Düsseldorf, Tonhalle, Igor Levit – Ein frohgesinnter Leserbrief, IOCO Zuschrift, 07.05.2021

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Tonhalle Düsseldorf

Tonhalle Düsseldorf © Diesner

Tonhalle Düsseldorf © Diesner

Igor Levit  – Artist in Residence – Tonhalle Düsseldorf

Ein frohgesinnter Leserbrief

Der hochgeschätzte Pianist  Igor Levit wurde von der Tonhalle Düsseldorf ab  September 2021 zum Artist in Residence bestellt. Hier der link zum ausführlichen IOCO – Bericht zur Bestellung von Igor Levit.

Diese Bestellung hat in der IOCO Community und der Leserschaft eine außerordentliche Resonanz erzielt. So publizieren wir gerne, mit Genehmigung der Autorin Monique Wiethoff, ihren  Leserbrief, der unsere IOCO – Redaktion erreicht hat.

Tonhalle Duesseldorf / Igor Levit © Tonhalle Düsseldorf / Susanne Diesner

Tonhalle Duesseldorf / Igor Levit © Tonhalle Düsseldorf / Susanne Diesner

Liebe IOCO Kultur Gemeinde,

wer schon das Buch Hauskonzert von Igor Levit und Florian Zinnecker  (Hanser Literaturverlage) zu Ende gelesen hat, wird gespürt haben, wie der Künstler zunehmend unter den Einschränkungen und Belastungen der Corona-Zeit gelitten hat. Umso mehr freuen wir uns, dass ihn nun die Tonhalle Düsseldorf zu ihrem Artist in Residence erwählt hat. Für uns Düsseldorfer ist das ein besonderes Geschenk.

Ich gehöre zu jenen, die Igor und seinem Spiel schon nach den ersten zwei Takten verfallen sind. Dass ich in den Genuss dieser zwei Takte kam und vieler (aber nie zu vieler) mehr, verdanke ich Wolfram Goertz. Ich denke, dass über Goertz eine besondere Beziehung von Igor Levit zu Düsseldorf entstanden ist.

Und diese Beziehung ist wohl so gelaufen: Wolfram Goertz ist nicht nur Musikkritiker und -Redakteur (u.a. DIE ZEIT, Rheinische Post), nicht nur Mediziner, Hochschullehrer und vieles andere. Goertz betreut auch kranke und bedürftige Musiker in Düsseldorf. Interdisziplinarische Ambulanz für Musiker-Medizin nennt sich das Projekt. Für seine Unterstützung organisierte er 2014 hier im Robert-Schumann-Saal ein Benefiz-Konzert, ausschließlich mit lieben Laien-Künstlern aus dem Düsseldorfer Umfeld. Etwas boshaft habe ich dies Konzert damals heimlich als „das rheinische Gartenlaubenkonzert“ bezeichnet. Aber, es gab eine Überraschung. Als letzten Programmpunkt kündigte uns Wolfram Goertz einen jungen Pianisten an, den er unlängst im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festival  interviewt hatte.

Anstelle so vieler Worte, zu denen Igor, wie wir nun wissen, inzwischen ebenso gut fähig ist, setzte er sich damals mit einem Lächeln an den Flügel und spielte auswendig eine Bach-Partita, faszinierend und lang – sie sind alle lang. Typisch für Igor („A Mensch“), dass er sich dann von Wolfram Goertz zu diesem Benefiz-Auftritt einladen ließ. Vermutlich war dies seine Ouvertüre in Düsseldorf.  Wieder Bach. Und was für ein Bach.

Während sich für mich als Kind das Wohltemperierte Klavier meines Vaters, wenn er aufs Mittagessen wartete, wie das Tackern einer emsigen Nähmaschine anhörte, gab es hier Stille und Heiterkeit. Und unmittelbar den Wunsch, viel mehr davon zu genießen. Tatsächlich gab es bald viel mehr im Rahmen der Ruhrfestspiele in Duisburg. Alle sechs Bach-Partiten, drei Stunden, auswendig, an einem warmen Sommer-Nachmittag und -Abend im rostig-kantigen Stahlmuseum. Der Kontrast zwischen den Relikten menschlicher Mühsal und einem geahnten Ewigkeitsklang konnte größer nicht sein. Da wusste ich bereits, dass Igor im folgenden Jahr wieder in Düsseldorf zu hören sein würde mit allen Beethoven-Sonaten, kostbaren acht Konzerten.

Und nun, nach langer Abwesenheit ist er zurück – als Artist in Residence an der Tonhalle Düsseldorf. Ich heiße Igor Levit zutiefst  willkommen!   Wenn ich dies auch nur von den hinteren Rängen aus rufen werde – Willkommen!  Auch die große IOCO Kultur Community schließt  sich diesem Willkommensgruß gern an.

Uns allen bald eine „open house“ – Tonhalle und „full house“ mit Igor Levit  wünscht,

Monique Wiethof

P.S. Igor Levit  hat in seinem oben erwähnten Hauskonzert auch geschrieben, dass er das Buch Radetzkymarsch von Joseph Roth gelesen hat. Also hab ich dies ihm nachgetan und liebe nun beide.

—| IOCO Aktuell Tonhalle Düsseldorf |—


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Düsseldorf, Tonhalle, Igor Levit – Artist in Residence, IOCO Aktuell, 05.05.2021

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Tonhalle Düsseldorf

Tonhalle Düsseldorf © Diesner

Tonhalle Düsseldorf © Diesner

Igor Levit – Artist in Residence in der Tonhalle

Pianist Igor Levit ist in der Saison 2021/2022 Artist in Residence in der Tonhalle Düsseldorf. In acht Konzerten verteilt über acht Monate beweist Levit seine enge Bindung an das Konzerthaus. Als Vorgeschmack präsentiert die Tonhalle am 6. Mai 2021 um 20 Uhr den Star-Pianisten in einem exklusiven Livestream-Konzert. Der Soloabend mit Werken von Brahms und Beethoven wird Levits letzter Stream im öffentlichen Raum sein und kostenlos auf www.tonhalle.de und dem YouTube-Kanal der Tonhalle übertragen. Das Konzert bleibt anschließend einen Monat lang abrufbar.

Bei einer digitalen Pressekonferenz am heutigen Dienstag stellten Igor Levit, Intendant Michael Becker und Burkhard Glashoff, Geschäftsführer Konzert Theater Kontor Heinersdorff, die Motive und Pläne für die Residence vor, die die Tonhalle und KTK Heinersdorff gemeinsam präsentieren.

Igor Levit und die Tonhalle verbindet bereits eine jahrelange gemeinsame Geschichte, seit 2010 tritt der Pianist regelmäßig in dem Konzerthaus in Düsseldorf auf. Unvergessen bleibt u. a. Levits erster Beethoven-Zyklus überhaupt, als er in der Saison 2015/16 an acht Abenden sämtliche 32 Beethoven-Klaviersonaten in der Tonhalle spielte.

Für Igor Levit ist die Residence eine echte Herzensangelegenheit und »family affair«: »Mit wenigen Konzertsälen und Orten verbinde ich so viel Schönes wie mit der Tonhalle Düsseldorf. Hier durfte ich zum ersten Mal meinen Beethovenzyklus spielen, der extrem wichtig für mich war und enorm viel in meiner musikalischen Laufbahn ausgelöst hat. Hier verbindet mich eine enge Freundschaft zu Michael Becker und Burkhard Glashoff. Nun Artist in Residence in Düsseldorf zu werden, erfüllt mich mit allergrößter Freude, und ich kann es kaum erwarten, das Publikum in der Tonhalle wiederzusehen!«

Tonhalle Duesseldorf / Igor Levit © Tonhalle Düsseldorf / Susanne Diesner

Tonhalle Duesseldorf / Igor Levit © Tonhalle Düsseldorf / Susanne Diesner

Igor Levit war unter den ersten Künstlern, die auf die Coronakrise musikalisch reagiert haben. Bereits ab Mitte März 2020 streamte er regelmäßig live auf Twitter und Instagram über 50 »Hauskonzerte« aus seiner Berliner Wohnung. Levit umschreibt sich selbst als »Bürger, Europäer, Pianist« und ist für seinen Einsatz für Menschenrechte und Gerechtigkeit genauso bekannt wie für seine musikalische Meisterschaft. So widmete er seinen Beethoven-Zyklus 2015 in der Tonhalle den Menschen, »die unverschuldet ohne Hab und Gut gezwungen wurden, ihre Freiheit aufzugeben, ihr Leben aufzugeben, ihr Haus aufzugeben, ihre Heimat aufzugeben«. Levit appellierte an das Publikum, Neuankömmlinge und ihre ehrenamtlichen Helfer zu unterstützen und sich gegen »die gefährlichen, unmenschlichen, faschistoiden, radikalen Rattenfänger und deren Mitläufer« zu wehren. Als Levit den Opus Klassik als »Instrumentalist des Jahres 2019« gewann, widmete er seinen Preis den Opfern des Terroranschlags von Halle. In einem Interview mit der Wochenzeitung ›Die Zeit‹ gab er zu Protokoll, er wolle »nicht nur der Mann sein, der die Tasten drückt«. Durch sein politisches Engagement findet Levit Gehör weit über die Konzertbühnen hinaus.

IGOR LEVIT – HIER – Live-Stream Konzert am 6.5.2021 – 20.00 Uhr
Tonhalle Düsseldorf
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

»Igor Levit passt wie angegossen zur Tonhalle«

Intendant Michael Becker kennt Igor Levit noch aus dessen Jugendzeit in Hannover und begleitet seinen künstlerischen Weg bereits seit vielen Jahren. »Igor Levit passt wie angegossen zur Tonhalle: Er ist ein Mensch, der auch jenseits seiner Kunst unablässig kommuniziert und so auch außerhalb der Musikwelt viel bewegt. Die Tonhalle ist ein kommunizierendes Konzerthaus, das sich nicht nur seinem Publikum, sondern der Gesellschaft eng verbunden fühlt. Sie verleiht einen Menschenrechtspreis, bietet eine Plattform für die Freie Szene, unterstützt gewaltfreie Erziehung und erreicht auch während des Lockdowns Hunderttausende mit gestreamten Live-Konzerten«, so Becker.

Auch Burkhard Glashoff unterstreicht Levits Ausnahmestellung: »Ich kenne wenige Künstler, die so neugierig und vielseitig interessiert sind wie Igor Levit. Daher freut es mich besonders, dass Igor im Rahmen seiner Residence in der Tonhalle ein breites Spektrum seines künstlerischen Wirkens präsentieren wird

Tonhalle Düsseldorf / Igor Levit hier Hauskonzerte © Felix Broede

Tonhalle Düsseldorf / Igor Levit hier Hauskonzerte © Felix Broede

1987 in Nizhni Nowgorod, Russland, ehemals auch Gorki genannt, an der Wolga gelegen, geboren, siedelte Igor Levit im Alter von acht Jahren mit seiner Familie nach Deutschland um. Sein Klavierstudium in Hannover absolvierte er mit der höchsten Punktzahl in der Geschichte des Instituts. Für sein politisches Engagement wurde Igor Levit 2019 der 5. Internationale Beethovenpreis verliehen. Im Januar 2020 folgte die Auszeichnung mit der »Statue B« des Internationalen Auschwitz Komitees anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz. Im Oktober 2020 verlieh ihm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Bundesverdienstkreuz.

Igor Levit ist »Artist of the Year 2020« der Gramophone Classical Music Awards, Musical America’s »Recording Artist of the Year 2020« und Preisträger des »2018 Gilmore Artist Award«. Im November 2020 erfolgte die Nominierung für einen Grammy in der Kategorie »Best Classical Instrumental Solo«. Die New York Times beschrieb Igor Levit als einen der »bedeutendsten Künstler seiner Generation«, die ›Süddeutsche Zeitung‹ als »Glücksfall« für das heutige Konzertgeschehen. Seit 2019 ist er Professor für Klavier an seiner Alma Mater, der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

Levit gastiert mit den weltweit führenden Orchestern, unter anderen mit den Berliner Philharmonikern, dem Cleveland Orchestra oder dem New York Philharmonic. Er spielte Europa-Tourneen mit den Wiener Philharmonikern, dem Tonhalleorchester Zürich und dem Pittsburgh Symphony Orchestra. Rezitals führen ihn regelmäßig zur Carnegie Hall, zum Concertgebouw Amsterdam und dem Wiener Musikverein. Levit macht immer wieder auch mit Musikprojekten abseits der klassischen Konzertbühnen von sich reden, zum Beispiel mit der aufsehenerregenden Inszenierung von Bachs Goldberg-Variationen gemeinsam mit der Performance-Künstlerin Marina Abramovi? 2015 in New York.

IGOR LEVIT – Die Mondscheinsonate – Beethoven: Sonata No. 14, Op. 27 No. 2,
Sony Classical
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Im Laufe von Levits Residence 2021/22 an der Tonhalle Düsseldorf darf sich das Publikum auf Symphoniekonzerte, Kammermusik und Soloabende mit ihm freuen, auf Kollaborationen mit den Düsseldorfer Symphonikern unter Adam Fischer, dem Orchestre de Paris unter Manfred Honeck und dem Mahler Chamber Orchestra unter Elim Chan, auf Werke von Beethoven, Brahms, Bartók, Reger, Gershwin, Schostakowitsch, Stevenson und Bolcom.

Den Auftakt zur Residence bildet bereits am Donnerstag, 6.6.2021, ein besonderer Livestream aus der Tonhalle. Igor Levit spielt einen Soloabend mit Stücken, die er sehr mit dem vergangenen Jahr verbindet: »Brahms’6 Choralvorspiele‹ und ›Vier ernste Gesänge‹, arrangiert von Max Reger, sind fast nie auf den Konzertbühnen zu hören. Ich habe sie während des Corona-Lockdowns in einem meiner ›Hauskonzerte‹ gespielt, und zu kaum einem Programm habe ich mehr positive Zuschriften erhalten. Es sind Selbst-Begegnungen und Stücke, die eigentlich keinen Applaus brauchen. « Außerdem wird Beethovens Klaviersonate Nr. 31 As-Dur zu hören sein.

Streams brauche ich nicht mehr, ich bin ihrer müde

Levit kündigte während der Pressekonferenz vom 4.5.2021 an, dass der Livestream in der Tonhalle Düsseldorf sein letzter im öffentlichen Raum sein werde: »Streams brauche ich nicht mehr, ich bin ihrer müde. Sicherlich werde ich noch Konzerte aus dem privaten Rahmen meines Zuhauses live übertragen, aber nicht mehr von einer Konzertbühne. Dieses Solo-Programm in der Tonhalle bildet den perfekten Abschluss und es kommt von Herzen – ein anderes Programm hätte ich nicht mehr im Livestream gespielt.«

—| IOCO Aktuell Tonhalle Düsseldorf |—


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Baden-Baden, Festspielhaus, En suite-Festival – Tamestit, Tjeknavorian, Zassimova, 18.07. – 30.8.2020

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Festspielhaus Baden – Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

En suite – Festival – 18.7. – 30.8.2020

  Antoine Tamestit – Telemann, Bach – 18.7. – 19.7.2020

Die Festspiele Baden-Baden finden im Sommer 2020 in Hotels und dem Museum Frieder Burda statt. Unter dem Motto En suite gibt es ein Konzert-Programm mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern sowie fest eingeplanten „Aha- Effekten“ vom 18. Juli bis zum 30. August 2020.

„Wer die Begriffe Baden-Baden, Musik und Hotel zusammenfügt, erzeugt angenehme Bilder in den Köpfen der Menschen“, so Stampa. Der Intendant möchte die durch die Corona-Pandemie erzwungene Spielpause auf diese angenehme Weise beenden. „Wir tasten uns langsam wieder an Live-Veranstaltungen heran – derzeit in kleinem Rahmen, der in Baden-Baden aber auch immer die Begriffe Sicherheit und Wohlergehen mitschwingen lässt“.

Das vollständige  Programm – En suite und mehr – HIER!

Das En suite – Festival begrüßt Solistinnen und Solisten wie den französischen Ausnahme-Bratschisten Antoine Tamestit, ein Streich-Trio um den gefeierten österreichischen Geiger Emmanuel Tjeknavorian, die in Baden lebende russische Pianistin Anna Zassimova sowie die international gefeierten Ensembles delian::quartett und das Schumann-Quartett.

Spielorte sind der Maler-Saal des Hotels Maison Messmer, die Orangerie des Brenners Park Hotel sowie das Museum Frieder Burda (in Zusammenarbeit mit dem Hotel „Kleiner Prinz“).

Den Auftakt macht im Malersaal des Hotels Maison Messmer der international als einer der einzigartigsten Bratschisten gefeierte Antoine Tamestit. In seinen Konzerten am Samstag 18. Juli, 16 Uhr, und Sonntag 19. Juli, 11 Uhr, stellt er auf reizvolle Weise Werke Johann Sebastian Bachs denen seines Zeitgenossen Georg Philip Telemann gegenüber. Festspielhaus-Dozent Dariusz Symanzski wird in das Konzert einführen und so für zusätzliche Aha-Effekte beim Musikgenuss sorgen.

Festspielhaus Baden - Baden / Antoine Tamestit à Paris en octobre 2016 © Julien Mignot / harmonia-mundi

Festspielhaus Baden – Baden / Antoine Tamestit à Paris en octobre 2016 © Julien Mignot / harmonia-mundi

Sowohl als Solist, Rezitalist und Kammermusiker ist Antoine Tamestist für seine unübertroffene Technik und die vielgerühmte Schönheit seines farbenreichen Bratschentons bekannt. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen bei renommierten Instrumentalwettbewerben, wie bei den New Yorker Young Concert Artists Auditions und dem Internationalen Musikwettbewerb der ARD. Und auch sein Instrument ist einzigartig: Antoine Tamestist spielt die vielleicht wertvollste Viola der Welt:

Er konzertiert auf der 1672 von Stradivari gebauten „Mahler“- Bratsche, die vermutlich erste Viola, die von Stradivari stammt. Sein Repertoire reicht von der Barockzeit bis zur Gegenwart. In der aktuellen Saison sollte er mit einem umfangreichen Programm an Solo- und Kammerkonzerten „Portrait  Artist“ des London Symphony Orchestra sein, was die Corona-Pandemie unmöglich gemacht hat. Seine Residenz an der Kammerakademie Potsdam konnte er mit zwei Konzerten zumindest teilweise in Anspruch nehmen.

Er spielte mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Orchestre de Paris, den Wiener Symphonikern, dem Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra und dem São Paulo Symphony Orchestra. Neben Sir John Eliot Garniner arbeitet er regelmässig mit den Dirigenten Valery Gergiev, Riccardo Muti, Marek Janowski, Antonio Pappano, François-Xavier Roth und Franz Welser-Möst zusammen.

In der Zeit Bachs und Telemanns hatte die Bratsche im Ensemble der Streichinstrumente noch sehr viel mehr zu tun, als viele ihr heute zutrauen: Die Unterwerfung der Mittelstimmen kam erst im Rokoko und in der Wiener Klassik. War die Bratsche zuvor gleichberechtigter Partner im polyphonen Stimmgeflecht, verschwand sie nun in der vernachlässigten Mitte zwischen den Geigen, die oben jubilierten, und den Celli und Bässen, die unten Halt gaben. Tamestit deutet in seinem Programm die Bratsche wieder um: aus der lauen Mitte wird der wandlungsfähige, nach vielen Seiten offene Mittler: Denn es ist eine Stärke seines Instruments, dass auf ihm spieltechnisch alles möglich ist, was auch die Geige kann, wenn auch deren brillante Höhe fehlt. Zudem hat die Bratsche im tieferen Register mehr zu bieten als ihre zierliche Schwester – sie betört mit warmem, vollem Ton.

Festspielhaus Baden - Baden / Malersaal Baden-Baden © Maison Messmer

Festspielhaus Baden – Baden / Malersaal Baden-Baden © Maison Messmer

In den Konzerten am 18. und 19 Juli erklingen im Malersaal des Maison Messmer Fantasien von Georg Philipp Telemann und Suiten von Johann Sebastian Bach. Entstanden sind Bachs Suiten wie auch Telemanns Fantasien in den 1720er und 30er Jahren. Waren Telemanns Fantasien im Aufbau von Bach gar nicht so weit entfernt – auch in ihnen verbergen sich kleine Tanzsuiten und flotte Gigues im Dreiachteltakt.

Doch während bei Bach die Musik voranschreitet wie in einem Selbstgespräch oder einer Meditation, hört man bei Telemann das „Publikum“ immer gleich mit. Er bevorzugte klar umrissene, eingängige Melodien und folkloristische Rhythmen und komponierte mit Blick auf musikalische Laien, die seine Noten kauften oder Unterricht bei ihm nahmen. Damit stieß er eine Tür auf zur bürgerlichen Musikkultur, die nicht mehr für Gott oder den König, sondern für sich selbst musizierte.

Dass er in Leipzig aus geselligem Musizieren unter Studenten die öffentlichen „Kollegiumskonzerte“ formte, passt in diese neue Musikkultur. Sein Nachfolger als Leiter dieser Konzerte war dann gleichwohl kein Geringerer als Bach. Der Malersaal aus der Zeit der Belle Époque ist das Herzstück unter den festlichen Sälen, die das traditionsreiche Hotel Maison Messmer für außergewöhnliche und exklusive Veranstaltungen bereithält. Schon im alten „Messmer“ war der Malersaal Ort für festliche Events, hier gab sich die High Society von Baden-Baden ein Stelldichein. Aufwendig restauriert, mit über sieben Metern Raumhöhe und einem geradezu imperialen Ambiente, knüpft der Malersaal heute wieder an diese Tradition an und bietet einen idealen Rahmen für den En suite- Auftakt.

—| Pressemeldung Festspielhaus Baden-Baden |—


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Dresden, Staatskapelle Dresden, 5. Symphoniekonzert mit Valentina Lisitsa, 1.-3.02.2014

Januar 23, 2014 by  
Filed under Pressemeldung, Sächsische Staatskapelle

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Sächsische Staatskapelle Dresden

Dresden Semperoper © IOCO

Dresden Semperoper © IOCO

 Valentina Lisitsa debütiert bei Staatskapelle Dresden

Sächsische Staatskapelle Dresden / Valentina Lisitsa © Gilbert Francois

Sächsische Staatskapelle Dresden / Valentina Lisitsa © Gilbert Francois

 

Krankheitsbedingt hat Georges Prêtre seine Mitwirkung am 5. Symphoniekonzert der Sächsischen Staatskapelle (1. – 3. Februar 2014) leider absagen müssen. Infolge dessen musste das ursprünglich angekündigte Programm mit Werken von César Franck und Ottorino Respighi umgestellt werden. Unter der Leitung von David Robertson erklingen nun die deutsche Erstaufführung von Wolfgang Rihms  Verwandlung 5, die Paganini-Rhapsodie von Sergej Rachmaninow sowie die fünfte Symphonie von Sergej Prokofjew.  Solistin ist Valentina Lisitsa.

 
»Wir bedauern sehr, dass Maestro Prêtre seine Konzerte hat absagen müssen. Wir wünschen ihm aber schnelle Genesung und hoffen, ihn schon bald wieder am Pult der Staatskapelle begrüßen zu dürfen. Unser besonderer Dank gilt David Robertson, der sich nicht nur kurzfristig bereit erklärt hat, die Konzerte zu übernehmen, sondern auch mit den beiden Kompositionen von Rihm und Rachmaninow zwei Werke dirigieren wird, die wir bereits vor Weihnachten hätten aufführen wollen. Mit ›Verwandlung 5‹ gelangt ja ein Werk unseres aktuellen Capell-Compositeurs zur Aufführung, und hier schließt sich ein Kreis, da Robertson auch bei seinem letzten Auftritt am Pult der Staatskapelle ein Werk unserer damaligen Capell-Compositrice Rebecca Saunders aufgeführt hat.« (Jan Nast, Orchesterdirektor der Staatskapelle Dresden)
 
Als Solistin für die Paganini-Rhapsodie konnte die ukrainische Pianistin Valentina Lisitsa verpflichtet werden, die den Grundstein zu ihrer Karriere nicht mit Wettbewerbserfolgen legte (wenngleich sie diese auch vorweisen kann), sondern mit selbstproduzierten  Clips, die ihr innerhalb weniger Jahre eine riesige Fan-Gemeinde bescherten. Inzwischen wurden ihre Videos mehr als 67 Millionen Mal gesehen, und damit stellt sie mühelos alle ihre Kollegen in den Schatten. Spätestens seit ihrem spektakulären Debüt im Juni 2012 vor mehr als 8.000 begeisterten Zuhörern in der Londoner Royal Albert Hall hat sie aber auch die regulären Konzertpodien weltweit erobert. 
Nach Konzerten und Aufnahmen mit den Orchestern aus Chicago, San Francisco und Pittsburgh, dem Orchestre de Paris sowie dem London Symphony Orchestra gibt sie nun ihr Debüt in Konzerten der Sächsischen Staatskapelle Dresden.
 
MDR Figaro schneidet die Konzerte mit. Sendetermin auf MDR Figaro, MDR Klassik und Deutschlandradio Kultur: 4. Februar 2014 ab 20.05 Uhr
 
5. Symphoniekonzert
1. Februar 2014, 19 Uhr
2. Februar 2014, 11 Uhr
3. Februar 2014, 20 Uhr
Semperoper Dresden
 
David Robertson Dirigent
Valentina Lisitsa Klavier
 
Wolfgang Rihm
»Verwandlung 5«, Musik für Orchester (2013)
Deutsche Erstaufführung
Serge Rachmaninow
Rhapsodie über ein Thema von Paganini für Klavier und Orchester op. 43
Sergej Prokofjew
Symphonie Nr. 5 B-Dur op. 100
 
Kostenlose Einführungen jeweils 45 Minuten vor Konzertbeginn im
Opernkeller der Semperoper
 
Aufzeichnung durch MDR Figaro
Sendetermin: 4. Februar 2014 ab 20.05 Uhr auf MDR Figaro, MDR
Klassik und Deutschlandradio Kultur
 

—| Pressemeldung Sächsische Staatskapelle Dresden |—


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