Stuttgart, Staatsoper Stuttgart, PREMIERE La Sonnambula, 22.01.2012

Dezember 27, 2011 by  
Filed under Premieren, Pressemeldung, Staatsoper Stuttgart

oper_stuttgart.jpg

Staatsoper Stuttgart

Die Nachtwandlerin (La Sonnambula)  von Vincenco Bellini

Sonntag, 22.01.2012, 18 Uhr // Premiere

Staatsoper Stuttgart / Regie Jossi Wieler, Sergio Morabito © Martin Sigmund.

Staatsoper Stuttgart / Regie Jossi Wieler, Sergio Morabito © Martin Sigmund.

Weitere Vorstellungen: 25. | 28. Jan | 3. | 5. | 22. Feb | 3. | 6. | 10. | 13. | 18. März 2012
Musikalische Leitung Gabriele Ferro
Regie Jossi Wieler, Sergio Morabito
Bühne und Kostüme Anna Viebrock
Licht Reinhard Traub
Chor Michael Alber
Dramaturgie Sergio Morabito, Angela Beuerle
Graf Rodolfo Liang Li
Teresa Helene Schneiderman
Amina Ana Durlovski
Elvino Luciano Botelho
Lisa Catriona Smith
Alessio Motti Kastón
Ein Notar Juan Pablo Marin / Alexej Shestov
Staatsopernchor Stuttgart
Staatsorchester Stuttgart
Statisterie der Oper Stuttgart


Vincenzo Bellinis
Belcanto-Oper Die Nachtwandlerin (La Sonnambula) feiert in Stuttgart Premiere. Es ist die erste Neuproduktion des Regieduos Jossi Wieler und Sergio Morabito der laufenden Spielzeit. Ihre langjährige künstlerische Partnerin Anna Viebrock zeichnet für Bühne und Kostüme verantwortlich. Unter der Musikalischen Leitung von Gabriele Ferro singen die Ensemblemitglieder Ana Durlovski (Amina), Liang Li (Graf Rodolfo), Helene Schneiderman (Teresa), Catriona Smith (Lisa), Motti Kastón (Alessio) sowie als Gast Luciano Botelho (Elvino). Erneut kommt dem Staatsopernchor Stuttgart eine tragende Rolle zu. Jossi Wieler und Sergio Morabito arbeiten mit ihrer Sicht auf Bellinis Meisterwerk die in der Nachtwandlerin schlummernden tiefschichtigen Fragen unserer Zivilisation und ihrer Mythen heraus. Gemeinsam mit Ausstatterin Anna Viebrock erzählen sie die Geschichte um das Waisenmädchen Amina und den jungen, wohlhabenden Grundbesitzer Elvino in der beengten Realität eines verarmten, abgeschiedenen Schweizer Alpendorfs:
Im Bemühen, die bröckelnde Fassade des biedermeierlichen Dorfidylls vergangener Tage aufrecht zu erhalten, breitet die Dorfgemeinschaft den Mantel des Schweigens über die auf mannigfache Weise miteinander verwobenen Lebensschicksale ihrer Bewohner. Rätselhafte spirituelle Bräuche und Riten zwischen Katholizismus und Gespensterkult bestimmen das tägliche Leben. In diesem Umfeld wird die Liebe zwischen Amina und Elvino, die sich beide noch auf dem unsicheren Terrain der Pubertät bewegen, auf eine existenzielle Probe gestellt: Von der Dorfbevölkerung des Ehebruchs
bezichtigt und aus der Gemeinschaft verstoßen sieht sich Amina gezwungen, eine riskante Unschuldsprobe abzulegen, vor deren Hintergrund der vermeintlich harmlose Ausgang des Dramas zum archaischen Gottesgericht wird. Die 1831 in Mailand uraufgeführte Sonnambula wurde zu einem Welterfolg des Belcanto. Sergio Morabito sieht in Bellinis Komposition „eine Hommage an den Gesang, eine Liebeserklärung an die menschliche Stimme und zugleich ein Geschenk an das Musiktheater“; nicht zuletzt auch in den Wiederholungen der ,Cabaletten‘, den zweiten, meist bewegteren dramatisch-virtuosen Schlusssätzen der Arien, entdecken Wieler und Morabito große kreative Spielräume für die Regie.

Biografien

Gabriele Ferro gewann 1970 den Dirigentenwettbewerb der RAI. Er dirigierte das Orchestre National de France, die Wiener und die Bamberger Symphoniker, das Bayerische Staatsorchester und das Gewandhausorchester, die Rundfunkorchester von WDR, BBC und Radio France, Cleveland und Chicago. 1988-1991 war er Chefdirigent der Orchestra della RAI di Roma. Ab 1978 gastierte Ferro als Operndirigent u. a. an Covent Garden London, an den Opernhäusern von Chicago, San Francisco, Los Angeles; Tel Aviv, an der Deutschen Oper Berlin und an der Mailänder Scala. Er wirkte bei den Wiener Festwochen, beim Maggio Musicale Florenz, den Schwetzinger Festspielen sowie der Biennale in Venedig mit, wo er 1996 für ein Konzert mit dem Staatsorchester Stuttgart mit dem Leone d’Oro ausgezeichnet wurde. Von 1979 bis 1991 war er Chef der Orchestra Sinfonica Siciliana und von 1992 bis 1997 Generalmusikdirektor in Stuttgart. Seit 1999 wechselte Ferro in gleicher Position ans Teatro di San Carlo Neapel, wo er jüngst eine Neuproduktion von Semiramide leitete, seit 2001 ist er Erster Gastdirigent am Teatro Massimo in Palermo. Sein Repertoire reicht von der Barockoper bis zu zahlreichen Uraufführungen der zeitgenössischen Musik. Aufnahmen mit ihm sind bei den Labels Deutsche Grammophon, Sony und EMI erschienen. In Stuttgart dirigiert er in dieser Spielzeit die Neuproduktion von Vincenzo Bellinis Die Nachtwandlerin sowie das Neujahrskonzert.

Jossi Wieler, geboren in Kreuzlingen, Schweiz. Regie-Studium am Theatre Department der Universität Tel Aviv, arbeitete 1979 zum ersten Mal als Regisseur am Habima Nationaltheater. 1994 wurde er für seine Inszenierung von Wolken.Heim. zum Regisseur des Jahres gewählt. 2002 erhielt er den Konrad-Wolf-Preis der Berliner Akademie der Künste und 2005 den Preis der deutschen Kritik. An der Oper Stuttgart inszenierte er mit Sergio Morabito u. a. La clemenza di Tito, Alcina, Siegfried, Norma, Moses und Aron, Una cosa rara, La Juive sowie Katja Kabanova. Die Wieler/Morabito-Inszenierung von Ariadne auf Naxos bei den Salzburger Festspielen 2001 wurde zur „Aufführung des Jahres“ gekürt. In San Francisco und Stuttgart inszenierten sie die Koproduktion Doktor Faust, die 2005 als „Aufführung des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Ihre Stuttgarter Alceste erhielt diese Auszeichnung 2006. Wieler und Morabito wurden 2002 zum „Regieteam des Jahres“ gewählt und erhielten im Jahr 2006 den erstmalig vergebenen Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ in der Kategorie beste Opernregie für die Inszenierung von Busonis Doktor Faust. Seit 2011/12 ist Jossi Wieler Intendant der Oper Stuttgart. Zusammen mit Sergio Morabito wird er die Neuproduktionen von Bellinis Nachtwandlerin und des Schönberg/Janá?ek-Doppelabends Die glückliche Hand/Schicksal inszenieren.

Sergio Morabito, geboren in Frankfurt/Main, übernahm bereits während des Studiums der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen Regie- und Dramaturgie-Assistenzen an der Oper Frankfurt. An der Oper Stuttgart inszenierte er mit Jossi Wieler u. a. La clemenza di Tito, Don Carlo, Norma, Moses und Aron, La Juive sowie Katja Kabanova. Ihre Inszenierung von Ariadne auf Naxos bei den Salzburger Festspielen 2001 wurde zur „Aufführung des Jahres“ gekürt. In San Francisco und Stuttgart inszenierten sie Doktor Faust, die 2005 als „Aufführung des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Ihre Stuttgarter Alceste erhielt diese Auszeichnung 2006. Im Sommer 2005 leitete Sergio Morabito eine Neueinstudierung der Stuttgarter Norma mit dem Ensemble der Novaya Opera in Moskau. Die für die Staatsoper Hannover erarbeitete Debussy-Oper Pelléas et Mélisande gastierte bei den Wiener Festwochen und beim Edinburgh International Festival und wurde ins Repertoire der Oper Stuttgart übernommen. Wieler und Morabito wurden 2002 zum „Regieteam des Jahres“ gewählt und erhielten 2006 den erstmalig vergebenen Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ in der Kategorie „Beste Opernregie“ für die Inszenierung von Busonis Doktor Faust. Morabito publizierte zahlreiche Beiträge in Fachzeitschriften, Sammelbänden und Programmheften, lehrte an theater- und literaturwissenschaftli4 chen Studiengängen der Universitäten Frankfurt, Leipzig und Stuttgart und ist Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Seit 2011/12 ist er Chefdramaturg im neuen Leitungsteam der Oper Stuttgart. Zusammen mit Jossi Wieler wird er in den Neuproduktionen von Bellinis Nachtwandlerin und des Schönberg/Janá?ek-Doppelabends Die glückliche Hand/Schicksal Regie führen.

Anna Viebrock, geboren in Köln. Bühnenbild-Studium an der Kunstakademie Düsseldorf. Die Zusammenarbeit mit Christoph Marthaler führte sie an zahlreiche Schauspiel- und Opernhäuser wie u. a. die Opéra National de Paris, die Salzburger und die Bayreuther Festspiele, die Wiener Festwochen und das Schauspielhaus Zürich, in dessen Leitungsteam sie bis Sommer 2004 tätig war. Seit 1994 erarbeitet sie mit dem Regieteam Wieler/Morabito Operninszenierungen u. a. bei den Salzburger Festspielen, der Nederlandse Opera Amsterdam und in Stuttgart. Mehrfach wurde ihr die Auszeichnung „Bühnenbildnerin des Jahres“ und „Kostümbildnerin des Jahres“ zuerkannt. Als Regisseurin inszenierte sie u. a. iOPAL für die Staatsoper Hannover, Ariane et Barbe-bleu an der Opéra Bastille in Paris sowie Enno Poppes Arbeit Nahrung Wohnung an der Münchner Biennale. In Stuttgart war sie zuletzt verantwortlich für Regie, Bühne und Kostüme der Uraufführungsinszenierung von Hans Thomallas Oper Fremd. 2011/12 entwirft sie die Ausstattung für Die Nachtwandlerin.

Liang Li, Bass, geboren in China. Gesangsstudium am Konservatorium in Tianjin und Bejing. Preisträger u. a. des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD München, des Internationalen Gesangswettbewerbs Neue Stimmen in Gütersloh und des Internationalen Opernwettbewerbs in Shizuoka, Japan. 1998 Debüt am Teatro di San Carlo in Neapel als Fasolt (Das Rheingold). Festengagements in Rostock und an der Staatsoper Hannover, wo er die großen Partien seines Fachs sang, u. a. Sarastro (Die Zauberflöte), Basilio (Il barbiere di Siviglia), Fasolt und Fafner (Das Rheingold). Mit der Rolle des Arkel (Pelléas et Mélisande) gastierte er u. a. bei den Wiener Festwochen und beim Edinburgh International Festival. Weitere Gastengagements führten ihn an die Semperoper und an die Deutsche Oper Berlin. Den Gurnemanz (Parsifal) sang er am Theater Basel und am New National Theatre in Tokyo. Seit 2006/07 Ensemblemitglied der Oper Stuttgart. In dieser Spielzeit ist Liang Li als Rodolfo in der Neuproduktion von Die Nachtwandlerin und als Conte di Walter (Luisa Miller) sowie erneut als Kardinal Brogni (Die Jüdin) und Donald (Der fliegende Holländer) zu erleben.

Helene Schneiderman, Mezzosopran, geboren in New Jersey, USA. Studium in Princeton und Cincinnati. Seit 1984 ist sie Ensemblemitglied der Oper Stuttgart, 1998 erfolgte die Ernennung zur Kammersängerin. Im Repertoire u. a. die Titelpartien von La Cenerentola, Carmen, Giulio Cesare in Egitto und L’italiana in Algeri sowie außerdem Smeton (Anna Bolena), Flosshilde (Das Rheingold), Hänsel (Hänsel und Gretel), Sesto (La clemenza di Tito), Penelope (Il ritorno d’Ulisse in patria) und Medea (Teseo). Zahlreiche Gastengagements u. a. in München, Rom, San Francisco und Seattle, an der New York City Opera und an der Opéra National de Paris, bei den Festspielen in Salzburg und Pesaro, am Royal Opera House Covent Garden und in Tel Aviv. In der vergangenen Spielzeit debütierte Helene Schneiderman als Annina (Der Rosenkavalier) in Madrid und als Larina (Eugen Onegin) in Valencia. Im Oktober 2011 debütierte sie als Annina am Teatro alla Scala in Mailand. In der Spielzeit 2011/12 singt sie in Stuttgart Teresa (Die Nachtwandlerin), Fräulein Stuhlá (Schicksal/ Osud), Prinz Orlofsky (Die Fledermaus) und Marcellina (Figaros Hochzeit).

Ana Durlovski, Sopran, geboren in Stip, Makedonien. Studium an der Musikakademie der Universität St. Kyrill und Method in Skopje. An der dortigen Nationaloper Debüt mit der Titelpartie in Lucia di Lammermoor. Es folgten Auftritte an den Nationalopern in Belgrad, Sarajewo, Tirana und Zagreb. 2006 Debüt als Königin der Nacht an der Staatsoper Wien, Auszeichnung mit dem kroatischen Kulturpreis „Mariana Radovan“. Von 2006 bis 2011 Ensemblemitglied des Staatstheaters Mainz, wo sie als Lucia, Sophie (Der Rosenkavalier), Musetta (La Bohème) und in der Titelpartie von Massenets Manon auftrat. Gastengagements u. a. an den Staatsopern in Wien und Berlin. Weitere wichtige Rollen: Donna Anna (Don Giovanni), Adele (Die Fledermaus), Gilda (Rigoletto). 2011/12 singt Ana Durlovski als festes Ensemblemitglied in Stuttgart Morgana (Alcina), Amina (Die Nachtwandlerin), Folie (Platée) und Soeur Constance (Gespräche der Karmeliterinnen).

Luciano Botelho, Tenor, geboren in Brasilien. Studien in Rio, London und Cardiff. Operndebüt als Tamino beim Amazonas Opera Festival in Manaus (Brasilien), gefolgt von Don Ottavio (Don Giovanni) und Ramiro (La Cenerentola). Zu seinem Repertoire gehören u. a. Nadir (Les Pêcheurs de perles), die Titelpartien von Monteverdis Orfeo und von Rossinis Le Comte Ory, außerdem sang er Ramiro (La Cenerentola) in Nancy, Orfeo und Fenton in Rio, Lord Percy (Anna Bolena) mit der English Touring Opera, Tonio (La Fille du Régiment) an der Opera Holland Park sowie Corradino (Mathilde di Shabran) am Royal Opera House Covent Garden. Weitere Auftritte 2010 an der English National Opera als Nemorino (L’elisir d’amore) und als Giacomo V (La donna del Lago) am Grand Théâtre de Genève. 2011 als Almaviva (Il barbiere di Sivilglia) am Royal Opera House Covent Garden. Er ist in Stuttgart weiterhin als Orpheus sowie erstmals als Elvino (Die Nachtwandlerin) zu hören.

Catriona Smith, Sopran, machte ihren Studienabschluss 1986 an der Royal Scottish Academy of Music and Drama in Glasgow. Im Anschluss Mitglied des Opernstudios der Universität Toronto. 1990 Debüt am Royal Opera House Covent Garden in London. Seit 1991 ist die schottische Sopranistin Ensemblemitglied der Oper Stuttgart, seit 2003 als Kammersängerin. Ihr Repertoire umfasst u. a. Gilda (Rigoletto), Nanetta (Falstaff), Gretel (Hänsel und Gretel), Najade (Ariadne auf Naxos), Fiordiligi (Così fan tutte) sowie Pamina und Erste Dame in Die Zauberflöte. In Stuttgart sang sie darüber hinaus u. a. Cleopatra (Giulio Cesare in Egitto), Morgana (Alcina), Olympia (Hoffmanns Erzählungen), Sophie (Der Rosenkavalier), Konstanze (Die Entführung aus dem Serail), Micaëla (Carmen) und Prinzessin Eudoxie (Die Jüdin). Gastengagements an der Scottish Opera, an der Staatsoper Berlin sowie an den Opernhäusern in San Francisco und Amsterdam. In der Spielzeit 2011/12 singt Catriona Smith Lisa (Die Nachtwandlerin), die Gräfin (Figaros Hochzeit) sowie erneut Prinzessin Eudoxie (Die Jüdin) und die weibliche Titelpartie in Orpheus und Eurydike.

Motti Kastón, Bariton, geboren in Israel. Absolvierte das Ausbildungsprogramm der Metropolitan Opera in New York. Sein Debüt an der Met erfolgte 1989 in Il barbiere di Siviglia, im gleichen Jahr gewann er den Pavarotti- Wettbewerb in Philadelphia, USA. Seit 1991 Ensemblemitglied in Stuttgart, 2006 folgte die Ernennung zum Kammersänger. Gastierte mit der Titelpartie von L’Orfeo in Montpellier, als Rossinis Barbier in Frankfurt, als Enrico (Lucia di Lammermoor) in Houston und als Wolfram in Tannhäuser und Marcello in La Bohème an der Metropolitan Opera und in Dresden. In Stuttgart folgten u. a. Ottone (L’incoronazione di Poppea), Rodrigo (Don Carlo), Lubino (Una cosa rara), Marcello (La Bohème), Figaro (Il barbiere di Siviglia),
Germont (La traviata), Donner (Das Rheingold) und Sharpless (Madama Butterfly). An der Jungen Oper der Oper Stuttgart sang er Cipolla in Stephen Olivers Mario und der Zauberer, wofür er 2004 als „Sänger des Jahres“ nominiert wurde. 2011/12 singt er in Stuttgart Albert in Die Jüdin, Passant in Katja Kabanova und Alessio in der Neuproduktion von Die Nachtwandlerin

Pressemeldung Oper Stuttgart

Berlin, Berliner Philharmoniker, Live im Internet: Silvesterkonzert 2000 – Viva Verdi, August 2011

August 23, 2011 by  
Filed under Berliner Philharmonie, Pressemeldung

philharminie_berlin.jpg

Berliner Philharmoniker

Live im Internet: Silvesterkonzert 2000.  Viva Verdi!

Während seiner Zeit als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker stand naturgemäß das große symphonische Repertoire im Zentrum von Claudio Abbados künstlerischer Arbeit. Darüber hätte man fast vergessen können, welch wichtige Rolle das Musiktheater seiner italienischen Heimat für ihn spielte – immerhin hatte Abbado von 1968 bis 1986 die Mailänder Scala geleitet. Wie nahe ihm speziell das Werk Verdis steht, war im Berliner Silvesterkonzert des Jahres 2000 zu erleben, das mit berühmten Szenen und Arien das Verdi-Jahr 2001 einläutete, in dem die Musikwelt den 100. Todestag des Komponisten beging.

Claudio Abbados Vorlieben in Sachen Verdi sind durchaus individuell. So hat er sich für seltener gespielte Werke wie Simon Boccanegra und Macbeth stark gemacht, aber nie die Publikumslieblinge Rigoletto und La Traviata dirigiert. Insofern war es ein seltener Genuss, ihn bei diesem Silvesterkonzert mit Auszügen der letztgenannten beiden Opern zu erleben. Die übrigen Werke des Abends sind eng mit Abbados Biographie verflochten. Mit Un ballo in maschera feierte er in den 70er und 80er Jahren Triumphe, etwa bei einer Wiener Produktion mit Luciano Pavarotti. Und im Falle von Don Carlos sorgte Abbado für Aufsehen, als er die kaum bekannte französische Fassung der Oper dirigierte. Aus ihr stammt in diesem Konzert die Ballszene aus dem dritten Akt, die in der üblichen italienischen Version nicht enthalten ist. Gewichtigster Teil des Konzerts sind drei umfangreiche Szenen aus Falstaff – Verdis letzter Oper mit ihrem humorvoll-nachsichtigen Blick aufs Leben und ihren genial konstruierten Ensembleszenen. Abbado dirigierte das Werk zum ersten Mal 1998 an der Berliner Staatsoper in einer umjubelten Aufführung, in der Kritiker die wichtigste Opernproduktion in der Stadt seit Jahrzehnten sahen.

…………………….

Silvesterkonzert 2000

Berliner Philharmoniker
Claudio Abbado Dirigent
Andrea Rost Sopran
Alan Titus Bariton
Ramón Vargas Tenor
Larissa Diadkova Mezzosopran
Stella Doufexis Mezzosopran
Enrico Facini Tenor
Elizabeth Futral Sopran
Lucio Gallo Bariton
Massimo Giordano Tenor
Anatoli Kotscherga Bass
Anthony Mee Tenor
Carmela Remigio Sopran
Chor des Tschechischen Rundfunks Prag
Stanislav Bogunia Einstudierung

Giuseppe Verdi
Auszüge aus: Un ballo in maschera
Don Carlos · Rigoletto · La Traviata · Falstaff
Johann Strauss (Sohn)
Un ballo in maschera. Quadrille nach Motiven aus Verdis Oper

—| Pressemeldung Berliner Philharmoniker |—

Hagen, Theater Hagen, Interview Tovey, Di Villarosa Juni 2011 Turandot 28.6.2011

Juni 28, 2011 by  
Filed under Pressemeldung, Theater Hagen

hagen_logo.JPG

Theater Hagen

Interview Tovey, Di Villarosa

Die international renommierten Sänger Rachel Tovey und Emmanuel di Villarosa, die bei der konzertanten Produktion „Turandot“ am theaterhagen die Hauptpartien „Turandot“ und „Kalaf“ inne haben, sind noch dreimal in Hagen zu erleben. Vorab ein Interview.

Frau Tovey, Sie gewannen schon während Ihres Studiums den Guildhallpreis für Sologesang und haben bereits alle großen Rollen wie u.a. „Brünhilde“, „Desdemona“ und „Salome“ interpretiert. Wie stehen Sie zu diesen Spitzenpartien?

Tovey: Das sind natürlich alles Traumrollen, die jedes Mal eine große Herausforderung darstellen, aber auch Angst einflößend sind. Man benötigt im Vorfeld eine lange Vorbereitung, mindestens ca. sechs Monate. Vor allem muss man die eigene Ausdauer trainieren, indem man lernt die Stimme auf den ganzen Abend zu verteilen.

Herr Di Villarosa, wie gehen Sie mit herausfordernden Partien um wie u.a. „Kalaf“, „Rodolfo“ und „Don Carlos“, die Sie in Ihrem Repertoire haben?

Di Villarosa: Mit solchen Rollen werden einem Wünsche erfüllt. Mein Fach – italienischer Tenor – kan nicht jeder Tenor singen. In den USA habe ich die Erfahrung gemacht, dass man in den großen Häusern beim Vorsingen eher auf den italienischen Stimmenklang achtet. In Europa, wo ich „Kalaf“ bereits ca. 70mal gesungen habe, konzentriert man sich mehr auf die Größe der Stimme.

Sie haben beide auch schon in Regieproduktionen der Oper „Turandot“ mitgewirkt. Wie ist es, wenn man wie hier in Hagen in einer konzertanten Aufführung auf der Bühne steht?

Di Villarosa: Ich persönlich benötige keine großen Sets. Ich gebe in einer konzertanten Aufführung genauso viel wie in einer inszenierten. Das Gefühl ist dasselbe. Man verkörpert so oder so den Charakter beim Singen, denkt an den Text und an die Musik. Vor allem ist aber auch die Verbindung zu den anderen Sängern sehr wichtig.

Was ist für Sie das Faszinierende an „Turandots“ Musik?

Tovey: Bei Puccini erfährt man bei der Arbeit an der Rolle ganz besonders einen seelischen Erfahrungsprozess.

Di Villarosa: Ja, Puccinis glorreiche Musik trifft mitten ins Herz. Ich liebe sein Temperament. Puccini ist meine Leidenschaft, noch vor Verdi. Die Orchestrierung ist fantastisch, und die großen Chorpartien und Arien sind einfach überwältigend. Es ist aber auch durchaus schwierig, alles miteinander in Einklang zu bringen. In Hagen hat man es wirklich geschafft.

Als Giuseppe Adami und Renato Simon Giacomo Puccini ihr Libretto gezeigt haben, war er begeistert von der Fantasie und Poesie der Geschichte.

Tovey: Ja, die Geschichte ist sehr beflügelnd. Die Herausforderung für uns bei der Charakterfindung besteht auch darin, die Geschichte für uns irgendwie real zu machen, so dass man auch authentisch wirkt.

Herr Di Villarosa, Ihre Arie „Nessun dorma“ ist mitunter durch die Medien sehr populär geworden. Wie stehen Sie dazu?

Di Villarosa: Geliebt wurde die Arie erst durch die Interpretation von Luciano Pavarotti. Seine Stimme steht sinnbildlich für „Nessun dorma“. Er ist für mich als Interpret dieser Arie unerreichbar, weder von Größen wie José Carreras noch Placido Domingo. Ich finde es aber auch durchaus gut, dass die breite Masse durch Paul Potts diese unbeschreiblichen Melodien kennengelernt hat. Viele Sänger singen die Arie „forte“. Es ist aber sehr wichtig dabei, die Nuancen herauszuarbeiten. Mein Talent ist es, mit den Klangfarben zu arbeiten, mit den Wörtern zu spielen, dh. vielmehr die Musik zu verstehen und sie auszudrücken. Und dabei – ganz entscheidend – versuche ich nicht Pavarotti zu sein.
Was sehr auffällig ist, dass viele „Turandot“-Besucher im Theater förmlich darauf warten, „Nessun dorma“ zu hören.

Tovey: Ja, „Nessun dorma“ ist zu einer Art „Opernhymne“ geworden.

Das Interview führte Monika Martincevic.

„Turandot“ – Oper von Giacomo Puccini
Letzte Vorstellungen am: 28.6., 1.7., 7.7. jeweils um 19.30 Uhr im Großen Haus

—| Pressemeldung Theater Hagen |—

Essen, Aalto Musiktheater, Premiere Der Liebestrank 2.7.2011

Juni 10, 2011 by  
Filed under Aalto Theater Essen, Premieren, Pressemeldung

logo_aalto_musiktheater

Aalto Theater Essen 

Aalto-Theater Essen © IOCO

Aalto-Theater Essen © IOCO

 

DER LIEBESTRANK (L’ELISIR D’AMORE)   von Gaëtano Donizetti

Premiere Samstag, 2. Juli 2011, 19.00 Uhr

Weitere Vorstellungen: 5., 8., 10., 16. Juli

Karten unter 8122 200 und tickets@theater-essen.de
Musikalische Leitung Guillermo García Calvo
Inszenierung Andreas Baesler
Bühne Harald Thor
Kostüme Gabriele Heimann
Choreinstudierung Alexander Eberle

Adina Liana Aleksanyan
Nemorino Andreas Hermann
Belcore Heiko Trinsinger
Dulcamara Roman Astakhov
Gianetta Christina Clark

Zum Werk:

Wer kennt sie nicht, die Romanze von der heimlichen Träne, „Una furtiva lagrima“, die Paradenummer aller lyrischen Tenöre von Caruso über Gigli und Pavarotti bis Flórez, die dem liebeskranken Nemorino ihre Stimme geliehen haben. Dass er bei seinen Therapieversuchen auf einen argen Quacksalber hereinfällt, gehört zur Logik einer komischen Oper. Und dass die Quacksalber von gestern und vorgestern nicht unbedingt mit der Jahrmarktskutsche über Land zogen, sondern manch eingebildeten Kranken in einem teuren Sanatorium über den Löffel balbierten, gehört wiederum zur Logik der Inszenierung von Andreas Baesler. Denn der hat Gaëtano Donizettis Oper geschickt aus ihrem etwas tumben bäuerlichen Milieu herausgeholt und in die Upper Class des vorigen Jahrhunderts verpflanzt.
Aus der reichen Grundbesitzerin Adina ist nun der verwöhnte Gast des Nobel-Etablissements von Dottore Dulcamara geworden, wo Nemorino nicht als unglücklich verliebter, mittelloser Schafhirt, sondern als ebenso unglücklich verliebter, ebenso mittelloser Hotelpage wirkt.
Stilistisch hat diese Oper Donizettis mit der plappernden Opera buffa, die er so oft bediente, wenig zu tun – kein Wunder, geht sie doch auf ein Stück des französischen Edel-Librettisten Eugène Scribe zurück, und so gibt sie sich auch musikalisch etwas lyrischer und feinsinniger, aber deswegen nicht weniger melodiös und unterhaltsam.

Produktionsteam und Gäste:

Guillermo García Calvo (Musikalische Leitung) wurde in Madrid geboren und absolvierte seine Ausbildung an der Musikuniversität in Wien wie als Assistent von Iván Fischer und von Christian Thielemann. Seit 2003 ist er eng mit der Wiener Staatsoper verbunden, wo er für die Einstudierung von über fünfzig Werken aus dem Opernrepertoire verantwortlich zeichnet(e). Am Aalto-Theater stand er bei „I puritani“, „Nabucco“ und „La Bohème“ am Pult.

Andreas Baesler (Regie) kann auf mehr als hundert Inszenierungen im Musik- wie im Sprechtheater verweisen, u.a. an der Hamburgischen Staatsoper, in Stuttgart, Luxemburg, Nancy, an der Opéra du Rhin Strasbourg, bei den Internationalen Musikfestwochen Luzern sowie der RuhrTriennale. Von 1996 bis 1999 war er Direktionsmitglied am Luzerner Theater, von 2000 bis 2002 Operndirektor am Volkstheater Rostock und von 2004 bis 2008 Chefregisseur am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen. Am Aalto-Theater inszenierte er „L?italiana in Algeri“ und „Nabucco“.

Harald Thor (Bühne) Seine rund 150 szenografischen Arbeiten führten ihn von Schauspielhäusern in Hamburg und Zürich über Opernhäuser in München, Wien, Basel bis hin zum Opernhaus in Seoul. Mehrere Jahre lang war er als Ausstattungsleiter und Bühnenbildner an der Staatsoper in München engagiert. Harald B. Thor ist auch als Scenic Art Supervisor für Walt Disney Productions und als Architekt von Konzertsälen tätig.

Gabriele Heimann (Kostüme) ist seit 1987 als freischaffende Kostüm- und Bühnenbildnerin tätig. Regelmäßige Zusammenarbeit u.a. mit Detlef Heusinger, etwa bei „Don Pasquale“ und „Samson und Dalila“ in Biel/Solothurn, mit Rosamund Gilmore, etwa „Tantalus lächelt“ an der Alten Oper Frankfurt oder „Einmarsch“ bei den Wiener Festwochen. Am Musiktheater im Revier entwarf sie die Kostüme für Sir Michael Tippetts „Der Irrgarten“ und „Die Fledermaus“, beides in der Regie von Peter Theiler.

Liana Aleksanyan (Adina), in Armenien geboren, war von 2008 bis 2010 Ensemblemitglied des Staatstheaters Braunschweig, wo sie u.a. als Violetta („La traviata“), Mimì („La Bohème“), Desdemona („Otello“), Tatjana („Eugen Onegin“), und Lucia („Lucia di Lammermoor“) zu erleben war. Weitere Engagements führten sie an das Volkstheater Rostock, die Komische Oper Berlin, die Oper Köln und die Hamburgische Staatsoper. Zu Beginn dieser Spielzeit wechselte sie an das Aalto-Theater, wo sie bereits als Pamina, Luisa Miller und Donna Anna zu erleben war.

Roman Astakhov (Dulcamara) Der junge russische Bassist schloss 2004 seine Gesangsausbildung an der Russischen Theaterakademie und am Moskauer Opernzentrum ab. Seither war er im Moskauer Tschaikowsky-Konzertsaal, im Amsterdamer Concertgebouw und an der Oper Prag zu hören. An der Oper Leipzig sang er u.a. Basilio („Il barbiere di Siviglia“), Komtur („Don Giovanni“) und Sarastro („Die Zauberflöte“). Als Dulcamara gibt Roman Astakhov nun sein Aalto-Debüt, wo er mit Beginn der nächsten Saison Ensemblemitglied wird.

—| Pressemeldung Aalto Theater Essen |—

Nächste Seite »

Diese Webseite benutzt Google Analytics. Die User IPs werden anonymisiert. Wenn Sie dies trotzdem unterbinden möchten klicken Sie bitte hier : Click here to opt-out. - Datenschutzerklärung