Hagen, Theater Hagen, Der Graf von Luxemburg – Franz Lehár, IOCO Kritik, 01.11.2019

November 1, 2019 by  
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Theater Hagen

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Der Graf von Luxemburg –  Franz Lehár

 – in Pariser Bohème-Milieu  – Oligarch  kauft „Heiratsgraf“ –

von Viktor Jarosch

1905 – Die lustige Witwe, 1909 – Der Graf von Luxemburg: mit frühen Kompositionen begründete Franz Lehár (1870-1948) seinen bleibenden Ruf als großer Operettenkomponist. Mit Victor Léon, Emmerich Kalman, Leo Fall, Ralph Benatzky, Oscar Strauss ist Léhar auch Mitbegründer der „silbernen Operettenära“, welche zahllose auch heute noch populäre wie lebensfrohe Werke schuf.

Franz Lehár im Stadtpark von Wien © IOCO

Franz Lehár im Stadtpark von Wien © IOCO

Und doch schwebt beständig ein Hauch von Wehmut über den Frohsinn verbreitenden Werken der „silbernen Operettenära“. Viele Komponisten dieser Epoche, so Kalman, Benatzky, Victor Léon mussten im Dritten Reich wegen jüdischer Wurzeln in die USA flüchten; viele, wie beide Brüder von Leo Fall oder Paul Morgan, wurden in  Konzentrationslagern ermordet. Robert Stolz, 1909 Dirigent der Uraufführung des Graf von Luxemburg, durch über 60 Operetten fast ebenso berühmt wie Lehár,  musste ebenso flüchten; 1938 emigrierte er über Paris in die USA. Franz Lehárs Rolle im Dritten Reich ist vielschichtig wie undurchsichtig. Hitler und Goebbels liebten seine Werke; Lehár blieb in der NAZI-Zeit in Deutschland und weitgehend „unbehelligt“.

Der Graf von Luxemburg wurde von Franz Lehár schnell, quasi mal eben, komponiert, in nur vier Wochen. An einen Erfolg seines Werks glaubte er wohl nicht; er übergab das fertige Werk dem Intendanten des Theater an der Wien im Juni 1909 mit den Worten: „Der Schmarrn ist fertig und wenn es keinen Erfolg haben wird, habt ihr es euch selbst zuzuschreiben!“. Lehár und andere irrten: allein über 300 Mal wurde das Stück nach der Uraufführung im Theater an der Wien gespielt; in den folgenden Jahrzehnten wurde es vielfach überarbeitet und blieb bis heute ein „Gassenhauer“ auf den Bühnen der Welt.

Theater Hagen / Der Graf von Luxemburg - hier : zu ersten Takten Kenneth Mattice als weltverlorenes Wesen © Klaus Lefebvre

Theater Hagen / Der Graf von Luxemburg – hier : zu ersten Takten Kenneth Mattice als weltverlorenes Wesen © Klaus Lefebvre

Von seinem Charme, seiner Popularität hat Der Graf von Luxemburg seit 1909 nichts verloren, in kitschig anrührenden Filmen, in zahllosen Produktionen großer wie kleiner Theater und nun auch im Theater Hagen wird die Geschichte um den russischen Fürsten Basil Basilowitsch inszeniert, welcher seine große Liebe, die bürgerliche Sängerin Angèle Didier, nicht heiraten kann da sie keine Adelige ist; und nun, trickreich und vermeintlich clever, den verarmten Graf Réne von Luxemburg bittet, für eine halbe Million Francs Angèle für drei Monate zu heiraten, um in dieser Art Scheinehe in den Adelstand erhoben zu werden, um sich dann wieder scheiden zu lassen, um dann den reichen Fürsten Basil Basilowitsch zu heiraten. Doch es ist eine Operette; und so bilden zu bunten Liedern und beschwingter Musik schräge wie lebensnahe Verwechslungen, Humor und Verdrehungen einen Potpourri der Lebensfreude, natürlich mit glücklichem Ende. So auch im Theater Hagen; einem Theater mit bescheidenen Mittel und einem kleinen Ensemble, welches immer wieder mit beeindruckenden Produktion aufwartet.

Der Graf von Luxemburg – Franz Lehár
youtube Trailer des Theater Hagen
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Regisseur Roland Hüve kennt das Theater Hagen: Kiss me, Kate und Die Blues Brothers inszenierte Hüve in Hagen und erntete großen Publikumszuspruch. Der Graf von Luxemburg im Theater Hagen spielt authentisch im Milieu der Jahrhundertwende, ist lebendig, bunt wie humoresk angelegt: keine Variante auf den modernen Zeitgeist. Die Handlung hat Hüve im Kern unverändert gelassen doch durch eigene Texte, durch Anleihen bei Paul Lincke, Tosca oder Shakespeares „Sein oder Nichtsein“, choreographische Umdeutungen und Kürzungen dem Stück in Hagen Behäbiges genommen und in klassischem Ambiente doch die Moderne geführt. Dazu geben vielschichtig originelle Bühnenbilder und farbige Kostüme (Siegfried E. Mayer) und eine filigrane  Choreographie (Eric Rentmeister) der Inszenierung frohsinnige Lebendigkeit anregt.

Der Besucher wird mit dem ersten Bild gebannt: wenn, zu den ersten Takten der Operette, René, Graf von Luxemburg etwas trunken träumend auf einer goldgelben Mondsichel sitzend sinniert. Im Hintergrund ein sternenreicher Pariser Nachthimmel und ein Gemälde des Eiffelturms. Eine Karnevalsgemeinde in frohen Kostümen umtanzt den Grafen ihn singend: „Karneval, Du allerschönste Zeit..“  und musikalischen Anleihen umtanzt. Dann, unvermittelt, senkt sich aus dem Bühnenhimmel ein riesiger Rahmen auf die Bühne und verändert die Traumwelt des Grafen in das Atelier des Malers Armand Brissard und seiner stets zickigen Freundin Juliette Vermont.  Erstes Staunen und Sonderbeifall waren damit schon gegeben.

 Theater Hagen / Der Graf von Luxemburg - hier : Kenneth Mattice als Graf und Angela Davis als Angèle heiraten ohne sich ansehen zu können © Klaus Lefebvre

Theater Hagen / Der Graf von Luxemburg – hier : Kenneth Mattice als Graf und Angela Davis als Angèle heiraten ohne sich ansehen zu können © Klaus Lefebvre

Spannend, schräg und lebendig setzt sich die Handlung fort, wenn dann in diesem Maleratelier Fürst Basil Basilowitsch, hier ganz russischer Oligarch in klassischem Zweireiher mit zwielichtigen Kumpanen und dem -herrlich- verwirrt agierenden Standesbeamten Pélégrin (Dirk Achille) erscheint. Diese bieten dem Graf von Luxemburg  500.000 Franc, (mit eigenen Texten, hier: „zu zahlen auf eine amerikanische  oder deutsche  oder englische – vor oder nach dem Brexit –  Bank“, Lied:  „Bare 500.000 Francs“) damit er die Sängerin Angèle Didier, Freundin des Fürsten Basil, zu deren Erlangung des Adelsstandes, kurz, für drei Monate, heiratet. Dies alles geschieht ohne Blickkontakt; die baldige Scheidung ist in den Vertrag mit eingeschlossen. Das Gemälde des Eiffelturm (Foto oben) dient bei der Heirat des Grafen von Luxemburg mit Angèle als Sichtschutz. Operettenseligkeit beginnt Raum zu nehmen mit dem wunderbar gesungen Duett:  „Sie geht links, er geht rechts“

Bühne und Akteure der Operette wandeln sich beständig; am auffälligsten wandelt sich Fürst Basil Basilowitsch, welcher vom trockenen russischen Oligarchen im dunklen Zweireiher im 1. Bild, zum tanzenden Operettenfürsten in festlicher Ballkleidung im 3. Bild mutiert; der dann sogar, auf Befehl des Zaren die alte Gräfin Stasa Kokozowa heiraten muss: welche in elegantem Abendkleid erscheint um Whisky darum bittet, „zunächst alles in Ruhe zu genießen.“ Das Ballett Hagen belebt das Bühnengeschehen immer wieder mit ansprechenden choreographischen Einlagen.

Rodrigo Tomillo und das Philharmonische Orchester Hagen stützten sängerfreundlich und mit „feinen Händen“ den Geist Lehárs und seiner Komposition, welche in humoriger Unernstigkeit die Lebensfreude befeuern  soll.

Theater Hagen / Der Graf von Luxemburg - hier : das Ensemble © Klaus Lefebvre

Theater Hagen / Der Graf von Luxemburg – hier : das Ensemble © Klaus Lefebvre

IOCO bewundert oft die mitreißende künstlerische Vielfalt, welche kleinere deutsche Theater mit begrenzten Mitteln auf ihren Bühnen zeigen. Der Graf von Luxemburg ist  hierzu Beispiel: seine vielschichtige stimmlichen wie darstellerischen Herausforderungen werden durch das weitgehend eigene Ensemble des Theater Hagen wunderbar auf die Bühne gebracht: Dies allein verdient schon ein großes Kompliment für alle Beteiligten; die sichtbaren auf und die unsichtbaren hinter der Bühne.

Kenneth Mattice ist in dem wuseligen „Operettenspiel“ ein nachdenklicher, geradezu seriöser René, Graf von Luxemburg, welcher mit dem ersten Bild mit sanftem Timbre Menschlichkeit und Verletzlichkeit in all seinen Facetten ausdrückt. Oliver Weidinger stellt als Fürst Basil Basilowitsch hierzu einen stimmlich wie  optisch gelungenen Kontrapunkt zum Grafen, dessen Wandlung vom rauhen Oligarchen zum tänzelnden Operettenkönig fasziniert. Tenor Richard van Gemert als Maler Armand und, mit feinem hellen Sopran, Christina Piccardi, als Freundin Juliette Vermont, faszinieren durch ihre  filigrane    Angela Davis ist als Angèle Didier die dominante Operettendiva dieser Produktion; bestens disponiert, mit lebendiger Präsenz und mit auch in Höhen sehr sicherem Sopran (herrlich ihre ToscaAnleihe). Doch zum starken Abschluss des Premierenabends trägt in ihrer kürzerer Partie auch das langjährige Ensemblemitglied Marilyn Bennett als Gräfin Stasa Kokozowa massgeblich bei, wenn sie, in langem Abendkleid, mit sicherem Mezzo und einem Whisky in der Hand, große Bühnenpräsenz ausstrahlt und ihrem zukünftigen Gatten, Fürst Basil Basilowitsch aufträgt: „Alles mit Ruhe genießen“!

Das Publikum im Theater Hagen war überzeugt: Ungeteilten Beifall und Bravos gab es für alle Beteiligten; für das stimmige und gut umgesetzte Regiekonzept um Roland Hüve wie für alle Darsteller auf der Bühne.

Der Graf von Luxemburg im Theater Hagen; die kommenden Vorstellungen 31.10.; 3.11.; 8.11.; 15.11.; 23.11.; 4.12.; 14.12.; 18.12.; 31.12.2019 (Silvester – um 15.00 und 19.30);  auch in 2020 weitee Vorstellungen

—| IOCO Kritik Theater Hagen |—

Berlin, Komische Oper, Die Perlen der Cleopatra von Oscar Straus, IOCO Kritik, 03.03.2018

Komische Oper Berlin

Komische Oper Berlin / Zuschauerraum © Gunnar Geller

Komische Oper Berlin / Zuschauerraum © Gunnar Geller

Die Perlen der Cleopatra von Oscar Straus

Von Karola Lemke

Jeder Besuch der Komischen Oper Berlin ist für mich wie ein Nachhause kommen; in den letzten Jahren der DDR fand ich hier geliebte Arbeit als Statistin. Vormittags waren  Beleuchtungsproben, abends Aufführungen; auch Missgeschicke blieben in Erinnerung, wie der verspätete Abgang des Trauerzuges im Don Giovanni, in dessen Folge nach einem leichten Schubs von hinten nur mein schwarzes Kleid in den zusammenfahrenden Wänden eingeklemmt wurde und ich die nun folgende freudige Szene als unverrückbare Trauerdame auf der Bühne erlebte.

Cleopatra: „Mir fehlt nichts als ein kleiner ägyptischer Flirt“

Nun also Barrie Kosky´s Wiederentdeckung Die Perlen der Cleopatra von Oscar Straus, womit Kosky eine weitere zu Unrecht vergessene Operette zum unverzichtbaren Erlebnis werden lässt. Das freche Libretto stammt von Julius Brammer und Alfred Grünwald. Die Partitur wurde  immer wieder verändert, sodass es verschiedene Versionen gibt. Uraufgeführt wurde diese Operette nicht sehr erfolgreich 1923 im Theater an der Wien mit Fritzi Massary und Richard Tauber in den Hauptpartien, (erst ein Jahr später in Berlin) und spielt in Alexandria in Ägypten. „It’s Nil-time, baby!“, wobei Ägypten das Codewort für Berlin ist.

Komische Oper Berlin / Die Perlen der Cleopatra - hier Dominik Köninger als Silvius, ein römischer Offizier und Dagmar Manzel als Cleopatra © Iko Freese drama-berlin.de

Komische Oper Berlin / Die Perlen der Cleopatra – hier Dominik Köninger als Silvius, ein römischer Offizier und Dagmar Manzel als Cleopatra © Iko Freese drama-berlin.de

Was macht nun der große phantasievolle Zauberer Barrie Kosky aus dieser Berliner Operette der Zwanziger Jahre?   Wie in Ball im Savoy und in Eine Frau, die weiß, was sie will greift er auf die wundervolle Urberlinerin Dagmar Manzel als Cleopatra zurück. Schon das Erlebnis der Dagmar Manzel als Cleopatra drängt  zu einem sofortigen erneuten Besuch dieser Inszenierung. Dirigent Adam Benzwi hat die Operette neu bearbeitet und läßt Manzel Zeit für die Dialoge mit der satierischen Katze Ingeborg. Auch als Bauchrednerin ist Manzel grandios.

Cleopatra: „Ach Anton, steck den Degen ein“

Kosky inszeniert die Operette als Zweiakter. Der erste Akt wird vom Chor in den wie erwartet phantasievollen farbenprächtigen Kostümen (Viktoria Behr)  mit Konfetti von den Rängen und der Posaune blasenden Talya Liebermann (Hofdame Charmian) eröffnet. Dann verlagert sich das wilde Geschehen zu den Tänzern auf der Bühne.

Das Bühnenbild ist edel geometrisch in schwarz/weiß gehalten und setzt sich von den Wänden zum Interieur fort. Eine wunderbare aufwendige Arbeit von Rufus Didwiszus.

„Die Königin ist  erwacht“  und mit ihr die als Handschuh auf Dagmar Manzels Arm aufgezogene Katze Ingeborg. Die Manzel berliniert los, was das Zeug hält und Katze Ingeborg antwortet so unverblümt, dass man um ihr Leben fürchten möchte. Eine köstliche Idee, die das verrückte Geschehen noch mehr überzeichnet.

Dagmar Manzels Mitspieler ist (nach Dominique Horwitz im Vorjahr) Stefan Sevenich als Minister Pampylos. Stimmlich hat Sevenich überzeugt, schauspielerisch füllt er die Rolle anders, aber ebenso gut aus.

Komische Oper Berlin / Die Perlen der Cleopatra - hier Dagmar Manzel als Cleopatra, Chor- und Tanzsolisten der Komischen Oper Berlin © Iko Freese drama-berlin.de

Komische Oper Berlin / Die Perlen der Cleopatra – hier Dagmar Manzel als Cleopatra, Chor- und Tanzsolisten der Komischen Oper Berlin © Iko Freese drama-berlin.de

Perfekt ist das Ballett, bei welchem sowohl Choreografie, Kostüme als auch die überschäumende Freude am Tanz ein Genuss für die Augen ist. Mit  „Ja so ein Frauenherz“ endet der erste Akt bei Barrie Kosky. Nachdem der Römer Silvius (David Arnsperger, Foto), der eigentlich der Geliebte Charmians ist, von Cleopatra als Liebesdiener ausrangiert wird, nun die Verhältnisse umkehren und die Königin zu seiner Sklavin machen möchte, erhält der lange angekündigte und immer wieder vertröstete Beladonis (Johannes Dunz) die zweite Perle und kommt endlich mit seiner kleinen Liebesflöte zum Zuge, ehe nach ihm Marcus Antonius (Peter Renz, wunderbar in der Doppelbesetzung als Kophra/ Marcus Antonius) mit seiner Flotte im Hafen einläuft und die dritte Perle erhält.

Mit Marc Antonius Eintreffen erfüllt sich Cleopatras Wunsch nach der großen Liebe, den sie in „Mir fehlt nichts als ein kleiner ägyptischer Flirt“ und  „Immer einsam und allein“ verklausuliert eingestanden hat.

Katze Ingeborg beendet aus dem Sarkophag heraus die dichte Folge von witzigen Dialogen und feinfühlig auf die Protagonisten angepaßte Musik, worauf sich das Publikum bei Darstellern und Orchester mit langanhaltendem, tosendem Applaus bedankt.

Eine klare Besuchsempfehlung für diese farbenprächtige, rasante und witzige Inszenierung!

Die Perlen der Cleopatra an der Komischen Oper Berlin; die weiteren Vorstellungen 10.3.2018;  21.3.2018, 25.3.2018; 30.3.2018.

—| IOCO Kritik Komische Oper Berlin |—

Heidenheim, Opernfestspiele Heidenheim, Buchungszeitraum für Meisterkonzerte-Abonnements bis 27. September verlängert

August 13, 2013 by  
Filed under Heidenheim Festspiele, Pressemeldung

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Opernfestspiele Heidenheim

Buchungszeitraum für Meisterkonzerte-Abonnements bis 27. September verlängert

 
Bereits zum dritten Mal präsentiert der Künstlerische Direktor der Opernfestspiele Heidenheim, Marcus Bosch, die Heidenheimer Meisterkonzerte als Festspiele unterm Jahr. Neben sinfonischen Konzerten mit herausragenden Solisten und der Staatsphilharmonie Nürnberg oder Heidenheims hochkarätigem eigenen Orchester, der Cappella Aquileia, sind Kammermusik-Ensembles geboten, die neue Wege beschreiten.
 
Eines davon eröffnet die neue Spielzeit am 27. September im Festsaal der Waldorfschule: Das Alliage Quintett. Es besteht aus vier Saxophonen und einem Klavier, zusätzlich wird Sebastian Gottschick als Solo-Violinist mit von der Partie sein. Das Programm trägt den Titel „Dancing Paris“. Für einen Klavierabend konnte Kurator Marcus Bosch den gefeierten Pianisten Igor Levit gewinnen. Er wird die Klaviersonaten Nr. 30-32 von Ludwig van Beethoven spielen, die als das „Neue Testament für Pianisten“ gelten. Der Termin musste vom 22. Oktober auf Montag, 28. Oktober verschoben werden, 20 Uhr in der Waldorfschule.
 
„Mozart in C“ nimmt einen Gedanken aus der letzten Spielzeit auf: sich dem großen Klassiker über die Tonart zu nähern. Unter der Leitung von Eduardo Banzo lässt die Cappella Aquileia am 24. November Mozarts Adagio und Fuge c-Moll (KV 546), seine Jupiter-Sinfonie und, zusammen mit der Pianistin Plamena Mangova, Mozarts Klavierkonzert Nr. 21 C-Dur (KV 467) erklingen.
 
Im Jahr 2014 feiert die Musikwelt den 150. Geburtstag von Richard Strauss, der mit seinen Sinfonischen Dichtungen und Opern wohl der letzte „Klassiker“ sein dürfte. Auch Heidenheim feiert den Jahreswechsel mit Strauss: Das Neujahrskonzert erweist dem Jubilar mit den Walzern und dem Schlussterzett aus seiner Oper „Der Rosenkavalier“ eine Reverenz, aber auch mit Ausschnitten aus dem Ballett „Schlagobers“ und anderen Werken. Und wenn die Staatsphilharmonie Nürnberg mit Marcus Bosch am Pult schon mal bei Strauss ist, nimmt sie auch Werke der Wiener Walzer-Dynastie gleichen Namens mit ins Programm – auch wenn die Verwandtschaft zwischen Richard Strauss und Johann, Josef und Eduard Strauß sowie Oscar Straus eine rein musikalische ist.
Tanzmusik aus Renaissance und Mittelalter stellt das Ensemble „L’Art du Bois“ am 8. Februar vor, von den derben Rhythmen ländlicher Bauerntänze bis hin zur gepflegten Raffinesse höfischer Tänze. Dem Romantiker Robert Schumann widmet die Cappella Aquileia am 16. März 2014 einen ganzen Abend, an dem die Ouvertüre zu Goethes „Hermann und Dorothea“, die Frühlingssinfonie und, gemeinsam mit dem Pianisten Alexander Krichel, das „Klavierkonzert a-Moll op. 54“ erklingen werden. Das Streichquartett Quatour Ebène gilt als vielseitigste „Boygroup“ der internationalen Streichquartettszene. Die vier smarten Franzosen wollen Heidenheim am 29. April mit Grenzwanderungen zwischen Klassik, Jazz und Pop erfrischen.
 
Einen slawischen Blick auf die Romantik wirft die Staatsphilharmonie Nürnberg am 10. Juli 2014 beim Galakonzert der nächsten Opernfestspiele Heidenheim. Mit dem Titel „Heimat dringend gesucht!“ stehen Werke von Smetana und Rachmaninow auf dem Programm. Das Dirigat wird der Ungar Zsolt Hamar übernehmen, der als Generalmusikdirektor des Hessischen Staatstheaters selbst fern der Heimat lebt. Genau wie die in Köln lebende, russische Pianistin Olga Scheps, die Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll interpretieren wird.
 
Für die Meisterkonzerte-Reihe gibt es drei Arten von Abonnements, die alle noch bis zum 27. September gebucht werden können: Ein Komplett-Abo, ein Abo Kammermusik und ein Abo Sinfonie. Das Komplett-Abo gilt für alle acht Meisterkonzerte und kostet je nach Kategorie zwischen 109 und 166 Euro, also gut 20% weniger als die einzeln gekauften Konzertkarten kosten würden. Abonnenten können sich für die ganze Saison ihren Lieblings-Sitzplatz auswählen, bekommen das nächste Spielzeit-Programm stets schon vor der Veröffentlichung per Post zugesandt und erhalten 20% Rabatt auf alle weiteren Veranstaltungen des Kulturbüros (ausgenommen Veranstaltungen der Opernfestspiele). Natürlich können Sie für alle Konzerte auch einzelne Tickets kaufen. Auskunft und Eintrittskarten: Tourist-Info Heidenheim, Elmar-Doch-Haus, Tel. 07321 327 7777.
 
 
 
 
—| Pressemeldung Opernfestspiele Heidenheim |—

Dessau, Anhaltisches Theater Dessau, Live-Hör-Spiel-Aufführung: Heldendämmerung oder Die lustigen Nibelungen, 01./02.06.2013

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Anhaltisches Theater Dessau,  Anhaltische Philharmonie

Anhaltisches Theater Dessau / Großes Haus © Claudia Heysel

Anhaltisches Theater Dessau / Großes Haus © Claudia Heysel

„Heldendämmerung oder Die lustigen Nibelungen“

Live-Hör-Spiel-Aufführung einer burlesken Operette von Oscar Straus

 
Am Samstag, 1.  Juni, um 20 Uhr und am Sonntag, 2. Juni, um 18 Uhr lädt das Anhaltische Theater mit „Heldendämmerung oder Die lustigen Nibelungen“ zu weiteren Live-Hör-Spiel- Aufführungen vor das Italienische Bauernhaus nach Wörlitz ein.
 
In diesem Jahr wird es ausgesprochen musikalisch, denn die burleske Operette „Die lustigen Nibelungen“ von Oscar Straus wird zum Gegenstand eines Hörereignisses der außergewöhnlichen Art. Und wie immer findet dieses Ereignis, gespielt und gesungen von Mitgliedern des Schauspielensembles des Anhaltischen Theaters Dessau, in gefälliger Picknick-Atmosphäre inmitten einer atemberaubenden Landschaft statt. Oscar Straus schuf mit seinen „Lustigen Nibelungen“ 1904 eine pralle Parodie auf den von Walther von der Vogelweide über Friedrich Hebbel bis zu Richard Wagner allseits bekannten Stoff der Nibelungensage. In seiner Lesart ist jedoch die komplexe Handlung einer Operette entsprechend stark vereinfacht. Siegfried verdient hier seinen Lebensunterhalt als Schaumweinfabrikant und Kriemhild wie Brunhilde kämpfen um den von ihnen angebeteten „Helden“, den sie sich schlussendlich auch noch teilen müssen.
 
Auch für eine Schlechtwettervariante ist gesorgt, die Vorstellungen finden dann im historischen Gasthof „Zum Eichenkranz“ statt.
 
Musikalische Leitung: Jan Kersjes | Gesamtleitung: Holger Kuhla | Schauspielensemble
 
 
Abfahrtszeiten der Gondeln und Preise für Vorstellungen und Picknickkörbe:
Sa, 1. Juni 2013, Ablegen der Gondeln 18:30 Uhr an der Gondelstation, Beginn: 20 Uhr
So, 2. Juni 2013, Ablegen der Gondeln 16:30 Uhr an der Gondelstation, Beginn: 18 Uhr

—| Pressemeldung Anhaltisches Theater Dessau |—

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