Wien, Wiener Staatsoper, NUREJEW GALA in Wien – Eine Tradition, 28.06. 2019

Juni 25, 2019 by  
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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

NUREJEW GALA 2019  –  WIENER STAATSBALLETT

28. JUNI 2019

Das Wiener Staatsballett beschließt auch 2019 seine Saison mit der beliebten Nurejew Gala in der Wiener Staatsoper, die inzwischen nicht nur für viele Wienerinnen und Wiener, sondern auch für Gäste aus dem In- und Ausland zum Ballett-Fixpunkt und zur unverzichtbar gewordenen Tradition geworden ist.

 Ballettchef Manuel Legris – 2019 wieder auf der Bühne zu erleben

Die Gala am Freitag, 28. Juni 2019 (18.00 Uhr) bietet ein gewohnt abwechslungsreiches und vielgestaltiges Programm aus der internationalen Welt des Tanzes.

Wiener Staatsoper / Sylvia - Nikisha Fogo, Denys Cherevychko und Ensemble © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Sylvia – Nikisha Fogo, Denys Cherevychko und Ensemble © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Erstmals an der Wiener Staatsoper zu sehen sind dabei der Delirienwalzer von Roland Petit, der Jockey-Tanz aus Von Sibirien nach Moskau von August Bournonville, der Esmeralda Pas de deux und Der Talisman Pas de deux (beide in der Fassung von Pjotr Gussew), der Pas de deux aus Romeo und Julia in der Fassung von Rudolf Nurejew sowie Luminous von András Lukács, der Ausschnitt aus Cantata von Mauro Bigonzetti und Ochiba von Patrick de Bana.

NUREJEW GALA 2018
youtube Trailer Staatsoper Wien
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Die Nurejew Gala 2019 wird im Rahmen von Oper live am Platz auf den Herbert von Karajan-Platz übertragen.

Vor der Sommerpause präsentieren sich nicht nur die Tänzerinnen und Tänzer des Wiener Staatsballetts – u. a. Ersten SolotänzerInnen Olga Esina, Nikisha Fogo, Kiyoka Hashimoto, Liudmila Konovalova, Natascha Mair, Ketevan Papava, Nina Poláková, Denys Cherevychko, Davide Dato, Jakob Feyferlik, Robert Gabdullin, Roman Lazik, Vladimir Shishov und die SolotänzerInnen Ioanna Avraam, Alice Firenze, Nina Tonoli, Eno Peci, Richard Szabó und Dumitru Taran – noch einmal dem Publikum, sondern auch heuer gastieren bei der Nurejew Gala wieder internationale Gastsolistinnen und Gastsolisten im Haus am Ring:

 Ballettchef Manuel Legris – 2019 wieder auf der Bühne zu erleben

Es tanzen Young Gyu Choi vom Amsterdamer Het Nationale Ballet sowie Anastasia Nuikina (Debüts an der Wiener Staatsoper) und Kimin Kim vom Ballett des Mariinski-Theaters. Auch Ballettdirektor Manuel Legris wird im Rahmen der Nurejew Gala 2019 wieder auf der Bühne zu erleben sein.

Am Dirigentenpult steht Kevin Rhodes – er leitet die Nurejew Gala im Haus am Ring heuer bereits zum fünften Mal musikalisch.

Kurzbiographien der GastsolistInnen:
Young Gyu Choi stammt aus Südkorea und erhielt seine Ausbildung an der Sunhwa Arts School in Seoul und an der Tanz Akademie Zürich und tanzte mit dem Korea National Ballet und dem Universal Ballet in Seoul. Seit 2011 ist er Mitglied des Het Nationale Ballet, wo er 2015 zum Ersten Solisten ernannt wurde. Auszeichnungen: International Ballet Competition in Varna (zweiter Preis 2006 und erster Preis 2010), Boston International Competition (erster Preis, 2010), Youth America Grand Prix in New York (erster Preis, 2007), Alexandra Radius Award (2017).
Anastasia Nuikina wurde in Samara geboren. Im Anschluss an ihre Graduierung an der Waganowa-Akademie wurde sie 2018 unmittelbar an das Ballett des Mariinski-Theaters engagiert.

Wiener Staatsoper / Artifact Suite - Davide Dato und Natascha Mair © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Artifact Suite – Davide Dato und Natascha Mair © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Geboren in Seoul, wurde Kimin Kim an der Korea National University of Arts ausgebildet. 2012 wurde er als Solotänzer an das Ballett des Mariinski-Theaters engagiert, 2015 avancierte er zum Principal Dancer. Im Haus am Ring tanzte er bisher Herzog Albrecht (Giselle) und im Mai 2019 mit großem Erfolg Conrad (Le Corsaire), den er auch beim Japan-Gastspiel des Wiener Staatsballetts 2018 in Tokio verkörperte. Auszeichnungen: Erste Preise bei internationalen Ballettwettbewerben in Rom (2008), Seoul (2009) und Varna (2010), Grand Prix beim „Arabesque”-Ballettwettbewerb in Perm (2012) und bei der Youth America Grand Prix International Competition in New York (2012), Prix Benois de la Danse (2016), u.a.

Wiener Staatsballett
Freitag, 28. Juni 2019, 18.00 Uhr | Wiener Staatsoper

NUREJEW GALA 2019
Künstlerische Leitung: Manuel Legris | Dirigent: Kevin Rhodes
Das Programm (Stand: 24. Juni 2019)


Teil I:


DELIRIENWALZER
Choreographie: Roland Petit | Musik: Josef Strauss
Natascha Mair – Davide Dato

JOCKEY-TANZ
Choreographie: August Bournonville | Musik: Carl Christian Møller
Arne Vandervelde, Dumitru Taran

FANNY ELSSLERS CACHUCHA
Choreographie: Zorn/Hutchinson | Musik: Andalusische Volksweise
Ketevan Papava

ESMERALDA PAS DE DEUX
Choreographie: Nicholas Beriozoff | Musik: Riccardo Drigo, Cesare Pugni, Romualdo Marenco
Liudmila Konovalova – Young Gyu Choi (Gast, Erster Solist beim Het Nationale Ballet – Debüt an der Wiener Staatsoper)

LUMINOUS
Choreographie: András Lukács | Musik: Max Richter
Nina Tonoli – Jakob Feyferlik
ROMEO UND JULIA (Pas de deux aus dem 3. Akt)
Choreographie: Rudolf Nurejew | Musik: Sergej Prokofjew
Julia: Ioanna Avraam | Romeo: Robert Gabdullin

TROIS GNOSSIENNES
Choreographie: Hans van Manen | Musik: Erik Satie
Olga Esina – Roman Lazik

Wiener Staatsoper / Coppélia - Jakob Feyferlik © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Coppélia – Jakob Feyferlik © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

COPPÉLIA (Ausschnitt aus dem 3. Akt)
Choreographie: Pierre Lacotte | Musik: Léo Delibes
Swanilda: Natascha Mair | Franz: Jakob Feyferlik | Ensemble


Teil II:


DORNRÖSCHEN (Ausschnitt aus dem 2. Akt)
Choreographie: Rudolf Nurejew | Musik: Peter Iljitsch Tschaikowski
Prinz Florimund: Navrin Turnbull | Fliederfee: Oxana Kiyanenko

SCHWANENSEE (Ausschnitt aus dem 3. Akt)
Choreographie: Rudolf Nurejew | Musik: Peter Iljitsch Tschaikowski
Odile: Kiyoka Hashimoto | Prinz Siegfried: Leonardo Basílio

DIE FLEDERMAUS (Ausschnitt aus dem 2. Akt)
Choreographie: Roland Petit | Musik: Johann Strauß, arr. Gamley
Bella: Olga Esina | Johann: Vladimir Shishov

CANTATA (Ausschnitt: Pas de deux)
Choreographie: Mauro Bigonzetti | Musik: Gruppo „Assurd“
Alice Firenze – Eno Peci

OCHIBA
Choreographie: Patrick de Bana | Musik: Philip Glass
Nina Poláková – Manuel Legris

DER TALISMAN PAS DE DEUX
Choreographie: Pjotr Gussew | Musik: Riccardo Drigo, Cesare Pugni
Anastasia Nuikina (Gast, Ballett des Mariinski-Theaters – Debüt an der Wiener Staatsoper)
Kimin Kim (Gast, Principal Dancer beim Ballett des Mariinski-Theaters)

Wiener Staatsoper / Artifact Suite - Ensemble © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Artifact Suite – Ensemble © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

ARTIFACT SUITE (Ausschnitt)
Choreographie: William Forsythe | Musik: Johann Sebastian Bach
Madison Young – James Stephens, Natascha Mair – Davide Dato, Oxana Kiyanenko
Ensemble


Teil III:


SYLVIA (3. Akt)
Choreographie: Manuel Legris nach Mérante u.a. | Musik: Léo Delibes
Sylvia: Nikisha Fogo | Aminta: Denys Cherevychko | Orion: Davide Dato
Eros: Géraud Wielick | Diana: Ketevan Papava
Endymion: Kamil Pavelka | Ein Faun: Dumitru Taran
Ensemble

—| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—

Wien, Wiener Staatsoper, Ballett FORSYTHE, VAN MANEN, KYLIÁN, 14.04.2019

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Artifact Suite, Trois Gnossiennes, Psalmensymphonie

FORSYTHE | VAN MANEN | KYLIÁN

Ein neuer Ballettabend kommt am Sonntag, 14. April 2019 zur Premiere im Haus am Ring: Forsythe | van Manen | Kylián, der nun drei der prägendsten Choreographen der Gegenwart, die bereits mit mehreren Werken im Repertoire des Wiener Staatsballett vertreten sind, vereint.

Auf dem Programm stehen William Forsythes Artifact Suite, Hans van Manens Trois Gnossiennes und Solo sowie Jirí Kyliáns Psalmensymphonie. Artifact Suite, Trois Gnossiennes und Psalmensymphonie feiern mit dieser Premiere ihre Erstaufführungen an der Wiener Staatsoper, Solo wurde zum ersten Mal bei der Nurejew Gala 2017 vom Wiener Staatsballett gezeigt.

Wiener Staatsballett – Artifact Suite, Trois Gnossiennes, Psalmensymphonie
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George Balanchine (1903 – 1983) gab den Startschuss zu einer Entwicklung von bis dahin unbekannten Tempi der Bewegung am Horizont des Balletts, die zeitgleich mit dem Begriff der Neoklassik erschienen. Ungeachtet ihrer individuellen Bewegungssprache sind die drei Choreographen des Premierenabends dieser „Spielart“ der Neoklassik zuzuordnen, die im späteren 20. Jahrhundert in den Niederlanden zu besonderer Ausprägung und Pflege gelangte und schraubten in ihrem choreographischen Schaffen die Anforderungen zum Teil ins Extreme, wie Ballettdramaturg Oliver Peter Graber im Staatsopernmagazin Prolog erläutert.

Tanzjournalistin Angela Reinhardt schreibt in ihrem Text über den Abend im Programmheft: „Alle drei Choreographen dieses Abends veränderten die Geschichte des klassischen Balletts: indem sie die Bewegung direkt befragten oder indem ihr Tanz keine bekannten Geschichten mehr erzählte, sondern von anderen Dingen sprach, von der modernen Gesellschaft, von Irritationen, Gedanken, der Sinnsuche des Lebens. Hans van Manen, Jirí Kylian und William Forsythe sind Bahnbrecher. Durch sie sehen wir heute mehr im Ballett als nur die beglückende Schönheit seiner Formen: Wir denken mit den Augen.“

Zu den Werken

Als erstes der vier Stücke wird William Forsythes Artifact Suite (Musik: Johann Sebastian Bach, Eva Crossman-Hecht) gezeigt, das 2004 beim Scottish Ballet in Glasgow Premiere feierte und vom Choreographen aus seinem 1984 uraufgeführten handlungslosen Vierakter Artifact, einem Ballett über das Ballett, zusammengestellt wurde. „Forsythe beginnt hier auszuloten, wie weit man Bewegungen ins Extrem treiben kann, er verlängert mit weit hinausgestreckten Beinen, extremen Streckungen und Gewichtsverlagerungen die Linien des Körpers in den Raum hinein“, wie Angela Reinhardt bemerkt, „Forsythe nutzt das Vokabular des klassischen Tanzes, zerstört aber immer wieder mutwillig dessen klare Abläufe, er verfremdet Bewegungen und setzt sie in fulminanter Weise neu zusammen“.

Hans van Manens Trois Gnossiennes zur Musik von Erik Satie – Gnossiennes ist eine Wortschöpfung des Komponisten – wurde 1982 beim Holländischen Nationalballett in Amsterdam uraufgeführt. Auch in diesem Pas de deux gelingt es van Manen, wie Angela Reinhardt bemerkt, „unseren Blick auf die kleinsten Nuancen zu lenken“. Auch van Manens Bewegungsvokabular beruht auf der Neoklassik, zeigt aber auch eine Spannung zwischen Mann und Frau.

Solo, 1997 beim Nederlands Dans Theater uraufgeführt, ist ein rasantes Stück für drei männliche Solisten (Musik: Johann Sebastian Bach), die „den Tanz wie einen Stafettenstab immer wieder an den nächsten weiter reichen, in einem freundschaftlichen, ironisch lächelnden Wettbewerb“, wie Angela Reinhardt das Werk charakterisiert.

Jirí Kyliáns Psalmensymphonie (Musik: Igor Strawinski) ist das vierte Stück des neuen Abends – sie kam 1978 beim Nederlands Dans Theater, dessen künstlerischer Leiter Kylián war, zur Premiere und gab Anstoß für die gesamte weitere Entwicklung dieses Ensembles. Die Choreographie hat sich den Ruf eines frühen Meisterwerkes, das den Tanz in all seinen Facetten feiert und doch eigenwillige Wege geht, bis heute erhalten.

Zur Besetzung

In den fünf Vorstellungen (Premiere am 14. April, Reprisen am 17., 20., 27. und 30. April) sind alternierende Besetzungen zu erleben – die Premiere gestalten u. a. Nikisha Fogo, Jakob Feyferlik, Nina Poláková, Roman Lazik und Oxana Kiyanenko in Artifact Suite; Maria Yakovleva und Jakob Feyferlik in Trois Gnossiennes; Denys Cherevychko , Richard Szabó und Géraud Wielick in Solo sowie Ketevan Papava, Roman Lazik, Nikisha Fogo, Denys Cherevychko, Kiyoka Hashimoto, Davide Dato, Nina Poláková, James Stephens, Nina Tonoli, Navrin Turnbull, Rikako Shibamoto, Scott McKenzie, Anita Manolova, Marian Furnica, Gala Jovanovic und Tristan Ridel in Psalmensymphonie.

—| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—

Wien, Wiener Staatsoper, 61. Wiener Opernball – Kulturelles Weltereignis, IOCO Aktuell, 23.2.2017

Februar 12, 2017 by  
Filed under Hervorheben, IOCO Aktuell, Wiener Staatsoper

Wiener Staatsoper zum Opernball © Michael Poehn

Wiener Staatsoper zum Opernball © Michael Poehn

Der 61. Wiener Opernball – 23. Februar 2017

Mediales Weltereignis, Geliebte Tradition, Laufsteg von Eitelkeiten

 

Wien Staatsoper / Plakat Wiener Opernball 2017 © DASUNO

Wien Staatsoper / Plakat Wiener Opernball 2017 © DASUNO

Der Wiener Opernball findet immer am Gründonnerstag und Altweiberfastnacht statt. Zum 61. Wiener Opernball werden am 23. Februar 2017 5.500 Gäste in der Staatsoper feiern: Der neu ins Amt gewählte österreichische Bundespräsident Dr. Van der Bellen eröffnet den Ball. Ebenso dabei Wirtschaftsbosse, Minister, Medienstars, Sternchen, Parvenüs oder Spaßvögel. Die meisten Besucher des Opernball jedoch, man glaubt es kaum, sind Normalbürger aus Wien. Spätentschlossene haben keine Chance: Der 61. Wiener Opernball ist seit langem ausverkauft.

Alljährlich ist der Wiener Opernball spektakuläres, internationales Medienereignis; Weltkriege, Skandale wie andere Widrigkeiten hat er überlebt. Dabei ist der Opernball nur eine Facette der weit gefächerten Wiener Balltradition, welche ihren Ursprung im Wiener Kongress von 1814/15 hat. Der Wiener Opernball ist medialer Höhepunkt der   prächtigen Wiener Ballsaison, welche jedes Jahr zur Zeit des Fasching stattfindet. Ob Akademikerball, das fröhliche Kostümfest genannt Gschnas, Bürgerball, Polizeiball, Bonbonball, Ball der Tiroler in Wien, Regenbogenball: 450 großartige  Bälle einigt die große Wiener Tradition. Der Wiener Opernball verstand sich ursprünglich als „Ball der Künstler für Künstler“. Nach vielen Wirrungen gab 1877 Kaiser Franz Joseph seine persönliche, 1869 noch verweigerte Zustimmung zu einer Soirée im Festsaal der damaligen Hofoper. Aus dieser Soirée entand der heutige Opernball, Die offizielle Bezeichnung Wiener Opernball wie seine verzaubernden Rituale erhielt das Künstlerfest erst 1935.

Wiener Staatsoper / Opernball - Jungdamen- und Jungherren Komittee © Michael Poehn

Wiener Staatsoper / Opernball – Jungdamen- und Jungherren Komittee © Michael Poehn

Zum 58. Wiener Opernball 2014 konstatierte  der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan, den damaligen Bundespräsident Fischer begleitend: „Jeder muss einmal im Leben auf dem Wiener Opernball gewesen sein“. Der Opernball zieht allein in Österreich alljährlich 1,5 Mio. Menschen vor die Fernseher. Weltweit sind es viele Millionen. Dominique Meyer, Chef der Wiener Staatsoper möchte künstlerische Ansprüche hochhalten und präsentiert „eine Galerie an hochbegabten Künstlern auf einem hohen Niveau“. Dabei war Begeisterung für den Opernball bei den Wiener Opern-Chefs nicht immer so eindeutig: Meyer-Vorgänger, der knorrige Ioan Holender zeigte wenig Sympathie: “Ich stelle die Sinnhaftigkeit zur Diskussion, dass man 2 Millionen Euro investiert, um ein Gebäude zweckentfremdend zu nutzen.“ Doch Meyer, seit 2011 neuer Opern-Chef, outet sich offensiv entspannt als Wiener Opernball-Fan. So verwandelt sich die Wiener Staatsoper am 23. Februar 2017 zum schönsten Ballsaal der Welt. Ein überdachter roter Teppich vor dem Eingang der Staatsoper trägt den Glamour des Ball-Events sichtbar in die Öffentlichkeit. 19 Kameras von ORF und 3sat und zahllose Moderatoren berichten live in alle Welt.

Maria Großbauer (36) aus Grafenbach ist neue „Ball-Mutter“. Sie organisiert 2017 zwar erstmals den Wiener Opernball, doch zur Staatsoper hat sie schon immer eine enge Beziehung: Vater Karl Jeitler stieß 1978 zu den Wiener Philharmonikern, als Posaunist; Ehemann Andreas Großbauer ist seit 2005 erster Geiger im Orchester der Wiener Staatsoper.
Maria Großbauers Kreativkonzept für 2017 zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Haus – von den Blumen bis zur Damenspende: „Alles Oper!“. Blumenschmuck bezieht sich etwa auf Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart. Bunte und üppige Arrangements, zusammengesetzt aus Ginster, Rosen und blühenden Zweigen, thematisieren den „Zauberwald und seine bunten Vögel“. Die ehemaligen Heurigen-Säle werden 2017 zu einer Wolfsschlucht mit Waldtieren und Geistern: „Gefährlich gemütlich“, so Maria Großbauer.

Wiener Staatsoper / Opernball 2017 - Intendant Meyer, Pier Paolo Righi, Hanna Gumpinger (Debütantin), Langes-Swarovski, Großbauer © Wiener Staatsoper GmbH Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Opernball 2017 – Intendant Meyer, Pier Paolo Righi, Hanna Gumpinger (Debütantin), Langes-Swarovski, Großbauer © Wiener Staatsoper GmbH Ashley Taylor

Das Eröffnungsprogramm des 61. Wiener Opernball: Um 20.15 Uhr ertönt die FANFARE von Karl Rosner, es folgt die ÖSTERREICHISCHE BUNDESHYMNE, die EUROPAHYMNE von Ludwig van Beethoven. Der folgende Einzug und Tanzdarbietungen der 144 Paare des Jungdamen- und Jungherren-Komitees stellt einen der reizvollsten wie populärsten Höhepunkte des Wiener Opernball dar, zur POLONAISE aus der Oper EUGEN ONEGIN. Der Einzug endet traditionell zu den Klängen des Donauwalzers und mit dem gemeinsamen Ausruf aller Staatsopernkünstler „Alles Walzer!“ als Aufforderung an die Ballgäste, nun zum Tanz das Parkett zu übernehmen. 120 Musiker sorgen dann bis 5 Uhr in der Früh für Unterhaltung. Im 4. Stock geht die Post ab. Die Ballnacht endet traditionell um 5.00 Uhr früh mit Brüderlein fein im 50 m langen Ballsaal. Dort werden wenige Stunden später 7.000 Kinder aus allen österreichischen Bundesländern zwei Vorstellungen von Die Zauberflöte für Kinder besuchen.

Prominent besetzt ist das von Staatsoperndirektor Dominique Meyer zusammen-gengestellte künstlerische Eröffnungsprogramm von 22.00 bis ca. 23.00 Uhr: Startenor Jonas Kaufmann singt erstmals am Wiener Opernball: „La fleur que tu m’avais jetée“ aus Carmen und „Dein ist mein ganzes Herz“ aus Das Land des Lächelns. Es spielen das Wiener Staatsopern-orchester / Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Semyon Bychkov (Carmen-Ouvertüre und Gesangseinlagen) und Sascha Goetzel (Balletteinlage), das Bühnenorchester der Wiener Staatsoper unter Witolf Werner (Fanfare) sowie das Wiener Opernball Orchester unter Andreas Spörri (Hymnen, Komiteedarbietungen); das Wiener Staatsballett – mit den Ersten Solotänzern Nina Poláková, Maria Yakovleva, Denys Cherevychko, Davide Dato und Roman Lazik an der Spitze – und die Ballettakademie der Wiener Staatsoper tanzen eine von Lukas Gaudernak eigens für den Opernball kreierte Choreographie (Künstlerleben, Walzer).

Wiener Staatsoper / Opernball - Entwurf Svarowsky Tiara für Jungdamen © Karl Lagerfeld

Wiener Staatsoper / Opernball – Entwurf Svarowsky Tiara für Jungdamen © Karl Lagerfeld

Für das Jungdamen- und Jungherren-Komitee mussten sich die Paare Walzer drehend qualifizieren! Die Aufnahmevorschrift in das Komitee verlangt: Gute Linkswalzer-Kenntnis, Alter 17 bis 24 Jahre, maximal 1 Teilnahme, € 120 Gebühr, schriftliche Bewerbung mit aktuellem Bild. Die Bekleidungs-vorschrift. Damen: Schneeweißes langes, Ballkleid (ohne Reifrock oder glitzernde Applikationen), weiße lange Handschuhe, weiße Schuhe, Haare hochgesteckt. Herren: Schwarzer Frack, weiße Fliege, weiße Weste, weiße Handschuhe, schwarze Lackschuhe.
Auffällige Besonderheit ist die Swarovski Tiara, welche die Jungdamen tragen: Für den 2017 schuf Stardesigner Karl Lagerfeld, vom Eröffnungswalzer des Opernballes inspiriert, die „Le beau Danube bleu“ Tiara, welche in 394 klare und saphirblaue Swarovski Kristalle sowie fünf Swarovski Kristallperlen klassische wie moderne Elemente vereint. Nadja Swarovski, Mitglied des Swarovski Executive Board. „Die Geschichte von Swarovski und dem Opernball geht auf die 1950er zurück. Bei so vielen gemeinsamen Werten und Traditionen ist es fantastisch, unsere Unterstützung für diese Institution fortzusetzen. Die Debütantinnen werden begeistert sein, wenn sie mit einer von Karl Lagerfeld gestalteten Tiara gekrönt werden.

Wiener Staatsoper/ Opernball - Jungdamen und Jungherren Komittee auf dem Parkett © Michael Poehn

Wiener Staatsoper/ Opernball – Jungdamen und Jungherren Komittee auf dem Parkett © Michael Poehn

Eine einfache Eintrittskarte zum Opernball kostet €290. Vielleicht mietet man sich eine Rangloge für €10.000 bis €20.500 oder doch nur einen Tisch für 6 Personen um €1.200. Aber es geht auch preiswerter: Dem Frackzwang des Abends begegnen Geübte mit gemieteten Utensilien. Den „kleinen Opernball“ feiern Geübte im ersten Souterrain in der Wolfsschlucht, auf der Hinterbühne, in moderner, reduzierter Architektur in Holz und Kupfer oder in den zahlreichen Bars auf dem Balkon.

Die Boulevardpresse dagegen zelebriert zum Opernball gerne schräge Seiteneinsteiger: Alt-Bauunternehmer “Mörtel” Richard Lugner, 85, ist seit Jahren mit seinen Gästen schrulliger Medienstar des Balles. Der Einladung in die Lugner-Loge folgten in letzten Jahren bereitwillig Stars und Sternchen wie Brigitte Nielsen, Ruby Rubacuori, Paris Hilton, Pamela Anderson oder Stripperin Ditta von Teese (Slogan: “Der Ball ist nackt”), deren Leidenschaften bekanntlich weniger dem Tanz oder klassischer Musik gelten. Doch 2017 ist anders. Ein junges Wiener Mädel, Beata Decsei, (20), von einer prominenten Jury aus vielen Bewerbern gewählt, und die US-Schauspielerin Goldie Hawn (71) werden offizielle Promi-Gäste in der Lugner-Loge sein.

Manch traditionsorientierte Wiener Einheimische meiden das in ihren Augen leicht verrufene Klatschspektakel Wiener Opernball. Doch bricht die Medialisierung des Wiener Opernballes alte Wiener Balltraditionen auf, gibt neue Impulse. Außerhalb Österreichs ist der Wiener Opernball seit Jahrzehnten bewunderter Ausdruck eines lebensfrohen und kulturstarken Österreichs. Der 61. Wiener Opernball: Am 23. Februar 2017. IOCO / Viktor Jarosch / 12.02.2017

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