Wien, Wiener Staatsoper, NUREJEW GALA in Wien – Eine Tradition, 28.06. 2019

Juni 25, 2019 by  
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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

NUREJEW GALA 2019  –  WIENER STAATSBALLETT

28. JUNI 2019

Das Wiener Staatsballett beschließt auch 2019 seine Saison mit der beliebten Nurejew Gala in der Wiener Staatsoper, die inzwischen nicht nur für viele Wienerinnen und Wiener, sondern auch für Gäste aus dem In- und Ausland zum Ballett-Fixpunkt und zur unverzichtbar gewordenen Tradition geworden ist.

 Ballettchef Manuel Legris – 2019 wieder auf der Bühne zu erleben

Die Gala am Freitag, 28. Juni 2019 (18.00 Uhr) bietet ein gewohnt abwechslungsreiches und vielgestaltiges Programm aus der internationalen Welt des Tanzes.

Wiener Staatsoper / Sylvia - Nikisha Fogo, Denys Cherevychko und Ensemble © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Sylvia – Nikisha Fogo, Denys Cherevychko und Ensemble © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Erstmals an der Wiener Staatsoper zu sehen sind dabei der Delirienwalzer von Roland Petit, der Jockey-Tanz aus Von Sibirien nach Moskau von August Bournonville, der Esmeralda Pas de deux und Der Talisman Pas de deux (beide in der Fassung von Pjotr Gussew), der Pas de deux aus Romeo und Julia in der Fassung von Rudolf Nurejew sowie Luminous von András Lukács, der Ausschnitt aus Cantata von Mauro Bigonzetti und Ochiba von Patrick de Bana.

NUREJEW GALA 2018
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Die Nurejew Gala 2019 wird im Rahmen von Oper live am Platz auf den Herbert von Karajan-Platz übertragen.

Vor der Sommerpause präsentieren sich nicht nur die Tänzerinnen und Tänzer des Wiener Staatsballetts – u. a. Ersten SolotänzerInnen Olga Esina, Nikisha Fogo, Kiyoka Hashimoto, Liudmila Konovalova, Natascha Mair, Ketevan Papava, Nina Poláková, Denys Cherevychko, Davide Dato, Jakob Feyferlik, Robert Gabdullin, Roman Lazik, Vladimir Shishov und die SolotänzerInnen Ioanna Avraam, Alice Firenze, Nina Tonoli, Eno Peci, Richard Szabó und Dumitru Taran – noch einmal dem Publikum, sondern auch heuer gastieren bei der Nurejew Gala wieder internationale Gastsolistinnen und Gastsolisten im Haus am Ring:

 Ballettchef Manuel Legris – 2019 wieder auf der Bühne zu erleben

Es tanzen Young Gyu Choi vom Amsterdamer Het Nationale Ballet sowie Anastasia Nuikina (Debüts an der Wiener Staatsoper) und Kimin Kim vom Ballett des Mariinski-Theaters. Auch Ballettdirektor Manuel Legris wird im Rahmen der Nurejew Gala 2019 wieder auf der Bühne zu erleben sein.

Am Dirigentenpult steht Kevin Rhodes – er leitet die Nurejew Gala im Haus am Ring heuer bereits zum fünften Mal musikalisch.

Kurzbiographien der GastsolistInnen:
Young Gyu Choi stammt aus Südkorea und erhielt seine Ausbildung an der Sunhwa Arts School in Seoul und an der Tanz Akademie Zürich und tanzte mit dem Korea National Ballet und dem Universal Ballet in Seoul. Seit 2011 ist er Mitglied des Het Nationale Ballet, wo er 2015 zum Ersten Solisten ernannt wurde. Auszeichnungen: International Ballet Competition in Varna (zweiter Preis 2006 und erster Preis 2010), Boston International Competition (erster Preis, 2010), Youth America Grand Prix in New York (erster Preis, 2007), Alexandra Radius Award (2017).
Anastasia Nuikina wurde in Samara geboren. Im Anschluss an ihre Graduierung an der Waganowa-Akademie wurde sie 2018 unmittelbar an das Ballett des Mariinski-Theaters engagiert.

Wiener Staatsoper / Artifact Suite - Davide Dato und Natascha Mair © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Artifact Suite – Davide Dato und Natascha Mair © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Geboren in Seoul, wurde Kimin Kim an der Korea National University of Arts ausgebildet. 2012 wurde er als Solotänzer an das Ballett des Mariinski-Theaters engagiert, 2015 avancierte er zum Principal Dancer. Im Haus am Ring tanzte er bisher Herzog Albrecht (Giselle) und im Mai 2019 mit großem Erfolg Conrad (Le Corsaire), den er auch beim Japan-Gastspiel des Wiener Staatsballetts 2018 in Tokio verkörperte. Auszeichnungen: Erste Preise bei internationalen Ballettwettbewerben in Rom (2008), Seoul (2009) und Varna (2010), Grand Prix beim „Arabesque”-Ballettwettbewerb in Perm (2012) und bei der Youth America Grand Prix International Competition in New York (2012), Prix Benois de la Danse (2016), u.a.

Wiener Staatsballett
Freitag, 28. Juni 2019, 18.00 Uhr | Wiener Staatsoper

NUREJEW GALA 2019
Künstlerische Leitung: Manuel Legris | Dirigent: Kevin Rhodes
Das Programm (Stand: 24. Juni 2019)


Teil I:


DELIRIENWALZER
Choreographie: Roland Petit | Musik: Josef Strauss
Natascha Mair – Davide Dato

JOCKEY-TANZ
Choreographie: August Bournonville | Musik: Carl Christian Møller
Arne Vandervelde, Dumitru Taran

FANNY ELSSLERS CACHUCHA
Choreographie: Zorn/Hutchinson | Musik: Andalusische Volksweise
Ketevan Papava

ESMERALDA PAS DE DEUX
Choreographie: Nicholas Beriozoff | Musik: Riccardo Drigo, Cesare Pugni, Romualdo Marenco
Liudmila Konovalova – Young Gyu Choi (Gast, Erster Solist beim Het Nationale Ballet – Debüt an der Wiener Staatsoper)

LUMINOUS
Choreographie: András Lukács | Musik: Max Richter
Nina Tonoli – Jakob Feyferlik
ROMEO UND JULIA (Pas de deux aus dem 3. Akt)
Choreographie: Rudolf Nurejew | Musik: Sergej Prokofjew
Julia: Ioanna Avraam | Romeo: Robert Gabdullin

TROIS GNOSSIENNES
Choreographie: Hans van Manen | Musik: Erik Satie
Olga Esina – Roman Lazik

Wiener Staatsoper / Coppélia - Jakob Feyferlik © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Coppélia – Jakob Feyferlik © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

COPPÉLIA (Ausschnitt aus dem 3. Akt)
Choreographie: Pierre Lacotte | Musik: Léo Delibes
Swanilda: Natascha Mair | Franz: Jakob Feyferlik | Ensemble


Teil II:


DORNRÖSCHEN (Ausschnitt aus dem 2. Akt)
Choreographie: Rudolf Nurejew | Musik: Peter Iljitsch Tschaikowski
Prinz Florimund: Navrin Turnbull | Fliederfee: Oxana Kiyanenko

SCHWANENSEE (Ausschnitt aus dem 3. Akt)
Choreographie: Rudolf Nurejew | Musik: Peter Iljitsch Tschaikowski
Odile: Kiyoka Hashimoto | Prinz Siegfried: Leonardo Basílio

DIE FLEDERMAUS (Ausschnitt aus dem 2. Akt)
Choreographie: Roland Petit | Musik: Johann Strauß, arr. Gamley
Bella: Olga Esina | Johann: Vladimir Shishov

CANTATA (Ausschnitt: Pas de deux)
Choreographie: Mauro Bigonzetti | Musik: Gruppo „Assurd“
Alice Firenze – Eno Peci

OCHIBA
Choreographie: Patrick de Bana | Musik: Philip Glass
Nina Poláková – Manuel Legris

DER TALISMAN PAS DE DEUX
Choreographie: Pjotr Gussew | Musik: Riccardo Drigo, Cesare Pugni
Anastasia Nuikina (Gast, Ballett des Mariinski-Theaters – Debüt an der Wiener Staatsoper)
Kimin Kim (Gast, Principal Dancer beim Ballett des Mariinski-Theaters)

Wiener Staatsoper / Artifact Suite - Ensemble © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Artifact Suite – Ensemble © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

ARTIFACT SUITE (Ausschnitt)
Choreographie: William Forsythe | Musik: Johann Sebastian Bach
Madison Young – James Stephens, Natascha Mair – Davide Dato, Oxana Kiyanenko
Ensemble


Teil III:


SYLVIA (3. Akt)
Choreographie: Manuel Legris nach Mérante u.a. | Musik: Léo Delibes
Sylvia: Nikisha Fogo | Aminta: Denys Cherevychko | Orion: Davide Dato
Eros: Géraud Wielick | Diana: Ketevan Papava
Endymion: Kamil Pavelka | Ein Faun: Dumitru Taran
Ensemble

—| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—

Hildesheim, TfN, Die Pantöffelchen – Pjotr I. Tschaikowsky, IOCO Kritik, 12.12.2018

Dezember 12, 2018 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Oper, Theater für Niedersachsen

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Theater für Niedersachsen

Theater für Niedersachsen / Stadttheater Hildesheim © Andreas Hartmann

Theater für Niedersachsen / Stadttheater Hildesheim © Andreas Hartmann

 Die Pantöffelchen – Pjotr I. Tschaikowsky

 – Märchenhafter Weihnachtszauber –

Von Randi Dohrin

Die Oper beruht auf der Erzählung Die Nacht vor Weihnachten von Nikolai Gogol aus den Jahren 1831/32; die Großfürstin Jelena Pawlowna beauftragte Jakow Polonski, ein Libretto für den Komponisten Alexander Seros anzufertigen. Dieser verstarb jedoch, sodass nur sehr wenige Skizzen vorhanden waren. Daraufhin rief die Großfürstin einen Wettbewerb für die beste Vertonung des Librettos aus.

Das Pantöffelchen  – Peter Tschaikowsky
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Der äußerst selbstkritische Tschaikowsky beteiligte sich aber erst an diesem Wettbewerb, als ihm bekannt wurde, dass keine Meister wie Nikolai Rimski-Korsakow oder Anton Rubinstein daran teilnehmen würden. Im Juni 1874 begann er den Text der Oper, mit dem ursprünglichen Titel Der Schmied Wakula, zu vertonen.

Bereits nach wenigen Monaten hatte er sein Werk vollendet und erhielt dafür den ersten und zweiten Preis, auch wenn man einmal davon absieht, dass – außer ihm – nur Amateure versucht hatten, ihr bestes zu geben. Am 6. Dezember 1876 wurde seine Erstfassung in Sankt Petersburg uraufgeführt, und sie verschwand bereits 1879 wieder vom Spielplan. …„Die Oper erfülle nicht die Erwartungen!“ ..., hieß es allgemein.

Zutiefst unglücklich, überarbeitete Tschaikowsky 1885 seine einzige komische Oper, veränderte einige Teile der Musik, vereinfachte die Harmonik und die Instrumentierung und gab der Oper den neuen Namen Pantöffelchen. Trotz seiner immer vorhandenen Selbstzweifel, gefiel ihm seine Umarbeitung ausgesprochen gut, und er hielt diese Oper für seine …„lustigste und gelungenste“ … .

Leider wird bis heute diese winterliche Märchenoper sehr selten aufgeführt und so verwundert es nicht, dass Florian Ziemen, GMD und Operndirekter des TfN Hildesheim, wieder einmal mit einer fantasievollen Besonderheit im Spielplan aufwartet.

Die Uraufführung dieser Neufassung fand am 19. Januar 1887 im Bolschoi-Theater in Moskau statt. Tschaikowsky hatte damals die musikalische Leitung übernommen.

Theater für Niedersachsen / Die Pantoeffelchen - hier : Neele Kramer als Hexe Solocha, Peter Kubik als Teufel © Falk von Traubenberg

Theater für Niedersachsen / Die Pantoeffelchen – hier : Neele Kramer als Hexe Solocha, Peter Kubik als Teufel © Falk von Traubenberg

Die Oper spielt in der Nacht vor Weihnachten in einem Dorf in der Ukraine, Ende des 18. Jahrhunderts. Oxana, (Katja Bördner) die Tochter Tschubs, (Uwe Tobias Hieronimus) stellt ihren Verehrer und Schmied Wakula (Wolfgang Schwaninger) vor einen kaum zu erfüllenden Liebesbeweis. Er soll ihr die goldenen Pantöffelchen der Zarin bringen.

In klagender Verzweiflung will Wakula sich ins Wasser stürzen. Doch der Teufel (Peter Kubik), der in dieser vorweihnachtlichen Nacht im Dorf erscheint, hindert ihn daran und hält Wakula nun für seinen Besitz. Der Teufel bot dem Schmied an, ihm seine Seele zu verkaufen, um Oxana den Liebesbeweis bringen zu können. Wakula stimmt zu, jedoch nur zum Schein. Als er den Vertrag des Teufels unterschreiben soll, drückt er ihn zu Boden, sodass der Teufel nun dem Schmied gehorchen muss. In der Hoffnung, von der Zarin die Pantöffelchen zu erhalten, fordert er den Teufel auf, ihn nach St. Petersburg zu fliegen.

Theater für Niedersachsen / Die Pantoeffelchen - hier : Wolfgang Schwaninger als Wakula, Katja Boerdner als Oxana © Falk von Traubenberg

Theater für Niedersachsen / Die Pantoeffelchen – hier : Wolfgang Schwaninger als Wakula, Katja Boerdner als Oxana © Falk von Traubenberg

Nur gut, dass in der Nacht vor Weihnachten Wünsche erfüllt werden und so erhält Wakula die Pantöffelchen für seine Braut. Solocha, die Hexe, (Nele Kramer) und Oxana glauben indes, dass Wakula nicht mehr lebt. Plötzlich, wie aus dem Nichts, erscheint Wakula und zeigt Oxana die Pantöffelchen. Diese ist aber gar nicht mehr an den Pantöffelchen interessiert, sie will nur noch ihren Wakula. Die Vermählung der beiden wird ausgelassen im Dorf gefeiert und von Tschub gesegnet.

Einprägende Melodien in meisterhaften Orchestrierungen, kennzeichnen nicht nur die Ballette, Sinfonien, Klavierkonzerte und Opern des genialen Komponisten Pjotr. I. Tschaikowsky; so versteht es der Komponist in seiner Oper Die Pantöffelchen die folkloristisch tänzerischen und lyrischen Elemente musikalisch excellent umzusetzen.

Dem Orchester des Theaters für Niedersachsen, unter der Leitung seines GMD Florian Ziemen, gelingt es, die fortlaufende Handlung mit einem abwechselnd strahlenden oder dramatisch kraftvollen Klang unterstützend zu bereichern. Beeindruckend setzt das Orchester die dichte anspruchsvolle Vertonung der vielfältigen charakteristischen Szenen dieser Oper um.

Lyrisch sentimental leiten zwei Flöten die Ouvertüre ein, der es zudem an vielen Motiven und langen Kantilenen nicht mangelt. Nur wenige Takte darauf, erklingt die prägnante Melodie des Hornsolos. Souverän führt Florian Ziemen das Orchester durch das winterlich märchenhafte Geschehen in eine andere sphärische Wirklichkeit. Die gekonnt dargebotenen tänzerischen Einlagen, in der fantastischen Choreographie von Natascha Flint, meistert das Ensemble mit ausgeprägter Spielfreude.

Stimmlich und darstellerisch, vom ersten bis zum letzten Ton, überzeugte Wolfgang Schwanninger als liebenswürdiger Schmied Wakula. Mit komödiantischen Verve brillierten Nele Kramer als Hexe Solocha und ganz besonders Peter Kubik als Teufel mit gekonnter tänzerischer Beweglichkeit. Hinreißend erklingen die Spitzentöne von Katja Bördner. Mit ihrer klangvollen Stimme füllt sie die Rolle der launischen Oxana perfekt aus.

Theater für Niedersachsen / Die Pantoeffelchen © Falk von Traubenberg

Theater für Niedersachsen / Die Pantoeffelchen © Falk von Traubenberg

Uwe Tobias Hieronimus als Tschub, Levente György als Dorfschulze, Julian Rohde als Schulmeister und Jesper Mikkelsen als Zeremonienmeister standen den Hauptakteuren in Nichts hinterher und runden das Solistenbild hervorragend ab.

Besonders hervorzuheben ist die großartige Leistung des Opern- und Extrachores des Theaters für Niedersachsen unter der Leitung von Achim Falkenhausen. Spielsicher, im traumhaft homogenen Klang, verkörperte der Chor Burschen, Mädchen, alte Männer, alte Frauen, Geister, Hofdamen, Kavaliere, Rusalken und noch viele Personen mehr.

Verdient, nicht enden wollender frenetischer Applaus für alle Beteiligten dieser humoristischen Operninszenierung von Anna Katharina Bernreiner und der fantasievollen Ausstattung von Hannah Oellinger und Manfred Rainer; man darf sie sich auf keinen Fall entgehen lassen.

—| IOCO Kritik für Niedersachsen |—