Wien, Wiener Staatsoper, Das verratene Meer – Die Zauberflöte und mehr, IOCO Aktuell, 14.12.2020

Dezember 14, 2020 by  
Filed under Hervorheben, Oper, Pressemeldung, Wiener Staatsoper

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

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Das verratene Meer, Die Zauberflöte, Capriccio,  Der Rosenkavalier ……

14.- 21. 12.2020  –  Kostenlos auf  play.wiener-staatsoper.at

 Die Wiener Staatsoper, zur Zeit leider auch geschlossen,  freut sich, in dieser Woche zwei Live-Erlebnisse direkt aus der Wiener Staatsoper anzubieten:

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Heute Abend zeigen wir die Premiere unserer Neuproduktion und Staatsopern-Erstaufführung von Hans Werner Henzes Das verratene Meer, ein »Psychothriller«, wie Sergio Morabito, der gemeinsam mit Jossi Wieler Regie führt, die Oper beschreibt: »Wie bei einem guten Psychothriller ist die Musik von einer verführerischen Schönheit, die dramaturgisch eingesetzt wird. Dahinter lauern Abgründigkeit und Gewalt«, erklärt Morabito den Blick des Regieteams auf die Oper. Als »Kammerspiel« sieht Jossi Wieler die Handlung, nicht aber die Oper als Ganzes: »Sieben Figuren, kein Chor, aber ein Riesen-Orchesterapparat mit archaischen Klangdimensionen – dieser Klang führt uns in die Abgründe und Albträume der Figuren. Unter der naturalistischen Oberfläche, die dieser Roman aufzuweisen scheint und der auch die Oper äußerlich folgt, liegen sehr viel traumatischere, obsessivere Bilder.«

Ein weiteres Live-Event ist dann am Freitag, dem 18. Dezember zu sehen: Musikdirektor Philippe Jordan hat Richard Strauss‘ Rosenkavalier musikalisch neu einstudiert. Martina Serafin singt die Marschallin und Günther Groissböck gibt als Baron Ochs auf Lerchenau sein Rollendebüt am Haus am Ring.

Beide Opern werden trotz des Lockdowns in der Wiener Staatsoper zur Aufführung gelangen. Gespielt wird ohne Publikum, nur für Kameras und Mikrofone. Das verratene Meer wird am 15. Dezember um 19.30 Uhr in Radio Ö1 ausgestrahlt, Der Rosenkavalier wird am 27. Dezember um 20.15 Uhr auch in ORF III zu sehen sein.

Alle u.a. Streams sind in Österreich wie auch international kostenlos auf der Webseite play.wiener-staatsoper.at verfügbar. Beginn ist jeweils um 19.00 Uhr (Der Rosenkavalier 18.00 Uhr), die Übertragungen sind 24 Stunden lang abzurufen.

Das Programm bis einschließlich 21. Dezember 2020:

Das verratene Meer – Hans Werner Henze
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Montag, 14. Dezember 2020, 19.00 Uhr (LIVE, PREMIERE)
Hans Werner Henze
DAS VERRATENE MEER
Musikalische Leitung: Simone Young
Inszenierung: Jossi Wieler, Sergio Morabito
Bühne und Kostüme: Anna Viebrock
Mit u.a. Vera-Lotte Boecker, Bo Skovhus, Josh Lovell, Erik Van Heyningen, Kangmin Justin Kim, Stefan Astakhov, Martin Häßler

Dienstag, 15. Dezember 2020, 19.00 Uhr
Wolfgang Amadeus Mozart
Die Zauberflöte (Vorstellung vom 29. Dezember 2017)
Musikalische Leitung: Adam Fischer
Inszenierung: Moshe Leiser, Patrice Caurier
Mit u.a. Jörg Schneider, Olga Bezsmertna, René Pape, Hila Fahima, Thomas Tatzl

Mittwoch, 16. Dezember 2020, 19.00 Uhr
Richard Strauss
Capriccio (Vorstellung vom 24. Mai 2018)
Musikalische Leitung: Michael Boder
Inszenierung & Bühne: Marco Arturo Marelli
Mit u.a. Camilla Nylund, Markus Eiche, Michael Schade, Adrian Eröd, Wolfgang Bankl, Angelika Kirchschlager

Donnerstag, 17. Dezember 2020, 19.00 Uhr
Giacomo Puccini
Tosca (Vorstellung vom 17. Februar 2019)
Musikalische Leitung: Marco Armiliato
Inszenierung: Margarethe Wallmann
Mit u.a.: Sondra Radvanovsky, Piotr Beczala, Thomas Hampson, Ryan Speedo Green, Alexandru Moisiuc

Der Rosenkavalier – von Otto Schenk inszeniert
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Freitag, 18. Dezember 2020, 18.00 Uhr (LIVE)
Richard Strauss / Hugo von Hofmannsthal
Der Rosenkavalier
Musikalische Leitung: Philippe Jordan
Inszenierung: Otto Schenk
Mit u.a.: Martina Serafin, Daniela Sindram, Günther Groissböck, Erin Morley, Jochen Schmeckenbecher

Samstag, 19. Dezember 2020, 19.00 Uhr
Richard Strauss / Hugo von Hofmannsthal
Elektra (Vorstellung vom 11. September 2020)
Musikalische Leitung: Franz Welser-Möst
Inszenierung: Harry Kupfer
Mit u.a.: Ricarda Merbeth, Camilla Nylund, Doris Soffel, Derek Welton, Jörg Schneider

Sonntag, 20. Dezember 2020, 19.00 Uhr
Giuseppe Verdi
Otello (Vorstellung vom 18. März 2018)
Musikalische Leitung: Graeme Jenkins
Inszenierung: Christine Mielitz
Mit u.a.: Roberto Alagna, Aleksandra Kurzak, Dalibor Jenis

Montag, 21. Dezember 2020, 19.00 Uhr
Hans Werner Henze
Das verratene Meer (Vorstellung vom 14. Dezember 2020)
Musikalische Leitung: Simone Young
Inszenierung: Jossi Wieler, Sergio Morabito
Bühne und Kostüme: Anna Viebrock
Mit u.a.: Vera-Lotte Boecker, Bo Skovhus, Josh Lovell, Erik Van Heyningen, Kangmin Justin Kim, Stefan Astakhov, Martin Häßler

—| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—

 

Wien, Wiener Staatsoper, STREAMING-SPIELPLAN 17. – 24.11.2020, IOCO Aktuell

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

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 STREAMING-SPIELPLAN    17. – 24. NOVEMBER 2020

play.wiener-staatsoper.at

Die Wiener Staatsoper freut sich,  hiermit unseren weiteren Streaming-Spielplan ankündigen zu können. Entsprechend der Programmierung unseres regulären Spielplans haben wir dem Werk Richard Strauss‘ einen Schwerpunkt  gewidmet.

Ein historisches Highlight aus unserem Archiv ist eine Aufzeichnung des Rosenkavaliers unter der musikalischen Leitung von Carlos Kleiber aus dem Jahr 1994. Für all jene, die die Wiederaufnahme von Harry Kupfers legendärer Elektra-Inszenierung unter der Leitung von Franz Welser-Möst im vergangenen September versäumt haben, gibt es die Möglichkeit, dies nun online nachzuholen.

Zusätzlich zum Richard Strauss-Schwerpunkt zeigen wir die bildgewaltige Inszenierung von Les Troyens, auf vielfachen Wunsch Peter Konwitschnys französischen Don Carlos mit Jonas Kaufmann in der Titelrolle, sowie einen klassische Schwanensee, choreografiert von Rudolf Nurejew.

Die Streams sind in Österreich wie auch international kostenlos auf der Webseite play.wiener-staatsoper.at verfügbar. Beginn ist jeweils um 19.00 Uhr, die Übertragungen sind 24 Stunden lang abzurufen.

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Das Programm bis einschließlich 24. November 2020:

Dienstag, 17. November 2020, 19.00 Uhr
Richard Strauss   –   ARABELLA (Vorstellung vom 17. März 2016)
Lyrische Komödie in drei Akten
Musikalische Leitung: Peter Schneider
Inszenierung: Sven-Eric Bechtolf
Mit u.a.: Camilla Nylund, Bo Skovhus, Chen Reiss, Herbert Lippert, Daniela Fally

Mittwoch, 18. November 2020, 19.00 Uhr
Richard Strauss   –   SALOME (Vorstellung vom 24. Jänner 2020)
Musikdrama in einem Akt
Musikalische Leitung: Michael Boder
Inszenierung: Boleslaw Barlog
Mit u.a.: Lise Lindstrom, Michael Volle, Waltraud Meier, Herwig Pecoraro

Donnerstag, 19. November 2020, 19.00 Uhr
Hector Berlioz   –   LES TROYENS (Vorstellung vom 4. November 2018)
Grand opéra in fünf Akten
Musikalische Leitung: Alain Altinoglu
Inszenierung: David McVicar
Mit u.a.: Joyce DiDonato, Brandon Jovanovich, Anna Caterina Antonacci, Adam Plachetka, Jongmin Park, Szilvia Vörös

Freitag, 20. November 2020, 19.00 Uhr
Richard Strauss   –   DER ROSENKAVALIER (Vorstellung von März 1994)
Komödie für Musik in drei Akten
Musikalische Leitung: Carlos Kleiber
Inszenierung: Otto Schenk
Mit u.a.: Felicity Lott, Anne Sofie von Otter, Kurt Moll, Barbara Bonney, Gottfried Hornik, Heinz Zednik

Samstag, 21. November 2020, 19.00 Uhr
Richard Strauss   –   ARIADNE AUF NAXOS (Vorstellung vom 29. November 2017)
Oper in einem Aufzug nebst einem Vorspiel
Musikalische Leitung: Peter Schneider
Inszenierung: Sven-Eric Bechtolf
Mit u.a.: Lise Davidsen, Stephen Gould, Markus Eiche, Rachel Frenkel, Erin Morley, Peter Matic

Sonntag, 22. November 2020, 19.00 Uhr
Giuseppe Verdi   –   DON CARLOS (Vorstellung vom 4. Oktober 2020)
Grand opéra in fünf Akten
Musikalische Leitung: Bertrand de Billy
Inszenierung: Peter Konwitschny
Mit u.a.: Malin Byström, Jonas Kaufmann, Eve-Maud Hubeaux, Igor Golovantenko, Michele Pertusi, Virginie Verrez

Montag, 23. November 2020, 19.00 Uhr
Richard Strauss   –   ELEKTRA (Vorstellung vom 11. September 2020)
Tragödie in einem Akt
Musikalische Leitung: Franz Welser-Möst
Inszenierung: Harry Kupfer
Mit u.a.: Ricarda Merbeth, Camilla Nylund, Doris Soffel, Derek Welton, Jörg Schneider

Dienstag, 24. November 2020, 19.00 Uhr
Piotr. I. Tschaikowski   –   Schwanensee (Vorstellung vom 16. März 2014)
Choreographie: Rudolf Nurejew
Musikalische Leitung: Alexander Ingram
Mit u.a.: Olga Esina, Vladimir Shishov, Eno Peci

Über den weitere Online-Spielplan informieren wir Sie Anfang nächster Woche, nähere Informationen dazu auch laufend auf wiener-staatsoper.at.

 

—| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—

Wien, Wiener Staatsoper, 150 Jahre Wiener Staatsoper – ARTHAUS MUSIK, IOCO DVD Rezension, 06.08.2019

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

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150 Jahre Wiener Staatsoper –   CD / DVD  zum Jubiläum

EAN:  4058407093954   – UPC:  4058407093954

von Marcus Haimerl

Am 25. Mai 2019 feierte die Wiener Staatsoper ihr 150-jähriges Jubiläum mit der Premiere einer Neuinszenierung von Richard Strauss Frau ohne Schatten, welche 100 Jahre zuvor ihre Uraufführung hier feierte. Zudem war der Komponist gemeinsam mit Franz Schalk von 1919 bis 1924  Direktor des Haus am Ring.

Zum 150-jährigen Jubiläum der Staatsoper veröffentlichte ARTHAUS MUSIK, Halle (Saale) eine CD-/ DVD- Box mit großen Aufführungen und Premieren an der Wiener Staatsoper. Die DVD-Box umfasst insgesamt acht DVDs aus den Jahren 1978 bis 2014 und die Direktionszeiten von Egon Seefehlner (1. Amtszeit), Lorin Maazel, Claus Helmut Drese, Ioan Holender und Dominique Meyer und umfasst folgende Aufnahmen: Il Trovatore (Verdi), Carmen (Bizet), Turandot (Puccini), Elektra (Strauss), Lohengrin (Wagner), Don Giovanni (Mozart), Alcina (Händel) und Ariadne auf Naxos (Strauss).

IL TROVATORE (Giuseppe Verdi)

Am 1. Mai 1978 wurde Verdis Il Trovatore in der Inszenierung Herbert von Karajans aufgezeichnet. Es war die 98. Vorstellung in der Karajan-Inszenierung, die bereits 1968 Premiere feierte und mit 169 Aufführungen bis 1991 dem Repertoire erhalten blieb.

Die großartige Besetzung, die es nur in zwei Vorstellungen im Mai 1978 zu erleben gab, liest sich wie das who-is-who des Verdi-Gesanges der 60er und 70er Jahre. Piero Cappuccilli als Conte di Luna, Raina Kabaivanska als Leonore, Fiorenza Cossotto als Azucena und Placido Domingo als Manrico in der klassischen und etwas düsteren Inszenierung Karajans, der auch am Pult des Orchesters der Wiener Staatsoper stand, ist in jedem Fall eine der großen Sternstunden des Hauses.

ARTHAUS DVD / 150 Jahre Wiener Staatsoper © ARTHAUS Musik

ARTHAUS DVD / 150 Jahre Wiener Staatsoper © ARTHAUS Musik

CARMEN (Georges Bizet)

Am 9. Dezember 1978 hatte Bizets Oper Carmen in der Inszenierung des 2019 verstorbenen Franco Zeffirelli Premiere. Diese ebenfalls ausgesprochen klassische Inszenierung steht aktuell immer noch auf dem Spielplan und erlebte am 12. September 2018 seine bereits 164. Aufführung.

Unter dem Dirigat von Carlos Kleiber sangen in der Premiere Elena Obraztsova als Carmen, Plácido Domingo den Don José, Yuri Mazurok den Escamillo, Isobel Buchanan die Micaela und Kurt Rydl den Zuniga. Elena Obraztsova sang die Carmen insgesamt nur sieben Mal an der Wiener Staatsoper: einmal 1975 in der Inszenierung von Otto Schenk und sechs Mal in der Inszenierung von Franco Zeffirelli. Maßstäbe setzte Agnes Baltsa in dieser Zeffirelli-Inszenierung von. Sie sang diese Partie zwischen 1984 und 2004 insgesamt 59 Mal. Diese hervorragend besetzte Aufzeichnung von Bizets Meisterwerk zählt zweifelfrei auch zu den Höhepunkten in der Geschichte der Wiener Staatsoper.

TURANDOT (Giacomo Puccini)

1983 feierte Puccinis letzte Oper Turandot Premiere in einer Inszenierung des für seine Musical-Inszenierungen bekannten Harold Prince. Die opulente Umsetzung in den Bühnenbildern und Kostümen von Timothy O’Brien und Tazeena Firth erinnern auch ein wenig an das Genre Musical. Ebenso beeindruckend ist auch hier die Besetzung. Die ungarische Sopranistin Eva Marton gab die eisige Prinzessin Turandot, als Calaf erlebte man José Carreras und als Liù die italienische Sopranistin Katia Ricciarelli. In dieser starken Besetzung erlebt man auch die Aufzeichnung dieser spannenden Produktion. Auf insgesamt 61 Vorstellungen brachte es die Inszenierung ehe sie im März 2004 zum letzten Mal aufgeführt wurde.

ELEKTRA (Richard Strauss)

Ehe es durch die Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg im Jahr 2015 ersetzt wurde brachte es Harry Kupfers Inszenierung von Richard Strauss Atriden-Drama Elektra auf insgesamt nur 65 Aufführungen bis 2012. Die Premiere fand am 10. Juni 1989 zum 125. Geburtstag von Richard Strauss statt. In Kupfers Inszenierung dominiert die zerbrochene Statue Agamemnons die Bühne, auf welcher die hochkarätige Premierenbesetzung zu erleben war. Eva Marton als Elektra, Brigitte Fassbaender als Klytämnestra, Cheryl Studer als Chrysothemis, James King als Aegisth, Franz Grundheber als Orest und Claudio Abbado am Pult machen diese Aufzeichnung zu einem intensiven Erlebnis.

LOHENGRIN (Richard Wagner)

Bereits 1985 debütierte der spanische Tenor Plácido Domingo als Schwanenritter Lohengrin an der Wiener Staatsoper. Kein Wunder also, dass Placido Domingo auch zur Premierenbesetzung der Neuinszenierung durch Wolfgang Weber im Jahr 1990 gehörte. In dieser klassischen Regiearbeit, in welcher der Schwan als Projektion den Bühnenhintergrund dominiert, sangen neben dem spanischen Startenor in der Titelrolle Stars wie Cheryl Studer die Elsa, Hartmut Welker und Dunja Vejzovic Telramund und Ortrud und Georg Tichy den Heerrufer. Unter dem grandiosen Dirigat von Claudio Abbado wurde auch hier Operngeschichte geschrieben.

DON GIOVANNI (Wolfgang Amadeus Mozart)

Vor 150 Jahren wurde das Haus am Ring mit Mozarts Don Juan feierlich eröffnet. Somit darf auch dieses Werk in der DVD-Box nicht fehlen. Die Produktion des Hauses am Ring, die für die Wiener Festwochen allerdings am Theater an der Wien aufgeführt wurde, stammt aus dem Jahr 1999. Zu dieser Zeit als das Regietheater schon länger auf dem Vormarsch war erlebte der Zuseher ein opulentes Kostümspektakel in der Regie von Roberto de Simone.  Unter dem großartigen Dirigat von Ricardo Muti verkörperten Carlos Álvarez den Don Giovanni, Franz Josef Selig den Commendatore, Adrianne Pieczonka die Donna Anna, Michael Schade den Don Ottavio, Anna Caterina Antonacci die Donna Elvira, Ildebrando D’Arcangelo den Leporello, Angelika Kirchschlager die Zerlina und Lorenzo Regazzo den Masetto in einer absolut sehenswerten Produktion.

ALCINA (Georg Friedrich Händel)

Unter Direktor Dominique Meyer kehrte auch die Barockoper an die Wiener Staatsoper zurück. Anstelle des Orchesters der Wiener Staatsoper setzte man auf Originalklangensembles wie im vorliegenden Fall Les Musiciens du Louvre-Grenoble unter dem Dirigat von Marc Minkowski. Die beinahe märchenhafte Umsetzung stammt von Adrian Noble, musikalisch brillieren Anja Harteros als Alcina, Vesselina Kasarova als Ruggiero, Veronika Cangemi als Morgana, Kristina Hammarström als Bradamante, Benjamin Bruhns als Oronte und Adam Plachetka als Melisso. Diese Produktion markierte den Beginn der Rückkehr der Barockoper an die Staatsoper, die in der Erstaufführung von Georg Friedrich Händels Oper Ariodante im Jahr 2018 gipfelte.

Ariadne auf Naxos – Christian Thielemann und Ensemble studieren die Oper ein
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ARIADNE AUF NAXOS (Richard Strauss)

Im Dezember 2012 löste die von den Salzburger Festspielen übernommene Inszenierung von Sven-Eric Bechtolf nach 162 Vorstellungen die klassische Inszenierung von Filippo Sanjust ab. Bechtolf rückte die Handlung in die Zeit der Uraufführung, der zweite Teil, die Aufführung der Oper seria Ariadne gemeinsam mit der Opera buffa fand zwischen sandverzierten Klaviertrümmern statt. Die Aufzeichnung dieser Oper bot ein Wiedersehen mit dem 2019 plötzlich verstorbenen Kammerschauspieler Peter Matic, der als Haushofmeister aus dieser Produktion nicht mehr wegzudenken ist. Auch dem viel zu früh verstorbenen Tenor Johan Botha als Tenor / Bacchus wird mit dieser Aufnahme ein Denkmal gesetzt. Aber auch der Rest der Besetzung lässt sich hören: Soile Isokoski als Primadonna/ Ariadne sang hier eine ihrer letzten szenischen Produktionen; Sophie Koch als Komponist, Jochen Schmeckenbecher als Musiklehrer, Daniela Fally als Zerbinetta, sowie Adam Plachetka, Carlos Osuna, Jongmin Park und Benjamin Bruhns als Harlekin,Scaramuccio, Truffaldin und Brighella und das Dirigat Christian Thielemanns machen diese Aufzeichnung zu etwas ganz Besonderem.

Die im Beige der Wiener Staatsoper gehaltenen DVDs zeigen auf der Vorderseite eine Ansicht des Schwindfoyers, die DVD-Innenseite eine Perspektive von der Bühne auf den Zuschauerraum. Die acht DVDs befinden sich in einem Schuber mit einem Bild der Wiener Staatsoper auf der Vorderseite der Box.

Die limitierte Ausgabe von 1.869 Stück der DVD-Box mit einer Gesamtspielzeit von 1.290 Minuten ist um rund 100 € im Fachhandel erhältlich.

—| IOCO CD-Rezension |—

Wien, Wiener Staatsoper, PREMIERE LULU – ALBAN BERG, 03.12.2017

November 23, 2017 by  
Filed under Oper, Premieren, Pressemeldung, Wiener Staatsoper

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PREMIERE  LULU von  ALBAN BERG

TEXT ALBAN BERG NACH FRANK WEDEKIND

Premiere:  Sonntag, 3. Dezember 2017, 17.00 Uhr

Am Sonntag, 3. Dezember 2017 feiert Alban Bergs Lulu in der dreiaktigen, von Friedrich Cerha komplettierten, Fassung Premiere an der Wiener Staatsoper. Die Inszenierung von Willy Decker ist dem Staatsopernpublikum seit ihrer Premiere am 12. Februar 2000 bekannt – diese stand bis 2005 insgesamt 21 Mal auf dem Spielplan des Hauses am Ring, allerdings in der zweiaktigen Version. Lulu, basierend auf Frank Wedekinds Tragödien Erdgeist und Die Büchse der Pandora, konnte von Alban Berg nicht fertiggestellt werden und gelangte erst nach seinem Tod 1937 in Zürich zur Uraufführung. Es etablierte sich die Aufführungstradition, das Stück als zweiaktiges Fragment zu zeigen, bei der den ersten beiden Akten die letzten zwei Teile von Bergs Symphonischen Stücken angehängt wurden. Auch die Wiener Premiere 2000 folgte dieser Tradition. Zum ersten Mal wurde Lulu an der Wiener Staatsoper 1968 aufgeführt; in einer Inszenierung von Otto Schenk, Karl Böhm am Dirigentenpult und KS Anja Silja in der Titelpartie.

Die Orchestrierung des 3. Aktes vervollständigte schließlich Friedrich Cerha, die Weltpremiere der dreiaktigen Fassung fand 1979 in Paris statt. Am 24. Oktober 1983, unter der musikalischen Leitung des damaligen Direktors Lorin Maazel und mit Julia Migenes als Lulu, kam die dreiaktige Version zur Erstaufführung im Haus am Ring. Für die kommende Premiere kehrt Willy Decker zurück an die Wiener Staatsoper, um seine gefeierte Lulu-Inszenierung in der dreiaktigen Fassung zu präsentieren. Für das Haus am Ring schuf der international gefragte deutsche Regisseur noch Inszenierungen von Billy Budd, Die Tote Stadt und Idomeneo (im Theater an der Wien). Weitere Regiearbeiten führten ihn u. a. nach Amsterdam, Berlin, zu den Salzburger Festspielen und an die Dresdner Semperoper.

Seine Gedanken zu Lulu erläuterte Willy Decker im Programmheft für die Premiere 2000: „Lulu provoziert Unsicherheit – alles und jeder um sie herum verliert unter ihrem Einfluss Boden unter den Füßen, strauchelt und stürzt. Lulu, die Person, und Lulu, das Stück, sind auf Verunsicherung angelegt. […] das Stück beschreibt die Grundspannung zwischen Männlich und Weiblich als einen immerwährenden Kampf – der Ort dieses Kampfes und damit der Ort des Stückes ist die Arena.

Musikalisch geleitet wird die Premierenserie von Ingo Metzmacher. An der Wiener Staatsoper debütierte er 2009 mit der Neuproduktion von Lady Macbeth von Mzensk und leitete hier in weiterer Folge noch Vorstellungen von Parsifal; zuletzt wieder Lady Macbeth von Mzensk im Mai 2017. Der deutsche Dirigent ist gegenwärtig Intendant der KunstFestSpiele Herrenhausen in Hannover.

Die Ausstattung der Produktion stammt von Wolfgang Gussmann. Lulu ist neben Billy Budd und Die Tote Stadt die dritte Zusammenarbeit für die Wiener Staatsoper des deutschen Bühnen- und Kostümbildners mit Willy Decker; außerdem kreierte er die Ausstattungen von Moses und Aron sowie Lohengrin.

Die Sängerbesetzung – durchgehend Rollendebüts an der Wiener Staatsoper Bei der Sängerbesetzung gibt es vorwiegend Rollendebüts am Haus: In der Titelpartie stellt sich Agneta Eichenholz dem Staatsopernpublikum vor. Die aus Malmö (Schweden) stammende Sopranistin studierte in Stockholm und feierte bisher u. a. am Londoner Royal Opera House, Covent Garden, am Teatro Real in Madrid, an der Komischen Oper Berlin, der Oper Frankfurt, in Barcelona, Kopenhagen, Genf, Amsterdam und Basel Erfolge. Zu ihrem vielfältigen Repertoire zählen neben Lulu u. a. Alcina, Fiordiligi (Così fan tutte), Konstanze (Die Entführung aus dem Serail), Gilda (Rigoletto), Juliette (Roméo et Juliette), Violetta (La traviata), Daphne. 2015 debütierte sie als Ellen Orford (Peter Grimes) im Theater an der Wien.

Die Gräfin Geschwitz gibt KS Angela Denoke. Seit ihrem Staatsoperndebüt 1997 als Marschallin (Der Rosenkavalier) ist sie dem Haus am Ring eng verbunden und war bisher in 16 Partien an rund 120 Abenden zu erleben, darunter u. a. in Premierenproduktionen von Lady Macbeth von Mzensk (als Katerina Ismailowa), Parsifal (als Kundry), Die tote Stadt (als Marietta) und Jen?fa (in der Titelpartie).
Als Dr. Schön/Jack the Ripper kehrt KS Bo Skovhus zurück an die Wiener Staatsoper, auch er ist seit seinem Debüt 1991 als Silvio (Pagliacci) ein gern gesehener Gast auf der Bühne des Hauses am Ring. Lulu ist seine 9. Premiere an der Wiener Staatsoper nach den Titelpartien von Jonny spielt auf und Billy Budd, Graf (Capriccio), Danilo (Die lustige Witwe), Barbier (Die schweigsame Frau), Guglielmo (Così fan tutte) und Fritz/Frank (Die Tote Stadt).

KS Franz Grundheber, der bei der Premiere 2000 den Dr. Schön/Jack the Ripper verkörperte, singt erstmals am Haus den Schigolch. Der deutsche Bariton feiert mit dieser Premierenproduktion bereits seine 41jährige Zugehörigkeit zum Haus am Ring, wo er am11. Dezember 1976 als Figaro (Le nozze di Figaro) debütierte und an bisher rund 250 Abenden zu erleben war. Zu seinen meistgesungenen Rollen an der Wiener Staatsoper zählen die Titelpartien von Wozzeck, Der fliegende Holländer, Amfortas (Parsifal), Scarpia (Tosca), Orest (Elektra) sowie Dr. Schön/Jack the Ripper. 2010 wurde er zum Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper ernannt. Den Alwa singt – ebenfalls erstmals an der Wiener Staatsoper – Herbert Lippert. Er trat bzw. tritt seit über 30 Jahren im Haus am Ring, dessen Ensemblemitglied er ist, in bisher mehr als 30 Partien auf, so in den Titelpartien von Lohengrin, Peter Grimes, als Siegmund (Die Walküre), King of Naples (The Tempest), Matteo (Arabella), Tenor/Bacchus (Ariadne auf Naxos), Erik (Der fliegende Holländer), Eisenstein (Die Fledermaus), Paul (Die Tote Stadt), Tambourmajor (Wozzeck).

In den weiteren Partien geben die Staatsopern-Ensemblemitglieder Donna Ellen als Theatergarderobiere/Mutter, Ilseyar Khayrullova als Gymnasiast/Groom, Jörg Schneider als Maler/Neger, Carlos Osuna als Prinz/Kammerdiener/Marquis, Alexandru Moisiuc als Theaterdirektor/Bankier, Maria Nazarova als Fünfzehnjährige, Bongiwe Nakani als Kunstgewerblerin, Manuel Walser als Journalist und Ayk Martirossian als Diener ihre Rollendebüts am Haus. KS Wolfgang Bankl verkörpert wie bereits 2000 den Tierbändiger/Athleten.

Dirigent: Ingo Metzmacher | Regie: Willy Decker, szenische Einstudierung: Ruth Orthmann | Ausstattung: Wolfgang Gussmann, Kostümmitarbeit: Susana Mendoza

Mit: Lulu Agneta Eichenholz°, Gräfin Geschwitz Angela Denoke*, Theatergarderobiere / Mutter Donna Ellen*, Gymnasiast/Groom Ilseyar Khayrullova*, Medizinalrat Konrad Huber, Maler/Neger Jörg Schneider*, Dr. Schön/Jack the Ripper Bo Skovhus*, Alwa Herbert Lippert*, Schigolch Franz Grundheber*, Tierbändiger/Athlet Wolfgang Bankl, Prinz/Kammerdiener/Marquis Carlos Osuna*, Theaterdirektor/Bankier Alexandru Moisiuc*, Fünfzehnjährige Maria Nazarova*, Kunstgewerblerin Bongiwe Nakani*, Journalist Manuel Walser*, Diener Ayk Martirossian*, Orchester der Wiener Staatsoper, Bühnenorchester der Wiener Staatsoper

° Debüt an der Wiener Staatsoper | * Rollendebüt an der Wiener Staatsoper

Premiere:  Sonntag, 26. November 2017, 11.00 Uhr: Einführungsmatinee mit Mitwirkenden der   Reprisen: 6., 9., 12. ?, 15. Dezember 2017 ( WIENER STAATSOPER live at home) Die Premiere am 3. Dezember wird ab 19.30 Uhr live-zeitversetzt auf Radio Ö1 übertragen. PMWStO

 

 

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