Köln, Oper Köln, MAZELTOV, RACHEL´E – eine musikalische Farce, IOCO Kritik, 29.06.2021

Juni 29, 2021 by  
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oper koeln.jpg

Oper Köln

Köln / StaatenHaus Oper Köln © Petra Moehle

Köln / StaatenHaus Oper Köln © Petra Moehle

MAZELTOV, RACHEL’E    oder –  MIKH RUFT DI FIDL UN IKH SING MAYN LIDL

eine musikalische Farce  – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

von Albrecht Schneider

Auch die Oper Köln, von der Pandemie zum Verstummen gebracht, hebt wieder zu singen an. Mit einer spritzigen wie melancholischen kleinen Komödie für Musik lädt sie in ihr Ausweichquartier im Staatenhaus, und wer große Augen machen will und große Ohren hat, sollte der Einladung folgen, sofern sie nach der letzten der sieben Aufführungen am 22.06. 2021 demnächst neuerlich auf dem Spielplan erscheinen wird.

Zunächst sei ein bisschen Wissenschaft angeboten: MAZELTOV, RACHEL’E  hat im   Yiddischen viele umgangssprachliche Bedeutungen wie auch: “Viel Glück, Rachele“. Riemanns Musik Lexikon deutet die „Farce“  u.a. als:  “Selbständiges Bühnenstück mit eingelegten bekannten Chansons.“. „Farce“ wird später in Italien zur „Farsa“ wie z.B. Gioachino Rossinis Il Signor Bruschino.

MAZELTOV, RACHEL´E – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland
youtube Trailer Oper Köln
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Was also bietet unsere „Farce“?

Die jüdische Sängerin Lea erhält in der Nacht des Pessach Festes Besuch ihrer Vorfahren. Es sind weibliche Gespenster in Begleitung männlicher, die sich in der Kölner Wohnung der Künstlerin ein Stelldichein geben, und worin sie gar nicht geisterhaft, vielmehr als ganz und gar menschliche Wesen auf recht handfeste Weise miteinander Umgang pflegen. Mit der deutschen, der jiddischen oder gar hebräischen sowie mit der Sprache ihrer Körper schlagen sie die alten Schlachten und ziehen sie in neue, singend und tanzend bereiten sie damit Auge und Ohr ein sinnliches, ausgelassenes und komisches Spektakel. Ein Spiel, in dem es um nichts sonderlich Weltbewegendes zu gehen scheint, das aber auf einem brüchigen Boden stattfindet, unter dem sich eines Tages ein Abgrund auftun wird. Hinter allem Wohlklang und aller Kuriosität stehen Menschen, nach denen die Zuschauer wissbegierig fragen müssten: „Woher kommen sie“, und hernach beklommen: „Wo sind sie geblieben?“

In der Sängerin Lea Behausung, schlicht repräsentiert auf offener Rundbühne mittels weniger Signifikate wie Bett, Sofa, Küchentisch, Schränke, Badewanne und Klosett, erscheint als erste Ahnfrau deren Ururoma Rachel’e, eine gefeierte singende Diva der vorletzten Jahrhundertwende in demgemäßem Aufputz. Dazu gesellt sich Lea 2, die junge Ururenkelin, die sich tänzelnd und tanzend, doch stets wortlos durch die Einheitsszene von vorn bis hinten bewegt. Wenn der aus Küchendampf zu einem von Rachel’es Ehemännern materialisierte Geiger Leyser Janowski aus einem Küchenschrank kriecht, hält Leas 2 Schweigen an, der Sprache ihrer Altvorderen ist sie wohl nicht mehr mächtig. Aus weiteren Nebelwolken steigen die spinnenphobische Uroma Gisse, der Schächter Israel Teitelbaum, und sogar Abraham Goldfaden taucht auf, ein historischer Komponist, der auch seinen Teil zu dieser Burleske beiträgt. Das heitere, groteske und bisweilen giftige Miteinander, Gegeneinander und Durcheinander der Frauen und der ihnen beigeordneten Männer verantwortet die Musik, ein Potpourri aus Liedern, Operettenchanson und Walzern jüdischer Komponisten, die bei uns, von dem Berliner Leo Fall vielleicht abgesehen, unbekannt geblieben ist. Eine Hymne auf den österreichischen Strudel wird angestimmt, die Knödel werden besungen, ein „Schlaf Ydele, schlaf“ dämpft die Affekte und erst mit den wehmütigen Tönen eines „Was gewesen ist, ist gewesen, ist vorbei“ kommen die Affekte temporär zur Ruhe, kommt so etwas wie Besinnung auf, in der Erinnerung glänzen alte Geschichten, auch wenn es oft Falschgold ist.

Oper Koeln / MAZELTOV, Rachel´e hier Dalia Schaechter als Rachel © Paul Leclaire

Oper Koeln / MAZELTOV, Rachel´e hier Dalia Schaechter als Rachel © Paul Leclaire

Des Autors und Regisseur (Christian von Götz) Farce entspringt der Absicht, nachdem er in fernen und nahen Archiven Schätze uns durchwegs unbekannter Musik gehoben hatte, daraus manche Juwelen eben mittels eines Possenspiels um eine ältere, in Deutschland lebende jüdische Sängerin zu präsentieren. Das nächtliche Gastspiel der Ahnen und deren groteske Begegnungen werden von der Musik getragen, die wie Blut das Geschehen durchströmt und zum Leben erweckt. Ihre jüdischen Komponisten stammen aus dem Osten Europas mit seiner einst blühenden jüdischen Kultur, deren Stifter sich vielmals der bescheidenen und teilweise armseligen Lebensbedingungen wegen zum Verlassen der Heimat und häufig zur Auswanderung nach Übersee gezwungen sahen. Sie hierzulande mittels des Theaters wieder in das musikalische Gedächtnis eingetragen zu haben, dafür sollte dem emsigen Schatzgräber und Stückeschreiber ein Lob gesungen werden.

Reuben Doctor, Louis Friedsel, David Meyerowitz sowie der bereits erwähnte Abraham Goldfaden sind ein paar Namen aus der Gruppe von rund fünfzehn der dort in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geborenen Notensetzer. Aus ihrem komplexen Oeuvre zitiert der Autor mannigfache Nummern, deren vertonte Texte er vielfach umgeschrieben hat, um sie vorwiegend auf Jiddisch, aber auch auf Hebräisch und Deutsch – für Lea 2 wie das Publikum eher verständlich – vortragen zu lassen.

Als Oberhaupt des Gespensterreigens fuhrwerkt die grandiose Dalia Schächter in der Doppelrolle der Lea 1 und Rachel’es, mit Bravour in allen drei Idiomen singend sprechend und fluchend, durch die Szene. Derartigem Elan sind die anderen Geister nicht so recht gewachsen, obschon durchaus lebhaft, wirken sie zwangläufig ein bisschen ärmer an Temperament. Dennoch sind gleich der Ururoma die übrigen Geschöpfe der Nacht ebenso hinreißend anzuschauen und anzuhören wie der Gesang und die Aktionen ihrer leicht überdrehten Tochter und Leas 2 Uroma Glisse (Claudia Rorbach). Die stets stumme Ururenkelin Lea 2 (Verena Hierholzer) springt, schwebt und hüpft anmutigst nach Ballerinenart in dem gutbürgerlichen Ambiente kreuz und quer von der Lokusschüssel bis zur Küchenzeile. Neben der dominierenden Weiblichkeit behaupten sich mit Verve die Männer, freilich begeistern die tenoralen wie tiefer gelegenen Canzonen des besessen fidelnden Exgatten Leyser Janowski (Dustin Drosdziok), des Schächters Israel Teitelbaum (Stefan Hadzic) und des Abraham Goldfaden (Matthias Hofmann) offenbar weniger die drei Damen denn das Publikum. Musikalisch an die Hand genommen wird das Sextett von Mitgliedern des Gürzenich-Orchesters und seinen Gästen unter der Leitung von Rainer Mühlbach, die allzeit dem Charakter der Nummern angemessene schmissige, sentimentale und zudem die Töne dazwischen finden.

 Oper Koeln / MAZELTOV, Rachel´e rechts oben Dalia Schaechter als Rachel © Paul Leclaire

Oper Koeln / MAZELTOV, Rachel´e rechts oben Dalia Schaechter als Rachel © Paul Leclaire

Pascal Seibicke hat das Äußere der Possenspielerschar gleich typisch gestaltet wie den Ort der Handlung, die sich aus angezettelten und ausgetragenen, aus wesentlichen wie unwesentlichen Konflikten zusammensetzt, die indessen das jüdische Sein in einer ihm nicht überall wohlgesonnenen Umgebung reflektieren. Bei allem durch die Überzeichnung, die charakterisierende Musik und die Kunst der Künstler erzeugten Pläsier von Zuschauern und Zuhörern, gleichwohl kann man mit Aufmerksamkeit sich Schatten auf das heitere Treiben legen sehen. Und spüren. Ruft doch einmal die Sängerin Rachel’e zornig: „Sollen wir uns in Asche verwandeln und durch den Schornstein hochfliegen?“ Überwältigend und makaber zugleich ist ihr Schlussauftritt, wenn sie mit der Attitüde des hochdramatischen Soprans die Isolde des bekennenden Antisemiten Richard Wagners parodiert. Verlangt hernach obendrein die Ahnenreihe lautstark danach, Wagners Werke nunmehr auf Yiddisch zu singen, dann klingt das zwar urkomisch, nahezu absurd, allein zum Lachen ist das nicht unbedingt.

Aufgeführt wird die Farce, wie im Programmheft abgedruckt, anlässlich des Jubiläums >1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland<. Wer in das Buch schaut, worin dessen Geschichte aufgeschrieben steht, wird nicht sehr viel von harmonischem Nebeneinander, eher von Duldung, mehr von Unterdrückung, Rechtlosigkeit und vor allem von Mord lesen. Kommt es dann nicht einem Wunder gleich, wenn es in Deutschland ein – obwohl immer gefährdetes!– jüdisches Leben gibt, das uns an seiner Vergangenheit und Jetztzeit zu vergnüglicher wie nachdenklicher Erbauung teilhaben lässt?

Das Publikum im Staaten Haus ist von den anderthalb Stunden des Abends vernehmbar angetan und geizt nicht mit Beifall für eine rundum exzellente Aufführung.

Am Ende stehen ein Wunsch und eine Frage:

Die Sprechpartien dürften kaum darunter leiden, sollten sie ein wenig lauter und artikulierter exekutiert werden.

Ließe sich anlässlich des angesagten Jubiläums 2021 die stets fragile Symbiose von Juden und Deutschen von Seiten ihrer Mäzene nicht auch dadurch befördern, dass diese das bravouröse Stück, ehe es ein für allemal (?) in der Versenkung verschwindet mittels einer CD / DVD allgemein zugänglich machen und mithin verewigen würden ?

—| IOCO Kritik Oper Köln |—


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Essen, Aalto-Theater, Hein Mulders – TUP Vertrag vorzeitig aufgelöst, IOCO Aktuell, 20.04.2021

April 20, 2021 by  
Filed under Aalto Theater Essen, Personalie, Pressemeldung

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Aalto Theater Essen

Aalto Theater Essen © Bernadette Grimmenstein

Aalto Theater Essen © Bernadette Grimmenstein

Aalto-Theater –  Vorzeitiges Vertragsende für Hein Mulders 

Hein Mulders, Intendant des Aalto-Theaters und der Philharmonie Essen wechselt im Herbst 2022 an die Oper Köln  Bereits am vergangenen Dienstag hatte die Stadt Köln Hein Mulders als neuen Intendanten der Oper Köln ab der Spielzeit 2022/2023 vorgestellt.

IOCO berichtete hierzu bereits ausführlich, link HIER!

kommender Intendant der Oper Köln © Sven Lorenz

Hein Mulders / kommender Intendant der Oper Köln © Sven Lorenz

Nun hat der Aufsichtsrat der Theater und Philharmonie Essen (TUP) in seiner gestrigen Sitzung den Weg frei gemacht für eine vorzeitige Beendigung von Mulders’ Amtszeit als Intendant des Aalto-Musiktheaters, der Essener Philharmoniker und der Philharmonie Essen. Der aktuelle Vertrag legte ursprünglich ein Engagement bis zum Sommer 2023 fest. „Wir bedauern, dass Hein Mulders die TUP vorzeitig verlässt“, betont Barbara Rörig, Vorsitzende des TUP-Aufsichtsrates. „Aber natürlich wünschen wir ihm für seine neuen Aufgaben in Köln eine glückliche Hand und ein erfolgreiches künstlerisches Wirken. Ich gehe davon aus, dass er seine verbleibende Zeit in Essen nutzt, um bereits Teile der Spielzeit 2022/2023 vorzubereiten.“

Hein Mulders leitet seit der Spielzeit 2013/2014 Oper, Orchester und Konzerthaus in Personalunion. „Die Entscheidung fällt mir nicht leicht“, betont der gebürtige Niederländer. „Ich kann inzwischen auf acht, inklusive der Vorbereitung sogar zehn künstlerisch sehr erfüllende Jahre in Essen zurückblicken. Das Publikum, mein großartiges Team, unsere fantastischen Künstlerinnen und Künstler und nicht zuletzt die beiden Weltklasse-Häuser – die Philharmonie und das Aalto-Theater – sind mir in dieser Zeit sehr ans Herz gewachsen. Nach langer Überlegung bin ich nun aber zu dem Entschluss gekommen, dass es Zeit ist für eine neue künstlerische Herausforderung. Ich hoffe sehr, dass ich unseren Besucherinnen und Besuchern in Essen noch eine spannende Saison weitestgehend ohne pandemische Einschränkungen präsentieren kann.“

—| IOCO Aktuell Aalto Theater Essen |—


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Köln, Oper Köln, 2022 – Hein Mulders folgt Birgit Meyer, IOCO Aktuell, 18.04.2021

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Die Oper Köln am Offenbachplatz wird seit vielen Jahren saniert © IOCO

Die Oper Köln am Offenbachplatz wird seit vielen Jahren saniert © IOCO

Oper Köln

Hein Mulders – Ab 2022  Intendant der Oper Köln

Uwe Eric Laufenberg, Birgit Meyer, Hein Mulders

von Viktor Jarosch

Ehemals-Intendant Uwe Eric Laufenberg der Oper Köln hatte sich 2012 dramatisch getäuscht: Im August 2012 wurde er erstes Sanierungs-Opfer der Oper Köln und fristlos entlassen. Die Eröffnung der sanierten Oper Köln findet nicht wie geplant in 2015 statt, sondern – mit neun Jahren Verspätung – 2024, So im Dezember 2020 von der Stadt Köln kommuniziert (link HIER!). In diesem Sanierungs-Chaos explodierten die Kosten von €253 M auf €615 Millionen. Doch selbst diese dramatische offizielle Kalkulation ist unvollständig: Die durch die jahrelange Schließung der Oper entgangenen Einnahmen sind nicht berücksichtigt, ebensowenig wie  hohe Zusatzkosten durch Nutzung von Ersatzspielstätten. Die Gesamtkosten der Sanierung der Oper Köln liegen – laut IOCO-Rechnung – bei etwa €1 Milliarde. Intendantin Birgit Meyer kämpft so seit 2012 an den vielen Fronten der Oper Köln.

Im April 2021 teilt der „Rat der Stadt Köln“ mit, dass zum 1.9.2022 Intendantin Dr. Birgit Meyer durch den zur Zeit am Aalto-Theater, Essen tätigen Hein Mulders abgelöst wird. Die folgende Pressemitteilung der Stadt Köln besitzt im Hinblick auf das Missmanagement der vergangen Jahre ein saures Geschmäckle. Lesen Sie selbst:

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Stadt Köln – Hein Mulders folgt Birgit Meyer

Hein Mulders / kommender Intendant der Oper Köln © Sven Lorenz

Hein Mulders / kommender Intendant der Oper Köln © Sven Lorenz

Hein Mulders wird Intendant der Oper Köln. Das hat am 12. April 2021, der Hauptausschuss des Rates der Stadt Köln auf Vorschlag von Oberbürgermeisterin Henriette Reker einstimmig entschieden.

Hein Mulders wird die Opernsparte der Bühnen Köln damit nach erfolgter Sanierung des Riphahn-Baus zur Spielzeit 2024/25 zurück an den Offenbachplatz führen. Er beginnt seine Intendanz in Köln am 1. September 2022 und wird damit auch das Interim der Oper im Staatenhaus nahtlos fortsetzen.

Die Suche nach einer/einem neuen Intendant*in für die Oper Köln unterstützte maßgeblich eine von Oberbürgermeisterin Henriette Reker geleitete Findungskommission. Dem Gremium gehörten als externe Experten Pamela Rosenberg (ehemalige Generalintendantin der San Francisco Opera und ehemalige Intendantin der Berliner Philharmoniker), Peter Theiler (Intendant der Semperoper Dresden) und Viktor Schoner (Intendant der Staatsoper Stuttgart) an. Weitere Mitglieder der sechsköpfigen Kommission waren Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach und Stefan Englert, Geschäftsführender Direktor des Gürzenich-Orchesters. Olaf Wegner (ifp – Institut für Personalberatung Köln) steuerte das Verfahren als beauftragter Personalberater.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker zeigt sich sehr zufrieden mit dem Abschluss der knapp dreimonatigen Arbeit des Gremiums:

Der Findungskommission ist es gelungen, aus einem Kreis hochkarätiger Kandidat*innen nach einem intensiven Auswahlverfahren Hein Mulders für die Kölner Oper als Intendanten zu gewinnen. Er überzeugte die Kommission durch seine nachhaltigen Erfahrungen und Erfolge mit der Führung von Opernhäusern sowie durch seine internationale Vernetzung und Überzeugungskraft. Herr Mulders wird zusammen mit den Betriebsleiterkollegen der Bühnen, den Teams der Oper Köln und des Gürzenich-Orchesters mit Blick auf die Wiedereröffnung der Bühnen am Offenbachplatz eine entscheidende Rolle für die Zukunft der Kunst- und Kulturmetropole Köln spielen.

Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach führt aus:

Oper Köln – Kulissengespräche »Die tote Stadt« mit Birgit Meyer
youtube Oper Köln
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Ich bin mir sicher, dass Hein Mulders die komplexen Aufgabenstellungen der Kölner Opernintendanz aufgrund seiner exzellenten fachlichen Expertise sowie seiner Teamorientierung und persönlichen Integrationskraft höchst erfolgreich für Köln umsetzen wird.

Für die Findungskommission erklärt Pamela Rosenberg:

Die Findungskommission hat sich mehrere Wochen lang intensiv verständigt und freut sich, aus dem breiten Feld von Kandidat*innen mit Hein Mulders einen erfolgreichen Opern-, Konzert- und Kulturmanager präsentieren zu können, der alle Voraussetzungen mitbringt, um die Oper Köln mit seinen profunden Opern- und Musikkenntnissen, seinem international geprägten Profil sowie seinem umfangreichen professionellen Netzwerk kreativ in die Zukunft zu steuern. Mulders‘ stark ausgeprägte menschliche, zeitgemäße Führungsqualitäten sind von seiner Fähigkeit bestimmt, Künstler*innen und Mitarbeiter*innen im steten Dialog zu Höchstleistungen zu motivieren. Nicht nur die Corona-Krise stellt Opernhäuser in den kommenden Jahren vor neue Herausforderungen. Wir sind überzeugt, dass Hein Mulders der richtige Mensch ist, um diese gemeinsam mit den Mitarbeiter*innen der Oper, der Stadtgesellschaft und den politisch Verantwortlichen in Köln zu meistern.

Generalmusikdirektor – Gürzenich-Kapellmeister François-Xavier Roth:

Mit großer Freude habe ich von der Berufung von Hein Mulders zum Intendanten der Oper Köln erfahren. Ich bin mir sicher, dass er mit großer Energie und seiner fantastischen Kreativität das Haus in die Zukunft führen und weiterentwickeln wird. Ich freue mich, mit ihm gemeinsam in den kommenden Spielzeiten zu arbeiten, sowohl im Staatenhaus als auch für die Wiedereröffnung der Oper am Offenbachplatz.

Kölns künftiger Opernintendant Hein Mulders freut sich auf seine neue Wirkungsstätte:

Ich freue mich riesig auf meine neue Aufgabe als Intendant der Oper Köln. Das traditionsreiche Haus am Offenbachplatz nach mehr als einer Dekade Sanierungszeit wiedereröffnen zu dürfen, ist eine große Ehre für mich. Ich möchte bald die Mitarbeiter*innen der Oper und der Bühnen Köln kennenlernen und mich mit ihnen zur Zukunft austauschen. Auf die Zusammenarbeit mit dem Gürzenich-Orchester und Generalmusikdirektor François-Xavier Roth blicke ich mit großer Vorfreude. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam Großartiges leisten werden.

Hintergründe:

  • Derzeit ist Hein Mulders bei der Theater und Philharmonie Essen GmbH als Intendant für die Sparten Aalto-Musiktheater, Essener Philharmoniker und Philharmonie Essen verantwortlich.
  • Vertragsbeginn am Mehrspartenbetrieb Bühnen Köln ist der 1. September 2022 mit dem Titel Opernintendant und Betriebsleiter der Bühnen Köln
  • Vertragslaufzeit: Fünf Spielzeiten (bis 2027)
  • Zusätzlich wurde ein Vorbereitungsvertrag ab Mai 2021 zur Planung der Spielzeit 2022/23 ff abgeschlossen.
  • Die Amtszeit der derzeitigen Intendantin Dr. Birgit Meyer endet nach zehnjähriger Intendanz am 31. August 2022.
Oper Köln / Birgit Meyer und Uwe Eric Laufenberg _ noch vereint kämpfend © IOCO

Oper Köln / Birgit Meyer und Uwe Eric Laufenberg _ 2012 noch vereint kämpfend © IOCO

 Hein Mulders – Biographie und  Aktivitäten

  • Hein Mulders (*1962) ist derzeit Intendant am Aalto-Theater für die Sparten Aalto-Musiktheater, Essener Philharmoniker und Philharmonie Essen.
  • Geboren und aufgewachsen ist er in den Niederlanden. Nach dem Abitur zog er 17-jährig nach Paris, um dort Kunstgeschichte am „École du Louvre“ und Französisch am „Institut Universitaire Catholique“ zu studieren. Danach wechselte er an die Universität Amsterdam, wo er Kunstgeschichte, Archäologie und Italienisch studierte und sich auf Musikwissenschaft und Operngeschichte spezialisierte. Darüber hinaus lernte er an der Musikhochschule in Utrecht Klavier.
  • Nach erfolgreichem Abschluss seines Studiums begann er in der Gesangsabteilung einer der führenden nationalen Musikagenturen in Den Haag als Assistent der Geschäftsführung. Anschließend übernahm er die Position des Orchesterleiters des niederländischen National-Jugendorchesters und begleitete das Orchester auf internationalen Tourneen und Musikfestivals.
  • 1995 begann Hein Mulders als Casting Officer an der Flämischen Oper in Antwerpen und Gent zu arbeiten. Dort wurde er nur ein Jahr später als Leiter für Casting und künstlerische Planung Teil des Führungsteams. Er war verantwortlich für alle künstlerischen Belange, die sich um die Zusammensetzung der Produktionsteams, die Auswahl von Dirigent*innen und um die Besetzung von Sänger*innen drehten sowie für die gesamtkünstlerische Planung. Zur selben Zeit war er Jury- und Vorstandsmitglied des Opernstudios in Flandern.
  • Im Sommer 2006 nahm Hein Mulders die Stelle als Operndirektor an der „De Nederlandse Opera“ in Amsterdam an, wo er als rechte Hand des Intendanten und Regisseurs Pierre Audi neben Casting und der künstlerischen Gesamtplanung ebenfalls die Leitung der Musik- und der Regieabteilung innehatte. Gleich zu Beginn holte Hein Mulders den Dirigenten Marc Albrecht ans Haus, der dort für mehr als zehn Jahre als Generalmusikdirektor wirkte.
  • In Amsterdam besetzte Mulders unter anderem die Uraufführung von Alexander Raskatovs Oper „Hundeherz“ (nach einer Erzählung von Michail Bulgakov), die weltweite Aufmerksamkeit erlangte. Die monumentale Amsterdamer Produktion von Gioachino Rossinis Oper „Wilhelm Tell“ wurde danach an der Metropolitan Opera in New York aufgeführt. In Amsterdam arbeitete Hein Mulders mit Dirigenten wie Maris Jansons, Yannick Nézèt-Séguin und Sir Simon Rattle.
  • Im Mai 2011 wurde Hein Mulders für eine fünfjährige Amtszeit von 2013 bis 2018 zum Intendanten des Aalto-Musiktheater, der Essener Philharmoniker und der Philharmonie in Essen ernannt. Als neuen Generalmusikdirektor für die Essener Philharmoniker und das Aalto-Musiktheater stellte er den tschechischen Dirigenten Tomáš Netopil ein, der zuvor als Musikalischer Leiter am Prager Nationaltheater tätig war. Im Frühjahr 2016 wurde Mulders Vertrag verlängert.
  • In Essen sorgte Hein Mulders mit den Aufführungen der Opern „Medea“ (Aribert Reimann), „Otello“ (Giuseppe Verdi) und „Der Freischütz“ (Carl Maria von Weber) dafür, dass das Aalto-Theater für die Vielfalt und Qualität der unterschiedlichen Produktionen in der Spielzeit 2018/19 zum Opernhaus des Jahres in NRW ernannt wurde. Außerdem setzte Mulders die selten aufgeführte Oper „The Greek Passion“ (Bohuslav Martin?) auf den Spielplan – als die Fluchtbewegung aus Kriegs- und Krisengebieten in Europa auf ihrem Höhepunkt war. Für Nominierungen für das Opern-Jahrbuch sorgte auch die Aufführung des Oratoriums „Il primo omicidio“ („Kain oder Der erste Mord“) des Komponisten Alessandro Scarlatti.
  • Hein Mulders ist Jurymitglied zahlreicher internationaler Gesangswettbewerbe, so unter anderem in Spanien („Virias“/Barcelona, „Julian Gayarre“/Pamplona, Opera de Tenerife/Santa Cruz), Norwegen („Queen Sonja“/Oslo), Italien („Ottavio Ziino“/Rom), Kanada („Jeunes Ambassadeurs Lyrichoregra“/Montreal), Rumänien („Grand Prix de L’Opera“/Bukarest), Österreich („Cesti-Barockoper“/Innsbruck, „Belvedere“/Villach 2019), Brasilien („Maria Callas“/Sao Paulo), Albanien („Marie Kraja“/Tirana), den Niederlanden („IVC“/’s-Hertogenbosch, „Belvedere“/Amsterdam), Südafrika („Belvedere“/Kapstadt 2016), England („Opera Awards“/London 2017) und Lettland („Belvedere“/Jurmala 2018). Zudem war er im September 2020 ebenfalls in der Final-Jury beim Internationalen Dirigierwettbewerb „Guido Cantelli“ in Turin/Novara.

—| IOCO Aktuell Oper Köln |—


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Köln, Oper Köln, 10 Jahre Elend – neue Verspreche(r)n, IOCO Aktuell, 31.01.2021

Januar 31, 2021 by  
Filed under Hervorheben, IOCO Aktuell, Oper, Oper Köln

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Die Oper Köln am Offenbachplatz wird seit vielen Jahren saniert © IOCO

Die Oper Köln am Offenbachplatz wird seit vielen Jahren saniert © IOCO

Oper Köln

Köln:  Opern Sanierung – 10 Jahre Elend – neue Verspreche(r)n

Im November 2011, vor fast 10 Jahren, interviewte IOCO (Viktor Jarosch)  Uwe Eric Laufenberg, damaliger Intendant zum Stand der Oper Köln, vollständiges Interview HIER

Uwe Eric Laufenberg, damals, 2011, Intendant Oper Köln © IOCO

Uwe Eric Laufenberg, damals, 2011, Intendant Oper Köln © IOCO

IOCO (2011):  Die Presse berichtet viel über die Oper Köln. Leider konkurrieren in den Überschriften künstlerische Erfolge (wie Mozarts  La Clemenza di Tito (IOCO Kritik HIER!) auffällig laut mit  profanen Sanierungs- und Etatverwerfungen.  Wie sehen Sie Ihr heutiges Arbeitsumfeld in Köln?

Laufenberg: Mit der künstlerischen Arbeit an der Oper Köln bin ich sehr zufrieden. Mein Team ist motiviert und arbeitet sehr professionell, ……..

IOCO:  Die Sanierung von Opernhaus und Schauspielhaus verschlingt €253 Millionen. Die  technischen und logistischen Herausforderungen müssen gigantisch sein. Wird diese Sanierung erfolgreich umgesetzt?

Laufenberg:  Davon bin ich überzeugt. Die Sanierung der beiden Theater (NB: Oper und Schauspiel) stellt für die Stadt Köln und alle Beteiligten ein Mammutprojekt dar. Aber, das Sanierungskonzept steht endlich, nach vielem hin und her. Ich bin optimistisch, daß die Rahmenbedingungen, Fristen und Budget, eingehalten werden. Ein kompetentes Projektteam, geleitet von Andreas Fischer, wurde eingerichtet. Es berichtet mir und anderen Verantwortlichen über den Sanierungsfortschritt 14-tägig.  Deshalb, und wegen weiterer begleitender organisatorischer Maßnahmen, bin zuversichtlich, daß wir am 28. August 2015 (!!!) eine spektakuläre Wiedereröffnung der sanierten Häuser feiern werden………..

Das weitere, vollständige Laufenberg – Interview: link HIER!

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Uwe Eric Laufenberg – Foto oben 2012 noch in Kölnhat sich / wurde dramatisch getäuscht, wurde im August 2012 fristlos entlassen und zugleich erstes Opfer im Sanierungsdebakel um die Oper Köln. Seit 2014 produziert Laufenberg großes Theater am Hessischen Staatstheater Wiesbaden; siehe die Kritik von IOCO-Korrespondentin Ingrid Freiberg zur Premiere der Hochzeit des Figaro, link HIER, im September 2020.

Aus 2015 wurde 2024, aus Kosten von €253 wurden €615. In der Kosten-Rechnung sind jedoch entgangene Einnahmen durch die jahrelange Schließung der Oper und hohe Zusatzkosten durch Nutzung von Ersatzspielstätten  nicht, nirgends, nie erwähnt. Insofern liegen die Gesamtkosten der Sanierung der Oper Köln, bei geschätzten €1 Milliarde.

Birgit Meyer kämpft seither anstelle Uwe Eric Laufenbergs als Intendantin an den vielen Fronten der Oper Köln. Hier die IOCO Kritik zu ihrer mitnehmenden Produktion des Kaiser von Atlantis von Viktor Ullmann.  Der Vertrag von Birgit Meyer läuft 2022 aus; eine Verlängerung steht zur Zeit in der Schwebe.

26. Januar 2021:  Im Bericht Dezember 2020 um die Oper Köln legen  Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Technischer Betriebsleiter Streitberger nun eine ernüchternde wie aktualisierte Kosten- und Terminprognose vor.

 Eckdaten der Sanierung der Oper Köln

Baukosten  – Stand: 31.12.2020 : 618  Millionen Euro

Schlüsselübergabe – Oper und Schauspiel : 1. Quartal 2024 

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Im folgenden die Einzelheiten des Berichts:  Oberbürgermeisterin Henriette Reker und der Technische Betriebsleiter der Städtischen Bühnen Köln, Bernd Streitberger, haben am heutigen Dienstag, 26. Januar 2021, in einer Pressekonferenz einen Überblick über den aktuellen Planungsstand gegeben sowie eine aktualisierte Kosten-und Terminprognose vorgelegt.

Grundlegend dafür ist der Monatsbericht Dezember 2020. Die Bühnen haben wie angekündigt mit dem Monatsbericht Dezember 2020 eine aktualisierte Kosten-und Terminprognose veröffentlicht. Diese sieht die Schlüsselübergabe des gesamten Ensembles am Offenbachplatz im 1. Quartal 2024 vor. Dies entspricht im Vergleich zur letzten Gesamtberechnung im Juni 2019 einer Verlängerung von 9 Monaten, von denen die Bühnen allerdings bereits ein Quartal Verzug im Juni 2020 kommuniziert hatten. Diese Verlängerung führt, in Verbindung mit den bereits im November 2020 mitgeteilten Mehrkosten (durch die Vergaben von fünf Schlüsselgewerken der Haustechnik) zu einem Anstieg der Kostenprognose auf 617,6 Millionen Euro, beziehungsweise 643,9 Millionen Euro (inklusive aller bekannten möglichen Risiken). Dies entspricht im Vergleich zur letzten Gesamtberechnung im Juni 2019 einer Erhöhung um 63,5 MillionenEuro (ohne Risiken) beziehungsweise 72,9 Millionen Euro bei der Berücksichtigung aller Risiken.

Oper Köln / Birgit Meyer und Uwe Eric Laufenberg - noch vereint kämpfend © IOCO

Oper Köln / Birgit Meyer und Uwe Eric Laufenberg – noch vereint kämpfend © IOCO

„Das sind die schlechten, die schmerzlichen Nachrichten“, stellt Oberbürgermeisterin Reker fest. „Sie sind Folge dessen, dass wir 2015 alles auf nullstellen und im Prinzip komplett von vorn beginnen mussten. Die gute Nachricht heute aber ist: Wir sind mit der Planung, einem durchaus auch nervenaufreibenden Prozess, auf der Zielgeraden. Ab März/April wird der Baubetrieb wieder hochgefahren, Mitte dieses Jahres soll wieder mit voller Kraft gebaut werden.“

Der Technische Betriebsleiter Bernd Streitberger benennt die beiden Hauptgründe für die Verlängerung der Projektlaufzeit: „Zum einen haben wir haben die im November erfolgreich abgeschlossenen Vergabeverfahren zugunsten einer zusätzlichen Verhandlungsrunde letzten Juni um zwei Monate verlängert. Dieses war damals keine einfache Entscheidung, aber die Tatsache, dass wir trotz nach wie vor boomender Baukonjunktur, die für den Weiterbau unabdingbar notwendigen Firmen unter Vertrag Seite 23 nehmen konnten, bestätigt uns, dass diese Investition richtig war. Eine Wiederholung des Vergabeprozesses hätte mehr Zeit gekostet und die Kosten wären dadurch noch weiter gestiegen.“

Streitberger weiter: „Zum anderen lag die Ausführungsplanung am 25.August 2020 nicht wie eigentlich vereinbart vollständig vor. Dieser Umstand liegt ausdrücklich nicht allein in der Verantwortung der Planer der Haustechnik, die in ihrer Arbeit auch auf die Zuarbeit anderer Projektbeteiligter angewiesen sind“, so Streitberger.

Die Nachlieferungen, Nacharbeiten und der intensive Prüfprozess trugen maßgeblich zur Verlängerung der Sanierungsmaßnahme bei. Die Arbeiten an der Ausführungsplanung werden das Projekt auch noch das erste Halbjahr 2021 intensiv beschäftigen. Durch eine genaue Taktung von Prüfung und Nacharbeiten wird sichergestellt, dass die für die nachfolgende Werk-und Montageplanung notwendigen Elemente der Ausführungsplanung rechtzeitig vorliegen. „Wir haben mit dem Projektsteuerer, den Planern, den Objektüberwachungen (Bauleitungen) und den beauftragten Firmen, die Prozesse so abgestimmt, dass wir die nach der Prüfung überarbeitete Planung immer ohne Verzögerung für die Baustelle vorliegen haben“, erklärt Streitberger. Im Dezember wurden dementsprechend bereits überarbeitete Pläne an die Firmen übergeben. An der Vorgehensweise „Erst planen, dann bauen“ wird damit auch weiterhin festgehalten.“

Oper Köln / Birgit Meyer, nun Intendantin, aber  .. einsam in fernen Landen ... © IOCO

Oper Köln / Birgit Meyer, nun Intendantin, aber  .. einsam in fernen Landen … © IOCO

Der Technische Betriebsleiter nimmt die aktualisierte Kosten-und Terminprognose zum Anlass für einen Rückblick auf den Projektverlauf der vergangenen 18 Monate. „Die Planungsphase war für alle Projektbeteiligten bislang eine enorme Herausforderung mit viel Reibung, manchen Höhen und diversen Tiefen. Ein Grund mehr, mich bei allen Beteiligten für den aufwendig erarbeiteten Fortschritt zu bedanken. Wir stehen unmittelbar vor der Werk- und Montageplanung, dem finalen Planungsschritt. Ab Mitte des Jahres werden die Bauarbeiten wieder beginnen und wir haben alle dazu notwendigen Beteiligten an Bord. Auf unserer Straße zur Schlüsselübergabe haben damit einiges an schwerem Gelände hinter uns gelassen und können nun die nächste Passage mit dem Hochfahren des Baustellenbetriebs in Angriff nehmen.

Den Fortschritten entsprechend haben sich die Risiken im Vergleich zum Quartalsbericht im September 2020 um 6,3 Millionen Euro reduziert, auch wenn sie unter anderem durch die Corona-Lage über den Risiken von 2019 liegen. Ebenfalls in den Kosten enthalten sind die Risiken durch eine im Dezember eingetretene Insolvenz eines Rohbauunternehmens. „Wie auf jeder Baustelle werden uns gewisse Risiken bis zum Abschluss aller Arbeiten begleiten“,führt der Technische Betriebsleiter aus. „Ich bin aber überzeugt davon, dass wir sie durch unser Risikomanagement frühzeitig erkennen und dadurch rechtzeitig gegensteuern werden“.

Die neue Berechnung der Kosten und Termine impliziert, dass zur Handlungsfähigkeit der Bühnen als Bauherr, das Budget an die neue Kostenprognose von 617,6 Millionen Euro angepasst werden muss. Die Bühnen werden eine entsprechende Vorlage dazu im Lauf dieses Jahres auf den Weg bringen.

 Oper am Dom / eine der vielen Ersatzspielstätten der Oper Köln © IOCO

Oper am Dom / eine der vielen Ersatzspielstätten der Oper Köln © IOCO

Der Interimsspielbetrieb der Bühnen ist bis Dezember 2022 durch Ratsbeschlüsse abgesichert. Zur Verlängerung des Interimsspielbetriebes werden die Bühnen ebenfalls im Laufe des Jahres eine entsprechende Verlängerungsvorlage erarbeiten. Staatenhaus und Depot stehen für eine Verlängerung zur Verfügung. Eine Spielzeit im Interim kostet auf Basis der Erfahrungen der Vergangenheit neun bis zehn Millionen Euro.

„Köln braucht Oper und Schauspiel. Die Kölnerinnen und Kölner brauchen Oper und Schauspiel. Es sind die Bühnen der Kölnerinnen und Kölner. In einer vom Krieg zerstörten Stadt wurde 1954 mit dem Bau des Opernhauses begonnen. Die Verantwortlichen damals wollten einenOrt der Begegnung für die Menschen in dieser Stadt. Einen Ort für neue Erfahrungen nach der Barbarei des Nazi-Terrors“, so Oberbürgermeisterin Henriette Reker.Und genau das sind die Bühnen: Es sind Orte des Diskurses, der neuen Erfahrungen, der Begeisterung, auch der Ablehnung, des Streits –das hat Oper und Schauspiel immer ausgezeichnet. Dafür waren Kölns Oper und Schauspiel jahrzehntelang bekannt, sie haben Kölnerinnen und Kölner begeistert –auch mit dem „Divertissementchen“–, sie haben regionales, bundesweites, internationales Publikum nach Köln geholt, große Musikerinnen und Musiker, Sängerinnen und Sänger, Dirigenten. Maria Callas hat an der Kölner Oper gesungen. Oper und Schauspiel wurden mit Preisen ausgezeichnet. Sie haben Köln glänzen lassen. Und genau da wollen wir sie auch in Zukunft wieder sehen.“

In der folgenden Tabelle sind die aktuellen Projektdaten aufgeführt. Bitte beachten Sie, dass sich in der letzten Zeile die bisher immer genannten 287 Millionen Euro Finanzierungs-und „sonstigen“ Kosten nach aktuellem Stand um 27 auf 260 Millionen Euro reduziert haben.

Termine

Schlüsselübergabe an Oper und Schauspiel  1. Quartal 2024

Baukosten Aktuell gültige Kostenprognose inkl. aller bisherigen Ausgaben
(Stand:31.12.2020): 618  Millionen Euro

Aktuell gültige Kostenprognose inkl. aller bisherigen Ausgaben bei Eintritt aller bekannten Risiken (Stand: 31.12.2020) 644  Millionen Euro

Sonstige Kosten
Aktuelle Prognose Finanzierungskosten (u.a. Zinsen über 40 Jahre auf Basis von €554,1 Millionen  ) und sonstige Kosten (u.a. Machbarkeitsstudie) €260 Millionen

—| IOCO Aktuell Oper Köln |—


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