Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, Premiere DER LIEBESTRANK von Gaetano Donizetti, 16.06.2016

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

  DER LIEBESTRANK von Gaetano Donizetti (1797 – 1848)

Premiere 16. Juni 2016 19:30 Uhr, weitere Vorstellungen: 19. und 22. Juni jeweils 19:30 Uhr

Donizettis Liebestrank ist die romantischste aller komischen italienischen Opern des 19. Jahrhunderts. Ein naiver Bursche verliebt sich – zunächst unglücklich –  in eine gut situierte, aber kapriziöse Schönheit. Zusammen mit dem Macho Belcore, dem alten Schwindler Dulcamara, dessen Liebestrank die Melodien perlen lässt, und dem agilen Chor bilden sie das Personal für einen turbulenten Opernabend. In der Inszenierung von Regisseur Jim Lucassen dürfen die handelnden Personen einige Abgründe von Starallüren, Promiklischee und Diventemperament lustvoll ausagieren.

Der australische Dirigent David Kram, der die Belcanto-Aufführungspraxis direkt an den Quellen studiert hat, übernimmt die Musikalische Leitung. Ein Höhepunkt der Kabinett-stückchen der Oper: Nemorinos berühmte Klage-Arie Una furtiva lagrima, die Tenor Ioan Hotea beim wichtigsten internationalen Gesangswettbewerb Operalia 2015 in London mit zum Sieg verhalf. Neben ihm singen außerdem Gloria Rehm (u. a. Marie in Die Soldaten) alternierend mit Silvia Micu, Patrick Carfizzi (u. a. MET New York), Christopher Bolduc (u. a. Guglielmo in Così fan tutte), Stella An (u. a. Gretel, Despina in »Così fan tutte«) sowie der Chor des Hessischen Staatstheaters.

Musikalische Leitung David Kram Inszenierung Jim Lucassen Bühne & Kostüme Marc Weeger, Silke Willrett Licht Ralf Baars Chor Albert Horne Dramaturgie Regine Palmai

 Gloria Rehm / Silvia Micu Nemorino, Ioan Hotea Belcore,  Christopher Bolduc DulcamaraPatrick Carfizzi Gianetta Stella An
Chor & Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Hessisches Staatsorchester Wiesbaden
Pressemeldung Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Premiere 16. Juni 2016 19:30 Uhr, weitere Vorstellungen: 19. und 22. Juni jeweils um 19:30 Uhr   PMHSttW

 

Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, Premiere DIE MACHT DES SCHICKSALS von Giuseppe Verdi, 22.05.2016

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

DIE MACHT DES SCHICKSALS von Giuseppe Verdi

Internationale Maifestspiele 2016

Premiere am 22. Mai 2016 um 19:30 Uhr im Großen Haus // die beiden nächsten Vorstellungen sind am 26. Mai & am 2. Juni jeweils um 19:30 Uhr

Giuseppe Verdis (1813 – 1901) großartige Belcanto-Oper Die Macht des Schicksals wird im Rahmen der Internationalen Maifestspielen 2016 in einer Neueinstudierun wieder auf den Spielplan zurückkehren. Die Komposition bietet packende Stimmungsmalerei vom Marktplatz bis zum Kloster, intime Arien, große Duette und eindrucksvollen Chorszenen. Die Wiesbadener Inszenierung von 2014 im Stil eines amerikanischen Krimis mit dem überraschenden Bühnenbild eines sich wie ein Kamerazoom öffnenden Katastrophenraums wartet zu den Internationalen Maifestspielen 2016 mit einer Star-Besetzung auf:

Der spanische Bariton Carlos Alvarez, österreichischer Kammersänger an der Wiener Staatsoper, ist am 22. und 26. Mai als Don Carlo di Vargas zu erleben. Die chinesische Star-Sopranistin Hui He ist als Leonora seine brillante Partnerin. In der Premiere am 22. Mai wird die russische Mezzosopranistin Marina Prudenskaja in den Rollen Preziosilla / Curra die Gala-Besetzung erweitern. Derzeit ist sie im Ensemble der Staatsoper Berlin und debütiert in dieser Saison am Royal Opera House Covent Garden London. José Cura hat leider aus gesundheitlichen Gründen seine Mitwirkung an den zwei Vorstellungen von Die Macht des Schicksals bei den Internationalen Maifestspielen am 22. und 26. Mai 2016 absagen müssen.

Richard Furman wird nun sein Debüt in der Rolle des Alvaro vorziehen und in den beiden Vorstellungen der Internationalen Maifestspiele singen.

Nach den Internationalen Maifestspielen haben Sie noch drei Mal im regulären Spielplan die Gelegenheit, Die Macht des Schicksals zu erleben.

Musikalische Leitung Christoph Stiller Inszenierung nach Immo Karaman Spielleitung Magdalena Weingut Choreografie nach Fabian Posca Bühne Timo Dentler Kostüme Okarina Peter Chor Albert Horne Dramaturgie Stephan Steinmetz

Don AlvaroRichard Furman, Donna LeonoraHui He, Don Carlos di Vargas – Carlos Alvarez (Internationale Maifestspiele 2016), Thomas de Vries Marchese von Calatrava / Pater Guardiano Young Doo Park Fra Melitone Patrick Carfizzi Preziosilla / Curra Marina Prudenskaja (Internationale Maifestspiele 2016), Romina Boscolo Mastro Trabuco Benedikt Nawrath Ein Alkalde Aldomir Mollov Ein spanischer Militärarzt S?awomir Wielgus

Pressemeldung Hessisches Staatstheater Wiesbaden

 

Köln, Oper Köln, Macht des Schicksals – Macht der Bilder, IOCO Kritik, 18.09.2012

September 18, 2012 by  
Filed under Kritiken, Oper Köln

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Oper Köln

Oper am Dom, Blick auf den Rhein © IOCO

Oper am Dom, Blick auf den Rhein © IOCO

Opernhaus Köln / Oper am Dom © IOCO

Opernhaus Köln / Oper am Dom © IOCO

Die Macht des Schicksals von Giuseppe Verdi
Die Welt dreht sich, aber alles bleibt gleich“.

Die am Offenbachplatz in Köln gelegene Hauptspielstätte der Oper Köln wird saniert. Der Musical Dome Köln, von 1996 bis 2011 Wallfahrtsort für großes Musical wie Saturday Night Fever, dient nun der Oper Köln bis 2015 als Interimspielstätte. Name: Oper am Dom. Der attraktive blaue Glas-Stahl-Bau ist direkt an der Rheinuferpromenade und in unmittelbarer Nachbarschaft zu Dom und Bahnhof gelegen. Umgebaut, die Akustik auf Opernqualität  ertüftelt, wurde die Oper am Dom im Mai 2012 mit Tosca glänzend eingeweiht. Die Macht des Schicksals von Giuseppe Verdi wurde am 16. September 2012 zur zweiten erfolgreichen Bewährungsprobe in der Oper am Dom.

Premiere La Forza del Destino, Intendatin Dr. Meyer © IOCO

Premiere La Forza del Destino, Intendatin Dr. Meyer © IOCO

Die Macht des Schicksals wurde 1862 im Kaiserlichen Theater in  St. Petersburg erfolgreich uraufgeführt. In der Oper am Dom wurde die heute überwiegend gespielte Neufassung der Oper von 1869 produziert. Die Premiere der Oper Köln am 16.9.2012 in ausverkauftem Haus wurde zu einem Erfolg. Der vom Publikum umjubelte Ex-Intendant Uwe Eric Laufenberg feierte mit.

Oper Köln / La Forza del Destino - Alvaro (Ferrer) und Leonora (Adina Aaron) © Paul Leclaire

Oper Köln / La Forza del Destino – Alvaro (Ferrer) und Leonora (Adina Aaron) © Paul Leclaire

Oper am Dom / Premierenfeier, Uwe Eric Laufenberg © IOCO

Oper am Dom / Premierenfeier, Uwe Eric Laufenberg © IOCO

Die Macht des Schicksals ist ein sperriges Stück, zerrissen in freudloser Polarität zwischen Krieg, Feldlager und religiöser Weltflucht. Zahllose unübersichtliche Episoden, Grotesken, Neben- und Hauptpersonen begleiten die drei zentralen Protagonisten, das Liebespaar Leonora di Vargas und Alvaro, welches sich in der Oper nur zu deren Beginn und Ende kurz begegnet und Leonoras Bruder Don Carlo. Der Titel der Oper signalisiert: Der Zufall, der Fatalismus ist das wahrhaft bestimmende Element des Lebens. Der Mensch ist zur Selbstbestimmung  unfähig.

Und doch gibt der französische Regisseur Olivier Py, in seiner ersten Inszenierung einer Verdi-Oper, der komplexen Gemengelage mit veristischen Bühnenbildern einen strukturierten wie dramaturgisch passenden Rahmen: Desillusionierende Projektionen früher Industrialisierung, eine dunkle Ziegelsteinwand als Bühnenvorhang, millimetergenau von Hand geführte Fabrikkulissen und beständig langsam drehende riesige Förderräder  vermitteln anschaulich die düstere, albtraumhafte Verlorenheit der Handlung (Bühne und Kostüme Pierre-André Weitz). Ob Liebende, Opportunist oder Hassender: Alle Menschen sind Abhängige im Räderwerk der Lebenszufälle. Männer zelebrieren männlich archaische Verhaltensmuster: Gewalt scheuen sie nie. Der Krieg (Arie und Chor: Viva la guerra) ist des wahren Mannes  Abenteuerspielplatz. Auch „Ehrenmann“ Don Carlo reiht sich mit seinem Vertrauensbruch gegenüber dem „Blutsbruder“ Alvaro ein in die Hybris fehlgeleiteten Stolzes  (Arie: Ein Eid ist dem Mann von Ehre heilig), welcher letztlich zum unverstandenen eigenen Untergang führt. Frauen, nutzen ihre gewaltfreien Räume in imposant wie profan inszenierten Volksszenen als Fabrikarbeiterinnen, Prostituierte oder Marketenderinnen. Selbst unendlich gut gelungene Momente des Erhabenen (Gebete und Pilgerchor im 1. und 3. Akt) heben nicht die bleierne Düsternis der Handlung auf. Olivier Py  zeichnet in dieser beeindruckenden Inszenierung die Hoffnungslosigkeit einer Welt, welche sich trotz dauerndem Krieg, Tod und Elend nicht wandelt, weil sich dessen Menschen nicht verändern: „Die Welt dreht sich, aber alles bleibt gleich“.

 

Der Verdi und Italien-erfahrene Dirigent Will Humburg  und  das Gürzenich-Orchester Köln finden schon mit dem Schicksalsmotiv der Ouvertüre zu exzellenter Form. Die unterschiedlichen Spannungselemente des Werkes, bunter Volkstrubel, Leidenschaft, Kriegsgetümmel wie Humoresken zeichnen Humburg und das Gürzenich-Orchester mit ungekappter Energie, subtil wie mit rhythmischer Vehemenz. Große Gefühle interpretiert das Orchester beredt und beweglich, bis hin zu den von Verdi geforderten tiefen Blechregistern. Sängerisch wird der Abend maßgeblich von der wunderbaren Adina Aaron in der Partie der verletzlichen, einsamen Leonora di Vargas gestaltet.

Oper Köln / La Forza del destino © Paul Leclaire

Oper Köln / La Forza del destino © Paul Leclaire

In ihrem Rollendebüt bannte Adina Aaron den Besucher mit wunderbar sicher timbriertem Ausdrucksrepertoire; ihre Höhen und Mittellagen unangestrengt kraftvoll, die Piani lyrisch ausdrucksstark. Enrique Ferrer, als Alvaro ebenfalls in seinem Rollendebüt, und Anthony Michaels-Moore als Don Carlo überzeugen besonders in den dramatischen Momenten mit stilsicheren Stimmen und der nötigen Intensität. Breite Begeisterung lösten die hervorragend besetzten Partien des buffonesken Fra Melitone (Patrick Carfizzi), der Preziosilla (Dalia Schaechter), welche mit sattem Alt die Tessitura der schweren Rataplan-Arie bestens bewältigt und  Liang Li, welcher der großen Partie des Padre Guardiano mit schönem lyrischen Bass eigenes Charisma verleiht.  Andrew Ollivant leitete einen Chor und Extrachor der Spitzenklasse: Ohnehin von ausnehmend zentraler Bedeutung in dieser Oper, präsentierte sich der riesige Chor der Oper Köln gut geführt in klanglich gewaltiger wie exzellenter Form.

Die Macht des Schicksals ist eine große Verdi-Oper mit schwierigem Zugang, für den Regisseur wie den Besucher. Die Inszenierung von Olivier Py ist packend authentisch. Sie zeichnet auf der Bühne der Oper am Dom ein facettenreiches, tragisch wie burleskes Menschenbild, welches in menschlichem Verirren und Getrieben-Sein der Macht des Schicksals nicht entkommt. Mit der Gefühlstiefe der Musik von Giuseppe Verdi, mit gut disponiertem Ensemble und gewaltigem Chor ist Olivier Py in Köln eine herausragende Inszenierung gelungen.

—| IOCO Kritik Oper Köln |—

 

 

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