Wuppertal, Oper Wuppertal, Die tote Stadt – Erich Wolfgang Korngold, IOCO Kritik, 26.06.2019

Juni 27, 2019 by  
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Wuppertaler Bühnen

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

  Die tote Stadt  –  Erich Wolfgang Korngold

Die „tote Stadt“ steht für Brügge, einst blühende Hafenstadt, welche versandete  ….

von Ingo Hamacher

Stimmstark und mit großer Präsenz tritt Chefdramaturg David Greiner im Rahmen der Einführung von Die tote Stadt vor das Publikum. Das defekte Mikrofon braucht er nicht; mit kräftiger Stütze in der Stimme dringt er auch so schon sonor in jeden Teil des Foyers. Wenn die Anderen nachher so singen, wie dieser Mann spricht, wird der Abend großartig. Für alle, die sich amüsieren wollten, empfehle er den Besuch einer Aufführung von Die Hochzeit des Figaro, die ebenfalls in diesen letzten Tagen der Spielzeit noch aufgeführt würde. Heute sei das nicht zu erwarten; es würde eher „interessant“.

Oper Wuppertal / Die tote Stadt - hier : Susanne Serfling, Jason Wickson © Wil van Iersel

Oper Wuppertal / Die tote Stadt – hier : Susanne Serfling, Jason Wickson © Wil van Iersel

Immo Karaman (*1972 in Gelsenkirchen als Sohn deutsch-türkischer Eltern, auch Verantwortlich für die Bühne) habe sich für einen Regieansatz unter dem Aspekt von Entstehungsort und -zeit des Stückes entschieden: Wien in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts; Freud und die Psychoanalyse hätten das geistige Leben bestimmt. Die Geschichte von Paul, der sich durch ein Wahngebäude aus Vergangenheitserinnerungen vor der schmerzlichen Konfrontation mit der Realität und der Einsamkeit schützen wolle, sei von ihnen tiefenpsychologisch ausgedeutet worden.

Paul nimmt nur noch war, was ihn auf seiner Flucht vor der Wahrheit bestätige. Die Begegnung mit der Tänzerin Marietta, die seiner verstorbenen Marie verblüffend ähnelt, lösten verwirrende Prozesse in ihm aus, durch die er am Ende wieder ins Leben zurück fände.

Dabei sei es ihnen gelungen, noch viel näher an den Kern des Stückes heran zu kommen, als es Korngold selbst gelungen sei; als Erich Wolfgang Korngold (1897 – 1957) es selbst gewagt hätte! Starke Worte. Unter Mangel an Selbstbewusstsein scheint die Produktion nicht zu leiden.   Dann wollen wir mal sehen…

Der Vorhang öffnet sich zur Ouvertüre und dem ersten Bild. Wir sehen: Wenig.Wände aus großen Granitplatten. Keine Türen. Keine Fenster. In der Rückwand die Verschlussklappe einer Kühleinheit: Die Kirche des Gewesenen der Verabschiedungsraum einer Leichenhalle. Steingraue Vorhänge heben und senken sich; schieben sich wie zufällig über die Bühne. Personen treten weder auf noch ab: durch die wandernden Vorhänge sind sie plötzlich wie hingezaubert da, bzw. verschwinden ins Nichts.

Zu den Klängen der Ouvertüre sehen wir Paul, einen gebrochenen Mann im grauen Anzug, wie er sich von seiner verstorbenen, auf einer Schiebebahre halb im Kühlfach liegenden Frau Marie verabschiedet. Mit einer Schere schneidet er eine lange Strähne ihrer Haare als letzte Erinnerung ab, an die er sich verzweifelt klammert. Plötzlich steht eine schwarzgewandete Trauergemeinde auf der Bühne. In regennasser Herbststimmung erleben wir Maries Beerdigung. Auch Brigitta, die Haushälterin und Pauls Freund Frank sind anwesend. Im Anschluss hält Frank, gross gewachsen und schlank mit langem schwarzen Mantel, Hut und weiß geschminktem Gesicht, wie Gevatter Tod persönlich wirkend, Paul etwas Geschriebenes zur Unterschrift vor: Soll er ihm den Scheck für die Beerdigungskosten unter-, oder ihm seine Seele verschreiben?

Wenn Frank seinen Hut und Mantel ablegt, wirkt und gebärdet er sich wie ein spinnenbeiniger Mephistopheles. Keine Frage: Der Bariton Simon Stricker, der sowohl die Partie des Paul, als auch später den Pierrot Fritz als faustisch-diabolische Gestalt darstellt, steht für THANATOS, den Todestrieb.

Es ist überhaupt niemand einfach nur der, der er ist, sondern es fließen in dieser Inszenierung immer wieder Personen ineinander oder vertauschen die vom Libretto vorgesehenen Partien. Die Persönlichkeit erwächst weniger aus dem „Sein“, sondern eher aus dem „Gesehen werden als…“. Der von Freud postulierte Liebestrieb EROS wird sowohl von der blond gelockten Marietta, als auch von der glatthaarigen Marie vertreten.

Mit dem Erscheinen von Marietta, der Tournee-Tänzerin mit der verblüffenden Ähnlichkeit mit der verstorbenen Marie, durch deren Begegnung Paul eine völlige Wesensänderung erfahren hat, kommt Farbe auf die Bühne. Das bisherige Einheitsgrau/-schwarz verschwindet. Durch ihr Lebensfreude und ihre rosa/lila Kleidung verwandeln sich sogar die schwarzen Trauerrosen in einen rosig-duftenden Blumenstrauß.

Oper Wuppertal / Die tote Stadt - hier : Simon Stricker, Jason Wickson © Wil van Iersel

Oper Wuppertal / Die tote Stadt – hier : Simon Stricker, Jason Wickson © Wil van Iersel

Und wenn Paul ihr einen alten Schal und eine Ukulele reicht, um die Ähnlichkeit mit seiner verstorbenen Marie noch zu verstärken, steht plötzlich nicht mehr Marietta, sondern Marie auf der Bühne. Durch die Vorhangtricks und eine raffinierte Beleuchtung taucht eine Jazzband auf und ein 20 Jahre jüngerer zweiter Paul. In einer Disco-beleuchteten Rückblende erleben wir eine Marie, wie sie damals das Paul so vertraute Lied singt: „Glück, das mir verblieb…“.

Marietta / Marie weist Pauls Versuch, sie in die Arme zu schließen, energisch zurück, nachdem sie erkannt hat, dass es ihm gar nicht um das Hier und Jetzt geht, sondern um ein Klammern an Erinnerungen. Sie verlässt ihn mit dem Hinweis auf eine mögliche Begegnung im Theater.

Zum zweiten Bild ist plötzlich der Bühnenhintergrund verschwunden; wir erleben eine verstörende Szene. Ein verunfalltes, auf dem Dach liegendes brennendes Auto. Offensichtlich hat sich der Kleinwagen mit dem italienischen Nummernschild mehrfach überschlagen. Um das Autowrack herum liegen mindestens 5 Tote oder Verletzte, darunter auch der junge Paul und Marie, haufenweise aufgesprungene Koffer und anderes Gepäck. Dieser Wagen war gefährlich überladen.

War es ein Unglück? Wer war der Fahrer? Hat Paul, möglicherweise sogar angetrunken, aufgrund eigenen Fehlverhaltens den Tod Maries und der Anderen verschuldet? Ist es überhaupt Trauer, die Paul in seinem Verhalten treibt, oder nutzt er seine Opferhaltung als trauernder Witwe im Grunde nur, um die Konfrontation mit seinem Täteranteilen, seiner Schuld als Verantwortlicher einer fahrlässigen Tötung zu vermeiden? War es ein Ausflug nach Venedig – der Name wird erwähnt -, der zweiten Toten Stadt  Europas neben dem belgischen Brügge, wo die Handlung des Stückes verortet ist?

Paul begegnet seiner ehemaligen Haushälterin Brigitta, die ihn wegen seiner treulosen Leidenschaft zu Marietta verlassen hat und in ein Kloster eingetreten ist, dann Frank, der ebenfalls in Marietta verliebt ist und einen Schlüssel zu ihrer Wohnung besitzt.

Paul kämpft mit ihm um diesen Schlüssel und entwendet ihn. Eine nur mit Unterwäsche bekleidete Ordensschwester, erkennbar an ihrer Kopftracht, tritt auf und beobachtet die Szene. Bruchstückhafte Bilder, Erinnerungen, Träume. Platz für Assoziationen. Marietta / Marie und ihre Freunde erheben sich aus ihrer Position des Unfallgeschehens und bilden eine Theatertruppe, die ein improvisiertes Spiel beginnt, wobei sie von Paul beobachtet werden. Sie spielen die „Auferstehung der Helene“ aus Meyerbeers Oper ROBERT DER TEUFEL, wobei Marietta Marie darstellt, die von den Toten aufersteht. Paul klagt Marietta / Marie der Blasphemie heiliger Gefühle an, worauf diese erneut ihre ganze Verführungskunst aufbietet und Paul erneut in ihren Bann zieht.

Oper Wuppertal / Die tote Stadt - hier : Susanne Serfling, Jason Wickson © Wil van Iersel

Oper Wuppertal / Die tote Stadt – hier : Susanne Serfling, Jason Wickson © Wil van Iersel

„Mein Sehnen, mein Wähnen“, großartig gesungen!

In seinem Haus will sie (Wer? Marietta – Marie?) ihm angehören; sie nimmt den Kampf mit der toten Rivalin auf. Oder kämpft sie nur um ein Leben in der Gegenwart, in dem die Vergangenheit in den Hintergrund rückt? Die zahlreichen Personen auf der Bühne sind kaum noch eindeutig zuzuordnen. Haarsträhnen werden abgeschnitten, von Hand zu Hand gereicht. Teils gekost oder als Geißel verwendet. Die Handlung verwirrt. Die Intensität des Duettes zwischen Paul und Marietta/Marie steht einer wagnerschen Tristan-Aufführung in nichts nach. Es ist nichts mehr klar, aber alles hochemotional.

Im dritten Bild sehen wir erneut die vorbekannte leere Leichenhalle. Die Kühlfachklappe ist geöffnet, wie ein Fenster zu einer anderen Welt. Musik und Gesang der Heiligblutprozession, von der das Libretto zwar berichtet, die diese Aufführung jedoch nicht zeigt, erscheinen daher fremd, unerklärt und jenseitig. Wie ein Orpheus scheint Paul seine Eurydike aus dem Totenreich singen zu wollen. Pauls Wunsch, Marietta solle sich nicht am Fenster zeigen, wirkt wie der Versuch, Marie an der Rückkehr ins Jenseits zu hindern. Eine kurz erscheinende Orgie/Vergewaltigung-Szene im Hintergrund sorgt für weitere Verstörung.

Marietta / Marie schneidet sich selbst eine Strähne aus dem Haar und verhöhnt Paul damit; raubt ihm alle Besinnung. Der Bühnenhintergrund verschwindet erneut: wir sehen den kleinen fahrbereiten Kleinwagen mit italienischem Kennzeichen. Marie steigt ein und fährt davon. In einer Videoprojektion sehen wir ihre Fahrt mit überhöhter Geschwindigkeit durch einen Tunnel. Ein Unfall. Sie war alleine im Auto. Paul trifft keine Schuld.

Die Traumbilder sind verschwunden, die Realität ist wiederhergestellt. Wir sehen keinen Verabschiedungsraum einer Leichenhalle, sondern das Leichenlager einer Prosektur. Türen führen hinein und hinaus. Kein zauberhaftes Verschwinden mehr. Personen treten auf und ab. Eine Stimme meldet die Rückkehr einer fremden Dame, die einen Rosenstrauß vergessen habe. Paul ist nun Pfleger der Pathologie. „Ein Traum hat meinen Traum zerstört“, beschreibt Paul im Schlussakt den Prozess seiner Heilung. Er wird die Tote Stadt verlassen. Nach dem er abgegangen ist, öffnet er die Türe ein letztes mal und singt durch den Spalt sein abschließendes: „Glück, das mir verblieb…“.

GIGANTISCH!  Das Haus tobt  zur der zweiten Vorstellung der Inszenierung! Ovationen und nicht enden wollender Applaus, zahlreiche Vorhänge. Chapeau!  Regisseur David Greiner hatte wahrlich nicht zu viel versprochen.


Die tote Stadt  –  Oper von Erich Wolfgang Korngold, Libretto: Paul Schott, Uraufführung: 4. Dezember 1920

Die tote Stadt, op. 12, ist eine durchkomponierte Oper in drei Bildern mit einer Musik von Ericht Wolfgang Korngold und Texten von Paul Schott, einem Pseudonym, unter dem Julius Korngold, Erich Wolfgang Korngolds Vater, und der Komponist selbst zusammenarbeiteten. Das Libretto basiert auf dem symbolistischen Roman Das tote Brügge (Bruges-la-morte, 1892; deutsche Übersetzung: 1903) von Georges Rodenbach (1855–1898).
Erich Wolfgang Korngold, er galt als „Wunderkind“, war  zur Uraufführung von Die tote Stadt  erst 23 Jahre alt.
Die „tote Stadt“ steht für Brügge, einst Hafenstadt, jetzt aber versandet, dadurch von der Welt abgeschnitten und mit der mühsamen Verarbeitung ihrer Vergangenheit beschäftigt. Man darf annehmen, dass Vater Korngold als Ort der Handlung zwar vordergründig Brügge übernommen, aber Wien gemeint hat. Ist doch die Habsburger Monarchie soeben untergegangen. Und gerade in Wien herrscht nach dem Ende des traumatisierenden ersten Weltkrieges eine „fin-de-siècle“-Stimmung.
Erich Wolfgang Korngold, Sohn des jüdischen als Nachfolger von Eduard Hanslick in Wien tätigen Kritikers Julius Korngold gewann nach Kompositionsstudien u.a. – auf Anraten von Gustav Mahler – bei Alexander von Zemlinsky schnell eine ungewöhnliche handwerkliche Sicherheit. Schon als Neunjähriger überraschte er mit einer Kantate, seine 1910 unter Mithilfe Zemlinskys in der Wiener Hofoper uraufgeführte Pantomime DER SCHNEEWIND brachte ihm den von Mahler ausgesprochenen, von Strauss und Puccini bestätigten Ruf eines „Wunderkindes“ ein.
Korngold, dessen Hauptwerke wie in einer Beschwörung des Nicht-vergessen-Werdens um das Thema der Auferstehung kreisen, gehörte wie Zemlinsky, Schreker und andere zu jenen Komponisten, denen zweimal im Leben das Lebensrecht bestritten wurde: durch die faschistische Verfemung 1933 als „entartete Kunst“ und durch das deutsch-österreichische Musikleben nach 1945 mit seinem rigiden Avantgarde-Denken. Die nationalsozialistische Machtergreifung, die 1938 mit dem Anschluss auch Österreich heimsuchte, bedingte, dass Korngold in die USA ging. In Hollywood avancierte er zum gefeierten Filmmusikkomponisten, der zwei Oscars gewann. Der Versuch, nach dem Krieg in der Heimat wieder Fuß zu fassen, scheiterte. Korngold ging in die USA zurück und starb dort 1957.
Im Gegensatz zur Wiener Schule rund um Schönberg, Berg und Webern, die Atonalität und später die Zwölftontechnik propagierten, zeigt der Komponist in dieser Oper einen spätromantischen Stil, geprägt durch seinen Lehrer Alexander von Zemlinsky, Richard Wagners Chromatik Leitmotiv-Technik, sowie die Orchestrierungstechnik von Richard Strauss.
Korngolds Partitur zeigt aber auch Einflüsse des Verismo Puccinis. Als berühmteste Nummern der Oper gelten das Duett zwischen Paul und Marietta „Glück, das mir verblieb“ (Mariettas Lied) und die schwärmerisch-melancholische Bariton-Arie „Mein Sehnen, mein Wähnen“. Es ist eine sinnliche, ja manchmal übersinnliche Musik, die uns wollüstige Emotionen erfahren lässt, aber melodisch auch menschliche Abgründe darstellen kann. Korngold hat für die musikalische Umsetzung dieses Seelendramas nicht zufällig ein opulent besetztes Orchester gewählt, wie man es sonst nur von Mahler kennt.
Der dramatische Tenor Jason Wickson, USA, konzentriert sich in der Partie als Paul vor allem auf den lyrischen Gesang und gestaltet die schlicht eingängigen Melodien Korngolds mit enormer Kraft und zauberhafter Schönheit. Zu Beginn des zweiten Teils zeigt er in den Piano-Teilen leichte Ermüdungserscheinungen, jedoch findet er kurze Zeit später zur vorherigen Kraft zurück.
Die Besetzung  –  Die tote Stadt
Die deutsch-ungarische Sopranistin Susann Serfing, seit 2014 freischaffend, analysierte das Kapriziöse der Partie der Marietta / Marie mit Esprit und Herzlichkeit.
Das Ensemble der Oper Wuppertal:  Iris Marie Sojer: Lucienne, Sangmin Jeon: Victorin / Gaston (Sänger), Simon Stricker: Frank / Fritz, Mark Bowman-Hester: Graf Albert
Ariana Lucas: Brigitta, Anne Martha Schuitemaker: Juliette
Am Pult der Wuppertaler Oper begleitete Johannes Pell (*1982 in Linz) das Sängerensemble und ließ die Klangfarben der Korngold-Partitur in einem Rausch der Melodik erstrahlen. Seit der Saison 2016/17 ist Johannes Pell 1. Kapellmeister an den Wuppertaler Bühnen.
Die Kostüme und Choreografie stammen von Fabian Posca, den eine langjährige Zusammenarbeit mit Immo Karaman verbindet.
Die Leitung des Chores lang in den Händen von Markus Baisch, der seit der Spielzeit 2016/17 als Chordirektor mit Dirigierverpflichtung an der Oper Wuppertal engagiert ist.

Die tote Stadt an der Oper Wuppertal; die weiteren Termine 30.6.; 12.7.2019

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Magdeburg, Theater Magdeburg, Letzte Vorstellungen: Die tote Stadt von Erich Wolfgang Korngold, 03. und 15.04.2016

März 29, 2016 by  
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Theater Magdeburg

Theater Magdeburg © Theater Magdeburg / Hans Ludwig Boehme

Theater Magdeburg © Theater Magdeburg / Hans Ludwig Boehme

 Die tote Stadt  von Erich Wolfgang Korngold

Oper in drei Bildern, Libretto von Paul Schott
Zum letzten Mal: Sonntag 3. 4. 2016, 16.00, Freitag 15. 4. 2016, 19.30 Uhr

Seit dem Tod seiner Frau Marie lebt Paul völlig zurückgezogen in der erstarrten Stadt Brügge. Er widmet sich ganz dem Andenken der Verstorbenen, bis er die verführerische Tänzerin Marietta kennenlernt. Sie scheint Marie bis aufs Haar zu gleichen. Zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin- und hergerissen, gelingt es Paul immer weniger, beide Frauen auseinanderzuhalten; Realität und Illusion verschwimmen.

Mit Die tote Stadt landete der erst 23-jährige Erich Wolfgang Korngold 1920 einen Überraschungserfolg. Die Oper avancierte zu einer der meistgespielten der 1920er-Jahre; offensichtlich traf die Thematik des Umgangs mit Trauer nach dem Ersten Weltkrieg den Nerv der Zeit. Erst die Nationalsozialisten unterbrachen den Siegeszug der Oper. In den letzten Jahren erlebt Die tote Stadt, nicht zuletzt auch dank der wirkungsvollen Musik – u.?a. in der berühmten Arie »Mein Sehnen, mein Wähnen« – eine Renaissance.

Musikalische Leitung Kimbo Ishii
Regie Jakob Peters-Messer
Bühne / Lightdesign Guido Petzold
Kostüme Sven Bindseil
Dramaturgie Benjamin Wäntig
Choreinstudierung Martin Wagner

BESETZUNG:
Paul: Wolfgang Schwaninger, Marietta/Die Erscheinung Mariens: Noa Danon
Frank: Roland Fenes, Brigitta: Ks. Undine Dreißig
Juliette: Irma Mihelic, Lucienne: Jenny Stark
Gaston: Eric Schubert, Victorin: Manfred Wulfert
Fritz: Thomas FlorioGraf Albert: Markus Liske
Opernchor des Theaters Magdeburg
Opernkinderchor des Konservatoriums »Georg Philipp Telemann«
Magdeburgische Philharmonie

—| Pressemeldung Theater Magdeburg |—

Kassel, Staatstheater Kassel, Premiere: DIE TOTE STADT von Erich Wolfgang Korngold, 23.04.2016

März 9, 2016 by  
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Staatstheater Kassel

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Staatstheater Kassel © N. Klinger

  DIE TOTE STADT von Erich Wolfgang Korngold

Text: Paul Schott nach dem Roman Bruges la Morte von Georges Rodenbach

Premiere: Samstag, 23. April 2106 19.30 Uhr, Opernhaus, Weitere Vorstellungen:
27.04., 30.04., 05.05., 21.05., 27.05., 01.06., 03.06., 12.06. (18 Uhr), 22.06.

Der junge Witwer Paul hat sich vom Leben zurückgezogen und sein Dasein einzig in den Dienst des Toten- und Reliquienkults um seine verstorbene Frau Marie gestellt. Als er bei seinen einsamen Spaziergängen an den Kanälen von Brügge eine Frau trifft, die Marie zum Verwechseln ähnlich sieht, beginnen sich Realität und Vision zu verwirren. Paul, hin- und hergerissen zwischen erotischer Anziehung und Vergangenheitsfixierung, will er die lebenslustige Tänzerin Marietta mehr und mehr seiner geliebten Marie angleichen. Dabei geraten beide zunehmend in den Sog eines alptraumhaften Wahns.

Korngold hat zu dem Libretto, das auf dem Roman „Bruges la morte“ („Das tote Brügge“) des belgischen Symbolisten Georges Rodenbach basiert, eine schillernde, üppig-rauschhafte Klangwelt geschaffen, die sich mit expressiver Dramatik vereint.

Die 1920 zeitgleich in Hamburg und Köln stattfindende Uraufführung war ein grandioser Erfolg und machte den erst 23-jährigen Komponisten Erich Wolfgang Korngold international berühmt. Doch durch das Aufführungsverbot seiner Werke unter den Nationalsozialisten und Korngolds erzwungenes Exil in Amerika geriet Die tote Stadt für lange Zeit in Vergessenheit. Erst weit nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Oper, die zu den wichtigsten Musiktheaterwerken der Zeit zwischen den Weltkriegen zählt, für die Bühne wiederentdeckt, und auch heute noch steht sie eher selten auf den Spielplänen.

Musikalische Leitung: Patrik Ringborg, Inszenierung: Markus Dietz, Bühne: Mayke Hegger, Kostüme: Henrike Bromber, Dramaturgie: Jürgen Otten, Chor: Marco Zeiser Celesti, Cantamus-Chor: Maria Radzikhovskiy

Mit Charles Workman (als Gast, Paul), Celine Byrne (als Gast, Marietta, Tänzerin / Die Erscheinung Mariens), Marian Pop (Frank, Pauls Freund), Marta Herman (Brigitta, Haushälterin bei Paul), Lin Lin Fan (Juliette, Tänzerin), Maren Engelhardt (Lucienne, Tänzerin), Paulo Paolillo (Gaston, Tänzer / Victorin, Regisseur in Mariettas Truppe), Eva-Maria Sommersberg (als Gast, Tote Marie), Hansung Yoo (Fritz, der Pierrot), Johannes An (Graf Albert), Opernchor, CANTAMUS-Chor, Statisterie

—| Pressemeldung Staatstheater Kassel |—

Magdeburg, Theater Magdeburg, Premiere: Die tote Stadt, 30.01.2016

Januar 26, 2016 by  
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Theater Magdeburg

Theater Magdeburg © Theater Magdeburg / Hans Ludwig Boehme

Theater Magdeburg © Theater Magdeburg / Hans Ludwig Boehme

 Die tote Stadt  von  Erich Wolfgang Korngold

Libretto Paul Schott, In Koproduktion mit der Nederlandse Reisopera

Premiere am Samstag 30. 1. 2016 19.30 Opernhaus / Bühne, Weitere Vorstellugnen: Opernhaus / Bühne, Freitag 12. 2. 2016 19.30, Samstag 27. 2. 2016 19.30, Sonntag 3. 4. 2016 16.00, Freitag 15. 4. 2016 19.30

Theater Magdeburg / Die tote_Stadt © Nilz Böhme

Theater Magdeburg / Die tote_Stadt © Nilz Böhme

Seit dem Tod seiner Frau Marie lebt Paul völlig zurückgezogen in der erstarrten Stadt Brügge. Er widmet sich ganz dem Andenken der Verstorbenen, bis er die verführerische Tänzerin Marietta kennenlernt. Sie scheint Marie bis aufs Haar zu gleichen. Zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin- und hergerissen, gelingt es Paul immer weniger, beide Frauen auseinanderzuhalten; Realität und Illusion verschwimmen.

Theater Magdeburg / Die_tote_Stadt © Nilz Böhme

Theater Magdeburg / Die_tote_Stadt © Nilz Böhme

Mit Die tote Stadt landete der erst 23-jährige Erich Wolfgang Korngold 1920 einen Überraschungserfolg. Die Oper avancierte zu einer der meistgespielten der 1920er-Jahre; offensichtlich traf die Thematik des Umgangs mit Trauer nach dem Ersten Weltkrieg den Nerv der Zeit. Erst die Nationalsozialisten unterbrachen den Siegeszug der Oper. In den letzten Jahren erlebt Die tote Stadt, nicht zuletzt auch dank der wirkungsvollen Musik – u.a. in der berühmten Arie »Mein Sehnen, mein Wähnen« – eine Renaissance.

Musikalische Leitung Kimbo Ishii Regie Jakob Peters-Messer
Bühne / Lightdesign Guido Petzold, Kostüme Sven Bindseil
Dramaturgie Benjamin Wäntig
Choreinstudierung Martin Wagner

BESETZUNG:
Paul: Wolfgang Schwaninger, Marietta/Die Erscheinung: Mariens Noa Danon
Frank: Roland Fenes, Brigitta: Ks. Undine Dreißig
Juliette: Irma Miheli, Lucienne: Jenny Stark
Gaston: Eric Schubert, Victorin: Manfred Wulfert
Fritz: Thomas Florio, Graf Albert: Markus Liske
Opernchor des Theaters Magdeburg
Opernkinderchor des Konservatoriums »Georg Philipp Telemann«
Magdeburgische Philharmonie

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