Düsseldorf, Duisburg, Deutsche Oper am Rhein, Romeo und Julia – Meister Pedros Puppenspiel, 06.&07.11.2020

logo_dor2.jpg

Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein für alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

 Romeo und Julia – Boris Blacher – Theater Duisburg

Meister Pedros Puppenspiel – Manuel de Fallas Familienoper – Opernhaus Düsseldorf

am ersten Wochenende im November lädt die Deutsche Oper am Rhein zu zwei Opernpremieren ein:

Im Theater Duisburg kommt am Freitag, 6. November, um 19.30 Uhr Boris Blachers Kammeroper Romeo und Julia in der Inszenierung von Manuel Schmitt auf die Bühne. Christoph Stöcker hat die musika­lische Leitung. Im Opernhaus Düsseldorf öffnet sich am Samstag, 7. November, um 18.00 Uhr der Vorhang zu Meister Pedros Puppenspiel. Die Familien­oper des spanischen Komponisten Manuel de Falla wird von Torge Möller und Ilaria Lanzino mit Live-Video und Puppenspielern des Düsseldorfer Marionetten­theaters in Szene gesetzt und ist für Zuschauer ab 6 Jahren geeignet. Ralf Lange übernimmt die musikalische Leitung.

Boris Blachers Vertonung von Shakespeares Romeo und Julia ist nicht nur im zu Vergleich Charles Gounods französischer Oper Roméo et Juliette spannend, die sich seit einem Jahr im Repertoire der Deutschen Oper am Rhein befindet. Mitten im Zweiten Weltkrieg – die Opernhäuser lagen in Trümmern – schuf Blacher 1943/44 eine Kammeroper, die in ihrer Ausgespartheit ein kleines Wunder ist. Er konzentrierte und verdichtete den Stoff auf seine Essenz – auf das Schicksal von Romeo und Julia. Eine tragende Rolle übernehmen dabei der Solistenchor und ein Chansonnier, die das Scheitern dieser großen Liebe immer wieder kommentierend brechen und begleiten. Regisseur Manuel Schmitt, der u.a. bereits bei den Opernfestspielen der Bayerischen Staatsoper, am Staatstheater Nürnberg, am Theater Trier und am Musiktheater im Revier inszenierte, erarbeitet mit Romeo und Julia erstmals eine Produktion für die Deutsche Oper am Rhein.

Theater Duisburg © IOCO

Theater Duisburg © IOCO

Als Zusammenspiel von drei Sängerinnen und Sängern, zwei Puppenspielern, einem Orchester und Live-Video präsentiert die Deutsche Oper am Rhein Manuel de Fallas phantasievollen Operneinakter „Meister Pedros Puppenspiel“. Mit glutvollen spanischen Klängen hat der Komponist ein Motiv aus Cervantes? „Don Quijote“ zum Leben erweckt: Dem berühmten Ritter von der traurigen Gestalt geht während einer Puppenspielaufführung dermaßen die Fantasie durch, dass er mit blanker Waffe die Bühne stürmt …

Weil die Gesund­heit der Mitarbeiter*innen und Gäste oberste Priorität hat und die Deutsche Oper am Rhein weiterhin einen aktiven Beitrag zur Eindämmung des Corona-Virus leisten will, finden alle Vorstellungen nach den geltenden Schutz-und Hygienemaßnahmen statt. Hier finden Sie dazu alle Informationen.

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Tiefland – Eugen d’Albert, IOCO Kritik, 09.05.2008

Mai 11, 2008 by  
Filed under Deutsche Oper am Rhein, Kritiken, Oper


Kritik

Deutsche Oper am Rhein

Düsseldorf Opernhaus © IOCO

Düsseldorf Opernhaus © IOCO

  Tiefland  Eugen d’Albert

Ein spannender Abend war am 9.5.08 in der Düsseldorfer Rheinoper zu erwarten. Tiefland: Im Hitler-Europa oft gespielt; im Nachkriegseuropa zunächst gemieden. Seit einigen Jahren häufiger inszenierter Geheimtipp auf Deutschlands Bühnen. Die Düsseldorfer Tiefland-Historie, eine unglaubliche Vorgabe: 1964 mit Arnold Quennet am Pult, Astrid Varnay, Randolph Symonette und Hans Hopf. Klassisch inszeniert.

Die Story brutal, grausam, ergreifend; italienischer Verismo eben. Und damit untypisch für deutsche Opern. Musikalisch besitzt das Stück keine eigene durchgängige Handschrift. Dafür aber einen voll bepackten Klangteppich, der Wagner (Originalsprache Deutsch, zahlreiche Leitmotive) wie aber auch Kolorit von Mascagni, Bizet und spanischer Zarzuela spüren läßt.

Die Inszenierung von Elmar Fulda im Prolog ergreifend: Die Saalbeleuchtung erlischt; wie auch das Licht im Orchestergraben. Bühne: Riesiger schwarzer Sternenhimmel, Feuerstelle. Pedro beschreibt das Glück seines Lebens in den Bergen. Und den Wunsch nach einer Frau. Musik, Gesang und Bühnenbild verwachsen zu einer überzeugenden naiven naturalistischen Einheit. Dann erscheint Sebastiano und überzeugt Pedro, im Tiefland Frau und Ansehen zu gewinnen. Feldo´s Personenregie sehr ausdrucksvoll: Das Spannungsfeld von Besitz und Abhängigkeit (Sebastiano: `Der Welt zuliebe gebe ich dir den Pedro, alles andere bleibt beim alten´) im Ausdruck der Sänger stark, kompromisslos. Nächstes Bild: Das Tiefland, das Innere einer Mühle, modern dargestellt, fällt ab: Geschlossener, holzgetäfelter Raum mit Allutreppe und heller Beleuchtung. Die Beschäftigten der Mühle tragen Blaumann und Schutzhelm. Ein wohl etwas flacher Darstellungsversuch heutiger Arbeitsverhältnisse.

Die Sänger der Hauptpartien in ihren Rollendebuts überzeugend. Alfons Eberz als Pedro; kräftiger, strahlender Tenor, vom lyrischen Pianissimo bis zum dramatischen Fortissimo mit sicherer Diktion. Grandios: Die im Habanera-Rhythmus vorgetragene Wolfserzählung. Eberz Stimme wird in den kommenden Vorstellungen noch an Geschmeidigkeit gewinnen und noch mitreissender werden. Carol Wilson verkörpert die mißbrauchte und verzweifelte Marta, zurückgenommen, aber stimmlich einwandfrei. Überwiegend in lyrischen Partien zu Hause, demonstriert Carol Wilson eindrücklich die in Tiefland geforderten Fähigkeiten und Erfahrungen im dramatischen Fach. Und Heidemann spielt den Schurken Sebastiano großartig. Stimmlich wie darstellerisch. Sein Bariton wechselt zwischen bedrohlicher Gewalt und schmeichelnder Zärtlichkeit. Auch hier gilt: Ein perfektes Rollendebut.

Selbst die Nebenrollen sind herausragend besetzt; stimmlich, aber auch schauspielerisch; das Ensemble ist gut eingespielt. Zu nennen sind besonders Netta Or als Nuri und Martin Koch als Nando.

Die Düsseldorfer Symphoniker haben das Stück jederzeit im Griff. Leider jedoch nicht so nuancenreich wie möglich. Der kompositorisch mögliche blühende Klangteppich verlor sich leider zu oft in ungemildertem Crescendo. Und nötigte dann zudem die Sänger in stimmliche Extreme. Ihre unbestrittene Klasse werden die Rheinoper Symphoniker im Tiefland erst in kommenden Aufführungen beweisen können.

Insgesamt: Anhaltend starker Beifall des Publikums, zahlreiche verdiente Bravos für die Sänger. Ein packender Abend. Eine gelungene Premiere für eine Oper, die zu sehen und hören sich lohnt.

IOCO /cc /09.05.2008

—| IOCO Kritik Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Diese Webseite benutzt Google Analytics. Die User IPs werden anonymisiert. Wenn Sie dies trotzdem unterbinden möchten klicken Sie bitte hier : Click here to opt-out. - Datenschutzerklärung