Hamburg, Hamburger Staatsoper, Tosca – Harteros, Kaufmann, Vasallo, IOCO Kritik, 19.04.2018

April 18, 2018 by  
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Hamburgische Staatsoper © IOCO

Hamburgische Staatsoper © IOCO

Staatsoper Hamburg

Italienische Wochen enden –  Tosca von Giacomo Puccini

Weltstars am Dammtor: Harteros, Kaufmann,  Vassallo

Von Patrik Klein

Die Premiere von Verdis Messa da Requiem leitete die Italienischen Wochen an der Staatsoper Hamburg vor rund einem Monat ein (IOCO berichtete ausführlich).  Man gab neben dieser neuen auch altbewährte Produktionen wie Verdis La Traviata, „Rigoletto“, Aida, Puccinis Madame Butterfly und nun zum Finale Puccinis Tosca in spektakulärer Starbesetzung. Mit hochkarätigen Besetzungen in allen Produktionen hat die Staatsoper auffällige musikalische und künstlerische Akzente gesetzt und in diesen Wochen  das große Haus mehrfach ausverkauft und eine Auslastung von gut 90% erreicht. Aufbauend darauf wird es auch in der neuen Saison 2018/19 wieder zur etwa gleichen Zeit eine Fortsetzung der Italienischen Wochen geben.

Staatsoper Hamburg / Tosca - hier Applausfoto mit vl Franco Vassallo, Pier Giorgio Morandi, Anja Harteros, Jonas Kaufmann © Patrik Klein

Staatsoper Hamburg / Tosca – hier Applausfoto mit vl Franco Vassallo, Pier Giorgio Morandi, Anja Harteros, Jonas Kaufmann © Patrik Klein

Die Handlung

Scarpia, Polizeichef in Rom, begehrt Tosca. Da ihr Geliebter, der Maler Cavaradossi, zu den politischen Gegnern der Regierung gehört, kann Scarpia ihn rechtmäßig gefangen nehmen. Er ordnet Cavaradossis Hinrichtung an und hofft, mit dem Versprechen, ihn freizulassen, Tosca zu einer gemeinsamen Nacht zu bewegen. Doch diese durchkreuzt seinen Plan.

Die Inszenierung von Robert Carson

Die Wiederaufnahme der Inszenierung des Kanadiers Robert Carsen aus dem Jahr 2000 hat beinahe etwas Zeitloses und arbeitet mit Bildern von Anthony Ward. Sie ist wenig spektakulär und dient auch gut für kurzfristig eingeflogene Superstars aus der Opernszene, denn es läuft nach dem Motto: „Wer eine Idee hat, darf und kann sie so gestalten“. Ansonsten ist man an der Rampe herzlich willkommen.

Regisseur Robert Carson und Ausstatter Anthony Ward verlegten die bezüglich Zeit und Ort so eindeutig fixierte Handlung auf und hinter die Bühne eines Theatersaals. Hier konnten die Protagonisten in einem Gebilde aus Lügen, übertriebener Selbstdarstellung und mieser Schachzüge vorzüglich agieren. Doch damals wie heute verblassten diese Ideen in der Umgebung eines „Theaters im Theater“.

Das sakrale des ersten Aktes zum Beispiel, in welchem vor den Augen der Madonna geflucht, gehasst und geliebt wurde, vermag seine Wirkung nur in einer kirchlichen Sphäre zu entfalten und nicht in einem nüchternen Zuschauerraum, wo die Theaterbesucher ein TE DEUM anstimmten. Im ersten Akt der Tosca befand man sich im Zuschauerraum eines traditionellen Opernhauses, erblickte zwei in Gold gefasste Proszeniumssäulen, zwischen denen Scarpia als böser Spielverderber auftauchte, und den geschlossenen roten Bühnenvorhang. Zwischen den Stühlen versammelten sich die Balletttänzer und das Einlasspersonal, das die Originalprogrammhefte der Oper verteilten. Nicht nur bei dem von den hereinströmenden Zuschauern angestimmten Te Deum durfte man den Text nicht so genau nehmen; schließlich hob sich der Vorhang und zeigte die Primadonna als illuminierte Madonnenfigur.

Staatsoper Hamburg / Tosca - hier Applausfoto mit Anja Harteros © Patrik Klein

Staatsoper Hamburg / Tosca – hier Applausfoto mit Anja Harteros © Patrik Klein

Der zweie Akt in Scarpias „Arbeitszimmer“ (vielleicht ein Probenraum des Theaters) im Palazzo Farnese zeigte das Zentrum der dunklen Macht der römischen Geheimpolizei. „Vietato fumare“ stand groß als Verbot an der Wand geschrieben, davor saß Baron Scarpia rauchend am Schreibtisch. Er stand über dem Gesetz und handelte nach eigenem Gutdünken. Und das Bild im dritten Akt auf der Engelsburg war kalt und leer, von Hirtenidylle weit und breit keine Spur. Hinter der schrägen Bühne im Hintergrund die ganze Zeit eine schwarze Wand. Hier öffnete sich schließlich im Finale der schwarze Abgrund (vielleicht der Orchestergraben), in den Tosca hinabstürzte, als alles zu spät ist. Alle waren tot, gewaltsam gestorben, und die Musik vorbei – was blieb, war ein gleißendes Licht am Abgrund.

Die Musik

Aber was schert das den Besucher 18 Jahre nach der Premiere dieser Inszenierung. Alle wollen eines der Traumpaare der Opernwelt, Anja Harteros und Jonas Kaufmann, einmal in Hamburg auf der Opernbühne genießen. Die Tickets an der in den vergangenen Spielzeiten  mittelprächtig besuchten Staatsoper Hamburg waren innerhalb von wenigen Minuten ausverkauft.

Jonas Kaufmann, seit 2006 zu den Top-Stars der Klassik zählend, hier nun in Hamburg als revolutionärer Maler Mario Cavaradossi war nach seiner nun bereits einige Monate zurückliegenden Stimmkrise- und krankheit wieder eine Klasse für sich: Trotz ein paar kleinen holprigen Anfangstönen erntete er für seine erste Arie Recondita armonia mit dem hohen B ‚Tosca, sei tu! viele Bravos. Seine Stimme ist insgesamt noch baritonaler im Klang, seine Modulation, Phrasierung und seine Stimmführung besonders bei den leisen Tönen umwerfend und emotional zu Herzen gehend. Auch das in der Vergangenheit manchmal störende „gaumige“ ist kaum hörbar. Interessaqnt: Im kommenden Konzert in der Elbphilharmonie Hamburg im Januar 2019 wird Kaufmann als Tenor und Bariton angekündigt. Seinen wilden Freudenausbruch über Napoleons Sieg bei Marengo, Vittoria! Vittoria!‘, krönte er mit einem strahlenden Spitzenton, und seine letzte Arie E lucevan le stelle, in der er sich vor seinem Tod seiner Liebe zu Tosca erinnert, sang er mit so eindringlicher Intensität, dass der Zuschauerraum sich kurz in einem Jubelrausch befand.

Hamburger Staatsoper / Tosca hier Applausfoto mit Jonas Kaufmann © Patrik Klein

Hamburger Staatsoper / Tosca hier Applausfoto mit Jonas Kaufmann © Patrik Klein

Anja Harteros, eine der größten Sopranistinnen unserer Zeit,  gestaltet die Tosca grandios mit intensiver Bühnenpräsenz, perfekter Stimmführung und absolut bewundernswerter musikalischer Sensibilität. Ihre manchmal ein wenig scharf wirkenden Spitzentöne passen hier ganz wunderbar zu der charakterlichen Vielfalt der Rolle Floria Toscas. Im bewegend gesungenen Vissi d’arte im zweiten Akt von Puccinis Oper, erobert sie die Herzen aller Besucher an diesem für Hamburg endlich einmal international höchstklassigen Abend.

Auch Franco Vassallo, einer der führenden italienischen Baritone ist in seinem Heimatland und weit darüber hinaus an allen großen Häusern der Opernwelt bekannt und sehr geschätzt. Scarpia ist einer der übelsten Bösewichte, die die Opernwelt zu bieten hat. Er ist hinterhältig, grausam, abartig und einfach nur bodenlos böse, und Vassallo kostete im zweiten Akt all seine schlechten Eigenschaften musikalisch und spielerisch aus. Mit Ha più forte sapore la conquista violenta che il mellifluo consenso (Stärker ist der Genuss einer gewaltsamen Eroberung, als der süßlicher Hingabe) bestätigte er in seinem Monolog mit gefährlich samtenen Timbre und einem schmierigen Grinsen seine wahre Natur. Mit ein klein wenig mehr Schwärze in seiner Stimme wäre die Gestaltung der Partie noch perfekter geraten.

Hamburger Staatsoper / Tosca hier Applausfoto mit Franco Vasallo © Patrik Klein

Hamburger Staatsoper / Tosca hier Applausfoto mit Franco Vasallo © Patrik Klein

Die übrige Besetzung erfolgte solide mit den hauseigenen Solisten des Ensembles Alin Anca, Alexander Roslavets (ganz besonders hier zu erwähnen sein überzeugend gesungen- und gespielter Sagrestano; man darf sich auf die Weiterentwicklung seines Repertoires als Ensemblemitglied in Hamburg freuen), Julian Rohde, Shin Yeo, Rainer Böddeker und Ruzana Grigorian sowie  dem präzisen und wunderbar auftrumpfenden Chor der Staatsoper Hamburg (Einstudierung Christian Günther) und dem fulminant musizierenden Philharmonischen Staatsorchester. Pier Giorgio Morandi, der als regelmäßiger Gastdirigent an allen großen Opernhäusern in Italien, Europa und weltweit zu Hause ist, hält das gesamte Werk gut zusammen und gestaltet die Musik Puccinis mit viel Energie, Einfühlung und italienischem Elan.

Das Publikum ist nachdem der Vorhang fällt erwartungsgemäß entzückt und dankt allen Beteiligten mit warmem bis stürmischem Applaus und Ovationen. Im Vorfeld vernahm man Töne, die sagten, „das Haus steht zur Zeit auf dem Kopf“. So ist der Staatsoper Hamburg zu wünschen, dass sie zukünftig öfter „auf solchem Kopf stünde“!

 

Chemnitz, Theater Chemnitz, Wagners Tetralogie – Die Walküre, IOCO Kritik, 26.03.2018

März 26, 2018 by  
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Theater Chemnitz

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Die Walküre – Richard Wagner

 Tetralogie – Der Ring des Nibelungen im Theater Chemnitz

Von Patrik Klein

Die Vorgeschichte:   Vier Abende, vier Opern, vier Regisseurinnen und eine der größten Herausforderungen im Musiktheater überhaupt: Das Theater Chemnitz stellt sich in diesem Jahr Richard Wagners gewaltiger Tetralogie Der Ring des Nibelungen.

Vier Regisseurinnen schmieden Richard Wagners gewaltiges Werk

Es sind oft die Frauen, die in dem Drama der Unvereinbarkeit von Macht und Liebe die Handlungsstränge entscheidend weitertreiben und beeinflussen. Sie wirken in unterschiedlichster Weise auf die mächtigsten Männer in der Tetralogie und sorgen somit für die Entwicklung und auch das Ende der Tragödie. Ob Erdas Rolle als Weltenordnungshüterin, der Rheintöchters gebaren um den Schatz, Freias Bedeutung für das Fortleben der Götter, Frickas zurechtweisen ihres Gatten vor der Duldung des Inzests oder Brünnhildes Ungehorsam gegenüber ihrem Vater. Gutrune schließlich wird die einzige Überlebende in der Götterdämmerung sein.
Am Theater Chemnitz nehmen sich vier Regisseurinnen der Tetralogie an. Verena Stoiber, Monique Wagemakers, Sabine Hartmannshenn und Elisabeth Stöppler werden die vier Teile aus ihrer sehr individuellen Sichtweise gestalten.

Dem Vorabend   Das Rheingold  – folgt –  Der erste Tag  Die Walküre
– Als spannendes Familiendrama inszeniert –

Verena Stoibers Inszenierung des Vorabends mit Rheingold erhielt vor rund acht Wochen in der Premiere ein gemischtes Echo für die Interpretation und einhelligen Jubel für die musikalischen Ergebnisse. Die Geschichte um die drei Rheintöchter, Alberichs Liebesverzicht und Geldgier, Wotans Götterwelt mit Machtanspruch und Zukunftsplanung gestaltete Verena Stoiber als modernes Schurkenstück mit sittenwidrigem Bauvertrag und üblem Korruptionsgehabe. In der auf aktualisierende Akzente setzenden Interpretation blieb die Urmutter Erda als einzige Protagonistin integer. Sie warnte die Machtinnehabenden eindringlich vor der unstillbaren Gier nach mehr Reichtum, Macht und Rendite. Die Leistung des gesamten Ensembles incl. dem überragenden Orchester der Robert-Schumann-Philharmonie unter dem Generalmusikdirektor Guillermo García Calvo wurden bei der vergangenen Premiere einhellig gefeiert.
Umso gespannter ist man in Chemnitz nun auf den Ersten Tag des Musikdramas Die Walküre, die mit einer weiteren Frau als Regisseurin aufwartet; der aus den Niederlanden stammenden Monique Wagemakers.

Theater Chemnitz / Die Walküre von Richard Wagner © Kirsten Nijhof

Theater Chemnitz / Die Walküre von Richard Wagner © Kirsten Nijhof

Foto oben, von links Wotan  Aris Argiris, Brünnhilde Dara Hobbs, Walküren Guibee Yang, Regine Sturm, Jana Büchner, Anne Schuldt, Susanne Müller-Kaden, Diana Selma Krauss, Nathalie Senf und Alexandra Sherman; Foto Kirsten Nijhof

Handlung:
Richard Wagners Werk Die Walküre wurde gegen seinen Willen am 26.6.1870 in München uraufgeführt auf Geheiß des König Ludwig, der nicht auf die von Wagner geplante zyklische Aufführung in Bayreuth warten wollte. Die Vorgeschichte, oder dass was nach dem Rheingold passiert: Im Raum steht der von Urmutter Erda angekündigte Untergang der Götter. Der Testosteron-gesteuerte Wotan löst das Problem auf seine Weise. Er versucht von Erda den genauen Ablauf der Götterdämmerung zu erfahren und zeugt nebenbei mit ihr neun Töchter, von denen Brünnhilde sich zu seiner Lieblingstochter entwickelt. Sie verbindet Erdas Weisheit mit Wotans Stärke. Da aber von Alberich Gefahr droht, macht sich Wotan als ewiger Wanderer (erkennbar an der aufgemalten Augenklappe) auf den Weg, gründet mit einer Menschenfrau eine neue Familie, die Wälsungen, die er nach der Geburt der Zwillinge Siegmund und Sieglinde verlässt. Schon früh werden die Zwillinge getrennt und wachsen in feindlichen Lagern auf. Sieglinde wird später an Hunding verschachert. Siegmund kann aus der Gefangenschaft fliehen. Die Handlung von Die Walküre ist eigentlich rasch erzählt: „Siegmund und Sieglinde verlieben sich ineinander. Siegmund zieht das Schwert aus der Esche. Wotan zerstreitet sich mit seiner Frau Fricka und muss Siegmunds Schwert mit seinem Speer zerbrechen und den Widersacher Hunding töten. Brünnhilde rettet Sieglinde. Dafür bestraft Wotan Brünnhilde mit magischem Schlaf“. (Stefan Mickisch in einem Vortrag über das Werk)

Theater Chemnitz / Die Walküre von Richard Wagner © Kirsten Nijhof

Theater Chemnitz / Die Walküre von Richard Wagner © Kirsten Nijhof

Fot oben; von links: Siegmund Zoltán Nyári, Hunding Magnus Piontek, Foto Kirsten Nijhof

Regisseurin Monique Wagemakers – Sichtweise:
Nach über vier Stunden äußerst spannendem Musiktheater, als Wotan Loge rief, um Brünnhilde mit Feuerzauber zu umsäumen, die wunderbare Schlussmusik erklingt, der Göttervater ganz langsam zur Hinterbühne schreitet, kommt ihm der kleine Junge, sein letzter Hoffnungsträger Siegfried entgegen. Wotan streift ihm die Hand über sein Köpfchen, verschwindet im Hintergrund, während dem die letzten Noten erklingen und sich der Vorhang schließt.
Monique Wagemakers ist eine erfahrene Regisseurin aus den Niederlanden, die an vielen europäischen Bühnen Aufsehen erregte. Mit dem berühmten Harry Kupfer hat sie gerne und häufig zusammengearbeitet und dessen Produktionen für die Nederlandse Opera neu einstudierte. Für die Inszenierung von Madama Butterfly an der Staatsoper Stuttgart im Jahr 2006 wurde sie vom Magazin Opernwelt als Regisseurin des Jahres nominiert.
In Chemnitz arbeitet sie zum ersten Mal und bringt ihre persönliche Sichtweise von Wagners Werk auf die Bühne. Gemeinsam mit ihrem Team, Bühne Claudia Weinhart, Kostüme Erika Landertinger, Dramaturgie Lucas Reuter, Susanne Holfter, gelingt ihr eine aufgeräumte und gleichzeitig höchst spannende Interpretation, frei jeder aktuellpolitischen Montage ohne Symbole wie Schwert Nothung, Speer und Feuerzauber mit lodernden Flammen. Man erlebt ein intensives, auf Wagners Musik und Text fokussiertes, farbiges Familiendrama, das mit recht einfachen aber wirkungsvollen Mitteln die Personen und die Widersprüchlichkeit der Charaktere mit ihren zahlreichen Facetten in den Mittelpunkt rückt.

Ein wesentlicher Bestandteil des Bühnenbildes ist ein mit romanischen Bögen versehenes, Walhall andeutendes Gebilde, welches drehbar im Zentrum der Bühne zu sehen ist und für alle drei Aufzüge unterschiedlich postiert werden kann. Es hat bereits Risse und weitere Teile werden im Laufe des Abends herunterfallen. Auf transparenten Vorhängen werden Videoanimationen fein dosiert und stimmig hinzugefügt. Im ersten Aufzug zum Beispiel entwickelt sich bühnenportalgroß ein Stammquerschnitt der Weltesche; zum dritten Aufzug wird diese Weltesche von innen heraus rabenschwarz und leitet den Walkürenritt ein. Mit großartigem Licht wird der aufkommende Lenz im ersten Aufzug angedeutet, indem die Säulen der Bogenkonstruktion hell erleuchten. Der transparente Vorhang wird ganz intensiv als Stilmittel eingesetzt. Er verdeckt, er verklärt, er trennt, er hellt auf, er schwebt zwischen Wotan und Brünnhilde und hebt Gemeinsamkeiten hervor. Zum Schluss wird mit ihm und den wunderbaren 8 Walküren der Feuerzauber gebildet, wo Wotan und Brünnhilde wie im Zentrum einer Muschelschale ihren Schicksalen entgegensehen. Die Kostüme der Beteiligten sind häufig in Pastellfarben getaucht. Wotan mit tiefem Ausschnitt im blauen, schweren Ledermantel mit aufgemaltem, schwarzen linken Auge. Hunding erscheint im wilden Fellmantel, kahlgeschoren und barbrüstig, Barbarossa ähnelnd. Siegmund kommt im ockerfarbenen Schlabbermantel. Die Damen tragen reifrockähnliche Gewänder mit Reiterhelmen und Walkürenbrustschilden. Die Führung der Personen mit ihren unterschiedlichen Charakteren findet in ganz hervorragender Weise statt. Auch wenn sich vieles direkt an der Rampe abspielt, so sind aber gerade deshalb die vielen Nuancen der Gefühle, der Machtbesessenheit, der Verzweiflung und der Liebe durch intensives Spiel der Protagonisten erkennbar und unter die Haut gehend.

Theater Chemnitz / Die Walküre von Richard Wagner © Kirsten Nijhof

Theater Chemnitz / Die Walküre von Richard Wagner © Kirsten Nijhof

Foto oben; links – Siegmund Zoltán Nyári, Sieglinde Christiane Kohl; Foto Kirsten Nijhof

Die Musik:
Unter der Leitung des aus Halle stammenden ersten Kapellmeisters und stellv. Generalmusikdirektors Felix Bender kann das Orchester der Robert Schumann Philharmonie am Premierenabend einen wunderbar luftigen, imposanten mit meist moderaten bis gezügelten Tempi und vielschichtiger Klangschönheit versehenen Wagner präsentieren, für den es sich lohnt eine weite Anreise nach Chemnitz anzutreten. Winzige Unsauberkeiten im Blech trüben das Gesamtbild kaum.
Nicht oft genug kann man die Qualität und das Preis-Genussverhältnis der kleinen und mittleren Opernhäuser in Deutschland lobend erwähnen. Die Sängerinnen und Sänger am Premierenabend waren durchweg auf mehr als beachtlichem Niveau, ja vielleicht ganz ohne Enthusiasmus sogar auf Festspielniveau. Stimmschönheit, Textverständlichkeit und Klangfülle im Opernhaus in Chemnitz waren ein überragendes Vergnügen.
In der Sturmtonart D-Moll mit Verweisen auf das Rheingold mit dem Donnermotiv wird Siegmund musikalisch in die „Hütte“ gelenkt zu Sieglinde und Hunding. Das Orchester der Robert Schumann Philharmonie unter seinem jungen Dirigenten Felix Bender spielt die komplementäre Komposition mit dem Drama der Liebe von Sieglinde und Siegmund mit großer Sorgfalt und Empathie für die beteiligten Musiker, Sängerinnen und Sänger. Er führt bereits im Vorspiel mit dem Liebeslied des Lenzes, fast italienisch anmutend die beiden Liebenden zusammen.

Die Minneterzen funktionieren wunderbar als Kennzeichnung des Schicksals der beiden. Die unendlichen Gefühle der Sehnsucht mit der Komposition der unendlichen Melodie geraten ganz besonders „italienisch“ bei den „Winterstürmen wichen dem Wonnemond“, das sicher und mit viel Kern in der Stimme vom Siegmund des Zoltán Nyári gesungen wird. Der ungarische Tenor ist seit 1996 Mitglied des Operetta Theater Budapest, dessen Tourneen ihn unter anderem nach Deutschland, in die Niederlande, in die USA und nach Japan führten. Nachdem er zahlreiche Preise gewonnen hat, gastiert Zoltán Nyári an der Semperoper Dresden, der Oper Frankfurt, beim Budapester Frühlingsfestival und an der Oper Graz. Dort gab er u.a. sein Debüt als Tristan in Wagners Tristan und Isolde. In der neuen Spielzeit 2017/2018 debütiert Zoltán Nyári als Siegmund am Staatstheater Oldenburg sowie nun am Theater Chemnitz.

Theater Chemnitz / Die Walküre von Richard Wagner © Kirsten Nijhof

Theater Chemnitz / Die Walküre von Richard Wagner © Kirsten Nijhof

Foto oben: links Fricka Monika Bohinec, Wotan Aris Argiris; Foto Kirsten Nijhof

„Ich weiß ein wildes Geschlecht“ erklingt von Hunding (Magnus Piontek) mit prachtvoller, mächtiger und rabenschwarzer Stimme. Der aus Bonn stammende Bass gehörte von 2013 bis 2015 zum Ensemble des Nationaltheaters Mannheim und wechselte dann an die Bühnen in Gera/Altenburg. An der Semperoper gastierte er in La Traviata und Eugen Onegin. Mit Beginn der Spielzeit 2016/2017 gehört er zum Solistenensemble der Oper Chemnitz.

Ohne die oft übliche Schwertziehung, Siegmund fleht mit offenen Armen seinen Vater an, folgt dem C-Dur der Schrei der Sieglinde. Christiane Kohl singt die Sieglinde zunächst mit fein dosierter lyrisch anmutender Stimme, die aber dann mühelos nach Belieben kraftvoll und mit tragender Substanz das Haus bis auf den letzten Winkel auslotet. Die aus Frankfurt stammende Sopranistin war engagiert am Opernhaus Zürich, Dortmund, Basel, Kiel, Klagenfurt, Frankfurt, Berlin, der Semperoper in Dresden sowie am Théâtre des Champs-Élysées Paris. 2009 gab sie als Woglinde und Waldvogel sowie als erstes Blumenmädchen ihr Debüt bei den Bayreuther Festspielen, an denen sie seitdem regelmäßig teilnimmt.

Im großartigen Finale des ersten Aufzugs ist die Musik eindeutig, denn hier wird von Sieglinde und Siegmund Siegfried gezeugt, wenn wie bei Wagner vorgeschrieben der Vorhang sehr schnell fällt.

Im zweiten Aufzug erklingt bereits im Vorspiel viel Wichtiges. Einprägsame und wuchtige Fluchtmusik erklingt mit dem Schwertmotiv, der Vorahnung der Walküre, die noch gar nicht erschienen ist, der Liebe in Not (wie bei Freia im Rheingold in Not vor den Riesen), mit ersten Hinweisen auf Brünnhildes „Hoiotoho“ und an eine „Leopard 2“ Geräuschkulisse erinnernde, erscheinende kämpfende Brünnhilde in C-Moll. In der Diskussion zwischen Fricka, der Hüterin des Vergangenen mit traditionsbewusster Weltsicht und ihrem Mann Wotan, wird der dramatische Konflikt, in dem die beiden stecken, besonders deutlich. Wotan verliert Siegmund, Fricka verlässt die Situation feierlich erhobenen Hauptes. Der Zwist endet in Es- Moll und führt musikalisch zum Untergang in der Götterdämmerung. Wotan will auch nicht mehr, weil er weiß, dass Alberich den Sohn Hagen zeugte. Die Frustration endet mit dem verstärkten, aber kaum erkennbaren Walhallmotiv in Moll. Monika Bohinec tritt mit feuerrotem langen Haar und einem reifrockähnlichen Gewand in Erscheinung und keift ihren Gatten an, gefälligst nach Recht und Ordnung zu handeln. Sie singt ihre Partie mühelos mit schön dunkel gefärbtem Timbre und kerniger Höhe. Die in Slowenien geborene Mezzosopranistin ist Mitglied des Ensembles der Wiener Staatsoper. Gastspiele führten sie zu den Salzburger Festspielen, in den Wiener Musikverein und ans Staatstheatertheater am Gärtnerplatz in München. Sie sang u.a. bereits die Ortrud in Wagners Lohengrin in Neuschwanstein und die Brangäne in Wagners Tristan und Isolde in Australien.

Bei der Todesverkündung durch Wotan erklingt wunderbar gespielt vom Orchester das Schicksalsmotiv mit schönen, offenen Dominantseptakkorden. Im Des-Dur des Wallhallmotives soll Siegmund dorthin gelangen. Brünnhilde zeigt ihr „menschliches“ Herz, da sie sich von Siegmund überzeugen lässt, dass es höhere Werte gibt, als in Walhall zu sitzen. Siegmund fällt und gibt die Kraft weiter an Siegfried.

Der dritte Aufzug nimmt in neun musikalischen Schleifen (eine für Brünnhilde und acht für die übrigen Walküren) im berühmten Ritt musikalisch Fahrt auf. Das H-Moll klingt als dämonische Tonart wie bei Klingsor im Parsifal und drückt die Wildheit und Kraft auf der Bühne aus. Es klingt, als ob die Hufe der Pferde nur ganz vorsichtig Land betreten. Erst allmählich kommen sie auf die Erde herunter. Das komponierte Pferdegewieher und die Verfolgung Wotans mit seinem achtfüßigen Pferd Sleibnir, dem schwächeren Pferd Grane der Brünnhilde hinterher hetzend, setzt das Orchester aufregend und unter die Haut gehend um. Die acht Walküren werden sehr schön gesungen und gespielt von Guibee Yang, Regine Sturm, Jana Büchner, Anne Schuldt, Susanne Müller-Kaden, Diana Selma Krauss, Nathalie Senf und Alexandra Sherman.

In der Begegnung der Brünnhilde mit Sieglinde hört man bereits das gut erkennbare Siegfriedmotiv, das mit strahlender, unschuldiger Zukunftshoffnung in G-Dur die Handlung weitertreibt. Das Göttliche in Brünnhilde wehrt sich gegen den Bann des Wotans mit ihrem Klagegesang. „Hier bin ich Vater“ und „War es so schmählich, was ich verbrach?“ erklingt in der Klagetonart E-Moll ohne Erfolg beim Gottvater und deshalb auch nicht ins Dur-Geschehen mündend. Dennoch hat sie es beinahe geschafft, ihren Vater zu überzeugen, um ihm die Liebe ins Herz zu hauchen und so zu tun, wie er es eigentlich selbst gerne wollte. Brünnhilde wird von Dara Hobbs in allen Belangen mit Bravour, schöner Stimmführung, kraftvollen Ausbrüchen sowie feinen, leisen Passagen höchst emotional gesungen. Die amerikanische Sopranistin war von 2007 bis 2012 Ensemblemitglied des Theaters Krefeld-Mönchengladbach. Seit 2012 ist sie freiberuflich tätig und sang u. a. an der Oper Leipzig, der Staatsoper Hannover, der Deutschen Oper am Rhein, der Oper Frankfurt, der Kieler Oper, am Theater Gera und am Fundação Calouste Gulbenkian in Lissabon. Bei den Bayreuther Festspielen sang sie 2013 und 2014 die Partie der Ortlinde (Die Walküre).

Wotan nimmt den Wunsch von Brünnhilde auf, denn sie fordert den Schutz und die Wahrung des Göttlichen, indem er den Feuerkreis in Form des beschriebenen transparenten Vorhangs um sie schließt. Loge entfacht das Feuerzaubermotiv. Der Schmerz über die Trennung lässt die Tragik des Gottes erkennen. In der Liebestonart E-Dur ganz nah an Bruckners siebenter Sinfonie steht Wotan als das größte Opfer dieser Trennung zwischen Vater und Tochter. Das Abschiedsthema erklingt macht- und schmerzvoll zugleich. Wotan schützt seine Tochter Brünnhilde mit dem Feuerkreis und beherrscht noch den Kosmos. Die alte Ordnung soll noch geschützt werden, bis Siegfried kommt und das Werk vollendet. Aris Argiris, der in Athen geborene Bassbariton, unterwegs auf den großen Bühnen in Europa und Nordamerika, gibt sein vollständiges, überragendes Debut des Wotans als erster Grieche überhaupt. Fragmentarisch sang er die Partie bereits mit großem Erfolg an dem Theater an der Wien, wo vor einigen Monaten eine Ringtrilogie in gekürzter und neustrukturierter Fassung gegeben wurde. Vom italienischen und französischen Fach kommend, ergänzte er bereits vor einiger Zeit sein Repertoire als Herrscher in Korngolds Wunder der Heliane in Freiburg mit dem deutsch-dramatischen Fach. Sein Wotan besticht in Chemnitz durch eine schier unglaubliche Energie, Spielfreude, eine tief berührende Zerrissenheit als Gatte und Göttervater mit Machtansprüchen und Liebesbedürfnis. Wunderbar die Text-verständlichkeit, die Fähigkeit zu modulieren und eine Spannweite zwischen „leisest“ und „lautest“ aufzuspannen, die einem den Atem rauben kann. Er gestaltet die Partie mit feinster Schwärze, kernigem Metall und berührt damit eindringlich das begeisterte und ihn besonders feiernde Publikum im Theater Chemnitz. Man darf gespannt sein auf die Weiterentwicklung seines Rollenportfolios.

Als der Vorhang fällt herrscht etliche Sekunden atemlose Stille. Doch dann erhebt sich ein  andauernder Orkan des Jubels im Theater Chemnitz. Der frenetische Applaus des Publikums gilt allen Beteiligten, eingeschlossen die wunderbare Interpretation durch das Regieteam um Monique Wagemakers.

 Theater Chemnitz / Die Walküre von Richard Wagner hier Ensemble zum Applaus © Patrik Klein

Theater Chemnitz / Die Walküre von Richard Wagner hier Ensemble zum Applaus © Patrik Klein

Die Walküre am Theater Chemnitz; weitere Vorstellungen… 02.04.2018 | 22.04.2018 | 01.05.2018 | 27.05.2018 | 12.01.2019 | 19.04.2019 | 01.06.2019

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Hamburg, Staatsoper Hamburg, Messa da Requiem von Giuseppe Verdi, IOCO Kritik, 10.03.2018

März 12, 2018 by  
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Hamburgische Staatsoper © IOCO

Hamburgische Staatsoper © IOCO

Staatsoper Hamburg

  Messa da Requiem  von Giuseppe Verdi

 – Bilanz des Lebens in fesselnden Bildern –

Von Patrik Klein

Am Ende steht das Nichts und absolute Dunkelheit

Der trauernden Mutter (grandios gesungen und gespielt von der schwedischen Sopranistin Maria Bengtsson) bleibt nur die Hoffnung. Im erschütternden Finale verweilt sie ganz allein im Lichtkegel des letzten, einsamen Scheinwerfers. Die Hände der Chormitglieder lugen am Boden aus den Grabkammern, bevor das Licht gänzlich erlöscht. Der faszinierte, berührte, betroffene Zuhörer und Zuschauer durchlebte bis dahin ein intimes, fesselndes,  atemberaubendes Psychogramm vier trauernder Menschen.

Hamburger Staatsoper / Messa da Requiem - hier Finale mit Maria Bengtsson, Solisten und Chor der Staatsoper Hamburg © Brinckhoff / Mögenburg

Hamburger Staatsoper / Messa da Requiem – hier Finale mit Maria Bengtsson, Solisten und Chor der Staatsoper Hamburg © Brinckhoff / Mögenburg

 Die Premiere von Verdis Messa da Requiem leitet die Italienischen Wochen an der Staatsoper Hamburg ein. In den kommenden Wochen gibt man neben dieser neuen auch altbewährte Produktionen wie Verdis La Traviata, Rigoletto, Aida, Puccinis Tosca und Madame Butterfly. Mit besonders hochkarätigen Besetzungen möchte man lokal wie international musikalische und künstlerische Akzente setzen.

Nachdem Calixto Bieito, der eng verbunden ist mit dem Intendanten der Staatsoper Hamburg Georges Delnon, vor etwa einem Jahr eine sehr umstrittene Inszenierung von Verdis Otello von Basel nach Hamburg adaptierte, macht er nun den ungewöhnlichen Versuch, den italienischen Meister mit seinem finalen Werk musikalisch und szenisch darzustellen. Damit führt man die Reihe ungewöhnlicher Interpretationen nahtlos fort, nachdem John Neumeier Bachs Matthäuspassion‘ (Staatsoper und St. Michaeliskirche Hamburg), Romeo Castellucci Bachs Johannispassion (Deichtorhallen Hamburg) und Calixto Bieito Benjamin Brittens War Requiem (in Basel) bereits szenisch umsetzten.

Unter der musikalischen Leitung von Kevin John Edusei, in dem Bühnenbild von Susanne Gschwender, den Kostümen von Anja Rabes, dem Licht von Franck Evin, mit namhaften Solisten und dem Chor(Einstudierung Eberhard Friedrich) und Orchester der Staatsoper Hamburg gelingt dies sehr eindringlich, mit großen Emotionen, wundervoller Musik und nachdenklich stimmenden, großartigen Bildern.

Die Uraufführung des Requiem von Giuseppe Verdi fand am 22. Mai 1874 in der Kirche San Marco zu Mailand statt. Mit dem originalen Titelzusatz „Per l’anniversario della morte di Alessandro Manzoni XXII Maggio MDCCCLXXIV“ bezieht sich Verdi auf den von ihm zutiefst verehrten 1873 verstorbenen Dichter Alessandro Manzoni, der eine hochangesehene Identifikationsfigur des Risorgimento war, der italienischen Nationalbewegung, deren Vertreter auch Verdi selbst gewesen ist.

Schon im gleichen Jahr führte Verdi das Werk in Paris auf und brachte es 1875 auch nach London und Wien. Die Erstaufführungen in Deutschland fanden im Dezember 1875 in Köln und in München statt, kurz darauf folgte die Erstaufführung in der Dresdner Semperoper.

Wegen des Widmungsträgers bezeichnete man einst Verdis Messa da Requiem als Manzoni-Requiem. Der Begriff war vor allem im deutschen Raum in den Jahren nach den ersten Aufführungen geläufig, wurde jedoch bereits im 20. Jh. nicht mehr verwendet. Umgangssprachlich bedient man sich heute der Bezeichnung Verdi-Requiem, während für Konzertankündigungen häufig der Originaltitel Messa da Requiem eingesetzt wird.

Verdis Messa da Requiem ist, wie Berlioz’ Grande Messe des Morts und Brahms’ Ein deutsches Requiem, ein Requiem, das nicht mehr für den liturgischen Gebrauch, sondern allein für konzertante Aufführungen geschrieben wurde; daher wird es oft ironisch als Verdis beste Oper bezeichnet.

Der Text und der Ablaufplan des Werkes entsprechen fast durchgehend der römisch-katholischen Liturgie des Totengottesdienstes. Es gibt nur wenige Abweichungen davon. Verdi verzichtete nur auf die Vertonung von Graduale und Tractus, fügte jedoch das Responsorium Libera me hinzu. Die Besetzung entspricht einem Opernorchester (ähnlich groß besetzt wie bei seiner Oper Don Carlos) mit vier Solisten (Sopran Maria Bengtsson, Mezzosopran Nadezhda Karyazina, Tenor Dmytro Popov, Bass Gábor Bretz) und dem vierstimmigen oft mehrfach geteilten Chor.

Hamburger Staatsoper / Messa da Requiem - hier Finale mit Maria Bengtsson, Solisten und Chor der Staatsoper Hamburg © Brinckhoff / Mögenburg

Hamburger Staatsoper / Messa da Requiem – hier Finale mit Maria Bengtsson, Solisten und Chor der Staatsoper Hamburg © Brinckhoff / Mögenburg

Man bereitete sich intensiv vor an der Staatsoper. Der Chor der Staatsoper Hamburg studierte seit beinahe einem Jahr die 80minütige Totenmesse in lateinischer Sprache auswendig, um zu einem wesentlichen Element der Inszenierung zu reifen. Wochenlang erarbeitete man zusammen mit dem Regieteam um Calixto Bieito die szenische und musikalische Umsetzung. Bei den Proben ging man an den körperlichen Einsatz im Grenzbereich und entwickelte gemeinsam die Umsetzung der extremen musikalischen Emotionen in plausible Bilder und Handlungsweisen. In dieser Auseinandersetzung mit der Musik und dem Tod wurden der Chor und die Figuren in den Mittelpunkt gerückt. Die Auseinandersetzung mit dem Tod in unserer modernen Welt wurde sehr persönlich in den langen Proben individuell entwickelt und zu einem farben- und kontrastreichen Kaleidoskop zusammengesetzt. Dabei fühlt sich der Betrachter mitgenommen auf eine Fahrt über einen südeuropäischen Friedhof, der durch markante Grabformen und -kammern charakterisiert ist. Unwillkürlich befragt man sich selbst: „Was würde ich mit auf den Friedhof bringen?“ „Wie stelle ich mir den Tod vor?“

Geprägt durch Hoffnung, Wut, Reue, Aggression und Angst lenkt Bieito verschiedene situative Blicke auf die sieben großen Werkteile des Verdi Requiems. Verdi machte keine Vorgabe über die Relationen der Solisten zueinander. Aus den Rollen als Kommentatoren, Beobachtern, Erzählern und Paaren entstehen Menschen mit persönlichen Geschichten, die sogar eine Handlung daraus entwickeln. Es geht dabei um die Trauer zweier Paare (Bass und Sopran; Mezzosopran und Tenor), die den Verlust eines lieben Menschen erfahren; zum Beispiel eine Mutter, die ihr Kind durch einen Autounfall verliert. Sie gibt sich selbst die Schuld an dem Unfall, weil sie das Kind losgeschickt hat. Ihr Mann sagt sie nicht gänzlich von der Schuld frei. Auf jeden Fall schaffen sie es beide nicht mehr, normal miteinander zu leben und gehen daran auf verschiedene Weise zu Grunde. In der wunderbaren Musik Verdis findet man leicht für sich ganz individuelle Berührungspunkte, die mit Hoffnung und einem Ausblick auf die Ewigkeit eng verbunden sind.

Hamburger Staatsoper / Messa da Requiem - hier Anfangsszene; Nadezhda Karyazina, Dmytro Popov, Maria Bengtsson, Gábor Bretz, Chor der Staatsoper Hamburg © Brinckhoff / Mögenburg

Hamburger Staatsoper / Messa da Requiem – hier Anfangsszene; Nadezhda Karyazina, Dmytro Popov, Maria Bengtsson, Gábor Bretz, Chor der Staatsoper Hamburg © Brinckhoff / Mögenburg

Calixto Bieito kommt mit sechs großen hölzernen, beweglichen, bühnenausfüllenden Gestellen, Grabkammern eines südeuropäischen Friedhofes aus, die sich nach Belieben verschieben und sogar kippen lassen. Der Chor, die Statisten und die vier Solisten sind moderne Menschen in bunter Kleidung, die in einer beweglichen Choreografie die sieben Teile des Verdi Requiems darstellen. Sie erzählen ihre Geschichte von Tod, Trauer und Verzweiflung. Die Betrauerten sind ihre Kinder, die im Hintergrund in Erinnerung mit Bällen spielen, die alte Mutter, die als Geist zwischen den Gestellen über die Bühne schleicht. Der Chor wirkt als eine Art emotionale Verstärkung oder auch als eine Art Antwort aus dem Jenseits. Hoffnung gebend, Bedrohung darstellend, beim Dies Irae den Zorn eingebend; dann sich in den großen Grabfächern versteckend, Leichen herausziehend und zum Ende hin nur noch die Hände aus dem mittlerweile abgesenkten Grabgestell reckend.

Der Chor der Staatsoper Hamburg (Einstudierung Eberhard Friedrich) soll an dieser Stelle ganz besondere lobende Erwähnung finden, denn diese ungewöhnliche szenische Darstellung des ansonsten konzertant mit Notenblättern vor Augen aufgeführten Werkes fordert die Mitglieder ganz besonders. Wenn sich zum Beispiel der Chor schützend oder ein andermal bedrohend und bestrafend um die Sopranistin schart, auf den Knien rutscht oder gar gänzlich in den Grabkammern verschwindet und dabei noch sauber und präzise, formschön und ausdrucksstark die Emotionen in Verdis Musik auslotet und verständlich über die Rampe bringt. Vorzüglich gelingt das auch im vierten Teil im doppelchörigen Sanctus, wo die Chormitglieder aus dem flach liegenden Grabgestell aus ihren Kammern steigen, die vier Solisten verzweifelt an den Aufhängungsseilen des Gestells ziehen, die Sopranistin herzzerreisend in ihr Solo übergeht und schließlich alle um Erlösung flehen. Bevor das Licht ausgeht und die Sopranistin verbleibt, ziehen sie sich bis auf die aus den Gräbern herausragenden Hände zurück. Lang anhaltende Stille in der Staatsoper, bis der junge Dirigent Kevin John Edusei den Taktstock niederlegt.

 

Hamburger Staatsoper / Messa da Requiem - hierMaria Bengtsson umringt von Statisten und Chormitgliedern der Staatsoper Hamburg © Brinckhoff / Mögenburg

Hamburger Staatsoper / Messa da Requiem – hierMaria Bengtsson umringt von Statisten und Chormitgliedern der Staatsoper Hamburg © Brinckhoff / Mögenburg

 Ganz wunderbar spielen und singen die Solisten: Allen voran die schwedische Sopranistin Maria Bengtsson,  international bekannt und erfolgreich an den großen Bühnen in Berlin, Dresden, Wien , Frankfurt, Salzburg und London. Ihre Interpretation ist Weltklasse, wenn sie ihren feinen und samtigen Sopran mit ganz leicht dunkler Färbung für ihre berührenden Emotionen erklingen lässt. Sie überzeugt in allen Facetten ihrer Gesangs- und Schauspielkunst. Die russische Mezzosopranistin Nadezhda Karyazina ist seit 2015 Ensemblemitglied der Staatsoper Hamburg und hat hier bereits einiges Aufsehen erregt in Partien wie Mercédès (Carmen), Maddalena (Rigoletto), Emilia (Otello), Suzuki (Madama Butterfly), Kontschakowna (Fürst Igor), Pauline (Pique Dame), Rosina (Il Barbiere di Siviglia) und Hänsel (Hänsel und Gretel). Mit schön dunkel gefärbtem Mezzo gestaltet sie ihre Rolle souverän und ausdrucksstark, wird dem mörderischen Tonumfang der Partie eindrucksvoll gerecht, lediglich ein paar winzige flackernde Momente in den oberen Registern sind gelegentlich zu hören. Oft liegt sie wunderbar wie ein dunkler Schatten musikalisch unter dem Sopran. Der ukrainische Tenor Dmytro Popov,  der an der Hamburgischen Staatsoper bereits den Don José in Carmen und Alfredo in La Traviata sang, ist gefragter Gast an renommierten Opernhäusern wie dem Royal Opera House Covent Garden in London, der Metropolitan Opera New York, der Deutschen Oper Berlin, der Bayerischen Staatsoper in München, der Oper Stuttgart, der Semperoper in Dresden, der Wiener Staatsoper und dem Opernhaus Zürich. Er singt seine Partie mit klanglich schöner lyrischer Stimme, etwas eng geführt, aber mit schön gebundenen Phrasierungen eindrucksvoll und selbstbewusst. Der in Budapest geborene und international bekannte Bass Gábor Bretz, der dem Hamburger Publikum noch in Erinnerung sein dürfte mit  der Interpretation des Phillipe II in Don Carlos unter der musikalischen Leitung von Renato Palumbo in der überregional beachteten Produktion von Peter Konwitschny, gibt den leidenden und nicht vorwurfsfreien Ehemann der Sopranistin. Sein sicher geführter, gut fokussierter Bass leuchtet dunkel umhüllt mit strahlendem Kern und strömenden Legato. Es gelingt ihm besonders gut, seine vorhandene Schwärze in der Stimme zurückzunehmen und Verdis gewünschten Farbreduzierungen gerecht zu werden. Mühelos meistert er die Anforderungen seiner Partie.

Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg unter dem fabelhaften Dirigenten Kevin John Edusei, der zu den herausragenden Dirigenten der jungen Generation zählt, spielt Verdis Musik mit großer Leidenschaft. Als viel beachteter Chefdirigent der Münchner Symphoniker und seit Beginn der Spielzeit 2015/16 als Chefdirigent am Konzert Theater Bern folgen die Musiker bereitwillig und äußerst aufmerksam  seiner berührenden Interpretation von Verdis letztem Werk. Anders als in Verdis Opern muss man die musikalischen Färbungen zurückhalten, was Kevin John Edusei in ganz hervorragender Weise gelingt. Schnörkellos und geradlinig erscheinen seine Tempi, raumfüllend und satt mit wunderbarer Dynamik die bekannten Stellen des Dies Irae, den Chor und die Solisten nie abdeckend. Die drei Stellen des Dies Irea sind aus der Musik des Otellos entwickelt und musikalisch wie ein Michelangelo gemalt. Mit wunderbar trockenen Schlägen setzt das Orchester dies beinahe so, wie in der berühmten Aufnahme mit Toscanini von 1951 um. Die seufzenden Klarinetten im Rex tremendea ähneln ganz wunderbar der Musik aus Verdis Don Carlos. Die leisen Stellen geraten ganz besonders feinfühlig und stimmungsvoll. Auch beim Recordare gelingt ihm die klangliche und musikalische Feinabstimmung zwischen den Solisten ganz besonders erfüllend. Berührend beim Lux aeterna, wo alle Todesszenen aus Verdis verschiedenen Opern in einer Szene zusammengefasst werden und das niederschmetternde Finale im Responsorium eingeleitet wird. Selten hat man das Orchester in der nicht unkomplizierten Akustik des Opernhauses so inspiriert wahrgenommen.

Das Premierenpublikum reagierte anfänglich mit Stille und Betroffenheit dem frenetischer Applaus und Bravorufen für alle Mitwirkenden folgte, besonders für den Chor der Staatsoper Hamburg. Wenige Buh-Rufe für Regisseur Calixto Bieito lächelt dieser angemessen höflich weg.  Messa da Requiem: Ein großartiger Abend in der Staatsoper Hamburg.

Messa da Requiem an der Staatsoper Hamburg: Weitere Vorstellungen, die man sich nicht entgehen lassen sollte sind am 14.3., 17.3., 20.3., 23.3., 27.3., 31.3.2018

Hamburg, Staatsoper Hamburg, Italienische Wochen 11.3. – 17.4.2018, IOCO Aktuell, 08.03.2018

März 8, 2018 by  
Filed under Hervorheben, IOCO Aktuell, Oper, Staatsoper Hamburg

Hamburgische Staatsoper © IOCO

Hamburgische Staatsoper © IOCO

Staatsoper Hamburg

„Gemeinsam in die Oper“

Italienische Wochen – Messa da Requiem bis Tosca

11.3. – 17.4.2018 an der Staatsoper Hamburg  

Vom 11.3. bis 17.4.2018  feiert die Staatsoper Hamburg mit Produktionen wie dem Verdi Requiem, La Traviata, Rigoletto, Aida, Puccinis Tosca und Madame Butterfly die  „Italienischen Wochen“. Mit hochkarätigen Besetzungen möchte die Staatsoper  lokal wie international musikalische und künstlerische  Akzente setzen

IOCO wird die Italienischen Wochen der Staatsoper aktiv begleiten: Patrik Klein wird für IOCO von der Premiere Messa da Requiem von Giuseppe Verdi (Regisseur Calixto Bieito, 11.3.2018) und über Tosca von Giacomo Puccini, 17.4.2018, mit Anja Harteros und Jonas Kaufmann berichten.
Zusätzlich werden Rolf Brunckhorst mit  Riccardo Massi, dem Cavaradossi in Tosca und Patrik Klein mit Sopranistin Maria José SiriCio-Cio-San in Madame Butterfly über ihre beiden Aufführungen in Hamburg sprechen.

Teatro La Fenice in Venedig / Giuseppe Verdis La Traviata wurde hier am 6. März 1853 uraufgeführt © IOCO

Teatro La Fenice in Venedig / Giuseppe Verdis La Traviata wurde hier am 6. März 1853 uraufgeführt © IOCO

Pressemitteilung der  Staatsoper Hamburg 

Die Staatsoper Hamburg präsentiert erstmals und mit freundlicher Unterstützung durch die Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper die Italienischen Opernwochen vom 11. März bis 17. April 2018.

Von 11. März bis 17. April 2018 spielt die Staatsoper Hamburg aus ihrem großen reichhaltigen Repertoire an italienischen Opern bekannte Werke, die in den Hauptpartien mit weltweit renommierten Sängerinnen und Sängern in herausragender Qualität besetzt sind. Auftakt der Italienischen Opernwochen soll auch in Zukunft in jeder Spielzeit eine Neuinszenierung sein: Zur ersten Ausgabe ist dies die szenische Umsetzung von Giuseppe Verdis Messa da Requiem in der Inszenierung von Calixto Bieito und unter der Musikalischen Leitung von Kevin John Edusei am 11. März. Es singen und spielen Maria Bengtsson (Sopran), Nadezhda Karyazina (Mezzosopran), Dmytro Popov (Tenor) und Gábor Bretz (Bass).

Maria Jose Siri © Victor Santiago

Maria Jose Siri © Victor Santiago

Es wird im Rahmen der Italienischen Opernwochen Giacomo Puccinis Madama Butterfly unter der Musikalischen Leitung von Carlo Rizzari am 13. und 16. März zu erleben sein. Als Cio-Cio San ist María José Siri und als Pinkerton Marcelo Puente besetzt.

Weiterhin steht Giuseppe Verdis La Traviata ebenfalls unter der Musikalischen Leitung von Maestro Carlo Rizzari am 15., 18. und 22. März auf dem Spielplan. Als Violetta Valery ist Dinara Alieva, als Alfredo Germont Dovlet Nurgeldiyev und als Giorgio Germont Markus Brück zu erleben.

Giuseppe Verdis Aida ist mit Elena Zhidkova als Amneris, Kristin Lewis als Aida, Marco Berti als Radamès und Roberto Frontali als Amonasro am 25. und 28. März sowie am 5., 11. und 14. April brilliant besetzt. Am Pult steht Renato Palumbo.

Giacomo Puccinis Meisterwerk Tosca unter der Musikalischen Leitung von Pier Giorgio Morandi ist in drei Serien exzellent besetzt. In Serie eins steht als Floria Tosca Angela Gheorghiu am 21., 24. und 29. März auf der Staatsopernbühne. Ihr zur Seite steht Riccardo Massi als Mario Cavaradossi. In Serie zwei verkörpert am 4. und 7. April Tatiana Serjan Floria Tosca und Jorge de Leon Mario Cavaradossi. Die dritte Besetzungsvariante am 17. April ist mit Anja Harteros als Floria Tosca und Jonas Kaufmann als Mario Cavaradossi der Abschluss der Italienischen Opernwochen. In allen drei Besetzungsvarianten ist Scarpia mit Franco Vassallo besetzt. Die Vorstellung am 17. April 2018 ist bereits ausverkauft.

Das 7. Philharmonisches Konzert mit Werken von Puccini, Respighi, Busoni und Berio unter der Musikalischen Leitung von Alejo Pérez ist in die Italienischen Opernwochen integriert. Es spielt das Philharmonische Staatsorchester Hamburg, es singen die Neuen Vocalsolisten Stuttgart. Beide Konzerte in der Elbphilharmonie am 18. und 19. März 2018 sind bereits ausverkauft. PMStOHH

Programm –  Italienische Wochen 11.3. – 17.4.2018

Sonntag, 11. März 2018: Eröffnung und Premiere Giuseppe Verdi: Messa da Requiem

Dienstag, 13. März 2018: Giacomo Puccini: Madama Butterfly

Mittwoch, 14. März 2018: Giuseppe Verdi: Messa da Requiem

 Alphonsine Plessis Grabmal in Paris, die Kameliendame, welche in Giuseppe Verdis La Traviata zu Violetta wurde © IOCO

Alphonsine Plessis Grabmal in Paris, die Kameliendame, welche in Giuseppe Verdis La Traviata zu Violetta wurde © IOCO

Donnerstag, 15. März 2018: Giuseppe Verdi: La Traviata

Freitag, 16. März 2018: Giacomo Puccini: Madama Butterfly

Samstag, 17. März 2018: Giuseppe Verdi: Messa da Requiem

Sonntag, 18. März 2018: Giuseppe Verdi: La Traviata

Sonntag, 18. März 2018, Elbphilharmonie: 7. Philharmonisches Konzert (ausverkauft)

Montag, 19. März 2018, Elbphilharmonie: 7. Philharmonisches Konzert (ausverkauft)

Dienstag, 20. März 2018: Giuseppe Verdi: Messa da Requiem

 Riccardo Massi - Cavaradossi © Benjamin Ealovega

Riccardo Massi – Cavaradossi © Benjamin Ealovega

Mittwoch, 21. März 2018: Giacomo Puccini: Tosca

Donnerstag, 22. März 2018: Giuseppe Verdi: La Traviata

Freitag, 23. März 2018: Giuseppe Verdi: Messa da Requiem

Samstag, 24. März 2018: Giacomo Puccini: Tosca

Sonntag, 25. März 2018: Giuseppe Verdi: Aida

Dienstag, 27. März 2018: Giuseppe Verdi: Messa da Requiem

Mittwoch, 28. März 2018: Giuseppe Verdi: Aida

Donnerstag, 29. März 2018: Giacomo Puccini: Tosca

Samstag, 31. März 2018: Giuseppe Verdi: Messa da Requiem

Mittwoch, 4. April 2018: Giacomo Puccini: Tosca

Donnerstag, 5. April 2018: Giuseppe Verdi: Aida

Freitag, 7. April 2018: Giacomo Puccini: Tosca

Mittwoch, 11. April 2018: Giuseppe Verdi: Aida

Samstag, 14. April 2018: Giuseppe Verdi: Aida

Dienstag, 17. April 2018: Giacomo Puccini: Tosca (ausverkauft)

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