München, Theater am Gärtnerplatz, Im weißen Rössl – Erik Charell, IOCO Kritik, 28.03.2019

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Staatstheater am Gärtnerplatz München

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Im weißen Rössl  – Erik Charell

Die Urfassung – Jazz und Schlager durchsetzt – NEU nach 80 Jahren

von Daniela Zimmermann

So österreichisch es klingt, die Wurzeln des Weißen Rössl liegen tatsächlich in Berlin; in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts. Nach dem ersten Weltkrieg und der Abschaffung der Monarchie entwickelte sich ein anderes, neues Lebensgefühl. Man wollte sich wieder des Lebens freuen können, Spaß haben, sich amüsieren. Herr über das damalige Berliner Große Schauspielhaus mit 3.500 Plätzen war  Erik Charell, 1894 – 1974, der die Revue,  die  Revueoperette beflügelte und 1930 mit Das weiße Rössl auf Anhieb einen weltweiten Sensationserfolg schaffte. Bis heute belebt diese Operette mit ihrer erfrischenden Mischung aus Operette, Theater und Revue ein breites Publikum auf allen Kontinenten.

Die ins Herz gehende und schmissige Musik stammt von Ralph Benatzky, die mitreißenden Liedertexte von Robert Gilbert.  Erik Charell hatte ein Gespür für die damalige Zeit und für die Wünsche seines Publikums: Die Operette, Das weiße Rössl, war sein Auftragswerk, welchem das gleichnamige Alt-Berliner Lustspiel von Oskar Blumenthal und Gustav Kadelburg als Vorlage diente; ein Lustspiel entstanden 1896 in der Nähe von Bad Ischl mit Anleihen bei Carlo Goldoni, 1707 – 1793; bei einem Urlaub, den Oskar Blumenthal damals dort machte. 1960 wurde Das weiße Rössl verfilmt mit Peter Alexander.

2012 wurde Das weiße Rössl, als Debut von Josef Köpplinger für das Theater am Gärtnerplatz, auf der Ersatzspielbühne im Deutschen Theater im Zelt in Fröttmaning neu inszeniert. Jetzt erst, 2019, wird die Operette erstmals im eigenen Haus, im Staatstheater am Gärtnerplatz aufgeführt.

Im weißen Rössl  –  Erik  Charell
youtube Trailer des Staatstheater am Gärtnerplatz
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Joseph Köpplinger ist Österreicher; seine Inszenierung am Gärtnerplatztheater zieht alle Register der österreichischen Sommerfrische: Nächster Urlaub am Wolfgangsee!  Auch das Berlinerische kommt nicht zu kurz, wenn der Trikotagen Fabrikant (Erwin Windegger) von der Ostsee schwärmt und das bitte, im Urlaub  am schönen Wolfgangsee: Diese Sprachschmankerl sind wunderbar, pointiert komödiantisch herausgearbeitet, große Unterhaltung. Alles kommt so in Köpplingers Inszenierung zusammen: feinfühliger Humor, dazu Gefühl und Liebe wie klamaukiger Kitsch: Die wesentlichen Ingredienzien einer packenden Operette.

Michael Brandstädter spielt mit dem Orchester des Gärtnerplatztheaters lebendig auf. Es ist sein Abend, in der vor 80 Jahren geschaffenen Urfassung gespielt etwas jazzig, mit vielen Schlagern aber doch gefühlvoll. Mit Tempo verzaubert Brandstädter mit den so populären Lieder, ihrem Frohsinn und Charme  das Publikum.

Für alpenländliches Urlaubsgefühl sorgt das Bühnenbild von Rainer Sinell, der auch die Kostüme kreierte. Österreichische Tracht und Berliner Schick der 20er Jahre: dies allein hat schon seinen besonderen Reiz. Ein schiefhängendes großes Bild im Bühnenhintergrund zeigt beständig buntes Alpenpanorama. Vor diesem Bild wird geschuhplattelt und gejodelt (Choreographie Frank-Oliver Weißmann). Nicht zu vergessen die Blaskapelle, die Wandergruppen und  die herrliche Bestuhlung des Gastgartens des Weißen Rössl: bei belegten Brötchen gab es dort einen schräg kitschigen Blick auf den von Wellen bewegten See und die Berge. Um das einmalig schöne Balkonzimmer streiten sich die Gäste lauthals. Letztlich bekommt das Zimmer … Wer? Natürlich der Kaiser. Der blaue Himmel wird dann vom Schnürlregen abgelöst. Gießkannen demonstrieren den Schnürlregen, den es –  alle Welt weiß es – nur und oft im Salzkammergut gibt..

Staatstheater am Gärtnerplatz / Im weissen Rössl - hier : Zahlkellner Leopold und Rössl Wirtin Josepha © Thomas Dashuber

Staatstheater am Gärtnerplatz / Im weissen Rössl – hier : Zahlkellner Leopold und Rössl Wirtin Josepha © Thomas Dashuber

Aber erst einmal geht es mit dem Bus und der richtig schwäbisch sprechenden Reiseleiterin, Dagmar Hellberg, deren englische Erklärungen natürlich köstlich amüsant sind, auf die große Fahrt ins Salzkammergut. Im Gasthaus zum weißen Rössl, schmachtet Zahlkellner Leopold, Daniel Prohaska,: „Es muss, was Wunderbares sein, von Dir geliebt zu werden“!  um seine Chefin Josepha, Sigrid Hauser. Daniela Prohaskas klare schöne Tenorstimme ist für diese Partie eine ideale Besetzung. Die fesche, resolute und etwas barsch wirkende Chefin aber hat den jungen Rechtsanwalt, Dr. Siedler, aus Berlin kommend und Stammgast, (Maximilian Meyer), im Kopf. Sigrid Hauser ist ist nicht nur wunderbare Wirtin; mit feinen hohen Sopran lässt sie zarte Gefühle durchschimmern; und unterstützt dabei auch den österreichischen Folklore Gesang.

Staatstheater am Gärtnerplatz / Im weissen Rössl - hier . Klärchen und Sigismund © Thomas Dashuber

Staatstheater am Gärtnerplatz / Im weissen Rössl – hier . Klärchen und Sigismund © Thomas Dashuber

Berlin ist stets präsent in dieser Operette: Viele Gäste kommen aus Berlin, aus dem voll besetztem Reisebus, auch Dr. Giesecke mit seiner hübschen Tochter Ottilie (Iva Shell), die dem Sonnyboy Dr. Siedler nur allzu gut gefällt. Aus Sangershausen reist der schöne Sigismund an, Fabrikantensohn, der sich spontan in das lispelnde Klärchen verliebt. „Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist“, kann man da noch widerstehen? Klärchen ist Tochter des sparsamen und armen Privatgelehrten Prof. Dr. Hinzelmann, (Wolfgang Krasnitzer). Allein die Wirtin zeigt sich Leopold gegenüber noch immer spröde, aber da kommt der Kaiser, ganz persönlich und hilft schließlich den Beiden zu ihrem Liebesglück. So finden drei glückliche Paare zueinander.

Ankunft und Ansprache des Kaisers mit Federhaube, ist natürlich ein Höhepunkt. Kaiser Franz Josef: es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut“, das geht zu Herzen. Sehr würdevoll und echt gespielt von Wolfgang Hübsch. Natürlich ist auch diese Ankunft ein folkloristisches Highlight. Felix Meyerbier schuf dazu die schräg humorige  Choreografie. Der Chor, das Volk bejubeln Ihre Majestät und sind stets sehr präsent im lebendigen Operettengeschehen auf der Bühne

Natürlich begeistert zum guten Schluss das Ballett durch eine komödiantische Revue mit tanzenden, glücklichen Kühe und dem Schmetterling als Liebessymbol. Mein Liebeslied muss ein Walzer sein“, Österreich, wie es liebt und lebt. Ohne Zahlkellner geht kein Gastgewerbe und so bekommt, das glückliche Ende abschließend, Leopold erhät von Josepha schließlich einen Chefvertrag auf Lebenszeiten.

Das überraschend glückliche Ende der Operette wird vom erneut ausverkauften Haus ebenso froh und wohlgemut gefeiert

Im weißen Rössl am …  Gärtnerplatztheater; die weiteren Termine 11.5.; 12.5.2019

—| IOCO Kritik Staatstheater am Gärtnerplatz |—


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Mainz, Staatstheater Mainz, Premiere IM WEISSEN RÖSSL von Ralph Benatzky, 26.11.2016

November 14, 2016 by  
Filed under Operette, Premieren, Pressemeldung, Staatstheater Mainz

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Staatstheater Mainz

Staatstheater Mainz © Andreas Etter

Staatstheater Mainz © Andreas Etter

IM WEISSEN RÖSSL von Ralph Benatzky

Premiere Operette Im Weissen Rössl am 26. November 19.30 Uhr,  weitere Spieltermine: 29.11., 3., 5., 12., 17., 25. und 31.12.2016, 5. und 15.1., 7.2., 12.3., 4., 7., 9., 16. und 26.4. sowie 21.5.2017

 Mainz / Theater_Im weissen Rössl_Anika Baumann_Rüdiger Hauffe © Martina Pipprich

Mainz / Theater_Im weissen Rössl_Anika Baumann_Rüdiger Hauffe © Martina Pipprich

In dem guten, alten Operetten-Film Im Weißen Rössl aus dem Jahr 1960 war die Welt noch in Ordnung: Die Haartolle saß, Waltraud Haas lächelte bedeutungsvoll in die Kamera und Peter Alexander durfte sich durchs Salzkammergut singen. Der Film trug sicherlich zur Popularität der ursprünglich 1930 entstandenen gleich­namigen Operette bei, er tat dem Werk und dem Genre aber auch einen Bärendienst. Denn Im Weißen Rössl steht keineswegs für betuliche Heimatromantik und Schunkelharmonie, sondern es handelt sich um eine bitterböse, ironiegetränkte Berli­ner Operette. Der beginnende Massentourismus wird hier genauso auf die Schippe genommen, wie mit alpenländischem Kolorit und Berliner-Schnauze-Kli­schee gespielt. Wenn Wilhelm Gieseke und der „schöne“ Sigismund über Hemdhosen-Patente streiten, die Rössl-Wirtin ihrem Stammgast Dr. Siedler hinterher­schmachtet, während dieser doch Ottilie sein Herz schenken will, und die Chefin nicht bemerkt, dass die „verliebten Kuhaugen“ des Zahlkellners Leopold nur ihr gelten, dann ist alles bereit für Verwirrung, Witz und beste Unterhaltung.

Das Regieduo Peter Jordan und Leonhard Koppelmann, die sich mit Pension Schöller in Mainz vorgestellt haben, werden in dieser spartenübergreifenden Pro­duktion beweisen, dass sie Meister der doppelbödigen Unterhaltung sind.

Musikalische Leitung: Paul-Johannes Kirschner, Inszenierung: Peter Jordan und Leonhard Koppelmann, Bühne: Christoph Schubiger, Kostüme: Barbara Aigner, Dramaturgie: Lars Gebhardt, Malin Nagel
Josepha Vogelhuber: Anika Baumann, Leopold Brandmeyer: Rüdiger Hauffe Wilhelm Giesecke: Clemens Dönicke / Ks. Jürgen Rust Ottilie: Dorin Rahardja Dr. Erich Siedler: Alexander Spemann Sigismund Sülzheimer: Daniel Friedl Prof. Dr. Hinzelmann: Erik Raskopf Klärchen: Alexandra Samouilidou,   Ensemble der Musical Arts Academy Mainz Mainzer Schülerblaskapelle Chor des Staatstheater Mainz Philharmonisches Staatsorchester Mainz,   PMSttMz

Premiere Im Weissen Rössl am 26. November 19.30 Uhr, Weitere Spieltermine: 29.11., 3., 5., 12., 17., 25. und 31.12.2016, 5. und 15.1., 7.2., 12.3., 4., 7., 9., 16. und 26.4. sowie 21.5.2017

—| Pressemeldung Staatstheater Mainz |—

 


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Hamburg, Engelsaal, Café Legendär, 01./21.09.2012

August 22, 2012 by  
Filed under Engelsaal, Pressemeldung

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Hamburger Engelsaal

Hamburger Engelsaal © Hamburger EngelsaalHamburger Engelsaal © Hamburger Engelsaal

Café Legendär

Karl-Heinz Wellerdiek präsentiert Peter Alexander

Herzlich willkommen im „Café Legendär“, dem Ort der Erinnerungen an die großen Stars deutscher Unterhaltung. Seien Sie gespannt auf musikalische Begegnungen mit Johannes Heesters, Hildegard Knef, Harald Juhnke, Marlene Dietrich oder Theo Lingen. Zur Eröffnung präsentiert Karl- Heinz Wellerdiek Geschichten und Anekdoten von Peter Alexander, einem der größten Künstler der leichten Muse und natürlich die schönsten Melodien und Hits des beliebten Stars wie „Das machen nur die Beine von Dolores“, „Komm ein bisschen mit nach Italien“, „Die kleine Kneipe“, „Der Badewannentango“ oder „Mausi, süß warst du heute Nacht“. Eine wunderbare Hommage an einen unvergessenen Kollegen.

Mit: Karl-Heinz Wellerdiek und dem Engelsaal-Trio
Buch: Karl-Heinz Wellerdiek
Musikalische Leitung: Herbert Kauschka

Termine: 01. und 21. September 2012

—| Pressemeldung Engelsaal Hamburg |—


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Hamburg, Engelsaal, Spielplan September 2012

August 6, 2012 by  
Filed under Engelsaal, Musical, Pressemeldung, Spielpläne

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Hamburger Engelsaal

Hamburger Engelsaal © Hamburger EngelsaalHamburger Engelsaal © Hamburger Engelsaal

Spielplan Hamburger Engelsaal September 2012

Sa    01.09.2012
15:00    Das ist der Frühling in Wien -Ein Musikfest rund um die Wiener Operette

Sa    01.09.2012
19:30    Café Legendär – Peter Alexander

So    02.09.2012
15:00    Klein Erna auf großer Hafenrundfahrt – Ein Hamburger Singspiel

Do    06.09.2012
19:30    Die Zitronenjette – Ein Hamburger Singspiel

Fr    07.09.2012
19:30    Tonight on Broadway Eine Musical Revue – von Hello Dolly bis Phantom der Oper

Sa    08.09.2012
15:00    Klein Erna auf großer Hafenrundfahrt – Ein Hamburger Singspiel

Sa    08.09.2012
19:30    Hamburger Theaternacht

So    09.09.2012
15:00    Oma Krögers Bismarckhering -Ein appelwatsches Hamburger Singspiel

Do    13.09.2012
19:30    Komm ein bisschen mit nach Italien – Die Schlager-Revue der 50er

Fr    14.09.2012
19:30    Ganz Paris träumt von der Liebe – Die Schlager-Revue der 60er

Sa    15.09.2012
15:00    Im weißen Rössl – Operette von Ralph Benatzky

Sa    15.09.2012
19:30    Klein Erna auf großer Hafenrundfahrt – Ein Hamburger Singspiel

So    16.09.2012
15:00    Tonight on Broadway Eine Musical Revue – von Hello Dolly bis Phantom der Oper

Mi    19.09.2012
15:00    Oma Krögers Bismarckhering -Ein appelwatsches Hamburger Singspiel

Do    20.09.2012
19:30    Heute Abend: Lola Blau – Singspiel von Georg Kreisler

Fr    21.09.2012
19:30    Café Legendär – Peter Alexander

Sa    22.09.2012
15:00    Das große Engelsaal-Sommerfest

Sa    22.09.2012
19:30    Das große Engelsaal-Sommerfest

So    23.09.2012
15:00    Klein Erna auf großer Hafenrundfahrt – Ein Hamburger Singspiel

Mi    26.09.2012
15:00    Ganz Paris träumt von der Liebe – Die Schlager-Revue der 60er

Do    27.09.2012
19:30    Tonight on Broadway Eine Musical Revue – Von Hello Dolly bis Phantom der Oper

Fr    28.09.2012
19:30    Haifischbar -Die Legende hat Geburtstag – Folge 3

Sa    29.09.2012
15:00    Klein Erna auf großer Hafenrundfahrt – Ein Hamburger Singspiel

Sa    29.09.2012
19:30    Die Zitronenjette – Ein Hamburger Singspiel

So    30.09.2012
15:00    My Fair Lady – Singspiel von A.J. Lerner & F. Loewe

—| Pressemeldung Engelsaal Hamburg |—


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