welt, Shakespeares „Romeo und Julia“, in einer neuen Version, verlegt ins New York der 1950er Jahre, in der die blutige Fehde statt zwischen privilegierten Veroneser Familien zwischen unterprivilegierten New Yorker Jugendlichen ausgetragen wird. Tony, der sich in den letzten Wochen immer mehr von den Jets zuruckgezogen hat, sagt zu, als er gebeten wird, seiner Gang bei Verhandlungen fur einen alles entscheidenden Kampf zur Seite zu stehen. Beim Tanz in der Sporthalle trifft er Maria, die Schwester des Sharks-Anfuhrers Bernardo. Tony und Maria sind voneinander hingerissen. Auf Marias Bitten versucht Tony, den Kampf zu verhindern. Doch die Situation eskaliert…

Musikalische Leitung: Peter Leonard/ Regie: Babette Bartz/ Bühne: Christian Robert Müller/ Kostüme: Ulrike Schlafmann/ Choreographie: Bronislav Roznos

Mit: Stefan Brauer, Johannes Beetz (Tony), Johannes Braun, André Trautmann, Patrick Nitschke, Krzysztof Gradzki, Antje Luckstein, Samuel Schürmann, Janko Danailow, Efmorfia Metaxaki (Maria), Katharina Schutza, Akane Matsui, Maria Teresa Gonzalez, N. N., Titus Paspirgilis, Matthias Noack

Premiere der Neueinstudierung: Sonntag, 16. September, 18:00 Uhr, Großes Haus

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