Hannover, Staatsoper Hannover, Opernballs 2018 – Heiße Nächte, 23. und 24.02.2018

November 13, 2017 by  
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Staatsoper Hannover 

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

 23.-24.2.2018 – Opernball „Heiße Nächte“

Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde am 10.11. das Programm des Opernballs 2018 vorgestellt. Unter dem Motto Heiße Nächte verwandelt sich die Staatsoper Hannover am 23. und 24. Februar 2018 in ein tropisches Paradies mit heißen Rhythmen, in die sich aber auch die gewohnten Walzerklänge mischen. Anja-Katharina Lütgens, wie schon in den Vorjahren Ausstatterin des beliebten Ball-Events, erläuterte ihr Dekorationskonzept für das Opernhaus, das 18 Themenbereiche umfasst. Unter anderem erwar-tet die Gäste ein prächtiger Dschungel. Auf der Hauptbühne heißt es zu mitreißendem Swing „Strictly Ballroom“. Ein kleines, aber feines Highlight verspricht die stilisierte Sauna mit Blick auf eine Landschaft im Polarlicht zu werden, die in der JoJo-Bar unterge-bracht ist.

Beim großen Opening werden Sängerinnen und Sänger des Ensembles gemeinsam mit dem Niedersächsischen Staatsorchester unter der Leitung von Mark Rohde auf-treten, außerdem präsentieren sich Künstler des Ensembles im Marschner-Saal. ist Mit der Thilo Wolf Big Band gastiert erneut eine der besten Bigbands Deutschlands an der Staatsoper, weitere Akzente setzt nach Mitternacht die musikalische Formation Groovin Affairs. Im Marschner-Saal heizt die Band Karibik Tropical den Gästen ein.

Die südafrikanische Sängerin Nomfusi wird bei der Mitternachtsshow auf der Hauptbühne auftreten. Die Künstlerin mit der kraftvollen Stimme und der elektrisierenden Bühnen-präsenz ist ein gefragter Gast bei zahlreichen internationalen Festivals und einem breiten Publikum durch ihre Darstellung der Sängerin Miriam Makeba in dem Film „Mandela – Der lange Weg zur Freiheit“ bekannt. Dieses Jahr darf das Publikum wieder eine akrobatische Nummer bestaunen: Mit der Luftring-Akrobatin Lea Hinz ist eine international agierende Künstlerin am Werk. Die gebürtige Göttingerin ist inzwischen auch in Las Vegas und New York mit ihren atemberaubenden Shows präsent.

Ohne das Engagement der Sponsoren, Co-Sponsoren und Partner wäre der Opernball in dieser Form nicht möglich, unterstrich Intendant Dr. Michael Klügl und dankte allen Fir-men und Unternehmen – mit Jan Laubrunn / Audi Zentrum Hannover und Uwe Klingen-berg / Klingenberg GmbH als Haupt-Sponsoren – für Ihre Bereitschaft, auch diesmal wie-der zur Durchführung und zum Erfolg des Balles beizutragen. Klügl betonte darüber hin-aus, „der Opernball Hannover sei trotz vereinzelter moderater Preiskorrekturen nach wie vor einer der demokratischsten Bälle, die es gibt – und dies soll auch so bleiben“. Bei der Blumendekoration werde dieses Jahr ganz besonders auf Nachhaltigkeit geachtet.

—| Pressemeldung Staatsoper Hannover |—

Wien, Wiener Staatsoper, Olymp der Musiktheater mit Einnahmerekord, IOCO Aktuell, 09.08.2017

August 10, 2017 by  
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Wiener Staatsoper

Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Michael Poehn

Wiener Staatsoper 2016/2017: Zahlen, Daten, Fakten

 Einnahmenrekord:  Erstmals mehr als 35 Millionen Karteneinnahmen

In der Spielzeit 2016/2017 konnte die Wiener Staatsoper erneut einen Einnahmenrekord durch Kartenverkauf erzielen: 35.205.803,24 Euro (2015/2016: 34.579.289,13) – mehr als eine halbe Million im Vergleich zur vergangenen Saison. Die Auslastung betrug 98,83% (2015/2016: 98,59%).

601.532 Gäste (2015/2016: 610.461) besuchten 289 Opern-, Ballett-, Kinderopern-vorstellungen und Matineen auf der Hauptbühne (2015/2016: 299), 84 Vorstellungen im Studio Walfischgasse (2015/2016: 76) sowie 17 Matineen im Gustav Mahler-Saal (2015/2016: 20). Auch negativ erscheinende Zahlen erklärt Dominique Meyer im Detail: Der Rückgang der Besucherzahl zum Vorjahr ist dem Schaltjahr 2016 und Kinderoper-Vorstellungen auf der Hauptbühne (siehe folgendes) zuzuschreiben.

Erfreulich ist auch die Anzahl an verkauften Kinderkarten im Haupthaus und in der Walfischgasse: Obwohl in der abgelaufenen Saison spielplanbedingt keine eigene Kinderopernproduktion im großen Haus gezeigt werden konnte, wurden 10.500 Kinderkarten (2015/2016: 11.652) ausgegeben Dazu kommen in beiden Spielzeiten rund 7.000 Kinder in den beiden Vorstellungen von Die Zauberflöte für Kinder am Tag nach dem Wiener Opernball.

3.9.2017: Spielzeiteröffnung 2017/18 – Tag der offenen Tür

 Wiener Staatsoper / Die Führung der Wiener Staatsoper: Legris - Meyer - Platzer © IOCO

Wiener Staatsoper / Die Führung der Wiener Staatsoper: Legris – Meyer – Platzer © IOCO

Die Weltgeltung der Wiener Staatsoper hält der Franzose Dominique Meyer seit 2011 auf hohem Niveau: 600.000 Besucher jährlich, eine Auslastung von 99% auf 2.284 Plätzen: Normalität in Wien, doch einzigartig weltweit. Die Spielzeit 2017/18 beginnt am 3. September 2017 mit einem Tag der Offenen Tür.  Am 4.9. nimmt mit der Repertoire-Oper Il Trovatore, Regie Daniele Abbado, Anna Netrebko als Leonora und Marcelo Alvarez als Manrico das künstlerische Geschehen 2017/18 seinen Lauf.

Wien, Wiener Staatsoper, 61. Wiener Opernball – Kulturelles Weltereignis, IOCO Aktuell, 23.2.2017

Februar 12, 2017 by  
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Wiener Staatsoper zum Opernball © Michael Poehn

Wiener Staatsoper zum Opernball © Michael Poehn

Der 61. Wiener Opernball – 23. Februar 2017

Mediales Weltereignis, Geliebte Tradition, Laufsteg von Eitelkeiten

 

Wien Staatsoper / Plakat Wiener Opernball 2017 © DASUNO

Wien Staatsoper / Plakat Wiener Opernball 2017 © DASUNO

Der Wiener Opernball findet immer am Gründonnerstag und Altweiberfastnacht statt. Zum 61. Wiener Opernball werden am 23. Februar 2017 5.500 Gäste in der Staatsoper feiern: Der neu ins Amt gewählte österreichische Bundespräsident Dr. Van der Bellen eröffnet den Ball. Ebenso dabei Wirtschaftsbosse, Minister, Medienstars, Sternchen, Parvenüs oder Spaßvögel. Die meisten Besucher des Opernball jedoch, man glaubt es kaum, sind Normalbürger aus Wien. Spätentschlossene haben keine Chance: Der 61. Wiener Opernball ist seit langem ausverkauft.

Alljährlich ist der Wiener Opernball spektakuläres, internationales Medienereignis; Weltkriege, Skandale wie andere Widrigkeiten hat er überlebt. Dabei ist der Opernball nur eine Facette der weit gefächerten Wiener Balltradition, welche ihren Ursprung im Wiener Kongress von 1814/15 hat. Der Wiener Opernball ist medialer Höhepunkt der   prächtigen Wiener Ballsaison, welche jedes Jahr zur Zeit des Fasching stattfindet. Ob Akademikerball, das fröhliche Kostümfest genannt Gschnas, Bürgerball, Polizeiball, Bonbonball, Ball der Tiroler in Wien, Regenbogenball: 450 großartige  Bälle einigt die große Wiener Tradition. Der Wiener Opernball verstand sich ursprünglich als „Ball der Künstler für Künstler“. Nach vielen Wirrungen gab 1877 Kaiser Franz Joseph seine persönliche, 1869 noch verweigerte Zustimmung zu einer Soirée im Festsaal der damaligen Hofoper. Aus dieser Soirée entand der heutige Opernball, Die offizielle Bezeichnung Wiener Opernball wie seine verzaubernden Rituale erhielt das Künstlerfest erst 1935.

Wiener Staatsoper / Opernball - Jungdamen- und Jungherren Komittee © Michael Poehn

Wiener Staatsoper / Opernball – Jungdamen- und Jungherren Komittee © Michael Poehn

Zum 58. Wiener Opernball 2014 konstatierte  der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan, den damaligen Bundespräsident Fischer begleitend: „Jeder muss einmal im Leben auf dem Wiener Opernball gewesen sein“. Der Opernball zieht allein in Österreich alljährlich 1,5 Mio. Menschen vor die Fernseher. Weltweit sind es viele Millionen. Dominique Meyer, Chef der Wiener Staatsoper möchte künstlerische Ansprüche hochhalten und präsentiert „eine Galerie an hochbegabten Künstlern auf einem hohen Niveau“. Dabei war Begeisterung für den Opernball bei den Wiener Opern-Chefs nicht immer so eindeutig: Meyer-Vorgänger, der knorrige Ioan Holender zeigte wenig Sympathie: “Ich stelle die Sinnhaftigkeit zur Diskussion, dass man 2 Millionen Euro investiert, um ein Gebäude zweckentfremdend zu nutzen.“ Doch Meyer, seit 2011 neuer Opern-Chef, outet sich offensiv entspannt als Wiener Opernball-Fan. So verwandelt sich die Wiener Staatsoper am 23. Februar 2017 zum schönsten Ballsaal der Welt. Ein überdachter roter Teppich vor dem Eingang der Staatsoper trägt den Glamour des Ball-Events sichtbar in die Öffentlichkeit. 19 Kameras von ORF und 3sat und zahllose Moderatoren berichten live in alle Welt.

Maria Großbauer (36) aus Grafenbach ist neue „Ball-Mutter“. Sie organisiert 2017 zwar erstmals den Wiener Opernball, doch zur Staatsoper hat sie schon immer eine enge Beziehung: Vater Karl Jeitler stieß 1978 zu den Wiener Philharmonikern, als Posaunist; Ehemann Andreas Großbauer ist seit 2005 erster Geiger im Orchester der Wiener Staatsoper.
Maria Großbauers Kreativkonzept für 2017 zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Haus – von den Blumen bis zur Damenspende: „Alles Oper!“. Blumenschmuck bezieht sich etwa auf Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart. Bunte und üppige Arrangements, zusammengesetzt aus Ginster, Rosen und blühenden Zweigen, thematisieren den „Zauberwald und seine bunten Vögel“. Die ehemaligen Heurigen-Säle werden 2017 zu einer Wolfsschlucht mit Waldtieren und Geistern: „Gefährlich gemütlich“, so Maria Großbauer.

Wiener Staatsoper / Opernball 2017 - Intendant Meyer, Pier Paolo Righi, Hanna Gumpinger (Debütantin), Langes-Swarovski, Großbauer © Wiener Staatsoper GmbH Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Opernball 2017 – Intendant Meyer, Pier Paolo Righi, Hanna Gumpinger (Debütantin), Langes-Swarovski, Großbauer © Wiener Staatsoper GmbH Ashley Taylor

Das Eröffnungsprogramm des 61. Wiener Opernball: Um 20.15 Uhr ertönt die FANFARE von Karl Rosner, es folgt die ÖSTERREICHISCHE BUNDESHYMNE, die EUROPAHYMNE von Ludwig van Beethoven. Der folgende Einzug und Tanzdarbietungen der 144 Paare des Jungdamen- und Jungherren-Komitees stellt einen der reizvollsten wie populärsten Höhepunkte des Wiener Opernball dar, zur POLONAISE aus der Oper EUGEN ONEGIN. Der Einzug endet traditionell zu den Klängen des Donauwalzers und mit dem gemeinsamen Ausruf aller Staatsopernkünstler „Alles Walzer!“ als Aufforderung an die Ballgäste, nun zum Tanz das Parkett zu übernehmen. 120 Musiker sorgen dann bis 5 Uhr in der Früh für Unterhaltung. Im 4. Stock geht die Post ab. Die Ballnacht endet traditionell um 5.00 Uhr früh mit Brüderlein fein im 50 m langen Ballsaal. Dort werden wenige Stunden später 7.000 Kinder aus allen österreichischen Bundesländern zwei Vorstellungen von Die Zauberflöte für Kinder besuchen.

Prominent besetzt ist das von Staatsoperndirektor Dominique Meyer zusammen-gengestellte künstlerische Eröffnungsprogramm von 22.00 bis ca. 23.00 Uhr: Startenor Jonas Kaufmann singt erstmals am Wiener Opernball: „La fleur que tu m’avais jetée“ aus Carmen und „Dein ist mein ganzes Herz“ aus Das Land des Lächelns. Es spielen das Wiener Staatsopern-orchester / Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Semyon Bychkov (Carmen-Ouvertüre und Gesangseinlagen) und Sascha Goetzel (Balletteinlage), das Bühnenorchester der Wiener Staatsoper unter Witolf Werner (Fanfare) sowie das Wiener Opernball Orchester unter Andreas Spörri (Hymnen, Komiteedarbietungen); das Wiener Staatsballett – mit den Ersten Solotänzern Nina Poláková, Maria Yakovleva, Denys Cherevychko, Davide Dato und Roman Lazik an der Spitze – und die Ballettakademie der Wiener Staatsoper tanzen eine von Lukas Gaudernak eigens für den Opernball kreierte Choreographie (Künstlerleben, Walzer).

Wiener Staatsoper / Opernball - Entwurf Svarowsky Tiara für Jungdamen © Karl Lagerfeld

Wiener Staatsoper / Opernball – Entwurf Svarowsky Tiara für Jungdamen © Karl Lagerfeld

Für das Jungdamen- und Jungherren-Komitee mussten sich die Paare Walzer drehend qualifizieren! Die Aufnahmevorschrift in das Komitee verlangt: Gute Linkswalzer-Kenntnis, Alter 17 bis 24 Jahre, maximal 1 Teilnahme, € 120 Gebühr, schriftliche Bewerbung mit aktuellem Bild. Die Bekleidungs-vorschrift. Damen: Schneeweißes langes, Ballkleid (ohne Reifrock oder glitzernde Applikationen), weiße lange Handschuhe, weiße Schuhe, Haare hochgesteckt. Herren: Schwarzer Frack, weiße Fliege, weiße Weste, weiße Handschuhe, schwarze Lackschuhe.
Auffällige Besonderheit ist die Swarovski Tiara, welche die Jungdamen tragen: Für den 2017 schuf Stardesigner Karl Lagerfeld, vom Eröffnungswalzer des Opernballes inspiriert, die „Le beau Danube bleu“ Tiara, welche in 394 klare und saphirblaue Swarovski Kristalle sowie fünf Swarovski Kristallperlen klassische wie moderne Elemente vereint. Nadja Swarovski, Mitglied des Swarovski Executive Board. „Die Geschichte von Swarovski und dem Opernball geht auf die 1950er zurück. Bei so vielen gemeinsamen Werten und Traditionen ist es fantastisch, unsere Unterstützung für diese Institution fortzusetzen. Die Debütantinnen werden begeistert sein, wenn sie mit einer von Karl Lagerfeld gestalteten Tiara gekrönt werden.

Wiener Staatsoper/ Opernball - Jungdamen und Jungherren Komittee auf dem Parkett © Michael Poehn

Wiener Staatsoper/ Opernball – Jungdamen und Jungherren Komittee auf dem Parkett © Michael Poehn

Eine einfache Eintrittskarte zum Opernball kostet €290. Vielleicht mietet man sich eine Rangloge für €10.000 bis €20.500 oder doch nur einen Tisch für 6 Personen um €1.200. Aber es geht auch preiswerter: Dem Frackzwang des Abends begegnen Geübte mit gemieteten Utensilien. Den „kleinen Opernball“ feiern Geübte im ersten Souterrain in der Wolfsschlucht, auf der Hinterbühne, in moderner, reduzierter Architektur in Holz und Kupfer oder in den zahlreichen Bars auf dem Balkon.

Die Boulevardpresse dagegen zelebriert zum Opernball gerne schräge Seiteneinsteiger: Alt-Bauunternehmer “Mörtel” Richard Lugner, 85, ist seit Jahren mit seinen Gästen schrulliger Medienstar des Balles. Der Einladung in die Lugner-Loge folgten in letzten Jahren bereitwillig Stars und Sternchen wie Brigitte Nielsen, Ruby Rubacuori, Paris Hilton, Pamela Anderson oder Stripperin Ditta von Teese (Slogan: “Der Ball ist nackt”), deren Leidenschaften bekanntlich weniger dem Tanz oder klassischer Musik gelten. Doch 2017 ist anders. Ein junges Wiener Mädel, Beata Decsei, (20), von einer prominenten Jury aus vielen Bewerbern gewählt, und die US-Schauspielerin Goldie Hawn (71) werden offizielle Promi-Gäste in der Lugner-Loge sein.

Manch traditionsorientierte Wiener Einheimische meiden das in ihren Augen leicht verrufene Klatschspektakel Wiener Opernball. Doch bricht die Medialisierung des Wiener Opernballes alte Wiener Balltraditionen auf, gibt neue Impulse. Außerhalb Österreichs ist der Wiener Opernball seit Jahrzehnten bewunderter Ausdruck eines lebensfrohen und kulturstarken Österreichs. Der 61. Wiener Opernball: Am 23. Februar 2017. IOCO / Viktor Jarosch / 12.02.2017

—| IIOCO Aktuell Wiener Staatsoper |—

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Wien, Staatsoper Wien, Der 60. Wiener Opernball: Kunst, Tradition, Eitelkeiten, IOCO Aktuell, 04.02.2016

Februar 1, 2016 by  
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Wiener Staatsoper © Starke

Wiener Staatsoper © Starke

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Wiener Staatsoper

Der 60. Wiener Opernball – 4. Februar 2016

Mediales Weltereignis, Geliebte Tradition, Laufsteg von Eitelkeiten

Wien / Opernball 2016 © Verlag Edition Lammerhuber Baden Illustration Elise Mougin

Wien / Opernball 2016 © Verlag Edition Lammerhuber Baden Illustration Elise Mougin

Alljährlich ist der Wiener Opernball spektakuläres und internationales Medienereignis. Weltkriege, Skandale wie andere Widrigkeiten überlebte er weitgehend unbeschadet. Dabei ist der Opernball nur eine Facette in der weit gefächerten Wiener Balltradition, welche ihren Ursprung im Wiener Kongress von 1814/15 hat.

Der Wiener Opernball ist medialer Höhepunkt der   prächtigen Wiener Ballsaison, welche jedes Jahr zur Zeit des Fasching stattfindet. Akademiker-ball, das fröhliche Kostümfest genannt Gschnas, Bürgerball, Polizeiball, Bonbonball, Ball der Tiroler in Wien, Regenbogenball: 450 großartige  Bälle einigt die große Wiener Tradition. Der Wiener Opernball verstand sich ursprünglich als „Ball der Künstler für Künstler“. Nach vielen Wirrungen gab 1877 Kaiser Franz Joseph, seine persönliche, 1869 noch verweigerte Zustimmung zu einer Soirée im Festsaal der damaligen Hofoper, aus welcher der heutige Opernball entstand. Seine  verzaubernden Rituale wie die offizielle Bezeichnung Wiener Opernball erhielt das Künstlerfest erst 1935.

Wiener Staatsoper / Opernballplakat 2015 by Kera Till

Wiener Staatsoper / Opernballplakat 2015 by Kera Till

Zum 58. Wiener Opernball 2014 konstatierte  der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan, den österreichischen Bundespräsident Fischer begleitend, liebenswert: „Jeder muss einmal im Leben auf dem Wiener Opernball gewesen sein„.

Der 60. Wiener Opernball findet 2016 am 4. Februar, jedoch immer am Gründonnerstag und Altweiberfastnacht statt. 5.000 Gäste werden dann feiern: Bundespräsident Fischer ist Dauergast, ebenso Wirtschaftsbosse, Minister, Medienstars, Sternchen, Parvenüs oder Spaßvögel. Doch die meisten Besucher des Opernballes der Staatsoper – man glaubt es kaum – sind Normalbürger aus Wien. Spätentschlossene haben keine Chance: Der Opernball seit langem ausverkauft.

Dominique Meyer und Desirée Treichl-Stürgkh © Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Dominique Meyer und Desirée Treichl-Stürgkh © Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Der Opernball zieht allein in Österreich alljährlich 1,5 Mio. Menschen vor die Fernseher. Weltweit sind es viele Millionen. Dominique Meyer, Chef der Wiener Staatsoper möchte künstlerische Ansprüche hochhalten und präsentiert „eine Galerie an hochbegabten Künstlern auf einem hohen Niveau„. Dabei war Begeisterung für den Opernball bei Opern-Chefs nicht immer so eindeutig wie heute: Meyer-Vorgänger, der knorrige Ioan Holender zeigte wenig Sympathie: “Ich stelle die Sinnhaftigkeit zur Diskussion, dass man 2 Millionen Euro investiert, um ein Gebäude zweckentfremdend zu nutzen.“ Doch Meyer, seit 2011 neuer Opern-Chef, outet sich offensiv entspannt als Wiener Opernball-Fan. So verwandelt sich die Wiener Staatsoper am 4. Februar 2016 zum schönsten Ballsaal der Welt. Ein überdachter roter Teppich vor dem Eingang der Staatsoper trägt den Glamour des Ball-Events sichtbar in die Öffentlichkeit. 19 Kameras von ORF und 3sat und zahllose Moderatoren berichten live in alle Welt.

Wiener Opernball © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Wiener Opernball © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Desiree Treichl – Stürgkh, gelernte Mode-Journalistin organisiert den Opernball seit 2008. Alles Walzer – heißen die von Atil Kutoglu für die Debütant/innen des Opernballs entworfenen Roben. „Ich bin verliebt in die Kleider. Sie verleihen dem Opernball noch mehr internationales Flair„, so Treichl-Stürgkh, alles sehend, alles steuernd ihren letzten Opernball als „Ball-Mutter“.

Das Eröffnungsprogramm des 60. Wiener Opernball 2016:  Um 20.15 Uhr ertönt die FANFARE von Karl Rosner, es folgt die ÖSTERREICHISCHE BUNDESHYMNE, die FINNISCHE NATIONALHYMNE  (der Finnische Staatspräsident  Sauli Niinistö ist Gast von Bundespräsident Heinz Fischer), EUROPAHYMNE von Ludwig van Beethoven. Der folgende  Einzug und Tanzdarbietungen der 150 Paare des Jungdamen- und Jungherren-Komitees stellt einen der reizvollsten Höhepunkte des Opernballes dar.

Wiener Opernball © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Wiener Opernball © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Für das Jungdamen- und Jungherren-Komitee mussten sich die Paare im Oktober 2015 Walzer links drehend qualifizieren! Die Aufnahmevorschrift in das Komitee verlangt: Gute Linkswalzer-Kenntnis, Alter 17 bis 24 Jahre, maximal 1 Teilnahme, € 120 Gebühr, schriftliche Bewerbung mit Bild bis Anfang Oktober 2015. Die Bekleidungs-vorschrift. Damen: Schneeweißes langes, Ballkleid (ohne Reifrock), weiße Handschuhe, weiße Schuhe. Herren: Schwarzer Frack, weiße Handschuhe, schwarze Lackschuhe. Rauchverbot!

Die FÄCHERPOLONAISE von Carl Michael Ziehrer unterlegt diesen spektakulären Einzug musikalisch. Das Wiener Opernball Orchester  dirigiert Andreas Spörri. Im folgenden Programm dirigiert Alt-Star Placido Domingo Rossini und singt mit Olga Peretyatko aus der Lustigen Witwe von Franz Léhar. Mit dem Walzer An der schönen blauen Donau öffnet der Ball spät abends das Parkett allen tanzenden Besucher

120 Musiker sorgen dann bis 5 Uhr in der Früh für Unterhaltung. Im 4. Stock geht die Post ab: Ein Spielcasino, zwei Rauchersalons, diverse Bars, ein Heuriger und Tanz an acht verschiedenen Lokationen. Die Logen dienen der Unterhaltung in kleinem Kreis, der Geschäftsanbahnung, wienerisch sanft als Landschaftspflege umschrieben. Im der Oper gegenüber liegenden Hotel Sacher wird vorgefeiert.

Meyer und Solistin Garifullina und Bezsmertna © Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Meyer und Solistin Garifullina und Bezsmertna © Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Eine einfache Eintrittskarte zum Opernball kostet €290. Vielleicht mietet man sich eine Rangloge für €20.500 oder doch nur einen Tisch für 6 Personen um €1.200. Aber es geht auch preiswert: Auf der Galerie des Hauses kann man den kleinen Opernball feiern, im Heurigen dort ein Glas Wein trinken, in einer Disco moderne Musik hören oder im Casino zocken. Dem Frackzwang des Abends begegnen Geübte mit gemieteten Utensilien.

Die Boulevardpresse zelebriert zum Opernball gerne deren schräge Seiteneinsteiger: Alt-Bauunternehmer “Mörtel” Richard Lugner, 83, ist seit Jahren mit seinen Gästen schrulliger wie wenig seriöser Medienstar des Balles. Einer Einladung in seine Lugner-Rangloge folgen in letzten Jahren bereitwillig Stars und Sternchen wie Brigitte Nielsen, Ruby Rubacuori, Paris Hilton, Pamela Anderson oder Stripperin Ditta von Teese (Slogan: “Der Ball ist nackt”); deren Leidenschaften gelten bekanntlich weniger dem Tanz oder klassischer Musik. Die amerikanische Schauspielerin Brooke Shields folgt 2016 der Einladung Lugners. Unbekannt ist, was Lugners 24jährige Ehefrau Cathy „Spatzi“ Schmitz von Brooke Shields  und dem „Opernkarneval“ ihres Gatten hält.

Manch traditionsorientierte Wiener Einheimische meiden das in ihren Augen leicht verrufene Klatschspektakel “Wiener Opernball“. Doch die Medialisierung des Wiener Opernballes bricht alte Balltraditionen auf, wurde zu einem weltweit bewunderten Ereignis. Dem gesellschaftlichen Leben der kulturell so reichen Stadt Wien gibt er immer wieder vielfältige neue Impulse. Und genau dies begründet das großartige Phänomen Wiener Opernball, welcher am 2. Februar 2016 zum 60. Mal gefeiert wird und rund um den Globus Neugierde und Aufmerksamkeit erfährt.

IOCO / Viktor Jarosch / 02.02.2016

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