Halfing, Immling Festival, Die Fledermaus – Johann Strauss, 6.07.2019

Immling Festival

Immling Festival / Die Fledermaus - Alexander Geller und Katja Boerdner © Verena von Kerssenbrock

Immling Festival / Die Fledermaus – Alexander Geller und Katja Boerdner © Verena von Kerssenbrock

Die Fledermaus  – Sommerliche Versuchungen in Immling

nehmen ihren Lauf bei der Premiere von Die Fledermaus  von  Johann Strauss am 6.7.2019 im Festspielhaus. Wer sein Glück in einem Seitensprung sucht, sollte idealerweise nicht an die eigene Gattin geraten. Und wenn doch? Wiener Charme, Walzerseligkeit und bitterböse Ironie gehen in Strauss` Meisterwerk Hand in Hand.

Immling Festival / Thomas Peters © Steffi Henn

Immling Festival / Thomas Peters © Steffi Henn

Gibt es besondere Regieüberraschungen bei der Immlinger Neuinszenierung dieser „Königin der Goldenen Operettenära“?

Thomas Peters, Regisseur: Ich sehe meine Aufgabe darin, einen lustigen, lebendigen und für das Publikum und die Mitwirkenden unterhaltsamen Abend auf die Bühne in Immling zu stellen. Dafür habe ich tolle Leute an meine Seite gestellt bekommen. Wir haben uns ein … sagen wir …“ungewöhnliches“ Setting für den 2.Akt beim Prinzen Orlofsky ausgedacht, die Sängerinnen und Sänger sind durch die Bank hervorragend und wir haben einen ganz wunderbar komischen Frosch im 3. Akt. Tolle Grundvoraussetzungen also.

Immling Festival / Evan Alexis Christ © Walter Schönenbröcher

Immling Festival / Evan Alexis Christ © Walter Schönenbröcher

Was ist die besondere musikalische Herausforderung bei der Arbeit an einer Operette?

Evan Alexis Christ; musikalische Leitung: Die Leichtigkeit! Denn nicht nur die Unbeschwertheit des Inhalts soll beim Publikum ankommen, sondern auch die der Musik. Und die Musik leicht und witzig zu transportieren, ist eigentlich das Schwerste. Die musikalischen Elemente der Operette sollen fast improvisiert wirken, obwohl alles durchaus wohl überlegt ist. Das betrifft natürlich sowohl die Sänger als auch die Orchestermusiker.

Wie läuft da das Zusammenspiel zwischen Regisseur und Musikalischem Leiter?

Thomas Peters: Eine derart enge Zusammenarbeit zwischen Regie und musikalischer Leitung, wie ich sie hier in Immling erlebe, habe ich vorher so noch nicht erfahren. Weder als Darsteller, noch als Regisseur. Evan ist immer auf der Suche nach der Seele der Musik, höchst professionell und fundiert. Wir arbeiten Hand in Hand.

Evan Alexis Christ: Thomas ist so eine kommunikative und musikalische Person. Er legt Wert auf das Miteinander und das macht einfach Spaß. Er kitzelt alle möglichen Feinheiten aus dem Stück und aus unseren Darstellern heraus.

Liegt das auch daran, Herr Peters, dass Sie ja nicht nur Erfahrung als Regisseur, sondern auch als Schauspieler haben und sogar selbst schon in der „Fledermaus“ gespielt und gesungen haben?

Thomas Peters: Ich durfte selbst schon zwei Mal den Frosch spielen. Das erste Mal am Staatstheater am Gärtnerplatz. Und dann auch noch am Nationaltheater in Mannheim. Eine meiner absoluten Lieblingsrollen!

Musikalische Leitung: Evan Alexis Christ und Kai Röhrig (21.7., 26.7.), Inszenierung: Thomas Peters, Bühnenbild: Nikolaus Hipp, Kostüme: Wiebke Horn, Videodesign: Maximilian Ulrich, Lichtdesign: Arndt Sellentin, Dramaturgie: Florian Maier, Festivalchor Immling, Festivalorchester Immling

Gabriel von Eisenstein: Alexander Geller, Rosalinde: Katja Bördner, Frank: Markus Nieminen, Prinz Orlofsky: Jina Choi, Alfred: Victor Campos Leal, Dr. Falke: Gezim Berisha, Dr. Blind: Pierre Herrmann, Adele: Jennifer Zein, Ida: Caren Maxerath, Frosch: Uli Bauer

Alle Aufführungstermine beim Immling Festival auf einen Blick:

Sa. 6.7.2019 | 18.00 Uhr (Premiere)                                    Fr. 26.7.2019 | 19.00 Uhr
Fr. 12.7.2019 | 19.00 Uhr                                                      Sa. 3.8.2019 | 18.00 Uhr
So. 14.7.2019 | 15.00 Uhr (Inklusionsvorstellung)                Do. 8.8.2019 | 19.00 Uhr
So. 21.7.2019 | 18.00 Uhr

—| Pressemeldung Immling Festival |—

Duisburg, Deutsche Oper am Rhein, Premiere Die Fledermaus – Johann Strauss, 08.12.2018

November 9, 2018 by  
Filed under Deutsche Oper am Rhein, Operette, Pressemeldung

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Deutsche Oper am Rhein

Theater Duisburg © IOCO

Theater Duisburg © IOCO

Die Fledermaus  –  Johann Strauß

Als neue Operettenproduktion feiert Die Fledermaus von Johann Strauß am Samstag, 8. Dezember, um 19.30 Uhr Premiere im Theater Duisburg. Ihr Reichtum an musikalischen Einfällen, der unnach­ahmliche Wiener Schmäh, eine lustvolle Lebens­welt, in der der Champagner regiert, und eine Intrige, die sich schmerzlos einpasst in nicht ganz saubere, aber letztlich geordnete bürgerliche Verhältnisse machen Die Fledermaus bis heute zur beliebtesten Wiener Operette.

Deutsche Oper am Rhein / Kimberley Boettger-Soller (Prinz Orlofsky) © Max Brunnert

Deutsche Oper am Rhein / Kimberley Boettger-Soller (Prinz Orlofsky) © Max Brunnert

Der Regisseur Axel Köhler war viele Jahre als Sänger (Altus) erfolgreich, bevor er ins Regiefach wech­sel­te. Die Rolle des Prinzen Orlofsky hat er selbst mehr 80 Mal auf der Bühne verkörpert. Zusammen mit dem international gefragten Ausstatter Frank Philipp Schlößmann setzt er Die Fleder­maus in Duisburg in Szene. Benjamin Reiners übernimmt die musikalische Leitung.

„Ich lade gern mir Gäste ein“, singt Kimberley Boettger-Soller (Prinz Orlofsky), um diese mit Kay Stiefer­­mann (Dr. Falke) aufs rutschige Parkett der besseren Gesellschaft zu führen. Hier versuchen Norbert Ernst (Gabriel von Eisenstein), Anke Krabbe (Rosalinde), Heidi Elisabeth Meier (Adele) und Thorsten Grümbel (Gefängnisdirektor Frank) Haltung zu bewahren. Wolfgang Reinbacher spielt den Frosch.

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Duisburg |—

Wien, Oper in der Krypta, Die Fledermaus von Johann Strauss, IOCO Kritik, 28.01.2018

Januar 31, 2018 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Oper, Peterskirche

 Peterskirche im 1. Bezirk von Wien © IOCO

Peterskirche im 1. Bezirk von Wien © IOCO

Peterskirche Wien

Oper in der Krypta

 Die Fledermaus von Johann Strauss

Von Marcus Haimerl

Die Geschichte der Wiener Peterskirche reicht weit zurück. Der Bau der Kirche begann 1701, unter Kaiser Leopold I.. Fertigstellung und Weihung der Peterskirche war 1733. Die Peterskirche war der erste Kuppelbau im barocken Wien. Seit 2014 finden in der Krypta der Peterskirche wunderbare Opernproduktionen statt. 80 Besucher erleben diese Opern in unmittelbarer Nähe der Sänger, mit intensiven Gefühlen, selbst Teil der Aufführung zu sein. IOCO berichtet seit einiger Zeit über diese Erlebnisse.

  Oper in der Krypta

Die Fledermaus von Johann Strauss Sohn

Von Marcus Haimerl

Gemeinsam mit dem Ensemble Oper@Tee schloss sich Oper in der Krypta der langen Tradition an, zu Silvester und der darauffolgenden Januarwoche Johann Strauss‘ Operette Die Fledermaus auf den Spielplan zu setzen. Gerne nahm das Publikum dieses zusätzliche Angebot neben der Wiener Staatsoper und der Wiener Volksoper an, um das Stück um Champagnerlaune, Verwechslungen und die Rache des Dr. Falke an seinem Freund Gabriel von Eisenstein hautnah miterleben zu können. Die Vorstellungen in der Krypta der Peterskirche sind immer ausverkauft, sehr ausverkauft, wie auch Die Fledermaus.

Oper in der Krypta / Die Fledermaus - hier Florian Pejrimovsky als Frank, Alice Waginger als Adele, Magdalena Punz als Ida © Marcus Haimerl

Oper in der Krypta / Die Fledermaus – hier Florian Pejrimovsky als Frank, Alice Waginger als Adele, Magdalena Punz als Ida © Marcus Haimerl

Und dies zurecht. Magdalena Punz zeichnete sich für die Regie verantwortlich und lieferte launige und wahrhaft spritzige Vorstellungen. Die junge Sopranistin und Cellistin ist dem Publikum der Krypta auch als Illustratorin der Programmhefte für die Kinderopern ein Begriff. Neben der Regiearbeit übernahm die junge Künstlerin auch die Partie der Ida, mit welcher sie das Publikum ebenso nachhaltig überzeugen konnte.

Die musikalische Leitung oblag, wie bei fast allen Produktionen von Oper@Tee dem hochbegabten Pianisten Maximilian Schamschula. Sein unglaublich differenziertes und schwungvolles Klavierspiel deckt das gesamte Orchester ab und trägt die Sänger förmlich auf Händen.

In der Partie des Gabriel von Eisenstein erlebte man Max von Lütgendorff. Er singt und lebt diese Rolle mit großem, ins Heldenfach gehenden Tenor mit baritonaler Färbung und kräftiger Höhe. Intensiv und leidenschaftlich auch die Rollengestaltung des jungen Sängers, der bereits mit großen Dirigenten wie Ingo Metzmacher oder Bertrand de Billy unter anderem bei den Salzburger Festspielen, im Landestheater Linz oder im Theater an der Wien erfolgreich zusammengearbeitet hat. Spätestens beim Wodka Trinken mit Prinz Orlovsky hatte er die Lacher und Sympathien des Publikums auf seiner Seite.

Auf ebenso hohem Niveau agiert Isabella Kuëss als seine Gattin Rosalinde. Ihr jugendlich dramatischer Sopran verfügt über eine kräftige Mittellage und einer schönen, sicheren Höhe. Auch mit ihrer ausdrucksvollen Darstellung weiß sie zu überzeugen. Oft genügt ein Blick, eine kleine Geste der jungen Künstlerin, um die Tiefe ihrer Rollengestaltung zu entdecken.

Alice Waginger, Mastermind des Ensembles Oper@Tee verkörpert das Stubenmädel Adele mit mühelosen Koloraturen und einer gehörigen Portion Wiener Schmäh. Maria Lukasovsky ist ein sehr nobler und souveräner Prinz Orlofsky und verfügt über einen klaren, schön geführten Mezzo mit warmem Klang. Alternierend überzeugte auch Anna Kargl mit kraftvollem, wohlklingenden Mezzo das Publikum. Als Dr. Falke ist der Wiener Bariton Michael Weiland eine Klasse für sich. Mit seinem kräftigen Bariton mit schöner Höhe begeisterte er das Publikum genauso wie mit seiner intensiven und leidenschaftlichen Darstellung.

Oper in der Krypta / Die Fledermaus -  hier Alice Waginger als Adele, Max von Luetgendorf als Eisenstein © Marcus Haimerl

Oper in der Krypta / Die Fledermaus – hier Alice Waginger als Adele, Max von Luetgendorf als Eisenstein © Marcus Haimerl

Florian Pejrimovsky, häufiger Gast vieler Partien in der Krypta der Peterskirche ist ein unglaublich humoriger Gefängnisdirektor Frank mit schönem, dunklen beinahe dröhnendem Bassbariton. Als Sänger Alfred erlebt man Savva Tikhonov. Der junge Tenor, mit wunderschönem Schmelz in der Stimme gesegnet, ist beinahe schon eine Luxusbesetzung für diese eher kleine Partie. Abwechselnd war auch Hans-Jörg Gaugelhofer in dieser Partie zu erleben, der mit seinem klaren, schönen Tenor diese Figur ebenso professionell ausfüllt. Die Rollen des Advokaten Blind und des Frosch übernahm Robert Herzl. Seine Darstellung in beiden Partien waren sehr humorvoll in der Darstellung geprägt von altbekannten Witzen und tagespolitischen „Scherzen“.

Nur selten ertönt in der Krypta der bedeutenden Peterskirche so großer wie wenig kryptischer Jubel. Das gesamte, exzellent agierende Ensemble dieser spritzigen Fledermaus wurde  mit diesem Jubel belohnt; und, so wurde auch vertraulich berichtet, der Jubel kam nicht von himmlischen Heerscharen sondern aus höchst irdischen Kehlen der Besucher!

Dortmund, Theater Dortmund, DIE FLEDERMAUS von Johann Strauss, 05.03.2017

Februar 17, 2017 by  
Filed under Konzert, Operette, Pressemeldung, Theater Dortmund

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Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

DIE FLEDERMAUS von Johann Strauss
Konzertante Aufführung – 5. und 11. März 2017

Nach der flotten Jazz-Operette DIE BLUME VON HAWAII steht am Sonntag, 5. März, um 18 Uhr sowie am Samstag, 11. März 2017, um 19.30 Uhr mit der FLEDERMAUS von Johann Strauß (Sohn) eine klassische Wiener Operette auf dem Programm der Oper Dortmund. Beide zeigen, dass man in Dortmund zurzeit sehr unterschiedliche Werke dieses Genres erleben kann, die das Publikum auf hohem Niveau unterhalten und beweisen, dass die „Operette“ äußerst lebendig ist. Als Gefängniswärter Frosch führt Operetten-Debütant Fritz Eckenga das Publikum an zwei Terminen im März durch die konzertante Aufführung. Er wird dabei von erfahrenen Kräften unterstützt: Kammersänger Hannes Brock gibt den Eisenstein, Emily Newton die Rosalinde, Ileana Mateescu den Prinzen Orlofsky, Joshua Whitener den Alfred und Ashley Thouret die Adele. Mit dabei sind auch der Chor der Oper Dortmund und die Dortmunder Philharmoniker unter Leitung von Motonori Kobayashi.

Theater Dortmund / Fritz Eckenga © Philipp Wente

Theater Dortmund / Fritz Eckenga © Philipp Wente

Als „unterhaltsamen Nachdenker“ und als „nachdenklichen Spaßmacher“ hat die WAZ Fritz Eckenga bezeichnet. Keine schlechte Charakterisierung für einen Kabarettisten, der nicht auf schnelle Lacher aus ist. Wer ihn im Radio oder in einem seiner Solo-Programme erlebt hat, der weiß: Ein Satz von Fritz Eckenga wirkt nach.

Also ist Fritz Eckenga genau der Richtige, um sich der Wirklichkeit der berühmtesten aller Operetten zu stellen. In der FLEDERMAUS geht es vor allem darum, dass alle anders scheinen wollen, als sie in Wirklichkeit sind, um in ihrer Verkleidung möglichst viel Spaß zu haben. Dass der Spaß auch gerne auf Kosten der anderen geht, macht die Sache nicht netter, aber sehr vergnüglich. Die Hauptfigur des Stücks, der Rentier Eisenstein, muss ins Gefängnis, nur ein paar Tage wegen einer kleinen Beamtenbeleidigung. Aber gibt es da auch Champagner? Lieber nichts riskieren: Statt ins Kittchen verabschiedet sich Eisenstein auf ein Fest beim melancholischen Fürsten Orlofsky. Madame Eisenstein hingegen nutzt die vermeintliche Auszeit ihres Mannes hinter schwedischen Gardinen dazu, ihren früheren Liebhaber Alfred zu empfangen, dessen Tenorstimme sie immer noch in Wallung bringt. Der wandert dann zwar an Eisensteins Stelle hinter Gitter, doch der Rest des Personals trifft sich, mehr oder weniger verkleidet, auf Orlofskys Soiree, wo sich eine der rasantesten Verwechslungskomödien in der Geschichte der Operette abzuspielen beginnt.

DIE FLEDERMAUS ist Glanz- und einsamer Höhepunkt der Wiener Operette. Alles, was ihren Reiz ausmacht, findet sich in diesem Stück: Es wird gelogen, geliebt, sich verkleidet, verstellt und vor allem unglaublich viel gesoffen. Im Reich von König Champagner dem Ersten ist Lust am Betrug so unbesiegbar wie die Lust am Leben und an der Musik. Mag sein, dass hier eine Gesellschaft auf den Untergang zutaumelt – aber dann doch auf jeden  Fall nicht nüchtern und mit allerbester Laune.

—| Pressemeldung Theater Dortmund |—

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